Ausgabe 
26.8.1898 Erstes Blatt
 
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Aus Cuba meldet dieMorning Post", der ? spanische Geueral-Gonverueur Blauco habe in Folge der unaufhörlichen Angriffe der cubanischen Rebellen auf spanische Truppen au» Madrid die Weisung empfangen, die Feind- seligkeiten gegen die Aufständischen wieder zu eröffnen. Da» würde auf der Insel allerding» eine ganz eigenartige Lage schaffen.

Bon den Herbstübungen unserer Flotte.

An Bord S. M- Flottenflaggschiff .Blücher".

22. August.

Die Flotte im Hafen von Kiel das herrliche Bild muß Jedem unvergeßlich bleiben, der es ein einziges Mal gesehen! Die große Flottenschau bei der Einweihung des Kaiser Wilhelm-Kanals hat der ganzen Welt bewiesen, daß die wunderbare Föhrde einer riesigen Flotte Platz und Schutz gewähren kann. Jetzt füllt unsere stattliche Flotte nur den inneren Hafen, kaum ein Viertel der ganzen Hafen­fläche, die bei Friedrichsort beginnt und fünf Seemeilen tief ins Land einschneidet. Ungefähr in der Mitte zwischen den Hafenbefestigungen von Friedrichsort und der Stadt Kiel liegt bei Holtenau die Einfahrt in den Kanal; hier ist die Kieler Föhrde am breitesten. Für große Kriegsschiffe sind im inneren Theile des Hafens 22 Festmachetonnen mit starken Ketten an gewaltigen Steinblöcken verankert; statt den Anker auszuwerfen, machen die Schiffe mit einer Kette an einem Ring einer solchen Tonne fest, sparen also die Mühe des Ankerlichtens und liegen vor dem schweren Ankerstein noch sicherer, als vor dem eigenen Anker. Für kleinere Schiffe find noch etwa sechs leichtere Tonnen dicht unter Land oer- ankert. Drei der Flaggschiffe, nämlichBlücher",Kurfürst Friedrich Wllhelm" undAegir", lagen an Tonnen fest, die durch ein Kabel mit dem Fernsprechnetze der Stadt Kiel ver­bunden find. Kaum hatten die Schiffe am Freitag Nach­mittag an den Tonnen festgemacht, als auch schon die Kohlen­prähme längsseit kamen, damit jedes Schiff seinen Vorrath an Heizstoff schnell ergänzen konnte. Die schmutzige Arbeit wurde eifrig erledigt; schon am Vorabend des großen Scheuer- festes wurden alle Schmutzspuren der Kohlenübernahme mit Waffer und Besen beseitigt. Der Samstag ist nach uralter Sitte lediglich dem Scheuern und Putzen der Schiffe und ihrer Waffen gewidmet.

Während dabei auf den alten Schiffen, die wieBlücher" höherne Decke haben, mit Inbrunst alle Räume unter Waffer gesetzt werden, um die Spuren des Scheuersandes hinwegzu- fpülen, gehts auf den neuen Schiffen doch bedeutend manier­licher beimReinschiff" zu. Die stählernen Decken sind nämlich mit Linoleum bekleidet, das glücklicherweise die unsanfte Streichelung mit den schweren Scheuersteinen nicht verträgt; oeshalb muß hier der Scheuereifer bedeutend ein­gedämmt werden, sehr zum Nutzen der Menschen, die in den unteren Schiffsräumen leben. Auf einem Holzdeckschiff ist wegen der ewigen Scheuerei und Spülerei stets Sumpflust im Zwischendeck, die Samstags noch dadurch vermehrt wird, daß das blankgescheuerte, aber feuchte Zwischendeck mit dickem Segeltuch bedeckt wird; am Sonntag bei der feierlichen Musterung ist dann freilich das Deck sehr schön rein, aber seine Feuchtigkeit hält sich in Folge des Zudeckens auch bis zum Sonntag, bei feuchtem Wetter aber noch viel länger. So viel über Schiffshygiene, deren Grundsätze, dem conser- vativen Character der Seeleute entsprechend, schon vor Nelsons Zeiten festgestellt find. Die Gepflogenheit erinnert unwill- kürlich an die Bauern, die beim schönsten Wetter stets ängst­lich alle Fenster ihrer Wohnung geschloffen halten trotz der ganz verdorbenen Luft. Seeleute und Landleute leben so viel im Freien, daß sie genügsam werden und für ihre Wohn- und Schlafzimmer nur geringen Bedarf an guter Luft haben. Wie viel Marine-Rheumatismus eine Folge des ewigen Deck­plantschens ist, das scheint statistisch noch nicht festgestellt zu sein. Auf allen Schiffen wird Samstag auch in allen Ecken und Winkeln gemalt, d. h. der Farbrnanstrich der hölzernen oder eisernen Wände und Decken ausgebeffert; Messingwerk, so viel davon sichtbar, wird ganz besonders blank geputzt, Geschütze und Handwaffen bedürfen nach dem Waschen der Decke auch gründlicherer Reinigung als sonst.

