Ausgabe 
1.11.1900 Zweites Blatt
 
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Wanzleben, 30. Oktober. Bei der Reichstags-- stich wähl im 6. Wahlkreise am 26. Oktober wurde Paul Schmidt (natl.) mit 8875 von 15395 gütigen Stimmen gewählt. Gerlach (Soz.) erhielt 6520 Stimmen.

München, 30. Oktober. Der Magistrat hat es abgelehnt, Kohlen zum Weiterverkauf an die Ein­wohner zu beziehen. Er will aber Genossenschafts­bildungen unterstützen.

schar. Beide aber haben sich nicht so fortentwickelt, im Gegensatz zu Modersohn und Vogeler tote man's anfangs annehmen zu dürfen glaubte. Doch in der uns vorliegenden Radierung am Endes waltet eine mäch­tige Naturstimmung. Diese rotgrauen Wolken, dieser vom Abendwinde bewegte Laubwald, der sich im stillwelligen Kanal spiegelt! Wie wirkungsvoll der Gegensatz zwischen dem verschiedenartigen Laubholze nebeneinander und dann zwischen dem Walde und dem durch das Wasser von ihm getrennten Moore! Je mehr man sich in das Bild vertieft, desto mehr erschöpft man die Innigkeit der künstlerischen Empfindung, die das Bild erzeugt hat und fortgesetzt durchdringt. P- W.

Berlin, 30. Oktober. Der Ausschuß des Goethe- b u n d e s trat am Sonntag mit dem Vorstand zu einer Sitzung zusammen, der auch der Ehrenpräsident Prosestor Theodor Mommsen beiwohnte. Namens dev Vor­standes erstattete Hermann Sudermann Bericht über dessen bisherige Thätigkeit, welche die Zustimmung des Aus­schusses fand. Weiter wurde mitgeteilt, daß die Vorstande und Delegierten der verschiedenen Vereinigungen de. Goethebundes in Deutschland am 10. November in Weimar zusammentreten werden. Auf die Tagesord­nung in Weimar soll namentlich die Frage der Thea ter» censur und die der Organisation bey Bundes ^ ^Der^A u ßenseite r", das Bühnenwerk von R. Jaffe, dessen Aufführung von der Berliner Theaterzensur ver­boten worden war, ist vom.preußischen Oberüertoattung^ 9CUC!j(n^29* Cf tober ist der berühmte Sprachforscher Max Müller in Oxford gestorben.

Kunst und Wissenschaft.

Vom Gießener Kunstverein wurde unlängst an die Mitglieder als Freigabe Hans a m E n o e £> schone OriginalradierungAbend am Moorkanal verteilt. Es ist ein eindruckmächtiges Kunstblatt, wenn man es aus der gehörigen Entfernung ohne Vorurteil mit Hin­gebung betrachtet. In Kunstdingen hüte man sich stets vor einem vorschnellen Urteil! Wer an die Eigenart der Worpsweder Künstlergruppe gewöhnt ist, den wird sie nicht frappieren, der verfolgt vielmehr mit lebhafter An­teilnahme ihr stetes, wenn auch in der letzten Zeit im ganzen etwas gemächliches Fortschreiten. Man hat hier und da die augenscheinlich nicht ganz unberechtigte Besorgnis, daß einzelne der friesischen'Einsiedler in ihrer Manier stecken bleiben. H. am (Shibe galt früher mit Mackensen ziem­lich allgemein als Führer der kleinen Worpsweder Künftler-

Rigveda-Ausgabe, 1876 der letzte der sechs Bände. An dieses Monumentalwerk schlossen sich eine Reihe anderer Veröffentlichungen größerer Art, die damit im Zusammen­hang stehen; 1889 bis 1892 erschien eine neue Ausgabe des Rigveda in vier Bänden auf Kosten des Maharadscha von Widschanagram; eine Ausgabe ohne Kommentar und der erste Band einer Übersetzung, der den Äwlcinfer der ÄammlmigSacred books of the East" darstellt.

tz^den für Müller den Unterbau ru Forschungen auf verschiedenen Gebieten ab. Der Ertrag biejer Arbeiten ift so groß, daß man bei ihrer Abschätzung versucht ist, zu fragen, ob ihr Wert nicht dem gleichkommt, Müllers als Sanskritisten ausmacht.

