Ausgabe 
1.5.1900 Erstes Blatt
 
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ihre Zufrieddnheit darüber aus, daß die Mission der Spe­zialgesandtschaft in Europa erfolglos verlaufen ist.

Laspalmas, 30. April. Eia mit Truppen für Natal beladener Dampfer ist hier eingetroffen, ebenso zwei aus Kapstadt kommende Dampfer mit Verwundeten und Kranken an Bord.

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Ausland.

Loudon, 28. April. Gestern abend fand im Hotel Metropole" das Jahresfestessen des deutschen Hospitals in DalSton statt. Dtn Vorsitz führte Graf Metternich. Er brachte einen Trinkspruch auf die Königin aus, worin er der freundschaftlichen Be- I Ziehungen zu ihrem kaiserlichen Enkel gedachte. Hierauf toastete Metternich auf Kaiser Wilhelm, Kaiser Franz Josef und die anderen fürstlichen Gönner des Hospitals, und betonte, die beiden Kaiser seien nicht nur Bundesgenossen in Waffen, sondern auch auf dem Gebiete der Nächstenliebe. Bei dem folgenden Toaste auf das Hospital erwähnte Metternich, daß das KriegSamt das Anerbieten des Hospitals angenommen habe, eine Anzahl Betten für die verwundeten Soldaten aus Südafrika zur Verfügung zu stellen. Unter den Beiträgen für das Hospital befindet sich ein solcher Kaiser Wilhelms von 200 Pfund. Kaiser Franz Josef spendete fünfzig Pfund; der Gesamtbetrag der Sammlungen beträgt 3077 Pfund.

Brüssel, 29.April.PetitBleu" kündigt eine Minister­krisis an. ES behauptet, der Kammerpräsident Beer- naert und der Katholikenführer Wo ette arbeiteten darauf hin, das Kabinett zu stürzen und Parlamentswahleu zu organisieren.

AuS dem Interview Lothaire ist noch nachzuholen, daß er zugiebt, selbst zugegen gewesen zu sein, als die mit den Belgiern verbündeten Wilden ihre Feinde auf­raffen. Er behauptet, nicht die Macht gehabt zu haben, sie gewaltsam daran zu verhindern.

Antwerpen, 29. April. Unter den hiesigen Miliz« truppen nimmt die Unzufriedenheit über die In­strukteure große Ausdehnung an. Gestern wurde wieder ein Sergeant, der sich mißliebig gemacht hatte, mißhandelt. Gegenwärtig ist ein Komitee in der Bildung begriffen, da» sich mit seinen Beschwerden an den Minister wenden wird.

Paris, 29. April. 335 AssumptionistenpatreS haben sich in Marseille nach Jerusalem eingeschifft. Die übrigen Assumptionisten verlassen ebenfalls Frankreich und gedenken sich in Holland und Belgien niederzulassen.

In amtlichen Kreisen zirkuliert daS Gerücht, daß die Ueberreste GambettaS erst im Januar 1901, dem Todestage des VolkStribunS, im Pantheon beigesetzt werden.

Rom, 28. April. Prof. Dr. Frhr. v. H e r t l i n g hat Rom wieder verlassen. Seine Verhandlungen bezüglich der Errichtung einer katholischen Fakultät in Straß« bürg stießen plötzlich auf heftigen Widerstand, jedoch werden die Verhandlungen zu gelegenem Zeit wieder aus­genommen.

Wie verlautet, find für etwaige Ereignisse in Marokko, die eine eventuelle Aktion erheischen könnten, Vereinbarungen getroffen worden zwischen der fran­zösischen und italienischen Regierung. Die Blätter, welche dieses Gerücht verzeichnen, behaupten, eS sei offiziöse» Ursprungs.

Wie», 29. April. Man erfährt aus zuverlässiger Quelle, daß Kaiser Franz Josef in den allernächsten Tagen seine Einwilligung geben wird, daß der Erz­herzog Franz Ferdinand sich mit der Gräfin Chotek in morganatischer Ehe vermählt.

Graf und Gräfin Lonyay treffen in Gries bei Bozen ein, wo sie mit der Erzherzogin Elisabeth Zusammentreffen.

