angewiesen. 4. Zam Schutz unserer Missionen wird ein besonderes kaiserliche« Edict veröffentlicht werden. Bei der weiteren D'batte stellt Abg. Richter verschiedene Fragen wegen der Betheiligung Deutschlands an der Intervention im javanisch-chinesischen Kriege im Jahre 1895 und bezüglich der Besetzung von Kiao-Tschau. StaatSsecretär v. Bülow will erst betreffs der letzteren Frage die Berichte aus Peking abwarten. Unterhandlungen fänden noch weiter statt. Im Jahre 1895 seien Deutschland keine Versprechungen gemacht worden. Er betont sodann noch, daß die Kiao Tschau Bucht den Vorzug habe, daß ste weder den russischen noch französischen Interessensphären zu nahe liege und verliest dann ein längere- Gutachten vom Sommer 1897 über die Ktao-Tschau-Bucht. Auf wettere Anfrage erklärt noch der StaatSsecretär, daß au der Intervention von 1896 Deutschland Verbindlichkeiten nicht übernommen habe. Ob Prinz Heinrich verschiedene Höfe besuchen werde, daS hänge von Umständen ab. Ferner sei er (von Bülow) nicht im Zweifel, daß der Reichskanzler die Verantwortung für die in Kiel gehaltenen Reden übernimmt. Betreff- der Kostenfrage für die Kiao-TschaU'Angelegevheit werde sich der ReichSschatzsecretär morgen äußern. Die bezüglichen AuSgabentitel werden bewilligt. Bei dem Titel Wien wurde die Sitzung auf Mittwoch vertagt.
Duisburg, 24. Januar. Die hier tagende Getreidebörse ist heute Mittag aufgehoben worden, weil der Schnell« zug Berlin Köln, in welchem sich mehrere hiesige Getreide- Händler befanden, heute vormittag bet Herne entgleist ist.
BreSlau, 24. Januar. Der „BreSl. Gen.-Anz." berichtet: Gestern verunglückten bei einer Ruderpartie auf der Oder drei junge Leute, indem das Boot von dem herrschenden starken Winde zum Kentern gebracht wurde. Alle drei Insassen des Bootes, darunter ein Mitglied eines Berliner RuderveretnS, ertranken.
Ausland.
Wien, 24. Januar. Infolge des Beschlusses der Professoren der beiden deutschen Hochschulen in Prag, die Vorlesungen vorläufig zu tnhibtren, sandte die Regierung den SectionSchef Dr. v. Hertel auS dem Unterrichtsministerium nach Prag, um diese Angelegenheit zu untersuchen.
Prag, 24. Januar. Die deutschen Abgeordneten find heute im Landtag erschienen, ohne die erwartete Erklärung betreffend ihren Austritt abzugeben. Wie verlautet, wollen dieselben erst tu einer heute Abend stattfindendeu Eoo.ferenz hierüber Beschluß soffen.
Budapest, 23. Januar. In einem Artikel über die Vorgänge in Serbien sagt der „Pester Lloyd": Unsere Monarchie hat an der Rückkehr deS König» Milan nach Belgrad keinen Theil. Die Besorguiß, daß daS Verweilen MtlauS in Serbien unsere Monarchie zu einer Intervention zwingen könnte, besteht bei uns zu Lande nicht, und wenn Petersburger Telegramme auswärtiger Blätter eine derartige Befürchtung zum Ausdruck bringen, fo rechnen sie nicht mit der wiederholt auf das Nachdrücklichste kundgegebenen Absicht unserer gemeinsamen Regierung, sich in die internen Angelegenheiten der Staaten der Balkanhalbinsel nicht einzumischeu. Ist die Monarchie ohne Zweifel stark genug zu einer Intervention, die ihr durch ihre LrbenSinteressen etwa aufgezwungeu werden sollte, so ist sie es um so mehr, eine Intervention abzulehnen, die sie nicht sucht, die sie nicht will und gegen die sie sich sträubt. — Bezüglich der Rückberufung der emi- grirtcn Offiziere heißt eS in dem Artikel: Man mag die Rückberufung von dem Standpunkt der militärischen Disc-pltu auS als nicht besonders angenehm hinstellen, aber die Folgerung, daß die bulgarische Armee dadurch ruffificirt und zur Avantgarde deS russischen Heeres auf der Balkanhalbinsel gemacht werde, geht zu wett. Bei dem festen Willen, ein gemeinsames Einvernehmen mit Rußland loyal zu Pflegen, halten wir Divergenzen mit Rußland wegen dieser Affaire für vollständig ausgeschlossen. DaS gute Verhältniß zwischen der Monarchie und Rußland ist auS so tiefernsten Erwägungen hervorgegangen, daß keine ZeitungScampagne stark genug ist, den festen Willen der beiderseitigen Souveräne und Staatsmänner zur Aufrechterhaltung de- Einvernehmens im Geringsten zu erschüttern.
