jeher Unidersalmtttel hiergegen gewesen. — Abg. Weidner weist darauf hin, daß die Aufhebung der Biehmärkte in Hessen, tote sie der Abg. Schönberger wolle, eine große Schädigung der Landwirthschast bedeute. — Abg. Metz bringt die Mißstände au dem Schlachthaus zu Dieburg zur Sprache und ersucht die Regierung um Abstellung derselben. — Geh. Ober- Medieiualrath Lorenz erklärt, e» seien Maßregeln getroffen, um dort Wandel zu schaffen. Tine Reihe dortiger Geschäftsleute habe sich mit dem Ankauf von minderwerthigem Vieh Erfaßt und dadurch seien die beregteu Mißstände eingetreteu. — Abg. Traf Ortola und Abg. Brunner sprechen sich für Durchführung von Quarantänemaßregeln gegenüber dem AuSlande au». — Abg. v. Köth wünscht, daß der Verwendung de» Tuberkulins ein größerer Spielraum bei den Viehseuchen gewährt werde. — Abg. Köhler von Langßdorf hält von dem Tuberkulin nicht viel, gegen die Lungenseuche. Die Landwirthschast werde eben mit allen möglichen Sachen zum VersuchSobject gemacht. D'e jetzigen Absperrmaßregttn seien nicht die richtigen, da das Ausland die Sperre bei Seuchen nicht genau durchführe. Ein Gesetz sei zu schaffen, um dem Landwirthe eine Vergütung für gefallene- Vieh bei Klauenseuche zu gewähren. Ferner seien die Freibänke ein Krebsschaden für die Landwirthschast und Metzger. Dabet empfiehlt der Redner den Veteriuärarzt Dr. Siebe zu Gießen der Aufmerksamkeit der Großh. Regierung. Der genannte Herr gehe etwa» zu scharf mit keiner Fleischbeschau gegen die Landwirthe vor. Für die Aufhebung des Gesetze» der Maul- und Klauenseuche werde er eintreten. — G?h. Ober Medicinalrath Lorenz erwidert, da» Letztere sei unmöglich, da es sich hier um kein hessische», sondern um ein Reichsgesetz handle. Die Einführung von UrspruagSzeugaiffeu sei von der Regierung vorerst noch nicht geplant. — Abg. Bähr hält die Quaran- tänemaßregeln nicht für durchführbar, wenn daS Ausland fie nicht gleichfalls durchführe. Bon der Thätigkeit deS Land- wtrthfchaftSrat.heS verspreche er sich nicht viel. Der größte Theil der Landwirthe wtffe gar nicht, daß ein solcher in Hessen bestehe. Die ganze Organisation und die Zusammensetzung bei LaudwirthschafrSrathe» sei reformbedürftig. DaS Eapitel wird hierauf mit 23 800 Mk. genehmigt.
Bet Eapitel 69, Laudwtrthschaftltche Aufwendungen, wird zunächst die General-Debatte über die einzelnen Titel eröffnet. Zn Titel I, Laudw rthschaftliche Behörden, bemerkt Abg. Hirsch, daß durch bte e ngeftellteu Beträge der Landwirthschast wieder ein großer Dienst erwiesen worden sei. Eine Nothlage der Landwirthschast sei vorhanden und die Hebung der Viehzucht sei die erste Aufgabe de» Staat-», für die man Mittel bewilligen möge. Die eingestellten Beträge würden hoffentlich von der Kammer genehmigt werden —Abg. David bespricht die sür die Land- wirthschaft bis jetzt von der Regierung gemachten Berbesse- rungSmaßregeln. Er und feine Partei stehe auf dem Er- kenutuißstandpuakt, daß eine Nothlage der Landwirthschast vorhanden sei. Der von der Regierung aufgestellte große Plan zur Verbesserung der Viehzucht iet sehr gut, und zu empfehlen. Derselbe liege im Interesse der Betrieb» Entwicklung der hessischen Landwirthschaft.
Die Verhandlungen werden um l1/, Uhr geschlossen. Morgen 9 Uhr Sitzung.
Sieten, den 24. Februar.
