Hinterpommern folgende Mittheilung: Mir lag das Testament bei Fürsten v. Bismarck vor. Danach hat Graf Wilhelm die sämmtlichen pommerischen Güter erhalten, außer Rhein- feld im Kreise Rummelsburg, das au den Fürsten Herbert v. Bismarck fiel. Der Fürst erhielt serner sämmtliche Kleinodien u. s. w., die mit einem Werthe von einer Million angegeben finb und bei Bletchröder niedergelegt waren. Hieraus hat der Fürst Herbert an seinen Bruder noch 300000 M. zu zahlen. Die Töchter des Grafen Wilhelm, drei an der Zahl, haben jede 100000 Mk. geerbt, die Gräfin Rantzau erhielt noch 900000 Mk. Au Vermächtnissen erhielten außer den oft genannten direkten Bedienten der Barztner Oberförster Westfa» 10000 Mk., der Gärtner Knuth 1000 Mark, der Forstsekretär Räther 1000 Mk., der Gartenarbeiter Sack 100 Mk. Als Object des Testaments ist bet Gericht 3 Mill. Mark angegeben worden, man schätzt den Nachlaß jetzt aber auf etwa 20 Mill. Mark. Nachdem daS Amt eines Amtsvorstehers tu Friedrtchsruh durch die Ent- lafiung des Förster- Spörcke einstweilen erledigt ist, find die Geschäfte dem Amt-Vorsteher in Schwarzenbek übertragen. Au Stelle de- Grafeu L. zu Rantzau ist der Oberförster Titze iu Friedrtch-ruh -um Gut-Vorsteher des Gutsbezirks Schwarzenbek bestellt, bestätigt und verpflichtet worden.
— Bismarcks Denkwürdigkeiten. Dem „Fränk. Kur." wird au- Stuttgart mitgetheilt, der Geh. Kommerzieurath Kröner, Inhaber der Cottaschen Buchhandlung, habe mit den Erben de- Fürsten Bismarck die letzten Vereinbarungen über die Art und Weise, sowie den Zeitpunkt de- Erscheinens der Btsmackschen Denkwürdigkeiten getroffen. ES soll zunächst eine Auflage von 200000 Exemplaren hergestellt werden und das Werk gleichzeitig tn mehreren Sprachen er» scheinen. _____________________________
Ausland.
Budapest, 21. August. In hiesigen Regierungskreisen ist man in Bezug auf den Verlauf der am 24. d. Mts. beginnenden Ausgleichs-Verhandlungen äußerst skeptisch gestimmt und man sieht voraus, daß wegen der ablehnenden Haltung der österreichischen Regierung das Resultat derselben ein höchst ungünstiges sein wird.I'^BäSLW
Prag, 21. August. Auf dem hiesigen Belvedere-Exercier- platz wurden in vergangener Nacht Tausende von Flugblättern mit hochverrätherischem Inhalt verstreut. Die Polizei forscht eifrigst nach dem Schuldigen.
Lemberg, 21. August. Die Polizei verhaftete einen gewiffen Stanislaus, welcher einer weitverzweigten Bande angehört, die in allen galizischen Städten Agenten unterhält und überallhin, selbst nach überseeischen Städten, einen regen Handel mit jungen Mädchen treibt.
Iutenberg. 21. August. Der SectionS-Borstand des österreichischen Touristen-Clubs, der Kaufmann Karl Ktrr- mann, stürzte von der Zirpttz-Spitze ob und wurde schwer verletzt aufgefunden.
Rom, 21. August. Cardinal Ledochowsky sandte an alle kirchlichen Würdenträger Palästinas Verhaltungsmaßregeln zur Kaiserreise. Hiernach sollen Bischöfe und Orden-Vorstände Alle- vermeiden, was Frankreich als Hüterin der Christen im Orient verletzen könnte, den Kaiser aber mit kaiserlichen Ehren zu empfangen.
Paris, 21. August. Die Wittw e des Marschalls Mac Mah on erlitt in dem Schloß Monteffon einen Schlaganfall. Ihr Zustand ist höchst bedenklich.
Brest, 21. August. Der ifranzöfische Dampfer „Marie du Bossson" zerschellte infolge Nebels auf dem eine Meile von der Küste entfernten Loqueg-Felsen. DaS Schiff ist verloren, die auS 20 Mann bestehende Besatzung gerettet.
