Versprechungen gegeben seien, welche theilweise in der Action in Kiao Tlchau ihre Erfüllung gefunden hätten. Wenn nun auch Herr v. Bülow keine ausführliche Auskunft über die für die Haltung Deutschland» dsnal» obwaltenden Umstände ge- geben hat, so führte er doch au», daß uns keinerlei Versprechungen gemacht, daß wir aber auch keinerlei Verpflichtungen eingegangen seien.
Daß mit den Erklärungen de» StaatksecretärS in der Budgetcommisfion die Erörterung über die ostafiatische Angelegenheit noch nicht beendet ist, brauchen wir wohl kaum zu betonen, da die Sache selbst ja von zu großem Wrrthe für uo» ist, al» daß sie nicht von allen Setten und nach jeder Richtung hin eine Beleuchtung verdient.___________(xx)
Aus den Verhandlungen der Zweiten Kammer der hessischen Stände.
nn. Darmstadt, 26. Januar 1898.
Die Sitzung wird um 9*/4 Uhr eröffnet. Nach Bekanntgabe neuer Einläufe nimmt die Kammer Kenntniß von dem Voranschlag der Zweiten Kammer für die Budgeiperiode 1897/1900, insbesondere von der vom Bureau Zweiter Kammer beabsichtigten Herausgabe einer amtlichen LandtagS-Eorrespondenz, wofür ein Zuschuß von 2000 Mk. gefordert wird.
Abg. Dr. Schmitt und Graf Oriola befürworten in warmer Weise die vom Bureau beabsichtigte Neuerung. Dadurch würden die Wähler in die Lage versetzt, genaue Berichte über die Thätigkeit der Kammer zu erhalten, wa» seither nicht der Fall war. — Abg. Hirsch beantragt, den Voranschlag zur Prüfung dem Finanzausschuß zu überweisen, um genaue Feststellungen über die Höhe der Bedürfnisse zu ermitteln. Derselben Ansicht ist Abg. S ch m e e l. — Abg. Ulrich kritisier in scharfer Weise die Zustände, wie sie eben bet Lage der Sache in der Ständekamwer herrschen. Er vermißt im Bureau eine Handbibliothek. — Nachdem noch Abg. Köhler sich gegen den Antrag Hirsch ausgesprochen, wird derselbe abgelehnt und der Voranschlag mit 21900 Mk. genehmigt.
In die Debatte der Herausgabe einer amtlichen ^Landtags-Eorrespoudenz" eintretend, wünscht Abg. Ulrich die Durchführung dieser Neuerung, um eine richtige Berichterstattung herbeizuführeu. — Abg. Schmitt hält die ganze Sache noch nicht für spruchreif, da sich viele Blätter auf die Eorrespondeuz noch nicht abonnirt haben. —Abg. Ulrich stellt hierauf den Antrag, eine Landtags Corresponbenz herauS- zugeben und der Kammer einen Voranschlag zu machen. — Abg. Hechler spricht sich gegen eine solche Eorrespondeuz aus. DaS Publikum wolle keine ellenlangen, sondern rasche Kammer- berichte und in möglichst zusammengedrängter Form. Diese Berichterstattung werde von den im Haus thätigen Journalisten zur Zufriedenheit ihrer Zeitungen erledigt. Seiner Ansicht nach liegt daher kein Grund vor, besondere Berichte herauSzugebeu, und auch im Bureau selbst sei man getheilter Ansicht. Der Antrag Ulrich wird hierauf gegen ö Stimmen angenommen.