•* Sine gleiche Verlängerung der SUtigkettSbauer, wie fie den Rückfahrkarten auf den preußischen StaatSdahneu zu dem Oster-, Pfingft- und WeihnachtS'Feste gewährt wor- reu ist, wird auch auf die nach Belieben der Reisenden auf der Eisenbahn oder den Rhein-Dampfschiffen zu benutzenden Fahrtausweise für die Hin- und Rückfahrt ausgedehnt. Die Geltungsdauer dieser Fahrtausweise beträgt also: 1. zu dem Osterfeste von einschließlich dem zwölften Tage vor bi» zum zwölften Tage einschließlich nach dem ersten Feiertage. 2. Z.i dem Pfingstfefte von einschließlich dem dritten Tage vor bi» zum achten Tage einschließlich nach dem ersten Feiertage. 3. Zu dem WeihnachtSfeste von einschließlich dem fiebevten Tage vor bis zum vierzehnten Tage einschließlich nach dem ersten Feiertage.
§ AuS bem Ohmthal, 23. Februar. Obgleich noch die Koppen de» Vogelsberg» weiß in» Thal sehen und hinter Rainen und Hecken die weißen Wallgräben de» im Kampfe
dürste für den Laien seinen magischen Reiz haben. Born au der Rampe thront an seinem Tisch, den eine grün beschirmte Gasflamme erhellt, der Regisseur. Bon dort au» ertheilt er zunächst seine Befehle an die Mitglieder seine» GeneralstabeS: an den Jnsplcienten, den Garderobier, den Beleuchter, den Theatermeister und den Requisiteur, welch' Letzterer meisthin auch die Möbel aufzustellen und zu conserviren hat. Dabei gibt e» oft langwierige Beihrndlnngen, zumal bei denjenigen Bühnen, wo da» Motto der künstlerischen Oberleitung „sparen" lautet. Denn obwohl, wir allgemein bekannt, nur Selter»- wafferS statt Ehampagner» und Pappe statt westfälischen Schinkens kervirt zu werden pflegt, find die „TogeSsprfen" für die „Requisiten" gar nicht unwesentlich. Bei vielen kleinen Bühnen Hilst man sich durch „AnSborgen gegen Freibillets"! «ber die verfl xten Autoren schreiben nur oft Dinge vor, die «au nirgendswo findet!
Gar verschieden ist und war da» Verhalten berühmter Bühnenkünstler auf den Proben. Friedrich Haase, der in früheren Jahren auch oft feine Gattin (geb. Elise Schönhvff) al» Regie-Eollegin ans seine Gastspielreisen mitnahm, woraus derselben äußerst agil, collegialtsch und voll Humor. Es lag ihm ernstlich daran, nicht mit seiner Paraderolle aus dem Rahmen derart herauSzutreten, daß man ihn als den Star de» Gastspiel-Abend» bewundern sollte, sondern er bemühte fich nach Kräften und soweit e» die Zeit erlaubte, mit der fremden Um-
mit dem kommroden Frühling befindlichen Sinter» noch her- vorleuchten, schien doch am gestrigen Nachmittage die Sonne ; so hell und warm, daß die Bienen ihren ersten vollkommenen
ReinigungSauSflug auSsührcn konnten. Dadurch bittet fich dem Imker die willkommene Gelegenheit, Nachschau bei seinen Völkern zu halten, wie die Ueberwinterung gewesen ist. Wie bei einem derartig gelinden Winter nicht anders zu erwarten, ist das Durchwintern der Bienen ein sehr gute». Die Völker haben wenig Nahrung gebraucht, besitzen dadurch noch überall grnügenden Vorrath zu reichem Brutausatz. Tobte Bleuen, tote sooft in strengeren Wintern, finden fich sehr mäßig. Von Krankheiten der Völker, wie Ruhr u. a., oder Eingehen derselben hört man nicht». Da eine gute U'.be.winterung der Bienen als die Hauptbediugung ihrer guten Entwickelung im Frühjahr gilt, so steht zu erwarten, wenn letztere» sich günstig anläßt, daß da» kommende Bienenjahr mindesten» besser wird, al» da» vorauSgegangene, in dem sowohl Schwarmmangel, al» schlechte Honigtracht herrschten. Welche Bedeutung der gestrige ReiniguuglauSflug sür die Bienen hatte, lehrt die Witterung des heutigen Tages, au dem wieder Tchneesall eingetreten ist. Wird nämlich den Bienen die Zeit de» ersten Ausfluge» zu lange vorenthalten, dann entstehen bei denselben oft allerlei ungünstige Verhältnisse, ja schwere Krankheiten. Nicht vergessen darf um diese Zeit der Imker da» Reinigen der Sobeabtetier von dem auf ihnen lagernden Gemüll und tobten Bienen, da Reinhalten de» Stockes mit zu den Factoren bei Wohlbefinden» der Völker gehört.