Rußland. Mit dem jüngst verstorbenen Tschernajew ist einer der tapfersten und volksthümlichsten Generale des rusfischen Heeres dahiugeschieden. Tschernajew ist zuerst als Eroberer von Taschkent, der Hauptstadt von Turkestan, bekannt geworden. Das war im Jahre 1865; bald darauf mußte er wegen SubordinationSverletzuug seinen Abschied aus der russischen Armee nehmen. Er ließ sich nun als Notar tn Moskau nieder und wurde Panslavistenführer. Im Jahre 1876 übernahm er den Oberbefehl der serbischen Armee im serbisch-türkischen Kriege. Die geringen Mittel Serbiens und die schlechte dienstliche Beschaffenheit der damaligen serbischen Truppen verhinderten Tschernajew aber, Erfolge zu erringen. Er verlor die Schlacht bei Alekfiuae. Von 1882 bis 1884 war Tschernajew wieder als Generalgouverneur von Taschkent
welche das Barometer durch seine Schwankungen getreulich anzeigt.
Nördliche oder östliche Winde sind in der Regel von einem höheren, südliche und westliche von einem niedrigeren Barometerstand begleitet. Die ersteren Winde bringen für unseren Länderstrich meist trockenes, die letzteren in der Regel feuchtes Wetter.
Wir haben also die merkwürdige Erscheinung, daß bei feuchtem Wetter die Luft weniger auf das Quecksilber drückt, als bei trockenem, während doch Waffer viel schwerer als Lust ist. Das erklärt sich aber dadurch, daß wir es nicht mit tropfbar flüssigem Waffer, sondern mit Wafferdampf zu thun haben, der gleichsam einen Gegendruck ausübt. Versuche haben nämlich ergeben, daß, wenn man von dem Gesammtdruck der Luft die Elasticität des Wafferdampfes abzieht, der noch übrig bleibende Druck der trockenen Luft zur Zeit der kleinsten Tageswärme, also beim Sonnenaufgang, am größten, zur Zeit der größten Tageswärme am kleinsten ist, während umgekehrt die Elasticität des in der Atmosphäre enthaltenden Wafferdampfes zur Zeit der kleinsten Tages- wärme am kleinsten und zur Zeit der größten Tageswärme am größten ist.
In den bekannten Aneroid-Barometern ist eine lustleer gepumpte Blechdose das Agens, welches den Zeiger in Bewegung setzt, je nachdem der Luftdruck stärker oder schwächer auf sie drückt.
in rusfischen Diensten, um dann wieder abgesetzt und 1890 neuerdings, wenn auch nicht activ, in dar russische Heer aufgenommen zu werden. Als panslavisttscher Agitator ist Tschernajew auch tu Oesterreich aufgetreten und hat, ähnlich wie „General" Komarow, sein Generalstabschef im serbischen Kriege, bet den Tschechen in Prag begeisterte Zustimmung gefunden. Doch hat der Besuch Tschernajews in Böhmen keinen sehr glanzvollen Abschluß gefunden. Im russischen Heer brachte ihm, neben sonstigen militärischen Eigenschaften, namentlich die gerechte Fürsorge für seine Soldaten viel Bolksthümltch- keit ein. n ,,
Balkaustaaten. Aus Sofia berichtet die „Köln. Ztg/ zur Balkanfrage Folgendes: Ein sonst verläßlicher Gewähr-- mann versichere gegenüber gegentheiligen Meldungen, daß bei dem FÜrsteubesuch in Cettioje zwar kein förmliches Bündniß zu Stande gekommen sei, indessen hätten beide Fürsten in längerer Berathung eine durch Handschlag bekräftigte persönliche Vereinbarung dahin getroffen, daß Montenegro sich verpflichte, bei einem Streit Bulgariens mit der Türket Bulgarien durch sofortigen Einfall in daS Sandschak von Novi- bazar oder Dringebiet betzustehen. Dafür seien Montenegro Gebietserwritrrungen zugesprochen worden. Gleichzeitig verpflichten sich die Fürsten, Serbien zum Beitritt zu bewegen, weßhalb der bulgarische Agent tu Belgrad zugezogen und beauftragt wurde, im Sinn der Vereinbarung auf seinem Posten zu wirken. Die „Köln. Ztg." gibt diese Darstellung unter Vorbehalt wieder.
