eMs 5
Heins'
I.
®ht,
L
em,
, Q n' ^*^0T61
■ • '
' ■ Scarlatti.
: p O°°k>ui.
' '• Liszt,
' Saraute.
Um ?s r (Rndolph'g Nacht] irw
Ä'A1”«
•nnktUeh.
rdon und Najae.
1 Akt
nm Carallofti, iberg
m. 10«
Kudolph’a Nacht) Sperrsitz Mk. 3.50 älerkarten Mk. 0.40 if (bei weiterem Be- Mk 2.-.
edenen Richtungen.
ler W.
i 81» Uhr
«-M
Mr eicelleuce.
5 80 M, n. Pkt °h 6V W. , . WWW*
10m
Esten Preism- wMW Die Direktion
/ // //
träte*
ir Cafe.
k
>11*' aue dem in Pilsen, von iner Weissbier
niÄ TttÄ- Jahre» vorr^g.
Hof-
M
T« ***
r pMlt. ieÄ, ■«*Äb
Nr. 256 Zweites Blatt. Donnerstag den 1 November 150. Jahrgang 1900
Erscheint täglich mit Ausnahme des
MontagS.
Die Gießener Aarniltenvtätter werden dem Anzeiger im Wechsel mit „Heff. Landwirt" u. „Blätter für heff. Volkskunde" wSchtl. 4 mal beigelegt.
Alle Anzeigen.BermittlungSstellen des In- und Ausländer nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen. Zeilenpreis: lokal 12 Pfg., auswärts 20 Pfg.
Bezugspreis vierteljährl. Mk. 2,20 monatlich 75 Pfg. mit Bringcrlohn; durch die Abholestelln» vierteljährl. Mk. 1,96 monatlich 65 Pfg.
Bei Postbezug Mk. 2,40 vierteljährl. mit Bestellgeld.
Annahme von Anzeigen zu der nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis vorm. 10 Uhr. Abbestellungen spätestens abends vorher.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger
Amts- und Anzeigeblntt fiw den Avers Grefzen
Q
Redaktion, Expedition und Dnickerei:
Zchntstraße Mr. 7.
Adreffe für Depeschen: Anzeiger Kietze«.
Fernsprecher Nr. 51.
Gratisbeilagen: Gießener Famüienblütter, Der hessische Landwirt, Dtütter für hessische Volkskunde.
angeordnet haben sollte, wollen die meisten hier nicht glauben. Thatsache ist, daß der Soldat in diesem Sinne ausgesagt hat, wie er auch ohne jeden Rückhalt erzählte, er habe den beiden Sänften, in denen der deutsche Gesandte und sein Dolmetscher die Straße heruntergekommen, mit seinen Leuten aufgelauert und sofort, als die erschrockenen Träger ihre Last niedergesetzt, von hinten den Gesandten in den Kopf geschossen. Herr Cordes, der Dolmetscher der Gesandtschaft, der nach der Ermordung des Herrn v. Ketteler schwer verwundet entkam, hat heute den Soldaten sofort wiedererkannt und ist auch von ihm gleich bei der ersten Gegenüberstellung als Begleiter des Gesandten bezeichnet worden. Persönlichkeit wie Aussagen des Gefangenen scheinen also zuverlässig zu sein, und es würde sich jetzt zunächst um die Aufklärung der wichtigen Frage handeln, wie weit auch Prinz Tsching mitschuldig ist. In diesen Tagen war dieser hohe Würdenträger, der ja im Kampfe gegen die Boxer gefallen sein sollte, mit großem Gefolge in die Stadt gekommen und machte den Gesandten seinen Besuch Bon den Deutschen wurde er allerdings nicht empfangen. Er hatte überdies keine Vollmacht, Verhandlungen zu führen, verwies vielmehr auf Li-Hung-Tschang, der als Bevollmächtigter der chinesischen Regierung beglaubigt werden sollte. Vielleicht gelingt es, in dem noch 'weiter fortgesetzten Verhör die Stellungnahme des Prinzen Tsching zu ergründen und festzustellen, wie weit er von Tuan gezwungen wurde, gegen die Boxer nur laiu borzugehen oder gar mit ihnen gemeinschaftliche Sach zu machen.
