Ausgabe 
23.8.1898 Erstes Blatt
 
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e Mwiirtige Besucher. Sglichen, in einem Nach Lrinlquellen zu bmutzen nicht allein, sondern bie'f Da die Badesaison p 6t sich schon rin UrthrL n Badearzt an Ort uni. ssen sich von ihren Hm 1 geben, wie sie sich w n, die die Badenden uti r nun Umfrage gehaltn dah man allerseits vr- en vertritt daher wirkiiS lagere unb fernere U- enen ©infenber [prtfi atismur, Gicht, Hämor- M v» \nmM Eiche tzro^Uedelstan.! . turz hingewiesen werd» ihre« Cbloriithiumgehaliet i einer Wiese, Ste * gaum, kein Dach ist vor gusttage haben, war rt, besonders in der 8«* r Uhr. Man konnte einer r Quelle war so W davon zu * ver­eine afrikanisches relle ebenso schwer trrri vergehenden Len 9)1* kann h n Ä auiS t * Ä.

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htuauSzutrageu tn bie deutschen Wälder, von hier au» gebot Rarl» de» Großen starke Hand der Welt, hier berietheu die deutschen Ratter über da» Wohl der Station, hier war r», wo Barbaroffa die Großen, Fürsten nnd Edelsten de» Reiche» nm sich schaarte in feierlich-glänzender Versammlung, deutsche» Recht zu hüten und zn wahren. Und an Seiten Eurer Majestät erhebt sich der Rursürsteu von Mainz Palast, in welchem die Fäden der alten Reich»politik gesponnen und die Kaiserwahlen gelenkt wurden, gegenüber jener Bau, von wo au» Eurer Majestät hochseliger Großvater seinen Zug antrat gen Westen, der den Hohenzollern die deutsche Kaiser- kröne, dem deutschen Volke die lang ersehnte Einheit brachte. An diesem Platze, Majestät, begegnet sich da» alte römische Reich deutscher Nation und da» nene deutsche Reich! Heute hat Mainz, da» dnrch seine Geschichte geweihte Mainz, da» Glück, den Enkel jene» großen Wilhelm, den Sohn Friedrich», in seiner Mitte zu sehen, den deutschen Ratser Wilhelm II., »nseren Ratser, der mit energischer Hand und t« Vollbewußt­sein seine» heiligen Beruf» da» Szepter führt zu de» Reiche» Wohl und Kraft, zur Erhaltung de» völkerbeglückeuden Frieden». Heil Eurer Majestät und innigen Daokl Auch den Mainzer beseelt deutsche Treue und Liebe zum Vaterland, auch ihn beseelt die Liebe zu seine« Kaiser. Und in der vaterstädtischen Geschichte wird mit Lettern, unvergänglicher denn Erz, der heutige Tag eingeschrieben bleiben, an dem wir znm ersten Mal vor Eure Majestät treten durften, vor Eare Majestät al» Gast de» alt-ehrwürdigen Mainz!" Auf die Ansprache de» Oberbürgermeister» erwiderte der Kaiser etwa wie folgt :Ich danke Ihnen, verehrter Herr Ober- bürgermeister, für die herzlichen Worte, welche Sie soeben an Mich gerichtet haben. Ihre Stadt ist Mir nicht neu- schon in jungen Jahren, al» Knabe, war Ich hier und habe damal» ähnliche Betrachtungen angestellt, wie Tie Mir solche foeben in gedrängter und zutreffender Form vorgetragen haben. Da» römische Reich deutscher Nation ist zu Grunde gegangen, weil e» nicht auf nationaler Grundlage aufgebaut war i sein Zerfall hatte seinen Grund in dem Mangel patriotischen Empfinden» und Zusammenhalten» seiner Glieder. Da» Deutsche Reich ist entstanden au» dem dringenden Be- dürsniß nach gemeinsamem Zusammenhang und Oberhaupt- e» baute fich auf auf der Grundlage der Baterlaud»liebe. Ich bin fest entschloffen, da» Werk Meine» Großvater» und den Frieden, der un» so theuer ist, mit allen Meinen Kräften zu erhalten. DaS werde Ich aber nur können, wenn un» gelingt, unser Ansehen bei unseren Nachbarn aufrecht zu er- halten. Dazu bedarf eS der Einigkeit und der Mitwirkung aller deutschen Stämme, ja jede» Einzelnen, auch der Stadt Mainz. Ich habe Mich gefreut, zu sehen, welch schöne Tut- Wicklung Ihre Stadt genommen hat. Wa» Mich anbelangt, so können Sie versichert sein, daß Ich an Ihrer Zukunft warmen Antheil nehme und für Sie thun werde, wa» in Meinen Kräften steht, damit Sie ungestört auch in Zukunft in bürgerlicher Eintracht leben, Handel treiben und Ihren Wein bauen können. Ich werde deffen eingedenk bleiben, daß von jenem Hau» au», wo Ich heute al» Gast Meines lieben Vetter» weile, Mein Großvater seinen Zug nach Westen augetreten hat, aus dem er baß Deutsche Reich mit festem Hammerschlag zusammengenietet hat. Ich danke Ihnen, ver­ehrter Herr Oberbürgermeister, für den freundlichen Empfang und die schöne Äußschmückung Ihrer Stadt, und bitte Sie, diesen Dank in Meinem Namen auch Ihren Mitbürgern an»- zu prechen." Sc. Majestät reichte dem Oberbürgermeister die Hand unb ritt £>bann unter ben Hochrufen ber Menge über bie Große Bleiche nach be« Parabeplatz am Großen Sand. Nachdem der Kaiser auf dem Parabefelde eingetroffen war, begann bei einem kurzen, leichten Gewitterregen da» Gefecht ber 41. Infanterie-Brigabe unb be» Husaren-Regi- ment» König Humbert (1. Hessischen) Nr. 13, des Thüringischen Ulanen Regiment» Nr. 6 und be» 1. Großh. Hess. Dragoner- Regimentß (Garde-Dragouer-Regiment) Nr. 23. Nach dem Gefecht fand ein Parademarsch statt, bei der Infanterie in Lompagniefronten und Regiment»colonnen, bei der Cavallerie im Schritt und Trabe. Der Kaiser führte zwei Mal sein 116. Infanterie-Regiment dem Großherzog vor. Nach der Parade, an welcher die 21. und 25. Division

