Ausgabe 
25.8.1898 Erstes Blatt
 
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Grunberg, 21. August. Am Kriegerdenkmal fand heute eine Gravelottefeier statt, bet welcher der Borfitzrnde des Kriegerverein- etue treffliche Ansprache hielt. Nach Be- endigung derselben wurde den Kriegern, welche die Feldzüge 1864, 1866 und 1870 mitgemacht haben, die Kaiser-Wilhelm- Denkmünze nebst Diplom eingehändigt.

tt Ans dem Kreise Alsfeld, 23. August. Am letzten Sonntag bildeten sich mehrere Gewitter, welche meist wenig oder gar keinen Regen spendeten, aber durch Blitz­schläge schadeten. In Storndorf schlug der Blitz in da- Etfländer'sche Wohnhaus ein, glücklicher Weise war es ein sogen, kalter Schlag, in Billertshausen wurde das Anwesen des Laudwirths Peter Weppler durch den elektrischen Funken tu Flammen gesetzt und in kurzer Zeit bis auf den Grund in Asche gelegt. Zwei fette Rinder sowie mehrere Ferkel verbrannten mit. Aus den benachbarten Preußischen Gebieten wird Hagelschlag gemeldet.

H. Dom Hoherodskopf, 23. August. In unserer Gebirgs­lage gibt eS sogen, etuschürige Wiesen, auf denen da-GraS nur einmal gemäht werden kann. ES stand dieses Jahr sehr schön und brachte gute Erträge bei billigen Preisen. Der Stand unserer Feldfrüchte ist überhaupt ein sehr schöner und ihre Reife ist durch den heißen, trocknen August, der dieses Jahr seinem BeinamenKochmonat" alle Ehre macht, bedeutend gefördert worden.

W. Butzbach, 23. August. Mein gestriger Bericht über die Generalversammlung des MathtldenstiftS Friedberg-Butzbach ist dahin zu berichtigen, daß nicht etue, sondern zwei Bezirkskaflen bestehen. Ergänzend sei noch hinzugefügt, daß die satzung-gemäß au-geschiedenen Vorstands­mitglieder wieder und für ein verstorbenes Mitglied Herr Bürgermeister Reuß in Dorheim neu gewählt wurde. Die Trennung der Kaffen de- MathildenstiftS soll vom nächsten Voranschlag an ftattfiuden. Die Unterstützungen aus dem Rechnung-Überschuß wurden für den neuen Voranschlag mit geringen Aenderuugeu wieder genehmigt.

Butzbach, 22. August. Die Gewerbeausstellung besuchten am vorigen Sonntag in corpore die Gewerbeschulen von Alsfeld, Nidda, Lauterbach und Bad-Nauheim, ferner die Gewerbeveretne von Herborn, Lollar und Echzell, sowie die Arbeiter von Heyligenstädt & Co. in Gießen und eine größere Anzahl Mitglieder des HandwerkerveretuS Wetzlar. Al- Zeichen besonderer Huld Ihrer König!. Hoheiten des Groß- herzogS und der Großherzogin darf das folgende Vor- kommniß bezeichnet werden, das von einem Augenzeugen be­richtet wird. Al- am Freitag Nachmittag 4 Uhr auf dem Weg nach der Bahn unser geliebtes Herrscherpaar den hiesigen Marktplatz pasfirte, ließ dasselbe den Wagen vor demGasthaus zum goldenen Löwen" halten, um die vor demselben stehende Besitzerin de- Hause-, Frau F. W. Müller Wwe., zu begrüßen und unter DankeSbezeuguugev die von derselben dargebotenen Früchte und Confiluren entgegen zu nehmen. Da die kurz bemeffene Zeit drängte, wurden die dargereichten Erfrischungen mit zur Bahn genommen und sich in liebenswürdigster Weise von der Geberin verabschiedet, die sich Seiten- deS Groß- herzoglichen Hauses, woselbst sie als Miterzieheriu des jetzigen Großherzogs und seiner hohen Geschwister thätig war, stets deS wohlwollendsten Entgegenkommens erfreut. Besitzt doch Frau Müller etue stattliche Anzahl schöner Geschenke, die ihr von Angehörigen deS Großherzogltcheu Hauses gemacht worden find.