△ AvS dem BogelSberg, 23. Februar. Wenn in anderen Wintern so oft Wassermangel in den Bächen und Mühlgräben fich einstellte, fo daß Mahl- und Holzschueidemühlen unfreiwillig feiern mußten, so kann in diesem Winter hiervon keine Rede fein. Mit Beginn diese» Jahre» find bi» jrtzt die Niederschlage so häufig erfolgt, daß nicht selten die Bäche über ihre Ufer traten und den Mühlen Ueberwasser brachten. Wer da weiß, wie zahlreich die Mühlen an den Bächen deS Vogelsberg» liegen, der kennt auch die Bedeutung eine» hohen WafferstaudeS für dieselben und damit auch für die von ihnen bedienten Ortschaften. Ader auch den hochgelegenen Dörfern, die bei strengeren Wintern schwer unter Wassermangel zu leiden haben, ist bei dem hohe» Stand de» Grundwassrr» kein Mangel an Wasser geworden.
Lauterbach, 22. Februar. Im Freiherrlich Riedesel'schen Revier Eiscnbach, District Brandstätte, waren in einer Kieferu-Dcckung drei Hirsche eingefpürt worden, worauf Jagd gemacht wurde. Herr Forstwart Eschenauer von Stockhausen erlegte einen schönen Acht-Ender im Gewicht von 180 Pfund. Der Hirsch hatte eine Drahtschlinge um den Kopf, dieselbe war bis zum Geweih zurück und fest bi» in den Kopf eingezogen, so daß auch schon viel Etter vorhanden war. Die Schlinge wird von frevelhafter Hand gestellt worden fein. Die beiden anderen Hirsche gingen wieder in die Dickung zurück und durch.
Friedberg, 20. Februar. Die Berathung bezüglich der Errichtung eine» Gymnasium» wurde, da der Be- richt de» Ausschusses nodi nicht fertig gestellt war, tn der Zweiten Kammer der Landftände zurückgesetzt. An die hohen Kammern ist unterdeß von den beiden Stadtvorständen von hier und Nauheim ein Gesuch um Bewilligung gerichtet worden, begleichen ist auch eine Petition der hiesigen Bürger obgefanbt worden.
Vermischtes.
• Kirchhain, 19. Februar. Bon seinem Sohn erschossen wurde in dem Dorfe Frankena am letzten Sonntag der Bahnwärter Schicketanz. Der Wärter verließ nach fünf Uhr Nachmittag» seinen Posten. Da er bi» zum nächsten fahrplanmäßigen Zuge ungefähr vier Srunbra Zeit hatte, wollte er die Seinen mit einem Fastnachtsscherz überraschen. Er begab sich auf den Boden feine» Wohnhause», verhüllte fich den Oberkörper mit einem großen Tuche und fing dann gewaltig an zu poltern. Die Angehörigen meinten, es seien Diebe auf dem Boden. Der 22jährige Sohn schnallte fich einen alten Degen um und nahm die geladene Büchse von der Wand, um sich mit noch einem jungen Mann auf die Suche zu begeben. Mit der Laterne in der Hand betraten beide den Boden. Der Sohn rief fünf bis sechs Mal an, aber e» erfolgte keine Antwort. Dann rief er: „Wenn Ihr nicht Antwort gebt, schieße ich." Er drückte auch lo» und die v-rmummte Gestalt sagte: „Junge, Du hast ja Deinen Vater erschossen!" Der Sohn eilte erschreckt her- bet und fing den Barer in feinen Armen auf. Ein mächtiger
gcbung Fühlung zu gewinnen und besonder» junge, strebsame Talente durch Mittheilung von erprobten Nüancen, kffectvollen Abgängen und hübschen Extempore» zu unterstützen. Ganz ander» war Hedwig Niemann-Raabe, die immer recht kmz und gemessen war. Traten zumal bei den „zweiten Fächern" hinsichtlich be» Auswendiglernen» der Rollen Mängel zu Tage, so konnte fie recht gestrenge „Pauken" halten, und wohl gar die Probe deshalb plötzlich abbrechen. Jovialer verhielt fich ihr Gatte, der berühmte Heldentenor. Wohl hatte er für jede» neue ihm irgendwie