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zahlreich erschienenen Publikum». Insbesondere zeugten die Vorträge de» GeburtStagSk-nde» von hervorragendem musika« ltschem Verstandnih und Elfer für die Sache. Der Vorsitzende des Verein», Herr Pfeffer, begrüßte in kernigen Worten die Gäste und prie» den Werth de» deutschen G - sauge» in ethischer und patriotischer Hinsicht- Sein Hoch galt dem deutschen Gesang. Da- Ehrenmitglied des verein», Herr Pfarrer Deichert, antwortete im Namen der Gäste und forderte den Verein auf, in rechter deutscher Weise weiterzuarbeiten an der schönen und bedeutungsvollen Auf« gäbe. Nach Erledigung des Programms hielt Gesang und Tanz die Festgeaoffrn fröhlich zusammen bi» zur frühen Stunde. Allen Thetlnehmern wird e» tn angenehmer Er« inmrung bleiben, daß deutscher Sang in unseren hessischen Landgemeinden eine gute Stätte hat.
n Ruppertenrod, 25. Januar. Sind anonyme Schreiben allgemein verachtungswürdig und Waffen der Feigheit, womit Neid und Haß kämpfen, so find solche noch abscheulicher, wenn dazu der Namen eine - Dritten mißbraucht wird. So wurde kürzlich der Name eine- htefigeu Kaufmanns tn einem anonymen Schretben mißbraucht, das einen htefigen Straßenwart bet seiner vorgesetzten Behörde zu verdächtigen suchte. Die betr. Behörde, bei welcher da» Schreiben ein» gelaufen war, wandte fich behufs Aufklärung an den unterschobenen Absender. Hierbei stellte fich dann sofort die grobe Fälschung heraus. Hoffentlich gelingt es der eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung, den oder die Urheber de» in Frage stehenden Briefes zu überführen.
n. Boa der Ridda, 23. Januar. Wie nicht ander» zu erwarten, hat das seither herrschende nebelige Wetter viele Erkrankungen der AthmungSorgaue in unserer Gegend zur Folge gehabt. Die D phtherie tritt auch wieder auf, glücklicherweise aber noch sehr vereinzelt. — Die Entschädigungen für die während der Kaisermanöver im vorigen Herbst bet unS entstandenen Flurschäden find jetzt zur Auszahlung gelangt. Es verdient erwähnt zu werden, daß die Militärbehörden jede zu ihrer Kenntniß gelangte, von Setten der Soldaten begangene Unregelmäßigkeit nach Feststellung des Sachverhalt» sofort prompt erledigten. Jede» entwendete Scheit Holz, jeder zum Lager geholte Bausch Stroh wurde vergütet. Einsender diese» kennt einen Land- wirth, der z. B. eine Entschädigungssumme von 100 Mark erhielt für Gersteustroh, das ihm Soldaten eines Ab:ndS, als fie noch kein Lagerstroh hatten, au» einem Schuppen holten.
Rieder-Weisel, 22. Januar. Vorige Woche starb hier eine wegen ihrer besonderen körperlichen Beschaffenheit hier und tn der Umgepeab bekannte Persönlichkeit. ES war die» die im Jahre 1818 geborene, beinahe 80jährige Margarethe Winter, welche bei ihrem Verwandren, Herrn Schmied Richter, lebte. Die Betreffende wurde ohne Hände und Füße geboren und war dabei da» Staunen-werlhe, daß fie trotzdem alle Hausarbeiten verrichten konnte. Statt Hände hatte sie nur ein Gelenk an den Armen und hiermit konnte fie die feinsten Nähereien Herstellen. So stickte fie beispielsweise auf die tn hiesiger Gegend zur Nationaltracht gehörenden Hauben die feinsten Blumen. In früheren Jahren wurden ihr vor- theilhafte Anträge gestellt, um fie der großen Welt zu zeigen, aber fie hat solche stet» abgelehat. Noch bewerkeuSwerth ist, daß fie auch Vegetarianerin war, fie hat noch nie Fleisch und Fleischbrühe genoffen. Wegen ihrer guten Eigenschaften war fie bei Jung und Alt beliebt und eine große Anzahl Ver- waudter und Bekannter gaben ihr da» letzte Geleite.