Stimmungsvoll ist ein Flottensonntag im Kriegs- Hafen; gestern feierte die Natur den Tag des Herrn mit. Strahlend war die Sonne aufgegangen; auch der Himmel hatte Reinschiff gemacht; jedes Wölkchen, das sich zeigen wollte, wurde von der frischen östlichen Brise weggespült. Feierlich und doch liebenswürdig zugleich klangen die Morgenglocken der Kirchen am Lande. Die Schiffe blitzten vor Sauberkeit außen und innen; die bestell, reinsten und größten Flaggen und Wimpel waren gehißt, blendend weiß gewaschene Sonnen­segel waren über die Schiffe ausgebreitet. Unzählige Ruder- und Segelboote umschwärmten die großen Schiffe; größere Segelyachten benutzten den herrlichen Tag zu einem Ausflug in See. Aus benachbarten Häfen, so aus Flensburg, Sonder­burg und Eckernförde, liefen buntflaggige Vergnügungsdampfer ein, schwer beladen mit geputzten Menschen, die alle nur der Flotte wegen kamen. Inzwischen tauchte auf den Kriegs- schiffen überall der Kirchenwimpel auf, weiß mit rothem Kreuz, der Wimpel wird über der Flagge gehißt, während die Flagge ein wenig gedippt (niedriger geholt) wird. Wo ein Schiffs­pfarrer an Bord, predigt dieser; wo keiner ist, wird von einem Schiffsoffizier eine erbauliche Predigt verlesen. Die katholischen Mannschaften werden mit Dampfbooten an Land gesetzt und in die katholische Garnisonkirche geführt. Nach dem Gottesdienst beginnt die Freizeit; vorher hat noch die peinlich genaue Musterung des Schiffes und der Mannschaften durch die Commandanten ftattgefunden. Nach dem Mittag­brot strömen Hunderte von Beurlaubten in den großen Schiffs booten an Land; viele Besucher klettern auf die Schiffe und laffen sich alles Sehenswerthe zeigen. Der Bootsver­kehr wird immer reger im ganzen Hafen; doch verläuft der Sonntag viel ruhiger und würdiger an Bord der Schiffe, als auf der unruhigen Scholle, wo ein Jeder glaubt, ohne

Lärm, Gedränge und Trinkgelage sei kein Sonntagsvergnügen denkbar. Daß einige der Beurlaubten Abends in nicht ganz temperenzgemäßem Zustande an Bord kommen, das ist auch ein alter Seemannsbrauch. (Tägl. R.)

CocaUs und Provinzielles.

Gießen, den 25. August 1898.

Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß­herzog empfingen am 24. August u. A. den Kreisrath Dr. Wallau von Lauterbach, den Pfarrer Bär von Lindheim.

* * Aus dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, den Vortragenden Rath in der Abthrilung de» Ministeriums der Finanzen für Steuerwesen, Geheimen Obersteuerrath Friedrich Casimir De!»ler zum Minifterialrath in diesem Ministerium und zum Borfitzenden von deffen Abthrilung für Steuerwesen zu ernennen.

Ruhestaudiversetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, den Oberförster der Oberförsterei Gießen, Forstmeister Wilhelm Block zu Gießen auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen, treu geleisteten Dienste, mit Wirkung vom 1. October d. I. an, in den Ruhestand zu versetzen.