theilnahmen und die vo« General* Lieutenant Perthe» commandirt wurde, ließ der Kaiser da» 13. Hnsarenregiment am Schützenhause nochmal» zusammentreten nnd belobte e», indem er äußerte, der Große Friedrich und der alte Zieteu würden fich gefreut haben solch ein Regiment zu besitzen oder zu führen. Er freue sich, de« Regiment seine allerhöchste Anerkennung anßsprechen zu können. Se. Majestät schloß mit den Worten:Da» Hnsarenregiment König Humbert Hnrrah I" und verlieh dem Regimente mehrere Auszeichnungen, worauf der RegimentS-Lommandeur mit einem Hurrah auf den Kaiser antwortete. Unter Glockengelänte kehrte der Monarch sodann an der Spitze der Fahnen zur Stadt zurück, auf dem ganzen Wege von einem zahlreichen Publikum, Schulen unb Vereinen jubelnd begrüßt. Auf dem Gutenbergplatz, wo die städtischen Behörden, Bischof Haffner, Vereine, Gewerke unb Schulktnber mit Fahnen unb grünen Reisern versammelt waren, um bem Kaiser zn hnlbigen, überreichte ber Ober­bürgermeister Dr. Gaßner mit folgenben Worten den Ehren- trnnk:Eurer Majestät bringt bie Bürgerschaft von Mainz ihre Huldigung dar. Und im Herzen der Stadt, an dem Platze, an welchem sich da» eherne Bild feine» größten Sohnes erhebt, giebt Mainz die Versicherung unwandelbarer Treue und aufrichtigster deutscher Gesinnung." Se. Majestät trank auf baß Wohlergehen bet Stabt, indem er den schönen Ver­lauf be» Tage» hervorhob. Später fand im grobherzoglichen Schlöffe ein Festmahl statt.s^W WZkWL 'W_______

Mainz, 21. August. Die Verschiffung der Offiziere, Mannschaften und Pferde der Jnfanterie-Regiementer Nr. 115 (nach Darmstadt), 116 (nach Gießen) unb 118 (nach WormS) vollzog fich gestern Nachmittag, ebenso wie bie Ausschiffung am Morgen im Eentralbahnhof, in glattester Weise. Die drei Extrazüge hatten wegen ber verspäteten Abreise be» Großherzog» ebensall» Verspätung. Die Truppen hatten in der Zeit von Beendigung der Truppenschau bi» zur Abfahrt theil» an der Wallstraße usw. bivouaquirt, theil» die Zeit in den Rheiuthorbaracken und truppenfreieo Kasernen zugebracht. Die Leute bekamen warme» Effen und Bier.

