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Deutscher Reichstag.

155. Sitzung vom 27. Februar. 1 Uhr.

Auf der Tagesordnung steht zunächst das Extraordinarium des Militäretats.

Bei einer der Forderungen für Bekleidungs- und AuSrüstungswesen fragt Abg. Boeckel (Antis.), welche Erfahrungen mit Bekleidungsstücken aus Leder gemacht seien, das mit ausländischen Gerbstoffen gegerbt worden sei.

Generalmajor v. Heering en entgegnet, daß dieselben keine günstigen gewesen seien. (Hört! Hört!).

Abg. Möller (nl.) meint, das könne ja auch an faer Methode liegen, wie gegerbt worden sei, als an dem dazu verwendeten Material.

Bei der Forderung einer ersten Neubaurate für eine Feld­artilleriekaserne in Küstrin entsteht eine längere Debatte. Die Kommission hat die Forderung gestrichen.

Von einer Reihe von Abgeordneten liegen Anträge auf Be­willigung vor.

Der Titel wird auch schließlich bewilligt.

Bei der Forderung von 20 Millionen als erste Rate zur Vervollständigung der wichtigeren Festungsanlagen beleuchtet und bemängelt Abg. Gröber (Zentr.) die Höhe dieser Summe und die rasche Steigerung dieser Ausgabe von 21/2 Millionen von 7 Jahren bis auf gegenwärtig 20 Millionen.

Minister von Goßler bittet um Bewilligung der Forderung Die Erfahrungen zeigten doch, daß solche befestigten Positionen das Gros sehr lange aufzuhalten vermöchten.

Der Titel wird bewilligt, auch im übrigen tritt das Haus- überall den Beschlüssen der Budgetkommission bei.

Damit ist der Militäretat erledigt. ES werden alsdann noch die von der Kommission beantragten Resolutionen angenommen, betr. die Sprache, in der Soldaten beichten, betr. Erhöhung des Ankaufs­preises für Remontepferde und betr. Versetzung der Stabshoboifien in die Servistlaffe der Feldwebel.

Es folgt die erste Beratung der Vorlage betr. Bestrafung der Entziehung (Diebstahls) elektrischer Kraft mittelst eines Leiters, der zur ordnungsmäßigen Entnahme elektrischer Arbeit nicht be­stimmt ist.

Die Abgg. Esche (nl.), Müller-Meiningen (frs. Vp ) und Gröber (Zentr.) stimmen der Tendenz der Vorlage zu, abgesehen von jurifHfäm Bedenken wegen der Fassung. C1 ,

Abg. Stadthagen (Soz.) hält es für viel notwendiger, ehe man die elektische Arbeit schütze, die menschliche Arbeit zu schütz n, z. B. gegen schwarze Lasten. (Lachen.)

Die Vorlage geht hierauf an eine Kommission.

Es folgen Petittonsberichte. Bei der Mehrzahl derselben schlicht sich daS Haus ohne Debatte den Vorschlägen der Kom­mission an.

lieber eine Petition, betreffend die kommunale Besteuerung der Konsumvereine, beantragt dir Kommission Uebergang zur Tagesordnung.

Abg. Wurm (Soz.) empfiehlt einen Antrag auf Ueberweisuvg zur BerückstLtigung an den Reichskanzler. In Sachsen feien von den Gemeinden vielfach geradezu Erdrosselungssteuern gegen die Konsumvereine eingeführt worden. DaS stehe in offenbarem Wider­spruch mit der Reichsgewerbeordnung. . ,

Sächsischer Bevollmächtigter 0. Fischer stellt, die Angriffe des Vorredners auf die sächsische Regierung zurückweisend, fest, dme habe laut Verordnung eine Sonderbesteuerung der Konsumvereine nnb großkapitalistischen Vereinigungen nur zugelassen zu dem Zweck, um einen Ausgleich zu schaffen, falls in einer Gemeinde den Klein gewerbetreibenden das Arbeiten durch eine Ueberausdehnung der Thätigkeit jener anderen GefchäftSbetriebsformen fast unmöglich ge­macht werde. .

Abg. Oertel- Sachsen (kons.) wendet sich ebenfalls gegen dm Wurm'schen Standpunkt. Er bittet, den Antrag Wurm abzulehnen.

Nächste Sitzung morgen 1 Uhr. Tagesordnung: Dritte Lesung des Antrages auf Aufhebung des Diktatur-Paragraphen in Eisatz- Lothringen; Antrag, betr. Lmdeswahlgesetz in Elsaß Lothringen, unfr Petitionen.

