Ausgabe 
28.1.1898 Zweites Blatt
 
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2s im Sommer bei klarer Witterung warm, im Winter da­gegen kalt sein muß. Aber wir wissen es aus Erfahrung, daß eine ruhige Kälte im Winter nicht so unangenehm ist, daß sie erst peinlich wird durch den Wind Wind kühlt stets, auch im Sommer. Im Großen und Ganzen aber unter­scheiden wir dennoch einen kalten und warmen Wind, die beide dadurch erzeugt werden, daß am Aequator die warme Luft emporsteigt und sich nach den gemäßigten Zonen hin­bewegt. Zum Ausgleich strömt dafür die kalte Lust der Polargegenden dem Aequator zu. So bilden sich der obere und untere der warme und kalte Pasiat. Dazu nun noch eine Menge anderer Winde. Nebenwinde möchte man sagen, hervorgerufen eben durch die ungleiche Wärmevertheilung auf unserer Erde. Diese ungleiche Vertheilung ist nämlich die Quelle aller Veränderungen in der Atmosphäre. Diese Luftströmungen sind aber für die menschliche Gesundheit von großer Bedeutung, denn durch sie findet eine beständige Erneuerung der Luftschichten, ein Hinwegschaffen von schäd­lichen Stoffen und ein Zuführen von guter, reiner, ozon­haltiger Luft statt. Vom menschlichen Körper entfernt die bewegte Luft die ihn umgebenden, schädlichen Ausdünstungs­stoffe und erzeugt durch Beförderung der Verdunstung Ab­kühlung.

Außer den Winden und der Ausstrahlung können auch noch örtliche Ursachen den Grad der Kälte regeln. So können hohe Berge von einem Orte die rauhen Winde abhalten; aber es können sich auch durch hohe Berge Winde in den­selben bilden, wie in der Schweiz der Föhn und die gefürchtete Bora an der istrischen Küste. Beide Winde beeinflussen das Klima der beiden Länder ganz bedeutend.

Von großem Einflüsse ist es ferner, ob ein Land reich oder arm an Wasser ist. Die Erde wird, wie bereits gesagt, von den Sonnenstrahlen schneller und stärker erhitzt als Wasser. Dafür aber kühlt sich die erstere auch schneller ab als das letztere. Wasser nimmt die Wärme langsamer auf, behält sie auch dafür weit länger. Daher wird in wasser­reicher Gegend der Winter milder sein als in einer trockenen. Bekanntlich ist an der See der Winter stets milder als auf dem entfernt liegenden Lande. Im Sommer herrscht an der See stets eine angenehme Kühle, während im Winter die Luft durch die langsame Ausstrahlung des Wassers und durch die Wolkenbildung wärmer bleibt.

Das kalte Sibirien ist eben ein völlig wasserarmes Land. Wären wir im Stande, ein Meer oder eine Anzahl Flüsse dorthin zu verlegen, das Land würde sofort seine Schrecken verlieren.

Die Ausstrahlung der Erde ist naturgemäß am stärksten in der Nacht, und je länger die Nacht und je klarer der Himmel, desto stärker ist die Ausstrahlung. Daher erklärt es sich auch, daß oft warme Länder empfindlich kalte Nächte haben. Auch eine Schneedecke auf der Erde beeinflußt die Temperatur; sie kann sogar dazu beitragen, daß eine strenge Kälte länger anhält, denn der Schnee befördert die Aus­strahlung der Erde. Ist die Quelle der Kälte auch der unendliche Aetherraum, so wirken doch noch mancherlei kleine Ursachen mit ein, dieselbe zu vergrößern oder zu lindern; sie alle helfen die Witterung machen, und deßhalb haben die Wetterpropheten kein leichtes Amt, denn irgend ein unvorher­gesehener Umstand wirf! ihnen die sorgfältigsten Berechnungen über den Haufen.____________________________________________

vermischt«».

Frankfurt, 25. Januar. Wie andere einen Revolver führen, fo trägt der Installateur Gg. Zimmermann eine Ladung Pfeffer und Salz bet fich, die er Angreifern zur Abwehr in die Augen streut Ec glaubt sich nun seit lange verfolgt von einem Dienstmädchen, mit dem er früher ein Serhältutß gehabt zu haben scheint. Am 5. September soll -fte' ihn überfallen, uiedergeworfen und mit einem Schirm durchgeprügelt haben. Anderen Tag- rächte er fich, aber nicht mit Vitriol, sondern mit Pfeffer und Salz. Urtheil: Mk. 10 Geldstrafe.

