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29.7.1898 Erstes Blatt
 
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1898

Freitag den 29. Juli

Erstes Blatt

Nr. 175

Meßmer Anzeiger

Heneral-Anzeiger

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Ein neuer Vorstotz in England gegen die Arbeitgeber.

Die Führer derNeuro Trade-UnionS", also derjenigen englischen Gewerkschaften, die mehr oder minder offen zu socialdemokratischeu Grundsätzen und socialdemokrattschen Agitation-Methoden sich bekennen, haben einen neuen Plan autgehrckt, um den Kapitalismus auf die Knie zu bringen. DaS heißt, in der Sache ist der Plan schon ein recht alter, und nur der Form nach etwas modernisirt, da e» sich dabei um nicht- Ändere- handelt, al- um Wiederbelebung deS Zwangs­verfahren-, welche- bei den Arbeiterführern beliebt war, ehe die Arbeitgeber gelernt hatten, der Organisation der Arbeiter durch eigene O ganisation zu begegnen.

Nachdem die theilweise Verbindung der Trade-Uniou- behuf» Unterjochung der Arbeitgeberverbände Fiasko über Fiasko erlitten, will man e- nunmehr versuchen, ob die Zu- fammensaffavg sämmtltcher Trade-UnionS zu einer Au-standS- gemeinfchaft gegen die Arbeitgeber btffere Erfolge erzielen möchte.

Bet diesem tu der Theorie sich versührertsch ausnehmenden Plan ist e- auf die Begründung etaeS Central AuSstandSfond- abgeseheo, zu welchem alle Trade-Umon- beizusteuern hätten. Bet «u-bruch eine- Ausstandes würde der also angesammelte Fond- die Krieg-kaffe darstellen, deren reichliche Dotirung natürlich in den entsprechenden Berhältuiffeu die Au-fichten de- Erfolges steigern würde.

Wenn die Urheber diese- Planes nur nicht die Rechnung ohne den Wirth gemacht haben! Nach den Erfahrungen der letzten Jahre wird man mit annähernder Gewißheit Vorhersagen können, daß eine Verbindung sämmtlicher Trade-UnionS zu Kampfzwecken mit einer ebensolchen Beretniguog der Arbeit­geber beantwortet werden wird. Denn e- ist klar, daß die Gesammtheit der Arbeitgeber al- solche rin Interesse daran hat, zu verhüten, daß irgend ein Zweig der Industrie in die sklavische Abhängigkeit von der Sociuldemokratie gebracht wird.

Käme 16 zu einer GtsammtkriegSerklärung der Trabe- Union- gegen einen einzelnen Industriezweig, so würde die natürlichste Abwehrmaßregel in dem angrtffSwetsen Vorgehen der Arbeitgeber darin bestehen, daß letztere durch einen all­gemeinen ArbeiterauSschluß jenen AuSstanbsfondS sozusagen im Handumdrehen zur Erschöpfung verurtheilteu. Da- sagen fich die klügeren Köpfe unter den Trade-Untonisten auch selber- sie sehen ein, daß, wenn ein theilweiser oder ein allgemeiner Außstand alsbald mit dem allgemeinen ArbeiterauSschluß be­antwortet würde, daS Kapital binnen kürzester Frist seiner muthwilligen Herausforderer Herr würde.

Diese Elemente stellen sich denn auch dem Plan der socialdemokrattschen Trade-Union- mehr als kühl gegenüber. Immerhin ist e- für den von der Socialdemokratie unter den Arbeitern genährten Geist des wtldefteu Haffe- charak» rrristisch, daß ein derartiger Plan heute Überhaupt noch auf» rauchen und der näheren Erwägung für werth erachtet werden kann.

Deutsches Reich.

Berlin, 27. Juli. Der Kaiser hat heute früh um 8 Uhr dte Reife nach Bergen angetreteu.