impontrenbe Arrangement der Scene e>» warme» Wort der Anerkennung, doS seiner impulfioen Natur zufolge, manch' liebe» Mal in starken Superlativen sich aussprach; im Ganzen aber war er lein Freund davon sich länger al» nöthig „bei’n Probieren" aufzuhalten, wobei er natürlich insbesondere feine ehemaligen Kollegen die „Herren vom Ehor" auf seiner Seite hatte, die bekanntlich jede weitere Probe al» eine ihnen persönlich zugefügte Beleidigung ansehen, sobald fie selbst von ihrer „Sattelfestigkeit" überzeugt find. Emil De- vrien t spielte auf den Proben der Exc'nfiven und Egoisten. Er kümmerte fich nur um die ©eenen, in denen er selbst beschäftigt war und sprach hinter den Toulifien oder im „Conversationiz-.mmer" — bet kleineren Bühnen bienen als solche gewöhnlich bie neben oder hinter dem Bühnenraum gelegenen Ankleideräume der Solisten — höchsten» mit den
Blutstrom entquoll der Brust. Wenige Minuten später war der Vater eine Leiche.
* Dortmund, 17. Februar. Ein eigenartige» Ehren- ff eschen! hat der Verein für bergbauliche Interessen im OberbergamtSbezirk Dortmund vor einigen Wochen dem Fürsten BiSrnarck Überreichen lassen. Bekanntlich ist Fürst BiSmarck anläßlich feine» 80. Geburtstages im Jahre 1895 Ehrenmitglied diese» Verein» geworden. Da» Geschenk ist ein von Künstlerhand au» einem Kohlenblock (GaSkohle) gearbeiteter Reichsadler. Die Brust de» Adler» ist mit dem silbernen Wappen der deutschen Bormacht geziert. In Silber getriebene Gnomen find damit beschäftigt, dem Adler eine mit edlen Steinen geschmückte Kaiserkrone auszusetzen. Z» Füßen de» Adler» steht ein Bergmann, der tn der Rechten das Wappenschild de» Fürsten BiSmarck hält, an bem er einen Lorbeerkranz befestigen will. Der Fuß diese» Ehrengeschenke» trägt die Widmung: „Seinem Ekrreumltgllede, dem Fürsten BiSmarck. Der Vertin für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamrsbezirk Dortmund."
* Leipzig, 21. Februar. Außerordentlich ho he Geldstrafen hatte da» Landgericht Trier in einer Verhandlung am 7. October v. I. verhängt. E» verurtheilte den Wein- und SprtthSodler Fiedler wegen Zolldefraude zn 123 096 Mk., 20 563 Mk. und 22 428 Mk., dm Mitan- geklagten Gastwtrth und Küfer Konrad Koch wegen Begünstigung der Spiritusdefraudation in einem Falle zu 30 774 Mk. und 22 374 Mk. (Wertherfotz), ferner ebenfalls wegen Begünftigunß den Gastwtrth Johann Peter Herckel in KönigSmachern zu 10 607 Mk. und 7660 Mk. (Wertherfotz). In den Staaten der Branntwein-Gemeinschaft darf Branntwein au» Luxemburg nur auf bestimmten Straßen eingesührt werden. Diese Bestimmung hat Fiedler umgangen, intern er auch im Uebrigen ein finnreiche» Verfahren anwendete, um di» Zollbehörde zu täuschen. Er wohnte in einem luxemburgischen Orte am Moselufer und importirte von dort an» vach dem am gegenüderliegendkn Ufer liegenden preußischen Dorfe Fässer, die angeblich Wein enthielten. Bei der Prüfung durch die Zollbehörde ergab fich auch al» Inhalt Wein, in Wirklichkeit befand fich aber Wein nur in einem trichter- artigen Einsätze unter dem Spundloche. Waren die Fässer in Sicherheit, fo konnte der Sprit unvermifcht mit Wem abgezogen werden. — Gegen da» Urtheil hatten Herckel und Koch, sowie der Provinzialsteuerdirector in Köln Revision eingelegt. — Da» Reichsgericht Lrrwars heute beide Revi- Ronen mit der Maßgabe, daß Herckel und Koch nicht wegen Begünstigung, sondern wegen Verhülfe zu bestrafen feien.
