Ausgabe 
27.8.1898 Zweites Blatt
 
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von einem großen Porträt des Fürsten und einer bildlichen Apothese^ welche Prof. Doepler jr. gezeichnet bat. Von den Veteranen der acht- undvterziger Zeit ergreift diesmal Max Ring, der bekannte Berliner Schriftsteller, das Wort, der kürzlich feinen achtzigsten Geburtttag beging. Er schildert dieOberschlesischen Zustände", deren Bekannt­werden so mächtig fördernd in die Volksbewegung etngr ff, dn Preußen dann die Märzerrungenschaften zu dankm hatte. Reich tllustrtrt ist die anschauliche Schilderung derVterlande" bei Ham­burg von O. Schwtndrazheim; die eigenartige, fruchtbare Landschaft, welche die deutsche Handelsmetropole an der Elbe mit ihren Ge­müsen und Früchten versteht, ist in jeder Beziehung ein hochinter­essantes Stück deutscher Erde, das sich treu feinen altbistorischen Eharacter bewahrt hat. Der neue Roman von M. BernhardSchloß JosephSthal" entwickelt sich weiter sehr spannend; der durch seine Humoresken beliebte Hans Arnold zeigt sich von einer ganz neuen Seite in der NovelleFlügellahm", die einen tragischen seelischen Conflict von dramatisch ergreifender Stimmung darstellt.

Landwirthschaftttche».

Daß in der Aufzucht und Mästung von Geflügel, sowie in der Erzeugung von Eiern die Franzosen und die Italiener unS über sind und daß wir alljährlich für nahezu 100 Millionen Mark an beiden soeben erwähnten Gottesgaben einführen, dagegen nur für zwei Millionen aussühren, ist noch kürzlich der Gegenstand der öffentlichen Erörterung gewesen. Erfreulich ist eS daher, daß am Sonntag den 28. August In Bischofswerder bei Liebenwalde in der Provinz Brandenburg eine deutsche Musterzucht- und Lehr-Anstalt für Nutzgeflügelzucht eröffnet werden wird. Eine dauernde Aus­stellung von Maschinen, Geräthschaften und Hilfsmitteln aller Art zur Ausübung der Nutzgeflügelzucht wird mit der Anstalt verbunden sein. Das Unterrichtshonorar beträgt für den zwei Monate dauern­den Eursus 60 Ml., für vier Wochen 36 Mk., für zwei Wochm 20 Mk., und für acht Tage 15 Mk. Für künftige Geflügelwärter, Wärterinnen und solche Personen, die sich allen Arbeiten unter­ziehen, ist der Unterricht frei; auch zahlen Dolksschullehrer für die Theilnahme an den für sie besonders eingerichteten Kursen kem Honorar. Der EinrichtungSplan der Anstalt kann von dem Prast- benten des Clubs Deutscher Geflügelzüchter, Herrn H. Schmidt in Berlin N., Lotbringerstraße 32, post- und kostenfrei bezogen werden. ES wäre zu wünschen, daß diese Gelegenheit von den Söhnen und Töchtern deutscher Landwirthe ebenso fleißig benutzt roütbr, wie Die* in Frankreich in Bezug auf ben Besuch ber Geflügelzucktschule in GambaiS bei Houdan unweit Paris ber Fall ist.

elektrisch betriebenen Wagen, die auf einem besonderen Ge­leise circulireu, welche- die ganze Stadt bi- zu dem 56 Kilo­meter entfernten Friedhof durchläuft. Der erste Wagen ent­hält auf einer Art von Plattform einen Raum für den Sarg, außerdem einen für den Geistlichen bestimmten Platz- da- Jauere diese- Wagen- ist mit schwarzem Tuch mit silbernen Streifen ausgeschlageu. In den übrigen Wagen nehmen die Angehörigen und übrigen Leidtragenden Platz. Die Fahrt von der Wohnung bi- zum Friedhof kostet für jede Person 40 Psg. nach unserem Geld, und der Todte wird dabet um­sonst befördert.

