In Amerika verstorbeneHessen. In Bucyru», O., Frau Mary Sexauer Wtttwe, geb. Ruppeu-berger, 68 Jahre alt, aus Hessen-Darmstadt. — Ja PortSwouth, O., Johu Wilhelm, 65 Jahre alt, aus Heppenheim a. d. B. — Ja Troy, N. N, Frau Marie Kunz, geb. Bolp, 45 Jahre alt, au» Gießen. — In MaSeoutah, Jll., Johann Georg Trautmaun, 79 Jahre alt, au» Rohrbach. — In Belleville, Jll., Christian Dingel, 79 Jahre alt, au» Lauterbach.
Wetterbericht. Ueber ganz Europa ist das Barometer gestiegen. Dagegen hat fich Über der Ostsee ein Maximum von über 775 Milimeter ausgebildet. Die Luftdruck-Ber- theilung ist aber sonst noch allgemein unregelmäßig und besteht namentlich die über dem Mittelmeergebiet gelegene Depression noch fort, unter deren Einfluß die Witterung allenthalben trüb geblieben ist. An den meisten Orten sind Niederschläge gefallen, dieselben dauern zumal im Süden unseres Gebiete» noch an. Im Gebirge ist wieder Schneefall eingetreten. — Voraussichtliche Witterung: Etwas bessere», im Süden noch meist trübes Wetter mit zeitweisen Niederschlägen.
* Obbornhofen, 19. October. Heute Morgen gegen 12 Uhr passirte am Bahnhof Obbornhofen-Bellrr»heim ein Unglück, welchem leicht zwei Menschenleben zum Opfer fallen konnten. Der Landwirth Hch. Kour. Hermann Ruppe! und der bei ihm bedienstete I. KauS au» Muschenheim fuhren au die Bahn, um Zwetscheu zu verladen. Beim Rangiren des Güterzuges scheuten die Pferde und gingen durch, wobei es über Gräben und Böschungen ging. Kau», der die Zügel noch fest hielt, wurde vom Wagen geschleudert, die Rader gingen ihm über da- eine Bein, wodurch er einen schweren Bruch oberhalb de» Knöchel» erlitt. Ruppel, der die Pferde vorn an den Zügeln hielt, wurde, al» e» über einen Graben ging und der Wagen arg schwankte, bei Seite geschleudert, wobei er einen Hufschlag auf die Brust erhielt, Die Pferde liefen nun bittet auf da» Bahngeleise und trabten vor dem dahinfahrenden Zuge her, bi» au den Bahnhof Berstadt, wo sie eiugefangen wurden. Der telephonisch herbeigerufene Herr Medicinalrath Dr. Rouge von Hungen constatirte bet Ruppel keine schweren Verletzungen. KauS wurde nach Anlegung eines Verbände» in» Spital nach Hungen verbracht.
GrLaberg. 19. October. Trotz de» unfreundlichen Wetter» übte auch der diesjährige B a l l m a r k t wieder feine Anziehungskraft au». Au» der näheren und weiteren Umgebung fanden fich die Marktbefucher in großer Anzahl ein, und auf dem zwischen Londorfer und Gießener Straße gelegenen geräumigen Marktplatze herrscht besonder» Nachmittag» bunt bewegte» VolkSfesttreiben. — Der am Vormittag stattgehabte Viehmarkt war mit Schweinen und Rindvieh sehr stark befahren- e» mögen an 2000 Schweine und etwa 500 bi» 700 Stück Rindvieh aufgetrieben gewesen sein. Der Handel mit Ferkeln war infolge der sehr mittelmäßigen Kartoffelernte nicht so lebhaft wie sonst am Gall- markt, und die Preise waren etwas gedrückt. Sech» bi» zehn Wochen alte Ferkel kosteten 25, 30 bi» 35 Mk. da» Paar, ältere wurden zu 38 bi» 50 Mk. je nach der Qualität abgesetzt. Nach Läufern oder sogenannten Etnlegeschweinen herrschte stärkere Nachfrage, und waren die Preise infolge deffen bester. Da» Paar Läufer galt 85 bi» 100 und 110 bi» 120 Mk. Durch den überaus reichen Futtersegen find die Preise de» Rindviehes bedeutend in die Höhe gegangen. Jüngere Rinder wurden zu 110 bi» 160 Mk., ältere zu 200 bi» 250 Mk. verkauft; gute Milchkühe kosteten 300 bi» 400 Mk.