-r- Butzbach, 22. August. Heute tagte dahier die 38. Wanderversammlung deS oberhesfischen Bienenzüchter- verein- und hielt ihre General-Versammlung und Ausstellung in der Festhalle der Gewerbe-Ausstellung bezw. einem Saale und Hofe des Schulhauses ab. Was die Beschickung der Ausstellung an Honig und Böckern aubelangt, so wurde in früheren Jahren bedeutend mehr geleistet. Die Ursache zu dieser Erscheinung liegt in dem schlechten Bteuenjahre. Nur durch besondere Anregung Seiten- de- Präsidiums war ge­nügend Honig zum Berloosuug-ankauf ausgestellt worden. < Die Aussteller lösten die-mal pro 2 Pfd.-Gla- Honig 2Mk. 40 Pfg. Der diesjährige Honig hatte durchgängig eine dunkle bis schwarze Farbe. Prämiirt wurden auf Honig: Lehrer Himmelreich von Vilbel, Lehrer Schäfer von Wallern- hausen, Ph. Bauer II. von Gießen, Würz von Dorn- Affenheim, Richter von Nteder-Wetsel, Lehrer Hillebrand von Nieder-Mörleu und Heller von Oppershofen. Lehrer Heck von Dudenrod, Lehrer Schäfer von Wallernhauseu, PH. Bauer II. von Gießen, Heller von Oppershofen und Joh. Gg. MöbS III. errangen Prämien auf Völker. Aus- gezeichnet für Geräthe wurden die Firmen: Hch K e ck Wwe. und Karl Franz, beide zu Nidda, Buderus von Hirzen­hain und Buß von Wetzlar. In der General-Versammlung begrüßte derVereinSprästdeot, Herr Pfarrer Elleuberger die erschienenen Beretn-genoffen und Herr Pfarrer Schrimpf hieß die Gäste im Namen deS Localcomite- herzlich will­kommen. Sodann wurde durch den Präsidenten der Rechen­schaftsbericht, die RechoungSablage, sowie der Voranschlag fürs nächste Jahr verlesen und kleinere Mittheiluugev er­ledigt. Hierauf erhielt der Referent Lehrer Grün von Reiskirchen das Wort zu seinem BortrageNutzen und Freude der Bienenzucht." Ju schwungvoller Darstel­lung, au-geschmückt mit Dtchterworteu au- deutschen Klassikern, zeigte derselbe, wie die Bienen beim Aufsaugen deS Houig- fafteS und Sammeln de- Blütheustaubs au- den Blüthen eine Uebertragung de- Blütheustaubs von einer Blüthe zur andern und dadurch eine Fremdbestäubung oder Befruchtung der Blüthen bewirken. Bon ganz besonderer Wichtigkeit sei derartige Fremdbestäubung bet allen Kreuz« und Schmetter- ltngSblüthlern, den Obstbäumen und bei allen ein- und zwei- häufigen Pflanzen und dadurch fei die Bienenzucht für die gesammte Menschheit und ganz speciell für die Laudwtrth. schäft von hervorragendem Nutzen. Dann wurde der Werth beS Honigs und des Wachse- gerühmt, und die Biene als ein Muster des Fleißes, der Reinlichkeit, der Sparsamkeit, des MutheS und der Tapferkeit und eines getreuen Unter- thanen ihrer Königin verherrlicht. Auch die Freude au der