Athen, 24. Januar. In einer Unterredung hat der Kronprinz den Ministerpräfidenten Ralli heftig angegriffen, indem er sagte, daß Ralli, als der Kronprinz fich in Lartffa befand, ihn gedrängt habe, die Stadt zu verlassen, um eine vollständige Niederlage der griechischen Armee zu vermeiden. Uebtr diese Anschuldigungen befragt, erklärte Ralli, daß er im Augenblick auf die Sache nicht eingehen könne.
Algier, 23. Januar. Gestern Abend sand hier eine antisemitische Versammlung statt, an welcher etwa
in die stille, eingeschneite Straße hinaus, als könne das Wunder geschehen und die Mutter schon nach zehn Minuten zurückkehren mit dem Ballkleid, dem ersten Ballkleid--
Endlich lehnt ste fich zurück und schließt die Augen, heiteren Phantasten dahingegeben.
Sie steht die hohe schlanke Gestalt eines Mannes. Braune, lachende Augen mit einem Goldschimmer darin, heften sich auf ihr Gesicht, und bittend sagt eine tiefe Stimme:
/^ber im nächsten Winter, Fräulein Irene, da werden Sie gewiß tanzen? Und dann bekomm ich den ersten Walzer, und den zweiten und den dritten, und den Eotillon. — Und ich gebe Ihnen den allerschönsten Strauß, und Sie mir vielleicht einen kleinen, ganz kleinen Orden —"
Irene seufzt vor Glück. — DaS soll nun alles, alle» Wahrheit werden! Auf dem Feste des Onkels muß er ja sein, des berühmten Astronomen Assistent und rechte Hand--
Astronom zu fein, welch schöner Beruf! Immer nach Sternen schauen, dem lieben Gott und seinen Wundern näher fein, alS andere Menschen.
(Schluß folgt.)
6000 Personen Theil nahmen. ES wurden heftige Reden gehalten. Die Versammlung nahm mehrere Tagesordnungen an, in welchen sie sich energisch gegen die höheren Verwaltungsbehörden aussprach und eine Vereinigung aller Algerier beschloß, um die Juden bei den nächsten Wahlen auSzumerzen. Während der antisemitischen Versammlung zogen etwa 300 mit Stöcken bewaffnete Juden auf daS Gebäude zu, in welchem dieselbe stattfand, würden aber zurückgedrängt und auseinandergetrieben, ehe sie mit den Theilnehmern an der Versammlung handgemein wurden,- zwei Gäste, welche fich auf der Terrasse eines CaföS befanden, wurden verletzt. Nach der Versammlung steckten etwa 500 Antisemiten zwei KioSks auf dem Regierungsplatze in Brand und plünderten mehrere Magazine. Die Truppen schritten ein und nahmen etwa 40 Verhaftungen vor. Zahlreiche Polizisten wurden verwundet. Im Laufe deS Abends kam es vor den Läden einiger jüdischen Kaufleute zu Kundgebungen. Truppen- abtheilungen hielten die Straßen besetzt. Um 2 Uhr früh war die Ordnung wieder hergestellt.
Cocalts uttfc prwhtjitat».
Wietze», de« 25. Januar.
