Ausgabe 
25.2.1898 Zweites Blatt
 
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Aozicki und PniewSki je zwei, die Familie MalkowSki.eiu Kind verloren baden.

* Getrocknete Milch und festes Petroleum. In der letzten Sitzung des Verein- deutscher Chemiker legte Profefior Dr. Baumert ein Pulver von weißlich-gelber Farbe vor, das einem etwas groben Roggenmehl glich. Dieses Pulver war nichts AadereS, als Milch in festem Zustande. DaS Bestreben geht dahin, womöglich ein Erzeugniß herzustelleo, daS man einfach in einer bestimmten Menge Master aufzulösen braucht, mn eine Flüssigkeit zu erhalten, welche frischer Mtlch gleicht. Vorläufig ist dieses Ziel noch nicht erreicht- denn die Auf­lösung deS Pulvers ergiebt weder mit reinem Mastrr noch mit schwacher Kochsalzlösung eine frischer Milch wirklich ähn­liche FlÜ stgkeit. Doch werden bereits Plätzchen hcrgestellt, welcher aus getrockneter Milch mit Zucker und Chocolade be- stehen und vielleicht bald einen gesunden uud nahrhaften Lecker- Happen für unsere Kleinen bilden werden. Nicht weniger wichtig erscheint daS von Kohlenhoser ersonn.ne Verfahren zur Verwandlung von Petroleumresten in ein billiges Brenn­material von fester Form. Diesesfeste Petroleum" wird bei großer Hitze hergestellt nnb die Maste hat nach dem Er­kalten daS Aussehen und die Beschaffenheit von festem Talg. Mau kann auch Kohlenstaub, Holzspäne und Kehricht bei» mischen. Der neue Brennstoff, der seiner Billigkeit wegen bald tu unseren Haushaltungen eine Rolle spielen wird, ent­hält mehr als 90 Proceut Brennmaterial uud gibt weniger als 6 Procent Asche bezw. feste Rückstände.

* Sehr zeitgemäß ist so schreibt mau derBolkSztg." eine Ankündigung de»Schmiedes uud Capellmeifters" Otto Ftuschtnger in Haslach (Baden), der in einem Localblatte bekannt giebt:Wegen allzu vieler Festlichkeiten (Hochzeiten, Schäpelhirschen, Morgensnppeu usw.) und der oarauf folgenden KvHenjammer bleibt meine Schmiedewerk- stätte noch für acht Tage geschloffen, was ich dem geehrten Publikum zur allgemeinen Krnntniß bringe."

Hunderttausend Stuck zusammenlegbare Neujahrs- und SratulationSkarteu wurden vor einiger Zeit durch Erkeuntniß des Berliner Landgerichts I. für unsittlich erklärt und des­halb deren Beschlagnahme und Vernichtung, sowie die der sämmtlichen Herstellungsformen und Platten verfügt. Eines der jungen Mädchcn aus der Fabrik, wo die Karten her- gestellt wurden, hatte fich in ihrem S'ttlichkettSgefühl verletzt

gefunden und Anzeige erstattet. Zunächst handelte fich um zehn verschiedene Bilder, von denen je 25,000 Stück angefertigt worden waren. Das Gericht beanstandete hier­von vier Karten und gab die übrigen frei.

Die Bahnsteigkarte. Ein Schalterbeamter der sächsischen StaatSbahu hat fich das Vergnügen gewacht, die Bezeich­nungen auszvschretben, die das Publikum anwendet, wenn es eine Bahnsteigkarte verlangt. Da es schade wäre, wenn diese Bereicherungen de» Wortschatzes der Vergess.vheit anheim­fielen, so seien fie hier festgehalten. ES wurde verlangt: eine Bahnsteigkarte, eine Perronsteigkarte, eine Karte zum Durchgehen, eine KartenauS", ein Biller auf den Bahnhof rauS, eine Einlaßkarte, ein Billet zum Durchgang, ein Bißet auf der Straße naus, eine Karte, daß ich naus kann, ein AuSgangSbillet, ein Perronsteigbillet, ein Groschenbillet zum NauSgehen, ein Biller für den Außenperron, eine Fahrsteig« karte, eine Eintrittskarte, ein Billet in den Lichthof, eine Steigkarte, ein Brllet über die Straße nüber, ein Zehn- pfenniglnllet naus an den Zug, eine Badulperrkarte, eine Sper' karte, rin BahnhofSbillet, eine Perronfahrka te, eine Einsteigkarte, eine Sperronkarte, eine Paisiekarte, rin Billet an den Zug zu gehen, eine Bahnkarte, eine Groschenmarke, eine Bahnsteigsperrkarte.