Mainz. 24. Januar. Herr Carl Michel, der frühere Mttinhaber der Mainzer Lederwerke, ist heute Morgen,69 Jahre alt, gestorben.
A Mainz. 24. Januar. In Sachen der E n t f est i g u n g Kastel» wird unS witgethetle, daß der Anlaß zu den neuerdings zwischen dem Kr>egömtntsterium in Berkin und der hiesigen Bürgermeisterei wegen Erwerbung drS frei werdenden FrstungSgeländeS wieder aufgenommenen Verhandlungen dadurch gegeben wurde, daß wiederum ein Finanzconfortium mit einer Kaufofferte an den MilitärfiScuS heravgetreten ist. Das Consortium, welches au» Kölner und Frankfurter Capi« talisten besteht, soll eine Million mehr für da» Gelände geboten haben, alS die Stäbe Mainz und Kastel. Da man Seitens de» MilitärfisciS seiner Zeit Mainz und Kastel da» Vorkaufsrecht eingeräumt hatte, fo wurde die hiesige Bürgermeisterei von dem Anerbieten des erwähnten Consortiums verständigt, waS zu der neulichen Audienz des hiefigen Oberbürgermeister» bet dem Kriegsministerium führte. Unterhändler für daS Finanzconsortium war ein hiesiger Herr, der zufälliger Weise tn Berlin mit dem hiefigen Oberbürgermeister zusammentraf.
Bingen a. Rh., 20. Januar. DaS Rheinische Technikum, eine unter städtischer Ausficht stehende Lehranstalt sür Maschinenbau und Electrotechnik, wurde im laufenden Halbjahre, dem ersten seit Bestehen der Anstalt, von 143 Tech nikern besucht. Da die alten Unterrichtsräume eine viel größere Schülerzahl nicht mehr zu fassen vermögen, so hat die Stadt bereit» mit dem Neubau eines TechntkumSgebäudeS begonnen. Der technische Leiter der Anstalt ist der im Lehrfache bekannte Regierungsbaumeister Hoepke.
Zwei Wünsche.
i.
♦* Man schreibt uns: In einer Zeit, die „im Zeichen des Verkehrs steht", in der die gesummte Bevölkerung nach Lerb'sserunqen, Vere.ifachungen und Erleichterungen des Verkehrs lechzt, ertönt mächtiger denn je zuvor die Forderung, den Wünschen der Bevölkerung ein williges und geneigtes Ohr zu leihen.
Wohl werden bei bin beiden größten Verkehrsanstalten, Bahn und Post, Neuerungen geschaffen; aber gar viele bleiben noch der fernen Zukunft vorbehalten.
Mit Einführung der Karlenbriefe hat sich die Postver- valtung überall nur Dank verdient. Noch größeren Dankes
dürste sie fich seitens des Publikums als auch ihrer eignen Postbeamten erfreuen, wenn sie die Bestellgelder, die beim Ueberbringen von Werth« und Geldsendungen, Packeten und für Zeitungen gezahlt werden müssen, beseitigte. Warum werden fie überhaupt erhoben?
Die große Mehrheit des deutschen Volkes betrachtet sie als ein Trinkgeld, das die Post für ihre Postboten erhebt oder sie denkt sogar, dies Trinkgeld stecke der Postbote einfach ein.
Die Wenigsten wissen, daß die Postbeamten sämmtliche Bestellgelder bei einem Pfennig an die Postanstalten abliefern müssen, und daß mit den wenigen Pfennigen noch viele Arbeiten, Schreibereien und Rechnungen verbunden sind.
Wenn der Post mit Rücksicht auf ihr Einnahmebudget ein Verzicht auf diese Bestellgelder unmöglich erscheint, so kann sie ja den durchschnittlichen Betrag derselben zum bestehenden Portosatz schlagen, wie solches ja in ähnlicher Weise geschieht, wenn man eine Postsendung „ganz frei" abfchickt.
Nun dient wohl die Ausrede zur Entschuldigung, daß man das Bestellgeld jederzeit voraus beim Porto mitbezahlen kann. Ja, wenn das Vergessen nicht wäre! Taufende von Gegenständen und Geldsendungen werden francirt, damit sie ihren Bestimmungsort portofrei erreichen. Nur zu spät fällt es dem Absender ein, daß er zu feinem eigenen Verdrusse das Bestellgeld vergessen. Eine Menge Gegenstände, die als Geschenke an ihren Empfänger gelangen, würden viel freudiger begrüßt, wenn nicht der aufmerksame Absender so unaufmerksam gewesen und das Bestellgeld bei der Francatur vergessen hätte.
