Ausgabe 
23.4.1898 Erstes Blatt
 
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-urcb die Schuljugend unb die Vereine gebildet. Namen- der Stadt begrüßte Herr Bürgermeister Jochem daS hohe Paar in warmen Worten. Um 4Va Uhr wurden von dem erlauchten Neuvermählten Paare die Glückwünsche und Ehren- geschenkt entgegengenommeo. Im Namen der solm-laubach- scheu Beamtenschaft überreichte Herr Oberforstmeister Thum eine von Professor Hildebrandt in Berlin künstlerisch herge- stellte Adresse, Herr Bürgermeister Jochem einen prachtvollen Tafelaufsatz im Namen der Stadt, Herr Oberförster Andre eine stilvolle Standuhr nebst zwei Caudelabern im Namen der Beamten und der Casino Gesellschaft. Außerdem brachte Herr Landtag-abgeordneter Geh. Regierungörath Schönfeld, sowie auch die Geistlichkeit der Stande-Herrschaft ihre Glück­wünsche dar. Letztere hatte eine schön au-gestattete Bibel gestiftet. Am Abend, um 8 Uhr beginnend, wurde von den Vereinen und sämmtlichen Klaffen des GymnafiumS dem neu­vermählten Paare ein stattlicher Fockelzug dargebracht.

Bürgel, 20. April. Da« achtjährige Töchterchen de« Gerber« Würsching spielte gestern mit einem Gnmmiballe am Main. Al« der Ball in den Fluß fiel, sprang da« Kind nach, um denselben noch zu erhaschen, fiel aber hierbei eben­falls in« Wasser und ertrank. Die Leiche de« unglücklichen Kinde« konnte bi« jetzt nicht geländet werden.

Vermischtes.

D. Frankfurt a. M., 21. April. Im Zoologischen Garten ist am kommenden Sonntag (24. April) zum ersten Male in diesem Jahr der Eintrittspreis während de- ganzen Tage- auf 50 Pfg. (Kinder 25 Pfg.) ermäßigt. Ein großer Thetl der Thiere hat bereit« die Sommerquartiere bezogen, und wenn e« die Witterung erlaubt, soll Sonntag auch der Wirthschaft-betrieb im Freien eröffnet werden. Eine Neuerung finden die Besucher in der Tafel, die dem sog. Napoleons bäum angehängt ist und die besagt, daß unter diesem Baum Napoleon I. nach der Schlacht bei Hanau am 31. Oclober 1813 Aufstellung genommen hat, um Heerschau über seine Truppen zu halten.

lleder Seh. Rath Behrings Bortrag auf dem neunten iuteruatioualeu Congreß für Hygiene und Demographie wird derKöln. Ztg." au« Madrid geschrieben: Aufsehen erregte der Bortrag Geh. Rath Behring« über seine Arbeiten auf bacteriologischem Gebiet. Ergab der Hoffnung Raum, daß fich im Laufe der Zeit nach dieser Richtung auch eia Heilmittel gegen die Lungenschwindsucht werde finden lassen. Au« begreiflichen Gründen drückte fich der berühmte Gelehrte darüber sehr vorfichtig au-, aber man empfing doch den Ein­druck, daß er guten Muthe« diesem hohen Ziele zustrebt, dessen Erreichung ja von der ganzen Menschheit mit Jubel begrüßt werden würde. Seine Ansichten waren ausschlag­gebend für die Anfichteu der Abtheilung.

Lttschliche Anzeigen -er Stn-t Gietzen.

Evangelische Vemeiudr.

In der Stadtkirche.

Samstag den 23. April.

Nachmittags 2 Uhr: Beichte. Pfarrer Schlosser.

Sonntag den 24. April. Misericordias Domine. Gottesdienst.

vormittags 9Vs Uhr: Gonfirmation der Kinder aus der Malthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser.

Feier des heil. Abendmahls.

Eoüecte für die Armen.

Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Dr. Heußel.

In der Johanneskirche.

Samstag den 23. April.

Nachmittags Uhr: Beichte. Pfarrer Dingeldey.

Sonntag den 24. April.

Vormittags 9Vs Uhr: Pfarrer Dingeldey.

Confirmation der Kinder aus der Lucas- und der Militär­gemeinde. Feier des heil. Abendmahls.

Nachmittags 2 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann.

Vorbereitung hierzu: Samstag Nachmittag 4 Uhr.

Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann.

Collecte für die Armen.

Katholische Gemeinde.

Samstag den 23. April.

Nachmittags um 4 Uhr und Abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte.

Sonntag den 24. April. 2. Sonntag nack Ostern.

Vormittags von 6Vs Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe: vor und tn derselben Austheilung der heil. Communion.

um 8 Uhr: Die zweite heil. Mesie;

um 9Vs Uhr: Hochamt mit Predigt.

Nachmittags um 2 Uhr: Christenlehre: darauf Andacht.

GotleSdien- der israelitischen ReligiouSgeseüschast.

Sabbathfeier am 23. April 1898.

