Ausgabe 
1.11.1900 Zweites Blatt
 
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nur zu einer gesetzlichen Regelung der nationalen Fragen die Hand bieten zu dürfen. Das Parlament, das ihren Inhalt verkürzt, kann zur Entscheidung drängen, ob nicht daS Wohl des Staates und seiner Völker einen besseren als den bisherigen Schutz der Verfassung und der Arbeit im Parlament erheische. Sobald der Kampf der Parteien an den Fundamenten des Staates rüttelt, muß jede pflicht­getreue Regierung sie mit allen Mitteln verteidigen. Der Staat steht über allen Parteileidenschaften. Die Situation legte der Regierung volle Unbefangenheit auf. Die Re­gierung'werde beim Zolltarif und der Erneuerung der Handelsverträge die Bedürfnisse der gesamten heimischen Produktion mit aller Entschiedenheit wahrnehmen.

Rom, 30. Oktober. In vatikanischen Kreisen wird dem Besuch des Erzbischofs Sim ar-Köln eine große Bedeutung beigelegt, da gewisse Parteien die Erhebung Stablewskis zum Kardinal betreiben. ES wird aber versichert, Simar habe schon die Ernennung zum Kardinal in der Tasche.

New-York, 30. Oktober. Eine hier eingegangene Privat­depesche meldet den plötzlichen Tod des Präsidenten von Haity, Simon Sam.

Chicago, 30. Oktober.The Chicago Times and Herald" meldet, der frühere Präsident Cleveland habe sich ent- schieden für einen Gegner der Politik Bryans erklärt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 31. Oktober 1900.

* Vou bet Universität. Wie wir hören, beabsichtigt Lektor Goetschy auch im Laufe dieses Semesters an 6 Nachmittagen ösfentliche Vorträge überLea femmes de france, die sich vom 17. Jahrhundert an in der Litteraturgeschichte besonders berühmt gemacht haben, in französischer Sprache abzuhalten. Der Eintritts­preis wird, wie im vorigen Semester, 5 Mk. für den ganzen Cyklus betragen. Näheres soll bald imGieß. Anz." be­kannt gegeben werden. Universitäts-Musikdirektor Traut­mann wird die für das Wintersemester angekündigte ein- ftündige Vorlesung über dieKlassiker und ihre Ton form en", die jeden Donnerstag 8 Uhr abends in der kleinen Aula der Universität stattfindet, erst am 8. November beginnen.

* * DaS Regierungsblatt Nr. 33 enthält die Bekannt­machung, die Bildung einer selbständigen Gemeinde Bad Salzhausen betreffend.

Zur Verlegung des Totenfestes schreibt dieFranks. Zeitung" :

DerRetchSbote", das Berliner Pistorenblatt, erhebt aufs neue eine bewegliche Klage darüber, daß die Totenfeier wegen deS Großherzogltchen Geburtstages verlegt werden soll. Ihn freut nur noch das Eine, daß nämlich der Protest sich rührt, und das fromme Organ verspricht sich in dieser Beziehung besonders viel von einer Versammlung der ganzen hessischen Geistlichkeit", die für den 31. Oktober nach Frankfurt einberufen ist. Man solle sich nicht mehr an das Oberkonsiftorium wenden, zu dem man kein Vertrauen haben könne, sondern von dem schlecht unterrichteten zu dem besser zu unter­richtenden SummepiskopuS appellieren. DerReichsbote" führt schließlich die Verlegung aufrömischen" Einfluß am Darm­städter Hof zurück. Da ist das Blatt in seinem geliebten konfesfionellm Fahrwasser, und nun setzt eS volle Segel. Es steuert folgenden KurS:

