die Detachements Pioniere am Sonntag nachmittag mittelst Sonderzuges von Kiel nach Wilhelmshaven abreisen. Von dort werden die Truppen direkt nach dem Kriegsschauplatz befördert.
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Telegramme deS Gießener Anzeigers.
London, 30. Juni. Das englische Kanonenboot „Robin" ist nach einer Meldung auS Hongkong in Wuchang zum Schutze derFremden eingetrofsen. Es sind Plakate angeschlagen worden, in denen daS Volk ausgesordert wird, die Fremden zu ermorden.
London, 30. Juni. Aus Shangai wird gemeldet, der amerikanische Kreuzer„Oregon" scheiterte infolge dichten Nebels, 35 Meilen nördlich von Tschifu. — Die hiesigen Konsuln erließen eine Proklamation, worin mitgeteilt wird, die Großmächte seien mit dem chinesischen Volke nicht imKriegSzustande, sondern nur müden Boxern. Diese Proklamation hat die Chinesen ziemlich beruhigt. Die telegraphischen Verbindungen zwischen Shangal und Tschifu sind aber noch immer unterbrochen.
London, 30. Juni. Lihung Tschang hat die Miliztruppen der ihm unterstehenden Provinzen unter die Waffen gerufen, um jeden Versuch der Boxer, Unruhe zu stiften, energisch bekämpfen zu können. Die durch daS Einschreiten der Mächte eingeschüchterte chinesische Re- gierung hat nunmehr, wie Lihung Tschang versichert, daS energische Niederwerfen deS Boxerausstandes in Angriff genommen. Der Aufstand in Peking soll unterdrückt sein.
London, 30. Juni. Der General Km Sung-Lu hat nach einer Shangaier Meldung den Vizekönigen mitgeteilt, daß keine kaiserlichen Dekrete mehr, die nach dem 22. d. M. erlassen worden sind, beachtet werden. Man schließt hieraus, daß ein Staatsstreich in China gemacht und daß der junge Kaiser abgesetzt worden ist. Ein chinesischer Beamter erklärte, von amtlicher Seite erfahren zu haben, daß die Gesandten in Peking, die am 26. Juni unter chinesischer Eskorte die Stadt verlassen haben, sich augenblicklich in Paotingfu befinden.
Loudon, 30. Juni. Die Admiralität veröffentllchte gestern spät nachts ein Telegramm des Admirals Seymour über seine mißlungene Expedition. Der Admiral berichtet über die verschiedenen Gefechte, die zwischen ihm und den Chinesen stattgesunden hätten, und stellt die erlittenen Verluste an Soldaten der verschiedenen Großmächte auf. Er berichtet u. a., daß 12 Deutsche getötet und 62 verwundet wurden.
Paris, 30. Juni. Die heutigen Morgenblätter veröffentlichen folgendes Telegramm aus Petersburg: Eine seit einigen Tagen eingeleitete Untersuchung seitens des russischen Generalstabschefs bestätigt, daß die Unruhen in China sich aus die nördlichen und südlichen Provinzen der Mandschurei ausgedehnt haben. Die transsibirische Bahn ist von den Boxern angegriffen worden, die Telegraphenverbindung zwischen Wladiwostok und Port-Arthur abgeschnitten.
New-York, 30. Juni. Hier nnd in Pennsylvanien find zwei Freiwilligen.Korps für China in der Bildung begriffen.
Washington, 30. Juni. Die Minister hielten gestern einen Kabinettsrat ab, in welchem sie beschlossen, solange keine zuverlässigen Nachrichten aus Peking erngetroffen seien, keine weiteren Kriegsschiffe oder Truppentransporte nach China zu senden.
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Juni. Der Kaiser verließ heute, wie aus Kiel gemeldet wird, die Yacht „Hohenzollern" und fuhr mit dem Verkehrsboote „Hulda" an den Start zur Teilnahme an der heutigen Wettfahrt Kiel—Trave—Travemünde. Beim Passieren der Kriegsflotte feuerten die Schiffe den Kaisersalut. Der Kaiser bestieg am Start den „Meteor". Prinz Heinrich hatte die Führung ferner Yacht „l'Esperance" übernommen.