Berlin, 27. Juli. In den nächsten Monaten werden Noten der ReichSbauk zu 1000 und zu 100 Mk. zur Ausgabe gelangen, welche fiw von den in den Bekannt­machungen vom 9 October 1895, 9. Januar 1896 und 11. April 1896 näher beschriebenen ReichSbaoknoten durch folgende Merkmale unterscheiden: 1. Die Noten find vom 1. Juli 1898 datirt. 2. Der Pflanzenfaserstreisen ist links vom Ausfertigungsdatum statt wie bisber recht- davon an- gebracht und bet den Noten zu 1000 Mk. grün, bet denen zu 100 Mk. roth gefärbt. 3. Die Noreu tragen außer dem bisherigen Wafferzeichen noch ein zweites, welche- ab­wechselnd einen der großen Buchstaben des lateinischen Alphabet- zeigt. o

_ Sicherung der Bauforderungen. Die Braun­schweiger Handelskammer hat in ihrer letzten Plenarsitzung folgende Resolution über den Gesetzentwurf, betreffend dte Sicherung von Bauforderungev, einstimmig angenommen. Dte Handel-kammer erklärt sich tm Allgemeinen mit der Tendenz des Gesetze- einverstanden, schlägt im Einzelnen aber folgende Aenderungen bezw. Ergänzungen vor: Die Be- stimmungen über die Errichtung von Neubaubeztrken, sowie über dte Feststellung de- BaustellenwertheS und dte Einrichtung de- BauschöffenamteS fallen fort. Neu ausgenommen werden folgende Bestimmungen: 1. Al- Baugläubtger gelten auch Lieferanten. 2. Falsche oder fingtrte Eintragungen von Hypo-

Ausland.

Lemberg, 27. Juli. In gut unterrichteten Kreisen wird die Blättermeldung von einer angeblich bevorstehenden zeit­weisen Aushebung ,der Geschworenengerichte im Gebiete de-Ausnahmezustandes für durchaus unbegründet bezeichnet. Der Statthalter BteltnSkt wird fich vielmehr nach Wien begeben und die Aufhebung de- über verschiedene Ge- btete verhängten Standrechte- erwirken.

Madrid, 27. Juli. Da- officielle BlattKonto" bringt eine Erklärung, worin eS heißt, Portorico ist niemals ein Factor im jetzigen Kriege gewesen. Trotzdem haben dte Amerikaner den Wunsch ausgesprochen, fich dieser Insel zu bemächtigen. Dte Regierung in Washington kann unsere FriedenSantrage, welche seit einigen Tagen tm Gange find, nicht ignortren.

Washington, 27. Juli. Nunmehr wird auch tm weißen Hause bestimmt erklärt, daß dte offic'elleu Friedensver­handlungen mit Spanien eröffnet find. Man hofft, daß diese einen raschen günstigen Verlaus nehmen, da die Spanier gewillt find, die von Amerika gestellten Hauptsorder» ungen zu bewilligen.

Washington, 27. Juli. In der gestrigen Berathung Mac Ktnley- mit den CabinetSmitgliebetn wurde beschloffen, dem Wunsche Spaniens aus Frieden-unter- Handlungen ftattzugeben, jedoch soll der Krieg sortgesetzt werden, bi- Spanien greifbare Frieden-b^ingungen in Vor- schlag bringt. ________________________________________

a-piranten Ernst Adolf Kratz aus Dudenhofen eine Lehrer­stelle an der höheren Bürgerschule zu Homberg, Rr Al-scld, an demselben Tage wurde der Schulamt-a-piravtin Katharina Beifuß aus Mainz eine Lehrerstelle an der Gemetdefchule zu Hecht-Heim, Kreis Mainz, am 13. Juli wurde dem Schulämt-a-piranten Wilhelm Heil mann au» Oppenheim, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Klein- Bieberau, Kreis Dieburg, übertragen.

Zllblläu«. Wie wir hören, find e- am 3. k. Mt-. 25 Jahre, feit Herr Pfarrer Schlosser fein Amt tu Gießen angetreten hat. Man wird diefen Tag nicht vorüber- gehen laffen ohne eine angemeffene Feier deffelben- al- solche dürste fich neben Anderem dir Veranstaltung eine- Familien- abend- erweisen.

bchwindlerin. In letzter Zeit wurden von einer Frauensperson in mehreren hiefigen BerkausSläden Schuh- waaren erschwindelt. Die Betrügerin wurde gestern in der Person eine- 17jährtgen Mädchen- von hier ermittelt und zur Hast gebracht.

