Ausgabe 
23.4.1898 Erstes Blatt
 
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verlia,21. April. Die diesjährige ordentliche Haupt­versammlung der deutschen Lolonial - Gesell- sch ast wird am 28. Juni tu Danzig stattstude«. Sollte^ der Termin der Reichstagswahlen, dessen Anberaumung bevor- strht, dieser Festsetzuog hinderlich sein, so würde eine Aenderuog etutreteu.

Berlin, 21. April. S aateustaudSbertcht in Preußen Mitte Avril: Winterwetzen 2,3, Winterspelt 2,4, Wiuterroggeu 2,3, Rite und Luzerne 2,3, Wiesen 2.5, wobei 2 gut, 3 mittel bedeutet. Infolge überau» milden Winter» kamen Weizen- und Roggcnsaat fast ausnahmslos ohne ueuuenswerthe Schäden durch den Winter. Die Bestellung der Aecker mit Sommerfrucht ist wegen der nassen Witterung der letzten Wochen gegen andere Jahre wett zurück. Mit de« Legen der Rartoffeln ist nur vereinzelt angefaugev. Die Rleefelder haben gut durchwintert und berechtigen zu den besten Hoffnungen.

Berlin. 21. April. Der Reichs - Ausschuß für die deutschen Nattooalfeste veröffentlicht einen Aufruf zur För­derung des nationalen Unternehmens. Dasselbe soll auf dem Ntederwalde bei RüdeShetm zur Aufführung kommen und stützt fich, seiner wesentlichsten Bedeutung nach, auf eine weit- vorbereitete Organisation von OrtsauSschüffeo, die unmittel­bar und stetig im Sinne der Ziele der Nationalfeste im Volke selbst wirken. Der Aufruf spricht die zuversichtliche Hoffnung auS, daß daS deutsche Volk gern dieses Werk fördern werde, das besonders die Wachhaltuug eine- mächtigen deutschen NationalgefühlS und die Hebung der BolkSgesund- hett wie Volkskraft im Auge habe und sagt dann:Dies Werk müsse Zeugniß dafür ablegen, daß wir Deutsche es endlich gelernt haben, mit großem Sion uns zur Ausführung eines großen nationalen Gedankens zusammenzufinden." Unter­zeichnet ist der Aufruf von den beiden Vorsitzenden des RetchSauSschuffeS, Abgeordneten v. Schenckendorff Görlitz und l)r. F. A. Schmidt-Bonn, sowie von einer Reihe hervor­ragender Männer au» allen Thetleu Deutschlands, der ver­schiedensten politischen Parteien, der etuzrlnen kirchlichen Rich, tungen, der Wissenschaft, Ranft, Industrie, des Handels und Gewerbes, im Ganzen von 121 Männern, deren Namen von bestem Rlange und in den deutschen Landen weit be­kannt find.

H-mburg v. d. H.. 21. April. Der Rats er hat gestern von dem Stande der Vorarbeiten für daS vaterländische Ratser-Friedrich-Denkmal zu Cronberg mit Freuden Renntntß davon genommen uad badet dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß dieses pietätvolle Unternehmen eine kräftige nnd eifrige Förderung in wetten Streifen finden möchte. Zur Bethä- tiguag seines warmen Interesses für daS Projekt hat der Ratser gleichzeitig ein Gnadengeschenk von 3000 Mk. zum Denkmalsfonds auszahlen lassen.

Frankfurt a. M., 21. April. Die »Franks. Zig." meldet auS London: Nach Meldungen der »Pall Mall Gazette" hat Palma, der Präsident der cubantschen Junta, dem Oberbefehlshaber der amerikanischen regulären Armee erklärt, daß, wenn die Bereinigten Staaten Waffen und Munition zur Verfügung stellen wollten, die Insurgenten 50,000 Mann stellen könnten. Mac Rinleh, der Rrtegsmintster und General Mtle» haben gestern einen RriegSrath abge­halten. Es heißt, Cuba solle völlig occuptrt werden.