* Westindische Orkane. Bei dem Krieg um Cuba hatten die Amerikaner nicht nur mit den Spaniern, sondern auch mit zwei andern Feinden zu rechnen, mit dem gelben Fieber und den Orkanen. Erstere- geht wesentlich da- Land- Heer, letztere die Flotte an. Bet der Gewaltsamkeit, mit der die Orkane in Westtudien zu rasen pflegen, könnte eine Flotte, die tu einen solchen Wirbel geratheu würde, die empfind- lichsten Verluste erleiden. Die Orkanzeit beginnt im August und dauert bi- -um Oktober. Au- den verschiedenen Ver­öffentlichungen de- hydrographischen Bureau- in Washington ist erfichtlich, daß die tropischen Wirbelstürme im atlantischen Oceau während de- zwölfjährigen Zeiträume- 1885 bi- 1896 im Juni 6mal, im Juli 4mal, im August 16mal, im Sep­tember 24mal und im October 25mal auftrateu. In dieser Zett find also die Schiffe, die die westindischen Gewässer und die Meere in der Nähe der Küsten Nordamerikas befahren, keinen Augenblick sicher, daß fie nicht von einem Orkan über­fallen werden, weßhalb die SchtffLsÜhrer sorgsam auf alle verdächtigen Anzeichen, die den Wirbelstürmen vorau-zugehen pflegen, achten müssen. Die westindischen Orkane find im Allgemeinen von derselben Art wie andere Wirbelstürme, nur daß fich da- Centrum beim Beginn ihrer Wanderung stet- bi- zu einem gewissen Grade in westlicher Richtung bewegt, ganz in Uebereinstimmung mit der westlich gehenden Bewegung der Atmosphäre auf den niedrigen Breitegraden, wo diese Stürme entstehen. Ihre Au-gang-punkte liegen an der nörd­lichen Grenze de- stillen Gürtels am Aeqaator, ungefähr zwischen dem zehnten Grad und zwanzigsten Grad nörd­licher Breite, und somit östlich von ben kleinen Antillen, also in Gegenden, wo kein Gleichgewicht in den atmosphäri­schen Verhältnissen herrscht, sondern wo häufig Ströme warmer Luft aufwärts streben, während die kältere und also dichtere Luft mit Gewalt von allen Seiten heranströwt und die ent- stehende Leere anSfüllt, wobei fich der Wirbel bildet. Dieser Wirbel ist Anfang- wenig umfangreich, wahrscheinlich unter 100 Seemeilen im Durchmesser, doch schwillt er schnell an, sodaß der Durchmesser, je nachdem der Orkan höhere Breiten grade erreicht, 500 oder sogar 1000 Seemeilen groß sein kann. Einer der fürchterlichsten Orkane, der jemals tn Wrst- iudten stattgefunden, ging am 29. Oktober 1867 über St. Thoma- hinweg. Am Morgen hatte da- Wetter noch kein beunruhigende- Au-sehen, bi- um 11 Uhr da- Barometer sank und der Sturm zu rasen begann, wa- bi- Vi2 Uhr dauerte, worauf eine halbe Stunde Windstille eintrat. Dann begann der Sturm von Neuem, und zwar von der gerade

entgegengesetzten Richtung. Bei de« ersten Sturme hatte das Centrum nicht die Insel erreicht, und e- waren nur kleinere Fahrzeuge zu Grunde gegangen, doch jetzt bot der Hafen von St. Thoma- in wenigen Minuten ein Bild ärgster Ver­wüstung. Die größten Schiffe wurden von ihren Ankerplätzen gerissen, trieben an Land und zerschellten. Die Bucht war bald von Wrackstücken Übersät, und im Hafen widerhallte e- von Hülferufen. Im Laufe einer Stunde waren bei St. Thoma- oder in der Nähe der Insel 60 bi- 70 Schiffe vernichtet worden, außer den Schiffen, die kleinere Schäden erlitten. Die Stadt sah fürchterlich au-, von den Häusern waren die Dächer gerissen, viele Gebäude lagen gänzlich zertrümmert. Der Lenchtthurm war eine Ruine. Die Zahl der um- gekommenen Menschen betrug 500.______________________