* Ordens'Berleihuug. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerguädigst geruht, am 24. August dem Oberförster der Oberförsterei Gießen, Forstmeister Wil- Helm Block zu Gießen, au» Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand die Krone zu dem Ritterkreuz 1. Klaffe de» Verdienstorden» Philipp» des Sroßmüthigen zu verleihen.

* Nächtlicher Telephoudieust. Auf da» Gesuch eine» Arzte» aus Entrichtung nächtlichen Trlephoudienste» in den Großstädten hat da» Rrichspostautt unter dem 1. dS. Mt». folgende Antwort ertheilt:Ihr Antrag auf Einführung des Nachtdienste» bei den Fernsprech-Bermittelung»- austalten großer Städte wird bei der beabsichtigten allge­meinen Neuregelung des Fernsprechwesen» als Material benutzt werden."

* 1000 Radler! Wie wir erfahren, find bi» jetzt in Gießen 1000 Radnummer-Platteu auSgegeben worden. Nach Stand und Beruf geordnet, radelu: 194 Beamte (dabei find Militärpersonen einbegriffen), 64 Studenten, 215 Kaufleute, Fabrikanten, Reisende, 299 Gewerbetreibende (einschließlich Gesellen), 91 Schüler, 5 Privatier», 129 Damen, 3 Taglöhner (Arbeiter). Gießen hat rund 24,000 Ein­wohner, es kommt sonach auf 24 Personen ein Radfahrer. Der Zeitpunkt, bi» zu welchem der letzte Fußgänger ver- schwindet, dürfte sonach «och ziemlich entfernt liegen.

tzundStage. Mit dem 23.August find dieHunds- tage" zu Ende gegangen- sie haben ihrem Namen zu guter- letzt alle Ehre gemacht.

Al» fichere» Mittel gegen Schnaken und Fliegen wird in einer Zuschrift an denRhein. Curier" dasPhenol" (Carbol), wie folgt, empfohlen: Versuche haben dargethan, daß Fliegen in einer Pheuolatmosphäre bereits nach 30 Mi­nuten jede Kraft verloren hatten, sich weiter zu bewegen- nur einzelne Zuckungen der Füße und de» Saugrüffels waren noch zu sehen, während bei einer Dauer von 45 Minuten der Tod eintrat. Der Versuch ergab ferner, daß Fliegen, die in einer solchen Phenolatmosphäre gefangen gehalten wurden, sich die größte Mühe gaben, in einen günstigeren Luftraum zu gelangen. Man stellt in flachen Tellern Phenol- lösung im Zimmer auf und läßt sie freiwillig verdunsten. Nach kurzer Zeit ist da» Zimmer mit Phenoldampf erfüllt und jedes Jnsect, sei e» Fliege oder Schnake, wird dasselbe mit tödtlicher Sicherheit meiden. Da das Phenol für den Menschen durchaus ungefährlich, im Gegeutheil wegen seiner Batterien vernichtenden Eigenschaft der Gesundheit förderlich ist, so kann da» Mittel schließlich unbedenklich erprobt werden. Natürlich müßte dabei beachtet werden, daß zwar nicht die frei verflüchtigenden Dämpfe, wohl aber das Phenol an sich ein stark wirkende» Gift ist; leichtfertig darf man also nicht damit umgehen und namentlich Kindern muß e» unerreicht bar bleiben.