Dreldea, 21. April. Anläßlich der Jubiläumsfeier des RvutgS fand heute Vormittag iw Marmorsaale des Röniglichen Schlosses eine Beglückwünschung statt, zu welcher auch die am hiesigen Hofe beglaubigten Gesandten, sowie die Abordnungen der ntchtsächfischen Regimenter, deren Lhef der Röntg ist, sowie die außerordentlichen Abgesandten der fremden Höfe erschienen waren.

Dresden. 21. April. Der Rath und die Stadtverord- neten haben heute mit Genehmigung des Ministerium» einen Röntg-Albert-Jnbiläum».Fond» im Betrage von 2 Millionen Mark errichtet, wovon 1600000 Mark zur Schaffung eine» großen Park» und 400000 Mark zur Schaffung gärtnerischer Anlagen verwendet werden sollen. Der Oberbürgermeister gibt bekannt, daß der Röntg- Albert-Denkmal-Fond» 205000 Mark beträgt und daß Professor Baumbach-Berltn da» Denkmal aussllhren wird, welche» auf dem Schloßplatze vor dem Restdenzschloste er- richtet werden soll.

MnManöv

Wien. 21. April. Die Debatte über die Sprachen- Verordnungen wird am Dienstag im Abgeordneten- Hause beginnen und soll mit einer Erklärung des Minister- Präsidenten Grasen Thun eingeleitet werden.

Lettmeritz, 2l. April. Hier nnd in anderen Orten finden seit einiger Zeit infolge des regnerischen Winter» uno der »roßen Niederschläge vielfach Erdrutsche statt, durch die Wiesen, Hopfengärten und Straßen zerstört wurden. Die Erdrutsche umfassen ein Gebiet von 23 Joch und befinden fich noch in fortwährender Bewegung.

Brüfsel, 21. April. D:r belgische Minister de» Aeußern ersuchte die Schifffahrt treibenden Mächte Europa», eine gemeinsame Note nach Madrid und Washington wegen der Zusicherung de»Schutze» der neutralen Handel»- schisse zu richten. Die Mächte antworteten zustimmend.

Paris, 21. April. DerFigaro" sagt, der Rrieg zwischen Amerika und Spanten werde lang und interessant sein. In der ersten Zeit würden keine ent­scheidenden Tharen staristuden.Gauloi»" führt aus, ein diplomatische» Europa bestehe nicht mehr, seitdem 1870 Frankreich geschlagen worden sei. Dieser Schlag habe Europa völlig gelähmt.

Parts. 21. April. Der «ppellhof für Strafsachen berteth heute über die Appellation Zola» gegen den Beschluß der Strafkammer, die fich in dem von den Schrift- sachverständigen gegen Zola angestrengten Verleumdung», proceß für zuständig erkläit hatte. Der Gerichtssaal war fast leer; auch blieb da» Eintreffen Zola» fast unbemerkt.

Loabo». 21. April.Daily Ehronicle" meldet au» Washington, die Regierung sei durchaus nicht in der Lage, Truppen nach Euba zu entsenden, höchsten» 18000 Mann Reguläre könnten innerhalb einer Woche an die Rüste gesandt werden. Die Ausrüstung und Bewaffnung der Freiwilligen werden kurze Zeit in Anspruch nehmen. Auch seien noch nicht genug Transportschiffe vorhanden.

London, 21. April. In Erwartung de» spanisch-ameri­kanischen Rrtege» steigen die Wetz en preise im ganzen Lande.

London. 21. April. DieTimes" melden an» Rom: Die Großmächte haben beschloffen, den kriegführenden Parteien die Untersuchung der neutralen Schiffe zu verbieten.

Petersburg. 21. April. DieNowoje Wrewja" schreibt: Enr opa müsse unparteiischer Zuschauer de» nunmehr unver- meidltw gewordenen spanisch.amertkauischenRrtegeS sein. Der allgemeine Verlauf der internationalen Ereignisse lege den Großmächten völlige Neutralität auf, obgleich ihre SeehandelSiuteressen in gewissem Grade durch einen spanisch- amerikanischen Seekrieg leiden könnten. Den europäischen Regierungen erübrige nur, den Gang der kriegerischen Er- etgniffe zu verfolgen und den Zeitpunkt abzuwarten, an dem e» möglich wäre, den kriegführenden Parteien freundschaftliche Vermittelung anzubieten.

