Ausgabe 
29.12.1898 Zweites Blatt
 
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g*MM terbafdbft n. kf. Wtthfchä h-lttn j Mt.hrffurg-u: ®«=» nabe an bet n°ro>egt,»en S.enze, h°ch ff Äfttb ÄiMnta to Wbrnl) ge- : oben an bet notbwestüchsten Küste thte. R-tche», stab bie HSN ,u ben schönsten, bequemen Säuberungen in unseren Rusten augeubsickUch mit nmsastenbea »tbelten b'Wa(tiat Okalvev. Kein Halbweg» rüstiger Fußgänger, der im um sich durch Hafeuaalageu die bisher vermißte fiet» offene Me Miibetobahn benutzt uud vicht große Eile hat, Sreverbtlldung nach Westen zu schaffen, wozu der nahe G f-

Sommer die Arlbergbahn benutzt uud vicht große Eile hat, möge den dreistündigen Spaziergavg auf der prächtig er- haltrueu, herrliche Ausblicke gewahrenden alten Poststraße, der leicht zwischen die Benutzung zweier Züge eingeschoben werden kann, versäumen."

* Eine neue elektrische Loeomotive hat letzt auch die frauzöfische Eiseudahu-^esellschaft Parts Lyon Mädi- teranLe in Betrieb gesetzt, nachdem die Westbahn mit der Heilmauu'scheu Locomortve das erste Beispiel gegeben hat. Sie ist von dieser wenig verschieden und wiegt 44,500 Kilo­gramm. Sie soll eine Last von 200 000 Kilo mit einer Ge­schwindigkeit von 100 Kilometer der Staude ziehen können. Die zwischen Parts uud Möluu augestellten Probefahrten hatten ein sehr befried'geudr» Ergebuiß.

* Neber den Kinematograph als Weltverbesserer plaudert ein amenkanische» Blatt: Unsere leichtlebige, ober- flächliche Endjahrhunderis-Mitwelt ist zu sehr geneigt, auch den ernstesten, wichtigsten Dingen eine vergnügliche Sette abzugewinnen und die derselben innewohnende moralische Bedeutung ungeachtet zu lasten. Da erfreuen sich z. B. täglich in allen civilifirten Theilen der Welt Menschen an einer Erfindung neueren Datums, ohne so recht zu bedenken, welche riesige Bedeutung für die Entwickelung und Veredelung des Menschengeschlechtes sie hat. Der Kinematograph ver. anschaulicht uns allerlei Landschaften, Szenen aus dem All- lagsleben und auch aus der Geschichte des Tages. Der letzte Krieg, den wir mit so berechtigtem Stolze den unsrigen nennen, liefert natürlich eine Unmaste von Bildern für diese Zeitvertreibs Maschine. Solche Bilder mögen ja in mancher Hinsicht auch auf den Beschauer bildend, erzieherisch wirken.

i Aber es ist, unseres Mistens, bis jetzt noch nicht darauf hin- gewiesen worden, wie sehr der Kinematograph dazu angethan ist, Weltgeschichte zu machen, Menschen und Völker zu ver- edeln. Die in Theatern und Museen gezeigten kinemato- graphischen Bilder aus dem spanisch-amerikanischen Kriege beweisen, daß sich heutzutage ohne Gegenwart des Kinemato- graphen kein weltgeschichtliches Ereigniß mehr abspielen kann. Mitten im Kugelregen der Schlacht von San Juan oder der Seeschlacht von Santiago und Mantta hat der Kinematograph getreulich und zuverlässig seine Arbeit verrichtet. Kein Regen­tropfen fiel in die Laufgräben von Santiago, den der Kine- matograph nicht ausgezeichnet hätte, kein Feldhennrath wurde gehalten, den der Apparat nicht bildlich verewigt hätte. Ist es nicht klar, daß das Bewußtsein der Anwesenheit des I Kinematographen die Truppen anspornen muß, tapferer sich I zu schlagen, daß die Haltung der Soldaten eine ganz andere I sein wird, wenn die Krieger sich sagen: «Wo ich bin und was ich thu. sieht der Kinematograph mir zu?" Welcher i Feldherr, Oberst oder Hauptmann wird noch in gebückter I Stellung hinter einer Steinmauer sich verbergen wollen, wenn er weiß, daß er in dieser Haltung photographisch auf«