— Die Strafe, zu der Prinz Arenberg neuerdings verurteilt wurde, soll dreieinhalb Jahre Festungshaft betragen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Meldung eines hiesigen Blattes, der Minister der öffentlichen Arbeiten, von Thielen, habe sein Abschiedsgesuch ein gereicht, beruht, wie wir aus sicherer Quelle erfahren, auf freier Erfindung. Die „Nordd. Allg. Ztg." berichtigt ferner u. a. die über eine Aeußerung des Ministers v. Thielen bei dem Festessen der Lübecker Handelskammer in Travemünde verbreitete Darstellung und sagt, von Thielen habe, nachdem siebzehn Redner von Industrie, Landwirtschaft, den Handelsverträgen und Kanälen geredet hatten, einen kurzen Trinkspruch auf die Damen ausgebracht, den er mit den Worten einleitete, „ex eat commercium“, das heißt zu deutsch ungefähr: es ist nun genug geredet worden von Handel, Industrie, Landwirtschaft und Kanälen, übrigens gebaut werden sie doch, es ist vielmehr Zeit das mitium fideh- tatia zu verkünden und das beste initium ist, derer zu gedenken rc. Die „Nordd. Allg. Ztg." fügt hinzu: „Eine politische Rede wird man diesen Trinkspruch gewiß nicht nennen können trotz des kurzen Einschiebsels, das sich auch keineswegs auf einen Ausspruch aus hohem Munde, sondern auf eine von dem Minister in den vorjährigen Landtagsverhandlungen gemachte Bemerkung bezog.
— Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bisherigen Mitgliedes des Direktoriums der preußischen Zentralen-Genossenschaftskasse, Bankdirektor Dr. Heiligen st ad t, zum Direktor dieser Kasse unter Verleihung des Ranges eines Rats zweiter Klasse sowie des Amtscharakters als Präsident.
— Der Bundesrat stimmte in der gestrigen Plenarsitzung u. a. dem Ausschußantrag über die Vorlage betreffend die Zulassung r e ich s a n g e hö r i g e r weiblicher Personen" zu ärztlichen Prüfung e n zu.
— Die Berliner Stadt verordneten-Ber-, sammlung beschäftigte sich gestern mit der Vorlage des Magistrats um nachträgliche Bewilligung der 48 700 Mk., um die der zur Ausschmückung der Straßen beim Besuche des Kaisers von Oesterreich, genehmigte Betrag von 50 000 Mark überschritten worden ist. Stadtv. Singer erhob gegen die Forderung Einspruch! und deutete dabei an, daß der Magistrat mit der Herstellung des „byzantinischi-orienta- lischen Prachtbaues" am Pariser Platz sich nicht von fernem eigenen Geschmack habe leiten lassen. Dem gegenüber betonte Oberbürgermeister Kirschner, daß der Magistrat in keiner Weise vom Kaiser veranlaßt worden sei, über die geplante Ausschmückung hinauszugehen. Von dieser Stelle sei keine Forderung, nicht einmal ein Wunsch nach einer größeren Ausdehnung der geplanten Veranstaltungen verlautbar worden. Nach kurzer Debatte wurde darauf die Überschreitung mit großer Mehrheit genehmigt._______
A«sünü.
Paris, 29. Juni. Die zwischen Frankreich und Spanien gepflogenen Verhandlungen wegen der Regelung der beiderseitigen Grenzen am Congo haben heute durch ein vom Minister Delcasse und dem spanischen Botschafter Castillo unterzeichnetes Abkommen ihren Ab-, schluß gefunden. Das Abkommen regelt zugleich die Grenzen der spanischen Besitzung Rio Oro zwischen Cabo Blanco und Cabo Bojadok und spricht Frankreich das Aldrargebiet und Sebcha Jajil zu.