Verhaftet wurde gestern ein Mann von hier, welcher in letzter Zeit wiederholt fich de- Verbrechen- gegen § 183 deS R.-Str.-G. schuldig machte.

9. Deutsches Turnfest tu Hamburg 1898. DaS Festmahl in der großen Halle am Montag Abend 8 Uhr war von etwa 2000 Personen besucht. Den vorfitz am Ehrentisch führte Herr Dr. Goetz-Leipzig al- Vorsitzender der Deutschen Turnerschaft. Nach dem ersten Gange eröffnete der 3. Vorsitzende des Festan-schnffe-, Herr Pros. Dr. Hahn an Stelle de- durch Heiserkeit verhinderten Vorsitzenden der Deutschen Turnerschaft Herrn Prof. Goetz, die Reihe der Tischreden mit einem schwungvollen Toast auf Kaiser und Reich. Nach kräftigem dreifachenGut Heif-Rus wurde stehendHeil Dir im Biegerkravz" undDeutschland, Deutschland über alle-" gesungen. Dann folgte Herr Director Maul- Karlsruhe, der Ehrenvorsitzende der Deutschen Turnerschaft, mit einer warmherzigen Begrüßung der Gäste, denen eben- fall- ein dreifache-Gut Heil" gebracht wurde. Herr Profeflor Rühl-Stetttn, der Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft, brachte der Feststadt Hamburg in sympathischen Worten Dank und Gut Heil-Gruß. Herr Dr. Schröder, zweiter Vicepräfident der Hamburger Bürgerschaft, dankte im Namen Hamburg- und schloß mit dreifachem Gut Heil auf die Deutsche Turnerschaft. Al- Beauftragter der Stadt Coburg, der Stätte deS ersten Deutschen Turnfeste-, brachte Herr LandgerichtSrath Schtglitz herzliche Grüße und Wünsche für da- fernere Gedeihen der Turnsache. Herr Professor Raydt-Leipzig drückte tm Namen bei CentralauSschuffe- für die Deutschen Volks- und Jugendspiele der Turnerschaft Dank und Sympathie auS. ES folgten nun Ansprachen der Ausländer. Präfident des Belgischen TurnbundeS, Herr Profeffor CuperuS-Antwerpen, pries den Einfluß deS TurnenS auf die freundnachbarlichen Beziehungen der Belgier, Holländer und Deutschen. Seine in deutscher Sprache gehaltene Rede, in der Ernst und Humor glücklich abwechselten, schloß mit einem von den belgischen Turnern gesungenen Turner-Heilgrnß, der mit dreifachem Gut Heil endete. Nachdem alsdann Herr Bächli-Schaffhausen einen Gruß aus der Schweiz an die deutschen Turner und die Feststadt Hamburg durch dretfache- Gut Heil bekräftigt hatte, verla- Herr Profeffor Dr. Hahn folgende drei Telegramme: An Se. Majestät den Deut chen Kaiser.Ew. Kaiser!. Majestät senden die zum 9. Deutschen Turnfest in Hamburg versammelten Turner Deutschland- und Deutsch Oesterreich- ehrerbietigen Gruß." An Se. Durch- laucht den Fürsten BiSmarck.Dem Gründer de- Deutschen Reiche- warmen Gruß unb baS Gelöbniß unverbrüchlicher Treue." An ben EhrenprSstbenten Grafen Walberfee. Ihrem Ehrenpräfibenten bte zum 9. Deutschen Turnfest versammelten Turner Gut Heil! Nicht enbenwollenbe Zustimmung-rufe folgten bei Verlesung. Herr Präfibent Hinrichsen knüpfte an die Verlesung einen Trinksprnch auf ben Fürsten Bismarck, den erhabenen Turnlehrer Deutschland-, der eS den größten Umschwung" habe machen laffen. In die Gut Heil-Rufe mischten fich Mufikfanfareu und Händeklatschen. Stehend sang die Versammlung nochmal-Deutschland, Deutschland über Alles". Der Vorsitzende deS Römischen Turnverein-, Cavaliere Ferra, brachte dann in italienischer Sprache die Sympathien Italien- sür Deutschland und da- deutsche Turnen zum Aus­druck und schloß mit den deutschen Worten:Gut Heil, Deutschland, Gut Heil der Deutschen Turnerei!" Herr Lau- bau, Vertreter de- TurnvereinsAurora" in Chicago folgte mit Gruß und Gut Heil der Deutschen Turnerschaft, den Deutschen Frauen und Jungfrauen, Herr Dr. Schmidt auS Petersburg sprach im Namen der Turner Rußlands, Herr