Schluß gegen 6 Uhr.

schreiben überreicht, mit der Mitteilung, daß er sich ^ilgungSlos ergebe. Roberts erwiderte, Cronje möge ^selbst ins britische Lager kommen. Seine Truppen müßten nach Niederlegung der Waffen aus dem Lager herauskommen. Cronje erschien um 7 Uhr morgens und bat um freundliche Behandlung, sowie darum, daß seine Frau, sein Enkel, Privatsekretär, Adjutant und Diener ihn begleiten dürften, wohin er auch geschickt würde. Roberts beruhigte ihn und sagte, daß er die Bitte gewähre. Ein höherer Offizier würde mit Cronje nach Kapstadt gesandt werden, der für respektvolle Behandlung zu sorgen hätte. Cronje fährt heute nachmittag nach Kapstadt ab. Die gefangen genommenen Burentruppen gehen eingeteilt in Kommandos unter den eigenen mitgefangenen Offizieren heute nach Modderriver- Station ab und werden von dort abteilungsweise mit der Eisenbahn nach Kapstadt gebracht.

Die Nation nahm den Erfolg Roberts ruhig auf. Nach den ersten Kundgebungen der Befriedigung kam es zu keinem weiteren Zeichen der Freude außer dem Aufstecken von Flaggen und der Illumination der Häuser. Das tatsächlich vorherrschende Gefühl ist das der Befriedigung, nicht der Ueberhebung. Es wird vollkommen anerkannt, daß der Feldzug jetzt erst begonnen hat. Die gefangenen Offiziere der Buren, von Cronje abgesehen, sind: Ober­kommandant Wolverams, die Kommandanten Roos, Maartens, Woest, Versler, Jooste, die Feldkornets Albert, Bande, Bosman, Lemmer, Badenhorst, die Skandinavier Erich, Haltings, Vanter, Terblanche, De Villiers, Duplessis, Sneyman, Arnoldi, Jooste, Enslin, Wolverans, Joeveraus, Uing Marce, Botha, Grobler, unter den Freistaatburen Wordan, Kok, Villiers, Sueyman, Meintjes, I. Cronje, Oosthusen, Vaulye, Nieuwenthal, Kvick, I. Kvick, Bander- walt, Kommandant der Artillerie Major Albrecht, die Leut­nants van Heister, O. Dewitz, van Angersten.

Ein weiteres Telegramm des Lord Roberts von heute besagt: Die Zahl der gefangenen Buren beträgt etwa 4000 Mann. Hiervon sind 1150 Freistaatburen, der Rest Transvaalburen. Von Offizieren sind 29 Transvaaler und 18 Freistaater gefangen genommen. An Geschützen sind erbeutet 3 75-Centimeter Kruppgeschütze, 9 Einpsünder, 1 Maximgeschütz aus Transvaal, 1 Krupp- und 1 Maxim- geschütz aus Oranjefreistaat. Das Kriegsamt veröffentlicht die Verlustliste, der zufolge die Zahl der bei Paarde- b'er g Verwundeten 740 beträgt, sowie die Ergänzungsliste, nach der die Zahl der Verwundeten sich um 6 erhöht.

Ein Spezialkorrespondent desManchester Guardian" telegraphiert vom Modderflusse vom Freitag:Ich war gestern in

Kimberley

und fand die Einwohner immer noch hauptsächlich auf I Pferdefleischrationen angewiesen; wenig Gemüse und Milch I war zu haben. s)hir wenige farbige Kinder unter zwei I Jahren sind am Leben geblieben. Die Sterbeziffer unter | den Schwarzen ist 20 Prozent, unter den Weißen 5 Prozent. I Die Moral der Einwohner blieb gut bis zum 7. Februar, I als die Buren ein sechszölliges Geschütz aufsuhren und I bis zum 15. Februar bisweilen 70 Schuß täglich abfeuerten. I Das Feuer aus der großen Kanone demoralisierte und I entmutigte die Bevölkerung. Beinahe 2000 Leute suchten | in den Minen Zuflucht. Nahrungsmittel kommen jetzt I immer noch langsam herein. Die Preise sind enorm. Die I Stadt ist immer noch unter dem Kriegsgesetz, weil man den I Holländern nicht traut. Wer kann, verläßt die Stadt." I Das ist ein merkwürdiger Entsatz, bei dem die Entsetzten I dem Verhungern itad), wie vor nahe sind! Auch Cecil Rhodes I ist noch in Kimberley und hält dort Vorträge. Ist die I Lage vielleicht noch so, daß Vorräte in die Stadt nicht I hinein- und Rhodes nicht heraus kann? Oder aber der I ungekrönte König von Südafrika bleibt, dem Landfrieden I nicht trauend, freiwillig und ißt nach wie vor Beefsteaks I von Pferdefleisch, um seine in Kimberley aufgestapelten I Schätze weiter zu bewachen.

