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* Unsere Leser machen wir hiermit darauf aufmerksam, datz bei Frostwetter da- Ausschütten von Wasser auf die Straße, sowie Abflrcßenlaffen desselben au- Häuser« uad Hofraitheu verboten, und die von Vielen vertretene Au- ficht, Oie Polizei müsse das Publikum erst zur Urterlaffung auffordern oder verwarueu, eine irrige ist.
*• Wetterbericht. Der Kern des barometrischen Maximums ist heute nach Central-lsaropa hereiogerückt, während im Nordwestea der britischen Inseln daS Brrometer bereits wieder finkt. Die Depresfioa im Mittelmeer hat fich ver« flacht. Infolge deffeu find auch die Druckunterschiede über dem Alpengebiete geringer geworden. Das Wetter war am Morgen vielfach nebelig. Die Temperaturen find heute er-
— Die Beziehungen zwischen Deutschland und Oesterreich lassen anscheinend noch zu wünschen übcig. Die „Köln. Ztg." meldet zu den Gerüchten über den Rücktritt Thuns: Thun scheine trotz aller parlamentarischen Schlappen, deren Folgen sich selbst in den Beziehungen Oesterreichs zum befreundeten Deutschland zelten, fester denn je rm Sattel zu fitzen. Das sei in mehrfacher Hinsicht nicht erbaulich. Die Anwesenheit Thuns an der Spitze der österreichischen Negierung bilde je länger je mehr eine Gefahr für die auswärtigen Beziehungen des Landes; ob es Oesterreich erwünscht sein könne, eine Aenderung in diesen Be- zrehungen eintreten zu lassen, sei e ne Frage, die nicht nur dre Deuisch.Oesterretcher, sondern auch der besonnene Theil der slaoischen Oesterreicher, vor Allem aber Ungarn, in ver- neinendem Sinne beantworten werden.
— Coloniales. Oberstabsarzt Dr. Labbert, der üUl Veranlassung einer aus dem Dtftrict Omarmu in Deutsch Südwestafrika eingelaufeneu Meldung über den Ausbruch einer Biehkraukheit zur Untersuchung der Kraukheit fich dahin begeben hatte, hat über bereu Elgebniß berichtet. Der Bericht ist, wenn er auch feststellt, daß der Jufectton-stoff der Rinderpest noch im Schutzgebiet vorhanden ist, doch geeignet, Beruhigung zu verbreiten, weil er erkennen läßt, daß tu der Jmpfmethode ein thatsächlich wirksames Mittel gegen die Rinderpest vorhaudeu ist, also Verheerungen wie tm Jahre 1897 Wohl nicht mehr zu befürchten find.
— Ueber die vom Reich geplante Tschadsee-Ex- pedition erfährt man jetzt etwas Genauere- infolge einer Confereuz, welche von einer Commisfion der Deutschen Colonialgesellschaft mit Herrn Mintstertaldirector Dr. von Buchka abgehalteu worden ist. Die Gesellschaft hatte seiner
an den ReichSkarzler eine Eingabe über die Wahrnehmung deutscher Jutereffru tu Ceutralafrika gerichtet und darauf die Antwort erhalten, daß die Entsendung eines consularischen Beamten nach dem Cougogebiet in Aus ficht stand. Da- Antwortschreiben hielt es für geboten, zunächst die Erfolge und Berichte der Congo-Sanga-Expeditiou abzu- warten, bevor über ein ähnliches Vorgehen auf dem Niger- Venus Entschließungen getroffen würden. Nicht-destoweuiger beschloß der Ausschuß etue Commission etuzusetzeu, um die Comiteebildung vorzubereiten und mit de« Auswärtigen Amt in Berhaudluogen zu treten. In der Conferenz nun theilte Herr von Bnchka zunächst mit, daß für eine cousularische Vertretung im Cougogebiet gesorgt worden und die amtliche Cougo-Sanga-Expedilioo bereit- auf dem Wege zum Sanaa sei. Eine Expedition nach dem Tschadsee sei aber zur Zeit nicht ausführbar, man müffe fich vielmehr vorläufig darauf beschrällken, eine Expedition nach Garua am Venus zu ent- seudeu, dort einen Mtlitärpostev und eine Zollstatiou zu errichten und mit Rabah nach und nach eiueu friedlichen Verkehr auzubahaen. Die Ausführung sei — wie die »Deutsche Colouialzeituug" berichtet — so gedacht, daß eine Regieruugs- expeditiou in Verbindung mit einer durch