— (Kammer.) Bei der Beratung der Vorlage über die Vermehrung der Flotte verteidigt derMarine- minister die Regierungsvorlage und führt aus, Frankreich habe große Panzerschiffe nötig, um die französischen Küsten zu verteidigen, und es brauche Kreuzer, um die Kolonien zu schützen. Torpedoboote und Unterseeboote seien von' Nutzen, aber man könne mit ihnen allein die Küsten nicht verteidigen. Frankreich wolle die Kriegsmarine verstärken, nicht zu Angriffszwecken, sodern zur Erhaltung der wirtschaftlichen Interessen und der nationalen Ehre. Gaillaux tritt für die Vorlage vom finanziellen Standpunkt ein und meint, das Budget mit seinen normalen Hilfsquellen sei wohl imstande, ein neues Opfer von 25 Mill, jährlich zu bringen, was die Vorlage enthalte. Aimond bringt eine Gegenvorlage ein, deren erster Paragraph die Gesamtausgabe auf 619 anstatt auf 476 Mill, festsetzt. Die Gegenvorlage wird mit 384 gegen 160 Stimmen verworfen.
Petersburg, 29. Juni. Der Zar wird Anfang September zum Besuche der Weltausstellung nachiParis reisen juind wahrscheinlich dem holländischen Hofe einen Besuch abstatten.
— Graf Lambsdorff bat den Zaren, mit Rücksicht auf die kritische politische Lage den Posten des Ministers des Auswärtigen baldigst zu besetzen. In den letzten Tagen wurden neben Iswolski als Nachfolger Murawiews Sino- wiew-Konstantinopel, sowie Urosow-Paris viel genannt. Für den ersteren arbeiten die Nationalisten stark, doch! bezweifeln politische Kreise dessen Berufung, während bei Urusow, der wichtige Beziehungen unter den französischen Politikern und Finanzleuten besitzt, Gründe privater Natur vorliegen, welche die Wahl unwahrscheinlich machen. Als! aussichtsreichster Kandidat wird heute Nelidow-Rom bezeichnet.
K o n st a n t i n o p e l, 29. Juni. Die von Bulgarien: verordnete elftägige Quarantäne wird dadurch begründet, daß die Pest in Adrianopel aufgetreten ist. Konstantinopel ist pestfrei. Rumänien nimmt vorläufig davon Abstand, den Verkehr von Konstanza nach Konstantinopel einer Quarantäne zu unterwerfen.
Aus Stadt und Kan).
Gießen, den 30. Juni 1900.
** Bon der Universität. Die Feier des I a h r e S f e st e S der Universität nahm heute vormittag mit dem Festakt in der großen Aula ihren Anfang. Um 11^ Uhr betrat der Zug der Dozenten unter den Klängen eines Krauße'schen Festmarsches den reichgeschmückten und dicht gefüllten Saal. Nachdem dann noch der Händel'sche Chor „Hoch thut euch aus" aus dem Messias zum Vortrag gelangt war, bestieg der zeitige Rektor, Prof. Dr. E. Netto das Katheder. Seine ersten Worte galten dem Landesherrn als dem Magnifizentisfimus der Landesuniversität. In der Festrede wurde zunächst betont, daß den Resultaten der mathematischen Forschung Allgemeinheit und Notwendigkeit anhafte, und an einigen Beispielen nachgewiesen, daß Gleiches für andere Wissenschaften nicht gelte. Dann suchte der Redner zu zeigen, rote diese Eigenschaften zu stände kommen. In der Mathematik sind drei Stadien zu unterscheiden: die Bildung der Begriffe; die Verarbeitung zu Resultaten; die Verwendung dieser Resultate. Die Bildung der Begriffe geht von der Wirklichkeit aus, abstrahiert aber von Zufälligkeiten und kommt dadurch zu Definitionen allereinsachster Art, die das ganze definierte Gebiet so genau und scharf umschreiben, daß eS geistig vollständig überblickt werden kann. Die Anschauung verhilft zu den elementaren Resultaten; logische Schlußreihen führen tiefer. Hierbei wird das Wesen und die Bedeutung der Formeln erläutert. Die Schlüsse der Mathematik find deduktiv; darauf beruht die Notwendig, fett und Allgemeinheit der Ergebnisse. Aber daraus entspringt eS auch, daß sie nicht unmittelbare Anwendung auf die Außenwelt zulaffen, sondern daß sie nur Annäherungen an die unendlich komplizierten Verhältniffe der Wirklichkeit geben. Aber diese Anwendungen, so wichtig sie für die Welt sein mögen, sind es nicht, welche als Triebfedern für mathematische Forschungen gelten können.