lieber die nette Schlappe Gatacres

bei Sterkstrom (Norden der Kapkolonie, östlicher Teil) wird I derCentral News" noch gemeldet: Gatacre unternahm I am Freitagmorgen eine gewaltsame Rekognoszierung nach I Stormberg. Er hatte fünf Kompagnien des Derbyshire- I Regiments, vier Kompagnien berittene Infanterie und acht I Geschütze bei sich; dazu kamen noch sechzig Mann von I Montmorencys Kundschaftern. Vom Rooikophügel bei I Stormberg aus eröffnete die Artillerie der Buren zuerst I das Feuer. Gatacres Artillerie antwortete, und während I dieses Artilleriekampfes rückten Montmorencys Kund- I sihafter vor, um einen beherrschenden Punkt auf dem I Höhenrücken zu nehmen. Sie ließen ihre Pferde am Fuße I der Anhöhe zurück, kletterten zum Hügel hinauf und be- I fanden sich dort plötzlich unerwartet einer großen Anzahl I Buren gegnüber, welche gleichzeitig auf einer anderen Seite I der Anhöhe heraufgestiegn waren. Beide Parteien feuerten I und auf beiden Seiten fielen Leute. Man suchte Deckung, I die Buren näherten sich aber auf kluge Weise der Flanke I von Montmorencys Kundschaftern und beschossen sie in I mörderischer Weise. Montmorencys Leute hielten dies eine I Weile aus, flüchteten dann aber zu ihren Pferden, allein I nun fanden sie, daß die Buren ihnen schon 14 Pferde I abgeschnitten hatten. Bei diesem Kampfe ist auch Haupt- I mann Montmorency gefallen. Nachdem Gatacres Artillerie I noch sechs Stunden lang gefeuert hatte, wurde Befehl zum I Rückzug gegeben.

Aus Sterkstrom meldet dieExchange Telegraph Com- I Pany": Von den Brabant scheu freiwilligen Reitern haben I von der ersten Schwadron 50 Prozent ihre Entlassung I genommen, nachdem ihre dreimonatliche Dienstzeit ver- I strichen ist. Sie geben verschiedene Gründe an.

(general Buller

hat wieder von sich hören lassen, aber es ist wieder nur I eine Verlustliste, die er nach London kabelt. Er meldet, I daß in den Kämpfen vom 20. bis 24. d. M. 7 Offiziere' I unter ihnen 3 Obersten, getötet und 34 (!) Offiziere ver- I mundet worden sind. Ein Offizier wird vermißt. Von den Verlusten an Mannschaften schweigt dieses Sängers Vorsicht, oder auch, wenn man will, die Vorsicht des Kriegsamts. Sie müssen bedeutend gewesen sein, wie aus

I einem Telegramm desDaily Mail" aus Colenso vom I 24. Februar hervorgeht. Da heißt es: Trotz der bei unserem I Vorrücken aus geübten Vorsicht geriet Mittwoch nachmittag I doch ein Teil des Somerset-Regiments in eine kritische I Lage. Die Leute rückten gegen einige Hügel auf der rechten I Front vor und marschierten so n-eit, daß die auf Grobelaars I Kloof verschanzten Buren leicht auf sie feuern konnten. I Die Buren eröffneten ein heftiges Gewehrfeuer, welches I unsere Leute zu erwidern versuchten. Sie verloren hun- I dert Mann, darunter drei Offiziere tot, doch behaupteten I sie ihre Stellungen bis zur Dunkelheit und zogen sich dann I während der Nacht zurück. Die Buren feuerten Salven in I die geräumten Stellungen. Donnerstagabend wurde die | vorgeschobene Stellung des Lancaster-Regiments unter I Grobelaars Kloof zweimal von den Buren angegriffen.

Dieselben unternahmen entschlossene Sturmangriffe, wur- I den aber zurückgetrieben. Unsere Verluste betrugen hierbei I hundert Mann. Der Kampf am Freitag war hauptsächlich I charakterisiert durch einen glänzenden Angriff der irischen I Brigade unter Führung der Jnniskilling-Füsiliere auf die I Hügel auf der rechten Flanke. Trotz der größten Tapfer- I keit gelang es unseren Leuten nicht, alle uns entgegen- I stehenden Stellungen vor der Dunkelheit zu nehmen. I Unsere Leute hatten schwere Verluste, da die Buren in stark I verschanzten Stellungen waren. Seit wir das hohe Terrain I aufgegeben haben, um über den Tugela zu gehen, haben I wir den Angriff thatsächlich wieder von vorn angefangen und zwar gegen schwierige Stellungen, welche stark besetzt

I zu sein scheinen.