Der Kaiser hat dem vom Ministerpräsidenten von Körber entworfenen und von dem gesamten Ministerium gebilligten Sprachen-Gesetzentwurf die Genehm ig- nng zur Vorlegung in beiden Häusern des Reichsrates er­teilt. Für den Gesetzentwurf erklärte sich auch der Lande-- marschall von Böhmen Fürst Lobkowitz.

Wie verlautet, wird Kaiser Franz Josef dem deutschenKronprinzen anläßlich seiner GroßjährigkeitS-

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Der Krieg in Südafrika.

Die Verfolgung der Buren im Rücken des Bloemfonteiner Heeres scheint nun so ziemlich zum Ab­schluß gekommen und für die Engländer ganz ergebnislos verlaufen zu fein. DerTimesTimes" wird aus Bloem­fontein telegraphiert, daß General French am Donners­tag die Verfolgung fortfetzte, aber nach der Meldung Ha­miltons, er habe die Buren Mittwoch mit Granaten­feuer auf lange Schußweite angegriffen, sei wahrscheinlich, wenig Aussicht, ihnen eine wirksame Züchtigung zuzufügen. General Botha, der am Montag in Dewetsdorp ankam, begriff die Lage sofort und ordnete den unverzüg­lichen R ü ck z u g der Burenstreitkräfte, einschließlich der­jenigen vor Wepeuer an. Die Mehrzahl der Truppen zog sich auf der Straße nach Ladybrand zurück. 750 Mann vom schweren Train derselben haben Kronstadt von Süden aus erreicht. Nur wenige leichte Trainwagen blieben zurück.

Nach einer Meldung aus Aliwal North ist die Verbindung mit Wepener wiederhergestellt.

Eine Depesche desManchest. Guardian" vom 27. April besagt, die Buren hätten Thabauchu geräumt und sich nach Osten zurückgezogen; Hamiltons berittene Infanterie habe die Staot besetzt.

Eine Abteilung Dragoner der Division des Ge­nerals French soll von den Buren bei Rapuilskop östlich von Thabanchu aufgerieben oder gefangen genommen worden sein. Das Londoner Kriegsamt behaup­tet freilich, eine Bestätigung dieser Meldung bisher nicht erhalten zu haben.

Wahrscheinlich zur Beruhigung der englischen Zei­tungsleser wird jetzt wieder einmal von Vorbereitungen! zum Entsätze Mafekings gemeldet: Nach Londoner! Meldungen verlautet, in Kimberley werde eine starke Ko­lonne unter General Hunter demnächst aufbrechen, um Mafeking zu entsetzen. Die Streitkraft werde voraussicht­lich scharfe Kämpfe zu bestehen haben, aber wenn Me - thuend'ie 6000 Mann starke Burenstreitkraft bei Four- teenstreams in Schach halten könne, könnte erstere den Baalfluß bei Barklywest leicht überschreiten und von da I nach dem 200 Meilen entfernten Mafaking marschieren. I Vvn Kimberley nach Warrenton sei die Eisenbahn in I viollem Betriebe unter englischem Schutz.

Ueber die Johannesburger Explosion wird I gemeldet: Einem Johannesburger Telegramm derKöln. I Ztg." zufolge sind bei der Explosion der Geschützgießerei I 70 Personen umgekommen. Unter den Verwun- I beten befindet sich der Deutsche Otto Oldenburg aus i Berlin. Unbeachtet der bedeutenden Beschädigungen wird I hie Arbeit in kurzer Zeit wieder ausgenommen werden) I können, Aus Lorenzo Marquez wird gemeldet, daß in I dieser Angelegenheit 20Personen verhaftet wurden und I mehreren anderen das Verlassen des Landes untersagt) I worden ist.