Jiuücry anderen Arbeiten beziehen sich auf den Ursprung der Sprache, die Klassifikation der Sprachen, der Sprache, die Beziehungen der einzelnen Sprachstamme zu einander u. a. m. In den letzten beiden Jahrzehnten stehen bei Müller religionsphilosophische Stu­dien ganz un Vordergründe, bei denen er von der Reli­gionsvorstellung der Inder ausging. Allmählich aber drang er zu immer allgemeineren Darstellungen der That- _strchen vor, die bei der Bildung der Religionen wirksam gewesen sind. Durch diese Studien (niedergelegt sind sie in den Werken:Lectures on the origin and growth of rcligion",Natural Religion",Anthropological Religion" Theosophy") hat Müller einen tiefgehenden Einfluß auf die Erörterungen der religionsphilosophischen Grund­fragen ausgeübt. Während der Arbeit an der Rigveda- Ausgabe war Müller in England heimisch geworden. 1850 war er betraut worden, Vorlesunyen in Oxford zu halten 1854 erhielt er dort eine ordentliche Professur der neuen Sprachen und 1868 die Professur für vergleichende Philo­logie. Wohl mürbe versucht, Müller für seine Heimat wieder zu gewinnen: er zog es vor, in England zu bleiben Jedoch versagte er sich nickst seinen deutschen Landsleuten

Ausland.

Loudon, 30. Oktober. Nach amtlicher Meldung ist Prinz Christian Viktor zu Schleswig-Holstein i» Pretoria am Unterleibstyphus gestorben.

Prinz Christian Viktor zu Schleswig-Holstein war ein Groß­sohn der Königin von England. Er war der älteste Sohn des Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein-Sonderburg- Augustenburg, eines Onkels der deutschen Kaiserin, und der Prinzessin Helena von Großbritannien, ältesten Tochter der Königin Viktoria. Prinz Christian Viktor war geboren am 14. Augvst 1867 zu Windsor und ging bei Ausbruch deS Krieges mit TranSvaal «18 Hauptmann mit dem Charakter als Major im Kings Royal Rifle- Korps nach Südafrika. Der verstorbene Prinz war nicht verheiratet.

London, 30. Oktober. Bei der Wahl eines Unter- hausmitgliedes für die Orkney- und Shetlands- Inseln wurde der Uniouist Wason mit 2057 Stimme« gewählt. Der liberale Gegenkandidat Syell, der die Inseln bisher vertrat, erhielt 2017 Stimmen. Die Parlaments­wahlen sind damit beendet,

Paris, 30. Oktober. Der gestrige Ministerrat be­schäftigte sich auch mit der Parlaments-Situation. Waldeck- Rousseau dürfte jedoch die unmittelbare Diskussion zweier Anfragen verlangen, nämlich über den Marseiller Streik und über die Disz iplina'rmaßregeln des Kriegsministers, weil die Gegner des Kabinetts darauf bereits eine besondereKampagne aufbauen.Der Ministerrat setzte den Schluß der Ausstellung auf den 12. No­vember abends fest. DaS Amtsblatt bringt neue Ver­schiebungen hoher Armeestellen.

Madrid, 30. Oktober. Kapitän Arellano hat end- giltig das Marineportefeuille abgelehnt. RamoS Izquierdo ist Marineminister geworden; er beorderte den Kreuzer Carlos V." nach Barcelona.

In Katalonien sind weitere Karlistenschaaren aufgetaucht. Truppen verfolgen sie. Gestern gab es 6 Tote und 15 Verwundete. Ueberall werden große Vorkehrungen getroffen. Gerüchtweise verlautet, es werde der Belagerungs­zustand über das ganze Land verhängt. Zahlreiche Ver­haftungen Verdächtiger sind vorgenommen worden. In Bar­celona wurden die karlistischen Klubs geschloffen. Man glaubt, der Beginn deS Krieges sei verfrüht, der große Coup sollte erst in Monatsfrist erfolgen.