*
Reuters Bureau meldet aus Tientsin unterm 28.: Die Expedition, die am 23. ds. von hier nach Hsiangho und Paoti abging, kehrte heute hierher zurück, ohne zum Kampfe gekommen zu sein. 4000 Boxer waren, wie eine Meldung gelautet hatte, bei Paoti gewesen, hatten sich aber beim Herannahen der Expedition zerstreut. Man befürchtet hier, daß jede Expedition der Verbündeten gegen die Boxer sich als verfehlt erweist, da die Boxer, obwohl sie nach wie vor die eingeborenen Christen verfolgen, sich zerstreuen und ihre Waffen verbergen, sobald sie von der Annäherung fremder Truppen Kenntnis erhalten. General Gaselee meldet aus Paotingfu unter dem 24.: Nach den vom Feldmarschall Grafen Waldersee getroffenen Anordnungen kehren die britischen Truppen nach Peking und Tientsin zurück, wo sie am 6. November eintreffen werden; sie werden mit den deutschen und den italienischen Truppen gemeinsam operieren. Die nach Peking zurückkehrenden Abteilungen marschieren in drei parallelen Linien, um die auf dem Wege befindlichen Boxer abzufangen. General Richardson befehligt die Hauptkolonne, die unter dem Befehle deS Generals Campbell stehenden Truppen kehren ohne besondere Beschleunigung nach Tientsin zurück, und zwar längs des rechten Ufers des Flußlaufes, der von Paotingfu
eine Uebersetzuug des „Hitopadeca" aufs beste empfohleu war. Hier trat eine Wendung in Müllers Leben ein. Als Hörer Burnoufs am College de France faßte Müller dem Plan eine Ausgabe des Rigveda, eines der ältesten Literaturdenkmäler der Inder, zu veranstalten. Es war das em wett ausschauendes Unternehmen. Eine Riaveda-Aus- gabc erforderte vieljährige Arbeit, nicht blos wegen des Umfanges des Textes und des zugleich herauszugebendew Kommentars des Sajana, sondern auch wegen der Fülle , Vegleitarbeit, in den notwendigen Vergleichen, den Ettaten und den unerläßlichen Indices bestehend. Dazu kE «bet noch eine anbcre Sorge. Für ein auf ettoa
Folwbande berechnetes Sanskritwerk sand sich dimer. Itd) em Verleger^ In Deutschland war es mit der Ans- für große Unternehmungen noch schlecht bestellt. Hingegen mußte sich der Blick nach England richten, wo wegen des indischen Kolonialbesitzes ein
Sa?5^itstudien vorhanden war.
^osias v. Bunsen, der Preußische Gesandte in London, über- nahm es, dem deutschen Landsmann die Wege in London hip Os, daß die Ostindische Kompagnie
^IC H^n^abe der Rigveda mit dem ftom- Saiana bestritt Müller setzte sich in London
iPitinPH - sb Bibliotheken, besonders in der
0/tzndischen Kompagnie, fand er reichliches.
Material für seme Rigveda-Ausgabe. Von London aus rm- SrIur xJn ^ch am leichtesten mit Unterstützung der -Ostindlschen Kompagnie, die für die Ausgabe erforderlichen indischem Besitze zur Ergänzung zu erlangen.
^.leje Beziehungen des philologisch geschulten Sanskritisten mit den eingeborenen Gelehrten Indiens hatten eine überau. erfreuliche Undfruchtbare Nebenwirkung. Jene lernten die europäische wissenschaftliche Arbeitsweise kennen. Die Rigveda-Ausgabe nahm Müller länger als ein Vierteljahrhundert lang in Anspruch. 1849 erschien der Anfang der
Der Krieg iu China.
Ergreifung des Mörders des Herrn v. Ketteler.
P e k i n g, 8. September.