Aus besonderer Wiener Quelle erfahren dieDresd. I Reuest. Nachr": Die Konferenz des' niederländischen I Ministers des Aeußern de Beaufort mit den Mitgliedern! | der Burengesandtschaft hatte, wie in Wiener diplornati- I Men Kreisen versichert wird, ausschließlich den Zweck, die | Burenmission von der Aussichtslosigkeit ihrer Bemühun- I gen, eine der europäischen Mächte zu einer direkten Inter-- I vention zu veranlassen, zu überzeugen. Minister Beaufort I hat auf dringenden Wunsch der Burenmission sich an die | Kabinette von Deutschland, Oesterreich, Frankreich und I Rußland gewandt und von allen Seiten unter erneutem! I Hinweis auf die vorausgegangene Neutralitätserklärung I dieser Mächte die Auskunft erhalten, daß ein Eingreifen I in die südafrikanischen Vorgänge ein Ding der Unmöglich- I feit fei. Nach der augenblicttichen Kriegslage sei es vielmehr I angebracht, daß die föderierten Staaten den Engländern I zu einem Friedensschlüsse die Hand bieten, der ihnen, wenn I aüch nicht ihre Unabhängigkeit, so doch ein rasches Ende I des ans die Dauer doch unnützen Blutvergießens sichere, I Es ist wahrscheinlich, daß die Burengesandtschaft auf diese I entmutigenden Mitteilungen hin in die Heimat zurück- I kehren wird, nachdem sie vorher auf ihrer Rundreise an I die Hauptzentren der für die Buren thätigen Unterstütz- I ungs-Komitees den Leitern dieser Komitees ihren persön- I lichen Dank ausgesprochen hat.

Vor der Wohnung der Mitglieder der Burenkommission I in Haag hat am Abend eine große Kundgebung statt- I gefunden, an der sämtliche Musikgesellschaften von Haag I und Umgegend sich beteiligten.

Der Generalrat des französischen Departements Haut- I Saone hat einstimmig eine S y m p a t h i e a d r e s s e für I die Buren angenommen.

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Telegramme deS Gießener Anzeigers.

London, 30. April. Aus Thabanchu wird vom I 28. ds. gemeldet: General Rund le ist gestern hier ein- I getroffen ohne während seines Vordringens mit Buren zu- I sammengestoßen zu sein. Dieselben befinden sich in nord­östlicher Richtung der Stadt.

London, 30. April. Aus Aliwal North wird ge­meldet: Die Stadt Rouxville ist beinahe gänzlich ver- I lassen und die Stadtbehörden existieren nicht mehr. Die I Einwohner wissen nicht, unter welchem Präsidenten sie sich befinden. Im Gefängnis befinden sich 3 Gefangene. Der Gefängnis-Inspektor erklärte, er habe von Nie­mandem Auftrag erhalten, sie mit Nahrung zu versehen. Zahlreiche Buren des Distriktes Rouxville sind nach ihren Farmen zurückgekehrt; auch viele Nachzügler sind in der Umgegend gesehen worden. Man behauptet Kommandant Olivier sei am 23. April bei Wepener verwundet worden.

London, 30. April. ..Daily Mail" meldet ans Lorenzo Marquez, die Buren hätten keineswegs vor, Kron- I stadt zu verteidigen.

London, 30. April. Die heutigen Morgenblätter geben I zu, daß die Buren bei Wepener jedenfalls der ihnen I gestellten Falle entschlüpft sind. Sie loben den General I Botha wegen seiner Kriegslist, und beglückwünschen sich andererseits dazu, daß die Besatzung von Wepener den Buren nicht in die Hände gefallen ist. Auch sprechen sie |

ums sollte die Kompromißfassung durch die Minister Graf Posodowsky und Freiherr v. »ammerftein befürwortet werden und voraussichtlich die Zustimmung des Staats­ministeriums finden. Diese Formulierung, in erster Reihe die Aufhebung des unbedingten Verbots von Pökelfleisch, wird sodann durch die Mehrheitsparteien als Antrag zur dritten Lesung im Reichstage eingebracht werden Noch in nächster Woche soll die dritte Lesung des Fleischbeschau^ geseües auf die Tagesordnung gesetzt werden. gu dieser Meldung über das Fleischbeschaugesetz schreibt dieDeutsche Tageszeitung": Wir heben demgegenüber nochmals hervor daß die konservative Partei keinen Auftrag zu irgend welchen Kompromißverhandlungen er* teilt hat. Ob mit dem Zentrum und den NationalliberaleK verhandelt wird, und ob diese Unterhandlungen auf Auf­trägen der betreffenden Parteien beruhen, entzieht sich unserer Kenntnis. Daß die Fleischbeschauvorlage im Lause der kommenden Woche in dritter Lesung im Reichstage beraten werden könnte, ist nach Lage der Sache aus­geschlossen.