I genommen und der Mitwelt gezeigt werden wird? Kein I Krieger wird künftig in seinen Mienen während der Schlacht I Angst verrathen wollen, er wird im Gegentheil durch das I Bewußtsein, vor dem Apparat zu stehen, veranlaßt werden, I picht nur wie beim altmodischen Photographen «einen Augen­blick", sondern während der ganzen Schlacht «recht freundlich" auszusehen. Auf den Werth des Kinematographen für die gewistenhafte Berichterstattung braucht nicht erst eingehender I hingewiesen zu werden. Genüge es, als Beispiel anzuführen, I daß bei Thermopylä getrost auch noch der letzte der Helden hätte fallen können, wenn damals der Kinematograph schon I erfunden gewesen wäre. Wir Hütten die Kunde von der Schlacht doch gekriegt und jedenfalls in zuverlässigerer Weise, | als durch das Zeugniß eines einzigen Ueberlebenden, der sich,

werfen.

Uebir die neueste, nördlichste Proviozialhauptstadt ii Rußland erhält dieT. R." aus Helfingfor» folgende ausführliche

ebenfalls keinem Zweifel unterliegen.

* Der falsche König Milan? Der Belgrader Komiker Georg B a b 1 c ist durch sein Talent, bekannte Personen dar- zustellen, in ganz Serbien beliebt geworden, und seit Jahren giebt er in öffentlichen Localen uud in Privatgesellschaften Borftellungen, wobei er hervorragende Persönlichkeiten, auch Staatsmänner, Minister uud andere Würdeutiäger geradezu verblüffend uachmacht. Eine seiner geluugensteu Leistungen ist die Nachahmung beS Königs Milan, uud dieser ließ, als er noch zur Zeit seiner Regierung davon ersuhr, Babc zu sich bescheiden uud forderte den Komiker auf, ihu zu copire«. Der König unterhielt sich dabei köstlich uud entließ den Mimeu reich beschenkt. Im Laufe der gegenwärtigen Skup- schtiua Tagung wurde jedoch ein neues drakonisches Gesetz gegen Ehren- uad Majestät--Beleidigungen erlaffeu, in dem die Nachahmung von Mitgliedern des Königshauses in öffent­lichen Vorstellungen strenge verboten wird. Die Behörde er­fuhr, daß Babic tu feinen Vorstellungen fortfuhr, König Milan darzustellev, uud erbllckce tu diesem Borgeheu daS verbrecheu der Majestäts-Beleidigung. Babic wurde vor Gericht gestellt und zu sechs Monaten Gefäagniß vnurtheitt.

Menschliche Knoches durch thierifche zu ersetze», soll, dem «Brit. med. Journal" zufolge, dem berühmten Chirurgen W. CH eh ne gelungen sein. Wie bekannt sein dürfte, gehen durch verschiedene Krankheiten, wie LupuS, Tuberkulose, Lepra rc., die meuschlicheu Kaocheu in den von der Krankheit ergriffenen Theilen sehr häufig zu Grunde. S-ue kürzlich anSgrführte Operation bezieht sich auf einen 16 jährigen «naben, der durch einen Unfall beide Nasenbeine eiagebüßt hatte. Nachdem Chrhne die über den zerstückelten Kaochen noch vorhandene Haut, sowie die augreuzeuden Narbengewebe frei präparirt hatte, entfernte er die uoch übrigen Knochen- splitterchen deS alten Knochens. Hierauf tödtete er ein junges Kaninchen, entnahm demselben den linken Oberschenkel­knochen uud zerschuttt denselben in mehrere Stücke, nm aus diese Weise rin neues Nasenbein zu formen, welches er das» an Stelle des alten einfügte. Die Wunde wurde hierauf

ström die Möglichkeit gewährt. Jekateriuhavn soll nach Aeußeruugen von Sachverständigen durch feine natürliche» Vorzüge, seine Wafferttefe unmittelbar am Lande, seine Größe uud seine günstige Lage mit einem der am glücklichsten aus- gestatteten Häfen Europas, dem von Saloniki, zu vergleichen fein. Schon ist, und zwar nach den Plänen eines norwegi­schen Ingenieurs, ein Stein-Kai angelegt, ebenso find schon 40 Häuser serttggestellt. Die Stadt selber liegt etwa 60 Meter hoch, auf einem Moorboden, dem jedoch eine feste Lehmuoterlage nicht fehlt. Gerade bei der erst geringen Zahl der Häuser ist um so bemerkeuSwerther, wie praktisch und bequem sich die Ruffen bereit- eingerichtet haben. Nament­lich haben sie von Anfang an großes Gewicht auf gute gesund­heitliche verhältniffe uud nicht zum Mindesten auf eine peinliche Reinlichkeit gelegt. Schon jetzt ist eine große Bade- anstatt mit Schwimmbecken uud Pumpwerk errichtet, ebenso eine Wasserleitung. Einer wahrhaft prächtigen Lage auf einem steilen Abhänge erfreut sich die große Kirche. Nach Fertigstellung der gauzea Stadtaulage, vermuthlich zum 1. Jaui u. I , sollen die Beamten, die bisher in der Stadt Kola Wohnsitz haben, nach Jekateriuhsvn übersiedeln, zu deffm festlicher Einweihung uud Umtaufe in «Alexandrowsk" der Großfürst Konstantin .nebst Gemahlin erwartet werden. Die Ruffen versprechen sich große Dinge von dieser Stadt- uud Hafen-Aulage auf der Halbinsel Kola. Daß die neue Stadt aber in kurzer Zeit nicht bloß für Rußland selber, sondern auch sür seine Nachbarn von Wichtigkeit wird, dürste