** Kirchenbuch für die hessische Landeskirche. AuS Darmstadt wird berichtet: Auf den 19. Januar hatte das Großh. Oberconfiftorinm eine Anzahl von Vertrauensmännern zu einer Besprechung hierher eingeladen, welche die Ausarbeitung eines Kirchenbuchs für die hessische Landeskirche zum Gegenstand hatte. ist dabei", hieß eS in dem Einladungsschreiben, „nicht an eine ktrchen- reglmentllch vorzuschreibende GotteSdienst-Ordnung, sondern vielmehr an reichliche, auf wissenschaftlicher Grundlage, mit Benutzung der liturgischen Schätze der Vergangenheit und mit Berücksichtigung der confessionellen Verhältnisse der Landeskirche gearbeitete Materialien für den Gottesdienst und die kirchlichen Handlungen gedacht." Die stattgrhabte Besprechung hat zu dem erfreulichsten Resultate geführt. ES wurde eine Commission gebildet, welche unter dem Vorsitz des Herrn Geh. KirchenrathS D. Köstlin in Gießen und in Verbindung mit dem Oberconfistorium da- wichtige Werk der Ausarbeitung eines Kirchenbuchs In dem vorbezeichneten Sinne auf sich nehmen wird. Dabei ist in- Auge gefaßt, daß die Com- mijsionS-Mitglleder, unter welche die Arbeit vertheilt wird, mit Genehmigung des OberconfistorlumS weitere Mitarbeiter zu Hilfe nehmen. DaS Oberconfistorium hatte auf eine Interpellation in der vorigen Synode im Herbst 1893 die Ausarbeitung eines Kirchenbuchs zwar nicht für die allernächste Zelt, aber doch für bald in Aussicht gestellt. Was damals in Aussicht gestellt wurde, kann nun geschehen, und die Hände, in die die Arbeit gelegt ist, verbürgen gutes Gelingen.
•• Ueber die Behandlung „unbestellbarer" Packele hat das RelchS-Postamt jetzt eine neue Bestimmung erlassen, welche wie folgt lautet: „Etwaigen Anträgen der Adressaten auf nachträgliche Aushändigung ober Nachsendung bereits unbestellbar gemeldeter Packrte mit oder ohne Nachnahme ist nicht zu entsprechen. Sobald eine Unbestellbarkeits-Meldung abgesandt ist, hat die BestiwmungS-Postanstalt deS PacketS lediglich die Benachrichtigung der Aufgabe-Postanstalt darüber abzuwarten, ob und welche Bestimmung der Absender auf Grund der UnbestellbarkeitS-Meldung getroffen hat. Lautet die Nachricht dahin, daß der Absender die Meldung wegen der Sendung nicht beantwortet hat, so ist daS Packet nach dem Aufgabeort zurückzusenden."
** Fürsorge für die Epileptischen iu Hessen. Am 17. Januar ist der hessische Ausschuß der südwestdeutschen Conferenz für innere Mission resp. die von demselben erwählte Commission zur Fürsorge für die Epileptischen in Hessen auf einer Versammlung in Frankfurt a. M. mit dem Plan vor die Oeffentlichkeit getreten, für die jugendlichen Epileptischen in Hessen eine Heil- und Pflegeanstalt errichten zu wollen. Mit der lebhaftesten Zustimmung wurde dieser Plan von den zur Berathung etngeladenen Vertretern der hessischen Staats- und Kirchenbehörden, Städten und Anstalten begrüßt - sagte doch einer der Herren, KreiSrath Braun-Lauterbach, weite Kreise betrachteten dieses Vorgehen als eine erlösende That - hier werde eine Lücke geschlossen, die Viele empfunden hätten. Und unverzüglich müsse man an- Werk gehen. — Freilich kann die Anstalt nicht sofort eröffnet werden, denn bis jetzt hat die Commission noch kein paffendes Grundstück (damit berichtigt fich die durch die Blätter gegangene Notiz von der Wahl Nieder-Ramstadts) zur Errichtung der Anstalt gesunden. Wohl hatte man 1896 ein Anwesen bei Nieder- Ramstadt in« Auge gefaßt aber jetzt erscheint die Lage der Anstalt näher bei Darmstadt wünschenSwerth. Dagegen soll schon jetzt damit angefangen werden, für daS gedachte Unter- nehmen noch mehr Freunde zu gewinnen und um thatkiästige Unterstützung zu bitten. Wer daS Elend der armen Epileptischen au« eigener Anschauung kennt, wird bei etwas Mitgefühl gerne zum Gelingen eine« Werkes der Barmherzigkeit in nuferem Hessenlande beitragen.
