Schmidt-London für die Vereine in England. Herr Haupt» mann au» Sao Paolo in Brasilien überreichte mit sympath- ischea Worten eine Denkschrift der dortigen Turnerschaft von 1890 und brachte ein dreifache» Gut Heil auf Deutschland» Einigkeit au». Herr Kirschmann-München überreichte mit einem Gruß aus den Bayrischen Bergen einen prächtigen Kranz von Almenrausch und Edelweiß. Herr HotteS-Mainz überbrachte der Hamburger Turnerschaft eine Riesenflasche Rüdesheimer, Herr Professor Ktenemann-Wten sprach im Namen der Deutsch Oesterreicher, Herr Schneider au» Mediasch tu Siebenbürgen brachte Grüße der Siebenbürger Sachsen. Allgemeinste Zustimmung fand Herr Klüffel-Berlin zu einem dreifachen Gut Heil auf Dr. Goetz. Nachdem Herr Turn» wart Ntrrnheim noch den Dank der Turnerschaft von 1816 wie der Hamburger Turner überhaupt für die Worte und Zeichen freundlicher Gesinnung ausgedrückt hatte, war die lange Reihe der Reden und Ansprachen beendet. Mitternacht war herangekommen und die Rethen begannen sich zu lichten. Jeder der Theiluehmer war erfüllt von den vielseitigen patriotischen und erhebenden Eindrücken des Abend». — Da» Concert der vereinigten Männer-Gesangvereine unter Leitung deS Herrn Prof. Arnold Krug, da» gestern Abend in der wiederum bis auf den letzten Platz besetzten Festhalle stattfand, hatte einen großen nachhaltigen Erfolg. Von über 500 Sängern wurden Perlen der älteren Mänuergesang-Lüeratur und ein ChcluS von sech» Liedern unter dem Titel „Au» allen Zonen", op. 76, für Mänuerchor mit Orchesterbegleitung zur Aufführung gebracht. Die Akustik der Halle tst vortrefflich. Mächtig rauscht der Tonstrom durch den gewaltigen Raum und „Olav Trygvasou", „Frei, wie deS Adlers mächtige» Gefieder", „Das deutsche Lied", „De» Liede» Crystall" usw. machten trotz oder gerade wegen ihrer großen BolkSthümlichkeit einen tiefen Eindruck. Auch den markigen, noblen Schöpfungen de» Dirigenten wurde lebhafter Beifall gespendet. Vor und nach dem Concert erfreuten au»- erwählte turnerische Darbietungen die Zuschauer. Die Altonaer Turner und eine Damenriege der Hamburger Turnerschaft von 1816 zeigten schöne Keulenschwtng-Uebungen, die Damen deS Hamburg-EimSbütteler Turnverein» und Knaben und Mädchen der EimSbütteler Turuerschaft in Matrosen- und Bterläoderinneu Costümen führten reizende Tanzreigeu au». Sehr erfreut wurden die Zuschauer durch Stockfechten und wohlgeluugrne Letterpyramiden der italienischen Turner, die mit einer liebenswürdigen Sympathiekundgebung sür Deutschland durch Schwingen schwarz-weiß-rother Fahnen endigte. Nach dem Coocert führte der Turnverein „Armin">Hamburg einen sehr hübschen LaudSknechtSreigen tu Costüm mit Hellebarden und Schwertern au», und der Turnverein de» Arbeiter-B!ldung»verein» stellte mit etwa 50 Turnern prächtige freie Pyramiden in reichster Abwechselung bi» zu vier Turner übereinander. Rauschender Beifall folgte den ausgezeichneten Leistungen. Um 10V2 Uhr begaben sich die in der Festhalle Versammelten auf den Platz, wo ein Feuerwerk abgebrannt werden sollte, da» der Pyrotechniker Berck- holtz sorgsam vorbereitet hatte. Gleich darauf zeigten drei Kanoneoschläge den Beginn an. Unter den zahlreichen wohl- gelungenen Nummern find in erster Linie neben Leuchtkugeln, Fallschirmraketeo, Feuerrädern usw. zu neunen: DaS Hamburger Wappen w't dem Turuergruß „Gut Heil", zwei kämpfende Panzerschiffe, drei Turner am Reck, die originelle Turnübungeu machten, und zum Schluß ein coloffaleS Jahn- Porträt mit den vier F im Eichenkranz darunter. Die nach Hunderttausenden zählende Menge war von der imposanten Wirkung voll befriedigt. Das Wetter blieb günstig und keinerlei Störung trat ein.