beamte, 3 Postasfisteuten, 1 Postschaffaer, 1 Obertelegraphen, asfistent, 1 Briefträger - beim Etsenbahnfach: 1 Königlicher Stationßasfistent, 2 Eisenbahnbetriebssecretäre, 1 Locomotiv- führer. Im Baufach sind 15 Architekten, 50 Ingenieure, 8 Baumeister, 10 Maurermeister thätig. Hieran schließen sich 39 Ehemtker und 59 Apotheker. AlS Gewerbetreibende sind verzeichnet: 169 Schneider, 73 Kürschner und Mützenmacher, 27 Schuhmacher, 28 Uhrmacher, 15 Goldarbeiter, 18 Glaser, 21 Buchdrucker, 13 Tapezirer, 8 Buchbinder, 10 Mechaniker, 5 Elektrotechniker, 12 Techniker, 18 Photographen, 8 Tischler, 13 Klempner, 5 Bäcker, 5 Drechsler, 5 Graveure, 6 Schlaffer uud 1 Kunstschlosser, 4 Bürstenmacher, 7 Posamentiere, 8 Töpfer, 1 Steinmetz, 1 Gürtlermeister, 1 Weber, 1 Leder- arbeite», 2 Färber, 2 Sattler, 8 Friseure, 1 Nadler, 1 Seifen­sieder, 1 Gärtner, 1 Lackierer uud 2 Lithographen.

Schiller i» Sauchstäbt. Aus Dresden wird der Franks. Ztg." geschrieben: Die historische Commission der Provinz Sachsen gibt seit 1877 alljährlich im December unter dem Titel «Neujahrsblätter" eine Monographie heraus, die irgend ein Kapttel au- der Geschichte oder Landeskunde der Provinz Sachsen behandelt. Die soeben erschienene Nr. 23 dieser Neujahrsblätter trägt den Titel «Schiller tu Lauchstadt im Jahre 1803" und ist eine von Albert Pick herausgegebene Ueberarbeitung deS hiuterlaffenen Manuskripts eines preußischen MojorS z. D. Seidel, in welchem dieser den Ausenthalt deS Dichters in dem aumuthigeu Lauchstädt mit allen feinen Einzelheiten nach eigenen Beobachtungen schildert. Wie man we.ß, wendete auch Goethe dem kleinen Musentempelchen tu Lauchstädt seine Aufmerksamkeit zu, so daß daS bescheidene Badestädtcheu mehr und mehr ein Wallfahrtsort für kuust- begeisterte Deutsche wurde und mit allen seinen Reizen tu zahlreichen Reisebeschreibungen auS jenen Jahren in den rosigsten Farben geschildert wird.

In den Mitthetluugen des Deutschen und Oester- reichlichen AlpenvereiuS liest man:DaS alte Hospiz 6t. Christoph auf de« Arlberg, für dessen Wiederiustaudfetzuug unsere Sektion Vorarlberg wiederholt in energischer Weise rlvtrat, ist im Laufe deS vergangenen Sommers soweit auS- gebeffert wordeu, daß es bereits in diesem Winter seitens

Dien, 27. December. Der Abgeordnete Dr. Stein- weuder ist aus der deutschen Volkspartei ausgetreten.

Wien, 27. December. Die Prostituirte Franziska Hofer wurde Nachts von einem unbekannten Thäter in ihrer io Ottakring belesenen Wohnung in bestialischer Weise ermordet. ,

Dien, 27. December. Unter den bei dem Neuhäuseler Etsendahu-Zusammenstoß verwundeten Personen befand sich auch der Fabrikant TokolowSkt auS Köln.