Woher sollen Rechner und Beamte, denen keine Pauschalsumme für Porto vergütet wird, das Bestellgeld nehmen, wenn ihnen in ihrem Amt, das nur francirte Sendungen an nimmt, der Betrag dafür aus Vergeßlichkeit fast regelmäßig fehlt. Denken wir uns folgendes Beispiel: Ein Verein erhält von seinen 2000 Mitgliedern, die an verschiedenen Orten des Landes wohnen, die Jahresbeiträge mit je 2 Mk. francirt zugesandt. Obwohl der Rechner immer und immer wieder auf das Bestellgeld hinweist, wird es doch von vielen Mitgliedern gewohnheitsmäßig versäumt. Was soll er nun thun? Soll er sich 5 Pfg. nachsenden lassen, oder sie dem Verein als Ausgabe berechnen oder sie in seiner eigenen Tasche suchen? Jede Maßregel, die er hier ergreift, verursacht Schaden.
Schon mancher Proceß, der Zweideutigkeiten über die Verpflichtung zum Bezahlen des Bestellgeldes seine Entstehung verdankt, wäre vermieden, wenn das Bestellgeld in seiner jetzigen Form nicht existirte.
Als wahrhaft ungeheuer muß es bezeichnet werden, daß Jemand für Uebersendung von 5 Pfg. Bestellgeld, die er abzusenden versäumte, 25 Pfg. Porto zahlen muß. Alle diese Unannehmlichkeiten würden vermieden, wenn das Bestellgeld, das nur doppelte Arbeit verursacht, in der gegenwärtigen Form abgeschafft und der Post selbst dadurch keine kleine Arbeit erspart würde.
II .
Durch Einführung der mitteleuropäischen Zeit hat die Bahn eine gewisse Gleichmäßigkeit in ihrer Zeit erhalten. Eine bedeutende Erleichterung, sowohl für die Bahnbeamten, als auch für das reifende Publikum, sowie für die ganze Einwohnerschaft Deutschlands würde durch die Durch zäh- lung der Tagesstunden vonl bis24 anstatt zweimal zwölf Stunden bezweckt.
Diese Neuerung wird zwar im Anfang einiges Kopf« schütteln Hervorrufen. Allein wir sind an unserer Zeit an so viel Aenderungen und Neuerungen schon gewöhnt, daß es Niemand schwer fallen wird, sich in kurzer Zeit auch mit dieser Vereinfachung bekannt zu machen. Beim Lesen der Fahrpläne würde j?be doppelsinnige Deutung ein für allemal ausgeschlossen fein.
Die Bezeichnungen Nachts, Morgens, Mittags, Abends, Vor- und Nachmittags könnten durch Einführung der Stundenzahlen von 1 bis 24 erspart werden, ungerechnet die Ersparungen an Zeit, Papier, Tinte und Druckerschwärze. Daß es statt Nachmittags 3 Uhr künftig 15 Uhr heißt, und daß eine Versammlung anstatt um 8 Uhr Abends, um 20 Uhr beginnt, ist doch ohne Zweifel eine bedeutende Kürzung und Erleichterung. Wie leicht läßt sich mit einem Fahrplan, der die Stunden 1 bis 24 enthält, ein Neiseplan entworfen, und wie einfach ist die Dauer der Reise zu berechnen. Auch im übrigen Verkehrs- sowie im Geschäftsleben winden bedeutende Vereinfachungen erzielt.
Sobald die Fahrpläne mit der Stundenzahl von 1 bis 24 gedruckt werden, wird es nicht nöthig fein, die Schule noch mit den Leseübungen der Fahrpläne zu belasten. Uns wundert nur, daß diese Idee, die Stunden von 1 bis 24 durchzuzählen, nicht schon mehr verfochten und bereits ein« geführt ist.