•* Fernsprechverkehr mit Wetzlar. Am 25. Juli ist in Wetzlar eine Stadtfernsprecheinrichtung eröffaet worden, welche mit Gießeo durch eioe Leitung verbunden worden tst. Für ein gewöhnliche» Gespräch von 3 Minuten zwischen Gießen und Wetzlar werden 25 Pfg. erhoben.
** Einführung des Schnellzngs-ZnfchlagS für Rückfahrkarten? Bekanntlich werden tu der lausenden Woche diejenigen Reisenden gezählt, die mit Rllckfahr- oder Rundreise- karten u. dergl. die Schnellzüge benutzen. E» liegt nahe, daß man diese Zählung mit der Absicht, einen Schnellzugs- zuschlag für Rückfahrkarten einzusühreu, in ursächliche Verbindung bringt. Bekanntlich haben manche deutsche Länder diesen Zuschlag, aber überall wird er als eioe Brlästiguog der Reisenden schwer empsundeu, überall werden Aostreoguugen gemacht, ihn dort, wo er noch besteht, abzuschaffen. Sollte wirklich Preußen den Vorzug, den es hat, pretSgebeu?
** Wetterbericht. Bet finkendem Barometer ist die Luft- druckvertheilung wieder eine äußerst unregelmäßige geworden. Hoher Druck beherrscht zwar noch den größten Theil Europa», doch find ausgesprochene Kerne eines barometrischen Maximum» nur schwach vorhaodeo. Im Nordwesten von Irland uud über Schottland find solche Kerne zu erkennen. Ein größere» Thetlminimum ist über Südost Frankreich angedeutet, welches sich von dort nach dem Elsaß hinzieht. — Bo rau». fichtlicheWitteruug: Bet wechselnder Bewölkung warme» zu Gewittern geneigtes Wetter.
-H- Wieseck, 27. Juli. Da» am vorigen Sonntag hier gefeierte Kinderfest nahm einen recht schönen Verlauf. Nachmittag» um Va2 Uhr marschtrte der stattliche Festzug unter den Klängen oer Brcker'schen Capelle nach dem Festplatz tu dem zwischen hier uud Alten-Buseck gelegenen lieblichen Eichenhain. Nach dem Gesang: „Deutschland, Deutschland über Alle»" hielt der OitSgetftltche im Auftrage de» Gemeindevorstande» eine Ansprache, worin er etwa Folgende» erörterte: Wir hätten un» hier versammelt in Gotte» freier Natur zur Feier eine« der schönsten Feste — nämlich eine» Kinder- oder JugendfesteS. E« würden gegenwärtig der Feste sehr viele und mancherlei Art gefeiert — Sängerseste, Krieger- feste, Turoerfeste, landwirthschaftliche Feste, — nun wollten wir an diesem Nachmittag ein Kinderfest begehen. Diese» Fest gälte in erster Linie den Kindern und zwar den zahlreichen Schulkindern Wieseck». Sie sollten sich heute einmal
alle zusammen hier freuen, ihre Lieder fingen, ihre Spiele spielen, auf Kosten der Gemeinde bewirthet und beschenkt werden. Und wir Alten wollten un» mit ihnen freuen, wieder einmal mit ihnen jung werden. Wir wollten heute einmal gewiffermaßen eine große Familie bilden. Wir wollten aber auch dabei ein wenig in die Zukunft schauen. Wir Erwachsenen würden immer älter und träten schließlich von dem Schauplatz dieser Gemeinde ab. An unsere Stelle träten daun diese um uns versammelten Kinder. Diese würden später einmal die Bürgerschaft, die Männer und Frauen der Gemeinde Wieseck. Wie ein Landmann wünschte, e» möchte seine Saat nicht beschädigt werden durch Frost oder Hitze und dergleichen, so wollten wir wünschen, daß diese unsere Jugend durch keine schlimmen Einflüffe verdorben würde. Wie jener wünschte, seine Saat möchte recht gefördert und gesegnet werden, daß eine köstliche Ernte darau» erwüchse, so wollten wir wünschen, daß unsere Jugend recht gedeihe in allem Guten. E» möchte unser Wunsch sein, daß einmal lauter tüchtige Leute au» unseren Kindern würden, tüchtige Hausvater und Hausmütter, tüchtige Ortsbürger, tüchtige Glieder de» Staare» und vor Allem auch tüchtige Christen, denn die Gottseligkeit sei zu allen Dingen nütze und habe die Verheißung diese» und de» zukünftigen Lebens. Wir wollten all unsere Wünsche zusammensaffeu in den Ruf: die Wiesrcker Jugend lebe hoch, hoch, hoch! — Nun folgten die mancherlei Vergnügungen der Kinder, unter Leitung und Aufsicht der sechs Lehrer der Gemeinde, woran fich die Eltern und anderen Festtheilnehmer reichlich ergötzten. Dazu spielte die genannte Mufikcapelle in trefflicher Weise. Vier Wirthe der Gemeinde hatten für Speise und Trank gesorgt. Al» der Abend hereinbrach, wurde wieder heimwärts gezogen und zwar mit dem allgemeinen Bewußtsein: eS war ein schöne», gesegnete» Fest.