§ Elpenrod, 20. October. Ein großer Zug Zigeuner auf 5 bi» 6 Wagen kam gestern durch unfern Ort. Die Schaar gehörte nicht zu denjenigen, die sonst nach längerer oder kürzerer Zeit wtederkehren, sondern wüsten ihrem Wagen- und Pferdematerial nach, weiter her sein. Da- letztere war nicht schlecht, und die Zigeuner zeigten fich auch alsbald als Pferdehändler. Da ein hiesiger Landwirth Lust darnach trug, ein Pferd zu erwerben, so ward alsbald ein Handel abge- fchloffen. Die Zigeuner hatten doS Pferd als absolut „fromm" verkauft und seine guten Eigenschaften mit der ihnen eigenen Lebhaftigkeit gehörig gerühmt. Kaum aber war der Trupp au» dem Weichbild der Ortschaft verschwunden und der Käufer wollte sein neu erworbenes Pferd anschirren, da zeigte sich dasselbe so störrtg und ungehalten, daß seine» Besitzer der Ankauf reute. Er eilte den Zigeunern nach und verlangte sein Geld zurück, da sie ihn schmählich betrogen. Bon einer Herausgabe der Kaufsumme wollten die braunen Gesellen aber nicht» wtffen. Da wandte fich der Landwirth in seiner Noth au die GenSdarmerie zu Ruppertenrod und rkqairirte dieselbe. In Ermenrod trafen die Gen-darmeu auf die Bande, aber Letztere wollte immer noch nicht» von dem HerauSgebeu der Kaufsumme wiffen. Erst auf die Drohung der Gendarmen, zur Verhaftung zu schreiten, rückten die braunen Pferdehändler mit der Geldsumme heran» und nahmen wieder ihr „fromme»" Pferd zurück. Die Lehre au» diesem Pferdehandel: „Mau laste von Zigeunern!"
§§ Ermenrod, 20. October. Geflügelzüchter dürste e» iutereffiren, daß ein hiefiger Landwirth eine Henne besitzt, welche im Lause diese» Jahre» dreimal gebrütet und ihre Brut ausgezogen hat.
Butzbach, 20. October. Beim Begehen der Strecke Butzbach-Langgöns entdeckte gestern Morgen gegen 4 Uhr der Bahnwärter Diehl zwischen den Geleisen einen männlichen Leichnam. Demselben war der Körper mitten durchgesahren, außerdem auch der Kopf vom Rumpf getrennt. ES wird vermuthet, daß der Verunglückte al» Pastagier de» gestern Nacht 1,12 passtrenden Zuge» die Plattform betrat und von da abstürzte. Nähere» über die Persönlichkeit de» Verun- glückten ist bi» jetzt noch nicht ermittelt worden- derselbe scheint den besteren Ständen anzugehören, denn der Getödtete war mit einem Pelz bekleidet.
4- Daueruheim, 20. October. Unser letzthin verschwundener Einwohner Kämmer ist uavrrmuthet in der alten
Scheuer seine» Schwiegervater» versteckt aufgefundeu worden. Offenbar wieder in einem geiste»verwirrten Zustande suchte Kämmer, ohne von den Angehörigen beobachtet worden zu sein, daS genannte Gelaß in voriger Woche auf und blieb daselbst fast eine Woche verborgen, bi» er gestern Abend zufällig entdeckt wurde.
O Darmstadt. 19. October. Hermann Sudermann erschien heute auf dem Hoftheater mit seinem Erstlingswerk, das ihm den Weg zum Theater bahnte, „Die Ehre" und hatte daffelbe ein außerordentlich zahlreiche» Publikum versammelt. Daß da» in erster Linie auf den Bühueneffect ausgehende Stück eingeschlagen, bewiesen die zahlreichen Hervorrufe de» Abend», die in erster Linie den Darstellern de» Heinecke'schcn Ehepaare-: Frl. Denkhausen und Herrn Biebeg, der Alma: Frl. Walther, sowie de» Grafen Traft: Herrn Hacker, galten.
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Vor 39 Jahren, am 22. October 1855, starb zu Kaffe! Ludwig Spohr, der König der Violinspieler. Im hohen Alter hatte er das Unglück, den linken Arm zu brechen, sodaß er sein geliebtes Instrument ganz bei Seite legen mußte. Spohrs „Concerte für Violine" und „Violinschule" schätzt jeder Musikfreund. Der Meister wurde am 5. April 1784 zu Braunschweig geboren.