•• Die Senttalstelle für die Gewerbe veröffentlicht in einem AnSschreiben an die Vorstände der OrtSgewerbeverelne die mitgetheilten Befchlüffe der am 16. Januar in Darmstadt ftattgtfunbenen Delegirten-Verfammlung der hessischen Inn- ungen und beruflichen Vereine. Hieran knüpft die Centralstelle folgende Bemerkungen: Von einer Widerlegung vorstehender Ausführungen glauben wir absehen zu können und überlassen eS den Mitgliedern der Gewerbe- Vereine, insbesondere den Handwerksmeistern, in dieser Sache selbst zu urtheilen, benutzen jedoch diese Veranlassung, um wiederholt die Vorstände der Gewerbevereine darauf aufmerksam zu machen, ihren Handwerkermitgliedern daS Wahlrecht zu der Handwerkskammer zu sichern, also dafür Sorge zu tragen, daß jeder Gewerbev-rein über die Hälfte seiner Mitglieder auS Handwerkern bestehe, damit bei der Wahl zur Handwerkskammer recht zahlreiche Stimmenabgabe erfolge und die Kammer zu einer möglichst vollständigen Vertretung
des eigentlichen Handwerks fich gestalte. Da nach dem Reichsgesetze die Handwerker der Gewerbeveretne ebenfalls berufen find, an den Wahlen der Handwerkskammer theil zu nehmen, so gilt eS für diese auch bei der Thätigkeit der Kammern Einfluß zu gewinnen, insbesondere in den wichtigen Fragen des LehrlingSwefenS und der Fachbildung. Durch Errichtung von Handwerker- und Fachschulen, überhaupt auf dem Gebiete deS LehrlingSwefenS haben fich die Gewerbe- Vereine um die Ausbildung des Handwerkerstandes verdient gewacht- angefichrs der durch daS Reichsgesetz erhöhten Bedeutung der verschiedenen gewerblichen Bereinigungen sollten da, wo solche fehlen, nach Bedarf neue gegründet werden, und da wo Gewerbevereine bestehen, diejenigen Handwerker, welche den Bestrebungen derselben bisher thellnahmSlo« gegenüberstanden, zur Betheiligung am Vereinsleben herangezogen werden. Dem Interesse deS Handwerkerstandes dient eS, wenn auch die Gewerbevereine nach dieser Richtung ihre werbende Kraft bethStigen, um die zahlreich vereinzelt dastehenden Handwerker an die Erfüllung ihrer Pflichten gegenüber dem gesammten Handwerkerstände zu erinnern und ihnen durch den Beitritt zu den Vereinen die Ausübung ihrer gesetzlichen Rechte bei der Organisation deS Handwerks zu ermöglichen. Bezüglich der Vorträge in den OrtSverelnen können wir den BerelnSvorständen nur wiederholt empfehlen, die Gewerbetreibenden in den benachbarten Gemeinden, sowie die Mitglieder der Nachbar-Vereine zu den VereinS-Vorträgen einzuladen, da in einer Reihe von Fallen die Ortsgewerbe- vereine durch diese Maßnahme eine wesentliche Kräftigung erfahren haben.
*• In der Frage einer Reform der Personen- und Gepäck- tarife auf den preußischen Staatsbahnen, hat der CentralauSschuß Berliner kaufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine dem Minister Thielen eine ausführliche Petition eingereicht, in der als Ergebniß vielfacher und sorgfältiger Berathungen folgende Anträge zur Berücksichtigung vorgeschlagen werden: 1. Vereinfachung deS Tarife- durch Beseittgung der Rückfahrtkarten, Rundreisekarten, Sommerkarten, Badekarten, Rückfahrtanschlußkarten, also sämmtlicher Vergnügungstarife mit Ausnahme der Kinderkarten und der für den Orts- und Vorortverkehr der großen Städte bestehenden ober noch zu schaffenden Tarife. Alles dies unter der Voraussetzung, daß dafür durch Verbilligung des allgemeinen Tarife» ein Ausgleich geschaffen werde. 2. Einführung eine» Tarife- von 6, 4, 2%’unb 1*/, Pfg- daS Kilometer in den jetzt bestehenden vier Wagenklaffen. 3. Fortfall der Schnellzugszuschläge. 4. Fortfall der Platzgebühr für die v Züge. 5. Aufhebung der Freigepäcks-Bergünftt« gung unter gleichzeitiger Normirung folgender Tarifsätze für Reisegepäck: Bei Entfernung bi- zu 100 Kilometer einschließ' lich 50 Pfennig für Gepäckstücke bi» zum Gewicht von 50 Kilogramm, 1 Mk. bei solchen über 50 Kilogramm- bei Entfernungen über 100 Kilometer 1 Mk. bezw. 2 Mk.