Budapest, 27. December. Bisher ist die Abgeord- netenhaussitzung verhältuißmäßig ruhig verlaufen. Der Abgeordnete Bolgar richtete au Bavffh die Frage, welche besonderen Etgenschasten den Grafen Szecheny sür den Posten eines Ministers besähigteu. Banffy erwiderte erregt, daß derselbe die uothwendigen Eigenschasteu in hohem Maße besitze. UebrigenS sei es da» Recht der Krone, Minister zu ernennen.

Loudon, 27. December. «Daily Mail" meldet aus Kanea, daß gestern der erste Stein zur Errichtung einer christlichen Schule, zu welcher der Staat die ersten Geldmittel bewilligt hat, gelegt worden ist. Prinz Georg nahm in Begleitung der Admirale und der Cousuln an dieser Feier Theis.

Vr«tsche» R«ich.

Bttlta, 27. Dttimdet. DaS StaatSwtnistttium ttat nutet bem »otfitz feine« BiceptSfidettten, Finau,ministet Dr. v. Miquel, heute Nachmittag 2 Uhr in feinem Dienst, gebäube »u einer Sitzung ,»lammen.

Berlin, 27. December. In der Willwerstraße in Sbarlotttnburg ist heute Nacht eine 8t = ae*?t,'0,n dulch Erwürgen ermordet worden. Der Thäter, em Barbier Namen» Friedrich Buffe, ist festgenommen wordeu. Er hat die Thal bereits eiugestaudeu. t

Berlin, 27. December. Die erste socialistischc Gemeinde.Vertretung für die Provinz Brandenburg ist heute hier unter dem Vorsitz de» Abgeordueten Singer zusammengetreten. , , c

DaS Privilegium der Reichsbank. Die Vorlage bezüglich der Erneuerung des Privilegium» der ReichSdauk wird, wie die «N. B. K." hört, dem Reichstag bald nach den Weihnachtsferien zugehen. An der Annahme der Vorlage scheint kein Zweifel zu herrschen, da nach Meld- uugen auS parlamentarischen Kreisen die weitaus Überwiegende Mehrheit de» CrutrumS sowie eine starke Minderheit der Conservativen entschieden die Verstaatlichung der ReichSbavk ablehut. voraussichtlich wird man sich darauf beschränken, au» den Erträgen der ReichSbauk sür da» Reich einen höheren Antheil, al» ben gegenwärtig bestehenden, zu erzielen.

Deutsch-englischer Handelsvertrag. Eine auS osficiöser Quelle stammende Nachricht besagt: «Mit Rücksicht auf da» Stadium, in dem sich die Verhandlungen über die Erneuerung de» deutsch-englischen Handelsverträge» befinden, ist e» zur Z-it nicht möglich, den Zeitpunkt zu be- stimmen, au dem daS Ergebuiß der Uuterhaudluugeu au den BundeSrach uud 6en Reichstag gelangen wird. Nachdem die englische Regierung seiner Zeit sich zum Abschluß eine» neuen an Stelle deS gekündigten vertrage» bereit erklärt hatte, sind von deutscher Veite Vorschläge bezüglich de» In- halt» drS vertrage» gemacht wordeu. Die Rückäuherung England» steht auch jrtzt uoch au». Wa» über den Inhalt der deutschen Vorschläge gemeldet wird, entzieht sich selbst- verständlich der Erörterung."

Hamburg, 25. December. Der Ausschuß der Bürger- schäft hat einen Antrag, betreffend Einführung einer Umsatzsteuer für Waarenhäuser und Consum- vereine, abgelehnt, weil den Detaillisteu durch gesetzgeberische Maßregeln nicht zu helfen sei.

Dresden, 25. December. Eine rührende Weih- I nachtSüberraschung wurde einer hier in dürftigen Ber- hältviffeu lebenden hochbetagten Dame zu Theil, die früher in einem Dresdener Kravkeuhause thätig war. Sie erhielt i dieser Tage einen Brief au» Amerika. AIS sie ihn öffnete, I sand sie dar!» zwei Banknoten von jr 500 Mark- dabei lag I folgende» Schreiben : «Liebe Fran N. vor nunmehr 15 Jahren lag ich krank uud elend dort im ttrankenhause, wo Sie mich I pfttgteu. Al» ich daffelbe verließ, hatte ich keinen rothen 1 Heller. Sie schenkten mir au» Mitleid, obgleich Sie selbst | vicht mit GlückSgüteru gesegnet waren, von Ihrem mühsam [ Ersparten dennoch 3 Mark. Gestatten Sie mir heute, Ihnen mit der beiliegenden Gabe so zu danken, wie ich e» früher schon gern gethan hätte uud wie ich e» auch in Zukunft weiter thun werde, so wie Sie al» meine Wohtthmeriu e» verdienen!"