die Firma C. Woer- "auu ausgerüsteten Haudelsexpeditioa auf dem Niger und Beuus nach Garua entsandt werd. Dadurch werde die Ent- feuduog einer Privatrxpeditiou überflüsstg. Die Commisfion schlug dem Ausschuß vor, von der Bildung eine- Comttres zur Eatsenduug einer HaudelSrxpedition in das Hinterland von Kamerun Abstand zu nehmen und die für eine deutsche Cougo Benn«,Tschadsee«Expedition vom Vorstand brwilligte Beihilfe von 25000 Mark der Colonialabthetlung für die von ihr zu entsendende Niger-Beuue Expedition zur Verfügung zu stellen, sowie schließlich ein Comitre zu wählen, das dem Director der Colontalabtheiluug tu allen die Expedition betreffenden wichtigen Fragen mit berathender Stimme zur
steht' Der Ausschuß wählte tu den Brirath den ge- schästsführeuden Bicepräfideuteu Sachse, Graf Schweinitz und Cousul Vohsen.
o bedauerlicher, als die Regierung bet diese« Vorgehen nur die Zustimmung vereinzelter reaetionärer Blätter findet. Wir möchten dabet noch einen Paukt hervorhebev. Es ist wiederholt vorg'kommeu, daß Landräthe zum Schaden der nationalen Sache tu bedrohten Bezirken in schroffer Weife gemeiuschäd- Uche und zersetzende Bestrebungen des Bunde» der Landwirthe tm Gegensatz zur RrgieruogSpolttik verfochten haben. Wir haben aber nie gehört, daß dteseu Herren ein Haar gekrümmt worden ist,- und doch handelt eS fich hier um abhängige politische Beamte, von denen man mit Fug uod Recht er- warten darf, daß fie z. B. einer nationalen Partei, die orgeu die Welsen im Felde steht, nicht in den Rücken fallen. Die zärtliche Rückficht auf die ostelbtscheu Agrarier geht aber so weit, daß mau diesen Herren, denen ihr Amt doch ganz besonders politische Rücksichten auferlegt, nicht ernstlich un- bfqukm wird. Ein Profeffor, der vor Allem eine Meinung und nebenher ein Amt hat, muß fich dagegen naturgemäß politisch freier bewegen können, ja, er hat sogar das Recht, temperamentvoll gründlich daneben zu hauen. In dem breiten Strom des öffentlichen Lebens reguliren sich diese Dinge von selber.
Paris, 22. Drcember. Die Meldungen verschiedener Blätter, wonach infolge des letzten Miutsterraths das geheime Dossier bereit- dem Caffationshof ausgeliefert worden sei, werden von der „Aurore" bestätigt. Der Krieg-Minister selbst habe in den Waudelgängen de- Senats eine dahin- gehende Erklärung abgegeben.
scheureuthrr-München. Auch hat «. Rirper-München die Ausstellung wieder m t zwei kleinen Bildern besch ckt „In tausend Nöthen" und „Lustige Erlebnisse". Die beiden Stücke von F. Beinke-Düsseldorf „Rutschparthie" und „Landpartie" vervollständigen mit Anderen die Serie Genrebilder. Die Land- schast ist auch recht vortheilhafl vrrtreteu, sonderlich gefallen »Bauernhof au der Mosel" von N. ASduttu-Boppard a. Rh., „Almen bei Toelz" von C. le Frubure-Toelz, „I« Wetmart- Men Park" von M. v. Frehrag. Lörtoghoven, sowie zwei Bilder von A. LeuMünchen „Norwegischer Fjord" und „Hof ®*rl Unter ben bon ®- Gteseke-Kiel ausgestellten fiud „Abevdstimmung an der Molde", „Schwedisches Fischerdorf" uud der „Hafen zu Korubeck" sehr schön. Wohlgelungeue, stimmungsvolle „Landschaften" (Aquarelle), Motive au» der Umgebung von Gießen, hat W. Barthel-Düsseldorf ausgestellt. Wetter sollen nicht unerwähut bleiben W. Kaoll's Frankfurt a. M. „Seeräuberschloß au der dalmatischru Küste" und A. Ziegen- maher'S-Fravksurt a. M. „Fuchsbild" uud „Pointer". Auch der durch seine Gemälde tm hiesigen Kanstveretn geschätzte C. Malt München ist mit einem Bilde „Dorfleben" vertreten, das tudeß weniger anspricht. Von dm ausgestellten Blumen- stücken seien noch erwähnt H. Lehuert'-.Berliu -Poppte-" uud C. Rose'S-Berlin „Flieder". Weiter ist unter Anderem auch ein gut auSgeführte- „Porträt" (Photographie) von C. Zimmer-Gießen au-gestellt.