Im Weiteren steht zur Debatte die Anfrage des Abg. Dr. Schmitt und Genossen, betr. die Errichtung von Waarenhäuseru in Städten. Die Regierung hat die Anfrage s. Z. dahin beantwortet, daß hier im Wege der Gesetzgebung nur mit einer Aenderuug der zur Zeit geltenden Grundsätze über die Besteuerung der Gewerbe geholfen werden könne. Bet der bevorstehenden Umgestaltung der Steuergesetzgebung sei die Möglichkeit gegeben, Bedacht auf diese Waarenhäuser zu nehmen. — Abg. Schmitt beleuchtet die Schädlichkeit der in allen großen Städten jetzt auf- tauchenden und sich seßhaft machenden Waarenbazare, deren Producte jedoch sehr oft unter jeder Kritik seien zum Schaden dcS kaufenden Publikums. Er werde bei geeigneter Gelegen- fett auf die Sache zurückkommen. — Abg. Ulrich polemisirt gegen die Besitzer des Großcapital» und zieht die äugen- blicklich im Vordergrund stehenden Petroleum Affairen in den KcetS seiner Betrachtungen. — Abg. Schmeel glaubt, daß allein eine höhere Heranziehung zur Einkommensteuer ein wirksame» Mittel gegen das Zunehmen solcher Institute bilden werde. — Abg. Köhler ist für eine schärfere Heranziehung de» Großkapital» zur Einkommensteuer. — Ministerialrath Emmerling betont noch einmal den Standpunkt der Re gierung und empsiehlt den Zusammenschluß der kleinen Handwerker zu Geuoffenichaften, um beim Einkauf dieselben Vor- theile erlangen zu können wie die Großkäufer. Bon einer progressiven Staffelsteuer halte selbst der Detailltsteu-Berein richt». — Nach wetteren Bemerkungen der Abgeordneten Ulrich und Schönberger wird dieser Gegenstand verlaffen.
Eine weitere Interpellation de» Abg. Schmeel und Genoffen, den Personen- und Frachtverkehr auf einem Thetl der HessischeuLudwigS-Bahn betr., beantwortet Finanzwinister Weber dahin, daß bis jetzt Alle» geschehen sei, um einer Wiederholung der Betriebsstörungen zu begegnen. Er verweist noch auf die bekannte Veröffentlichung dr» preußischen EtseubahnmiuifterS im RetchSanzeiger. Diese Antwort der Regierung wird auf Antrag des Abg. Schmeel gedruckt dem Haufe zugehen und später besprochen werden.
ES gelaugt nunmehr die Interpellation des Abg. Köhler-Langsdorf wegen Vergebung staatlicher Arbeiten zur Besprechung. Die Regierung hat die Anfrage schon früher beantwortet und eine ganze Reihe von Uarichtigkeiten der Interpellation festgestellt. — Abg. Köhler verwahrt sich gegen die Unterstellung, unrichtige Thatsachen gebracht zu haben. An Händen eine» reichhaltigen Materials sucht er seine Angaben zu belegen. Seiner Ansicht nach müffe bei Vergebung staatlicher Arbeiten der Kleinhandwerker mehr wir seither berücksichtigt werden. — Abg. Graf Oriola wünscht ebenfalls eine beffere Berücksichtigung des einheimischen Handwerks und demgemäß eine Verlängerung der Lieferungsfristen. — Der gleichen Ansicht ist auch der Abg. Schrö der, der noch der Regierung eine beffere Berücksichtigung der von den Gewerbevereinen gestellten Wünsche empfiehlt. Damit ist der Gegenstand beendigt.
Zur Besprechung gelangt die schon ost dem Hause vorgelegene Vorstelluu g der Gemeindeforstwarte, die Verbesserung ihrer Lage betr. — Ministerialrath Ustnger empfiehlt tu warmer Weise die Berücksichtigung der tu der Vorstellung vorgetragenen Wünsche, dte er für gerecht halte. — Abg. Kö h ler-Laugödorf kann sich mit dem Gesuch der Forstwarte nicht einverstanden erklären, da dadurch den Gemeinden eine noch größere Last aufgebürdet werde. — Abg. Joutz spricht sich tu ähnlicher Weise aus, während die Abgg. Graf Oriola, Dr. Sch roeder, Osann und Abg. Ulrich sich für Genehmigung des Gesuchs aussprechen. Der Ausschuß beantragt, dte Regierung zu ersuchen, sie möge eine den Wünschen der Petenten ent- sprechende Vorlage dem Hause vorlegen. Dieser Antrag wird angenommen.
Hierauf nimmt das HauS Kenntniß von der Neuwahl des Abg. Pitthan uud vertagt sich sodann bis zum 8. Februar d. I.
Deutsche» Reich.
Berlin, 25. Januar. Fürst Bismarck wird am 25. März sein sechztgjährtgeS Milttär-Dieustjubiläum feiern; der Kaiser und dte Armee dürften eine größere Feier veranstalten.
