des Steges schwierig sein — unter Umständen werden wenige Stimmen den Ausschlag geben.
Mainz, 22. Juni. Gleich der uationalliberalen Partei haben auch die hiesigen Deutschfreifinuigen jetzt beschloffeu, bei der bevorstehenden Stichwahl ihre Stimmen auf den LentrumScandtdaten Dr. Schmitt zu vereinigen. Die Deutschfreisinuigeu haben diesen Beschluß indeß von der Be- diuguug abhängig gemacht, daß die CeutrumSpartei in Wiesbaden officiell für den dortigen deutschfreisiouigen Candidatev Wiotermaher eiutritt. Im Laufe des heutigen vormittags ist eine diesbezüglich zustimmende Erklärung Seitens des Wahlvorstandes der LentrumSpartei in Wiesbaden bereits hier angelangt. Der heute zur Veröffentlichung gelangte Wahlaufruf der uationalliberalen Parteileitung zu Gunsten de- EeutrumScandidateu Dr. Schmitt fordert zur energischen Uaterstützung des genannten Candidatev auf unter der besonderen Betonung, daß Dr. Schmitt die bündige Erklärung abgegeben habe, in der nächsten Legislaturperiode für da- Ouiuqarnat d. h. für die gesetzliche Festlegung unserer bestehenden Heere-stärke auf weitere fünf Jahre etnzutreteu.
Locales unt provinzielles.
Gießen, 23. Juni 1898.
•• Empfang. Seine Königliche Hoheit der Groß- Herzog sempfingen am 22. Juni den Generalmajor Frei« Herrn v. Buddenbrock-Hetter-dorf, Commaudeur der 50. Infanterie-Brigade, den Generalmajor v. Winterfeld, Commaudeur der 25. Cavallerie Brigade, den Oberst Frhrn. v. Hoiuingeu, gen. Huene, Commaudeur des Leibgarde- Regiments Nr. 115, den Oberst v. Beck, Csmmandeur des Feld - Artillerie - Regiments Nr. 25 , den Gymnasiallehrer Hatte«er von Worms, den Forstaifisteoteu Schlich von Romrod, den Seeoudlieuteoant Schenck vom Infanterie- Regiment Nr. 117, den Rechtsanwalt Dr. Oppenheim von Mainz, die Frau Pfarrer Knispel von Darmstadt, den Gymnasiallehrer Dr. Dtngeldeh von Offenbach, den Gymnasiallehrer Dr. Heraeus von Offenbach, den Gymnasiallehrer Dr. Schrohe von Bensheim, den KreiSamtmauu Dr. Kratz von Darmstadt, den Hauptmann Roethig vom Infanterie-Regiment Nr. 168; zum Vortrag den Staats- mroister Finger, den Präsidenten des Ministeriums der Justiz Dr, Dittmar, den CabtnetSrath Röm Held.
•• Ernannt wurde am 18. Juni der FußgenSdarm Friedrich Richtberg tu Seligenstadt zum AmtSgerichrSdiener am Amtsgericht Orteuberg mit Wirkung vom Tage feines Dienstantritts an.
** Oeffeutliche Anerkennung einer edle» Thal. Dem Zimmermetster Georg Wenzky zu Mainz wurde in Anerkennung der von ihm mit Muth und Entfchloffenheit, sowie unter eigener Lebensgefahr auSgesührten Rettung des Tobias LathowuS daselbst vom Tode des Ertrinkens die Rettungsmedaille verliehen.
*• Neue Handelskammer. Die Errichtung einer Handelskammer, welche aus 9 Mitgliedern bestehen soll, für die Stadt und den Kreis Friedberg wurde genehmigt.
*• Zur gestrigen Notiz über das Heim des Vereins hessischer Lehrerinnen in Darmstadt tragen wir ergänzend nach: Seinen ordentlichen Mitgliedern möchte der Verein Autheil geben au der Freude der Etuweihuug, und der Vorstand ladet dieselbeo von Darmstadt und auswärts hierdurch auf Sonntag den 26. d. M., Nachmittags, ins Heim ein zu einem gemeinschaftlicheu Kaffee.