Barcelona, 30. Oktober. Drei Priester wurden ver­haftet, bei denen wichtige, auf die karlistische Sewegung sich beziehende Schriftstücke beschlagnahmt wurden. wtne 30 Mann starke, mit Gewehren bewaffnete K ar list en - schaar ist bei Berga aufgetreten. Bei einer Haussuchung, i die die Polizei auf einer Besitzung vornahm, würben em | Mönch, eine Dame und ihre Söhne verhaftet. Dem Ver­nehmen nach wurden auch noch andere Verhaftungen vor- genommen.

Lissabon, 30. Oktober. Der FinanzmtNtster wird außer verschiedenen andern finanziellen Maßregeln auch die Gründung einer Staatsbank Vorschlägen.

Wien, 30. Oktober. Der deutsche Botschafter Fürst I Eulenburg begibt sich am Mittwoch nach Liebenberg (Brandenburg), wo Kaiser Wilhelm als Gast zur Jagd erwartet wird. ,

Auf dem Jndustriellentag e hrelt Minister­präsident Körber eine programmatische Rede, oie I große Beachtung findet. Körber wics zunächst auf d n langen, unfreiwilligen Stillstand im ^^^Uchen Gelnete I infolge der innerpolitischen Wirren hm. Die Regierung will einen emsig abeitenben, rüstig Ver-

I sassunassiaat Alle Parteien, die das gleiche wollen, sind usam5n unsere Partei Di- Obstruktion »erlang.- Re­medur gegen die Aufhebung der Sprachenverordnungen I ^hne Mitwirkung des Parlament«. Di- R-gt-rung glaub.

Deutsches Reich.

Berlin, 30. Oktober. Das Kaiserpaar besuchte heute vormittag in der englischen Botschaft den Prinzen I C h r i st i an v o n Schlesw i g - H o l st e in, dessen ältester I Sohn in Pretoria am Typhus gestorben rst I (s. Ausland), vor seiner Abreise nach England. Spater I hörte der Kaiser im hiesigen Schlosse den Vortrag des I Vertreters des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs I des Admiralstabes und empfing um 11 Uhr den Rektor I der Universität Berlin, Professor Harnack. Um 1 Uhr I 15 Min. fand im Neuem Palais bei Potsdam zu Ehren I der hier weilenden türkischen Spezialkommission eine Früh- I stückstafel beim Kaiserpaar statt.

DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser hatte I vormittags in der englischen Botschaft eine Besprechung mit dem Botschafter Lascestles.

Die Ernennung des bisherigen Vortragenden Rats I im Auswärtigen Amt, v. Mühlberg, zum Unterstaats- I sekretär daselbst wird heute imReichsanz." amtlich be­kannt gegeben, desgleichen die Ernennung des bisherigen I Legationssekretärs bei der preußischen Gesandtschaft am I päpstlichen Stuhle, Legationsrats v. Below-Rutzau, I zum deutschen Generalkonsul in Sofia. I

DieNordd. Allg. Ztg." kaust feststellen, daß die Gerüchte über eine angeblich beabsichtigte Reise d e s I deutschen Kronprinzen nach dem Orient völlig I unbegründet sind. Auch die Angabe, daß wegen eines I Besuches eine Anfrage aus Konstantinopel hierher ge- I richtet sei, ist unzutreffend.

ImReichDanz." macht der Kolonialdirektor des I Auswärtigen Amts, Dr. iStübel, im Auftrage des Reichs- I kanzlers bekannt, daß der Kolonial rat am 8. dio- I üember, nachmittags 2 Uhr, im NeichStagsgebäude zur I Beratung Zusammentritt.

Im Handelsministerium findet morgen eine Kon- I fereuz von Bergbeamten und Bergwerks - I besitzern statt, in der über die Abänderung einzelner I Bestimmungen des allgemeinen Berggesetzes beraten wer- I den soll. Die Teilnehmer, sowie einige Abgeordnete sind I für den Abend vom Handelsminister eingeladen.