VerinLschtes.
* Frankfurt a. M., 18.October. Ein interessanter Vorfall spielte fich dieser Tage zwischen zwei Brautleuten ab. Zur bevorstehenden Hochzeit hatte fich die Braut Stoff zu einem Brautkleid gekauft. Die Verlobung ging zurück, und der Bräutigam weigerte fich, zu zahlen. E» kam zur Klage. Da Zahlung-unvermögen vorlag. kam der Gerichtsvollzieher und wollte pfänden, fand jedoch nur da» bewußte Kleid vor. Diese» kam zur Versteigerung und fiehe da — der Exbräutigam löste eß mit 200 Mk. ein. Die Folge dieser Sinnesänderung war Versöhnung und Hochzeit.
♦ Ranenthal, 19. Oktober. Der WeingutSbrsitzer Wilhelms, der hier 82 Morgen Weinberg besitzt, deren Ertrag zu den besten und feinsten der ganzen Gemarkung und de» berühmten Rheingane» zählt, will in diesem Jahre gar nicht lesen, weil die Lesekasten sich höher stellen würden, al» der Erlös au» den Trauben. Eine so traurige Weinernte kennt der Rheingau seit Menschengedenken nicht.
* Messung und Wägung vou Schulkindern. Der „Globus" (Herausgeber Dr. R. Andree, Verleger F. Vieweg u. Sohn in Braunschweig) schreibt: G. Salomon wendet seine Aufmerksamkeit der Meflung und Wägung von Schulkindern zu, wie deren praktischen Consequenzen für die Lösung einiger hygienischer Schulfragen (Differt., Jena 1898). Untersuchungen über die verschiedene Entwicklung je nach der Lage der Ferien im Juli oder August und nach ihrer Länge wären sehr zu wünschen. In Betreff der Osterferien scheint e» geboten, anzunehmen, daß ihre stetige Verlegung auf den Monat März von Vortheil wäre. Ferner glaubt Berfaffer betonen zu sollen, daß, vom wedicinischen Standpunkte au» betrachtet, entweder der Unterricht erst mit dem siebenten Lebensjahre beginne, oder daß wenigsten» eine ärztliche Untersuchung aller Schulkinder vor dem Eintritte in die Schule erfolge, damit die schwächeren ein Jahr zurückgestellt werden — oder daß die Kinder in dem ersten Schuljahre nur wenige — drei — Stunden in und für die Schule beschäftigt werden, wa» ja auch an vielen Orten bereit» der Fall ist. Sicher hebt fich der Umstand au» allen Untersuchungen heran», daß die zwei bi» drei Jahre, welche der Pubertät vorhergehen, durch schwache Entwicklung gekennzeichnet find. Da» neunte bi» zwölfte Jahr ist eß hauptsächlich, welche» dringend Schonung erheischt, und eß ist anzunehmen, daß diese Schonung dem Körper viel Nutzen bringt, dem Unterrichte aber keine-weg» schaden würde, da die nächsten Schuljahre einer um so befferen und intenfivereu Ausnutzung fähig wären.
* 3m physiologischen Institut der Universität Bonn wurden vor Kurzem intereffante Versuche angestellt, durch welche der Aufwand von Kraft beim Radfahren festgestellt werden sollte. Die Versuche wurden auf einer speciell für diesen Zweck hergestellten Bahn von 250 Meter Länge angestellt. Einer Veröffentlichung de» Internationalen Patent- burrau» Carl Fr. Reichest, Berlin NW. 6, entnehmen wir über die erhaltenen Resultate Folgende»: Ein Fahrer, deffen Körpergewicht 70 Kgr. betrug, benutzte eine Maschine von 21,5 Kgr. Gewicht, auf welcher er mit einer Geschwindigkeit von 15 Kilometer in der Stunde fuhr. Er verbraucht für jeden durchfahrenen Meter 4,8 Cub.Centimeter Sauerstoff. Fuhr er dagegen nur mit 9 Kilom. Geschwindigkeit, so nahm der Sauerstoffverbrauch um 6 pCt. ab, während er bei einer Steigerung der Geschwindigkeit auf 21 Kilo», um 18 pCt. stieg. — Gleichzeitig wurden Controlluntersuchungen an Fußgängern angestellt, die einen VergleichSmaahstab ergeben sollten. Man fand, daß ein Radfahrer, welcher mit mittlerer Geschwindigkeit fährt, 72 Liter Sauerstoff verbraucht, während der Fußgänger mit nur 59 auskommt. Darau» folgt, daß der Kraftaufwand beim Radfahren etwa 22 pCt. höher ist, al» bei einer Fußwanderung. Der Mehraufwand wird nicht etwa durch daS zu bewegende höhere Gewicht verursacht, sondern vielmehr durch den Widerstand der Athmosphäre. Daher kommt e» auch, daß dieser Mehrverbrauch in ganz augenscheinlichen Beziehungen zu der Geschwindigkeit der Fahrt steht.