Gelände Absperrungen. Gelegentlich einer Ausschuß- fitzung de» laudw. Vereins für Rheinhessen stand derFranks. Ztg." zufolge ein Antrag des Herrn Lichtenstein- Wiedhäuserhof zur Berathung, wonach ein Einschreiten der Regierung herbeigeführt werden sollte, damit in Zukunft nie mehr während der Erntezeit Gelände mit intensivem laudw. Betrieb abgesperrt werden und daß überhaupt nie ohne vor­heriges Einverständniß mit den von der Absperrung betroffenen Gemeinden und größeren Grundbesitzern derartige Maßnahmen von Seiten der Militärbehörden getroffen werden dürfen. Rach eingehender Begründung diese» Antrag» durch den An­tragsteller erklärte der Regierungsvertreter, Herr Ministerial- rath Braun, Vorsitzender derOberen landw. Behörde", etwa Folgendes: Die Erregung de» Antragsteller» und der laudwirthschaftlichen Bevölkerung über die Geläudeabsperrungen sei vollauf berechtigt. Man möge ja nicht glauben, daß Großh. Regierung in dieser für die Landwirthschaft so wichtigen Angelegenheit Nicht» gethau hätte. Leider seien die Schritte, die Großh. Regierung im Sinn der Hinau»schiebung der Scharfschießübungen gethan, nur von geringem Erfolg gewesen. Er könne die Erklärung abgeben, daß die Regierung gesonnen fei, energisch vorzugehen, sie ginge noch viel weiter, al» es der Antrag Lichtenstein verlange, sie wolle überhaupt den Ge­läudeabsperrungen in Gegenden mit intensivem laudwirthschaft- llchem Betrieb ein Ende machen! Diese klaren und bündigen Erklärungen de» Herrn Minifterialrath Braun riesen allgemeine Gevugthuung hervor.

** Der Internationale Verein der Gasthofbefitzer hat seinem neuesten Mitglieder-Berzeichniß ein Vorwort beigegeben, worin u. A. der Vorau»bestelluug von Wohnungen aus der Reise eine kurze Betrachtung gewidmet ist. An die Reisenden ergeht dabei die Bitte, vorausbestellte Wohnungen, die au» irgend welchen Gründen nicht bezogen werden können,

so frühzeitig abzubestellen, daß deren anderweitige Vermiethuns an dem betr. Tag noch möglich ist- andernfalls möge der Besteller sich zu entsprechender Schadloshaltung bereit erklären. Das ist gewiß kein unbilliges Verlangen, denn bisher wurde den Gasthofbefitzern durch da» Nichtbeziehen vorausbestellter Wohnungen namentlich in der lebhaftesten Reisezeit recht be­trächtlicher Schaden zugefügt. Aber auch die Reisenden, die nicht vorausbestellen, haben vielfach unter dem Uebelstaud zu leiben, indem sie am Tagesziel kein oder nur ungenügende» Unterkommen finden können, während schließlich in den Hotel» noch Wohnungen leer bleiben, weil die Vorausbesteller nicht eintrafen. Der Fortbestand diese» Zustande» müßte dahin führen, das Vertrauen in die Borausbestellungen allgemein zu untergraben. Eine rechtliche Verpflichtung, vorausbestellte Wohnungen bereit zu halten, ist ja nicht vorhanden, sofern die Bestellung nicht ausdrücklich genehmigt wurde, die Gasthof­befitzer möchten aber, nicht nur in ihrem eigenen, sondern auch im Interesse de» allgemeinen Reiseverkehr» gern dazu beitragen, den Reisenden die große Annehmlichkeit, sich eine Wohnung frühzeitig sichern zu können, zu erhalten. Da» ist inbeffen auf die Dauer nur möglich, wenn die Borausbesteller gleichfalls sich angelegen fein laffen, den Verhältnissen Rechnung zu tragen.

* Wetterbericht. Die Luftdruck - vertheilnng gestaltet sich heute ziemlich unregelmäßig. Da» barometrische Maximum erscheint in zwei Theile gespalten, von welchen der eine von den britischen Inseln sich über Frankreich und Süddeutschlaud erstreckt, der andere über dem Südosten de» Erdtheil» lagert. Innerhalb de» erstgenannlen Gebiete» treten mehrere Theil- minima, so über Belgien und dem Elsaß auf. Den Norden Europa» bedeckt eine Depression und zieht sich von ihr eine schmale Furche niederen Drucke» südwärt» durch den ganzen Continent. Dadurch werden die beiden erwähnten Gebiete hohen Druckes geschieden. Voraussichtliche Witte» ru ug: Bei wechselnder Bewölkung zunächst noch zu Ge­wittern geneigtes Wetter mit strichweisen Niederschlägen.

Arr» der Zeit für bU Kett.

Vor 85 Jahren, am 26. August 1813, starb bei Gadebusch den Tod fürs Vaterland der Dichter Theodor Körner. Er fiel an dem Tage, deffen dämmernden Morgen er mit seinem letzten Liede:Du Schwert an meiner Linken, was soll dein heitres Blinken?" begrüßt hatte. Seine uw* vergleichlichen patriotischen Poesien tragen den Titel:Leier und Schwert". Unter seinen Dramen istZriny" da» vollendetste. Körner wurde am 23. September 1791 zu. Dresden geboren.

