Am nächsten Morgen reiste da« Königspaar nach Berlin, wo der Einzug über Meißens» erfolgte. Frau Holm wußte zu verhüten, daß Bertha und Gustav sich an diesem Tage sahen- und auch am heiligen Abend, wo allenthalben die Christbamne glänzten, gelang ihnen die« nicht. In der ersten Dämmertzmrde stand Gustav vor dem Häuschen und hoffte fie zu sehen- doch sie saß weinend tu der Kammer, denn die Mutter hatte ihr gesagt: „Wenn etwa der Krämer nachher kommen sollte, um Dir ein Geschenk zu bringen, dann wirst Du freundlich zu ihm sein."
„Ach," seufzte Gustav, indem er weiterschritt, „das ist ein traurige« Weihnacht-fest!" Er ging nach Hause und warf sich auf« Bett, um die Zeit zu verschlafen, aber der Schlaf wollte nicht kommen.
Daun wurde e« laut auf den Straßen. Die Leute riefen sich „Fröhliche Weihnachten" zu, und wo nicht Krankheit oder Trauer eingekehrt war, führten glückliche Eltern die jubelnden Kinder au den Weihnachtstisch-
Frau Holm wollte eben tu die Kammer gehen, um Bertha zu bewegen, da« Weinen zu laffen, al« e« klopfte. Sin Bote de« Herrn von Rosen lud Mutter uud Tochter dringend ein, sich den Christbaum bei ihm anzusehen. Sie sollten gleich kommen. Da« Erstaunen der Frau über die ihr erwiesene Ehre war groß, und fie vergaß in diesem Augen- bl'ck sogar, daß der Krämer kommen könnte, eilte in die Kammer, theilte Bertha die E vladung mit und nahm flug« die Sonntagskleider au« dem Schrein.
„Ach," seufzte Bertha, „wa« soll ich dort, wo Alle fröhlich find!" — „Da« fehlte noch", rief die Frau, „wenn Du nicht wolltest! Der vornehme Herr würde beleidigt sein! Laß da« Weinen uud zieh' Dich an!"
„Er ist sehr gütig," sagte Bertha uud dachte dabei au sein vergebliche« Bemühen, die Mutter zu Gustav« Gunsten umzustimmeu. Daun dachte fie daran, daß der Krämer während ihrer Abwesenheit kommen könnte, aber wieder umkehren müßte. In dieser Hoffnung war fie zum Mitgeheu bereit, trocknete die Thräuen, zog ihr gute« Kleid au und ging mit der Mutter zu Herrn von Rosen.
Freundlich wurden sie von ihm und seiner Gattin empfangen und an den Gabentisch geführt. „Für Euch ist freilich nicht« dabei," sagte Herr von Rosen. Dann gab es Punsch, uud al« Bertha eben trinkeu wollte, bebte ihr da« Glas in der Hand, uud im jähen Erschrecken hielt fie sich am Tische fest, denn Gustav war eingetretro. „Er auch hier?!" rief Frau Holm in dem grimmigsten Tone, und ihr Geficht nahm einen Au«drvck au, al« hätte fie statt de« Punsche« die bitterste Arznei geschluckt.
Gustav war über diese Begegnung nicht weniger erstaunt. Rosen« Bore, der auch zu ihm mir der Einladung gekommen war, hatte ihn noch auf dem Bette gefunden. Wa« sollte er bei den Fröhlichen, wußte er gleich Bertha denken, doch auch ihn hatte der Gedanke au den gütigen Herrn, deffen Bemühen zu seinen Gunsten Bertha ihm mitgetheilt, zum Htngehen bewogen. Sein Erstaunen, sie und die Mutter dort zu finden, war natürlich ebenso groß, doch Rosen nahm ihn bei der Hand, führte ihn in dir Mitte der Stube und rief:
„Jetzt bekommt Ihr auch bescheert. Du bekommst ihn, er bekommt Dich. Ich sage ein«, zwei, drei, und bei drei finken Gustav und Berrha fich in die Arme, «in«, zwei uud —"
„Halt," ries Frau Holm, „ich bin auch noch da!" Der gnädige Herr wissen recht gvt, warum ich die Heirath nicht
zugeben will. Ich habe ja sonst nicht« gegen ihn, aber 'ne arme Frau wie ich kann einen armen Schwiegersohn nicht brauchen."
„Dieses Hiuderniß", sprach Rosen, „hat de« König« Huld beseitigt. Wa« ich der Königin vor der Tafel von euch Beiden sagte, mußte ich am Abend noch einmal wieder- holen. Dankbar für da« ihr dargebrachte Gedicht, will fie -der Sprecherin deffelbeu eine WeihuachtSfreude bereiten, uud wa« kann Tuch Beiden da wohl erwünschter sein, al« wenn Du ihn und er Dich bescheert bekommt. Und arm ist Gustav fortan auch nicht mehr. Auf diesem Blatte steht geschrieben, daß der König ihn zum Nachfolger de« verstorbenen Schloß- castkllan« ernannt- seinen Acker kann er nebenher bebauen. Wohnung im Schlöffe uud sein feste« Brod — nun, Mutter Holm, wie gefällt Euch da«? Für Euch doch auch die schönste Wethnachtsgabe? Und jetzt noch einmal ein«, zwei und —"
Auf drei ward schon nicht mehr gehört. Bon Gustav« Arm umschlungen, ruhte Bertha an seiner Brust. Frau Holm glaubte nicht recht zu hören und zu sehen, uud al« erst Rosen Gustav« Ernennung zum Schloßcastellan vorgelesen hatte, wachte fie ein so seelenverguügte« Geficht, al« wären ihr die lustigsten Punschgeister in die Augen gehuscht. Jrtzt paßte er ihr zum Schwiegersohn. Der Krämer, der wirklich mit einem Geschenke für Bertha nach ihrer Wohnung kam und vor der verschloffenen Thüre wieder abzieheu mußte, ward völlig vergrffen. Auch ihr war die Huld de« König« und der Königin die liebste Wethnacht«gabe, uud am Tannen- bäum schwebte der Frieden«- uud Christengel über dem glücklichen Paar.
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