DerPost" zufolge hat man an maßgebender Stelle beschlossen, die den Rhein befahrende Torpedoflotille nicht blos bis Koblenz den Rhein aufwärts führen zu lassen, sondern wenn es die Wasserverhältnisse gestatten, bis Straßburg.

_ Köln, 29. April. Das Bürgerkomitee beschloß, den Befehlshaber der nach Köln unterwegs befindlichen Tor- pedobootdivision, Kapitänleutnant Funke, zu er» suchen, die Fahrt derart einzurichten, daß die Flotille am Donnerstag Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr in Köln ein trifft. Das Komitee wird auf einem Rheindampfer der Flottille bis zur Stadtgrenze unterhalb Mühlheim ent­gegenfahren, Salutschüsse austauschen und alsbald mit der Flottille am Kölner Werst vor Anker gehen, wo am Land die lo ffizielle Begrüßung stattfindet. Während des drei­tägigen Aufenthalts sind große Festlichkeiten geplant. Als­dann fährt ein Teil der Boote rheinaufwärts bis B i n g e n. Auf der Rückfahrt legt die gesamte Flotte in Düsseldorf an.

Deutsches Wich.

I Berlin, 30. April. Der Kaiser will sich, wie die I HamburgerKorrespondenz Meyne" aus Hofkreisen er­fahren haben will, am 18. Oktober in der Schloßkirche I Königsberg als König von Preußen krönen lassen. | Anläßlich der Krönung würden große Festlichkeiten ver- I anstaltet, wozu zahlreiche deutsche Fürstlichkeiten eingeladen I werden. Die Hofchargen seien bereits von der Abhaltung I der Festlichkeiten in Kenntnis gesetzt. (Haben denn die I Hundstage jetzt schon angefangen in Hamburg? D. Red.) I Die Kabinettsordre, die General v. Kessel I im Auftrage des Kaisers dem Grafen Waldersee überreichte, hat folgenden Wortlaut:

Mein lieber General-Oberst! Ich spreche Ihnen I 5U dem morgenden Tage, an welchem Sie vor 50 Jahren I in die Armee eintraten, Meine aufrichtigsten und herz- I lichsten Glückwünsche aus. Es ist Mir eine angenehme Pflicht, Mich hierbei der ausgezeichneten Dienste zu er­innern, welche Sie in dieser langen Zeit Ihren Königen | und der Armee geleistet haben. Es war Ihnen vergönnt, schon zu Meinem in Gott ruhenden Herrn Großvater in nahen Beziehungen zu stehen unb Seines besonderen I Vertrauens in ernster, großer Zeit sich zu erfreuen. Wie Sie diesem Vertrauen allezeit bei den verschiedensten und wichtigsten Aufträgen voll entsprochen haben, so haben Sie fich auch in den höchsten, verantwortungsvollsten Stellungen, als Chef des Generalstabes der Armee wie als kommandierender General des 9. Armeekorps, rühm­lichst bewährt. Die Erinnerung an diese Ihre reichen Verdienste wird unvergessen bleiben. Mir aber gereicht es zur besonderen Freude, Ihnen heute Meine dankbare Anerkennung und Meine warme Wohlgeneigtheit dadurch zu bethätigen, daß Ich Ihnen die hierbei erfolgenden ; Brillanten zu Meinem hohen Orden vom Schwarzen | Adler verleihe. Ich verbleibe immer Ihr wohlgeneigter

Wilhelm".

Karlsruhe, 26. April 1900.

Ferner sandte der Kaiser folgende Depesche aus Karlsruhe-Schloß:

Herzlichen Glückwunsch zu heute! Möge Gott Sie Meiner Armee und Mir noch lange erhalten und Sie Ihren fiöhlichen Wagemut, Ihr unermüdliches Arbeiten und Ihren unverwüstlichen Schneid Meinen Offizieren einimpfen".