Bienenzucht in ihrer verschiedensten Art fanden durch den Redner ihre richtige Würdigung. Reicher Beifall und der Dank des Präsidenten lohnte die Ausführungen des Redners. In der kurzen Debatte erwähnte Herr Pfarrer Schrimpf, daß gerade die Betonung des Nutzens, welchen die Bienen der Laudwtrth- fchaft stiften, vou um so größerem Werthe sei, weil vielfach noch ganz verkehrte Ansichten in dieser Beziehung unter dem Volke herrschten, indem viele Leute glaubten, die Biene ver­ursache durch daS Sammeln des Honigsaftes und deS Blütheu­staubs und durch das Anbeißen mancher reifer Früchte keinen Nutzen, sondern großen Schaden. Er ersuchte noch zum Schluffe Herrn Provtozialdirrctor v. Bechtold, welcher die Versammlung durch seine Anwesenheit beehrte, um Unter­stützung und bat ihn, bei jeder sich darbieteuden Gelegenheit darauf Hinweisen zu wollen, daß dieser Jrrthum endlich be­seitigt werde. Bereitwilligst erklärte auch Herr Provinzial- dtreetor v. Bechtold, in den laudwirthschaftlicheu Versamm­lungen darauf Hinweisen zu wollen. Trotz der großen Hitze verstand es auch der zweite Referent, Lehrer Dickel von Darmstadt, durch die sachlichen Ausführungen seiner Forsch­ungen über die geschlechtliche Entwickelung der drei verschie­denen Bienenwesen, sich die ungetheilteste Aufmerksamkeit zu sichern. Referent zeigte, daß alle Eier, aus denen Bteneu- und Lebewesen entstehen sollen, befruchtet sein müffen, und daß die Bestimmung deS Geschlecht-, daS die Bienenwesen erhalten sollen, vou der NahruugSzufuhr durch die Arbeits­bienen abhängt. Die Arbeitsbienen haben eS also in ihrer Gewalt, aus Drohneneiern Arbeitsbienen und umgekehrt aus ArbettSbieneneiern Drohnen durch bestimmte Nahrung-zufnhr zu erziehen. Diese Entdeckungen find durch jahrelange Unter­suchungen und Proben bis jetzt als feststehende Thatsachen zu bezeichnen und der Dzierzon'scheu Theorie ist dadurch gewisser- maßen der Todesstoß versetzt. Der Redner, der schon seit Jahren als bedeutender Imker wett über die Grenzen unseres lieben deutsct en Vaterlandes hinaus bekannt ist, erntete reichen Beifall. Auch die Debatte bewleS, daß seine neue Theorie immer mehr Anhang findet. Beim Festeffen toastete Herr Pfarrer Elleuberger auf den Kaiser und Großherzog, Herr Pfarrer Schrimpf auf Herrn Provinzialdirector v. Bechtold, welcher sofort in herzlicher, feiner Ansprache und Erzählung auS seiner Schulzeit bewies, daß er kein Fremd­ling auf dem Gebiete der Bienenzucht ist. Er nannte daS Btenenvolkein Volk in Waffen, vereinigt in friedlicher Arbeit." Schöner und erfolgreicher hätte sich der neue Pro- vinzialdtrector bet den Imkern nicht etvsühren können. Im Fluge hat er ihre Herzen und Zuneigung gewonnen. ES folgten darauf noch Toaste auf die Imker, die Stadt Butz­bach und die Referenten, welche außer von den genannten Herren von hiesigen Herrn Realschuldtrector Jäger und Herrn Pfarrer Frei in Hitzktrchen ausgebracht wurden.

t Wallernhauseu, 23. August. Unsere vor zwei Jahren mit 47 Mitgliedern gegründete Spar- und DarlehuS- kasse, e. G. m. u. H., zählte am 1. Januar er. bereits 90 Genossen und hatte im verfloffeuen Rechnungsjahr einen Gesammtkaffenumsatz von 31 262.28 Mk. mit 279.47 Mk. Reingewinn.

Darmstadt, 23. August. Seine Majestät der Kaiser haben Allergnädtgst geruht, dem Generalmajor z. D. v. Frans ecky, bisher Commaudeur der 49. Infanterie- Brigade (1. Grohh. Hess.), den Rothen Adlerorden 2. Klaffe mit Eichenlaub zu verleihen.