• Kanstvereiu. Bei der vorgestern Nachmittag in Darmstadt stattgehabteu Verloofung des Kunstveretns find von den 62 Gewinnen die folgenden auf in Gteßeu wohnende Mitglieder gefallen: 1) Oelgemälde und Aquarelle: »Motiv auS der Gegeud boj München" von PH. Roeth, München, Gewinner: Rentner Georg Heß. „Mondaufga.g" von Louis Boller, f, Gew.: BergJngentenr Bausa. „In der Küche" von Rtch. Hoelscher, Darmstadt, G.w : Haupt« mann Müller. „Landschaft" von Fritz Wacherer, Fravk- urt a. M., Gew.: Amtsrichter Wiener. „Straße in Siena" von Kar! Boß, München, Gew.: Stadtgemeinde Gtißen. — 2) Farbendruck, Radierungen uud Prachtwerke: „Thoma-Mappe" 14 Blatt, Gew.: Verlagsbuchhäudler Alfr. Töpelmaou. „Nach der Natur", Prachtwerk, Gew : Fabrikant Adolf Zurbuch. „Münchener BeretuSblatt", Gew.: Stadt- baumeifter Schmandt, Fabrikant Louis Scheid, Hotelier Justus Lenz, Fabrikant Cohn, Rechtsanwalt Mctz, Dr. Schwartzmauu. Nach Darmstadt fielen 34, nach Gießen 13, nach Offenbach 6, nach WormS 5 uud nach Mainz 4 Gewinne.
• * Neujahrsbriefe. W r haben schon häufig darauf aufmerksam gemacht, daß es zur Sicherung einer schnelle» Beförderung und Bestellung der Postsendungen, namentlich zur Neujahrszeit, von größter Wichtig- keit ist, wenn der Bestimmungsort auf den Postsendungen möglichst deutlich unten recht- in der Ecke mit großen lateinischen Buchstaben vermerkt, und unterhalb dieser Angaben außerdem die Wohnung der Empfänger recht genau, d. h. nach Straße, Hau-uuwmer uub Lage — ob eine oder zwei Treppen rc. — niedergeschriebe» toirö. Aus der Aufschrift muß auch die Lage de- Bestimmungsortes, namentlich bet weniger bekannten Orten, unzweifelhaft hervorgehrn. Za derartigen Bezeichnungen eignet fich die Angabe des S'.aateS und bei größeren Staaten des politischen Bezirks (Provinz, Regierungsbezirk) oder auch die Angabe von größeren Flüssen („au der Oder", „au der E^be", „am Rhein", „am Main" rc) oder von Gebirgen („am Harz", „tm Odenwald" rc.). Ncht minder find zusätzliche Bezeichnungen, wie „in Thüringen", „in der Altmark", „im R)eingau" re. für den Zweck geeignet. — Bei Post, sendungeu nach Ortschaften ohne Postaustalt ist auf der Adresse außer dem eigentlichen Bestimmungsorte noch die Bestell-Postanflalt auzugeben. Gibt es mit dem Vestirnmungs« orte gleich oder ähnlich lantevde Postorte, so ist dem Ortsnamen eine zusätzliche Bezeichnung betzusügea. Ein Berzeichniß der gleichnamtgrn oder ähnlich lautenden Postorte kann zum Preise von 15 Pfg. bei jeder Retchs.Postanstalt bezogen werden. Liegt der Bestimmungsort einer Postsendung in einem fremden Postgebtet, so ist bei den weniger bekannten Orten auch das Land oder der Landes» theil auf der Adresse anzugeben. Bei Briefen nach Berlin ist, außer der Wohnung des Adressaten, der Postbezirk (N.t N.