Dem B u n d e s r a t ist ein Gesetzentwurf zu­gegangen über die Verlegung der deutsch - öster - I reich i sch en Grenze längs des Przemsa-Flusses. Die Vorlage steht auf der Tagesordnung der morgigen Plenar­sitzung des Bundesrats, die sich außerdem mit Rechnungs­und Verwaltungssachen, Petitionen und der Ernennung von Kommissionen für die Beratungen im Reichstage zu beschäftigen haben wird.

Der Magistrat beschloß die Stiftung von einer Million Mark zur Linderung der Wohnungsnot I als König Friedrich-Stiftung zum Andenken an oie auf den 18. Januar 1900 fallende Zweihundertjahrfeier der Gründung des Königsreichs Preußen. Der Zweck ist, mittel­losen und obdachlos gewordenen Berliner Familien billige und gesurrde Wohnungen zu verschaffen. Die bezügliche Vorlage geht den Stadtverordneten ungesäumt zu.

Der Generalsekretär des Zentralverbandes Deutscher Industrieller, B u e ck, erläßt in derKölnischen Zeitung" folgende Erklärung:

Ich erkläre hiermit ausdrücklich, daß die Ange­legenheit, auf welche sich die bekannten Angriffe der Leipziger Volkszeitung" beziehen, sich im August 1899 zugetragen hat, und daß alle anderen mit dieser Sache in Verbindung gebrachten Behauptungen, insbesondere in Bezug auf einen angeblich ähnlichen Vorgang aus dem Jahre 1898 unwahr sind.

Die Gerüchte, Deutschland beabsichtige den Er­werb überseeischerKohlenstativnen, wollen nicht verstummen und werden geflissentlich von London und New-York weiterverbreitet. Sv veröffentlicht jetzt wieder derNew-York .Herald" eine Sonderdrahtung aus Port of Spain (Trinidad), die meldet, gerüchtweise verlaute, Venezuela erwäge, an Deutschland dieMargarita- Insel als Kvhlenstativn auf 99 Jahre zu verpachten.

Bei der Reichstagsersatzwahl im 6. Ber­liner Wahlkreise erhielten L e d e b v u r (Sozialdem.) 52 896, Ulrich (kons.) 10490, Weigelt (Zentr.) 1116 Stimmen.

Brandenburg, 30. Oktober. Bei der Reichs­tagsstichwahl im 8. Wahlkreise am 26. Oktober erhielt Peus-Dessau (Soz.) 10 991 von 21336 gütigen Stimmen. Er ist gewählt. Generaldirektor v. Löbell-Charlotten- burg (kons.) erhielt 10345 Stimmen.

1871, als es galt, für die neue deutsche Universität Straß­burg wenigstens zeitweilig seine Lehrkraft zu haben.

Müller litt seit langer Zeit an einem Leberubel das seit den letzten Monaten feinen Zustand hoffnungslos machte; seine kräftige Konstitution gestattete ihm icdoch noch bis vor vier Wochen Spaziergange im dreien $u machen Als beunruhigende Zeichen antraten, traf fein Sohn von Washington, wo er einen Posten bei der briti­schen Botschaft bekleidet, in Oxford em Auf sein Erfuchni sand eine Konsultation zwischen dem Hausärzte des^ Ver­storbenen Dr. Symonds und dem berühmten Spezialisten Brunton statt. Es wurde gefunden, daß eine Wieder­genesung unmöglich fei. Trotz der schweren

Müller dis vor zehn Tagen im stände, ferne. htterari gen Arbeiten fortzusetzen, ©einem Sohne diktierte er feine Selbstbiographie in die Feder.

anscheinend die Stadt einzuschließen. Ta keine Polizei- mannschasten zur Verfügung stehen, sind die von der Ver­bindungslinie entfernter wohnenden Farmer schutzlos. Vier stark verschanzte Burenlager sind 20 Meilen öst­lich von hier auf dem Markani-Rand errichtet. Tas Fort­schaffen von Vorräten aus der Stadt ist verboten, ebenfo i|t es den Bürgern nicht gestattet, sich nach 9 Uhr abendv aus der Straße aufzuhalten. Infolge der ungewöhnlich troae- nen Witterung ist das Getreide in einem traurigen Zu­stande. Die Bahnlinie ist noch nicht zerstört.