Derariföto»

Friedrichsruh, 23. August. Von unterrichteter Seite wird mitgetheilt, daß dem langjährigen Kammerdiener de» Fürsten Bismarck, Pinnow (der im Testamente des Fürsten mit 5000 Mk. abgefunden worden ist), in Berlin durch Vermittlung de» Kaisers eine sichere Lebensstellung geschaffen wird. Er wird wahrscheinlich Portier am Reichs­kanzlerpalais werden. Auch für einige andere Verabschiedete der FriedrichSruher Dienerschaft wird von Verehrern des Fürsten gesorgt werden.

Da» volkSthnmliche Wort des Fürsten Bismarck:Wir Deutsche fürchten Gott, aber sonst nichts in der Welt" er­innert an einen Vo rfall im Alterthum, wo unter anderen Verhältuiffen ein ähnliche» Wort gesprochen tourbe- PoihbioS XVII. 1, 7. Philipp V. von Macedouien, an That- kraft und stolzem Selbstgefühl einem Bismarck wohl ver­gleichbar, aber als unumschränkter Herrscher, den nichts hin­derte, oft mehr den Eingebungen seiner leidenschaftlichen Natur, al» staatsmännisch-kühler Berechnung zu folgen, an einem Staatsmann wie BiSmarck nicht entfernt zu meffen, war mit den Römern in der Zeit ihrer größten staatlichrn Kraft (200 v. Chr.) in Krieg gerathen: bei dem Versuche, da» große Alexander-Reich im Osten wieder herzustellen, hatte er Jntereffen von Staaten zweiten und dritten Range» ver­letzt, welche nun in Rom Schutz gesucht und gefunden hatten. Zwei Jahre dauerte der Krieg bereit». Philipp sah ein, daß er sich gegen Rom nicht würde halten können: er trat in Verhandlung mit dem römischen Feldherrn T. Quinctiu» FlamininuS. Auf seinem Admiralschiffe kam er in Begleitung eine» kleinen Geschwader» nach Ntkäa am malischen Meer­busen gefahren, wo ihn am Strande Flamininu» mit einem großen Stabe griechischer Fürsten und Herren erwartete. Gern wollten diese dem feingebildeten, von Eitelkeit nicht freien Römer als Staffage dienen, wenn sie nur die Freude haben konnten, die Dewüthigung de» ritterlichen König» mit­anzusehen, und die Hoffnung au» seinem Sturze Nutzen zu ziehen. Anfänglich wollte der König die Verhandlungen vom Bord seines Schiffe» herab führen. Auf da» Ersuchen des römischen Feldherrn stieg er dann zwar aus, weigerte sich aber, die schützende Nähe seiner Schiffe zu verlaffen. Flami- niuuS fragte ihn, vor wem er sich denn fürchte.Ich fürchte Niemand außer den Göttern", antwortete Philipp (tpoßei^ae £<p7)aev ö ODiutitoc, oöd£va, nXyv tou< Oeouc). Nur Miß­trauen hege er gegen die meisten der Versammelten- denn die Unsicherheit der Lage sei nicht von gleicher Bedeutung für alle Anwesenden- Macedouien habe nur einen Philipp zu verlieren, während ein jeder in der Umgebung de» FlamininuS durch ein Dutzend Gleichwerthiger ersetzt werden könne. Die feine Schmeichelei, mit welcher Philipp in diesen Worten den römischen Bürger über griechische Fürsten stellte und al» ihm ebenbürtig behandelte, fiel zwar nicht auf unfruchtbaren Boden, konnte aber dennoch nicht solche Frieden»bedingungen erwirken, wie sie der Stolz des Königs hatte anuehmen wollen. Der Krieg nahm bald seinen Fortgang, um 197 durch die Niederlage Philipp» bei KynoSkephalä sein Ende zu finden.

Der Namenstag bei Papste». Man schreibt au» Rom vom 23. August: Trotz aller pessimistischen Gerüchte hat Papst Leo XUI. doch die Feier seine» Namenstage» durch