* Köln, 20. Januar. Der in der Wolfftraße wohnende Dütenfabrikant und Buchdruckereibesitzer Eduard Padberg wurde gestern von dem Polizeicommiffar Scholz verhaftet. Padberg befaßt fich mit Kurpfuscherei & la Volbedtng und heilt nach seiner Anpreisung Flechten. Personen, die seine Hilfe tn Anspruch genommen, aber keine Heilung gefunden hatten, wandten fich au Äerzte, die ihrerseits die Gesnnd- hritSpolizei auf da» Treiben de» Padberg aufmerksam machten. Angestellte Untersuchungen führten dazu, daß Padberg verhaftet wurde unter dem Verdacht de» Betrüge», de» versuchten Betruges, der thätlichcn Beleidigung und des Verbrechen» gegen § 176, Abs. 3 de» Strafgesetzbuches in mehreren J Fällen.
j • Braunschweig, 22. Januar. Der vorige Landtag hatte ? beschlossen, auf Staatskosten ein Denkmal für Herzog i Wilhelm zu errichten und dafür 300,000 Mk. zur Ver- । fügung gestellt. Nachdem inzwischen festgesetzt worden, daß j das Denkmal östlich von der Burg Dankwarderode feinen J Platz finden soll, hat die DenkmalS-Commisfiou jetzt den
Beschluß gefaßt, fünf der namhaftesten Bildhauer Deutschland» zu einer beschränkten Wettbewerbung aufzufordern. 225,000 Mk. sollen für dos Denkmal selbst, der Rest für Kosten der Concurrenz und würdige Gestaltung der Umgebung deS Denkmals verwandt werden.
* Bon der Lahn, 21. Januar. Die Gemarkung Singhofen bei Nassau birgt bekanntlich bedeutende Thonlager. Diese Erden verschiedener Art werden von Sachkennern al- vorzüglich bezeichnet. Die Gruben werden von Herrn Hengftenberg aus Köln käuflich erworben, welcher die Ausbeute mit Eintritt der besseren Jahreszeit in umfangreichem Maße zu betreiben gedenkt.
* Der Harzclub Zweigverei» Zellerfeld theilt uns mit, daß entgegen aller Erfahrung, nach der von Mitte December bis Mitte März gleichmäßig auf dem Oberharz eine starke Schneedecke vorhanden, dieser Winter so milde und mit so wenig Schnee auftritt, daß der Zweigverein zu seinem großen Bedauern gezwungen ist, baß sür den 30. Januar in Aussicht genommene Sp ortfest mit Wettlaufen unb Wettfahren auf Schneeschuhen unb Rennwölfen ausfallen zu lassen. Da Winter in solchem Grwaube aber bei ihm zu den allergrößten Seltenheiten gehörten, so bürste man wohl annehmen, daß der nächste Winter die Sportsleute nicht im Stich lassen wirb, um dann im kommenden Jahre das in diesem Winter Versäumte nachzuholen.
* Hocherfreut. In dem „Magdeb. Generalanz." machten Schneidermeister Brckelberg und Frau „hocherfreut" die Geburt deS 23. Kindes bekannt.
* Sin glückliche» Städtchen ist Klingenberg a. M. Die Summe des in diesem Jahre zur Vertheilung gekommenen Bürgergelbes belief fich auf 90,000 Mk., so daß von den 300 Berechtigten jeder 800 Mk. erhielt. Der Nutzen wird aus dem Thongeschäft erzielt.
* Gegen die immer mehr um fich greifende Unsitte, Ulk- Bierkarten auf recht sonderbarem, oft widerlichen Material, feuchten Bier-Untersätzen, auseinandergefalteten Streichholzschachteln, durch die Post al» Drucksachen, Muster ohne Werth, Postkarten zu versenden, wenden sich die Postbeamten. Sie beabsichtigen, bei ihrer vorgesetzten Behörde dahin vorstellig zu werden, daß derartige ekelerregende Gegenstände, welche nur in übermütiger Wein« ober Bierlaune zur Versendung gelangen, schon mit Rücksicht auf die Gefahren, die ihr An- faffen für die Gesundheit der Beamten mit sich bringt, von der Beförderung durch die Post ausgeschlossen werden. Zumindest sollten solche Dinge, welche besser der Waschfrau oder dem Müllkasten zu überantworten wären, nicht ohne Verpackung bei der Post angenommen werden.
