Deutsches Reich.
Berlin, 30. Januar. Das Kaiserpaar ist gestern abend 9 Uhr 40 Minuten aus Primkenau zurückgekehrt. Auf dem Bahnhofe nahm der Kaiser die Meldung des englischen MilitärattacheeS, Oberstleutnant Griffon, vor seiner Abreise nach Loudon entgegen. Heute morgen unternahm der Kaiser den üblichen Spaziergang, hatte dann eine Besprechung mit dem Staatssekretär Grafen Bülow und hörte, ins Schloß zurückgekehrt, die Vorträge des Generals v. Hahnke und des Chefs des Admiralstabes der Marine v. Diederichs.
— Der Führer der freisinnigen Partei in Lippe, Justizrat Asemissen, welcher s. Zt. die Thronansprüche des Grafregenten vertrat, ist in der letzten Nacht im Alter von 56 Jahren g-estorben.
— Der Gesandte Transvaals vr. Leyds, der seine hiesige Anwesenheit zu einem lebhaften Verkehr mit den Botschaftern und sonstigen diplomatischen Persönlichkeiten benutzt, erklärte dem Vertreter der „Frankfurter-Zeitung", die Behauptung der „Zentral News", daß er durch Jntriguen den Verdacht der Engländer auf angebliche Kriegskontrebande in den deutschen Postdampfern der Ostafrika-Linie gelenkt habe, als vollkommen aus der Luft gegriffen. — In Reichstagskreisen erzählt man, Dr. Leyds, der eine längere Konferenz mit dem russischen Botschafter hatte, werde sich von hier nach Petersburg begeben wo er ebenfalls beglaubigt ist.
— Im Befinden deSAbgeordnetenvr. Lieber ist, der „Germania" zufolge, von gestern auf heute wiederum eine fortschreitende und erhebliche Besserung zu verzeichnen, sodaß nunmehr eine Lebensgefahr als überwunden erachtet wird. Reichskanzler Fürst Hohenlohe, sowie mehrere Staatssekretäre und Minister haben sich wiederholt nach seinem Befinden teilnahmsvoll erkundigt.
— Der bekannte Anarchist Jacoby, der Weihnachten aus dem Zuchthause zu Halle a. d. S. entlassen wurde, erhielt, wie von dort gemeldet wird, den Aus- weisungSbefehl aus Halle durch dem Regierungs- präfidenten.
Ausland.
Wien, 30. Januar. Der Ministerpräsident Dr. von Körber sandte ein Zirkularschreiben an alle Behörden, worin er diese auffordert, gegenüber der Bevölkerung strengste Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zu beobachten, niemals die persönliche politische Gesinnung hervorzuheben und den Bedürfnissen der Bevölkerung jederzeit, wo es notwendig ist, aus eigener Initiative Rechnung zu tragen, aber auch den Gesetzen unbedingt Achtung zu verschaffen.
Paris, 30. Januar. Die Regierung beschloß im heutigen Ministerrat gegen eine Anzahl Prälaten und Bischöfe, welche die Briefe an das Blatt „La CroiS" sandten, worin sie die Assumptionistenbrüder für die erlittene Strafe beglückwünschten, Maßregeln. Die Minister waren der Ansicht, daß die Proteftation mit der Ehrfurcht, welche die Bischöfe der Gerechtigkeit des Landes schuldig seien, nicht zu vereinbaren wäre.
Paris, 30. Januar. Die Regierung brachte in der heutigen Nachmittagssitzung der Kammer einen Gesetzentwurf über die Flottenvermehrung ein. Die Vorlage wurde mit großem Beifall begrüßt.
Belgrad, 30. Januar. Die Begnadigung der wegen Hochverrats Verurteilten erfolgt bestimmt am 6. März d. Js.
Lokales md MooiiyieUes.