Frankfurt a. M., 25. Januar. Ueber den Vermögens- stand der reichsten Leute in Preußen giebt, wie wir einer Zusammenstellung dergreif. Ztg." entnehmen, die dem Abgeordnetenhause mitgetheilte Siaiistik der preußischen Einkommen und Ergänzungssteuer-Veranlagung für 1897/98 folgende Auskunft: Mit dem größten Vermögen (wie im vorigen Jahr 215 Mill.) ist wieder Rothschild tu Frankfurt zur Ergänzungssteuer herangezogen. Dann folgt ttrvpp mit 128 Mill. Mk. Sein Vermögen ist in Jahresfrist um 7 Mill, gewachsen. Er war 1896/97 mit 121 Mill, und Im Jahr vorher mit 118 Mill, zur Ergänzungssteuer veran­lagt. Roihfchild versteuerte 1895/96 203 Mill. Vermögen. Sein Einkommen berechnet für 1897/98 Krupp um 2 Mill, höher als Rothschild, wie fich aus der Veranlagung zur Ein­kommensteuer ergiebt. Rothschild begnügt sich nun schon seit 3 Jahren mit einem Einkommen von über 6 bis 7 Mill. Mk. Krupps Geschäft aber florirt, daß er, der im Jahr vorher über 7 dis 8 Mill. Einkommen versteuerte, jetzt feine Ein­künfte auf über 8 bis 9 Mill, berechnet. In erheblichem Abstande folgen auf die beiden NabobS Krupp Rothschild zwei Schlefier: ein Breslauer Landbewohner mit einem Ver­mögen von 85 Mill, (im Vorjahr 83 Mill.) und ein Oppelner Landbewohner mit 64 Mill, (im Vorjahr 61 Mill.) Der- mögen. Ein anderer Oppelner Landbewohner bewerthet fein Vermögen auf 59 Mill. (2 Mill, mehr als im Vorjahr). Der reichste Magdeburger Landbewohner war im Vorjahr mit 33 Mill. Vermöget zur Ergänzungssteuer herangezogen, für 1897/98 mit nur 26 Mill. Ihn hat jetzt der reichste Städter im Regierungsbezirk Münster überflügelt, der im Vorjahr 29, 1897/98 aber 32 Mill. Mk. Vermögen besteuert. Eines Vermögens von 27 Mill. Mk. erfreuen sich ein Gaffe» lauer und ein Bewohner des Regierungsbezirks Trier (Stumm?) lener rechnet mit einer, dieser mit 2 M>ll. mehr als im Vor­jahr, beide aber gleichmäßig mit einem Einkommen von über 2 bis 3 Mill. Mk. Im Einkommen folgt auf Krupp mit 8 bi» 9 Mill. Mk. Rothschild über 6 bis 7 Mill. Mk.,

dann ein Oppelner mit 3 Mill., unb darauf vier Krösusse mit 2 Mill.; ein Breslauer, ein Casselaner, ein Oppelner und ein Trierer: Ein Einkommen von über eine bis zwei Mill, versteuern 28 Personen, acht mehr als im Vorjahr.

* Au» dem Rheingau, 20. Januar. Die im Königlichen RegierungS-Äm-Sblatr veiöffentlichten amtlichen Aufzeichnungen über die letzte Weinernte im Rheingau dürften auch für manchen unserer Leser von Interesse sein, weßhalb wir die Hauptpunkte der Statistik hier folgen lassen wollen. Im ganzen RhrtngaukreiS wurden geherbstet 35 770,50 Hectoliter Wein. Unter diesen befinden fich 35249,40 Hectoliter Weiß­wein und 521,10 Hecioiiter Rothwem. (Letzterer wurde zum größten Theil, nämlich 467 Hectoliter, in AßmaunS- hausen gezogen.) Die Größe deS WeinbergSgeländeS beträgt 2231,35 Hektar, von welchen 1773,70 Hectar in Ertrag stehen. Mit Riesling find bepflanzt 1185,73 Hectar, mit Oesterreicher 187,74 Hectar unb mit gemischten Trauben­sorten 339,25 Hectar, so baß also mit weißen Trauben 1745,97 Hectar bepflanzt sind. Die Fläche der mit rothen Trauben bepflanzten Felder beträgt 27,10 Hectar. Der Quantität nach wurde l/s bis */s Herbst erzielt. Die Quali­tät war theilS gut, thetl» mittel. Danach waren auch die tm Herbst erzielten Preise sehr verschieden. Während bei­spielsweise in RüdeSdeim das Stück (1200 Liter) mit 900 dtS 1000 Mk., in Ranenthal mit 800 btS 1200 Mk. bezahlt wurde, sind In Lorchhausen für das gleiche Quantum nur 480 Mk. erzielt worden. Die größte Weinbergsgemarkung hat Lorch mit 128 Hectar, auf denen 4690 Hectoliter Wein geerntet wurden. In zweiter Linie kommt Winkel mit 3152 Hectoliter. Dann folgen RüdeSheim mit 3047, Geisen­heim mit 2902 unb Oestrich mit 2352 Hectoliter. Die niedrigste Ernte weist Oberwalluf auf mit 76,40 Hectoliter.