Berlin, 25. Jaouar. Der CentralauSschuß der Berliner kaufmännischen, gewerblichen und industriellen Vereine hat den HandelSmiuister um die Veranstaltung einer staatlichen Eoquvte über dte Lage des KletnhandelS ersucht und den Wunsch ausgesprochen, hierbei, so weit als thunltch, die Jutereffenvertretungeu von Handel, Industrie und Gewerbe zur Mitarbeit herauztehen.
Berlin, 26. Januar. Laut telegraphischer Meldung an da» Obercommando der Marine ist der Dampfer ^Darmstadt" mit dem Auslands Bataillon an Bord, Transportführer Lorvettencapitän mit Oberstlieutenant-rang Truppe!, heute in Kiao-Tschau angekommev.
Ausland.
Pari», 26. Januar. Der ehemalige Minister Guhot forderte den Minister des Auswärtigen, Hanotaux, auf, feinen Einfluß geltend zu machen, damit da» au DreyfuS begangene Unrecht gesühnt werde. In Folge der Erklärungen des deutschen StaatSsecretärs v. Bülow werde daS gelammte Ausland fester denn je davon überzeugt fein, daß die französische Regierung mit fanatischer Hartnäckigkeit einen Unschuldigen al» den Thäter hinstelle. — Der Deputirte Reinach hat seine Entlastung als Mitglied de» Armee-AuSschusteS gegeben.
CecMes «rrd prootnstelles»
§§ Vom höheren Vogelsberg, 25. Januar. Einen so milden Winter wie bis jetzt haben wir seit einer laugen Reihe von Jahren nicht gehabt. Die Landwirthe konnten seither tagtäglich im Felde arbeiten- ebenso ist den ärmeren Bewohnern, die al» Holzhauer im Walde arbeiten, die Witterung zu statten gekommen. Die Wintersaat steht sehr gut, und hofft man infolge dessen auf eine ergiebige Roggenernte. — Dte Schweinepreise sind seit einiger Zeit von 57 bis auf 62 Pfg. per Pfund Schlachtgewicht gestiegen, während die Rtndviehpreise auf seitheriger Höhe geblieben sind. Die sogen. Einlegeschweine (Läufer) werden gegenwärtig sehr gesucht, uud sieht man tagtäglich Händler und Bauern als Käufer die Gegend nach solchen durchsuchen. DaS Paar Läufer kostet 60 bi» 90 Mk.
4- Nidda, 26. Januar. Für da» im nordöstlichen Theile unseres Städtchens, an der schönen Bismarckstraße, zu errichtende Kriegerdenkmal wird seit Kurzem seitens eines Comites des hiesigen KriegervereinS die von dem letzteren früherhin beschlossene Geldsammlung bethätigt. DaS patriotische Unternehmen wird allenthalben gern unterstützt, sodaß bereits ca. 400 Mk. für daS projectirte Monument eingegangen sind, und dasselbe in diesem Frühjahre gesetzt werden kann. — In der Nacht Vom 24. d. MtS. ereignete sich hier folgende tragikomische Scene: En bejahrter, verwittweter Dienstknecht fand beim Nachhausegehen daS zu dem Gesinder^um führende große Hofthor seines Brodherrn bereits verschlossen, weßhalb er im Dusel versuchte, durch Uebersteigen zu seiner Schlasstätte zu gelangen,- hierbei blieb jedoch die Hünengestalt deS Spätlings auf den Spitzen des Thore» hängen und mußie solange in der fatalen Situation verharren, bi» ihn auf seine Hilferufe mitleidige Passanten miß der peinlichen Lage befreien ließen. Dem vor Angst uud Schmerzen ohnmächtig gewordenen Knechte wurde alsbald auch dte vöthige ärztliche Hilfe zu Thetl.