Butzbach, 26. Juli. In rüstiger Weise schreiten die Arbeiten auf dem Ausstellungsplatze fort und eilen ihrer Vollendung entgegen, denn kaum noch zwei Wochen trennen unS von dem Tage, an welchem die hier stattfindeude Oberhesfische Gewerbe-AuSstellung eröffnet werden soll. Da» „Oberhessische Bauernhau»" mit seiner alterthümlichen, auS dem Jahre 1794 stammenden mächtigen Wetterfahne ist in seiner äußeren Erscheinung fertig und macht durch sein in Hellen Farben gehaltene» Fachwerk, in welche» viele kleine Fenster angebracht sind, sowie durch sein mit alten rothen Ziegeln hergestrlltes Dach, auf deflen Schornstein ein Storchnest thront, dem nur noch die bei der Kindrrwelt so viel bedeutenden Bewohner mangeln, einen ganz imposanten Eindruck. Um wie viel mehr dürfte erst daS Innere diese» Hauses den Besucher iuteresfiren, wenn all die aus früheren Zeiten stammenden theil» der jetzigen Generation ganz unbekannten Gegenstände, dort paffend arrangirt, Aufstellung gefunden haben und schmucke Mädchen in oberhesfischer, Hinterländer oder altdeutscher Tracht daselbst den Besuchern die Eintritt»- und Ansichtskarten behändigen und so neues Leben in längst verschwundene Zeiten bringen. Aber auch die eben im Ausbau begriffene, ca. 28 Meter lange und 13 Meter breite Wirth« schastShalle, die Abends mit zwei electrischen Bogen- und vier Glühlampen erhellt wird und nach drei Seiten hin geschloffen, dagegen nach der nördlich dem AurstellungSplatze gelegenen Seite hin offen gelassen ist, und welche fich seitlich an die 37 Meter lange und 29 Meter breite Markthalle anschlieht, tragt nicht nur allein zur Verschönerung de» Platze» bei, sondern dorthin wird der Ausstellungsbesucher gerne seine Schritte lenken, um fich daselbst aukzuruhen und zu erquicken nach all dem Gesehenen, was ihm die Ausstellung in ihrem Einzelnen, wie in ihrer Gesammtheit darbietet. Ein Pavillon zur Aufnahme verschiedener Automaten, sowie ein solcher zur Herstellung de» electrischen ConcurreozlichteS, der sogen. Acetylenbeleuchtung, bilden mit dem großen Mufiktempel, von wo qu» den Besuchern muntere Weisen tüchtiger Militär- mufikcapellen zu Gehör gebracht werden, die weiteren Bauten diese» Au»stellung»platze», der durch gärtnerische Anlagen noch verschönert wird. Die bereit» erwähnte, auf dem Biehmarkt- platze stehende ca. 1070 Q.-M. Bodenfläche haltende Markt- Halle soll zur Aufnahme größerer Au»stellung»gegenstände verwendet werden. Dieselbe ist mit Ober- und Seitrnlicht versehen, der Boden durch Betonirung staubfrei gemacht worden. Gleich wie die anderen Bauten ist dieselbe innen und außen in Hellen Farben gestrichen. Die Ausschmückung der Halle ist einem Frankfurter DecorationS-Geschaft übertragen worden, und find eben eine Anzahl Decorateure damit beschäftigt, daS Innere der Halle festlich mit hessischen, cobur- gischen, deutschen und anderen Fahnen, Draperien rc. auSzu- statten. Bei einbrechender Dunkelheit wird der Raum von vier elektrischen Bogenlampen und acht Glühlampen erhellt werden. Auch befindet sich eine große Bogenlampe am Eingang der Halle. Der ganze Platz ist mit einem hohen Bretter- abschluß versehen, der nur durch daS im burgartigen Style gehaltene große und hübsch auSgesührte Portal mit seinen drei Bogeneingängen gegenüber