Ausgabe 
3.3.1900 Zweites Blatt
 
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auf ihre Kosten herzustellen.

Die auf 3300 Mk. veranschlagten Kosten der Her­stellung erhöhter Bürgersteige in der Plockstraße werden bewilligt. Die Bürgersteige sollen vorerst nur mit Bordsteinen eingefaßt und bettest werden, da vor vollständiger Bebauung der Straße Asphaltbelag zu viel der Beschädig­ung ausgesetzt ist.

Für die Herstellung des Feldweges am Johannes­berg in der Lichtenau werden 300 Mk. bewilligt.

Infolge des in vorvoriger Sitzung gefaßten Beschlusses, zur Unterbringung der durch Teilung mehrerer Klassen der Volksschulen geschaffenen neuen Klassen drei Baracken zu errichten, hat das Stadtbauamt Voranschlag im Betrage von 18 500 Mk. vorgelegt. Zwei Baracken sollen im Garten der Mädchenschule an der Westanlage, eine in Garten der Knabenschule, woselbst bereits im vorigen Jahre eine errichtet wurde, aufgestellt werden. Die in der vorvorigen Sitzung angeregte Frage, ob sich anstelle der Baracken nicht Mieträume finden würden, hat nach Mitteilung des Herrn Oberbürgermeisters nicht in günstigem Sinne gelöst | werden können. Die in derselben Sitzung geäußerten Be- I fürchtungen, daß der Aufenthalt in den Baracken für die Schulkinder gesundheilschädlich werden könne, sind durch ein Gutachten des Herrn Medizinalrat Dr. Haberkorn für un- I begründet erklärt worden; das Gutachten bezeichnet die

Baracken auf Grund eingehender Untersuchungen und Temperaturmesiungen vom hygienischen Standpunkt als ein« wandsfrei. Der Voranschlag wird genehmigt, desgleichen die Anschaffung der inneren Einrichtung für eine Baracke im Betrage von 1165 Mk.

seiner Armee von 50 000 Mann konzentrieren. Nach in Brüssel eingetroffenen Nachrichten zufolge rücken die Ge­nerale Roberts und Kitchener in Eilmärschen auf Bloemfontein, wo sie zu Beginn der nächsten Woche eintreffen dürften.

beantragen.

Synodaler Lucius als Berichterstatter^deS AuSschuffeS legt dessen Stellungnahme zu den einzelnen Ausgabe- und Einnahmeposten dar. Er verweist auf die Unsicherheit und Unklarheit der Verhältniffe, und findet, daß die Art, wie die Staatsregierung die Frage des Zuschusses seither be­handelt habe, etwas ungemein peinliches und niederdrückendes in sich trage, und wenig Freudigkeit zur kommenden Arbeit verleihe. Das Provisorische zeige sich auch in der That- fache, daß man zweifelhaft sein könne, ob man sich darauf beschränken solle, lediglich den Voranschlag für 1900/01 oder den für 1901/05 zu beraten. Der Finanzausschuß habe sich im Einvernehmen mit dem Oberkonsistorium für die Empfehlung des letzteren entschloffen, mit dem aus­drücklichen Vorbehalt, daß binnen Jahresfrist der gesamte Voranschlag revidiert und eintretenden Falles den neuen Verhältniffen entsprechend geändert werde. Der Finanz­ausschuß habe dabei die sichere Erwartung ausgesprochen, daß das hiermit geschaffene Provisorium mit dem 1. April 1901 sein Ende erreiche, und insbesondere mit Wirkung von diesem Termine die Gehaltsgesetze in ihrem vollen Um* fange in Kraft gesetzt, und die zu deren Durchführung er­forderlichen Mittel durch Einstellung eines entsprechenden Betrages an Kirchensteuern beschafft werden, falls eine anderweite Deckung nicht möglich sein sollte.

Synodaler Gold mann Exz. spricht sein tiefstes Be­dauern darüber aus, daß das Großh. Ministerium ein weiteres Entgegenkommen nicht gezeigt habe. Er könne sich nicht denken, daß die Finanzlage die Ausbringung weiterer 70000 Mk. nicht ermögliche und hoffe, daß das Ober- kousistorium von dem übel unterrichteten an das besser zu unterrichtende Ministerium sich wenden, und die dringend« Bitte aussprechen möge, den höheren Zuschuß von 1901 ab zu gewähren. (Lebhafter Beifall.)