Madrid, 21. April. (Meldung derAgencta Fabra.) Der amerikanische Gesandte Woodford dürfte heute der spanischen Regierung da» Ultimatum überreichen wollen, letztere eS aber zurückgeben mit der Erklärung, Spanien nehme keinerlei Weisung (Jntimation) an. Woodford hat feine Archive dem englischen Botschafter bereit» übergeben. Die halbamtlicheCorrefpondencia" sagt, Spanien könne schon überfließen vor Entrüstung über die Ungerechtigkeit, Rohheit, Infamie, Unehrlichkeit und die Beschimpfungen aller Art, die auf Spanien gehäuft würden durch ein Volk, da» sich herabgewürdigt habe durch die unedelsten Leidenschaften und die niedrigsten Gefühle. Wir könnten schon Schlag durch Schlag erwidern, aber wir werden niemals Gebrauch machen von Waffen, die in einem ritterlichen Lande verboten find. Der Ersolg des RriegeS wird sein, wie Gott will, aber wir haben großes Vertrauen zu dem Erfolg unserer Streitkräfte zu Waffer und zu Lande und zu dem Triumphe der Gerechtigkeit.

Madrid, 21. April. General Woodford wird voraus­sichtlich heute Abend mit dem Expreßzuge nach Paris ab- reifen. Der Ministerrath beschäftigte sich in dreistündiger Sitzung mit den Rüstungen für Landheer und Flotte und beschloß, die amerikanischen Zumuthungen entschieden zurück- zuweisen. Die portugiesische Regierung trifft Dispositionen, um die strikteste Neutralität zu wahren und erließ Befehl, der Presse keine Berichte Über die Be- wegungen der spanischen Schiffe zugehen zu lassen.

Madrid, 21. April. Admiral Vtllali, Eomwandant des Torpedo Geschwaders, hat, bevor er Cadix verließ, fich mit seinen Soldaten vor ein Muttergottetbild begeben und eine Ansprache gehalten, in der er betonte, daß Diejenigen nicht in den Rrieg ziehen sollten, die fich fürchteten. Die Soldaten antworteten, wir werden unserem Führer folgen und den RriegSgesahren trotzen. Admiral und Matrosen knieten alsdann nieder und schwuren, nicht nach Spanien zurückzukehren, e» sei denn als Sieger.

Madrid, 21. April. Auswärtige Vertreter hatten in den letzten Tagen mehrfach Uaterredungen m t Sagasta, denen auch General Woodford beiwohnte. Der Gegenstand der Unterredungen war ausschließlich die Frage des Schutzes der neutta en Hantelsschiffe. Sagasta antwortete ausweichend, sodaß eine schwere Schädigung der internationalen Schifffahrt unvermeidlich erscheint.

Madrid, 21. April. Dem heutigen Ministerrathe präfidirte btc Rönigin-Regenttn. Sagasta besprach die gegen­wärtige Vag»; er bezeichnete dieselbe als Rriegszustand und machte Mitihrilung von der Abreise BeruabeS von Washington und darüber, daß Woodford eröffnet worden fei, die lieber- relchung irgend weicher Note würde unnütz jein. Der Minister­rath wählte eine Stunde. Die SorteS werden ihre Arbeiten bedeutend abkürzen.

Madrid, 21. April. Der Ministerrath beschäftigte fich mit den weiteren Rüstungen für Landheer und Flotte. De» Weiteren wurde beschloffen, die amerikanischen Zu- wuihungen energisch zurückzuweisen.

Madrid, 21. April. Angesicht» de» bevorstehenden RriegeS herrscht hier ein unglaublicher Optimismus. Man nimmt überall an, die Insurgenten aus Euba würden gemeinsame Sache mit den Spaniern wachen. Der erste Zusammenstoß wird wahrscheinlich au der Rüste von Mantanza» erfolgen.

Madrid, 21. April. AuS Havanna wird gemeldet, daß Excrablätter Mittheilung von dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Amerika machten. Da» Publikum begleitete die Nach- richt mit Hochrufen auf Spanten.