Ein merkwürdiger Zufall hat gerade wenige Stunden, ehe Baronin Ketteler, die Witwe des Gesandten, Peking für immer verließ, zu der Entdeckung des Mörders geführt, dessen Spur bisher trotz aller Bemühungen nicht gefunden worden war. Gestern früh ging es auf der deutschen Gesandtschaft, wo seit Ankunft des Generals v. Höpfner und seines Stabes immerwährendes Gehen und Kommen herrscht, besonders lebhaft zu. Die Beerdigung des an Unterleibsentzündung tags zuvor verstorbenen Hauptmannes Freiherrn v. Rheinbaben von der 3. Kompagnie des ersten Seebataillons sollte im Garten der Gesandtschaft stattfinden, und fast gleichzeitig war die Abreise der Baronin Ketteler angesetzt. Der deutsche Konsul rn Tientsin, Dr. Zimmermann, hatte zwei bequem eingerichtete Hausboote den Peiho hinauf bis Tungtschau geschickt, von wo die Reise flußabwärts gehen sollte. Schon stand die Sänfte mit den acht in deutsche Livree gekleideten chinesischen Trägern bereit, als plötzlich Oberst- leutitant Shiba, der Militärattachee der japanischen Gesandtschaft, erschien und den deutschen Geschäftsträger, Herrn v. Below, zu sprechen wünschte. Er hatte mitzuteilen, daß tn der Nacht der japanischen Geheimpolizei — nebenbei bemerkt, emer nützlichen Einrichtung, womit die Japaner allen anderen Fremden vorangegangen sind — ein Revolver, eine goldene und eine silberne Ühr einqeliefert worden wären, die jedenfalls das Eigentum von ermordeten Europäern seien. Von der goldenen Uhr und dem ?°bvolver konnte der Eigentümer nicht festgestellt werden, die silberne Uhr war aber durch die verschlungenen Anfangsbuchstaben mit der Krone sofort auf Herrn v. Ketteler zurückzuführen. Die Uhr war seit dem 20. Juni in ver- schiedenen Händen gewesen; als erster Besitzer und späterer Verkäufer wurde ein Chinese ausfindig gemacht, der ganz friedlich mit Weib und Kind im japanischen Viertel wohnte. Es ist ein älterer Mann mit schon ergrautem Haar, der bei seiner Verhaftung und dem wiederhotten Verhör die größte Gelassenheit zur Schon trug und auch nicht den leisesten Versuche machte, etwas zu leugnen oder zu verschweigen. Er wurde zunächst auf der großen japanischen Polizeistation im Nordosten der Tatarenstadl gefangen gehalten und dann den Deutschen ausgeliefert. Er gab an, zu Prinz Tschings Soldaten zu gehören und an jenem unheilvollen Junimorgen Dienst auf der Wache der Hatamen-Straße gehabt zu haben. DerBefehls eigegebenworden, alle Fr,emden zu töten, die am 20. dieStraße he runter ko mm en würden. Da man auf dem Wege Boni der Gesandtschaftsstraße zum Tsungliyameu die große Straße benutzen muß, die sich vom Hatamenthor nördlich durch die Tatarenstadt zieht, so war diese Weisung ohne Zweifel gegen die Diplomaten gerichtete Daß Prinz Tsching der früher so fremdenfreundliche Vorsitzende des Tsungli- yamens, so unmittelbar den Angriff guf die Diplomaten
Müller zu den ihren zu rechnen: Deutschland, Müllers Geburtsland, und England, seine zweite Heimat. In diesem Doppelverhältnisse liegt ein Teil der allgemeineren Bedeutung Müllers. Dieses Doppelverhältnis befähigte ihn, den Mittler zwischen Deutschland und Großbritannien zu machen, deutsche Geistesarbeit den Briten und britische Geistesarbeit den Deutschen zuzutragen und in den Zeiten politischer Wirrungen die Meinungen hüben und drüben zu klären. Dabei tritt aber immer zu Tage, daß Müller, obwohl mehr als ein halbes Jahrhundert von der Heimat fern, ein echter und rechter Sohu der deutschen Erde geblieben ist.
Friedrich Max Müller wurde am 6. Dezember 1823 zu Dessau geboren, wo seine Familie schon lange angesessen war. Ihre Mitglieder gehörten durchweg dem Handwerkerstande an. Eine Ausnahme machte nur Wilhelm Müller, Max Müllers Vater, der die Gelehrtenlaufbahn einschlug. Von Dessau aus sandte Wilhelm Müller die Griechenlieder in die Welt, die ihm gemeinsam mit seinen reizvollen anderen lyrischen Dichtungen eine dauernde Erinnerung in der Geschichte der deutschen Dichtung sichern. Wilhelm Müller starb 1827. Die Erziehung seiner Kinder (außer Max Müller hinterließ er noch eine Tochter) wurde Sache der Mutter. Sie zog mit den Kindern nach Leipzig, wo Max Müller später seine Universitätsstudien machte. Zuerst klassischer Philologe, wurde Müller von Hermann Brockhaus dem Sanskrit- stndinm zugeführt. Nachdem Müller 1843 in Leipzig das akademische Studium mit der Toktorpromotion äußerlich abgeschlossen hatte, wandte er sich nach! Berlin, um bei Franz Bopp Kollegien über vergleichende Sprachwissenschaft und bei Friedrich Rückert Vorlesungen über persische Sprache und Litteratur zu hören.