DaS Totenfest hat in unserem Lande, und besonders in den großen Städten, eine solche seste Wurzel geschlagen, daß die Gottes­dienste kaum an einem Sonn- oder Festtage des Kirchenjahres so gut besucht sind wie an diesem. Dazu nehmen die auf den Fried­höfen hin und her veranstaltenden Feiern von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu, sodaß die römischen Veranstallungen am Allerseelen- tage dadurch wett in den Schatten gestellt werden. Unser evange­lisches Christenvolk will an diesem Sonntag gemeinsamen Gedenkens an Tod und Ewigkeit den Trost des Evangeliums, und nirgends tritt die Macht de« Evangeliums größer zu Tage, als gerade an­gesichts des Todes. Das ist aber der am Großherzoglichen Hofe leider so starken römischen Partei ein Dorn im Auge, und wir gehen sicher nicht fehl in der Annahme, daß der Verhängnis« volle Beschluß des Oberkonsistoriums auf diesen römischen Einfluß zurückzuführm ist. ES ist in Darmstadt bekannt, daß seit Jahren fast nur Glieder der römischen Kirche zu Hoflieferanten ernannt werden. Für Kundige war eS auch kein Geheimnis, daß die Ab­haltung der berüchtigten Katzenausstellung am Karfreitag auf den gleichen Einfluß zurückzuführm war. Um so mehr ist es zu be­dauern, daß eine kirchliche evangelische Behörde, die von diesen Mechinationen am Hofe doch Kenntnis haben muß, einen solchen Beschluß faßt und damit Roms Arbeit verrichtet."

DieFrkft. Ztg." knüpft daran folgende hämische Bemerkung:

Wer da weiß, wie die meisten Kirchen bas ganze Jahr hin­durch leer stehm, wird den Schmerz der hessischen Pastaren be- zrerfm, daß ihnen nun auch der Trost verkümmert werden soll, wmigstens einmal im Jahre vor gesüllteren Bänken zu predigen. Dem Volle ist vermutlich der ganze Streit um dm Vorrang des höfischen oder dr8 kirchlichen Festes ziemlich gleichgiltig."

Gegenüber solcher Herabwürdigung der evangelisch- kirchlichen Verhältnisse in Hessen konstatieren wir auf Grund befferer Informationen, daß die Angaben derFrkft. Ztg." auf völliger Unkenntnis der Thatsachen be- ruhen, wenn nicht gar auf geflissentlicher gehässiger Ent­stellung derselben. Etwas mehr Bescheidenheit dürfte der Frkft. Ztg.", die doch sonst immer für Duldung und Toleranz schwärmt - recht wohl anstehen. Daß übrigens dem Volke die Sache nicht so gleichgiltig ist, dafür lieferte die gestern hier ftattgehabte, außergewöhnlich stark (von ca. 60 Mitgliedern) besuchte Sitzung der evangelischen Gesamt-Gemeinde-Vertretung den Beweis durch den einstimmigen Beschluß, daß gegen die Verord­nung des Oberkonsistoriums Protest eingelegt und um Zurücknahme derselben ersucht werde, und daß die evangelische Gemeinde Gießen unter allen Umständen an ihrem gesetzlich verbrieften Recht und am althergebrachten Brauche festhält, am letzten Sonntag nach Trinitatis, am 25. November, auch in diesem Jahre das Totenfest zu feiern. Die Versammlung gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß alle evangelischen Gemeinden des Landes diesem Beispiel mann­haft folgen und für ihr gutes Recht ebenso eintreten. <Jn Nidda ist man bereits, wie an anderer Stelle dieses Blattes zu lesen ist, in gleicher Weise vorgegangen. ^Vergl. auch unfern heutigen Leitarkikel. D. Red.)

* Militärisches. Frhr. v. Esebeck. Major beim Stabe des 2. Großh. Hess. Drag.-Regts.(Leib-Drag.-RegtS.) Nr. 24, wurde behufs Uebertritts in den König!. Hofdienst mit Pension und der Uniform des 3. Garde-Ulan.-Regts. zur Disp. gestellt.

* Hessischer Tierschutzvereiu. Die diesjährige ordent­liche Generalversammlung des hessischen Tierschutzvereins findet am 12. Dezember imHotel Trapp" in Friedberg statt. Dabei wird Seminaroberlehrer Prof. Dr. Frenzel einen Vortrag überWohnungen der Tiere" halten.

