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Nr. 144
Erstes Blatt. Donnerstag den 23. Juni
1898
Erscheint tägNch mit Ausnahme dcS Montags.
Die Gießener Kamlkiendkätter werden dem Anzeiger wöchentlich viermal beigelegt.
Gießener Anzeiger
Aezugspret» vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg. monatlich 75 Pfg. mit Bringerloh».
Bei Postbezug 2 Mark 50 Pf^ vierteljährlich.
»«nah me von Anzeigen zu der Nachmittags für den folgenden Tag erscheinenden Nummer bis Norm. 10 Uhr.
General-Unzeiger
Alle Anzeigen-Bermittlung-stellm deS In- und Ausland«» nehmen Anzeigen für den Gießener Anzeiger entgegen.
Amts- unb Anzeigablatt für den Ureis Giefzeir.
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Fernsprecher Nr. 51.
Uhonnements - Einladung.
Zum Bezug des „Gietzener Anzeiger" für das 3. Vierteljahr 1898 laden wir hiermit ergebenst ein. Wie bisher, wird der „Gießener Anzeiger" die Tagesereignisse in kurzer den Thatsachen entsprechender Weise zur Kenntniß seiner Leser bringen. Die neuesten Rach richten zuverlässiger telegraphischer Nachrich ben- Bureaus sowie zahlreiche Mittheilungen aus dem engeren und weiteren Vaterland halten den Leser stets über die Vorkommnisse in demselben aus dem Laufenden. Unterstützt durch umsichtige Berichterstatter in allen Orten Oberhessens und in den bedeutenden Städten der anderen hessischen Provinzen, ist der .Gießener Anzeiger" ferner in der Lage, die interessanten Vorgänge innerhalb unseres engeren Vaterlandes und der Nachbargebiete so frühzeitig wie möglich zur Kenntniß seiner Leser zu bringen, desgleichen wird den Begebenheiten in der Stadt Gießen bte gebührende Besprechung im localen Theile des Anzeigers zu Theil werden. Der in der Provinz Oberhessen betriebenen Landwirthschast wird der Anzeiger durch Veröffentlichung von allem Wissens- merthen aus dem Gebiete derselben besondere Berücksichtigung zu Theil werden lassen, daneben aber auch bte Beobachtungen und Erfahrungen in Kunst und Wissenschaft, Litteratur, Hauswirthschaft, handel, Gewerbe und Industrie in den Kreis seiner Besprechungen ziehen. Ein gelegenes Feuilleton wird neben besonderen Artikeln ernsteren und heiteren Inhaltes den erwünschten Unterhaltungsstoff bieten. Die „Gietzerrer Familienblätter" werden dem Anzeiger wöchentlich 4mal (Dienstags, Donnerstags, Samstags und Sonntags) beigelegt und neben den Erzählungen, Romanen und Novellen beliebter Schriftsteller anziehenden Unter- holtungsstoff aus dem Gebiete des Familienlebens uwd der Hauswirthschaft bringen, und somit namentlich in» Kreise der Familien eine beliebte Beigabe bieten.
Wir ersuchen nun namentlich auswärtige Leser, ifce Bestellung bei der Post baldgefl. aufgeben zu mllen. Neuhinzutretende erhalten vom Tage der Stellung bis 1. Juli den Anzeiger kostenfrei zu- Mellt, wie wir auch gerne bereit sind, Probe- Ammern nach auswärts postfrei zu versenden. Den Lesern in hiesiger Stadt werden wir, wie seither, int Anzeiger weitersenden und den ALonnements- ittrag durch Quittung erheben lassen, falls nicht aus- inickliche Abbestellung erfolgt.
Hochachtungsvoll
Verlag des „Gießener Anzeiger" Brühl'sche Univ.-Buch- u. Steindruckerei (Pietsch Erben).
Amtlicher Theil.,
Bekanntmachung.
Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Msrckbrücke im Zuge der Bismarckstraße von heute ab bis m'j Weiterer auch für dc . Fußgängerverkehr gesperrt wird.
Gießen, den 22 Juni 1898.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Becbtold.
Betrachtungen über die Organisation der deutschen Feldartillerie.
Ein Blick in die soeben erschienene Rang, und Quartier- Ist« der preußischen Armee zeigt die Organisation der deutschen ffL»artillerie im Vergleich zu der sehr einfachen Kriege- irgunisation in buntester Mannigfaltigkeit. Während das
mobile deutsche Armeecorps 20 Batterien zählt, die zu je sechs als Divistonsartillerie auf die beiden Infanterie- Divisionen vertheilt sind, und der Rest (6 fahrende und zwei reitende Batterien) zur Verfügung des commandirenden Generals als Corpsartillerie zurückgehalten werden, sehen wir im Frieden mit Rücksicht auf die erst bei der Mobilmachung aufzustellenden und mit Artillerie auszustattenden Cavallerie-Divifionen und Reserveformationen erhebliche Verschiedenheiten. Eine Sonderstellung nehmen drei schon im Frieden au« drei Divisionen bestehende Armeecorps (11., 12. und 2. bayrisches Armeecorps) ein, von denen zwei 32 und eins 31 Batterien besitzen. Von den übrigen Armeecorp» haben zwei 18 fahrende und 4 reitende, eins 20 fahrende und 2 reitende, neun 21 fahrende und 2 reitende, vier 23 fahrende und 2 reitende, schließlich eins (13.) nur 23 fahrende Batterien. Eine Ausgleichung nach oben hin erscheint vor der Hand weder durch das Stärkeverhältniß unserer Nachbarstaaten, noch durch die Jntereffen der Waffe geboten. Weit erstrebenswerther erscheint die Herbeiführung einer größeren Gleichförmigkeit in der Organisation der Abtheilungen, wobei naturgemäß diejenigen unberücksichtigt bleiben, die gewissermaßen nur als Stämme für neu aufzustellende Reserveformationen dienen. Ein Blick in die Friedensbesoldungsvorschrift zeigt die Abtheilungen zu 2, 3 und vier Batterien formirt und in wechselnder Stärke, sodaß der Sollbestand einer fahrenden Abtheilung von 3 Batterien sich bewegen kann zwischen 216 Mann, 88 Pferden und 476 Mann mit 300 Pferden. Zweifelsohne ist ein derartiger Zustand der Ausbildung wenig förderlich- ohne Erhöhung des Etats zu fordern, ist, wie vorgreifend bemerkt werden soll, ein Ausgleich nur durch Umwandlung einer Anzahl reitender Batterien in fahrende möglich.
Die Kriegserfahrung hat gezeigt, daß reitende Batterien für Cavalleriedivisionen unumgänglich nöthig sind, daß die durch aufgefeffene Bedienungsmannschaften mehr beschwerten fahrenden Batterien auf die Dauer den Schwadronen nicht zu folgen vermögen. Für diese Zwecke dürften zwanzig reitende Batterien genügen. In der Corpsartillerie sind hingegen die reitenden Batterien nicht unbedingt nöthig; was man von den zwei reitenden Batterien an Marschleistungen verlangen kann, müssen unbedingt auch die fahrenden Batterien leisten. Die Tage sind dahin, wo ein Ssnarmont oder Drouot im Galopp mit seinen reitenden Batterien bis auf Kartätschschußweite an den Feind heranfahren konnte, um den Angriffsstoß der Napoleonischen Jnfanteriemassen vorzubereiten. Noch im Jahre 1870 beabsichtigte Prinz Friedrich Karl die reitenLen Batterien seines Armeecorps nach Art einer Napoleonischen Reserve - Artillerie zu vereinen. Die Ereignisse waren mächtiger, die reitenden Batterien fochten Schulter an Schulter mit den Feldbatterien. Glaubten wir damals noch ein leichtes und ein schweres Caliber in der Feldartillerie besitzen zu müssen, so fordern wir jetzt ein gleichmäßig wirksames Geschütz von gleicher Beweglichkeit für alle Batterien. Die Gründe, die nach dem Feldzuge für Abschaffung des leichteren, beweglicheren Geschützes geltend gemacht wurden, sind auch jetzt noch maßgebend und sprechen für die Umwandlung der reitenden Batterien, die nicht für die Cavalleriedivisionen bestimmt sind, in fahrende. Gewiß wird man auf Uebungsplätzen nur ungern die flott im Galopp auffahrenden reitenden Batterien vermissen. Wichtiger muß es aber jedenfalls sein, den Pferde-Etat unserer Batterien, ohne Mehrbelastung der Budgets, im Interesse unserer Ausbildung zu erhöhen, als neue Batterien aufzuftellen. Zeit muß sein, daß jede Batterie schon im Frieden sechs Geschütze und zwei Munitionswagen bespannen kann.