** (Eingesandt.) Der Turnverein Gießen gegründet 1846 hält seinen diesjährigen Maskenball nächsten Samstag den 3. Februar, abends 8 Uhr in seiner Turnhalle ab. Die Vorbereitungen hierzu sind in flottem Gange. Allabendlich findet sich in der Turnhalle eine große Schar Turner und Turnschwestern ein, um die bevorstehende Fest-
hier von dem gröberen jungen Mann niedergeschrien und gebändigt, was Herr Schmasow und Herr Paren mimisch und pantomimisch lebendig zur Anschauung brachten. Herr Paren war in keinem einzigen der bislang gegebenen Stücke so lobenswert, wie gestern abend. Den gelehrten Jüngling Wilhelm, den Vicefeldwebel — mit dem kurzen Seitengewehr'. — der Reserve, spielte Herr Henry recht sympathisch, den Rittergutsbesitzer Gimpern Herr Rolan mit einem gewissen vornehmen Pli. Der Weinhändler Lange ist kein Piepenbrinck und seine Frau Lotte hat von Piepenbrincks Frau nur den Namen, aber Herr Waller und vor allem Frau Helm machten aus denselben ein paar prächtige kleinbürgerliche Figuren. Die Frau Johanna Rommel, die gerührte Mutter und gehorsame Gattin, wurde von Frau Kruse, die gerade für solche Hausfrauen in gewerblichen Kreisen das Zeug hat, gut dargestellt und der Ausdruck ihrer Affekte war bisweilen ganz ergötzlich. Die Gusti der Frl. Eichenwald war ein in seinen Gefühlen klares und durch seine Vermögensverhältnisse beruhigtes Mädchen. Frl. K n ö f e l als Else war frisch und lebendig und Frl. D u v e bewegte sich in der kleinen Rolle des Röschen Himmer mit gewohnter Anmut auf der Bühne. Die Regie des Herrn Direktor Helm war, wie immer, in den besten Händen* Das Stück war von ihm gut inszeniert und gefiel sehr; es ist ja eine kräftige Hausmannskost!
Warum haben eigentlich die Autoren des Volksstücks ohne Gesang gedichtet? Wir glauben, der grobe Hofschlächter hätte manches gute Kouplet, der durchgefallene Referendar mit seiner Liebsten manches lustige Liebesduett fingen können.
Diese sechste Vorstellung des Theatervereins war, wie immer gut besucht. Wie wir hören, wird Irene Triesch in nächster Zeit (in Maria Magdalena) noch einmal im Theaterverein gastieren.
lichkeit würdig ihren Vorgängern zu einer glanzvollen zu gestalten. Neben Aufführungen von Gruppen historischen Charakters sind auch solche vorgesehen, welche Episoden des ernsten Lebens wie auch heiteren Inhalts zur Darstellung bringen. Es kann somit nur Jedem der Besuch dieses Maskenballes bestens empfohlen werden, und es ist sicher anzunehmen, daß die Festlichkeit eines starken Besuches sich zu erfreuen haben wird. Bemerkt sei noch, daß durch die neuerdings erlaffenen gesetzlichen Bestimmungen der Vorstand strengstens darauf zu achten hat, daß diese Vereinsfestlichkeit nur von Mitgliedern besucht wird. (Wenn die Vereinsfestlichkeit „nur von Mitgliedern" besucht werden darf, — wozu dann Zeitungsnotizen? Die „Mitglieder" müssen doch wissen, was in ihrem Verein vorgeht! D. Red.)
** Stadttheater. Wir machen hiermit nochmals auf das morgen, Donnerstag, stattfindende erste Gastspiel von Frl. Clara Drucker aufmerksam. Die treffliche Künstlerin spielt die „Isabella" in dem Schauspiel „Der Fall Clemenceau". Die Eintrittspreise mußten selbstredend für dies Gastspiel etwas erhöht werden, doch haben Abonnementsbilletts mit kleiner Zuzahlung Gültigkeit.