CocaUs unb provinzielle».
Gießen, den 21. August 1898.
Militardienstuachrichten. Deter, Major, aggreg. dem 9. Bad. Jnf.-Regt. Nr. 170, als Bataillons-Commandeur in das Regiment einrangirt. Stein, Pr.-Lt. vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hrff.) Nr. 116, zum 1. Oktober d. I. von dem Commando bet dem Militär-Knaben ErziehungS- institut in Annaburg entbunden. Die Port.-Fähnriche Hauß, Hilgers, v. Mandel vom Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, zu Sec.-Lt. befördert, v. Bechtold, Sec.-Lt. von der Inf. 1. Aufgebot- de- Landwehr-Bezirk- Gießen, in die Categorie der Reserve-Offiziere zurückversetzt und als solcher dem 1. Großh. Hess. Jnf.-(Leibgarde-)Regt. Nr. 115 wiederzugetheilt. v. Frausecky, General-Major und Commandeur der 49. Jnf.-Brigade (1. Großh. Hess.) in Genehmigung seine! Abschiedsgesuches, mit Pension zur Disposition gestellt.
• * Das Ehrenzeichen für Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr zu Bretzenheim Adam Stander und Peter Finkel.
• • Dos 45. Feldbergfest, das am 19. Juni wegen ungünstiger Witterung nicht abgehalten werden konnte, wird nach Beschluß des FeldbergauSschuffeS am 2 8. August statt- finden. ES bleiben hierzu sämmtliche früheren Bestimmungen bestehen. Versammlung der Kampfrichter ist auf früh 7 Uhr festgesetzt. Antreten der Wettturner 7‘/2 Uhr. Aenderungen werden nicht vorgenommen. Anmeldungen auf dem Berg find nicht statthaft.
• • Der ßitcnl Corly-Althoff bildet seit voriger Woche den Hauptanziehungspunkt aller Schaulustigen. In der That sind auch die Leistungen der einzelnen Künstler sowohl wie das Zusammenspiel vorzüglich. Die Vorstellung am SamStag Abend war geradezu großartig, nicht minder erregte Alles, was am gestrigen Sonntag Abend geboten wurde, Bewunderung. Er finden nur noch zwei große Vorstellungen statt, auf deren Ausstattung die Direktion ganz besondere Sorgfalt verwenden wird. Wir verweisen hiermit auf die Tageszettel und Inserate.
* * Selbstmordversuch. Ein junger Mensch von hier versuchte sich gestern Nachmittag im Garten von Lonh'S Bier- keller durch Erhängen an einem Baum da- Leben zu nehmen, wurde aber von Vorübergehenden noch rechtzeitig ab- geschnitten und seinen Eltern zugeführt.
Hitzfchlag. Am vorigen SamStag Nachmittag gegen 4^Uhr entfernte sich vom Gail'schen Thonwerk der verhei- rathete Arbeiter Heinrich Hofmann ans Annerod, weil er sich unwohl fühlte und begab sich auf den Heimweg. Etwa eine halbe Stunde später fand ihn ein Mitarbeiter unweit der Fabrik an einem Feldwege tobt auf. Ein Hitzfchlag hatte seinem Leben ein Ende bereitet.
* * Ueberfahren. Gestern Nachmittag überfuhr auf dem OSwaldSgartrn ein Radfahrer einen 5jährigen Jungen, welcher iu Begleitung seiner Mutter über den Platz ging.
* ♦ Gebrauchsmuster - Eintragungen. Nahmaschinen-Lampe mit verstellbarem, beweglichem Arm und die Flamme theil- weise umschließenden Blender, Oloff Heyer, Stockheim, Oberheffrn, 29. 6. 98. — Gegenstromröhren-Condensator mit Anordnung eines BerbindungsrohrrS des CondensatraumS am Ende des CondensatorS, mit dem Kühlraurn am Anfang des CondensatorS, H. Schaffstädt, Gießen, 28. 4. 98. — Verlängerung der Schutzfrist. Mieder mit Knöpfen rc. Koch & Eichenauer, Gießen, 7. 8. 95, 13. 7. 98.