** Wähler-Versammlung. Die vom sozial-demokratischen Wahlcomitü auf gestern Abend etnberufene Versammlung war stark besucht. Der Redner des AbeudS, ReichStagSabgeordueter Ulrich-Offenbach, forderte eindringlich zur Wahl des sozialdemokratischen Candtdateu Scheidemann auf, seinen Gegner, den bisherigen Abgeordneten Köhler, als einen unbewußt im Fahrwaffer der Agrarier und Junker sich bewegenden und auch sonst reactionäreu Bestrebungen huldigenden Candtdateu hinstelleud. Besonders eingehend besprach Herr Ulrich au der Haud eines von der Partei Köhler verbreiteteo Flugblattes die Getreidezölle, die Militär- und Mariueforderuugen, die Reichtschulden und wendete sich schließlich zu den seiner Partei gemachten Vorwürfen der VaterlaudS- und ReltgiouSlofigkett, sowie die Bestrebungen auf Abschaffung deS EigeuthumS und der Ehe. Nach Herrn Ulrich sprach Herr Krumm. Seine Ausführungen wendeten sich u. A. gegen den Borwurf, daß seine Partei im Wahlkampfe unanständig sich verhalten und sich in persönlichen Beleidigungen der Gegner ergangen habe. Seiner Aufforderung an die Gegner, sich zum Wort zu melden, wurde nicht entsprochen.
* 6. LandeSversammlung bei Hessischen FechtveretnS Waisenschutz. Am kommenden Sonntag findet hlerselbst in StetuS Saalbau die 6. LandeSversammlung deS Hessischen FechtvereinS statt. Die Berathuugeu, welche öffentlich find, beginnen Vormittags um 11 Uhr. Jedermann, welcher sich für die humanen Bestrebungen des VeretoS, welcher im ganzen Großherzogthum verbreitet ist, interesfirt, ist während der verhandlungeu gern gesehener Gast. Nach der gemeinsamen Mittagstafel der Mitglieder des Vereins findet zu Ehren der Delegierten per Sommerwagru ein Ausflug über das Etabliffe- ment Windhof nach dem Gleiberg statt. Am Abend ist in Steins Garten Conccrt, Feuerwerk und Ball vorgesehen, woran ebenfalls N chtmitglieder des Vereins theilnehmrn können.
•* Die neuen Seitengewehre für die Fahnenträger find eben zur Ausgabe gelangt. Die neue Waffe, die etwa dreiviertel Länge des Infam« rie-OffizierdegenS hat und etwas breiter ist, wird in einer Lederscheide mit metallenen Ort- bändern getragen. Am Kopf befindet sich der Griff deS OffizterdegenS mit dem Kaiserlichen Wappen. Analog den Seitengewehren steckt dieser neue Sabel in einer Säbeltasche, die an dem ledernen Ueberschnallkoppel befestigt ist.
•• 21. Fleischer-BerbaudStag. Zum 21. Deutschen Fleischer-verbaudStag tu Hannover, welcher gegenwärtig tagt, wurde von Setten der htefigen Fletscher-Jnnuug
Herr Obermeister Ptrr als Deputirter entsandt. Derselbe hat auf Antrag des Bezirk-Verein- Hessen-Nassau das Referat „Herbeiführung einer DeclarattouSpfltcht für ausländische Fleischwaaren" übernommen.
** Achtung, Kirschkerne! Die Zeit des Kernobstes ist wieder herangerückt und damit auch jene gefährliche Zeit für den friedlichen Spaziergänger auf der Straße, dem Schritt für Schritt tückische Gefahren in Form unschuldiger Obstreste drohen. Die Lieblingsbeschäftigung vieler Leute ist es, iw Gehen Obst zu verspeisen. Natürlich bedenkt keiner derselben , daß weggeworfene Kirschen oder nur Kerne eine Unsicherheit der Bürgersteige Hervorrufen. Wie ost fieht man Personen ohne jede Veravlaffung auf der Straße entgleiten und sich in einzelnen Fällen schmerzhafte Verletzungen zuziehen. Bet näherer Untersuchung des Unfalles stellt eS sich nicht selten heraus, daß ein Kirschkern die Schuld trug. Da derartige Unfälle selbst den Kirscheneffern pasfiren können, sollte man doch wirklich mit dem Wegwerfen der Steine etwas vorfichtiger umgehen oder dies überhaupt unterlaffen.