** Vortrag. Montagabend wird der Afrikareisende Oberstleutnant a. D. We st mark im Saale des Gasthauses „zum Einhorn" einen Vortrag halten. Derselbe wird u. a. folgende Punkte enthalten: Reise von Banana M'Suata, die Schwiegermütter von Las Palmas, ein Krokodil unter meinem Bett, Stanley-Affaire, romanische Gemälde, Sitten der Kanibalen, Raffen der Menschenfresser, ihre Palawres, Arbeiterverhältnisse, Sklaven, falsche Haare, Schmuck, Religion, Menschenfresserei, Mahlzeiten, Gastereien der Kannibalen, Menschenopfer und Bearäbnis- feierlichkeiten, Leichentanz, ein Boot von einem Flußpferd umqeworfen, Handelssklaverei. In Marseille erhielt Herr Westmark als Mitglieo der Geographischen Gesellschaft die goldene Medaille. Heber Westmarks Vorträge schreiben: „Schwäb. Merkur": Die Schilderung, wie man 15 Monate lang unter den Menschenfressern am oberen Kongo leben und mit heiler Haut davonkommen kann, hat dem Vortrag Westmark einen sehr lebhaften Beifall im zweiten Saale des oberen Museums eingebracht. — Das „Kath. Volksblatt" : Zugleich bot der Vortrag, wie nicht anders zu erwarten war, vieles Interessante, manches Heitere, Komische und auch Derbe, so daß er die Zuhörer sehr fesselte. — „Württemb. Volksztg."; In dem Vordergrund seiner überaus lebhaften glänzenden Darstellung stellte der Redner die Persönlichkeit Stanleys in einem sehr eigentümlichen, nickt geradezu günstigen Lichte dar. Hoffen wir, daß auch hier oer Vortrag des berühmten Afrikareisenden zahlreich besucht wird. (Das Nähere folgt durch Inserate.)
** Deutscher Flotteuvereiu. Von feiten des Provinzial- Ausschusses für die Provinz Oberhessen wird nochmals ganz besonders auf den heute abend 8i/2 Uhr in Steins Garten stattfindenden Vortrag des Kaiserlichen Marine- Pfarrers a. D. Herrn Heims über die Flottenvorlage, speziell die'Entwickelung und.den Zweck der deutschen Marine, sowie Notwendigkeit der Verstärkung derselben in militärischer, Verkehrs- und handelspolitischer Beziehung aufmerksam gemacht. Hoffentlich wird die schlechte Witterung niemand abhalten, diesem intereffanten Vortrage beizuwohnen. Im übrigen verweisen wir auf die Einladung im Annoncenteil.
** Freitag, 2. Februar, findet in Darrn st adt eine Gesamtsitzung des Hessischen Landwirtschaftsrats Hierselbst statt. Auf oer Tagesordnung stehen u. a. folgende Punkte: 1) Veranstaltung der Landesausstellung in Darmstadt. 2) Beschickung der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Posen. 3) Detarifierung oes denaturierten Spiritus. 4) Abschluß eines Vertrags mit einer Haftpflichtversicherungs-Gesellschaast für das Großherzogtum durch den Hessischen Landwirtschaftsrat. 5) Die Errichtung einer Rindvieh-Versicherung. 6) Abänderung des Ausführungsgesetzes zum Unfallversicherungsgesetz.
— Laug-Göns, 29. Januar. Am Samstagabend feierte der hiesige Turnverein sein Winterfest verbunden mit Kaisers Geburtstagsfeier. Nach einer längeren vom 1. Vorsitzenden des Vereins, Herrn Berg sehr sachlich gehaltenen, begeisternden Ansprache folgten verschiedene turnerische und theatralische Aufführungen, welche alle ganz vorzüglich verliefen; besonders sind die von den Turnern gestellten lebenden Bilder hervorzuheben. Ein gemütlicher Tanz hielt den Verein fast geschloffen bis spät nach Mitternacht zusammen und es hat wohl jeder den Festsaal mit dem Gedanken, einen recht vergnügten Abend verlebt zu haben, verlassen.
x Nieder Moos, 29. Januar. In der Wirtschaft des Gastwirt Herchenröder in dem benachbarten Ober-MooS kam es zwischen Gästen zu einem Wortwechsel, welcher noch in Thätlichkeiten ausartete und einer der Beteiligten, Karl Eifert daselbst, mehrere blutige Wunden am Kopfe, (es sollen 4 Löcher sein) erhielt, sodaß ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden mußte, und der Arzt die That als von einem stumpfen Instrument herrührend, erkannt haben soll. Die alsbald eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergeben, und werden die oder der Thäter für die Folgen aufkommen müssen. Man hegt Bedenken für daS Leben des Verletzten.