Ein eigenartiges Standbild Kaiser Friedrichs besitzt die Gemeinde Kaiserswerth a. Rh. Er stellt den un­vergeßlichen Herrscher der 99 Tage in seiner Eigenschaft als Kinderfreund dar. Im Jahre 1885 stattete der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm der alten Stadt, in der einst Heinrich IV. feiner Mutter, der Kaiserin Agnes, von dem grimmen Bischof Anno von Köln geraubt wurde,, einen Besuch ab. Er besichtigte die Gebeine des heiligen Suitbert, des Apostels der Bergischen Lande, erkundigte sich nach der Her­kunft der Medaille mit dem Bilde Gustav Adolf» von Schweden an dem goldenen Schrein, die Christine von Schweden nach ihrem Uebertritt zum KatholictSmuS dem Heiligen ge­stiftet hatte, und kam schließlich bei seinem Randgange durch daS Mutter- uud Stammhaus der über die ganze Welt ver­breiteten Diakonissinnen auch in die Abteilung der Anstalt für Waisenknaben. Der Kaiserfohn war hocherfreut Über da» prächtige Aussehen der mit soldatischen Emblemen ge­schmückten Juvgrn. Einen von ihnen, der besonders treu­herzig dreinichaute, hob er empor, hielt ihn mir ausgestreckten

Armen vor sich hin und fragte den verdutzten Knaben lachend: Nun mein Sohn, wirft Du später auch einmal ein tüchtiger Soldat werden?" Diesen Vorgang hat der Künstler in meisterhafter Vollendung wiedergegebeni Die in gramm Sandstein ausgeführte, überlebensgroße Figur erhebt fich, den Knaben über das Haupt haltend, einen Granitblock al» Unterlage in der idyllischen Umgebung von Kaiserswerth. Kein Tourist, der die Stadt besucht und von ihm hört, ver- säumt es, da» Standbild zu befichtigen, und wer, ohne von der Ex.stenz des KaiierbildeS zu wiffrn, bei seinen Streife­reien unvermuthet ihm gegrnübertrvt, der begrüßt dankbar die sr-U"dNche Grinn'^nna an K'-iier Friedrich.

Landwirthschaftttches.

- Vergleich zwischen Stallmist ««d Per« Guano. Die ,,De.tscht- Landwtrtlffchafls Zeitung" schreibt in ihrer Nummer vom 28. August 1897: _

Zu Winterroggen sind von UQmann auf humosem Sand­boden tn der Nähe von Hamburg vergleichende Düngerversuche über de Wirkung von P-ru-Guano und von Stallmist auvgcfu^'. G ne Parztlle erhielt 3 Ctr. rojtn V^ru-Guano (mit 8/« pCt. Stickstoff, 14 pCt. Phoöphorsänre) und dir andere, ebenfalls /< Hcc-ar grotze Parzelle 120 Ctr. Stallmist.

Erstere lieferte .... 9 Ctr. 70 Pfd. Roggen, l'tztere...... 590

durch Peru Guano mehr . 3 Err. 80 Pfd.

Der Guano kostete 24 Mk. und mochte sich, gegenüber dem höheren Preise des Stallmistes, auch bei den niedrigen Roggeopreiseu recht gut be-ahlt. Dir Qualitöt des nach Düngung mit PcrmGuano e haltenen Roggens war tadellos." _

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Städtischer Arbeitsnachweis Gießen.

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Nrrgevot bet' «rbeitnetzmerr 1 Metolldreber. 1 Spengler, 1 Kranken­wärter, 1 Mfer, 1 Topezirer ob. Polsterer, 1 Maschinenschlosser, 1 Schuhmacher, 1 Schreiner, 2 Herrschaftskuischer, 1 Aufseher, 1 Aushilfskellner, 5 Hausburschen, 2 Laufmädchen, 6 Toglöhner, 2 Köchinnen, 2 Hausmädchen, 2 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 2 Bureaugeülfeu.

Vachs-eaga der rlrbeitgrdrr, 1 Drechsler, 2 Krankenwärter, 1 iücht. Küfer, 1 tücht. Glaser (Rabmenmachrr), 2 iücht- Schlosser, 2 tücht- Schmiede, 1 Rockschneidtr, 2 Schneider für Kleinstücke, 4 Schuhmacher, 4 tücht. Bauschreiner, 1 Fahrbursche, 3 Handlanger, 2 Hausburschen, 1 Gartenarbeiter, 1 Kutscher im Alter von 16 Jahren, 1 tücht Fuhrknecht, 2 Dienstmädchen nach Darmstadt, ^Köch­innen. 6 Dienstmädchen für Küche und Hausarbeit, 1 Bürsachen von 15 Jahren für Ausgänge.

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Vergebung von Bauarbeiten.

Folgende Arbeiten für den Neubau des physikalisch-chemischen Instituts zu Gießen sollen loosweise oder zu­sammen öffentlich vergeben werden:

1. Schreinerarbeit.

Loos 1. 725 qm Buchenriemen in Asphalt und auf Blindboden rc.

Loos 2, 148 eichene Trittstufen und Treppcnsockel, 32 tannene Thuren, 7 äußere eichene Thüren, GlaS- abschlüffe. Verschlüge, 84 qm pitch-pine Riemen rc.

Loos 3. 3 äußere eichene Thüren, 24tanneneThücen, GlaSabschtüffe, tannene Holzdccke, Abortverschläge, Fußsockel rc.

Loos 4. 24 tannene Thüren, GlaS- abschlüsse, Verschlüge, 24 qm Wandvertäfelung, 58 qm Btind- boden, Fußsockel rc.