•* Erledigte Lehrerstellen. Erledigt find: Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an der Geweindeschnle zu Allmenrod; mit der Stelle ist Organisten- und Leetorendtenst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Wallbach. Dem Herrn Fürsten zu Löwenstein Wertheim- Rosenberg und dem Herrn Herrn Grafen zu Erbach Schönberg steht das Präsentationsrecht zu derselben zu. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bürgrl; mit der Stelle kann Organisten- dienst verbunden werden. Eine mit einem evangel. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Burkhardsfelden; mit der Stelle ist Organisten- und Lectoren- dienst verbunden. Eine mit einem katholischen Lehrer zu bebesetzende Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Hirschhorn. Sammtlich mit dem gesetzlichen, nach dem Dienst - alter sich bemeffenden Gehalte.
D Bad-Rauheim, 22. Juni. Auf Veranstaltung der Frau SanüätSrath Dr. Müller dahier findet nächsten Samstag Abend 6V2 Uhr im Concertsaale des Kurhauses ein WohlthätigkeitSconcert zum Besten der hier zu erbauenden evangelischen DankeSkirche und eines Vereins für Pflege von Kranken jeglichen Glaubens statt, zu dem hiermit bestens eingeladen wird. Die mitwirkenden künstlerischen Kräfte find theils von hier, thetlS von auswärts. Ein Prolog, gesprochen von Frl. Life Waldau, und ein lebendes Bild gehen voraus.
Mainz, 22. Juni. Die Oberpostdirection in Darmstadt hat an die hiesige Handelskammer die Mittheilung gelangen lasten, daß die Zulassung bei Fernsprech-verkehrS zwischen Mainz, Würzburg, Bamberg, Nürnberg und München bei dem Reichspostamt beantragt worden sei. Eine Entscheidung sei bald zu erwarten.
Ans ter Seit für die Seit
Vor 39 Jahren am 24. Juni 1859, wurden die Oesterreicher in der Schlacht von Solferino von den Franzosen und Sardiniern trotz der heldenmüthigsten Gegenwehr geschlagen. Die Oesterreicher hatten einen Verlust von 13000 Tobten und Verwundeten zu beklagen und mußten 9000 Gefangene in den Händen der Feinde lasten.
Vermischtes.
• Unter fast romanhaften Umstanden ist am Samstag die Tags zuvor vou Memel nach Bremen in See gegangene holländische Tjalk „Margaretha", Capitän KrasfiS, am Ostseestrande bei Karkelbeck gestrandet. Bald nach dem verlassen deS Hafen! begann der Capitiio, wie das „Memeler Dampfboot" berichtet, wilde Reden za führen, sodaß die außer ihm nur noch ans zwei Mann, dem Steuermann und dem Koch bestehende Besatzung zu der Ueberzeugung kam, der Capitän sei wahnsinnig. Sie schloffen ihn daher in her Cajüte ein, und der Steuermann richtete, da er auf seiner ersten Seereise, und der Navigation wenig kundig war, den Kurs nach Memel zurück. Inzwischen sprengte der Capitän die Cajütenthüre, bemächtigte sich mit Gewalt deS Ruders, steuerte auf das Land zu und befahl gleichzeitig den Leuten, daS Schiffsboot klar zu machen. Während dieser Befehl auSgefÜhrt wurde, sprang der Capitän KrasfiS über Bord. Bei der starken Brandung war an eine Rettung nicht zu denken; KrasfiS ist daher ertrunken. Unmittelbar darauf strandete daS Schiff. Die beiden Leute retteten sich zu Boot an Land.