Die Frage, ob es zweckmäßig sein wird, die für die Cavalleriedivisionen bestimmten Batterien nur vier Geschütze stark zu machen, ist, trotz aller augenscheinlicher tactischer Vortheile, noch nicht spruchreif, anderseits ist aber die Ansicht, die Geschützstärke der fahrenden Batterien auf vier Geschütze zu vermindern, schon jetzt unbedingt zu verwerfen. Die Geschützzahl einer Batterie wird durch die Feuergeschwindigkeit bestimmt, derart, daß jederzeit ein Geschütz feuerbereit sein muß. Mit Einführung der Schnellfeuergeschütze und Festhalten an dem Grundsätze, daß stets von einem Flügel ausgehend gefeuert wird, kann es vorkommen, daß mehrere Geschütze geladen unthätig werden müssen, bis an sie die Reihe kommt, daß somit die Feuerkraft bei einer Batterie von sechs Geschützen nicht voll ausgenutzt wird. Wollte man aber dieser schießtechnischen Forderung zuliebe die Stärke der Batterie um zwei Geschütze vermindern, so würde die Batterie als Gefechtskörper an Werth einbüßen, außerdem würde diese kleine Batterie fast denselben Verwaltungsapparat, fast die gleichen Kosten erheischen, wie eine Sechsgeschütz-Batterie.
Die ^steigerte Feuergeschwindigkeit kann — rein mechanisch betrachtet — wohl eine größere Zahl langsamer feuernder Geschütze aufwiegen, es wäre aber unklug, die Wirkungssteigerung, die mit dem neuen deutschen Schnellfeuergeschütz verbunden ist, durch Verminderung der Geschützzahlen wieder aus der Hand zu geben. Wir glauben daher, daß es zweckentsprechend sein wird, im Armeecorps dieselbe Geschühzahl und auch dieselbe Gliederung in Divisions- und Corpsartillerie beizubehalten. Die von den Gegnern dieser Gliederung hervorgehobenen Schwächen find keineswegs derart, daß sie sich nicht heben ließen. Die Einwürfe gipfeln vor Allem in den Bedenken, die mit Aufstellung eines dritten Regiments bei der Mobilmachung, als Corpsartillerie-Regiment, ohne eigenes, sich zusammengehörig fühlendes Offiziercorps, ohne eigene Ersatzabtheilungen verbunden find. Dieser Nachtheil ist nicht zu leugnen, läßt sich aber durch entsprechende Friedensgliederung, durch Theilung unserer schon recht starken Friedensregimenter ausgleichen. Nehmen wir die rheinische Feldartilleriebrigade, so bedarf es wohl keiner übergroßen Com- binationsgabe, zu erkennen, da nur das eine Regiment einen Oberstlieutenant beim Regimentsstabe hat, daß dieser im Kriegsfälle zur Führung des neu aufzustellenden Corpsartillerie- Regiments berufen sein wird. Das Bedenken, daß durch Ausscheiden einer Corpsartillerie das rechtzeitige Eintreffen der Batterien auf dem Gefechtsfelde verzögert werden könne, ist richtig, wenn die Truppenführung nicht versteht, die zweckmäßigen Maßnahmen zu treffen. Da vermag die Organisation allein nicht zu helfen, da muß die Tactik eintreten. Die Corpsartillerie bleibt bei unserem in zwei Divisionen getheilten Armeecorps das wirksamste Mittel in der Hand des commandirenden