theken und Angaben in Betreff eingetragener Baugelder- Hypotheken find strafbar. 3. Für die Anmeldefrist von Bau forderungen genügt ein Zeitraum von zwei Monaten. 4. Die Bauunternehmer sind verpflichtet, Bücher zu führen, au- denen die Verwendung der Baugelder ersichtlich ist. Die Nicht- befolguag dieser Vorschrift ist strafbar. 5. Gegen Stellung einer entsprechenden Caution kann die Löschung de- Bauver­merks beansprucht werden.

Al- Nachfolger des Herrn v. Ploetz in der vorstandschaft des Bunde- der Landwirthe bezeichnet die Elb. Ztg." Herrn Major En dell, den vorfitzenden der LandwirthschaftSkammer Posen unb Provinzialvorfitzenben be« BunbeS in Posen. Herr Enbell, scherzweise derkleine Ploetz" genannt, ist eines der bekanntesten Mitglieder deS Bundes- au-schbsseS. Die Nachfolgerschaft ist von nicht unerheblicher politischer Bedeutung.

Friedrichseuh, 27. Juli. Da- Befinden deS Fürsten BiSmarck hat fich gebeffert. Dte Nacht war ruhig. Ein Grund zu ernsten Besorgniffen besteht nicht.

Friedrichsruh, 27. Juli. AuS durchaus zuverlässiger Ouelle wird gemeldet, daß das Befinden de- Fürsten BiSmarck den Umständen nach ganz befriedigend ist. Er hat in der letzten Nacht ununterbrochen sieben Stunden geschlafen und sich heute Morgen an der allgemeinen Unter­haltung beteiligt. Freitag trifft der bayrische Staat-Minister v. Crailsheim beim Fürsten zum Besuch ein. Dies dürfte wohl als da- beste Zeugniß gelten, daß der Fürst nicht so krank ist, wie gemeldet wurde. Profeffor Schweninger reist heute Abend von Friedrich-ruh wieder ab. Anläßlich der umlaufenden ungünstigen Gerüchte sind bei Schweninger zahl­reiche Anfragen unb ca. 160 Telegramme

Locale« und j-rovinzielles.

Sießeu, 28. Juli 1898.

«u8 dem Bervalluugidieust. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, ben KreiSamtmann bei dem KreiSamt Fri bberg Carl Süffert zum BereinigungScommiffär für bie Provinz Oberheffen mit dem Awt-fitze in Friedberg, ben KreiSamtmann bet dem Rreißamte Alzey Hermann Freiherr Schenck zu Schwein-- berg zum Rretfamtmann bei dem KreiSamt Gießen unb ben Vorstand de- Polizeiamt- Gießen, Polizeiamtmann Friedr. v. Bechtold, zum Kret-amtmann bet dem KreiSamt Fried­berg sammtlich mit Wirkung vom 1. August I. J-. an zu ernennen.

» Dienstuachrichten. Am 6. Juli wurde dem Geometer- gehilfen August Steinbock zu Butzbach da- Patent al- Geometer 2. Klaffe für den Krei- Fr-edberg ertheilt- am 9. Juli wurde dem Schullehrer Lorenz Meixner zu Kolmbach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bür­stadt, Krei- Ben-Heim, an demselben Tage wurden den Schullehrern Sebastian Blitz zn MetzloS, Ak-am Helfrich zu Ermenrod und Valentin Krebs zu Dietzenbach Lehrer- stellen an der Gemeindeschule zu Groß Rohrheim, Kreis BenSheim, an demselben Tage wurde dem Schulamts-