Der weitere Studiengang führte Müller nach Paris I Zu Eugen Burnouf, dem er durch seine Erstlingsarbeit, |
Max Müller, der berühmte Oxforder Sprachforscher, ist am Sonntag seinem Leiden erlegen. In Müller ist em Fürst der Wissenschaft dahingegangen, vielerlei ver- C!p fr um ihui diesen Rang zu verschaffen. Da ist SLx ^wattige Arbeitsleistung, die Müller sein eigen EnpiÄe' eine Arbeitsleistung, die Achtung abzwingt, ebensogut wegen ihrer Breite und Fülle, wie wegen ihrer Eindringlichkeit und Tiefe. Damit hängt die Masse der Anregungen zusammen, die von Müller ansging Uu- gemem vielseitig, fand er bei der Arbeit auf seinem iirsprünglichen Gebiete, der Sanskritsorschunq die Fäden auf, di- btefc Win mit anders Ä ferner liegenden Wissenszweigen verknüpfen. Am nächsten lag ihm das Uebergrerfcn auf die allgemeine Sprachwissenschaft. Von dort aus schlug er eine Brücke zur Naturwissenschaft, zu der ihm die naturwissenschaftliche Anschauung über die Entstehung der Sprache das Material bergab. Weiter ausschreitend drang Müller von der indischen Spruchweisheit und Sagenwelt ausgeheiid zu allgemein religionswissenschaftlicheii Untersuchungen. Zu der großen wissenschaftlichen Bedeutung Müllers gesellte sich bei ihm lebhaftes Interesse für die Wirklichkeit und Gegenwart. Die dauernde Beschäftigung mit dem Geistesleben lange dahingegangener Völker that dem nicht Eintrag, daß er auf die Ereignisse des Tages aufs aufmerksamste achtete. Müller war nichts weniger als ein Stubengelehrter. Er zauderte niemals, mit dem Gewicht seines wissenschaftlichen Namens in den Streit der Tagesmeinungen einzugreifen. Und Müllers Name hat weithin einen guten Klang. Er ist wohl bekannt, überall dort, too die wissenschaftliche Forschung eine Heimstätte hat. i Zwei Staaten nehmen für sich die Ehre in Anspruch, j
nach Tientsin führt; auch diese Truppen fahnden auf Boxer. Eine Erkundungs - Abteilung bengalischer Lancer- traf am 22. Oktober 30 Meilen von Paotingfu auf Boxer und tötete etwa 20 derselben. Der Gesundheitszustand der Truppen ist gut.
Aus Hongkong wird vom 30. gemeldet: In Kanton ereignete sich am Sonntag morgen, vier Häuser vom Damen des Gouverneurs entfernt, eine Explosion, durch die 14 Personen ums Leben kamen. Es wird behauptet, die Explosion sei in einem von den Reformern als Waffenplatz benutzten Gebäude erfolgt, das sie mit Pulver und Schießbaumwolle angefüllt hätten, um den Damen in die Luft z« sprengen. Da die Behörden von der Richtigkeit dieser Annahme überzeugt find, wird der Vorfall wahrscheinlich zu scharfem Vorgehen gegen die Reformer führen. Gerüchtweise verlautet, die Franzosen seien vorbereitet, für den Fall von Unruhen in Kanton 1000 Mann aus Saigon zu Schiff dorthin zu schaffen. Die Reformer erklären jedoch, wenn französische Truppen zur Besetzung Kantons schritten, würde die Stadt von den Bewohnern selbst in Trümmer gelegt werden.
Telegramme deS Gietzerrer Anzeigers.
Berlin, 31. Oktober. Es wird aus Hankau ge» meldet, daß der Kaiser von China in Hsi-Nan ein« getroffen sei. AuS Peking wird berichtet, daß am 27. Lukien sich durch Verschlucken von Gold das Leben genommen hat, und daß Wofun-Shang an einer Krankheit g e st o r b e n ist.
Loudon, 31. Oktober. Einer Hongkonger Meldung zufolge sind die Rebellen von den kaiserl. Truppen in der Nähe von Sam-Pot-Tschou geschlagen worden und haben bisher 100 Tote und 400 Verwundete verloren. In einem anderen Gefecht sollen die Rebellen 500 Tote gehabt haben.
Loudou, 31. Oktober. Aus Shanghai wird gemeldet, daß der frühere Vizekönig der Provinz Petschili gestorben ist. ö
Washington, 31. Oktober. Ein Telegramm des ameri- kamschen Gesandten in China, Cong er, berichtet, die Vertreter der Großmächte hätten den Plan einer Straf- Expedition gegen die Chinesen aufgegeben.
Washington, 31. Oktober. Die amerikanische Regierung hat ihre Zustimmung zum deutschenglischen Abkommen gegeben. In der betreffenden Note erklärt die Regierung, daß sie gleich den übrigen Machten das Prinzip der offenen Thür und die territoriale Integrität Chinas beobachten werde._________
Südafrikanisches.
Aus Vryburg wird gemeldet: Die Buren werden un hiesigen Distrikt immer kühner und beabsichtigen *