dem LahnthorschulhauS unterbrochen wird. Mit all dem eben Angeführten steht in directer Verbindung durch die neue Turvhallestraße, welche ebenfalls canalifirt wird, da» herrliche in gelben Verblendern- und rothem Sandstein auSgesührte neue VereinShau» nebst Turnhalle, welche von dem ca. 4500 Quadrat Meter Fläche haltenden Turnspielplatz umgeben wird. Letzterer, welcher von den anstoßenden Gärten durch eine Mauer abgeschlossen ist, sowie daS Verein-Hau» mit seinen zwei großen Sälen, welche später zur Aufnahme der Kleinkinderschnle dienen sollen, sowie der im oberen Stockwerk befindliche Saal und drei Zimmer, als auch die 23 Meter lange, 14 Meter breite und 9 Meter hohe Turnhalle mit ihrem in Asphalt gelegten Eichen-Parkett- boden werden als Ausstellungsräume mitbenutzt. Die Turnhalle selbst dürfte fich infolge ihrer geschmackvollen Ausstattung zu Aufstellung von Ausstellungsgegenständen besonder- gut eignen. Zehn große, mit Cathedralgla» versehene Fenster, darunter ein», in welchem an» farbigem Glas da» geschmackvoll auSgesührte Porträt des Turnvater» Jahn angebracht ist, erhellen den durch zwei Thüren in» Freie, die andere in das VereinShauS führenden Raum. Abends ersetzen zwei!
electrische Bogen- und verschiedene Glühlampen in der Halle daS Tageslicht. An der östlichen Seite der Halle, der Gallerte gegenüber, zu welcher drei Thüren führen, ist von Herrn Hofmaler Hieronimu» au» Friedberg ein landschaftliche» Bild mit der Burgruine Münzenberg im Hintergründe nebst „Tellerberg", in wahrhaft künstlerischer Weise hergestellt worden. Ueber dieser Nische ist der Sinnspruch angebracht: „Gesund- heit ist ein köstlich Gut", darüber befindet fich das Butzbacher Stadtwappen und zu beiden Seiten des Sinnspruchs die turnerischen vier F. Außerdem find in der Halle abwechselnd malerisch vertheilt verschiedene deutsche Reichsadler, heifische Löwen und da» Butzbacher Stadtwappen. Eine 1,50 Meter hohe Lamperie ist zum Schutz der Wände in sämmtlichen Parterreräumlichkeiten angebracht. Da» eigentliche Verein»- Haus enthält in seinen unteren Stockwerken mit Buchenparkett« Fußbodenbelag, zwei Zimmer, 4,75 -j- 7,25 Meter resp. 3,75 -j- 4,25 Meter, sowie zwei Säle, wie erwähnt, zur Aufnahme der Kleinkinderschule bestimmt, und 4,25 + 9,20 resp. 6 -j- 11 Meter groß. Da» 2. Stockwerk mit Pitch- pine Fußbodenbelag enthält einen Saal von 8,50 + 10,80 Meter und daran anschließend zwei Zimmer 4,75 + 4,40 Meter, resp. 4,75 -s- 6,10 Meter. Auf der anderen Seite de» breiten Corridor» befindet fich noch ein Zimmer von 4,60 + 7,20 Meter Größe. Die Mansarden sind in elf Räume eingetheilt und sollen zur Wohnung des Schuldiener» und der Ktnderwärrerin, sowie einer anderen kleineren Familie dienen. Unter dem VereiushauS befinden fich große Keller, auch ist dasselbe mit electrischen Licht-, Wasser- und Canal- rc. Anlagen versehen worden. Da» Ganze ist in- einer Weise auSgestattet und au»geführt, wie mau eS fich nicht schöner und vollkommener denken kann. TS dürsten wenige Städte von der Größe Butzbachs vorzufinden sein,, die fich im Besitze solcher Baulichkeiten befinden, die nur im öffentlichen und VereinSintereffe errichtet worden find. Gleich wie mit so vielem Anderen ist auch unsere Stadt hierin mit gutem Beispiel vorangegangeu.