Lauterbach, 29. Oktober. Der hiesige OrtSgewerbe- verein hielt zum erstenmale eine freiwillige Gesellen­prüfung in dem neuen Schullokale der Handwerkerschule im Gebäude des städtischen Elektrizitätswerkes ab. Es hatten sich hierzu eingefunden Gewerbeschulinspektor Meier aus Darmstadt, der Prüfungsausschuß, die Lehr- und Prüfungs­meister der beteiligten Prüflinge, Bürgermeister Stöpler, Kreisschulinspektor Andrees, Oberlehrer Müller, sowie eine große Zahl von Mitgliedern des Gewerbevereins und Freunde des Handwerks. Dor und nach der Prüfung wurden die ausgestellten Gesellenstücke eingehend besichtigt. Bei Verteilung der Gesellenbriefe richteten der Vorsitzende Mandt und Gewerbeschulinspektor Meier beherzigenswerte Ansprachen an die jungen Gesellen. An der Prüfung waren beteiligt und hatten Gesellenstücke angefertigt: N. Dittert, Schreiner bei H. Dittert in AngerSbach, H. Eid mann, Schuhmacher bei H. Scheer-Lauterbach, Gg. Eifert, Schmied bei I. u. D. Eifert-Lauterbach, K. Euler, Schreiner bei Kaspar Euler-Maar, I. Flach, Glaser bei I. Flach-Lauterbach, Fr. Köhler, Spengler bei Joh. Köhler Lauterbach, K. Reichel, Lackierer und Weißbinder bei I. Flach Lauterbach, K. Reiß-Schlitz, Buchbinder bei G. Mandt-Lauterbach, Fr. Sch ad-Freien­steinau, Sattler bei K. Krömmelbein-Lauterbach, Konrad Schmidt, Schreiner bei K. Schmidt-Maar, H. Weitzel, Lackierer und Weißbinder bei H. Jäger-Lauterbach.

r- Nidda, 30. Oktober. Derkalte Markt" zu Orten­berg führt jedes Jahr die Zigeuner in unsere Gegend. Gestern wurden drei von ihnen, 2 Männer und eine Frau, gefänglich hier eingebracht, wie es heißt wegen ungebührlichen Benehmens gegen die Sicherheitsorgane. Auch hatte man Zigeuner bei einem Einbruchsversuch in Bad-Salzhausen in Verdacht. In der Nacht von Sonntag auf Montag nämlich hörten die Kinder des in dem Neubau neben der Villa Charlotte" wohnenden Herrn Häuser verdächtiges Geräusch an der Außenwand. Auf ihr Rufen eilte Herr Häuser mit einer Schußwaffe herbei und gab etliche Schüsse ab, worauf sich einige Personen eilends entfernten. Der Petition des Kirchenvorstandes gegen die Ver­legung des Totenfestes hat sich auch der hiesige Kirchenvorstand angeschlossen.

Darmstadt, 30. Oktober. Am 4. und 5. November findet hier die Jahresversammlung des HessischenHaupt- vereins des Evangelischen Bundes statt. Das Programm lautet wie folgt: Sonntag, 4. November, Dorrn. 10% Uhr: Festgottesdienst in der Stadtkirche. Predigt: Direktor D. Weiffenbach-Friedberg. Kollekte für die Gustav- Adolf-Stiftung. Vorm. 12 Uhr: Sitzung des Gesamtvor­standes im Pfarrhaus, Hügelstraße 28. Nachm. 3*/2 Uhr: Aufführung des Gustav Adolfs-FestspielS von Devrient im Saalbau. Abends 8 Uhr: Oeffentliche Festversammlung im Saalbau. (Begrüßungen, Ansprachen, Vorträge des Kirchen­gesangvereins der Johannesgemeinde rc.) Montag, 5. Nov.. vorm. 9 Uhr: Abgeordnetenversammlung im Saalbau. Vorm. 10 Uhr: Hauptversammlung des Hessischen Haupt­vereins des Evang. Bundes im Saalbau. Tagesordnung: 1. Jahresbericht durch den Vorsitzenden. 2. Rechnungs­bericht durch den Rechner. 3. Referat über die Diakonie des evang. Bundes in Hessen. (Pf. Reinhardt-Wörrstadt.) 4. Referat über den derzeitigen Stand der österreichischen Bewegung und die Aktion des hessischen Hilfsausschusses.

Mainz, 30. Oktober. Der Provinzialausschuß von Rheinhessen verurteilte die Gemeinde Wöllstein zur Zahlung von 18 Prozent der Baukosten der Eisenbahn Wöllstein-Fürfeld.