Von den im vergangenen Jahr gestellten Preisaufgaben haben die der theologischen und juristischen Fakultät, ferner die der medizinischen Fakultät für den akademischen Preis und die der philosophischen aus dem Gebiet der Physik keine Bearbeitung gesunden. Die eingereichten Arbeiten, nämlich die sür den Balserpreis bei der medizinischen und vier bei der philosophischen Fakultät eingereichte, find sämtlich des vollen Preises getoürbtgt worden. Als Preisträger wurden durch Oeffnung der Bries Umschläge ermittelt:
1) Herr Friedrich Fromme auS Gießen,
für den Balserpreis der medizinischen Fakultät;
2) Herr Max Gaumer aus Stuttgart,
für die Lösung der Aufgabe aus dem Gebiete der Chemie;
3) Herr Willi Friedrich aus Darmstadt,
für die Lösung der Aufgabe aus dem Gebiete der deutschem Philologie;
4) Herr Franz Tfchöpe auS Darmstadt, für die Lösung der Aufgabe aus dem Gebiete der romanischen
Philologie;
5) Herr Dr. Hans Reichelt aus Baden bei Wien, für die Lösung aus dem Gebiet der Aufgabe der indischen Philologie;
Zum Schluß werden die neuen Preisaufgaben verkündet, deren Bearbeitungen vor dem 1. Mai 1901 bei der entsprechenden Fakultät einzureichen sind.
1) Die theologische Fakultät stellt die Aufgabe: »Das Lied Moses Ex. c. 15 soll unter steter Berücksichtigung seiner Beziehungen zur Psalmpoesie erklärt und auf seine Absasiungszeit untersucht werben.*
2) Die Aufgabe der juristischen Fakultät ist: „Das hessische Notverordnungsrecht unter vergleichender Berücksichtigung der auf denselben Gegenstand bezüglichen Bestimmungen in den übrigen konstitutionell- monarchischen Bundesstaaten deS Deutschen Reiches."
3) die medizinische Fakultät stellt zwei Aufgaben:
a) für den akademischen Preis: „Sind die Naevi endotheliale oder epitheliale Bildungen?"
b) für den Balserpreis: „Bietet der euere Fundalschnitt bei der Sectio caesarea (®. Fritsch) gegenüber dem Längsschnitt durch die Corpuswand Vorteile und welche? Die Frage ist auf Grund genauer anatomischer Prüfung der einschlägischen Verhältnisse an der Hand des bereits vorliegenden klinischen Materials zu besprechen."
4) Seitens der philosophischen Fakultät werden fünf Ausgabe« gestellt und zwar:
a) eine klassisch-philologische: Attidis dei in ter antiquos hominea oalti caorimoniae ao formulae oolligantur disponantur explicentur“,
b) eine romanisch-philologische: „Die Formen des Artikels in den altfranzösischen Mundarten", rn
c) eine deutsch-philologische: „Der Uebergang von der Substantiv- flexion des Mittelhochdeutschen zu der des Nordhochdeutschen",
d) e) zwei chemische: „Ein Beitrag zur weiteren Erkenntnis der Dtffoziation gelöster Verbindungen" und .Messung der Depolanatwns- fähigkeit einiger Klaffen Kohlenstoffverbindungen an der Kathode .
Mit dem Chorgesang „Amen" ans Händels Messias und dem Vortrag eines Armeemarsches war die Feier zu Ende. — Nachmittags V/2 Uhr fand in Stein'S Saalbau ein Festmahl statt, an daS sich um 4 Uhr ein Gartenkonzert und abends 8l/2 Uhr ein Kommers anschließt, beide ebenfalls in Stein'S Räumen.