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Kapitalanlage und Werthpapiere. Ein Rathgeber bei Ankauf, Verwaltung imb Aufbewahrung von Wertpapieren. Mit einem Anhänge: Die Börse und ihre Geschäfte. Don Georg Obst, Bankbeamter. 8°. Gebeftet 72 Seiten 1 Mk. (Stuttgart, Strecker & Moser.) Das Büchlein, in populärer, leichtverständ- licher Form und außerordentlich klar und knapp geschrieben, ist be­sonders für das Laienpublikum ein werthvoller Führer und Rath­geber auf dem weitverzweigten Gebiet des Aktien-, Prämien-, An­leihen- zc. Wesens. Gerade die kleineren Kapitalisten, bei denen eS sich um geeignete Anlage oft sauer erworbener Ersparnisse handelt, sind es, Die in Folge mangelnder Orientirung und ihrer Unkenntniß der einschlägigen Verhältnisse sich häufig einer Schädigung. auSsetzen. Für sie enthält das Buch eine Reihe beherzigenswerther Winke. In knapper Form faßt das Merkchen alles Wlssenswerthe unter Berück­sichtigung des neuen Börsen- und Depotgesetzes zusammen, so daß auch der in Banksachen Unerfahrenste sich rasch zu orienttren ver­mag. Wer seine Ersparnisse gut anlegen möchte und sich über das Wesen, sowie die Verwaltung der Werthpapiere orienttren will, kaufe sich das ausgezeichnete kleine Büchlein.

Don jeher ist die mit Recht so beliebte Familienzeitfchrift »Vom FelS zum Meer" (Union, Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart, Berlin, Leipzig, Preis des HefteS 75 Pfg.) emsig bemüht gewesen, in verständiger Fühlung mit allen vornehmen geistigen Strömungen und Interessen der Zeit deutsches Volksleben, (Streben und Weben in Wort und Bild getreulich wiederzuspiegeln. Hierfür zeugt denn auch wieder der so überaus reiche Inhalt der eben er­schienenen Hefte 24 und 25. Da schildert F. Freiherr v. d. Goltz Das Sommerleben am Bosporus", I. I. HoffmannSchwarz­wälder Bauernhäuser"; plaudert Dr. Fr. Ranzow von berHygieine des Sports", M. von Wedderkop inJachtink" über ben Betrieb bes sportlichen Seefahrens unb Otto Gusti überEivilisirteS Zigeunerleben". Inzwischen macht uns Georg Gronau mit den «Überschätzen berNationalgalerie in London" vertraut, und endlich wird dem nun Heimgegangenen Begründer und ersten Kanzler des Deutschen Reichs, Fürst Bismarck, eine seine unvergeßlichen Thaten, sowie seine markante Persönlichkeit in zwölf Bildern schilderndes Ruhmesblatt gewidmet. Neben den nun dem Schluffe zueilenden RomanDie letzte Wahl" von Rudolph Stratz sind die Novellen Er steigt zum Volke hinab" von Adelheid Weber undDie Macht der Stunde" von Paul Heyse, dem Altmeister ber deutschen Nooellistik, getreten. Der reichhaltigeSammler" ergänzt schließlich in Bild unb Text ben burch bie Fülle unb Pracht ber Illustrationen ge­hobenen so überaus interessanten Inhalt des Ganzen.

In einer außerordentlichen Bellage bietet die neueste Nummer der »Gartenlaube^ einen dem Fürsten Bismarck gewidmeten Nach­ruf der die Trauer ber Nation um den unersetzlichen Verlust in ergreifender Sprache zum Ausdruck bringt. Begleitet ist der Text

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