Dienheim, 30. Januar. Gestörtes Tanzvergnügen. Nachdem es zur Kenntnis der Lokalpolizeibehörde gekommen war, daß an Sonntagnachmittagen junge Leutchen, auch solche, die noch die Schulbank drücken, in einem Tanzsaal nach den Klängen einer Ziehharmonika sich mit Tanzen amüsierten, begab sich gestern mittag der Bürgermeister mit dem Polizeidiener nach dem betreffenden Lokal und jagte die aus 20 „Personen" bestehende Gesellschaft, darunter fünf noch schulpflichtige Mädchen, auseinander. Vorher wurden die Namen der Tanzlustigen festgestellt und das Musikinstrument beschlagnahmt.
△ Klein Welzhei», 30. Januar. Ein Handelsmann aus S. kaufte dieser Tage bei einem Bauersmann zu D. eine Kuh für 250 Mark und verkaufte sie alsbald wieder an einen hiesigen Landwirt für 250 Mark und eine andere Kuh. Mit diesem vorzüglichen Geschäftchen schien
der Händler aber noch nicht zufrieden zu sein; denn er ging nach D. zum früheren Besitzer und verlangte eine Entschädigung, weil die hierher verkaufte Kuh angeblich nur aus zwei Strichen Milch gebe. Diese Vorspiegelung stellte sich sehr bald als ein plumpes Manöver heraus. Dem Vernehmen nach ist gegen den superklugen Handelsmann bereits Anzeige wegen Erpressungs- resp. Betrugsversuchs erhoben worden, wodurch derartigem gemeingefährlichen Treiben hoffentlich einstweilen ein Ziel gesetzt wird.
Nicheu i. O., 28. Januar. Dieser Tage ereignete sich dahier einschrecklichesUnglück. Der 17 jährige H. Voltz war beim Dreschen damit beschäftigt, Getreide von dem Gerüste in die Tenne zu werfen. Dabei sah V. durch eine Dachlucke dem gleichalterigen A. Kraft dahier zu, wie derselbe mit einem Flobert nach Spatzen schoß. V. höhnte K.: „Du bist ein schlechter Schütze, Du triffst mich doch nicht". Da legte K. an, zielte auf V. und traf denselben leider so sicher, daß die Kugel durch die eine Augenhöhle in den Schädel eindrang. Obwohl bald zwei Aerzte zur Stelle waren, gelang es doch nicht, die Kugel zu entfernen.
A Mainz, 30. Januar. Die grofjejn bauliche'n Veränderungen und Erweiterungen im Bereich der ehemaligen Hessischen LudwigSbahn, für welche eben die Mittel von dem Reichstag und dem preußischen Abgeordnetenhaus eingefordert worden sind, sollen, wie man uns mitteilt, in thunlichster Schnelligkeit ausgeführt werden, indem für die Herstellung sämtlicher Anlagen — einschließlich der Ueberbrückung des Rheines und des MaineS — nur eine Bauzeit von 3 Jahren vorgesehen ist. Soweit die Neuanlagen Mainz, Mombach, Kastel, Kostheim und Bischofsheim berühren, stoßen dieselben auf keine Schwierigkeiten und sind nur insoweit Kunstbauten erforderlich, als es durch die Steigung bei der Zufuhr zu den beiden vorgesehenen Brücken bedingt ist. Einige Schwierigkeiten dürfte indes die Erwerbung des erforderlichen Geländes machen. Dasselbe ist sowohl auf der rechten Rheinseite wie auf der gleichen Mainseite bebautes wertvolles Ackerfeld, das mit Rücksicht auf die zu erwartenden Bahnanlagen schon seit Jahren als Spekulationsobjekt behandelt wird und daher durch verschiedene Ver- und Weiterverkäufe zu hohem Preis gebracht worden ist. Das gleiche gilt von dem Gelände zwischen der Gustavsburg und Bischofsheim, über welches schon vor einem Dezennium die Spekulation hergefallen ist. — Nachdem die Bewohner von Mainz jüngster Tage erst durch einen Abschlag des Wasserpreises erfreut worden sind, ist ihnen jetzt das weitere Vergnügen geworden, daß vo» 1. April ab auch der GaSpreis um 10 Prozent ermäßigt wird.