Die Großh. Direktion der Obstbaufchule und laudwirth- fchastlichen Winterschule zu Friedberg erläßt nachstehende Be- kanntmachung: ES findet ein ObstverwerthnngS-CnrsuS für Frauen und Mädchen vorn 12. bis 14. September d. I. statt. Beginn am 12. September, Bormittags 9 Uhr. Der Unterricht und die praktischen Hebungen erstrecken sich auf das ganze Gebiet der Obstverwerthung im bürgerlichen und landwirthschaftlichen Haushalt und umfaßt daS Dörren von Obst und Gemüse, Bereitung von Muß, GrlLe, Pasten, Ein- machen von Obst und Gemüse tn Büchsen und Gläsern, Beerenwein- und Liqaenrbereitung re. Als Hilfslehrer steht ein gelernter Koch zur Verfügung. Honorar 3 Mk., be \ längerer Anwesenheit, die statthaft ist, erhöht sich das Honorar ; entsprechend.
•* Wetterbericht. In verhälwißmähig geringem Unter- i schiede im Luftdrucke dauert die Herrschaft des barometrischen
Maximum! und damit auch die bisherige heitere und sehr- warme Witterung an. Diese wird nut stellenweise durch kleinere, local auftretende Störungen in der Druckvertheilang beeinflußt. - Voraussichtliche Witterung: Fortdauer der bisherigen WitternngScharacterS.
+ Nidda, 21. August. Die ebenso gefährliche als an* cheinend unausrottbare Sitte — oder vielmehr Unsitte — rrennbare Flüssigkeit ins Feuer zu gießen, hat Ende letzter Woche im benachbarten Kohden beinahe ein Menschenleben gefordert. Um schneller Milch für ihr Schwesterkind heiß zu machen, schüttetete ein 13 jähriges Mädchen, in Abwesenheit älterer Angehörigen Spiritus auf das Feuer, und sofort chlugen die Flammen nach dem Oberkörper des Mädchens, He Kleider desselben in Brand setzend. Aus die fürchterlichen Weh- und Hllferuse der Bedauernswerthen goß ein gerade terzukommender Mann dem Mädchen Waffer über den Körper und rettete es so vor dem Feuertode. Deffenungeachtet ist das Mädchen noch schwer krank.
n. Rieder-Mockstadt, 20. August. Der tropischen Hitze in der vcrfloffenen Woche fielen hier und im nahe gelegenen Rodenbach zwei blühende Menschenleben zum Opfer. In Rodenbach bekam ein kräftiger Mann einen Sonnenstich und starb bald daraus. Hier beklagte sich gestern beim Frucht- chneiden eine 24 jährige Dienstmagd über Unwohlsein. Sie wurde deshalb nach Hause geschickt, brach aber unterwegs bewußtlos zusammen und starb während des Transportes nach der Wohnung ihrer Herrschaft infolge eines Sonnen- stiches.
4- Büdingen, 21. August. Dem Herrn Postaffistenteu Jägliuger dahier wurde mit Wirkung vom 1. September an die Postverwalterstelle zu Gonsenheim bei Mainz Übertragen und der dortige Postverwalter zum Postaff stcnten beim hiesigen Postamte ernannt. — Das hiesige Kreieamt und da! Amtsgericht haben anläßlich des Namenstage- unseres Groß- Herzogs den auf den 25. August fallenden Amtstag verlegt bezw. ausgesetzt.