Hochheim a. M., 29. Oktober. Wie derNaff. Bot." meldet, soll hier eine Brücke über den Main gebaut werden, und ein Darmstädter Bankhaus die Finanzierung des Pro­jektes übernommen haben. Dann wäre endlich für die hiesige Gegend auch im Winter bei Eisgang ein direkter Fährver­kehr zwischen den beiden Ufern möglich und den Fuhrwerken der weite Umweg über Kostheim erspart.

Die Explofionskatastrophe in New-Uork.

DemDaily Telegraph" werden aus New-York über die Katastrophe in der Drogenfabrik von Tar­rant und Co. folgende weitere Einzelheiten mitgeteilt: Der ganze von Chambers Street, Greenwich Street, Starren Street und Washington Street begrenzte und mitten in der Geschäftsgegend belegene Häuserblock wurde durch die Ex­plosionen und den darauf folgenden Brand zerstört. Die Erschütterung war so groß, daß Menschen wie Pferde in den angrenzenden Straßen sofort getötet wurden. Die zuerst ankommende Feuerwehr kam gerade rechtzeitig, um die Gewalt einer zweiten Explosion zu empfinden. Viele Feuerwehrleute wurden schwer verletzt; 60 Mädchen und 100 Burschen aßen im obersten Stock des Gebäudes zu Mittag und man fürchtet, daß sie umgekommen sind. Die Hitze in den Ruinen ist aber so groß, daß es viele Stunden dauern wird, bis die Feuerwehr und die Polizei zu den Leichen gelangen können. In Washington-Street wurde ein Fuhrwerk unter den Trümmern begraben und die Hoch­bahn-Station an der Neunten Avenue gegenüber Tarrant wurde zerstört. Man glaubt, daß manche Passagiere ge­tötet oder verletzt worden sind.

Ein Feuerwehrmann, der Augenzeuge beider Ex­plosionen war, aber gerettet wurde, erzählt:Das Gebäude schieu vor meinen Augen in die Lufr gehoben zu werden,

bann fiel es nieder mit einem Krach und das Ganze schien sich in einen Vulkan zu verwandeln. Das war die erste Explosion. Die Front stürzte zusammen und zerdrückte die Hochbahn-Station an der Ecke. Dann gewahrte die Volks­menge die Gefahr. Glas, Steine und alle Arten anderer Stoff kamen nieder wie ein Regen. Frauen und Männer schrieen und jeder suchte zu entkommen. Dutzende von Leuten liefen davon, denen das Blut vom Gesichte und den Händen floß. Andere lagen halb verbrannt auf der Straße. Ich lief mit anderen die Chambers Street hinauf. Wir waren eine halbe Minute gelaufen, als die zweite Explosion erfolgte, die aus einer Reihe von Knallen bestand. Jeder war ärger als der vorhergehende. Als ich mich umwendete, sah ich, daß etwas schreckliches passiert war. Glas, Holz- und Zinnftücke fielen dichter als je. Die Gebäude auf der anderen Seite der Straße waren demoliert. Der ganze Block stand in Flammen und das Feuer hatte auf die andere Seite von Warren Street hinüber gegriffen."

Das Feuer soll im dritten Stock des Tarrant'schen Gebäudes entstanden sein. Nur wenige Angestellte hatten die Gebäude verlassen, die meisten befanden sich darinnen. Tarrant n. Co. fabrizierten neuerdings Parfümerien, wozu Alkohol und Aether verwendet werden. Im obersten Stock­werk sah man, als das Feuer ausbrach, zwei Männer und eine Frau, welche um Hilfe riefen. Sie waren noch am Fenster, als das Gebäude einstürzte. Um drei Uhr hotte man das Feuer in der Gewalt und das Suchen nach den Leichen begann.

Die Liste der Toten und Vermißten weist vierzig Personen auf. Als Ursache des Unglücks nimmt man eine Alkoholexplosion an. Eine von den durch Trüm- merstücke getroffenen Personen ist im Krankenhaus gestorben. Der Gesamtschaden wird auf 1500 000 Dollars geschätzt.