Generals, um den Kampf der beiden Divisionen zu beeinflussen; wo diese Artilleriemasse auftritt, da macht sich auch in kurzer Zeit im weiteren Umfange ihre Wirkung geltend. Für Beurtheilung dieser Frage ist es nicht ohne Werth, festzustellen, daß artilleristische Autoritäten mit wenigen Ausnahmen die V^rthetlung der Corpsartillerie auf die Divissionen fordern, daß unsere Truppenführer hingegen, insoweit sie literarisch hervorgetreten sind, die doch alle drei Waffen gleichmäßig verwenden sollen, gerade für Beibehaltung unserer jetzigen Organisation eingetreten sind. Die Sonderinteressen der Artillerie sprechen entschieden für Verthellung der Artillerie auf die Divisionen, während die Truppenführung nur ungern auf den gewichtigen Krofteinsatz, den die Entfaltung der Corpsartillerie an entscheidender Stelle bietet, verzichten wird.
Dies der gegenwärtige Stand einer äußerst wichtigen Fruge, die in außerdeutschen Armeen bisher nur in Rußland zu Gunsten der artilleristischen Partei entschieden ist. Die mangelnden artilleristischen Erfolge der Russen im Feldzuge 1877/78 liegen in der erst im Bedarfsfälle improvisirten und häufig zur Unthätigkeit verurtheilten Reserve (Corps-) Artillerie, dann in den geringen Treffleistungen gegen Schützengräben. Diese Plewna-Erfahrungen zwangen uns zu einem Zeitpunkte, als Einheitsgeschoß und Einheitsgeschütz glücklich verwirklicht waren, für Sonderzwecke die Sprenggranate und die Haubitze einzuführen. In wenigen Stunden vermag die Infanterie in der Vertheidigung fich vollen Schutz gegen das Shrapnelftuer zu schaffen. Da nun die Sprenggranate der Flachbahngeschütze, bei ihrer geringen Tiefenwirkung, nur bei sehr genauem Einschießen die geforderte Arbeit leisten kann, so war Einführung eines Steilfeuergeschützes, in Gestalt der 15 Centimeter-Haubitze, eine nicht zu umgehende Nothwendig- feit. Bis jetzt tritt die Fußartillerie mit Bespannung nur im Rahmen der Armee auf, da aber einem jeden Armeecorps die Aufgabe zufallen kann, eine befestigte Feldstellung zu bewältigen, so wird schon, um rechtzeitiges Eintreffen auf dem Schlachtfelde zu ermöglichen, die Einreihung von Steilfeuerbatterien in die Corpsartillerie nicht zu vermeiden sein.
Deutsche- Reich.
Berlin, 21. Juni. In Marinrkreisen circulixt dem „Localanzeiger" zufolge mit großer Bestimmtheit das Gerücht, daß der jetzige Oberwerstdirector in Danzig, Capitän zur See v. Wietersheim, ein überseeische» Commando erhalten werde. Er fei zur Ablösung de» Prinzen Heinrich ausersehen.
— Zn den Stichwahlen. Die „Rat.-lib. Corresp." bringt folgende Mmheilung: Wie wir mit Genugthuung vernehmen, haben ans Grund von Vereinbarungen hervorragende parlamentarische Führer der CeutrumSparlei in denjenigen Wahlkreisen, in welchen das Centrum in den Stichwahlen den Ausschlag gegen die Sozialdemokratie giebt, die Parole anSgegeben, daß überall die Centrumswähler energisch zur