Aus Nelthorpe wird Freitag über Colenso tele- phiert: Wir haben jetzt seit 10 Tagen und meist auch nachts beständig gekämpft und haben nunmehr endlich unser Ziel in Sicht bekommen (?). Namentlich während der letzten vier Tage leisteten die Buren verzweifelten Widerstand. Wir Heven sie jetzt in die letzte Felsenreihe getrieben, die uns von dem Umbulwane-Berg trennt. Dort jedoch hält der Fcmd mit unerschütterlicher Zähigkeit stand. Unsere Aufgabe ist schon dank der Beschaffenheit des Bodens außer­ordentlich schwer und gefährlich. Eine weitere große Schwierigkeit erwächst den englischen Truppen daraus, daß unsere Front sich vier Meilen lang über zerklüftetes, hügeliges Land erstreckt, wo man einem mit aller erdenk- i liehen Energie kämpfenden Feined gegenüber unausgesetzt auf Ueberraschungen und nächtliche Ueberfälle gefaßt sein muß. Der englische Vormarsch wird auch weiterhin nur , sehr langsam erfolgen können.

In Erwartung des Eintreffens der Bullerschen Ent­satzarmee hat die Besatzung von Ladysmith einen neuen Ausfall gewagt, der wiederum mißglückt ist.

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Berlin, 27. Februar. TerVoss. Ztg." wird aus London über Cronjes Lage vor der Kapitulation berichtet: Eine Kapstädter Drahtung meldet, daß die Buren sich zu­sammenziehen, um Bloemfontein zu verteidigen. Eine Paardeberger Depesche derDaily Mail" vom 25. Februar sagt, die Burenstellung sei nunmehr fast ausschließlich auf das Flußbett beschränkt. Die Zahl der Belagerten wird auf 4000 geschätzt. Der Feind sei gänzlich auf die Gnade der Engländer angewiesen. Das Ende sei unvermeidlich, I aber Roberts behandele ihn aus Gründen der Menschlich- I leit mit großer Rücksicht. Drahtungen aus Chieveley I melden derVoss. Ztg.", Buller treffe Anstalten zur Er- I stürmung der letzten starken Burenstellungen vor Lady- I smith. Ein Heliogramm von dort vom 26. d. M. bekundet, I es herrsche dort die größte Erregung und Freude infolge I der Aussicht auf schleunigen Entsatz/Bullers Kolonne soll I sechs Meilen von Ladysmith stehen. Die Schiffskanonen I der Besatzung unterhielten ein heftiges Feuer auf den I Bulwana. Die Buren träten den Rückzug an. Dem I Berl. Tagebl." gehen nachstehende Meldungen aus Lon- I don zu: In dem Nachtgefecht vor Ladysmith vom22. zum I 23. Februar soll ein Enkel des Präsidenten Krüger ge- I fallen sein. Die Dubliner Füsiliere sollen besonders schwer I gelitten haben. Auch am 23. scheint das Ziel nicht erreicht I worden zu sein, da am 24. unter schweren Verlusten an I Offizieren weiter gekämpft wurde, lieber das Resultat der I auch am 25. fortgesetzten Kämpfe liegen keine definitiven I Nachrichten vor; doch sollen die Buren die Vorräte und | Munition jenseits des Klipflusses transportiert haben. I Demselben Blatte wird aus Wien mitgeteilt, daß eine I englische Kommission in Ungarn 3000 Pferde für fünf I Millionen Kronen angekauft habe. In dem Telegramm, I welches Lord Roberts heute morgen über die Ergebung I Cronjes an das Kriegsministerium gerichtet hat, heißt es I am Schlüsse:Ich hoffe, die Regierung der Königin wird I dieses Ereignis, das sich am Jahrestage der Schlacht bei I Majuba-Hill vollzieht, als befriedigendes betrachten." I DerLok.-Anz." berichtet aus London: Nach einer Mel- I düng aus Ladysmith vom Samstag ist die Garnison ge- I duldig. Die Verteidigung ist über alles Lob erhaben. I

Wien, 27. Februar. In hiesigen diplomatischen I Kreisen zirkuliert bas Gerücht, daß, nachdem die Eng- I länder durch die Gefangennahme Cronjes einen entscheiden- I den Erfolg erzielt haben, die Großmächte ernstlich Ver- I Mittelungsversuche in London unternehmen werden und | diesbezüglich bereits einleitende Schritte unternommen | haben.