Vermischtes.

* Berlin, 30. Oktober. Wie derNational Zeitung" berichtet wird, ist der Leutnant Prinz Prosper vo« Arenberg, der wegen Tötung eines Eingeborenen i« Südwest-Afrika zur Untersuchung gezogen war, zu 18 Jahren Festungs-Arrest verurteilt und bereits zur Verbüßung dieser Strafe abgeführt.

* Caracas, 30. Oktober. Stadt und Bezirk Ca­racas wurden am 22. früh von einem heftigen Erd­beben heimgesucht. 25 Personen sollen getötet und viele verwundet worden sein. Der Präsident sprang aus dem zweiten Stock des Regierungsgebäudes heraus und brach ein Bein. Der Sachschaden ist bedeutend. Nachrichten au6 dem Inneren zufolge wurde die Erschütterung bis in die Gegend der Anden verspürt.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Donnerstag den l. November, abends 8 Uhr: BibelstMtde im unteren Konfirmandensaal (Kirchstraße 9). Ev. Joh. Kap. 1», B. 38 ff Pfarrer Dr. Grein.

Neueste Meldungen.

Berlin,31.Oktober. Die Eröffnung des Reichs­tages wird am 14. November im Weißen Saale des königlichen Schlosses durch den Kaiser erfolgen.

Stuttgart, 31. Oktober. Die Kammer der Abgeord­neten nahm gestern nach sechsstündiger Debatte den Antrag der staatsrechtlichen Kommission an, wonach der Befehl des Königs bezüglich Ab kommen d i er ung von Offizieren nach Preußen und umgekehrt als eine staatsrechtliche Befugnis des Königs von Württemberg anerkannt wird, die Regierung aber zugleich ersucht wird, dafür Sorge tragen zu wollen, daß das würltembergische Armeekorps in seinen höheren Stellen hauptsächlich von württembergifchen Offizieren geführt wird.

London, 31. Oktober. (Tel.-Meld, desGieß. Anz.") Daily Telegraph" meldet in einer Sonderausgabe, daß Lord Salisbury als Minister des Auswärtigen de­missionierte und nur Ministerpräsident blieb. Als sein Nachfolger wurde nach demselben Blatt Kriegsminister Landsdowne bestimmt. ,

London, 31. Oktober, Den hiesigen Blättern zufolge hat der Papst den spanischen Kardinal Tuto, Präsident des Ausschusses der Kardinäle, in seinem Testament als seinen eventuellen Nachfolger auf dem päpstlichen Stuhle bezeichnet.

Madrid, 31. Oktober. Die karlistischen Banden in Katalonien mehren sich. Von Truppen ver­folgt, hatten sie gestern 5 Tote und 13 Verwundete. Auch bei Manresa zeigte sich eine Bande von Karlisten, welche nach Verlust von zwei Toten von der Kavallerie verfolgt wurde. Die Truppenmacht in Katalonien beträgt 10 000 Mann. Wenn nötig, werden Verstärkungen dorthin ge­schickt. In ganz Spanien werden umfassende Maßnahmen geplant. DerLiberal" vernimmt, der Belagerungszustand im ganzen Lande stehe bevor. Viele Verdächtige werden verhaftet. Wie verlautet, mißbilligen die Karliftenführer die Bewegung.

Telephonischer Kursbericht.

Frankfurt, den 31. Oktober.

3</i */o Reiohsanleihe . .

3 8/o do . .

3*/i % Konsols . . . .

3 0/0 do . . . .

3Ve % Hessen . . . .

5 °/q Italien. Rente . . . 4% Grieoh. Monop.-Anl.

3 o/o Portugiesen . . .

3 o/o Mexikaner ....

4*/e % Chinesen . .

96.

Kreditaktien

Tendenz: fest.

87.50

92.70

94.60

41.60

23.70

25.65

75.3<

87.50 Diskonto-Kommandit

95.90 Darmstädter Bank .

Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oeaterr. Staatsbahn Gotthardbaha . . Laurahütte . . . Bochum .... Harpener . . .

. . 204.80 . . 173.50 . . 133. . . 145. . . 146.60 . . 140.40 . . 148.20 . . 197. . .174 60 . . 176.60