** Denkmal für Philipp den Großwüthigeu. AuS Gaffel wird der „D. Ztg." geschrieben: Der endgültige Spruch des Preisgerichts in Sachen des hier zu errichtenden Denkmals für Landgraf Philipp den Großmüthigen wird in Kürze gefällt werden müffen. Die Frist, bis zu welcher die Entwürfe für ein Philipps - Denkmal hier ein- gereicht werden mußten, ist abgelaufen und in der nächsten Woche wird voraussichtlich die Ausstellung der Entwürfe stattfinden. DaS große Comitee für daS Denkmal hatte dem geschäftsführenben Ausschuß in Bezug auf den Erlaß de« Preisausschreibens freie Hand gelassen. Der Ausschuß Hot nun geglaubt, mit Rücksicht auf die beschränkten Geldmittel vom Ausschreiben einer allgemeinen Concurrenz abzusehen und sich auf Veranstaltung eines engeren Wettbewerbes beschränken zu sollen. An diesem haben fich fünf Künstler betheiligt und zwar die Herren Professor Jaensch, Bildhauer Ludwig Sauer, Bildhauer Kür le, sämmtlich in Berlin- Roß iu Charlottenburg und Everding in Cassel.
•• Die Wetterfeage ist ja bei dem milden Winter ein naheliegendes Thema. Besonders häufig behandelt wird die Frage, ob die seit längerer Zeit beobachteten warmen Winter auch fernerhin sich einstellen werden. Professor Brückner in Bern hat fich nun sehr eingehend damit befaßt, inwieweit daS heutige Klima unveränderlich ist. In dem Zeiträume vom Jahre 1000 an konnte dieser Forscher nicht weniger als 25 vieljährige Temperaturschwankungen nachweisen, die unS abwechselnde Wärme- und Kälteperioden brachten, welche auch mit gewissen Schwankungen im Verkehrsleben der Menschen verbunden waren. Maurer - Berlin hat kürzlich in der „Meteor. Zeitschr." diesen Gegenstand wieder aufgenommen und aus bis zum Jahre 1720 zurückreichenden Temperaturbeodachtungen den Schluß gezogen, daß warme Sommer von milden Wintern begleitet stad, kühle Sommer dagegen von strengen Wintern. Er macht e» wahrscheinlich, daß mit Anfang des neuen Jahrhunderts fich wiederum eine Wärmeperiode einstellen wird, die neben sehr milden Wintern auch eine Reihe sehr warmer Sommer bedingt.
△ Vom Laude, 23. Januar. Welch rauher Geselle der Frost ist, hat er in den letzten Tagen bewiesen. Diesmal lieh er voll Zorn die Bäume seine heimliche aber um so empfindlichere Gewalt fühlen. Er behängte sie mit Reif und Glatteis so massenhaft, daß dieselben unter der schaurig kalten Last zusammenbrachen ober ganz umfielen. Tannen von bedeutender Stärke find in der Mitte abgebrochen. Viele Bäume haben ihre stärksten Aeste verloren, andere find ihrer Krone beraubt. Unter den Pappelalleeen liegen die abgebrochenen Aeste in Menge. Obstbaumstücke haben durch den Frost mchr Aeste verloren, als durch einen heftigen Gewitter- sturm. Die Holzmacher, die ihre Arbeit soweit beendet hatten, finden nun wieder erneute reiche Beschäftigung.
A Großen vnfeck, 24. Januar. Am Sonntag Abend fand hier im „Kühlen Grund" dar 7. Stiftungsfest bei Männergesangvereins „Eintracht" statt. Ein außerordentlich reichhaltige» Programm musikalischen und theatralischen Inhalt» sorgte für angenehme Unterhaltung deS überaus