Hoch-Weisel, 25. Januar. Am 21. Januar wurde im hiesigen Gemetndewald eine Holzverfteigerung abge- haltrn. Zwei junge Männer, die zur Versteigerung gingen, bemerkten plötzlich im Walde auf dem HauSderg eine herrenlose Kuh. Einem gelang eS, dieselbe zu ergreifen. Er war jedoch nicht im Stande daS Thier feftzuhalteu, da eS sich gehörig wehrte. Wie sich herausstellte, war die Kuh am Abend vorher am Butzbacher Bahnhof dem Handelsmann Emil Bär von Nieder W-isel entsprungen, als die Locomotioe Dampf auSströmen ließ. Am Freitag Mittag sahen mehrere Männer von Hoch-Weisel daS Thier abermals. Sie verfolgten dasselbe. Einer konnte den um die Hörner der Kuh geschlungenen Strick erfassen. Festhalten konnte er die Kuh aber nicht, denn dieselbe fing an zu wüthen und schleuderte den Manu weit von sich. Die Männer verfolgten die Kuh bis in da- Nteder Weiseler Feld. Dort wandte sich da» Thier und lief wieder in den Hoch-Weiseler und darauf wieder in den Nieder-Weiseler Wald. Einen sich entgegen- stellenden Mann warf e» zweimal zu Boden. Gegen Abend desselben Tages wurde dte Kuh wieder von einigen Hoch- Weiseler und Häuser OrtSbürgeru verfolgt. Herr Jung von Hausen wollte gerade nach Hause gehen, al» er das wüthende
Thier auf sich einstürmen sah. Herr Jung wehrte sich mit seinem derben Stock, mußte sich aber schließlich tu Sicherheit bringen, da der Stock zerbrach. Mittlerweile waren dte Verfolger herangekommen. Die'elben bezwangen schließlich die Kuh, die sich an mehreren Stellen blutig geritzt hatte,
§§ Grainfelb, 23. Januar. Dieser Tage war der Herr Untersuchungsrichter von Gießen wieder hier, um in der Strafsache des vor einiger Zeit verhafteten Handelsmannes Daniel Bär Zeugen zu vernehmen. Bär, welcher seither sich im Gefängniß in Herbstein befand, ist kürzlich in da» Gefängniß nach Gießen verbracht worden. Man ist hier auf den AuSgang der Sache sehr gespannt.
Mainz, 26. Januar. Kürzlich erkrankte in einer hiesigen Familie ein Kind. Zur Wiedergenesung de» Kindes wollte dte Familie ein gutes Werk thun und so erhielt an diesem Tage jeder Arme, der um eine Gabe vorsprach, den Betrag von 3 Mk. AlS e» Abend geworden war, hatte dte Familie auf diese Weise über 200 Mk. an Arme gespendet. Der sehnliche Wunsch der Familie, daS Kind wieder gesund zu sehen, hat sich leider nicht erfüllt, e» fiel der heimtückischen Krankheit zum Opfer.
1- Mzey, 26. Januar. Welche hohe Anforderungen auch an kleinere Städte im communalen Interesse gestellt werden, dürfte au» folgender Zusammenstellung sich ergeben. Die Stadt Alzey mit nicht ganz 7000 Einwohnern hat etwa im Laufe der letzten zehn Jahre errichtet: ein neue» Volks- schulgebäude mit einem Aufwand von 130000 Mk., ein Gebäude für da» Aichamt und die freiwillige Feuerwehr, ebenfalls auf Kosten der Stadt, mit 12000 Mk., ein Gebäude für die laudwirthschaftliche W nterschule nebst Räumen für die Centralstelle des landwtrthschaftlichen Verein» der Provinz Rheinhessen mit einem Kostenaufwand von 25000 Mk. Gleichfalls von der Stadt erbaut wurde ein neuer Viehhof nebst Stallungen für 35000 Mk. DaS Wasserwerk und Gaswerk gingen aus Privathänden an die Stadt über für 150000 Mk. bezw. 70000 Mk., und beide Anstalten erhielten Verbisst- rungen, so da» Gaswerk ein völlig neue» Rohrnetz, die auch wieder über 50000 Mk. kosteten. Die letzten Herbst erst vollendete Canalisation sämmtlicher Straßen beläuft sich auf 260000 Mk. Und da durch die steten Erdarbeiten in den Straßen baß Pflaster völlig ruinirt ist, so bedürfen särnrnt- liche Straßen einer Neupflasterung, wofür als erste Rate für Arbeiten, die schon vergeben sind und in wenig Wochen bereits in Angriff genommen werden, wieder 60000 Mk. bewilligt wurden. Wenn eine kleinere Stadt Opfer in der Höhe von über 800000 Mk. innerhalb zehn Jahren bringt, so darf man wohl sagen, daß ihre Verwaltung für die communate Fortentwickelung Sorge trägt, ja Hervorragende» leistet.