Offenbach, 23. August. In der Schraubenfabrik der Herren Gebr. Heyne wurde gestern Abend vor besonders etngeladeuen Jntereffenten eine bedeutsame Neuerung im Ge­brauch vorgeführt: eine Bremse, die es ermöglicht, die ganze maschinelle Einrichtung einer im vollen Betrieb befind- ltchen Fabrik durch Druck auf einen Contactknopf augenblick­lich zum Stillstand zu bringen. Die Vortheile dieser Brems­vorrichtung ergeben fich von selbst,- fie ermöglicht es, ein­tretenden Unsällen wirksam zu begegnen, fie bedeutet also eine ganz außerordentliche Erhöhung der Betrieb-ficherheit und stellt einen practischen und nicht hoch genug zu schätzenden Arbeiterschutz dar. Die Bremse besteht im Wesentlichen auS zwei fich gegenüberstehenden mächtigen Bremsschuhen, die durch einen auf elektrischem Wege auszulösenden Hebel in Thätig- keit gesetzt und so fest auf daS Schwungrad gepreßt werden, daß dasselbe, einerlei, wie groß die Zahl der Umdrehungen ist, nach etwa einer halben Runde zum Stehen kommt und gleichzeitig auch alle angehängten HtlfSmaschineu plötzlich außer Thätigkeit gesetzt werden. Die Betrieb-waschiue erleidet da­bei keinen Schaden. Die elektrische Auslösung kann sowohl vom MaschineohauS wie von jedem Arbeitsplatz in der Fabrik aus geschehen, und damit ist also thatsächlich die Möglichkeit gegeben, ezutretende Unfälle augenblicklich in ihrem Verlauf aufzuhalten. Die gestern abgelegte Probe hat die Verwend- barkett und die Vorzüge der Bremse glänzend dargelegt. In der Heyne'schen Fabrik ist dieselbe an einer Maschine ange­bracht, die 150 Pferdekräfte leistet und 80 Umdrehungen in der Minute macht. Und obgleich die Maschine mit voller Kraft lief, wirkte die Bremse doch derart, daß daSSchwungrad unreine Viertel'Umdrehuug noch machen konnte und in Vs Tecuude den ganzen Betrieb zum Stillstand brachte. Die Bremse (Patent Jakob) wird in der Maschineubauanstalt von Curt Nabe-Offenbach hergestellt und unter dem NamenHerkules­bremse" empfohlen.

Air» der Zeit für die Leit.

Vor 154 Jahren, am 25. August 1744, wurde zu Mohrungen in Ostpreußen der Dichter Johann Gottfried Herder geboren, einer der bedeutendsten und einflußreichsten Arbeiter am Werke der Civilisation, werth der Grabschrift, die Karl August ihm setzte:Licht, Liebe, Leben". Von seinen Schriften sind hervorzuheben:Gedichte",Der Cid", Geist der hebräischen Poesie" und dar Hauptwerk:Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit". Er starb am 18. December 1803 zu Weimar.

vermischtes.

* Köln, 20. August. Die Frage, ob die Ehefrau- eines Arbeitgebers ermächtigt ist, die Kündigung eines Arbeitnehmers entgegenzunehmen, hat da-hiefige Gewerbegericht bejaht. Ein Fuhrmann hatte bei der Frau seines Arbeitgebers gekündigt, dieser aber, der die Kündigung nicht für giltig ausehen wollte, hatte 11 Mk. Lohn zurück« behalten. Auf die Klage deS Fuhrmannes wurde der Be­klagte zur Zahlung veruriheilt, da bei einem kleinen Betriebe die Frau als ermächtigt auzusehen sei, derartige Erklärungsn entgegenzunehmen.

* Die deutsche Auswanderung nach überseeischen Ländern hat bedeutend abgenommen, weil die Verhältniffe dasür ungünstig geworden find. Vom Dorfe Au-wandernde thnn fich in der Fremde besonders hart. Heutzutage können solche Leute aber auch in Deutschland guten Verdienst finden und fich leicht selbstständig machen. Die königl. Ansiedlung-» commisfion in Posen hat nun schon über 3000 deutsche Bauern, Landarbeiter und Handwerker in den Provinzen Posen und Westpreußeu angefiedelt. Diese königliche Behörde will an den Ländereien und Häusern, die fie verkauft, nichts ver­dienen. Sie verkauft aber nur an tüchtige, fleißige Leute- solchen gewahrt sie billige Preise und große Erleichterungen. Bemittelte Bauersleute, arbeitsame Landarbeiter-Familieu, jüngere fleißige Leute vom Lande, die fich ein eigenes An­wesen vortheilhaft erwerben wollen, seien besonder- aufmerk­sam gemacht. ES fehlt in den neuen deutschen Gemeinden auch noch an Handwerkern. Schmiede, Schlosser, Schreiner, Wagner, Glaser, Tüncher, Zimmerleute, Maurer, Schuhmacher, Schneider, Sattler, Büttner, Bäcker, Metzger, welche fich auf Landkundschaft verstehen und auch selbst Feldbau treiben wollen, können fich dort vortheilhaft ankaufen und finden ihr gutes Auskommen. Anfragen find zu richten: An die königl. AnfiedlungScommisfion in Posen.