Ans der Seit für die Jeit

Bor 85 Jahren, am 23. August 1813, wurde die blutige Schlacht bei Großbeeren geschlagen, in welcher die Nordarmee der Verbündeten über die Franzosen fiegte. Die Schlacht war besonder» für die von Napoleon so ver­ächtlich behandelte Landwehr ruhmvoll unb trug dazu bei, die beabsichtigte Einnahme Berlin» durch die Franzosen zu vereiteln.

Brodpreise

vom 21. August biß 4. September 1898.

Der hiesiger» Bäcker.

1 Ltg. (2 Pfd.) Xeftlbrob......29 Pfg

2 Ra. (4 Pjd.) Zafelhrob......58 ,

1 Kg. (2 Pfd.) Weißbrot,......27 ,

1 (2 ) bei Heinrich Plank . . 26

2 Rg. (4 Pfd.) Weißbrot,......54 ,

2 (4 ,, ) bei Heinrich Plank 52

1 Ra. (2 Pfd ) Schwarzbrot, ...... 25

1 (2 ) bei Heinrich Plank . . 24

2 Rg. (4 Pfd.) Schwarzbrot,.....60

2 (4 , ) bei Heinrich Plank 48

8 Rg. (6 Pfd.) Schwarzbrot,......75 ,

Der ansvLrttge« Bäcker.

1 Ra. (2 Pjd.) Weißbrot, bei L. Steinmüller, Gr.,Linden 24 Pfg. L. Schmidt, Gr.-Linden 25 , W. Weitzel von Lang-GönS 25

2 Rg. (4 Pfd.) Weißbrot, bei Joh. Kd. Belte o. Kirchgöns 46 L. Steinmaller, Gr.-Linden 48 L. Schmidt (Großen-Linden) 50 W. Weitzel von Lang-Göns 50 Wilh. Fabel von Wieseck 52

2 Rg. (4 Pfd.)Schwarzbrot) beiJoh. Kd. Belte v. Rirch-Gön» 42 W. Steinmüller, Lang-GönS 44 L. Steinmüller, Gr^Ltnben 45 L. Schmidt, Großen-Linden 46 W. Weitzel von Lang-Göns 46 , G. Jacobi, v. Alten-Buseck 48

3 Rg. (6 Pfd.) Schwarzbrod bei Wilh. Fabel von Wieseck 70 G. Jacoby v. Alten-Buseck '[72 Ernst Christ von Wieseck 72

Der Brodverkäwker.

Bei den hiesigen Brobverkiufern bestehen dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern.

Gießen, den 20. August 1898.

Großhenogliche» Polizeiarnt Gießen. ______________ Muhl.____________

Spiflplan der verkim-tkir frtikfirtrr Stidtthealer.

Ct)trnb4ol.

DienStag den 23. August: Der Ring bei Nibelungen. Vorabend ber Trilogie. DaS Rheingold. Mittwoch dm 24. August: Der Ring des Nibelungen. Erster Tag der TrUogie. Die Wakküre. Donnerstag den 25. August: Der Troubadour. Freitag dm 26. August: Der Ring des Nibelungen. Zweiter Tag der Trilogie. (Einmalige» Gastspiel des RammerlängerS Heinrich Vogl auS München) Siegfried. SamStag den 27. August: Han» Helling. Sonntag den 28 August: Aid». Montag ben 29. August: Der Ring de» Nibelungen. Dritter Tag der TrUogie: Götterdämmerung.

Schaofhiethav».

DienStag den 23. August: Götz von Berlichingen. Mittwoch ben 24.August: Johanne». Donner»t,gdm25.August: Sapho. Freitag dm 26 August: Die zärtlichen Verwandten. SamStag dm 27. August: Madame Bonivard. Vorher: Wa» die Leute sagen. Sonntag ben 28. August: Die versunkene Glocke.

Temperatur der Lahn und Luft

nach SReaumur gemessen am 21. August, zwischen 11 u. 12 Uhr Mittag»:

Waffer 20°, Luft 23°.

