Ausgabe 
27.10.1898 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

mitMutter Erde" von Max Halbe. Ueber Bedeut- uug und Inhalt dieser Dichtung ist tu den letzten Tagen in unserem Blatte so viel gesagt worden, daß wir unk heute auf eine Brurthetlung der Aufführung beschranken können. Die Einstudirung war sorgfältig, denn die Darsteller waren mit ihren Rollen genügend vertraut, und die Leichenschmaus- sceue im 3. Act, die einzige, in der eine größere Anzahl von Personen mitwirkt, war vom Regisseur ungezwungen und natürlich arrangirt. Herr Dietzsch war als Paul Warkentin recht am Platze. Das Schwächliche, Haltlose diese- Charakter-, daS so leicht die Wirkung beeinträchtigt, betonte er nur leicht. Sein Schwerz über den Tod des uuversöhnt dahingeschiedenen Vaters, die wieder erwachende und in plötzlicher Heftigkeit auflodernde Jugendliebe, da­jähe LoSreißen au- der 10 Jahre erduldeten geistigen Vor­mundschaft der Gattin, da- Alle- erschien natürlich und glaub­würdig. Schade, daß für den Affect die Stimme de» «ünstler» nicht völlig au-reichte und einen heiseren Klang annahm. Auch Frl. Würdig befriedigte al» Hella vollauf - bei aller schneidenden Kälte, mit der fir namentlich im ersten Act einsetzte, wußte sie e- doch zu veranschaulichen, daß sie Panl liebt, soweit ihre selbstsüchtige Natur der Liebe fähig ist. Nur manchmal klang ihre Rede zu pathetisch. Die Darstellerin der dritten Hauptrolle stand nicht auf gleicher Höhe. Frl. Bartholdy war in Spiel und Ausdruck ge­ziert, wo sie natürlich sein sollte. Den Mangel an Gefühl im Klange der Stimme konnte sie durch übermäßige- Dehnen einzelner Worte nicht ersetzen. Schlicht und vorsorglich war Frau Helm al- Tante Clärcheu, und Frl. Pauli verdient als wackere- Stubenmädchen besondere Anerkennung. Herr Merker bethätigte sich mit Glück in einem Rollenfach, da- ihm sonst fern liegt. Sein Laskowski war im nüchternen wie im angeheiterten Zustande gleich ergötzlich, und doch nicht übertrieben. Herr Köhler sollte vor Allem die schwärmerische Verehrung für die gelehrte Profrssorentochter zum Ausdruck bringen. Durch ruhige und steife Haltung, trockenen Ton und gleichgültige Miene ist das aber nicht möglich. Unter den Gästen im dritten Act fiel Herr Walter durch richtige ostpreußische Mundart angenehm auf. Die Zuschauer folgten der Handlung mit unverkennbarem Interesse und ließen fich durch daS lärmende Gelage des dritten ActeS nicht au- der ernsten Grundstimmung herau-reißen. Die beiden letzten Aufzüge fielen in ihrer Wirkung freilich gegen da- Vorhergehende ab- die Schuld dafür trifft aber den Dichter selbst.