Telegramme desGießener Anzeiger".

London, 28. Februar. Der Zu stand des Generals Knox hat sich gebessert. General Macdonald wird in einigen Tagen im stände sein, das Kommando über seine Truppen wieder zu übernehmen. Die Verluste der kanadischen Abteilung betragen 8 Tote und 3 Verwundete.

Berlin, 28. Februar. DasBerliner Tageblatt" meldet aus Brüssel: Die Kapitulation Cronjes kam der hiesigen Transvaal-Gesandtschaft nicht unerwartet. Trotz der abgesandten Verstärkungen, die jedenfalls un­genügend waren, war die Lage Cronjes in den lettzen Tagen eine verzweifelte. Nunmehr wird General Joubert die Vorwärts-Konzentrierung aller Buren-Truppen nach dem Vaalflusse beschleunigen, woselbst er die wichtigste Defensiv-Stellung zu errichten gedenkt. Die hiesigen Trans­vaal-Kreise glauben an eine hartnäckige Fortsetzung des Krieges, außer wenn England einen annehmbaren Frieden bietet. Man glaubt, daß die englischen Truppen ungehin­dert bis Bloemfontein kommen werden.

Berlin, 28. Februar. Die Stimmung in Eng­land giebt folgendes Telegramm desLokal-Anzeiger"

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wieder: Roberts Kundschaft, die sich gestern vormittag wie ein Lauffeuer durch die Stadt verbreitete, erregt überall 1 unbeschreiblichen Freudentaumel; besonders auf der Börse vor dem Lordmayor-Palais und dem Maison-House spielten sich Szenen frenetischer Begeisterung ab, zumal Roberts durch den Hinweis auf Majuba das hier herrschende Ge­fühl getroffen hat. Besonders freudige Erregung herrschte auch im Kriegsministerium. Aehnliche Freudenszenen spiel­ten sich in allen Städten ab. Die öffentlichen Gebäude und Kirchen sind beflaggt und von allen Kirchtürmen er­schallt Glockengeläut. Weitere Telegramme aus England melden, daß überall Freudenfeuer leuchten.

Berlin, 28. Februar. Aus London wird gemeldet: Roberts telegraphierte, daß die Anzahl der Gefangenen ca. 4000 Mann betrage, wovon 1500 Freistaat-Buren sind. Sechs Geschütze sind erobert worden. Cronje wird nach K a p st a d t gebracht. Nach einem weiteren Telegramnr Roberts befindet sich Major Albrecht unter den Gefan­genen. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß Frenchö Kavallerie-Division auf Blömfontein vorrückt. Präsident Stein habe an Krüger telegraphiert, ob Roberts nur noch zwei Stunden von Blömfontein entfernt wäre. Es würde schleunigst Hilfe kommen.

Berlin, 28. Februar. Wie dasBerl. Tgbl." aus London meldet, herrscht in offiziellen Kreisen viel Verdruß, daß Marschall Roberts bei ber lieber« gäbe Cronjes nur sechs kleine Kanonen erbeutet hat. Im Kriegsamt ist man geneigt zu glauben, daß Cronje seine großen Kanonen entweder in Magerssontein oder Paardeberg vergraben hat.

Brüsse l, 28. Februar. Die Nachricht von der Ge­fangennahme der Armee Cronjes hat hier äußerst peinlich berührt.Jndependance beige" meint, England müsse sich nicht einbilden, den Feldzug jetzt bald be­endet zu haben. Das Blatt sagt, das Operationsfeld ist schließlich nur verschoben worden. Die Buren sind im stände, erfolgreichen Widerstand am Vaalflusse, dem Grenz­flüsse zwischen Transvaal und dem Freistaat zu leisten, wo die Engländer schon früher entsetzliche Niederlagen er­litten haben. Die Fortsetzung des Krieges wird England noch ungeheure Opfer kosten, und die Worte des Präsidenten KrügerDie Welt wird erstaunt sein, mit welchen Opfern Enaland seinen Feldzug bezahlen wird" werden sich noch balo bestätigen.

Paris, 28. Februar. Die amtliche Bestätigung der Niederlage Cronjes hat hier allgemeines Bedauern hervorgerufen. In politischen Kreisen ist man fest davon überzeugt, daß die Großmächte eine voll­ständige Niederlage der beiden Buren-Republiken nicht zu« lassen werden, und daß jedenfalls eine etwa geplante Annexion Transvaals und des Oranje-Frei­staates seitens Englands verhindert werden wird.

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