*• Perfonalnachrichten. Dem Geh. Oberbergrat Dr. Richard Lepfius wurde das Ritterkreuz 1. Klaffe des LudewigS-Ordens, dem Ingenieur Heinrich Ernst Leopold Thumann zu Halle das Ritterkreuz 1. Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen und dem Oberbohrmeister Karl Eduard Jähnichen zu Halle das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen; der Hochbauaufseher bei dem Hochbauamt Alsfeld, Heinrich Bender zu Alsfeld wurde unter Belassung seines Titels Hochbauaufseher zum Hausverwalter sür die Kanzle» gebäude zu Darmstadt, die Bauaufseheraspiranten Adolf Heß auS Vilbel, Wilhelm Hübner aus Langd, Jean Hüllen auS Gau-Bickelheim, Karl Haas aus Grünberg, Ferdinand Wollrab aus Alsfeld, Karl Fischer aus Mainz und Heinrich Liebegott auS Himbach wurden zu Hochbauaufsehern bei den Hochbauämtern Bensheim, bezw. Gießen, Mainz, Friedberg, Alsfeld, Darmstadt und BenS- heim ernannt; enthoben wurde am 27. Juni der Kanzlei- diener bei den Ministerien des Innern und der Justiz Adam Funk zu Darmstadt von der von ihm im Nebenamt bekleideten Stelle eines Hausverwalters der beiden Kollegien-
Ober-Eschbach, 29. Juni. Im Laufe dieser Woche ist aus hiesigem Friedhof von ruchloser Hand durch Zerschlagen und Nmreißen von Grabdenkmälern ein bedeutender Schaden angerichtet worden. Soviel die an- gestellten Ermittelungen ergeben, sind in den Nächten von Sonntag auf Montag und Montag aus Dienstag, zwischen 9 und 10 Uhr abends, zwei hiesige Bürschchen im Alter von 13 Jahren in den Friedhof eingedrungen und haben 9 Kreuze umgeriffen und die Marmorkreuze zerschlagen. Außerdem haben sie sämtliche ablösbaren Perlenkränze zertrümmert. Die beiden Jungen gestehen ihre That em und erklären, dieselbe nur aus Uebermut verübt zu haben. Der entstandene Schaden beläuft sich aus mehr als 200 Mk.
Offenbach, 29. Juni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde für die Erbauung eines Schulhauses, Schlachthauses, GasweA usw die Aufnahme einer An leih e von 4 Millionen Mark beschlossen. — Die s. Z. genehmigte Gehaltserhöhung des Ber- qeorbneten Wolff veranlaßte eine längere Auseinander- setzung, da das Kreisamt bis heute den Beschluß nochnichr bestätigt, hat. Der Oberbürgermeister hat ihn dem Kreis- amt unterbreitet und mit Bemerkungen versehen, ore gestern von allen Rednern aufs Schärfste verurteilt wurden. In jenen Bemerkungen wurde darauf huigewiesen, daß außer der sozialdemokratischen Fraktion nur noch zwei Mitgliäer der Versammlung^ die namhaft gemackchwuroen, für die Gehaltserhöhung gestimmt, die übrigen Stadtverordneten, die ebenfalls genannt wurden, und er selbst d - aeaen aewesen seien. Er für seine Person sei dageg gewesen, weil er den Beigeordneten Wolff für, eignet halte, als Verwaltungs b e ° mter eine ersvrie bliche Verwaltung zu fuhren. Lurcq diese Bemerkungen sollte das Kreisarnt, wie einige gkdner betonten, offenbar zu Ungitnjten des ®eMIu feä beeinfluß werden und es wird sich bald zeigen, ov dieser Zweck erreicht wurde. Allseitig wurde hervo^ehoben, daß die ganze städtische Verwaltung durch das Verfahren des Oberbürgermeisters leide und Abhilfe dringend nötig fei — In der Offenbacher Portland^Zementfabrik hat heude der Arbeiter Peter aus Somborn den Arbeiter.Schmidt durch einen Stich ins Herz getötet. Es war beim Essen zu Neckereien gekommene die diesen tragischen Ausgang hatten. .
+ Darmstadt, 29. Kuni. In der gestrigen nichtöffentlichen Stadtverordneten-Sitzung wurde be- fchloffen die durch den Tod des seitherigen Inhabers er- lediate ^Stelle eines Stadtbaumeisters und Vorstehers des Stadtbauamtes öffentlich auszuschreiben, ferner die Vorstände der städtische Betriebe, die Werkmeister