Loos S. 510 qm pitoh-pine Fuß­böden, 107 qm gewöhnliche Fuß­böden , Fußsockel, 26 tannene Thüren, Glasabschlüsse, 2 äußere eichene Thüren, Verschlüge, Unter- zugSverkleidungen rc.

2. Glaserarbeit.

Loos 1. 134 qm äußere und innere, e-chene, bezw. kieferne Fenster, Verglasungen rc.

! Loos 2. 326 qm äußere und innere, eichene, be,w. kieferne Fenster, Verglasungen rc.

Loos 3. 276 qm äußere und innere, eichene, bezw. kieferne Fenster, Verglasungen rc.

Loos 4. 471 qm äußere, eichene Fenster, Verglasungen rc.

Angebotsunterlagen können von Mittwoch den 23. d. MS. ab bei uns eingesehen und AngebotSformu lare (keine Zeichnungen) zum Selbst­kostenpreis bezogen werden. Bezüglich der Bedingungen für Bewerbung um diese Arbeiten und ihre Ausführung wird auf btn Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 verwiesen.

Angebote sind bis Dienstag den 15. März d. Js., Vormittags 10 Uhr, dem Eröffnungstermine, ver­siegelt mit entsprechender Aufschrift franco einzusenden.

Zuschlagsfrist 3 Wochen.

Gießen, den 18. Februar 1898.

Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten, Gießen.

I. V.: Becker. 1773

| Versteigerungen.

Holzversteigerung im Gießener Stadtwald.

Montag, den 28. Februar 1898, Bormittags 9Va Uhr beginnend, sollen im Fernewald versteigert werden:

159 Kiefern- und Fichtenstämme mit 65,25 fm (hierunter viel für Schreiner und Küfer geeignetes Schnittholz),

14 Kiefern-Derbstangen m. 1,05 km,

26 rm Nadel-Knüppelholz,

9 ,, Stockholz,

1290 Wellen Nadel-Reisig.

Die Zusammenkunft ist an der Strangswiese.

Gießen, 21. Februar 1898.

Großh. Bürgermeisterei Gießen.

Gnauth. 1856

Holzversteigerung.

Im Main;larer Gemeindewald, Districten Schabenberg, Steinrück, Kohl, zwischen den Gräben und Hackenstrauch, sollen nachverzeichnete Holzsortimente versteigert werden:

1. Montag den 28. Februar l. I., Vormittags 9 Uhr:

20 Pappelstämme mit 27, fm, 4 Buchen ,, 2,78

33 Eichen« 25,79

109 Nadel- 41,27

338 Nadel Derbstangen,, 15,22

2. Dienstag den 1. März l. I.,

Vormittags 9 Uhr:

241,2 rm Buchen-, 102 rm Eichen-Scheit; 48 rm Buchen-, 26 rm Eichen, 54 rm Nadel-, 4 rm Aspen - Knüppel; 9400 Buchen-, 1250 Eichen-, 950 Nadel-Wellen; 86 rm Buchen-, 31 rm Eichen-, 3 rm Nad>.l Stöcke.

Die Zusammenkunft ist am ersten Tage bei der Lumdabrücke beim Ort, am zweiten Tage an der Straße nach Treis zu an der Waldecke.

Bemerkt wird, daß sich unter den Eichen schöne reife Eichm befinden und die Pappelstämme sehr schön sind und zuerst zur Versteigerung kommen.

Mainzlar, am 22. Februar 1898. Großh. Bürgermeisterei Mainzlar.

Koch. 1942

Nutzholz-Versteigerung im Gkumlldenmld Volpertshallseu am Mittwoch de« 2. März d. I.' Zusammenkunft Vormittag» 10 Uhr auf der Rheinfelser Straße oben am Wald.

Eichen: 8 Stämme 2. Kl. mit 12,45 fm, 32 Stämme 3. Kl. mit 16,91 fm, 23 Stämme 4. Kl. mit 5,10 fm und 61 rm Nutzholz. Nadel: 62 Stämme 3. und 4. Kl. mit 19,45 fm und 4 rm Nutzholz.

Groß-Rechtenbach, 19. Febr. 1898. 1836 Da» Bürgermeister-Amt.

Nuhhotz-Vcrstkigeruug am Samstag de« 5. März d. I, von Vorm. 9 Uhr ab, im Saale de» Wirthes Kreiling zu Odeuhauseu.

Es ro-rben verkauft: 324 Nadel- Holz-Stämme 190 fm.

Das Holz liegt im Gemeindewald Odenhausen an guter Abfahrt nach den nahe gelegenen Bahnhöfen Lollar und Fronhausen. Eine größere An­zahl Stämme eignet sich zu Schnitt­holz. Kaufliebhaber können ihre An­gebote vor dem Verkauf an den Gemeinde-Vorsteher zu Odenhaufin schriftlich einreichen; sie bleiben dann bis nach dem Verkausstermin an ihre Gebote gebunden.

Krofdorf, den 23. Februar 1898.

Der Bürgermeister:

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