Wie die Kälte entsteht.
Von Dr. Albert Pohl.
(Nachdruck verboten.)
Die einzige Wärmequelle für unsere Erde ist die Sonne, das ist allbekannt; denn die Wärmemenge, welche uns Mond und Sterne zuwenden, ist so klein, daß sie selbst mit den besten physikalischen Instrumenten kaum zu messen ist. Nicht so bekannt ist dem großen Publikum, woher die Kälte stammt. Wie ist es möglich, daß es auf der Erde so bitter kalte Orte giebt, wo das Thermometer 60 und noch mehr Grad unter dem Gefrierpunkt finkt? In Sibirien beispielsweise sind im Winter Tage mit — 60 Grad Celsius keine Seltenheit, eine Kälte, bei welcher das Quecksilber des Thermometers gefriert Und die Sonne sendet doch jeden Tag ihre Wärme der Erde zu, selbst an den kältesten Tagen kommt Wärme von oben, wenn auch noch so wenig. Es muß also eine Kältequelle vorhanden sein, welche der Wirkung der Sonne entgegen arbeitet. Die verschiedenartigen Temperaturen in den verschiedenen Zonen erklären sich in ihrer Hauptursache daraus, daß die Erde sich in einer Ellipse in 365 Tagen um die Sonne dreht. Wo aber bleibt die täglich gespendete Wärme? Die Wärme, welche die Sonne täglich spendet, wird von der Erde und der sie umgtbenden Luft ausgenommen und dann allmählich wieder abgegeben, um von dem unendlichen Weltraum immer und immer wieder ausgenommen zu werden. Die Luftschicht nämlich, welche unsere Erde in einer Ausdehnung von etwa dreihundert Kilometer umgiebt, wird immer dünner, je mehr man sich von der Erde entfernt und geht schließlich in den Weltäther über, welcher den unendlichen Weltenraum erfüllt. In diesem Weltenraume aber herrscht eine ewige, strenge Kälte deren geringst'.r Grad — 125 Celsius beträgt. In diesen unendlichen, bitter kalten Weltenraum wandert nun stets die täglich von dtr Sonne gespendete Wärme. Wohl nimmt der Raum schon einen Theil der Sonnenstrahlen in sich auf, aber nur einen geringen, denn die Sonnenstrahlen werden am leichtesten von festen Körpern ausgenommen, dann folgen die flüssigen und dann erst die luftförmigen, und je dünner die Luft, je weniger Wärme nimmt sie den Sonnenstrahlen. Der steten Wärmeeinstrohlung steht eine ewige Wärmeausstrahlung durch die Erde entgegen. Aber dieser ausgleichende Proceß ist kein gleichmäßiger, denn sonst müßten wir ja stets die gleiche Temperatur auf Erden haben. Die Ursache dieser Unregelmäßigkeit ist in erster Linie der Wassergehalt der Luft. Diesem als Dampf in der Atmosphäre vercheilten Wasser verdanken wir es, daß im Sommer die lebenden Wesen nicht durch Hitze, im Winter nicht durch Kälte zu Grunde gehen. Im Sommer bildet der Wassergehalt der Luft gleichsam einen Schirm, der un» gegen all zu starke Gluth schützt. Daher erzeugt Wolkenbildung ipi Sommer Kühle. Und eben diese Wolkenbildung bringt im Winter verhältnißmäßig Wärme, indem sie eine allzuschnelle Ausstrahlung der Erde in den Weltenraum verhindert. Ohne diesen Wolkenschirm würden im Sommer alle lebenden Pflanzen verdorren oder gar verbrennen, wie es ja thatsächlich oft in den Tropen geschieht, wo ganze Wälder und Grasstrecken allein durch der Sonne Gluth in Brand gesetzt werden. So ist e» begreiflich, daß