** Zn der Gesellschaft für Erd- und Bölkerkuude sprach gestern Abend Herr Profeffor Dr. Fritz Regel (Jena) über seine Reisen in Columbia, vorzugsweise inderColum- bianischen Centralcordillere 1896/1897. Der Vortragende berührte zunächst in kurzem Ueberblick die Hinreise, welche von Hamburg aus (28. Juli 1896) über Le Havre, St. Thomas, San Domingo, Venezuela, (La Guaira-Caracas-Valencia- Puerto Cabello), Curacao und Puerto Colombta (Sabanilla) nach Barravquilla führte- von hier gelangte er sehr rasch zunächst auf einem guten Dampfer den Magdalena aufwärts bis Puerto Berris, denHafen" deS Departomento An- tioquio und nunmehr landeinwärts zuerst ein Stück mit der Bahn bi» Mono-, dann mit Maulthieren nach Medellin, der etwa 45,000 Einwohner zählenden Hauptstadt von An- tioquio, welche er am 12. September 1896 erreichte und zu seinem Standquartier erwählte. Er gab nun einen Ueber­blick über ganz Columbia und seizzirte den Gang der Ent­deckung»- und der Erforschung-geschichte desselben, welche in ernsthafterer Weise erst mit Humboldts Reise i. I. 1800 anhebt und hauptsächlich durch deutsche Forscher und Reisende, wie Degenhardt, H. Karsten, M. Wagner, Reiß und Stube!, F. v. Schenck, A. Hettner und M. Sievers gefördert worden ist. Nach der Gewöhnung an die Technik des Reisens, die landesübliche Ernährung und Sprache auf Mei kleineren Reisen im September 1896 unternahm der Vor­tragende von Anfang October bis Anfang Februar fünf Reifen nach dem Süden und Südosten (October), dem Westen und Nordwesten (November und December), dem Osten (December) und nach dem Norden von Antioquio- die letztere dauerte von Ende December bi- Anfang Februar und führte in sehr schwer zu bereisende und unzugängliche Theile -wischen dem unteren Nubi und Cauca, in denen ihn eine schwere Form von Malaria befiel, deren Ausheilung die Monate Februar und März in Anspruch nahm, so daß R. erst am 11. April die letzte größere Reise nach dem Südosten und Süden antreten konnte- ein Ausflug von Monizale- nach -em etwa 5500 Meter hohen Schneedom des Rutz bei sehr ungünstigem Wetter hatte einen Rückfall seiner Kcankhrit zur Folge, sodaß Regel auf den Besuch der Hauptstadt Bogota verzichten mußte und sich genöthigt sah, von Honda aus die Rückreise nach der Küste anzutreten. Ueber Colon (und Panama) und New-Dark kehrte er am 18. Juni 1897 nach Deutschland zurück. ES war der Kürze der Zeit wegen nicht möglich, über die wissenschaftlichen Ergebnisse (Ethno­graphie, Geologie, Fauna und Flora) zu berichten, Redner hofft in einem späteren Vortrage dazu Gelegenheit zu finden. Allseitiger Beifall wurde dem Vortragenden am Schluffe seiner interessanten, durch eine ansehnliche Sammlung von Photo­graphien und einigen Curiosttätrn (Goldschmuck) erläuterten Mitthrilungen.

* Flüchtiger Postgehilfe. Wie die Kaiserliche Oberpost, dirrctiou zu Frankfurt a. M. mitthrilt. ist der Postgehilse Friedrich Kolb von Rufach, gebürtig aus Kirchheim u. Teck, nach Unterschlagung von Postanweisungsgeldern und eines ©dbbxkfe» mit 3000 Mk. seit dem 22. dss. Mt-., Mittag-, flüchtig. Inhalt des GrldbrtefeS: 1 Banknote zu 1000 Mk. Nr. 009557b, 20 Banknoten zu 100 Mk. Nr. 0203211a, 0294001a, 0474156a, 05570254, 0852677a, 0823550a, 0929254a, 1068098a, 0037037b, 0822407b,

0777960b, 0946631b, 021955c, 0540906c, 1078393c,

2308506c, 2511716c, 0256035d, 06090104, 08734884.

Personenbeschreibung: Alter: 21 Jahre- Gesicht: rund- Größe: 1,67- Haare: dunkel- Anflug von blondem Schnurr­

bart- GefichtSfarbe: bleich- Kleidung: dunkler Jaquetanzug, schwarzer weicher Filzhut, trägt Zwicker. Besondere Kenn­zeichen: hat erwaS krumme Beine. Auf Ergreifung deS Kolb und Wiedererlangung deS Geldes find 300 Mt. Belohnung ausgesetzt.

* Neue Conttole des Zugpersonals. Um jederzeit auf den Stationen sehen zu können, ob da- Personal der durch- sahrenden Personen- und Güterzüge wachsam und nicht etwa etugeschlafen ist, hat der Eisenbahnwinister für den gelammten Staat-bahnbereich verfügt, daß am Tage die Stationsbeamten von den vorüberfahrenden Bremsern und Hilfsbremseru militärisch zu grüßen find. Nacht- dagegen sollen die Fahrbeamten ihre brennenden Laternen im Vorüber- fahren vor dem StattonSbeamten senken. Jedenfalls ist diese Maßregel sehr geeignet, ein Schlafen der Fahrbeamten zu verhindern.