Urber die vernfspellnug der israAitifchen Einwohner in Berlin bringt die«Allg.Ztg. des Judemhum»" auf Grund des neuen Verzeichnisses der wahlfähigen Mitglieder der Der- I liuer jüdischen Gemeinde folgende Daten: Unter diesen Mitgliedern befinden fich 362 Rechtsanwälte und 716 Aerzte - unter den letzteren 4 Geheime Mediciualräthe, 14 Geheime SaniiatSräthe, 61 Sanitätträthe- unter den RechiSanwältm 21 Justizräthe. Dem juristischen Berufe gehören uoch au 20 Amis- uud LaudgerlchtSräthe, 15 Privatdozeuteu, 26 Ober­on d Eylusafiallehrer, 46 Lchrer, 17 Rabbiner, 43 Rectoren, 15 Jsurnalisten, 63 Schriftsteller, 8 Compouisten, 13 Musiker, 10 Mufiklehrer, 9 Mufikdirectoreu, 1 Opernsänger, 4 Theater- Directoreu, 17 Schauspieler, 22 Maler, 6 Bildhauer und 1 Tänzer. Im Staatsdienste augestrllt find: 1 Geheimer LegationSrath, 3 RegierungSräthe, 1 RechnuvgSrath, 1 Bau- «ath, 15 Regierungs-Baumeister, 8 RegieruugS-vauführer - im Communaldieuste: 5 «tadträthe, 2 Stadtbaumeister, 4 MagistratSaffrfforeu, 1 Syndikus, 1 Standesbeamter, 2 Magi- strat»bea«te, 1 Registrator, 1 Steueraufseher- beim Postfach: 1 Odrrpostsecretär, 1 Postseeretär, 1 Oberpostasfistent, 2 Post-

da ihm ja Niemand da» Gegentheil beweisen konnte, natürlich bei der Ausschmückung seine» Berichtes mit intereffanten Einzelheiten allerlei Freiheiten erlauben konnte.

Bronzen von Benin. Bor nicht langer Zett erregte» in Loudon Bronzen und Elsenbrinarbeiten größte» Aufsehen, die englische Soldaten al» Beutestücke dorthin gebracht hatten, die von der Eroberung der Nrgerhavpistadt Benin herrührten. Zunächst wollte man an ägyptische Emfiüffe denken, schließlich aber gewann die Meinung die Oberhand, daß t» sich um eine originale Negerkuust handle. Diese Meinung wurde auch durch Profeffor F. v. Luschau tu Berlin unterstützt, ? wohin mehrere der besten Stücke gekommen war^n, die fich jetzt im Museum sür völkerknude dort befinden. Nur deutete F. v. Luschan nebenher die Möglichkeit au, daß die Benin- N:ger diese Kuvstübung von Portugiesen, etwa gar von dem Nürnberger Martin Behatm, der mit den Pormgtesen an die Goldküste gekommen ist, gelernt haben köumen. Die Kölnische Zeitung hatte seiner Zeit über diese merkwürdige» Funde Bericht gebracht. Jetzt hat Commerzieuraih E. ; Rauteustrauch in Köln zwei lebensgroße Bronzeköpfe dieser Art in London erworben, mit der edeln Absicht, sie der Stadt zu Museumkzwecken zu schenken. Diese Köpfe find in der alten, jetzt längst erloschenen Technik de» verlorenen Buffe» nach Wach»modell überraschend fein gearbeitet. Die GefichtSzüge erinnern auf den ersten Blick an ägyptische Kunst wegen de» starre» : Ausdruck- der großen Augen, die Lippen find aber stärker ! anfgeworsen als die von ägyptischen Köpfen. Da» «tun steckt j in einem korbartigen Geflecht, daS man für eine Art HalS- r bronce halten möchte. Nach Luschan handelt e» sich aber um ; einen Schmuck von Perlenreiheu. Al» Perlenwerk find to trefflicher Ausführung auch die merkwürdigen «opfbedeckuugeu dargestellt, die spitz auslaufen und deren eine noch besonder» reichgegliedertes Zierwerk über den Ohren hat. Perlruschnüre hängen von diesen Hauben über Stirne und Schläfen herunter. Die beiden Bildwerke find kostbare Musenmsschätze, weil ste * ein merkwürdige» Licht auf die Cultur der N gervölker