Die Synode tritt in die Beratung der poa 1 bei Einnahmen, Beitrag des Staats zu den Bedürfnissen bei evangelischen Kirche, ein.

Synodaler B r a n d - Mainz bespricht die endlicherfolgt« Vorlage Großh. Ministeriums an die Stände bezügl. der Erhöhung der StaatSzuschüffe an die Kirchen (70000 M für evangelische, 35000 Mk. für katholische Kirchen, 6000 M für die allkatholische Gemeinde Offenbach). In der Moti vierung betone die Regiernng, sie halte an dem Grundsah fest, daß die Kirchen ihre Mittel selbst aufzubringen hätten Die Motivierung sei dürftig und kalt, diesem Gefuhl- I müsse er Ausdruck geben und die Hoffnung auSschließer I daß die Worte der Exz. Goldmann auf fruchtbaren Bode: I fallen möchten. , _ , ,

Synodaler Walter- Engelstadt: Alles drehe sich schließ I lich um den Zuschuß deS Staates. Eins sei sicher, da! I Landtag und Regierung vor dem sozialdemokratischen Gruno I satz:Staat und Kirche gehen einander nichts an", D|! I Waffen streckten. In der Synode sei der Ort gegebei I öffentlich festzulegen, was der Staat der Kirche schult": I sei. Der Staat könne Gesetze geben auf allen Gebieten I er könne ihre Durchführung erzwingen, aber Gesinnunger Stimmung machen könne er nicht; dazu bedürfe er anberc I Faktoren, hier setze besonders Religion und Kirche eir | die schaffe den Geist, sie leiste Arbeit, und der Staat mu|-

Sechste ordentliche evangelische Landessynode.

Darmstadt, 1. März 1900.

Die Synode trat heute, Donnerstag den 1. März zu mehrtägiger Beratung zusammen.

Eröffnung der Sitzung vormittags 9>/z Uhr.

Vor Eintritt in die Tagesordnung gedenkt der Präsi­dent Geh. Juftizrat Dr. Weber des Jubiläums, baß dem Prälat D. Habicht am vergangenen Montag anläß­lich seines vor 25 Jahren erfolgten Eintritts in die oberste Kirchenbehörde zu feiern beschieden war. Er hob hervor, wie der Jubilar eine seltene Pflichttreue in seinen ver­schiedenen Stellungen als Oberkonsistorialrat, Superintendent von Oberhessen und als Prälat jederzeit offenbart, wie er als treuer Berater und Helfer eines jeden, der ein Anliegen hatte, als einer der besten unserer Kirche allezeit bekannt war, und sprach die Hoffnung aus, daß er noch recht lange mit alter Frische und Gewissenhaftigkeit seines Amtes walten möge, wie man es bisher an ihm gewohnt gewesen sei. Die Glückwünsche der Synode hatte Redner bereits am Jubeltage persönlich überbracht. Zu Ehren des Gefeierten erheben sich die Synodalmitglieder von ihren Sitzen. Herr Prälat D. Habicht dankt herzlich mit bewegten Worten.

Nach Verpflichtung zweier stellvertretenden Synodal­mitglieder und Verlesung der Einläufe kommt die Vorlage Großh. Oberkonsistoriums betr. die allgemeine geist­liche Witwenkasse, zur Beratung. Es wird die Ge- nehmiqung der Landeßsynode nachgesucht, daß daß genannte Gesetz am 1. April 1900 in Kraft trete. Entsprechend dem Antrag deß Ausschusses wird die Genehmigung erteilt.

Auf der Tagesordnung steht ferner die Vorlage Großh. Oberkonsistoriums, den Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben des evangelischen Centralkirchen­fonds für die Jahre 1900 bis 1905 betreffend.