Katfer»Panorama.Im ewigen Eise" oder Andrse'S Ballonfahrt von Spitzbergen aus" ist in dieser Woche im Kaiser-Panorama Neuen Bäue 1 aus­gestellt. Nachdem in der letzten Zeit von Andröe'S Ballon- Expedition verschiedene Borträge unter Lichtbilder-Borze'gung gehalten wurden, sehen wir jetzt die ganze Expedition plastisch vor uns. Bekanntlich werden in dem optischen Apparat deS Herrn Schmidt nur Original-Negative ver­wendet, wodurch allein die vorzügliche natürliche Wirkung erreicht wird. Die 50 Ausnahmen find denn auch durchweg al» wustergiltige zu bezeichnen. Die Licht« und Farben­gebung, die zum ersten Male bei dieser Serie angewandt ist, dürste wohl auf der Höhe der Zeit stehen, da etwa« Besseres und Natürlicheres kaum gedacht werden kann. Wie herrlich leuchtet die Mitternachtssonne und da- Nordlicht! Sämmt- liche Ansichten namhaft zu machen fehlt uns der Raum. Die Expedition beginnt von Andree'» Abfahrt in Gotheburg bis zur Auffahrt mit dem Ballon. Jntereffant find die Dampfer Virgö" undSvenSksund" im Eise in der Virgö-Bai, Lappenlager, Rennthierheerde, Polureis, schwimmende Eis­berge, Jagdausflüge von Aadröe re., Gasapparate, Schutz­hütte, Aufbau und Abbruch des Ballonhauses, sowie die Auf­fahrt in der Nähe und in der Ferne. Wir empfehlen den Besuch zu dieser wirklich großartigen Prachtserie ganz beson­der»- für wenig Geld wird im Kaiser-Panorama viel Schönes geboten.

* * Herr Kalligraph O. Gottlieb auS Leipzig eröffnet im Hotel Schütz" den zweiten und letzten CursuS im Schön­schreiben. Herr Gottlieb ist im Stande, einem Jeden, ohne Unterschieb de- Alters, mag er noch so unleserlich schreiben und fich noch so ungelenkig dünken, in höchstens fünf Lektionen eine schöne und correcte Handschrift bri- zubringen und dadurch Vielen die Mittel zu verschaffen, fich eine anständige und sichere Existenz zu begründen. (Siehe Inserat.)

Aufgefundenes Kind. Heute Morgen 10 Uhr wurde in der Südanlage ein neugeborenes Kind männlichen Geschlecht- aufgefunden.

* * Auf Veranlassung des Vereins znr Züchtung reiner Hnnderaffen in Gießen wird zwecks Eintragung von deutschen Vorstehhunden in dasDeutsche Hunde-Stammbuch", welches von der Delegirten-Commisfion in Hannover geführt wird, Herr Director Grube aus Frankfurt a. M. am Freitag, Abends 7Va Uhr im Saale des Leuz'schen Felsenkeller an­wesend sein, um die betreffenden Hunde zu begutachten. ES können nur solche Hunde in daS Deutsche Hunde-Stammbuch eingetragen werden, deren Eltern bereits eingetragen find, oder die Eintragungsberechtigung besitzen und noch nachträg­lich eingetragen werden.

AlSfeld, 24. October. Gestern fand die Eröffnung des Museum» drS hiesigen Geschichts- und AlterthumS-Bereins statt. Nachdem die in stattlicher Zahl Erschienenen fich im unteren WeinhauSsaal versammelt, hielt der Vorsitzende deS Geschichts- und AlterthumS-Vereins Alsfeld, Herr Gustav Ramspeck II., die Eröffnungs-Ansprache - er begrüßte die An­wesenden, insbesondere den die Feier mit seinem Besuche be­ehrenden Herrn Kreisrath Dr. Melivr, die Vertreter de» Stadt- und Kirchenvorstandes, sowie die Vertreter de-Ober- hesfischen GeschichtSvereinS, die Herren LandgerichtSrath Schäfer und Professor Dr. Gundermann aus Gießen. Der Redner führte weiter aus, wie es von Vielen schon längst als Bedürfniß empfunden worden, einen Alterthums Verein zu gründen, und daß eS die höchste Zeit gewesen, daß der Verein in Thätigkeit getreten sei, um der Verschleppung und Vernichtung der ehrwürdigen Zeugen der Vergangenheit Als­feld- Einhalt zu gebieten nud intereffante Baudenkmäler vor dem Verfall zu bewahren. Redner erwähnte einige höchst werthvolle Sachen, welche auf Nimmerwiedersehen au- Al-, feld verschwunden find und nun verschiedene größere Museen zieren. DeS Weiteren gedachte er dankend der Personen, die da- Museum durch Ueberlaffung von Gegenständen gefördert haben, insbesondere aber des Stadt- und Kirchenvorstandes. Seien auch die Anfänge bescheiden, so sei doch eine Grund­lage geschaffen, auf welcher man weiter bauen und eine ge- deihüche Entwicklung des Museums erwarten könnte. Redner schloß mit dem Wunsch, daß das begonnene Werk deS Alter- thumSvereinS wachsen, blühen und gedeihen möge. Nunmehr nahm Herr Bürgermeister Arnold daS Wort, indem er die verehrten Gäste au» Gießen in kurzer Ansprache im Namen der Stadt herzlich begrüßte und bewillkommnete. Herr Land­gerichtSrath Schäfer dankte für den Wtllkommengrnß und stellte sich und sejnen Begleiter, Herrn Prof. Dr. Gunder­mann, als Vertreter des Oberhessischen GeschichtSvereinS vor, welcher fich lebhaft für den Alsfelder GeschichtS' und Alter- thumSverein interesfire und dem letzteren zu der Gründung der AlterthumS-AuSstellung, die seinen und seine» Begleiter- vollen Beifall finde, Glück wünsche. Herr Schäfer sprach über Zweck und Ziele der Geschichts- und AlterthumSvereine, wie diese die Localgeschichte erforschen und die Beschicht-- wiffenschaft im Allgemeinen vertiefen sollten- sie seien eine Fundgrube, au» welcher der Forscher de- Heffenlande» Bielcs