Arifh BnllS". Man schreibt au- Lo n d o v, 16. August. Ein irischer Correipondent sendet demDaily Telegraph" einige weitere Exemplare fetterIrish Bulls", von denen einige auch in Deutschland schmackhaft sein dürften. Ein alter indischer Beamter irischer Geburt vertheidigt daS indische Klima und schreibt:Die Sache liegt einfach so: Ein Haufen junger Beamter und Offiziere kommt heraus und fie effen und sie trinken und fie trinken und fie effen und sie sterben und dann schreiben fie heim an ihre Freunde, eS sei da- Klima, da- schuld war." Ein irische- Provinztalblatt sagt in einem Nachruf, den eS dem verstorbenen Abgeordneten Biggar widmete, beredt:Ein großer Irländer ist hingeschiedeu. Der Himmel gebe, daß ihm viele gleiche Patrioten folgen mögen." 10 Mk. oder 14 Tage" sagt ein Liwericker Polizei­richter zu einem alten Säufer, der fich wegen Betrunkenheit zu verantworten hatte.Ach Gott, ich habe aber nur 2 Mk." Wenn Du Dein Geld nicht versoffen hättest, könntest Du Deine Strafe zahlen", war die strenge Antwort.Hast Du irgendwelche nahen Verwandten, Novah?", fragte eine Herrin ihre irische Magd.Nur eine Tante und sie ist nicht gerade was man nah heißt, denn fie lebt in Ulster." Ein Sergent drillte in Limerick Milizrekruten. Da- Vorbei- marschiren in Linie wollte absolut nicht gehen und der Sergent brüllte zuletzt im höchsten Aerger:Halt! Da kommt einmal Alle hierher, ihr Kerl-, und schaut Euch selbst an. Da- ist wohl eine prächtige Linie, die ihr da einhaltet, nicht wahr?" Während der Abwesenheit eine- irischen Peer lief aus seinem Gut vou einem Freund im Ausland rin Straußenei ein. Sein Verwalter unterrichtete' den Lord sofort von der Ankunft des werthvollen Geschenkes und schloß seinen Brief mit den Worten:Mein Lord, da Ihre Lordschaft abwesend ist, habe ich die größte Gau-, die ich finden konnte, genommen, um fie auf daS Ei zu setzen."

* Einen interessanten Beitrag zur Theatergeschichte bildet der nachstehende, wortgetreu mttgetheilte Theaterzettel au- Schleswig, der offenbar aus der ersten Hälfte des vorigem Jahrhundert- stammt:

Heute

Werden die Hochfürstl. Holsteins. Gottor- vischen Hof«

COMOEDJANTEN

DEnen Hochaeneigtru Cavalliers und Dames auff ihren ganz Neu ver­fertigten Tehatro, bei angezündeten Lichtern, neuen Kleidern, schönen Tehatralischen Außzlerungeu, ange­nehmer Vocal und Instrumental Music, ollerhandt sehen-würdige

Comoedien, Tragoedien und Pastorellen,.

verstellen, und sol eine lustige Havpr-Actiou erfolgen, so allhier noch nirmahl- von keiner anderen Bande praesentiret worden,

Genaudt:

Der in einen Papagoh, Lehnstuhl und Frauen'Zimmer durch Liebe verstelter

HERLEQUJN.

Diese- Stück ist auf vieller Hohen begehren verlanget worden. Nach dieser sehens würdigen Historie, soll eine lustige Nach Comoedie beschliessen. Genaudt:

Der durch Harlequin betrogene Docter. Der Schauplatz ist in der verguldeteu

Trompete am Damm, und wird praecise umb 4. Uhr angefangen. Und giebt die Persohn in der vorder Platz 8 ß (Schilling) in der letzten 4 ß (Schilling). Die Haide blüht! In außerordentlicher Schönheit und Fülle stehl in diesem Jahre, wie au- der Lüneburger Haide geschrieben wird, jetzt die Haideblüthe. Hunderte