Aus Bloemfontein wird vom 26. telegraphiert. Alle über 14 Jahre alten in einem Umkreise von 10 Meilen von Bloemfontein wohnhaften Buren werden nach der Stadt gebracht, um sie äu verhindern, sich den noch kämpfenden Kommandos anzuschließen.

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Bei dem in L o n d o n zu Ehren der City-Freiwilligen abgehaltenen Bankett verlas Lord Wolseley eine Bot­schaft der Königin aus Balmoral, worin die Königin sich dem begeisterten Empfang, der den Freiwilligen bereitet wurde, anschließt, denselben ihre stolze Genugthuung über die von ihnen bewiesene Tapferkeit ausspricht und chre Teilnahme für die gefallenen Kameraden ausdrückt. Tie Königin fügt hinzu, sie selbst habe den Schmerz einen teueren, sehr tapferen Enkelsohn verloren zu haben, der gleich so vielen Kameraden der Freiwilligen im Dienste der Kolonien und des Vaterlandes gestorben sei.

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Wie aus Berlin geschrieben wird, ist die Antwort auf die Schadenersatzansprüche der aus Trans­vaal ausgewiesenen Deutschen durch Vermitte­lung des Berliner Polizeipräsidiums jetzt erfolgt. Den Unterzechnern der an das Auswärtige Amt gerichteten Be­schwerde wurde eröffnet, daß ihre Ersatz-Forderungen dem deutschen Gesandten in London überwiesen wor­den sind. Die englische Regierung habe sich bereit erklärt, den Ausgewiesenen ihre direkten VerlusteanHabund Gut zu ersetzen, sei jedoch auf die weitergehenden Forderungen nicht eingegangen. Der Berliner Verein der Transvaalausgewiesenen hat in seiner gestrigen Sitzung zu diesem Bescheide Stellung genommen und beschlossen, sich nochmals an ba% Auswärtige Amt zu wenden und eine detaillierte schriftliche Erklärung über die Ant­wort der englischen Regierung zu erbitten. Man einigte sich ferner dahin, die Ersatzansprüche wegen Frei­heitsberaubung, Gesundheitsschädigung, erlitten durch die rücksichtslose Behandlung seitens der englischen Beamten und Transporteure, sowie wegen Geschäftsstörung aufrecht zu erhalten, zumal die Ausweisungen vor der Annek­tion Transvaals durch England erfolgt sind. In einer Resolution wurde an das deutsche Volk der Appell gerich­tet, Rechtfertigung zu verlangen für die deutschen Reichs­angehörigen in Transvaal angethane Schmach und dafür Sorge zu tragen, daß den Opfern englischer Willkür volle Eütschädigung gewährt werde. Auf eine Anfrage des Vereins über die Gerüchte von einer Reise des Präsi­denten Krüger nach Berlin ist ein Schreiben des Sekretärs der südafrikanischen Gesandtschaft in Brüssel vom 24. d. M. eingegangen. Darin wird im Auftrage des Dr. Leyds mitgeteilt, daß es noch keineswegs fest- steht, ob und wann Präsident Krüger nach der deutschen Reichshauptstadt kommen werde. Sollte dies der Fall sein, so wird der Verein der Transvaal-Ausgewiesenen für einen würdigen Empfang Sorge tragen, ohne jedoch demon­strativ hervorzutreten.

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Telegramme deS Gießener Anzeigers.

L v n b o n, 31. Oktober. Aus LourenzoMarquez wird gemeldet, die englische Regierung hat an Bord des DampfersGironde" bei einer russischen Dame, die sich auf der Reise nach Durban befand, eine Depesche beschlag­nahmt, in der sich Instruktionen für den Buren- General De Wet befanden. Heber die Angelegenheit wird jedoch strengstes Stillschweigen beobachtet.

Brüssel, 31. Oktober. Der Führer der Trans­vaal-Mission, Fischer, ist aus Neapel hierher zurückgekehrk, wo er hie an Bord des DampfersHerzog" befindlichen Transvaaler Staatsbeamten begrüßt hat. Ter DampferHerzog" setzt seine Reise nach Rotterdam fort.