zur Klärung der Geschichte der Heimath entnehmen könne. Redner schloß mit dem Au-druck der besten Wünsche für die Weiterentwicklung deS Museums und die Erfolge der ferneren Thätigkeit des Alsfelder AlterthumsvereinS. ES folgte nun auf dahingehende Aufforderung des Vorsitzenden des Verein», Herrn Ramspeck, die offieielle Eröffnung der AltrrthumS- auöstellung. Die Besucher derselben waren sichtlich überrascht von der Rrichhaltigkeit derselben, und man hörte nur eine Stimme deS Lobe- über den Fleiß, mit dem allein da» Werk zu Stande kommen konnte. Nach Schließung des Museums begab man fich wieder in den unteren Saal, wo fich die Feier programmgemäß weiter entwickelte. Herr Pfarrer Jäger hielt nun den Vortrag über die Geschichte der Stadt Alsfeld, der allgemeinen und lebhaften Beifall fand. Durch Sammeln und Herbeitragen von Gegenständen, Einrichtung de- Museum- rc. haben fich um da- Zusammenkommen der Aus- stellung hervorragend verdient gemacht die Herren Kar! Weitz, Louis Sondermann und Schlaffer Mehthaler, die des auf­richtigen Danke- de- Verein» für alle Zeiten sicher sind. Möge nun da- Interesse an den Bestrebungen des Geschichts- und AlterthumsvereinS rege bleiben bei unserer Bürgerschaft und sich bethätigen durch weitere recht belangreiche Spenden von Ausstellungsgegenständen!

A Mainz, 25. October. Die Agitation für die Mitte nächsten Monat» hier stattfindenden Ergänzung-Wahlen zur Stadtverordnetenversammlung nimmt von Tag zu Tag einen lebhafteren Charakter an und reichen fich offene und geheime Wahlversammlung die Hand. Heute Abend fanden Ver­sammlungen der CentrnmSpartei, der Demokraten, der Na­tionalliberalen sowie der Deutschfreifinnigen statt, in welchen die von den AuSschüffen der vier genannten Parteien getroffene Vereinbarung der gemeinsamen Aufstellung von Candidate» gut geheißen wurde. Zu sämmtlichrn vier Parteiversamm­lungen wurde die Nothwendigkeit eine- gemeinsamen Handeln» der Bürgerlichen Partei betont, um der drohenden Gefahr zu begegnen, daß die Socialdrmokrateu die Herrschaft auf dem hiefigen Stadthaus erlangen. Die Mainzer Metzgerinnung läßt eben hier und in der Umgegend eine Petition an den BnudeSrath um Aufhebung der Grenzsperre ctrculiren. Die Anregung hierzu gebt von dem deutschen Fleischerverband au», der durch eine Massen- Petition in ganz Deutschland eine allgemeine Willensäußerung über die Aufhebung der Grenzsperre Hervorrufen will. Seiten- der Staatsanwaltschaft ist gegen den Bahnasfistentta der Station Mombach Strafuntersuchung eingeleitet worden. Der Asfisteut soll nämlich den am verflossenen Freitag hier vorgekommenen Eisenbahnunfall dadurch verursacht haben, daß er verabsäumte, den von Köln kommenden Zag, als derselbe in der Station Mombach einfuhr, durch da» Signal zu benachrichtigen, daß die Strecke nicht frei sei.

Aus der Seit für die Aett.