* Heiteres vou den Wahlen. Aul Baden erzählt die „Straßburger Post" folgende! Stückchen von der Reichstag-wähl. Hatte da ein alter Herr einen alten Hausknecht, beide wahlberechtigt und berufen, am 16. d. MtS. durch Abgabe ihrer Stimmzettel dem deutschen Reiche einen Abgeordneten in den Reichstag zu schaffen. „fcöre, Johann", sagte der Herr, „was für einen Wahlzettel wirst denn Du abgebe, zeige mir ihn mal". — „Hier, Herr, ist er", sagte Johann und zeigte freimüthig seinen Zettel mit dem Namen deS regierungsfeindlichen Candidaten. — „Aber Johann", sagte der Herr, „was fällt Dir denn ein, das ist ja der rechte Zettel nicht, der ist ja falsch, hier nimm diesen, da« ist der rechte Wahlzettel". — Und er gab ihm einen Zettel mit dem Namen des ©egencanbibaten. Nach her Wahl fragte ber Herr ben Johann, ob er gewählt und den erhaltenen Wahlzettel abgegeben habe. „Freili, freili", sagte Johann erfreut, feinem Herrn einen Gefallen erwiesen zu haben. — „WaS hast Du aber mit dem falschen Stimmzettel gemacht?' fragte er weiter. — Und mit klassischer Ruhe und schlau lächelnder Miene sagte Johann: „Mit dem hab ich be! Darmstädter HoswirthS Hausknecht ang'schmiert!" — Ferner wird berichtet: Ein ParlamentS-Candidat, der soeben eine langatmige Rede vom Stapel läßt, ruft
| pathetisch au«: „Ja, meine Herren, ich gehe noch einte Schritt weiter!" . . . Damit trat ber Kurzsichtige in \ feinem Enthusiasmus Über ben Raub ber fRebnertribim I hinaus unb fiel zwischen bie unten sitzenben Reporter.
• All Wahlkariosnw sei witgetheilt, baß in Hübe«, heim Oberbürgermeister Biro cf mann nicht wählen konnte, weil sein Name nicht in der Wahlliste stand.
' Hnmoristisches von der Wahl. In Elberfeld nm- faßte ein Wahlbezirk die Hopsen-, Malz-, Gersten-, Nene Gersten- und GambrinuSstraße. Der Brauereibefitzer Gesen- berg war Wahlvorsteher. Ein bierehrlicher Wahlbezirk! - „Alles ist eitel unb ein Haschen nach Winb", sagte König Salomo, al! er bie Frenben bieses Dasein! nicht mehr gr- nießen konnte. Unsere p-litische Zersplitterung hat einen bibelkundigen Wähler im Kreise Oberbarnim auf einen ähnlichen Gedanken gebracht. In eine Wahlurne warf er einen Stimmzettel mit folgender Aufschrift: „JesaiaS 41, 24. Dieser BerS lautet: Siehe, Ihr seid nicht«, und Euer Thun ist nichts, unb Euch zu wählen ist ein Greuel." — Ans Brüssel schreibt man: Die französische Presse Belgien« befinbet sich in einer rührenben Unkenntniß ber deutschen politischen Zustänbe. Die ReichStagSwahlen haben bal wieder einmal recht deutlich gezeigt. Infolge eine! verstümmel: eingetroffenen Telegramms meldete ein große! liberale« Blatt, daß in drei Berliner Wahlkreisen ber Sozialist M. greif in mit einem anberen Sozialisten in bie Stichwahl komme. Ein anderes ebenfalls liberales Blatt macht sich über diese Unwiffenheit lustig unb melbet, baß in Berlin die Sozialisten mit ber clerical konservativen Union in bie Stichwahl kämen unb ein sozialistische! Blatt enblich erfährt, bafc Engen Richter über bie sozialistischen Erfolge entsetzt feinen Berliner Freunden empfohlen habe, für die Conservativen zu stimmen. — Die „Eibinger Zeitung" schreibt: „Auch die Chinesen, welche sich in Elbing aufhalten, wollten sich an der Reichstagswahl betheiligen. Bald nach Eröffnung be« Wahlaktes erschien Capitän Lew Buah im Wahllokale bei vierten Bezirke! mit einem ordnungsmäßig zusammengefalteten Zettel in ber Hand. Wahrscheinlich glaubte er dadurch eine ehrende Kundgebung für den Kaiser zu bewirken; mit welchem Parteistimmzettel er bie« zu thun gebuchte, konnten wir nicht erfahren, ba Lew Buah, wie gejagt, seinen Zettel hübsch zu- fammengefaltet hatte, wie e« ba« burch Gesetz vorgeschriebene Wahlgeheimniß verlangt. Der Wahlvorsteher konnte dem verlangen be« Sohne« be« himmlischen Reiche« nicht entsprechen, suchte ihm vielmehr klar zu machen, baß da« Wahlrecht zum Deutschen Reichstage nur deutschen Reich«bÜrgern zusteht.