Oberkonsistorial-Präsident Buchner verliest ein tag« vorher eingegangeneß Schreiben Großh. Ministeriums des Innern, wonach, infolange nicht eine wesentliche Aenbe- rung in der Finanzlage des Großherzogtums eintrete, die Regierung auch in den auf baß Rechnungsjahr 1900/01 folgenden Jahren nicht in der Lage sein werde, eine Er- i Höhung biß gegenwärtigen Staalszuschusses von 240,000 Mk. in höherem Betrage als 70,000 Mk. bei den Ständen zu

Tische zu sitzen."

Der Kampf dauert fort.

Nichts wäre verkehrter, als jetzt annehmen zu wollen, I die Buren würden durch diesen einen Mißerfolg ihren Widerstand aufgeben. Brüsseler Meldungen bestätigen auch, I daß man alles daran setzen werde, Bloemfontein gegen I den englischen Angriff zu schützen. Die zähe Widerstands- I kraft der Buren wird sich jetzt auf ihrem eigenen Gebiet I zeigen können.

Schon einmal hat ein Volk unter ähnlich schwierigen I Verhältnissen seine Freiheit gegen England errungen. I Als die dreizehn Neu-Englandstaaten im Jahre 1775 ihren I Unabhängigkeitskamps gegen Großbritannien begannen, I hatten sie nicht einmal ein .Heer zur Verfügung. Aus den I dürftigen Milizaufgeboten mußte Washington im Laufe des Feldzuges sich erst Soldaten heranbilden. Infolge- I dessen folgte zu Beginn des Krieges Niederlage auf Nieder- I läge. Die Milizen schlugen sich zwar ganz brav, zeigten I sich aber höheren Anforderungen nicht gewachsen. New- I York mußte aufgegeben, Boston geräumt werden, und die I Schwere der Ausgabe für Washinton wuchs mit der Dauer I des Feldzuges, denn nicht allein mit dem Feinde hatte I der amerikanische General zu kämpfen. In seinem eigenen I Heere griff Mißstimmung und Hoffnungslosigkeit Platz, I und die Milizen weigerten sich, auch nur einen Tag über I die gesetzte Frist für ihre eigene Sache, für ihre Freiheit, I im Felde zu stehen. Trotzdem gelang es Washington, am I 17. Oktober 1777 bei Saratoga das ganze 8000 Mann I starke englische Heer gefangen zu nehmen, womit der Krieg I entschieden war. I

Der Unabhängigkeitskampf der Amerikaner hat manche I Aehnlichkeit mit dem Freiheitskampf der Buren. Auch I hier ein ungeschultes Heer, welches keinen Offensivangriff I wagt, einem übermächtigen Heere von Berufssöldnern I gegenüber. Und jetzt, wo sich der Krieg in ihr eigenes I Land hinüberspielt, wo den Buren also eine umfassende I Terrainkenntnis zu Hilfe kommt, ist die Hoffnung be- I rechtigt, daß es ihnen gelingen wird, noch längere Zeit | einen erfolgreichen Widerstand zu leisten. Ob dieser freilich I gegenüber der Kriegskunst Roberts und Kitcheners und I der Uebermacht der Engländer wieder eine Wendung des I Kriegsglückes zu Gunsten der Buren nach sich ziehen wird, I das vermag niemand mit einiger Zuversicht vorauszusagen. I Die Buren sind allem Anscheine nach nicht im stände, große, I energische Offensivstöße auszuführen und so dürfte es im I weiteren Verlaufe wohl nur zu zahlreichen kleineren Kämpfen kommen, wenn es nicht gelingt, die Buren, wie f. Z. die Nordamerikaner, im Laufe des Kampfes zu wirk­lichen Angriffs-Soldaten zu machen.

*

London, 1. März. General Buller telegraphiert, daß der General Dundonald gestern abend in Ladysmith 1 eingerückt ist (Bereits durch Anschlag an unserer Ex­pedition mitgeteilt. Red.)

London, 1. März. Daß Telegramm, mit welchem Buller heute früh die Entsetzung Ladysmiths mit­teilte, lautet: Dundonalt rückte gestern abend mit den Natal- schützen und gemischten Regimentern in Ladysmith ein. Daß Land zwischen mir und Ladysmith war, wie mir heute ge­meldet wurde, frei vom Feinde. Ich rücke nach Nelthorpe vor.