Vor 138 Jahren, am 27. October 1760, wurde zu Schilda Graf von Gneisenau geboren. Er trug durch seinen außerordentlichen Scharfsinn und durch seine bedeutende Ruhe und Entschlossenheit sehr viel zu den Erfolgen des Krieges bei. Als Commandant von Kolberg im Jahre 1807 legte er bei Vertheidigung dieser Festung die ersten Proben seiner militärischen Befähigung ab. Am 24. August 1831 raffte zu Posen den großen Strategen plötzlich die Cholera hinweg.

Auguste Prasch-Grevenberg.

(Originalbericht.)

Man hat von verwandlung-fähigen Schauspielern gehört, die, andere Fregoli», an einem Abend den Räuberhauptmann Karl und die Canaille Franz Moor gespielt haben. Da­gegen läßt fich schlechterding- nicht- einwenden: die beiden feindlichen Brüder kommen nie auf der Bühne zusammen, und wenn de» Mimen Kunst groß genug ist, beide Rollen in Erscheinung, Geste und Ton auseinander zu halten, kann man sich diese- Experiment schon einmal gefallen lassen. Der selige Mitterwurzer spielte sogar noch den alten Moor- an einem Abend ließ er fich in der Paraderolle de- Franz be­wundern, am andern brachte er den erbarmungswürdigen Greis zu eindringlichster Darstellung.

Nicht ganz so einfach verhält es fich dem Versuch, den Auguste Prasch-Grevenberg an Shakespeare» i Was Ihr wollt" anstellt. Sie spielt ebenfalls zwei Rollen, zwei führende Rollen: Sebastian und seine Schwester Viola. Da» wird nur dadurch möglich, daß ® ola während deS ganzen Abends (abgesehen von der ersten Scene) im Pagen- costüm erscheint. Sie wirft eine weiße Schärpe um, setzt ein andere- Barett auf, und im Nu ist die Metamorphose vollzogen. Aeußerlich aber nun gilt es, daS keusche Mädchen und den kecken Burschen im Spiel fein säuberlich zu trennen, sonst entsteht in des Zuschauers Hirn, der seinen Shakespeare nicht in den Fingerspitzen hat, eine heillose Son- fufion. Diese Schwierigkeit wird ferner dadurch vergrößert, daß fich zum Schluß die Geschwister wiederfiaden. Maa substituirt eine andere Schauspielerin, die möglichst viel Aehn- lichkeit mit Fran Prasch hat, setzt ihr eine dunkle, gelockte Perücke auf, zieht ihr ein violette- Wämscheu an und die Täuschung ist hergeftellt. Immerhin ist da- ein recht gewagter Trick, den man nicht gerade an Shakespeare er­proben sollte- denn, wie gesagt, die Deutlichkeit leidet da­runter noth, und man spielt doch nicht immer vor einem Parkett von Shakespeareforschern. Aber Frau Prasch ver- fieht, wie gerne eingrräumt werden soll, die beiden Gestalten vorzüglich zu charakterifiren und dadurch die Illusion aufrecht zu erhalten. Es ist dies ein neuer Beweis ihrer vielseitige» Künstlerschaft.

Auguste Prasch-Grevenberg stammt auS Darmstadt. \ Früh dem Theater ergeben, wuchs sie in der Schule der (Meininger auf, ebenso wie ihr Gatte, der badische Intendant a. D. und jetzige Leiter des Berliner Theaters, Aloy» Prasch- Seit drei Jahren ist da» Ehepaar in der Reichshauptstadt in hervorragender Stellung- Frau Prasch ist die Stütze des

in it

*8'« ¥"'! M. Si« 8 MI in Mt gut

sansge116 W in Srrltn uebi ihrem betteten «tojj Schlusses. Di kliugeudes Olg sodald man M trchnlk gewöhl braucht fle Heu brüte eine der gesellschaftliche kann. Sie ha kurzer Zeit die lloer w erring

43. Wo»e. Mwohmljahl: ÄrrblichkeUSziffe

Li ßnbrn au: l

zWzmschwindsuch gimgaimtiünbuni Millern Woe hnzMrn LnunMM WM

5ut

Inm. 1 btt LodrösM flHtüg a-br«4 rlirchli^ A

Donner 1. Cor. 12, voi

Wien, 26 Sturz des ( wl, dch Fi Wun ÄD könne. Demi mehr offen, Gelegenheit z

Paris, l

tonnttStaa mittags 2 Ut Andlocal Seite; Wun<i:

.Mit '»Uten, beit 24.

10584 Mulch,

Nt sx

fr A^ben.

$01

WutNen

Mii

Guter 8

tot M

J" Eispacku