(Mainzer Anz.)

Münzen Bersteigerung. Am 15. Februar beginnen die Experten L. u. L. Hamburger in Frankfurt mit der Versteigerung einiger hervorragender (Sammlungen von Münzen und Medaillen, worunter fich auch die nahezu 4000 Nummern zählende Collection deS verstorbenen BaronS Hugo v. Saurma- Jrltfch (eines Bruders deS Botschafters) befindet, deren Auc- tion am 21. Februar ihren Anfang nimmt.

* In Niederbühl (Amt Rastatt) haben, wie man in der Bad. Landesztg." liest, am letzten Mittwoch zwei dortige Laudwirthe auf einer Wiese an der SaSbach Grummet gemäht und andern TagS eingeerntet. Im Januar gewiß eine Seltenheit!

Ueber die Bildung des RheiuihalS hielt Gymnasial- Oberlehrer Dr. Follmann im Naturwissenschaftlichen Verein zu C ob lenz einen interessanten Vortrag, dem wir folgendes entnehmen: Rhein, Mosel, Lahn und Maas treten aus Gebieten in das rheinische Schiefergebirge ein, deren mittlere Höhe geringer ist als die des letzteren selbst. Die an Durch- bruchthälern häufig mahrgenommene Erscheinung erklärt sich dadurch, daß die Gebiete rings um das rheinische Schiefer- gebirge im Verlaufe der Thalbildung allmählich durch Ver­werfung (Sprünge in den Erdschichten) absenken, infolgedessen das Gebirge jetzt wie eine Tafel aus den jüngeren umgeben­den Schichten aufragt. Im Süden des rheinischen Schiefer- gebirges erstreckte fich im Anfang der Tert'ärformation von Nord nach Süd ein langer Gebirgsrücken dessen Schichten­gewölbe längs zwei Systemen paralleler Gebirgsspalten in die Tiefe sank. Die seitlich stehen gebliebenen Reste bildeten den Schwarzwald und Wasgenwald; die entstandene Ver­tiefung (Gradenverwerfung) wurde von einem See ausgefüllt, der am Ende der Tertiärzeit oder im Anfang der Diluviums fich nach Norden entleerte. Weshalb erfolgte dieser Abfluß, dem das Rheinthal von Bingen bis Bonn seine Entstehung verdankt, gerade an der Stelle, wo der Taunus, der damals noch mit dem Hunsrück zusammenhing, seine größte Breite und wegen der Quarzitschichten auch die bedeutendste Wider­standsfähigkeit besaß? Da hat nun, so antwortete der Vortragende auf diese Frage, Professor Rothpletz durch eine eingehende Untersuchung nachgewiesen, daß zwischen Singen und Lorch ebenfalls zwei parallele Verwerfungen vorliegen, die den Durchbruch des Rheins gerade an dieser Stelle erklären. Eine Übereinstimmende Bildungsweise hat Professor Holzapfel für das alte diluviale Rheinthal zwischen Kaub und Boppard nachgewiesen. Die heutige Thalrinne ist zwar ein Eiosionsthal, doch war die alte, jetzt etwa 250 Meter höher liegende Thalrinne durch Verwerfungen ledingt. Durch die von Nordost nach Südwest verlaufenden Quarzitzüge wurde der Rhein von Boppard nach Osten abgelenkt. Ober­halb Braubach tritt der Rhein wieder in den Bereich zweier paralleler Spalten, auf denen der Rhenser und Oberlahn- steiner Mineralbrunnen entspringen, und diese Spalten be- oingrn die abermalige Ablenkung des Rheins aus der west- östlichen in die nördliche Richtung.