Barcelona, 21. April. Infolge der pessimistischen Nach- richten au» Washington und Newyork hat sich die Menge in die hiesige Filiale der Bank von Spanien gestürzt, um da» Papiergeld gegen Gold umzuwechseln. Die Bank wurde militärisch besetzt.

«oshtngtoa. 21. April. Der spanische Gesandte hat mit seinen sämmilichen Secretäreu Washington ver­lassen. Die österreich-ungarische und die sranzöfllche Bot- schäft stad mit der Wahrung der Jotereffen Spanien» beauf- tragt worden.

Washiagton, 21. April. Da» Rtiegldepartement forderte Edison auf, zur vertheidigung der amerikanischen Rüste mitzu>v,,ken.

Washington, 21. April. Au» Mexiko wirb gemeldet, die Regierung von Texa» habe die Grenzen militärisch besetzen lassen, um da» Eindringen spanischer und mexika­

nischer Banden in amerikanisches Territorium zu verhindern. Meriko beobachtet strengste Neutralität.

Cocalts unö ptoHiijielb».

Gießen, ter 22. April.

Empfang. Se. Röuigl. Hoheit der Großherzog empfingen am 21. April il S. den Geh. Rirchenrath Pro­fessor Rattenbuf ch von Gießen, den Domänenrath Roßmcum von Friedberg.

Auszeichnung Hiesige Raustfreunde dürste eS intet« efstren, daß von Sr. Majestät dem Röntg von Sachsen der königl. sächs. Rammersäagertn Frau Marie Wittich dte goldene Medaille für Ranft und Wissenschaft am grünen Bande deS AibrechtSordenS verliehen wurde.

* * 8* Ehren bei Herrn Eiabtverordneten Hornberger, welcher, wie tm Stadtverordneten-Sitzuug»ber>cht-er aus- geführt wird, gestern fein 25jährtg es Jubiläum al» Gemetuderath und Stadtverordneter beging, fand gestern Abend in der Restauration des Philosophenwaldes ein Abend­essen statt, zu welchem sämmtliche in der Sitzung anwesenden Stadtverordneten, sowie die Herren Beigeordneten nebst Herrn Oberbürgermeister fich mittelst Wagen der Omnibus- gesellschaft begeben hatten. Die Feier in dem schön ge­schmückten Saale verlies in schönster Weise.

Befihwechsel. Der Bäckermeister Amend erwarb für 48000 Mk. die Bahnhofstraße 62 belegene Hofratthe der Wittwe Ronrad Simon.

e Der uns vorliegende achte Geschäftsbericht bet Sterbe. Raffe bei beutschen Rriegerbanbel beweist wiederum, daß diese Wohlfahrtleinrichtung nicht nur den an sie gestellten An­forderungen im vollsten Maße gewachsen ist, sondern daß auch ihr sichere», kraftvolle! vorwärtsschreiten zu der Hoffnung berechtigt, daß diese Raffe hinsichtlich ihre» Umfange» bald nicht mehr hinter den größten Sterbekaffeu Deutschland» zarückstehcn wird. Die äußerst billigen Beiträge dieser Raffe gestatten noch die Auszahlung von Urberschüffen, welche als Dividenden an solche Mitglieder zur vertheilung gelangen, die der Raffe am Schluffe deS Jahres 1897 mindestens dret volle Jahre angehört haben. Die zur vertheilung gelangende Dividende beträgt 24 620,79 Mk. Wir (affen hier aus dem Geschäftsbericht einige Zahlen folgen: Am Schluffe des Jahre» 1897 betrug die laufende Zahl der Mitglieder 38476, da» verficherungScapital 8047 350 Mk., der Sicherheitsfond» 706417,46 Mk. und da» bi» ult. 1897 gezahlte Sterbegeld 217 016,01 Mk. AIS General Bevollmächtigter der Sterbe- Raffe für den hiesigen Verband ist der Postsecretär t. P. Mayer in Gießen bestellt, der Aufnahmen vermittelt.