Rübsamen'scke Badeanstalt.

Neueste Nachrichten.

Depesche» de» Bureau .Herold'.

Bulin, 22. August. Gestern Nachmittag entstand auf bi»her unaufgeklärte Weise in einem alten großen Schuppen hinter der früheren Empfangshalle am Ostbahnhof Feuer, welche» in kurzer Zeit enorme Dimensionen annahm. Große vorräthe von Getreide und Papier, welche dort aufgespeichert lagen, verbrannten in kurzer Zeit. Der verursachte Schaben wird auf eine halbe Million Mark geschätzt. Zwei Feuer­wehrmänner erkrankten heftig an Rauchvergiftung.

Berlin, 22. August. DemKleinen Journal" wirb au» Pari» gemeldet: Major Esterhazy scheint sich keinen Täuschungen Über da» ihm bevorstehende Schicksal hinzugeben, denn er hat bereit» mit einem Verleger einen Vertrag für die Veröffentlichung seiner Memoiren abgeschloffeu, die erst dann erscheinen sollen, wenn er der Armee nicht mehr an- gehört. Christian Esterhazy wird einem Untersnchuug»richter von Bordeaux die auf seine Klage gegen Major Esterhazy bezüglichen Documente vorzulegen habe«. Die Untersuchung gegen Esterhazy ist demnach noch nicht eingestellt.

Wien, 22. August. Wie bestimmt verlautet, soll der ReichSrath am 12. September eiuberusen werben. Tschechische Blätter verzeichnen ba» Gerücht, der Finauzmiuister vr. KallaY werde demnächst au» bem Amte treten und bie Baronie er­halten.

Wien, 22. August. Die Sprachen-Verorbnungen sollen vor der Einberufung de» ReichSrathe» aufgehoben werden.

Budapest, 22. August, vor dem Rathhause sanden gestern große socialistische Demonstrationen statt, an welchen fich über 5000 Arbeiter beteiligten, weil die Polizei die Benutzung de» großen Rathhau»saale» für die socialistischrn Veisrmwluugeu verboten hatte. ES kam zu heftigen Zu­sammenstößen zwischen Polizei und Arbeitern. ES wurden viele Verhaftungen vorgenommen.

Pari», 22 August. WieSiScle" herichtet, ist bie Ab- sendung einer Adresse an ben Unterrichtsminister BourgoiS seitens der Profefforen ber Sorbonne zwar geplant, aber wegen ber Ferien noch nicht durchgesührt worben.

Manila, 22. August. Die Amerikaner haben große Schwierigkeiten, um das Eindringen der Rebellen in die Stadt zu verhüten. Die Rebellen dürfen nur die Stadt betreten, wenn sie die Waffen abgelegt haben. Fünf Rebellen, welche spanische Wohnungen geplündert halten, wurden er- schossen. Die Insurgenten sagen, daß sie im Stande seien, die Besetzung der Insel jeder Nation unmöglich zu machen.

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Verdingung

Die zur Herstellung der inneren Einrichtung de» physikalischen und chemischen Institut» im Erweiterungs­bau des Realgymnasium» erforder lichen Möbellieferungeu, Loos HI und IV, sollen

Mittwoch, ben 31. August d.

Vormittags 11 Uhr, nochmals öffentlich verdungen werden.

Zeichnungen, Arbeüsbeschreibungen unb Bedingungen liegen auf dem Stadtbauamt, Zimmer Nr. 6, zur Einsicht offen.

Angebots auf Vordruck sind bis zu vorgenanntem Termin verschlossen unb mit entsprechender Aufschrift versehen bei uns einzureichen.

Zuschlagsfrist 14 Tage.

Gießen, 20. August 1898.

Da» Stabtbauamt.

I. V.: Gerbel. 8370

Grummetgras- | Versteigerung.

Da» diesjährige Gruwmetgras von 15 Morgen Freiherrlich von Nordcck zur Rabeoau'scheu Wiesen und Gärten in der Gemarkung Alten-Buseck soll Donnerstag den 25. August, von Vormittag» 10 Uhr an, in der Wirthschaft de» Herrn Wilhelm Rabenau zu Alten-Buseck ver­steigert werden.

Londorf, den 20. August 1898. Der Rentmeister.

Schmid t. 8361

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Stöbt. Schlachthaus.

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