Hirzenhain, 23. Juli. Die Ueberreichung der von Seiner Majestät dem Kaiser verliehenen Medaille zur ©rinnerung; an die hundertjährige Wiederkehr de» Geburtstage» Seiner Majestät des hochseligen Kaiser» Wilhelm I. an die Veteranen hiesigen Orte», sieben an der Zahl, fand heute, nachdem der erste Vorsitzende und Ehrenpräfident de» Kriegerverein», Herr Kornoörfer, eine kurze Ansprache an die Mitglieder de» KriegervereinS gehalten hatte, durch Herrn Bürgermeister Gußmann statt. Herr Korndörfer, der auch zu den Decorirten- gehörte, gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß eS unter den im deutschen Vaterlande decorirten Männern wohl viele gäbe, welche, die Medaille auf der Brust, dennoch mit an der Raubung de» Christenglauben» und Untergrabung de» Vater-- laude» arbeiten. Wenn man fich wohl auch darüber klar fei, daß die von Jenen verfolgten Ideen niemals zur Au-führung kommen würden, so wäre es von diesen Männern, da Handlung und Schein im Widerspruch stünden, richtiger gehandelt, die Medaille nicht anzulegen. Redner ermahnte sodann die Veteranen, rreu ihrem Gelöbniß, immer fest zu Kaiser uud Reich zu stehen und alle fich ihnen stellenden entgegengesetzten Anforderungen energisch zurückzuweisen, daun die Medaille aus die Brust zu legen und auözurufen: „Nur mit diesem Zeichen wirst du fiegen!" AlSdaun überreichte Herr Bürgermeister Gußmann unter einigen Worten den einzelnen Bete-" rauen die Medaille uebst dem zugehörigen Besitzzeugniß, und bei einem Gla» Bier, bei dem noch manche, dem Vaterland, Heer und Krieger geltende Worte gesprochen wurden, blieb man, eingedenk der würdigen Feier, noch einige Stunden beisammen. . t m _
Mainz, 27. Juli. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 20. Juli der am 13. I. MtS. durch die Stadtverordneten«Versammlung zu Mainz erfolgten Wahl des Wetuhändler» uud Weingut»-- besitzer» Eugen Georg Haffner zu Mainz zum Bürgermeisterei-Beigeordneten der Provinzialhauptstadt Mainz die Bestätigung zu ertheilen.___
Arrr der Zeit für die Keft.
Vor 42 Jahren, am 29. Juli 1856, starb zu Endenich bei Bonn der Componist Robert Schumann. Er ifi entschieden der in unseren Tagen beliebteste der modernen Musiker, und er verdient es, wenn reiche musikalische Begabung, eine besonders feine, meistens weiche und elegische Kunststimmung hierzu berechtigt. Seine Symphonien gehören zu den reichsten und gediegensten, was die Neuzeit hervorgebracht hat. Er wurde am 8. Juni 1810 in Zwickau geboren.
Vermischtes.
• Sensationelle Erfindung für Gasglühlicht. Am 23, und 24. Juli tagte in Kaiserslautern der Mtttelrheinische Ga»- und Wasserfachmänner-Verein. Die Versammlung war ausgezeichnet besucht und kann al» wahrhaft epochemachend in. der Geschichte unseres Beleuchtungswesen» bezeichnet werden, Herr Director Trendel demonstrtrte den mit allgemeiner Spannung erwarteten Glühkörper mit Selbstentzündung, System Butzke. Die Erfindung rief M allen anwesenden Fachleuten die größte Ueberraschung und Bewunderung hervor. Der Effect besteht darin, daß der Glühkörper, der auf ollen Brennern aufgesetzt werden kann, durch Aufdrehen de» GaShahne» fich selbst entzündet und sofort brennt. Die neue Erfindung ist sicher dazu bestimmt, in der GaSindustrie eine bedeutende Rolle zu spielen.
• Zolas Köchin. AuS Paris wird berichtet: Der Gerichtsvollzieher MouthiaS hat es bekanntlich vergebens versucht, da» Contumaz-Urtheil de» Versailler Schwurgerichte» in der Villa Zola» in Medon zu übergeben. MouthiaS stellte daher da» Schriftstück dem Maire zu, der e» unter Couvert durch den Flurwächter nach der genannten Villa schickte. Diesem gelang e», den Bries einer Kammerzofe einzuhändigen. Wenige Minuten später eilte die Köchin