-O. re.), in dem die Wohnung fich befindet, auf der Adresse hinter der OrtSbezeichvuug „Berlin" zu vermerken. Die genaue Beachtung dieser Punkte trägt zu einer beschleunigten Beförderung der Postsendungen wesentlich bei und liegt daher in erster Linie im eigenen Interesse der Absender. — Schließlich wollen wir, um nochmals auf ben Neujahrs- Verkehr -urückzukommeu, nicht unterlassen, den Absendern vo» Neujahrsbriefen den möglichst frühzeitigen Ankauf der erforderlichen Freimarken uud die Absendung der Neujahrsbrtefe nach auswärts einige Tage vor Neu- jahr dringend ans Herz zu legen. Denn erfahrungsgemäß ist der «adraug an den Postschaltern am 81. Decrmber ein fo ungeheurer, daß es trotz der umfassendsten Vorkehrungm der Postbehörde oft nicht zu vermeiden ist, wenn an diese» Tagen Stockungen am Schalter eintreten. Wer also znr Erlangung seiner Freimarken nicht längere Zett am Schalter stehen will, was gerade nicht zu den Annehmlichkeiten gehört , der mache seine E nkäufe schon einige Tage vor Jahresschluß.
ArsrUnsd.
Wien, 22. Dicewber. Der Zar dankte dem Kaiser Franz Josef in einem sehr herzlich gehaltenen Telegramm ™ h“!1? bcn Botschafter Grafen Kapnist persönlich
Lbermittrllkn Glückwünsche zum Namenstage.
.. ®tctm6ir- Da, Ab,-ordnet,nhau«
bef<4Io§ mit 158 gegen 84 St!nnoen, daß d!e Weihnacht», serten ma-tzell beginnen und nur bi» ,nm 27. d»., Bor. mittapik 11 Uhr dauern sollen.
Trieft, 22. December. Im astatischen Meere herrscht ä'2'1' "'N»"cht mit Schneetreiben. De, SchifffahrtS'Berkehr ist gehemmt.
Paris, 22. Deeember. Das Jahr 1898 wird nach einer Mitthetlunz des Finan-ministers P eh trat mit einem Haus- Halts-Ueberschuß von 60 Millionen Francs endigen.
Paris, 22. Deeember. Der Cassationshof wird heute den Ministerpräfidenten Dupuh verhören.
Locales rsnd ^provinzielles.
Gießen, den 23. Deeember 1898.
Ruhestand,Versetzung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 21. Deeember den Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Bad Nauheim, Geheimen Justizrath Michael Bauer, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. Januar 1899 an, in den Ruhestand zu versetzen.
•• Auszeichnung. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, am 16 November de« Gärtner Johann Zeiträger in Weisenau da- Allge- meine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Arbeit" zu verleihen.
•• Oeffentliche Bücher- und Lesehalle. Wir machen auch an dieser Stelle nochmals darauf aufmerksam, daß fämmt- liche Räume der Lesehalle am SamStag den 24. uud ©amfitag den 31. Deeember geschlossen find. Dagegen !?^a6A8efeitmm,r on b,n drei Feiertagen Nachmittags von 3 bis 9 Uhr geöffnet. Bücher werden auch am Montag den 26. d. Mts. und Montag den 2. Januar 1899 nicht ausgeaeben.
" Kunstverein. Die Gemälde-Ausstellung im Thurmhaus am Brand hat — wie schon kurz erwähnt — in der vorigen Woche eine vollständige Erneuerung erfahren: unter den nahezu 90 ausgestellten Bildern befinden fich auch die,«al wieder eine Anzahl sehr beachtenswerther. Bon den Gemälden nennen wir vorerst dasjenige von A. Schnlze-Bonn „Des Müllers Kind", sowie zwei „Genrebilder" von A. Hut-
Paris, 22 December. In der Kammer wurden heute die vom Krieg-Minister geforderten 67 Millionen Franc- zur Ausbesserung des Kriegsmaterial- bewilligt.