* Der Zug nach den Goldfeldern von Klondike wird Alles übertreffen, was Californien, Transvaal und West­australien je erlebt haben. Das Emporschießen der süd- afrikanischen Goldstädte am Rande, die Gründung einer Stadt wie Johannesburg, die schon im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens gegen hunderttausend Einwohner zählte, die Ausschließung von Rhodesia waren Leistungen, die auch an amerikanischen Kulturarbeiten unb Städtegründungen im Westen gemessen, außergewöhnlich, ja, selbst für das Ende des neunzehnten Jahrhunderts verblüffend schnell und energisch durchgeführt wurden. Die Erfahrungen, die man in jenen Goldländern über rasche und sachgemäße Ausbeutung ge^ sammelt, die Fortschritte, die unsere Verkehrsmittel gerade in der Schnelligkeit der Anlage und Sicherheit des Betriebes in den letzten Jahrzehnten gemacht haben, werden für dieses neue Arbeitsfeld einen so gewaltigen Zuzug von Unternehmern und glücksuchenden Abenteurern ermöglichen, wie er bei dm ersten Goldfunden in Kalifornien schon aus technischen Gründen gar nicht hätte bewältigt werden können. Die Berichte der ersten halbverhungert und erfroren zurückkehren- ben Golbsucher brachten schauerliche Einzelheiten über bie qualvollen Leiben, benen man am Aukonfluß burch Frost,

Nahrungsmangel, Obbachlosigkeit, Stechfliegen und unzählige anbere Plagen ausge'etzt sei. Aber bie Gerüchte über ben fabelhaften Golbreichrhum ber öden Schneefiiber übertönten alle Warnungen unb stachelten bie Erwerbsgier Tausenber Zu krankhafter Höhe Ohne technische Ausbildung, ohne bergmännische Vorkenntnisse, ja, selbst ohne die nöthige Aus- rüstung an Geld und Mundvorrath machten sich Tausende auf ben Weg über ben Ehilkoot Paß. Wer nicht in früheren Hochgebirgswanberungen Nerven unb Muskeln gestählt hatte, verunglückte schon an ber Schwelle bes gelobten Landes, beim liebergang über ben von Lawinen heimgesuchten verschneiten Paß. Anbere tinLrlagen ben llnbilben einer grausamen Witterung, benen nur Eskimos unb Rennthierjäger hätten gewachsen sein können. Der Rest büßte burch Hunger unb Entbehrung alle Fähigkeit zur Arbeit ein, uub nur einige Wenige erübrigten Ausbauer unb Kraft, um lässig an einigen Stellen bes Flußthales bie Oberfläche zu schürfen unb in ber That unerwarteten Golbsegen zu finben. In der Heimath wurden ihre Funde theilS überschwenglich gepriesen, theilS verkleinert und todtgeschwieg-n von einflußreichen Kreisen, die ein Interesse daran hatten, die öffentliche Aufmerksamkeit noch möglichst abzulenken oder unsicher zu machen, um desto ungestörter die eigenen Vorbereitungen zu planmäßiger Aus­beutung betreiben zu können. Sobald aber die StaatSgeo- logen von Kanada und der Union ihr fachmänni ches Urtheil abgegeben und den ungeheueren Goldreichthum Klondikes beglaubigt hatten, ließ sich der Unternehmungsdrang nicht mehr eindämmen. Die Warnungen der Regierung, die ab­schreckenden Schilderungen glücklich Zurückgekehrter verhallten ungehört, blindlings stürzten sich Tausende und Abertau'ende in das ungewisse Unternehmen. Vom October bis Juni ist der Pukon vereist, aber schon jetzt sind Gesellschaften und Agenten fertig mit ihren Vorbereitungen. Sobald der kurze Sommer seinen Einzug hält in die unwirthlichen Schnee­gefilde Alaskas, werden Hunderttausende zur Stelle sein. Nach den letzten telegraphischen Nachrichten haben fünf Eisen- bahngefellschaften schon 45000 Fahrkarten verkauft, zwei Dampferlinien auf dem Großen Ocean schon Aufträge für die Beförderung von 20000 Reismben nach dem Aukon; weitere Tausende gehen ums Kap Horn auf Segelschiffen. Allein auf ben Bahnen ber Vereinigten Staaten werben nach verschobenen Schätzungen über 200 000 Fahrgäste nach bem äußeren Norbweften besörbert werden. Mehrere Expeditionen aus Australien sind bereits angesagt, aber auch aus Rußland, Skandinavien Italien, selbst aus Palästina sind Anmeldungen da. Eine amerikanische und eine englische Beförderungsgesell­schaft haben bereits 18 Millionen Dollar für neue Bahnen verausgabt, und doch ist es fraglich, ob der ungeheuere Andrang, der zum Frühjahr bevorsteht, auch nur annähernd bewältigt werden kann. Was bedeuten aber dem Glück- fuchenben vom Schlage Bret-Hartefcher Digger alle Gefahren der Reise, alle Schwierigkeiten der Verpflegung und in deren Sicherung wird immer der Angelpunkt der ganzen Frage liegen gegenüber der Hoffnung, mit der sich natür­lich jeder Klonbikefahrer trägt, von ben Hunderten von Millionen Goldes, die der hartgefrorene Boden birgt, viel­leicht schon in wenigen Wochen hunderttausend Mark an Goldeswerth Heimzubringen. Denn was in Transvaal und Koolgarbie als Fabel gelten müßte, hat sich im Klondikelande schon des Oefteren ereignet: nach 14 Tagen kehrt ein erfolg­reicher Schürfer mit 20, ja 30000 Dollar zurück. Bei solchen Erfolgen kann die Jagd nach dem neuen Goldlande nicht Wunder nehmen, wunderbar aber wird das Leben sich in diesem nordisch n Eldorado gestalten, wenn zum Frühjahr die Bergleute unb Abenteurer, Hänbler unb Unternehmer in lichten Schaaren in Dawson Eiiy ankommen Ein solches Gemisch von Nationalitäten unb Sprachen, solch fabelhafte Steigerung ber Preise von Lebensmitteln, Arbeit unb Grund­besitz wird noch nie auf Erden gesehen worden sein.