Rrankenwarter. Bei dem am 1. Mai d. I. statt­findenden Bezug eines TheilrS der Neubauten auf der Männer- abtheilnng de» Großh. LandeShofpitalS Hof heim sind 18 Wärterstellen sofort mit vollständig gesunden, unver- heiratheten Männern im Alter von 2130 Jahren zu be­setzen. Der Wärtrrlohn beträgt im ersten Dienstjahre 350 Mk., im zweiten 400 Mk., vom dritten Dienstjahrr ob 500 Mk. bei vollständig freier Station, Dirnstrock und Diensthose. Bewerber können ihre Meldungen unter Beilegung eine» LeumundSzeugntffeS, sowie etwaiger sonstioer Zrngniffe, Militärpapiere rc. vorerst schriftlich, und zwar selbstgeschrieben an die Großh. Direktion de» LandeShospital» etnfenben.

K.-r Bon der Lahn, 22. April. Den Dank aller Naturfreunde verdient die gestrige Notiz über die Tour Rros do r s-Forsthau» - Altenberg Staufenberg. Einen herrlicheren Waldweg von zwei bi» drei Stunden dürfte man im Frühjahr und Sommer so leicht n'cht finden, al» den genannten durch den Rrofboifer Forst. Da» Korst- Hau»WalohauS", wo man Erfrischungen aller Art findet, ist den Gießener Spaziergängern leider noch zu wen g be­kannt. Bedeutend lohnender aber, al» die ob ihrer schnur­geraden R chtuvg etwa» ermüdende Straße von Rtofboxf nach Waidhaus, ist der Weg dorthin durch da» idyllische Föhnbachihal, dessen schmaler Wiesengrund zwischen schönen Bergwäldern reich an Abwechselung ist. Auf dem Wege Dom Forsthau» nach dem Altenberg bedürften die rothen Rreuze einer Auffrischung. Rohe Hände haben fie, namentlich läng» bei die Straße verlassenden halbstündigen Fußpfade», aus- geschnitten und weggekratzt, so daß ein verirren leicht mög­lich sein könnte.

§§ öreinfelb, 20. April. Der hiefige Ort»bürger Heinrich Fritz war gestern Abend in dem benachbarten Ber­muthshain, um seine in dieser Gemarkung gelegenen Grund­stücke versteigern zu lasten. Al» er gegen >/,2 Uhr Nacht» den Heimweg antrat, gewahrte er Feuer tn der Hofratthe de» Sebastian Müller hier. Sofort wurde Hilfe gerufen und Fritz brachte alsbald da» Rindvieh, die Schafe und Schweine au» dem Stalle. Die Hofratthe (Hou» mit Scheuer und Stall) ist total uiedergebraont. Der Brfitzer war ver­sichert.

Ober-Mörlen. 18. April. Bekanntlich hat ein In London reich gewordener Ober-Mörler, der tn der britischen Haupt­stadt ein überseeische» Schuhgeschäft betrieb, feintm Heimat?»- darf ein Legat von 4 00,000 Mark vermacht. Die Zinsen wurden mit 8000 Mk. halbjährlich an die Armen von Oder-Mörlen und verwandten de» Stifter» verttzeilt. Seit einiger Zeit sind die Zinsen ausgeblteben und wurde auf Empfehlung de» deut'chen Eonsul» die Sache einem Recht»anwalt übertragen.

Lanbach, 19. April. Heute Nachmittag 3*/t Uhr fand, vom herrlichsten Wetter begünstigt, der Einzug Sr. Er- laucht de» Erbgrafen Otto zu SolmS-Laubach nebst Ge­mahlin, geb. Prinzessin zu Nienburg und Büdingen, im hie­sigen Schlöffe statt. Die ganze Stadt hatte prächtigen Fest- schmuck angelegt. Die Häuser waren reich beflaggt und mit Suirlanden, Wappen u. s. re. geziert. Zwei geschmackvolle Triumvhpforteu waren erbaut worden, die eine am Eingänge zur Stadt unweit de» Rriegerbenfmal», die andere am Ein­gänge zu« Schloß Dom Marktplätze au». Spalier wurde