Pari«, 22. December. General Zurliuden läßt die Meldung dewentireu, daß er einen Neffen habe, der in der deutschen Armee al- Offizier diene.
Amiens, 22. Drcember. Eine ganze Anzahl hoher Persönlichkeiten des Departements Somme beabsichtigt, den General Mercier aufzufordern, seine Caudidatur für den durch den Tod de- Senators Dauphin erledigten Senatsfitz aufzustellen.
London, 22. December. Der Petersburger Correspondent der „Daily Mail" erklärt, er halte trotz aller Dementi seine Meldung über die demnächstige Vermehrung der russischen Flotte aufrecht, ebenso daß die Summe, welche hier verwendet werden soll, 200 Millionen Rubel betrage.
Madrid, 22. December. Nach aus Tanger hier ein- getroffenen Depeschen leidet der Sultan von Marokko an «umpffieber. Sein Zustand soll hoff ungslos sein.
Liebig-Museum und Bahnhofs-Umbau in Gießen.
Der in N-. 299 dieses Blattes abgedruckte Artikel der „Chcm kerzettung" über das L ebig-Laboratorium in Gießen au» welchem ein Liebig-Museum werden soll, nimmt in feinem Schluß Bezug auf das von uns vertretene Projekt einer neuen Bahnhofsanlage und sagt sehr richtig: „Die an Stells dieses und anderer anliegender Gebäude projrktirteu gärtnerischen Anlagen werden sicherlich dem historischen Bau seinen Platz auch weiterhin gönnen. Bei richtiger Ausführung ließe fich auch mit dem unscheinbaren Gebäude de- Liebig- Laboratoriums eine effektvolle Wirkung erzielen."
Unter Weiterführung dieses uns völlig einleuchtenden Gedankens bemerken wir Folgendes:
Daß „Ltebig-Laboratorium" ist der westliche Flügel der z. Z. als Klinik benützten alten Kaserne, und stellt in seinem vorverea mit Säulen auSgestatteten und dadurch architektonisch verwerthbarm Theil äußerlich eine Art Militär-Wache dar, welcher auf der östlichen Seite das jetzt als Ohreuklintk verwendete Stück der Kaserne entlpetcht. Das Liebig Labora^ torium wirkt also zur Zeit lediglich al» Bestaudtheil des massiven Kasernenbaue- uud kann bei dieser Art der Gliederung unmöglich ein „Liebig-Museum" als selbstständiges Gebilde werden.
Wird dagegen, wie es in dem Gießener Eisenbahu- Projekt geplant ist, die alte Kaserne incl. des östlichen Flügel» (jetzt Ohreakltnik) ganz abgetragen und da» entsprechende Terrain in den StadtbebauungSplan eingezogen, so könnte der vordere Theil des westlichen Flügels mit seiner Arkade („Liebig-L-boratorium") tharlächltch genug archttek- tonische Selbstständigkeit bekommen, um als Hülle eines Museum« zu dienen. Wir denken un- hinter dieser Arkade einen größeren Gaal der die Er- iunerungen au den großen Chemiker aufnehmen könnte. Bei Beibehaltung der jetzigen Raumrinthrilung ist eine Übersicht- liche Anordnung der betreffenden Dinge ausgeschlossen. Zudem stellt dieselbe in Folge vielfacher anderer Verwendung eine sehr modificierte htstorssche Wirklichkeit dar.
Drukt man fich die jetzige Arcade erhalten und dahinter einen großen Museumssaal, so fügt fich dieses Gebilde tu der That ausgezeichnet in den neulich dargelegten Plan ein, da die davor gedachte Anlage nach Beseitigung des alten Gefängnisses und deS jetzigen Hauptsteurramtes der historischen Stätte nur zu Gute kommen könnte.
Wir betonen also, daß die Beseitigung der alten Kaserne mit Ausnahme des speciell auf Liebig bezüglichen uud dabei archtt-ctonifch verwerthbaren Thetles vorauSsetzuug zur Ausgestaltung des Liebig- Laboratoriums zu einem Liebig-Museum ist.
Diesem dürfte daS Interesse uud die Mitwirkung weiter Kreise der wissenschaftlichen Welt, speciell auS dem Gebiet der chemischen Wiffeuschasten nicht fehlen. P, g.