Freitag Abend 7« Uhr, Samstag Vormittag 8 Uhr Predigt, Nachmittag 4 Uhr, Sabbathausgang 8*> Uhr.

Nachmittag 3" Uhr Schrifterklärung in der Synagoge.

Wochengottesdienst Morgens 6#° Uhr, Abends 8* Uhr.

Neueste Nachrichten.

Depeschen des BureauHerold*.

Darmstadt, 22. April. Der Großherzog ,ist gestern Abend 10®/4 Uhr mit seinem Adjutanten nach Dresden zu den JubtläumS-Feierlichketteu adgereist.

Berlin, 22. April. Zur Affaire Grünenthal wird heute berichtet, daß gestern die 44000 Mark in Tausend- nnb Hundert Mark Scheinen, welche Grünenthal auf dem Kirchhofe versttckk hatte, der RetchSba'nk überliefert worden find, deren zuständige Beamte ein schriftliches .Gutachten darüber abgeden sollen, ob eine Fälschung im Sinne deS Gesetzes vorliegt. ES bandelt fich also um die Formulirung der Anklage gegen die verhafteten. Gegen Frau Eng wird vermuthlich nur wegen einfacher Kuppelei verhandelt werden, weil sie in ihren Wohnräumen da« Berhältniß zwischen Elli Goltz und Grünenthal duldete.

Berlin, 22. April. Gegen den verantwortlichen Redacteur deSKleinen Journal" hat die Polizei wegen eine« von Julius Stettenheim verfaßten Artikels:Was einem Nüchternen in Berlin pasfiren kann", Anklage wegen Beleidi­gung erhoben.

Karlsruhe, 22. April. Der officiölenSüddeutschen Reichs-Correspondenz" zufolge ist der 16. Juni al- der Termin für die Reich-tag-wählen festgesetzt.

Wien, 22. April. Im Befinden de- schwer erkrankten Erzherzogs Leopold ist eine weitere Verschlimmerung eingetreten.

«rüffel, 22. April. Don Carlo-, welcher hier ein- getroffen ist und imHotel Bellevue" abstteg, gedenkt längere Zeit hier zu bleiben, um die Ereiguiffe in Spanien zu ver­folgen. Sein Secretär erklärte einem Journalisten, der Prätendent werde während de- Krieges eine Zuschauerrolle beobachten. Sollte Spanien jedoch mcht den Kampf bis aufs äußerste fortsühren und einen schmählichen Frieden schließen, so werde er nicht zögern, einen Bürgerkrieg wie 1873 her- vorzurufen.

TemeSvar, 22. April. In der Menagerie von Kozka wurden während der Vorstellung drei Löwenbändiger von Löwen angegriffen und zerfleischt.

Pari», 22. April. Zahlreiche Offiziere, Unteroffiziere und Matrosen haben beim Ministerium um die Erlaubniß nachgesucht, für die Spanier kämpfen zu dürfen.

Pari», 22. April. Nach Meldungen au- Madrid dürften die Feindseligkeiten am Sonntag beginnen. Spanten ist entschlossen, den ersten Angriff durch Amerika erfolgen zu laffen. Der spanische Gesandte Bemade verbleibt bis auf weitere Ordre au- Madrid in Canada.

London, 22. April. AuS Jacksouville kommt die Meld­ung, daß die amerikanische Flotte gestern Abend bet Krywest umer Dampf gestanden hat, bereit, tn einer Stunde tn See zu geben.

London, 22. April. Ein etvflußretcher Diplomat hatte gestern mit Chamberlain eine Unterredung über den spa­nisch-amerikanischen Confltct. Chamberlain äußerte sich tn folgender Weise: Amerika wird siegen. Spanien ist ein tapfere- Volk von großer patriotischer Begeisterung, aber da- genügt nicht. Beweis hierfür ist der griechisch-türkische Krieg.

London, 22. April. DieTimes- erfahren aus Havanna, in gut unterrichteten Kreisen wird verfichert, daß fich nicht über 80,000 Tonnen Kohlen aus Cuba be­finden.

London, 22. April.Daily Chronicle" meldet au« Washington, der spanische Gesandte babe beim Verlaffen der Staot fich dahin geäußert, er wolle fich nach Canada

begeben, um die weiteren Befehle seiner Regierung abzu­warten.

London, 22. April. Au« Rew-Orlean« wird ge- meldet, zahlreiche Familien verlaffen die Stadt, da man ein scharfe« Bombardement der Stadt durch die Spanier für die allernächsten Tage befürchtet.

London, 22. April. Au« New-York wird berichtet: ES verlautet, da« fliegende Geichwader habe Befehl erhalten, mit dem Geschwader von Seywest Cuba zu bombardiren. DaS Geschwader soll nach den Philippinen abgehen.

Belgrad, 22. April. Paste erhielt eine Vorladung vor Gericht, nm fich wegen MajestätSbeleidiguug zu verantworten, von der Verhaftung desselben ist vorläufig Abstand genommen worden. Die Einberufung der Skuptschina ist unmittelbar bevorstehend.