• Erschütternde Folgen hatte eine Berurtheilnng gehabt, die am Donnerstag durch die zweite Strafkammer de» Berliner Landgericht» I. geschah. Der sechkundsünfzigjährige Kaufmann Rosenberg war veschuldtgt, feinem Prinzipal einen Betrag von vierhundert Mark unterschlagen zu hoben. Da von einer Nothlage keine Rede fein konnte, ging der Gerichtshof über den Antrag de» Staatsanwalts hinaus und erkannte auf neun Monate Gefängniß bei sofortiger Verhaftung. 81» bie nun auf dem Wanbelgang harrende Ehefrau de» Ange- klogten die» Ergebniß erfuhr, brach fie ohnmächtig zusammen. Nachdem fie wieder zum Bewußtsein gekommen war, wurden die GerichtSdiener Zeugen, wie die Gatten tn überau» inniger Weife von einander Abschied nahmen. Sie flüsterten fich Worte zu, die für gegenseitige TrosteSworte gehalten wurden. Sie haben aber einen anderen Sinn gehabt. Frau R. de- gab sich auf dem kürzesten Wege nach der Bell-vue Brücke, kletterte durch das Geländer hindurch auf einen vorspringenden Pfeiler und stürzte fich tn die Spree. Als e» nach längerer Zett gelang, bie Lebensmüde an’» Land zu ziehen, war sie bewußtlos unb dem Anscheine nach bereit» tobt. Ihr Ehemann hat fich in ber verflossenen Nacht im Gefängn sie erhängt.
* Wie da» „B. T." au» Thorn meldet, ereignete fich auf dem Kulmsee ein Unglücksfall, der fünf Kindern bal Leben kostete. Zuerst brach ber achtjährige Sohn be» Bahnarbeiters Malkowski, der auf der dünnen E »decke sich belustigte, ein. Ihn versuchte bie dreizehnjährige Brrtha Pniewskt zu retten, brach aber auch ein. Die» bemerkte die Schwester ber letzteren und benachrichtigte ihre Mutter. D ese eilte sofort an bte Unfallstelle nab versuchte im Vereine mit ihrer Tochter unb zwei Töchtern be» Arbeiters Kozicki im Alter von acht nvb fieben Jahren den Etugebrochenen z» helfen, aber alle vier brachen selbst auch durch do» di». Frau PuiewSki wurde durch den Mühlenpächter Ringerrnnth gerettet, die fünf Kinder ertranken jedoch, sodaß die Familien
hübschesten unter den hübschen Colleginnen, die mit ihm z» spielen die Ehre hatten. H en brich» verhielt fich ftoh unb heiter unb machte gleich reinem Collegeu Döring gern „schlechte Witze" auf den Proben/ al» er ludest seine große amerkauische Gastspiel Tournee hinter fich hatte, schlug seine Stimmung um. Er war drüben ein ganz anderer geworden nab traut sogar mit den Theaterarbeitern gebranntes Wasser. Theodor Döring war der Schrecken aller Requifitenre. Einst gastirte er in Bremen als Muley Hassan und forderte auf ber Probe einen Dolch. Der Requisiteur schleppt der Reihe nach alle Exemplare herbei, die tn seiner Rüstkammer aufzufinden find, allein bei jedem hat ber berühmte Berliner Gast, durch irgend ein Citat schlagtreffend die Ablehnung unterstützend, etwa» auSzusetzen. Da verlegte fich endlich der arme Dolchlieftrant auch auf da» L'.tiren: „Hier ist mein letzter Dolch, Herr Döring — da» Arsenal be» Tode» ist erschöpft." Ein Goldstück war der Lohn für diese» Dictum, und Theodor spielte mit einem — Wurfirnefftr k Mitterw urzer folgte, tote Abend» im Spiel, so auch Morgens auf der Probe, seinen, in unberechenbaren April- lonnen wechselnden Stimmungen und konnte damit nicht selten bte Regisseure zur Verzweiflung treiben.
(Schluß folgt.)