London, 1. März. Die Preß-Association berichtet, daß die Verluste der Engländer während der letzten 13 Tage 2319 Mann, die Gesamtverluste bis zum heutigen Tage 12 825 Mann betragen.

Berlin, 1. März. Nach einer Meldung deßBerliner Tgbl." auß Brüssel beschleunigen die Buren die Räu­mung deß englischen Gebietes. General Joubert wird die Umgegend von Wynburg im Orsnje-Freistaal als Verteidigungspunkt wählen und daselbst zunächst daß Groß

gleichen wird.

Die Rechnung deß Realgymnasiums und der Realschule für 1898/99 gleicht sich auß in Einnahme und I Ausgabe mit 106 966 Mk. Der aus die Stadt entfallende I Anteil zu den Besoldungen beziffert sich auf 26 494 Mk., I die ganz von der Stadt zu tragenden sachlichen Ausgaben I auf 6312 Mk. Die Ausgleichssumme im Voranschlag der­selben Lehranstalten für 1900/1901 beträgt 111,495 Mk., der Beitrag der Stadt zu den Besoldungen 29 003 Mk., die sachlichen Ausgaben 7408 Mk.

Einem Ersuchen Großh. Oberrechnungskammer ent­sprechend wird Beschluß über den den Voranschlag über­schreitenden Aufwand bei Herstellung der Decke des Stadt- verordneten-Sitzungssaales nachträglich gefaßt.

Herr Buchdruckereibesitzer Kindt beabsichtigt einen Teil des Obergeschosses seines an der Johannesstraße zu errichtenden Neubaues in Holzfachwerk auszuführen. Die Versammlung stimmt dem Anträge auf Dispenserteilung zu.

Ebenso befürwortet wird daß Dispensgesuch der Burschen­schaft Alemannia, deren an der Ecke des Schiffenberger- tvegß und der nach dem Ludwigsplatz führenden Straße zu errichtendes Verbindungshaus teilweise Holzkonstruktion erhalten soll.

Dem Gesuch des Herrn Johann Georg Pfaff um Erlaubnis zur Errichtung einer, dem Betrieb eines Dampf- | sägewerks dienenden Bretterhalle am Schiffenbergerweg soll unter Verzicht auf die in § 5 des Ortsbaustatuts enthaltenen Bestimmungen stattgegeben werden.

Zur Benennung der vom Ludwigsplatz nach dem Schiffenbergerweg anzulegenden Straße, sowie der im Bau befindlichen Straße vom Brandplatz nach der Ostanlage wurden der Versammlung mehrere Vorschläge unterbreitet. Bezüglich der erstbezeichneten Straße wollen die hiesigen Gabelsberger Stenographen unter Hinweis darauf, daß bereits in über 40 StädtenGabelsbergerstraßen" bestehen, die gleiche Benennung einer Gießener Straße; die Burschenschaft Alemannia tritt für die Benennung Alemannenstraße" ein, weil ihr Verbindungshaus an diese Straße zu stehen kommt, auch ein von der früheren Kneipe nach dem Schiffenbergerweg führendes Gäßchen als Alemannengäßchen" bezeichnet wurde; die in diesem Jahre i stattfindende 500jährige Erinnerungsfeier an den Erfinder der Buchdruckerkunst hat eine Anzahl Buchdrucker veranlaßt, die BezeichnungGutenbergstraße" vorzuschlagen. Für die Straße Ostanlage Brandplatz ist mit Rücksicht auf die altertümlichen Bauten am Brandplatz die Bezeichnung Landgrafen st raße" in Vorschlag gebracht worden. Die Versammlung beschloß, die Beschlußfassung auszusetzen.

Dem Gesuch von Bewohnern der oberen Frank­furter Straße wegen Anlage eines Rohrkanals kann mit Rücksicht auf die bevorstehende allgemeine Kanalisation der Stadt nicht entsprochen werden; es soll dagegen den I Gesuchstellern gestattet werden, einen provisorischen Kanal

Sitzung der Stadtverordneten am 1. März 1900.