Vermischtes.
* Oberlahnstein, 29. Jan. Ein polizeiwidriger Druckfehlerteufel hat dem hiesigen „Tageblatt" einen ärgerlichen Streich gespielt. DaS Blatt brachte eine Polizeiverordnung, betreffend Reinigen und Ausputzen von Obst- bäumen znr Verhütung der Insekten- und Pilzvermehrung. In der Verordnung hieß der Paragraph 2: „Zur Verhütung von Insekten- und Pilzvermehrung sind" usw. Nun wurde, wie das Blatt in einer Berichtigung sagt. „Jnsekten- unb Pilzenvermehrung" gesetzt. Dieser Fehler wurde gesunden und angemerkt. Nun kam der Unhold, und eS hatte sein sollen, daß der Korrektor an Stelle des Wortes „Pilzen" das Wort „Polizei" hinsetzte. Bis das Geschehene entdeckt wurde, war schon ein Teil des Blattes gedruckt und verausgabt. In diesem Teile der Nummer heißt es nun: „Zur Verhütung der Insekten- und Polizeivermehrung."
* Köln, 30. Januar. Der Sohn des hiesigen Fabrikanten R. hat sich gestern nachmittag erschossen. Die Veranlassung zu dem Selbstmord gab ein kurz vor der That ausgebrochener Zwist zwischen Vater und Sohn.
Aschaffenburg, 30. Januar. Der Diebstahl von Kassenschränken scheint hier als Spezialität betrieben zu werden. Während schon vor einiger Zeit der Kaffenschrank der Bayerischen Aktienbrauerei gestohlen wurde, ereilte vorgestern nacht dieses Schicksal den Kaffenschrank der Firma PH. Schwind Söhne, Ziegelei. Der Schrank stand in dem ebenerdigen Kontor. Das mit Eisenstäben versehene Fenster wurde durch Abfeilen der Stäbe freigemacht, der eigentliche Kaffenschrank, von dem hölzernen Untergestell abgehoben, durch das Fenster auf einen sogenannten Backsteinkarren gebracht und von da etwa 50 Meter weiter auf freies Feld. Hier wurde der Schrank mittel« eiserner Pickel erbrochen. Die Diebe sanden etwa 500 Mk. Baargeld, sowie die Kouponbogen von etwa 10,000 Mk. Obligationen, ferner mehrere Wechsel. Die Geschäftsbücher wurden teilweise zerfetzt und stark beschmutzt aufgefunden. Die Polizei ist in reger Thätigkeit. Am Sonntag vormittag wurden vier Personen verhaftet, die bei einem £)ieb' stahl bei dem Krämer Schlett in Damm, nicht sehr entfernt von dem Schwind'schen Geschäfte, erwischt wurden. Ob sie auch den Kaffenschrankdiebstahl, sowie die in der letzten Zeit häufigen Diebstähle in Damm verübt haben, wird die Untersuchung aufklären.
* Karlsruhe, 29. Januar. Heute nacht hat sich eilt Studierender der technischen Hochschule aus unbekannter Gründen erschossen.
* Berlin, 28. Januar. Auf der Reise von Mentone nach Berlin machte eine reiche, in Begleitung ihrer Tochter und Nichte mit dem Süd-Rordexpreßzuge fahrende Dame aus Berlin ihrem Leben durch Selbstmord ein Ende. Sie hatte mit ihren Begleiterinnen ein Kupce 1. Klaffe des Schlafwagens inne und legte sich am 27. Januar nachts gegen 12 Uhr mit ihrer Tochter und Nichte auf die vom Schlafwagendiener bereits in München hergerichteten Betten. Als die jungen Damen eingeschlafen waren, verließ die etwa 50 Jahre alte Frau heimlich daS Kupee, und stürzte sich, unbemerkt von dem im Korridor des
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