Madrid, 22. April. Infolge der gestrigen Sitzung der Corte« ist eine vollständige Ministerkrist« außgedrochrv. Sagasta Überreichte die Demisfion de« gelammten Cadinet«, doch dürfte Sagasta <m Amte verbleiben, wofür sich in«» besondere Marschall Martinez Campo« au«,elprochen hat.

Madrid, 22. April. Sagasta verweigerte die Ent- gegennahme des Ultimatums und ließ Woodford, al« er im Auswärtigen Amte erschien, seine Päffe zustellen. Woodford ist noch gestern Abend mit dem Süd-Expreßzuge nach Biarritz abgeretst. Bei seiner Abreise waren vor dem Bahnhofe mehrere huuderr Menschen anwesend, welcheHoch Spanien! Hoch der Krieg!" riefen. Gegen Amerika wurden aber keine Rufe laut. Im Ministerrath stellte Sagasta der Königin-Regentin das Anerbieten, welches fie auch an­nahm, sie möchte die Führer der verschiedenen politischen Parteien zu Rathe ziehen und eventuell ein andere- Cabiner berufen. Das Verbleiben des Ministeriums ist indeffen wahr­scheinlich. Der KricgSminister unterzeichnete den Mobil- machungSbefehl für da- gelammte Landheer. Alle amerika­nischen Consulate find militärisch besetzt, um Gewaltthaien zu verhindern. Die erste Maßregel der spanischen Regierung ist die Absendung von Verstärkungen nach Porto rico, welche« durch daS amerikanische fliegende Geschwader bedroht erscheint. Auch von Cuba geht ein Bataillon nach Portorico ab. Nach einer Meldung au- New York ist daS atlantische Geschwader bereit- abgegangen, um die Eröffnung der Blokade von Havanna herzustellen.

New-York, 22. April. Spanien- Haltung hat hier sehr aufregend und verwirrend gewirkt. Die leitenden Stellen scheinen rathlo«. Die Aufregung der Bevölkerung ist außerot deutlich. Spaniens Flottt, die jetzt bei Cap Verde mobil macht, wird vor New-York oder einem anderen nörc- lichen Hafen erwartet, was Amerika zwingen würde, einen Theil oder die gesammte Flotte von Cuba zurückzuziehen.

New-York, 22. April. Der General-Postmeister Garg d e m i s s i o n i r t e. Er war im Cabtnet der eifrigste Friedens- freund. Sein Nachfolger Charles Euorh Smith, Besitzer der Philadelphia Presse, ist ein hartherziger Mann.

New-York, 22. April. Die Mächte wurden gestern ver­ständigt, daß der Kriegszustand etngetreten fei. einer formellen Kiteg-erklärung wird wahrscheinlich Abstand genommen.

WB. New-York, 21. April. Da« fliegende Ge­schwader von Hamptouwoad« erhielt den Befehl, au-zulaufen; eS wird geglaubt, daß dasselbe mit dem Kehwest- geschwader bet der Blokade Cuba- zusammen wirkt. Die Nachricht, daß daS Stillenweergeschwader bereit« nach den Philippinen beordert sei, ist unbestätigt.

WB. Washington, 21. April. Der Senat de- Repräsentantenhause» ermächtigte vorläufig den Prä­sidenten, die Ausfuhr von Kohlen und anderen im Kriege gebrauchten Materialien zu verbieten. Die Truppen werden in den Südhäfen und Go lhäfen schnellmöglichst concentrirr. Nach Annahme der Freiwilligen Bill wird Mac Kinley 100,000 Mann aufrusen, 80,000 sollen in Cuba mit der jetzt bereit- versammelten regulären Armee wirken und 20,000 mir Artillerie bei dem Küstenschutz unterstützen. Der Senat nahm die Fr:iwilligen-Bill an.

WB Washington, 21. April. Nach Erachten des Staat-deparrement- besteht der Kriegszustand zwischen Spanien und den Bereinigten Staaten, wofür Spanien verantwortlich gemacht wird.

ikluniiitimidiiiiuiPii

«kffeullichk Aufforderung.

Die Gemeinde Etting-Hausen hat die Ersitzung der in der Gemarkung Ettingshausen gelegenen Grundstücke I 31 Hofraum die Dorfgärten, der Gemeinde ohne Erwerbstitel un­geschrieben, uno I 2161 Wege, Niemanden zugeschri^ben, bescheinigt.

Auf Antrag dieser Gemeinde werden alle Diejenigen, welche An­sprüche an eines der oben genannten Grundstücke bilden zu können glauben, aufgefordert, solche bis zum 1. August 1898 bei unterzeichnetem Gericht an­zumelden, widrigenfalls die Ersitzung durch die Antragstellerin angenommen bezw. dieselbe als Etgenthümerin vermuthet wird und die zu dem Einträge im Grundbuche erforderliche Urkunde ausgestellt werden wird.

Laubach, den 16. April 1898. Großherzogliches Amtsgericht.

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