• Der Mikrophonograph, eine neue Verbindung von Mikrophon unb Phonograph, wirb in bet letzten Nummer ber „Revue General beS ScieneS" besprochen. Die interessante Erfinbung würbe von F. Dusson in Genf gemacht und von ben Franzosen Janbert und Berthou weiter auSgeführt. Die Bedeutung deS neuen Apparate» besteht darin, daß er die Möglichkeit bietet, Taubstummen Töne vernehmbar zu machen, indem diese die Töne von dem Phonographen ablesen. Dr. Gelle hat bereit» mit Erfolg mit einer Anzahl von taubstummen Personen Versuche gemacht, dieser Arzt spricht die Ueberzeugung au», daß der neue Apparat ein wichtige» Hilfsmittel für die Taubstummenerziehung bilden wird. Eine noch allgemeinere Aufnahme wird wohl eine Verbindung von Telephon und Kinematograph finden, welche, von denselben Erfindern hergestellt, die längsterwartete Möglichkeit geben wird, bildliche ©eenen mit allen dazu gehörigen Geräuschen, gesprochenen oder anderen, wiederzugeben. Auf der Weltausstellung von 1900 soll von der Compagnie Generale Tran»- atlantique ein solcher Apparat vorgeführt werden, der eine Reihe von ©eenen aus dem Schiffsleben zur Anschauung bringen wird.
• Sin Graf al» Kellner. In einem fashionablen Hotel in Berlin ist ein Manu al» Kellner angestellt, deffen Leben ein Roman ist. Vor einigen Jahren spielte der junge, hübsche Graf T. unter den Lebemännern in Kopenhagen eine hervorragende Rolle. Er gehörte einer der ältesten schwedischen Adelsfamilien an; sein Vater, großer Gutsbesitzer in Schweden, war sehr reich, unb ber junge Graf schien eine glänzenbe Zukunft zu haben. Er war Offizier in einem der feinsten schwedischen Regimenter und «regte bald in Stockholm durch seine extravagante Lebensweise Aufsehen. So ungeheure Summen gab er au», daß fein Vater ihm eine» Tage» erklärte, er müsse sein Leben ändern und seine Ausgaben einschränken. Hierzu war der junge Graf jedoch nicht geneigt, er machte arge Schulden und wurde genöthigt, feinen Abschied vorn Regiment zu nehmen. Ec begab sich bann nach Kopenhagen, wo er ebenfalls ein sehr flottes Leben führte, bi» fein Vermögen gänzlich vergeudet war. Eines TageS war er verschwunden mit Hinterlassung bedeutender ©chulden. Seitdem hat das Leben ihn hart angefaßt, der Hunger that da» Uebrtge, und nun ist der Lebemann ein fleißiger, zuverlässiger Angestellter in einem Berliner Hotel geworden, der mit seiner Lage ganz zufrieden ist.
Landwirthschaftlicher.
— Wasser für Hühner. Während strenger Kälte fällte baS Wasser Hühnern etwas erwärmt gegeben und wieder fortgenommen werden, ehe El« sich bildet. Hühner können es lange ohne Trtnk- wasser autzhalten, wenn Schnee liegt, aber sie verlieren dann schnell an Gewicht und können unter solchen Umständen natürlich nicht legen. Es ist mehr der Wasser- wie der Futtermangel, welcher verhindert, daß die Hühner im Winter zu einer Zett, wo die Eier am theuersten sind, unproductiv bleiben.
— Der Stalldünger «nd seine Behandlung im Winter. Stalldünger den Wiesen oder Compost dem Acker zu geben, wie e» noch vielfach üblich ist, ist durchaus verwerflich. Man lasse den Stalldünger auf den Feldern aber nicht in Haufen liegen, sondern breite ihn so bald wie irgend möglich, weil sonst Verluste an den wichtigst«» Pflanzennährstoffen entstehen, auch die Düngung deS Feldes keine gleichmäßige werden kann. Ist man gezwungen, au« Zeitmangel oder aus Mangel an Arbeitskräften daS AuSbretien zu unterlassen, so bringe man den auSgesahrenen Dünger auf recht große Haufen, um wenigsten« dem Nährstoffoerlust vorzubeugen, und fahre ihn später auseinander, um ihn zu breiten.