Derfe^t, nnd VoUsrvirthschaft-

Pommersche Hypoiheken-Aeiien-vank, Berlin» In der am 22. Januar er. abqrhaltenen Sitzung des Kuratoriums wurde der Abschluß pro 1897 vorgelegt und genehmigt. Aus dem­selben ergibt fich, daß die Bank auch in dem abgelaufenen Jahre mit günstigem Erfolge gearbeitet bat. Der Netto Gewinn beträgt Mk. 1064184 (1896 Mk. 1019 809). Der außerdem erzielte außer­ordentliche Gewinn an Pfandbrief-Agio (abzüglich aller Stempel-, Arnerttgungs-, Bertrtebskosten rc. Mk. 281357) ist sogleich vorweg tanttomefret auf den außerordentlichen Reservefonds übertragen worden. Der auf den 26. Februar er. «tnzuberufenden General-Ver­sammlung wird die Vertheilung einer Dividende von 7 pKt. (rote im Vorjahre) vorgefchlagen. Der General-Versammlung wird ferner ein Antrag auf Erhöhung deS GrundcapitalS vorgelegt werden. Die liquiden Mittel der Bank (Kaffa, Effecten (Deutsche Staats- popfere 2C.J, Wechsel und Bankguthaben betragen Mk. 9 726 287, die Anlage tm Hypothekengeschäft Mk. 169882018 (1896 Mk. 144105819), die gelammten Reserven nach den erwähnten Ueberweisungen 5 Mill. Mk. ca 50 pKt. (1896: 43,6 pKt.) des Acsten-Kapitals von 10,2 Mill. Mk.

Zrrsa«menAell«ng der im Jahre 1897 in Nsw-York

gelandeten Passagiere. (Nach der LandungLdchörde.)

amtlichen Aufstellung der

Kajüte

Zwischendeck

Total

Norddeutscher Lloyd

15196

40415

55611*)

Kunard Line

15196

17303

32499

Hamburg- Amerika- Linie

10866

19550

30416

White Star Line

10104

19271

29375

Anchor Line

6478

19372

25850

Amer'can Line

14443

11322

25765

Kte. Gänärale TranSatl.

6044

14264

20308

Red Star Line

4493

10557

15050

Holland-Amerika-Ltnte

2871

10503

13374

Fabre Line

22

11374

11396

Atlantic Line

82

7289

7371

Thingvall« Line

860

3201

4061

Allen State Line

1823

1050

2873

Union Line

2332

2332

Atlantic Transport Line

1820

1820

Diverse Linien

634

4201

4835

90932

192004

282936

*) Fast 20 pKt. aller in New-Z)ork gelandeten Passagiere.

Außerdem beförderte der Norddeutsche Lloyd von Bremen nach Baltimore 722 Kai., 8315 Zw., 9037 Total, d. i. New York und Baltimore total 64648.