* Wahlscherz Für ben Bezirk Naumburg-Weißenfels- Zeitz ist als (Sanbibat ber bereinigten Ordnungsparteien der Rittergutsbesitzer Dippe-Plotha vorgeschlagen. Ein braver Wähler deS Badeorte« Kosen wählt nun wörtlich wie folgt: „Rittergutsbesitzer Dippe-Plotha meinetwegen, alleine unser Kaiser ist mich lieber, ich stimme vor
Kaiser Wilhelm denn wenn ber nicht will, wirb« boch nischt."
* Die Kunst, eine Wette zu gewinnen. Ein von ben Engländern in Galcutta leidenschaftlich betriebener Sport sind Wetten auf Regen. Die Spieler versammeln sich an einer Cisterne unb machen bie Frage, ob biefe durch dco nächsten Regen gefüllt werben wirb, zum Gegenstanb ihrer Wetten. Auf bem Dache be« Hauses, bei bem sich dir Cisterne befindet, ist ein ObseroationSthurm errichtet, in d-m sich stets einige Leute aufhalten, bie gegen einen Lohn voo 300 bi« 400 Rupien ben Horizont beobachten unb von aus- steigenden Regenwolken sofort Meldung machen. Je nach ben Angaben dieser Beobachter, die von ben Spielern sorgfältig notirt werben, schwankt bie Höhe ber Einsätze. Meisten« wagen biejenigen Spieler, bie auf ba« Leerbleiben der Cisterne wetten, höhere Beträge al« ihre Gegner, die ja auch gewöhnlich weniger Chancen für sich haben; selbst in ber regenreichsten Zeit fiab Wetten von 75 gegen 1 keine Seltenheit. Ost werden ganze vermögen verspielt oder gewonnen. So hatte im vorigen Jahre ein höherer Colonialbeamter da« Glück, mit einem Schlage 75,000 Rupien (ungefähr 144,000 Mk.) zu gewinnen. Gr hatte sich allerdings auch in sorgfältigster Weise auf feine Wette vorbereitet. Seine Agenten in llluberia, Burdwam unb anderen in ber Nähe CalcuttaS gelegenen Stäbte hatte er beauftragt, auf jebe Veränderung be« Wetter« zu achten unb ihm von einem heranziehenben Gewitter sogleich Mittheilung zu machen. Eine« Tage! erhielt er von einem dieser Agenten ein Telegramm, baß soeben ein Gewitter über Burdwa« nach Calcutta zu gezogen sei. Sofort wettete er auf Regen, er wettete 1000 Rupien, und ba ber H mmel in Calcutta noch völlig unbewölkt war, fand sich eia Partner, der 75,000 Rupien dagegen fetzte. Zwei Stunden später brad da« Gewitter über Calcutta au«, die Cisterne füllte sich und der vorsichtige Mann hatte seine Wette glänzend gewonnen.
* Neber ben gegenwärtigen Stand bei deutschen Sprachunterricht« in ben Bereinigten Staaten hat ein Ausschuß be« beutsch-amerikanischen Lehrerbunbe! einen interessanten Bericht erstattet. Darnach beteiligten sich am beut» scheu Unterricht in 93 Universitäten 14 698 Schüler, in 739 öffentlichen Hochschulen 45 670, in 143 öffentlichen Volksschulen 231 673, in 1046 katholischen Schulen 193 627, in 1531 lutherischen Schulen 185 934, in 536 evangelischen Schulen 19 880, in 871 Privat, Volk«- unb Mittelschulen 18 690, im Ganzen in 4946 Schulen 601 172 Schüler. Bon ben Stäbten, in benec ber beutsche Unterricht sich be- fonberer Pflege erfreut, steht Milwaukee mit 31 715, dann folgt Cincinnati mit 28 047, Clevelanb mit 25 684, Baltimore 15 700 Schülern. Dagegen ist au« den Volksschulen verschiedener Städte z. B. New AorkS unb Chicago« der beutsche Unterricht verbannt, beSgl. gewähren bie Städte St. Loui«, Detroit, St. Paul, Duboque, Quincy keinen Unterricht im Deutschen. Auf ben Universitäten findet der deutsche Unterricht fast überall eine Stätte, so hat die Uni-
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