• Die Lese» vnd Redehalle der deutschen Studenten in Prag feiert am 24. November 1898 da» Jubiläum ihre» 50jährigen Bestehen». Am 23. November Abend» ist Begrüßung der auswärtigen Festgäste- 24. November Mittag»: Fahnenweihe, Festversawmlung - Abend»: Festcommer»- 25. November Abend»: Festvorstellung im Neuen deutschen Theater. Ein von zahlreichen deutschen Profefloren, Politikern, Studenten usw. unterzeichneter Aufruf ladet zu dieser Feier ein, mit der zugleich eine Schillerfeier verknüpft ist.
In dem Ausruf werden die Verdienste der Lese- und Rete-» Halle für da» Deutschthum sowie für die Geiste»- und Herzen-r- bildung der deutschen Studentenschaft geschildert- am Schluffe heißt eS: ,,E» ist bekannt, unter welchen drangvollen Vrr- hältniffen da» Deutschthum Prag» fich treu und tapfer behauptet und alle seine Kräfte daran setzt, großen Ueberüefernngeo gerecht zu werden und seinen Angehörigen die nationale Zukunft zu sichern. Die treuen Volksgenossen verstehen darum gewiß die Bedeutung der Feier, die wir begehen, und der Zwecke, die wir in den Tagen feierlichen Gedenkens vor Augen haben. Und so geben wir uns auch der Zuversicht hin, daß sie alle dem bedeutungsvollen Feste, zu dem wir sie hiermit einladen, ihre volle Theilnahme entgegenbringen und die mit der Feier verknüpften Unternehmungen in vielbewahrter nationaler Treue und Opferwilligkeit nach Kräften fördern werden."
♦ GoetheStandbild in Straßburg. Man ersucht un» um Abdruck de» folgenden Aufrufs: DaS kommende Jahr 1899 bringt den 15 0. Geburtstag Goethes. Unvermindert und unvergänglich glävzt der Ruhm unsere» größten Dichter», den zugleich die Weltliteratur zu ihren besten Namen zählt. Goethe zu feiern hat Sttaßbnrg ein besondere» Anrecht. Die Universität nennt ihn ihren berühmtesten Studenten. Da» Münster ist von ihm zuerst wieder al» ein Denkmal wahrer und großer Kunst gepriesen worden. Straßburg und da» Elsaß hat er4tl» Grei» noch in einer Schilderung voll Liebe uvd Schönheit verherrlicht. Hier hat Goethe die Vollkrast seiner Jugend erlangt. Hier ist er al» Dichter von zierlicher Tändelei zu stürmischer Empfindung fortgeschritten. Hier hat er „Götz" und „Faust" geplant. Diese herrliche Jüng» lingSgestalt würdig und dauernd vor die Augen der Nachkommen zu stellen, wird eine reizvolle Aufgabe für den bil° denden Künstler sein. Längst und von verschiedenen Seite« erwogen ist der Gedanke, dem jungen Goethe in Straßburgs ein Standbild zu errichten, im vergangenen Juni angeregt und jetzt mit vereinten Kräften in Angriff genommm worden. Mit der Bitte um Beiträge dazu wenden wir un» an die Bewohner des Elsaß: mögen fie Goethe da» begeisterte Lob ihrer Heiwath vergelten! Wir wenden un» an die deutschen Studenten: fie dürfen mit Stolz auf Goethe al» daS Vorbild edlen Wiffendrange» und frischer Jugendlust Hinweisen. Wir wenden un» an jeden Deutschen, der deutsche $rt und Kunst liebt, — an die Gebildeten der ganzen Welt, denen Goethe frohe Stunden geistiger Erhebung bereitet hat. Dem Comitv, an deffen Spitze al» Protector der greife Groß- Herzog von Sachsen-Weimar steht, gehören die Träger der vornehmsten Namen im geistigen und öffentlichen Leben Deutschland» an. Beiträge werden bei der Bankcommandite Kaufmann, Engelhorn & Co. in Straßburg, sowie bei der Bank für Handel und Industrie in Darmstadt und deren Filiale in Frankfurt a. M., ferner bei Herrn Bankier Alexander Meyer Cohn in Berlin, Unter den Linden 11, und Herrn Commercienralh Dr. Moritz in Weimar n. A. m. in Empfang genommen.