Zum Ehrendienst beim Kaiser Franz Jo- s e f für die Tage feiner Anwesenheit in Berlin werden I kommandiert: v. Lin deq nist, kommandierender Ge-I neral des 18. Armeekorps; Generalmajor Graf v. Hül- I sen - Haefeler, Oberst und Flügel - Adjutant von I Schwärzkoppen, Kommandeur des Kaiser Franz | Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2, Oberstleutnant v. Me - I chow, Kommandeur des Husaren-Regiments Kaiser Franz I Josef von Oesterreich, König von Ungarn (Schleswig-Hol- I steinischen) Nr. 16, Rittmeister und Flügeladjutant von! Bülow, Militärattachee bei der Deutschen Botschaft in I Wien. Rittmeister Graf Breda ist, wie aus Großwardein I telegraphiert wird, nach Wien abgereist, um als Vertreter I des Husaren-Regiments Wilhelm II., Deutscher Kaiser und I König von Preußen, in das Gefolge des Kaisers Franz I Josef eingereiht zu werden. Am 5. Mai findet nach | dem Scharfschießen bei Jükerbog dort ein Früh- I stück statt, abends diniert Kaiser Franz Josef bei seinem I Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2. Am Abend des 6. Mai I gedenkt er dann Berlin wieder zu verlassen und nach Wien I zurückzukehren. Kais er Wilhelm begiebt sich gleich! darauf nach Ur Ville.

Gegen den kaiserlichen General-Konsul in I Kapstadt, Dr. Focke, waren vor einiger Zeit Vorwürfe | laut geworden, deren Unbegründetheit an der Hand eines I amtlichen Berichtes dargethan werden konnte. Neuerdings I werden im einer Reihe von Blättern abermals angebliche I Aeußerungen und Handlungen berichtet, durch die oer Ge- I neral-Konsul sich eines pflichtwidrigen Mangels an natio- I nater Gesinnung schuldig gemacht haben soll. Es entspricht I nicht, so schreibt dieNordd. Allg. Ztg.", den Gepflogen- I Heiten im auswärtigen Dienst, einen Beamten preiszu- I sieben, bevor er Gelegenheit erhalten hat, sich auf die gegen I ihn erhobenen Vorwürfe zu rechtfertigen. Zu solcher Recht- I fertigung ist auch dem General-Konsul Focke sogleich nach I dem Bekanntwerden der neuen Beschuldigungen aufgefor- I dert worden. Es wird von dem Aufschluß des General- I Konsuls abhängen, ob sich die Konsulatsbehörde zu Maß- I regeln wegen seines Verhaltens veranlaßt sehen wird I ober nicht.

Der Vorstand des Deutschen Landwirt-I schastsrats hat dem Bundesrat, dem Reichstage und I den deutschen Staatsregierungen eine Denkschrift zu dem I Gesetzentwurf, bett, die Schlachtvieh- und Fleisch - I beschau, unterbreitet. Düe Denkschrift zerfällt in zwei I Abschnitte; der erste behandelt die hygienische und veteri- I ncirpolizeiliche Seite der Schlachtvieh- und Fleischbeschau, I der zweite erörtert ihre wirtschaftliche Seite. Diese tvirt- I schaftliche Untersuchung erstreckt sich auf folgende vier I Punkte: 1. die Leistungsfähigkeit der inländischen Vieh- I Kucht für die Ernährung der Bevölkerung; 2. die Einfuhr I Fleisch- unb Fleisch waren mit Rücksicht auf bie De- I schlüsse des Reichstages; 3. die Beteiligung der Parzellen- I betriebe, Bauernwirtschaften und Großbetriebe an der I Viehproduktion im Deutschen Reich; 4. den Wert der in- I ländischen Fleischproduktion. Die Denkschrift schließt mit I oer Bitte, daß alle für ben obigen Gesetzentwurf maßgeben- I den Stellen bie Darlegungen des Landwirtschastsrats ernst- I M prüfen und danach die für das Wohl der Landwirtschaft I bedeutsame Entscheibung treffen mögen.

Wie ein parlamentarischer Berichterstatter zuver- I Lanig erfahren haben will, ist über eine anbere I Zleischbeschaugesetzes nach lcm- I aeren Verhanblungen eine Verständigung zwischen I Grcifen Posadowsky unb ben Vertre- I tern der Mehrhettsparteien des Reichstags erzielt worden. I ^n der gestrigen Sitzung des Staatsministeri-I