-1-. Salzhansen, 21. August. In verschiedenen öffentlichen Blättern ist wiederholt mitgetheilt worden, daß sich da« hiesige Bad sehr bedeutend, hinsichtlich seines Besuches gehoben hat. Es find vorzugsweise auswärtige Besucher, denen es die neuen Bahnlinien ermöglichen, in einem Nachmittage Bäder zu nehmen und die Trinkquellen zu benutzen. Die Zahl der Bäder macht es aber nicht allein, sondern die Wirkung, die sie hervorbringen. Da die Badesaison ,;u dreiviertel ihrer Zeit vorüber ist, läßt sich schon ein Urthell darüber abgeben, obgleich wir keinen Badearzt an Ort und Stelle haben, die Badebedürstigen lasten sich von ihren Hausärzten die nothwendigen Anweisungen geben, wie sie sich verhalten müssen. Hebet die Wirkungen, die die Badenden und Trinkenden verspüren, hat Einsender nun Umfrage gehalten und kann mit Vergnügen melden, daß man allerseits voll Lob und Anerkennung ist. Salzhausen vertritt daher wirklich die Stelle eines Hospitals für die nähere und fernere Um- gegend. Die Vadebesucher, mit denen Einsender sprach, hatten säst ausnahmslos über Rheumatismus, Gicht, Hämorrhoiden, Gelenkaffectionen und Aehnliches zu klagen, welche Hebel erfolgreich bekämpft wurden. Einige große Hebelstände sind indessen noch vorhanden, auf die kurz hingewiesen werden soll. Die Quelle Nr. 4, die wegen ihres Chlorlithiumgehaltes ihres Gleichen sucht, liegt mitten in einer Wiese. Nur eine Bank steht dabei, kein Tisch, kein Baurn, kein Dach ist vorhanden. Seit wir die heißen Augusttage haben, war der Besuch der Quelle äußerst erschwert, besonders in der Zeit von Morgens 11 bis Nachmittags 5 Uhr. Man konnte einen Hitzfchlag riskiren, die Bank an der Quelle war so heiß geworden, daß man keinen Gebrauch davon zu machen vermochte und über der Wiese brütete eine afrikanische Schwüle. Während der Regenzeit war die Quelle ebenso schwer erreichbar, denn die wolkenbruchartig niedergehenden Wasserströme spotteten jedes Schirmes. Mit geringen Mitteln kann hier Abhülfe geschaffen werden. — In Hinsicht auf die Bahn- Verbindungen kann auch noch Manches besser gemacht werden, aber erst im nächsten Frühjahre. Der Kurverein in Nidda, will in dieser Beziehung, sowie wegen eines Badearztes und wegen einer weiteren, billigen Wirtschaft die nöthigen Schritte thun. Einstweilen sei hier noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Die Badebesucher sind des Lobes voll über die Wirkung der Bäder und der Trinkquellen, und Salzhausen steht eine schöne Zukunft bevor.
Offenbach, 19. August. Da! „Offenbarer Abendblatt" schreibt: Die Anstellung der FabriktnspectionS-Asfistentin für Offenbach ist jetzt ihrer Erledigung näher gerückt. Gestern Nachmittag war Ministerialrath Dr. Braun, der Decernent für unsere Fabrikinspection, hier und hat tn der Sache mehrere Conferenzen gehabt, deren Schlußresnltat die Anstellung einet Fräulein Geist gewesen sein dürfte, welche, in der Mitte der dreißiger Jahre stehend, hier sowohl als Arbeiterin wie als Vorarbeiterin thätig war und gegenwärtig als Comproiriftia in Stellung steht. Die Dame wird als gewissenhaft und intelligent bezeichnet und von der Regierung für den Poste« al- geeignet angesehen.
Mainz, 22. August. Der Kaiser ist am SamStag um 6®/4 Hhr am Neuthor-Bahnhof eingetroffen, wo er von dem Großherzog empfangen und von einer großen Menschenmenge begeistert begrüßt wurde. Um 7 Uhr traf er zu Pferde ta Begleitung des Großherzog! an dem vor dem Schloßthor errichteten Triumphbogen ein, wo der Stadtvorstand, die Behörden, Vereine mit ihren Fahnen und die Fanfarenbläser de! 27. Artillerie-RrgimentS zum Empfang erschienen waren. Hier wurde Se. Majestät vom Oberbürgermeister Dr. Gaßn er mit folgender Ansprache begrüßt: „Eure Majestät begrüße ich nnterthänigst an der Schwelle de» alt-ehrwürdigen Mainz. An! der Stadt redet zweitausendjährige Geschichte. Hier, wo der Rhein die Ufer netzt, zog der römische Feldherr mit seinen Legionen hinüber, Germaniens trotzige Söhne zu bekämpfen, hier schiffte sich der Apostel der Deutschen, der erste Erzbischof von Mainz, ein, da! Licht de! Evangelium