♦ Die Verwendung von Fahrrädern im militärische» Dienste. Bei der Feld- und Fußartillerie waren Fahrräder bisher osficiell noch nicht eingesührt. Nach einer dieser Tage erfolgten krieg-ministeriellen Verfügung sollen jedoch auch von jetzt ab Fahrräder bet diesen Waffengattungen eingesührt und dafür geeignet erscheinende Leute im Fahren damit ausgebildet werden. Die betreffende Bersügung besagt, daß jede Abtheiluug der Feldartillerie vorläufig ein Fahrrad zu erhalten hat, und jede» Bataillon der Fußartillerie soll deren zwei erhalten. Außerdem erhält aber auch jedes Infanterie-Bataillon zu den schon vorhandenen noch zwei weitere neue Fahrräder. Mit der Lieferung der be- willigten neuen Fahrräder ist eine leistungsfähige Fabrik in Düffeldorf betraut worden. Bor der Abnahme der neuen Räder find dieselben zuvor von einer Commission zu prüfen und erst bei tadelloser Beschaffenheit abzunehmen.
• Eine Melodie für da» beste Mosellied. DaS Trar- bachrr Casino schreibt jetzt die Bedingungen für den musikalischen Wettbewerv au», der sich an die von unß in ihren Ergebnissen erwähnte Concurrenz um da» beste Moselweinlied knüpfen soll: Unter den preisgekrönten Liedern hat der Tonjttzer die Wahl. Die Melodie soll womöglich volkSthümlich gehalten sein. Zunächst wird nur Melodie mit Begleitung gewünscht. Bei der Einsendung an daS Trar- bacher Casino soll der Name deS Tonsetzer» in geschloffenem Briefumschlag enthalten und Umschlag wie Lied mit einem Merkspruch bezeichnet sein. Die EinsendungSfrist läuft mit dem 31. December 1898 ab. Al» Preis find 500 Flasche» der Jahrgänge 1893 und 1895 ausgesetzt. Sollten mehre« Compofitionen al» gleich gut preisgekrönt werden, so wird der Preis getheilt. Da» Lied bleibt Eigenthum de» Ton-- setzer», doch wird die BeröffentlichungSbefugniß aller Compofitionen ausbedungen.
♦ eine SchiffScatastrophe. Der deutsche Dampfer „Trinidad", der mit einer Ladung von Feuerungsmaterial für dil deutsche Flotte in Ostaficn von Hamburg nach Kiautschor unterwegs war und dort al» Hulkschiff benutzt werden sollte, ist, wie nunmehr in Bestätigung früherer Annahmen festgestellt wurde, in der Straße von Formosa einem schwere» Taifun zum Opfer gefallen. Da» Deckhaus mit alle» Signalflaggen wurde von den Wogen fortgeriffeu, sodaß eß der Bemannung schwer war, den vorüberfahrenden Schiffe» Nothfignale zu geben. Zwei Dampfer fuhren vorbei, ohne die schlimme Lage der „Trinidad" zu bemerken. Endlich brachte der englische Postdampfer „Rohilla" den Schiffbrüchigen Hilfe, nachdem diese bereits zwei Tage auf Schiffs- zwieback und Waffer angewiesen gewesen waren. Trotz de» hohen Seegange» gelang eß endlich doch zwei Boote» der „Rohilla", an die „Trinidad" heranzukommen und die ganze Bemannung von 20 Personen einschließlich eine» Fahrgastes, sowie ihre Privatsachen zu retten. Der Capitän ber „Rohillo" ließ seinem Collegeu von der „Trinidad" empfehlens seinen Dampfer wom-glich zum Sinken zu bringen, wenn c< ihn verlassen wolle, damit er in der von Fahrzeugen allr«