Anwesend Herr Oberbürgermeister Gnauth, die Herren Beigeordneten Georgi und Wolff, von feiten der Stadt­verordneten die Herren Brück, Emmelins, Euler, Faber, Flett, Dr. Gaffky, vr. Gutfleisch, Hanau, Haubach, Helfrich, Huhn, Jughardt, Keller, Kirch, Krumm, Leib, Köber, Orbig, Dr ©Ja er, Scheel, Schiele und Wallenfels. Entschuldigt die Herren: Beigeordneter Grüneberg, Stadtverordneten Dr. Fuhr, Grünewald, Heichelheim, Heyligen- staedt, Petri und Schmall.

Die abgeschlossene Rechnung der Stadt Gießen für 1898/99 wird, wie üblich der Finanzkommission unter Vorsitz des Herrn Scheel überwiesen. Herr Oberbürgermeister Gnauth bezeichnet in seinem Referate den Rechnungsabschluß, der in diesen Tagen im Druck erscheinen wird, als recht günstig. Die Betriebsrechnung schließt ab mit einem Über­schuß von 164 200 Mk. gegen 138 398 Mk. im Vorjahre. Betreffs des ebenfalls in kurzem fertig gestellten Voran­schlags für 1900/1901 ist trotz einiger den Ausgleich nicht besonders begünstigender Ausgabeposten Aussicht vorhanden, daß sich der Voranschlag ohne Steuererhöhung aus-

nach teuer erkauftem Siege über das eine Detachement I "0^Wi^d//Kamps am Modderriver auch ausfallen möge, ob es den Engländern gelingt oder nicht Aelin^, Bloem­fontein in Bälde zu erreichen, einen großen Drenst hat Cronje seinem Volke jetzt schon erwiesen. Heldentaten werden aus den Büchern der Geschichte nicht^weggewstcht- Sie bleiben als ewiger Besitz dem Volke, desten Sohne sie verübten. Kein Sieg hat den Hellenen mehr Ruhm gebracht als der Heldentod der spartanischen Jünglinge. Um den Ruhm ist es nun freilich den Hollandern in Afrika nicht zu thun; aber dieser Ruhm hat auch seine Wirkung für die Gegenwart. Es ist ein merkwürdiger Umschwung in der Haltung der englischen Presse seit einigen Tagen zu verzeichnen. Vor kurzem war der Bure noch der ver­ächtliche, treulose Feind, dem man nickst Böses genug nach­sagen konnte. Heute sprechen die Militärkritiker und Korre­spondenten schon von den Helden, denen man seine Be­wunderung nicht versagen könne. Aus dem Lager des Marschalls Roberts telegraphiert einer von ihnen:Ich kann mir nicht helfen, aber in die Knie möcht' ich sinken vor solcher Menschengröße." Als die Offensive des Mar­schalls Roberts gemeldet wurde, da tauchten in den eng­lischen Blättern schon Vorschläge auf über die Bedingungen, denen sich die Buren würden unterwerfen müssen. Die Times" sprachen von dem Diktatur-Paragraph, der analog wie in den deutschen Reichslanden, in den Republiken anzuwenden sei. Nun ist es schon wieder still geworden von diesen Vorschlägen. Mag die neuerwachte Sorge über den Ausgang des Kampfes dabei ihre Rotte spielen, gewiß ist, daß auch die Bewunderung für die holländischen Vaterlandsverteidiger solch grausame Erörterungen nicht zeitgemäß erscheinen läßt. Von heute auf morgen ist ein totaler Umschlag der Stimmung in England nicht zu er­warten. Dazu sind auch die Engländer zu hartnäckig in ihren Urteilen, die zu bilden und zu verbilden jahrelang gearbeitet worden ist. Aber Kriegstage zählen doppelt, und nun zieht sich der Kampf schon in den.fünften Monat hinein, ohne daß von den Buren anderes zu erfahren gewesen wäre, als daß sie tapfer und opfermutig sind, wie es kein Mensch geahnt hätte. Herzen von Stein müßten die Engländer haben, sollte das Heldentum eines so kleinen Volkes auf die Dauer seine Wirkung verfehlen. Heute schon wird gemeldet, daß ein Bankett, an dem Chamberlain tettnehmen sollte,'abgesagt werden mußte, weil zu viele Leute dagegen protestierten, mit diesem Manne an einem