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Erstes Blatt.
Samsiaq den 22. Oktober
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Deutsches Reich.
Berit*, 18. October. Zur Kaiserreise nachJeru- falt». Der Reifer »ar auf seinem Mittwoch früh unter- nommenen Ritt von Iedikul über (tjnb am Goldenen Horn nach dem Merasfim-Ktosk zurück außer von der türktschro Butte nur vom Hauptmann Morgen begleitet. Um 121/, Uhr fand, wie aogekündtgt, tu Merasfim-KioSk der Empfang der Botschafter mit ihren Damen statt. Morgen früh 9 Uhr er» folgt die Fahrt auf der auatolische» Bahn. — Se. Majestät Hälfet Wilhelm empfing die hier beglaubigten Botschafter und den päpstlichen Delegaten, Msgr. Bonelli, in besonderer Audienz. Staatssecretär Staatsminister v. Bülow stattete dem Großvezier und de« Minister des Aeußeren Besuche ab. De« Großvezier überreichte der Staatssekretär im Auftrag des Kaisers den Schwarzen Adlrrorden. — Der Kaiser ver« lieh de« Botschast» Frhru. v. Marschall btt Brillanten zu« Großkreuz des Rotheu Adlerordeus. De« deutschen Delegirteu im Berwaltungsrath der türkischen Staatsschuld, Geh. Legat, ons- rath Lindau, wurde der Eharakter als Wirkt. Geh. Legattons- rath mit dem Rang der Räthe 1. Klaffe verliehen. — Am Dienstag Abend gab der Sultan in yildiz eine große Fest' täfel von über 100 Gedecken. Der Sultau hatte die Kaiserin zur Rechten, den Kaiser zur Linken und unterhielt fich mit beide» Majestäten während des ganzen Mahles angelegevt- ltchst. Der Park war feenhaft erleuchtet. Nach der Tafel unterhielt fich der Sultau mit dem Staatssekretär Staats- Minister v. Bülow und anderen Herren des katserl. Gefolges, während Kaiser Wilhelm den Grohvezier, den Minister des Aeußeren und eine große Anzahl türkischer höherer Militärs ins Gespräch zog. — Ihre Kaiserlichen Majestäten kehrten gestern Abend von der prachtvollen Beleuchtung der Ufer des Bosporus erst um Mitternacht zu Schiff nach Mdiz zurück. Doonerstag früh begaben Ihre Majestäten fich nach dem astatischen Ufer und von dort mit der Anatolischeu Bahn nach Hereke, wo die große Tcpptchfabrtk Sr. Majestät des Sultans deftchtigt wurde. Die Rückkehr nach Konstantinopel erfolgte gegen Abend. — Die seit Montag erscheinende tllustrirte Beilage des türkischen Blattes ^Sabah" bringt täglich auf den hohen Besuch bezügliche Beiträge, o. A. Biographien des deutschen Kaiserpaares, Beschreibung von Kriegsschiffen, statistische Angaben und Daten aus der deutschen Geschichte, und beginnt mit einer Beschreibung Syrien» und Palästinas. Der gestrige Festartikel des ,®abat* betont, der großartige Empfang des Kaiserpaares am Dienstag habe die zwischen beiden Staaten und Herrschern bestehende Freundschaft eklatant bewteseu. Das Blatt empfiehlt allen Türken dir Erlernung der Sprache Deutschlands, besten Heerwesen, Wissenschaften, Literatur, Industrie unb Handel rnustergiltig seien. Das Erlernen der deutschen Sprache sei unbedingt uothwendig infolge der engen Berbindungeu und fich mehrenden Handelsbeziehungen. Die Bevölkerung ziehe bereits jetzt deutsche waareu vor. — Auch die anderen türkischen Blätter veröffentlichen derartige sympathische Kundgebungen. Die Zeitung „aXalumat* schreibt: Der zweite Besuch Kaiser wtlhelrns liefert den Beweis von der Festigkeit der Freundschaft zwischen Deutschland und der Türkei. Die Gegenseitigkeit der wohlwollenden und sympathischen Gefiunungen, die von den Deutschen kundgegebeu wird, macht uns dieselben liebenswerth. Die große ottomaoische Volksgemeinschaft vereinigt ftdf mit ihrem Padischah in de« willkommeusgruß au den Kaiser Wilhelm. Der warme Empsaug des Kaisers ist kein Ergebniß politischer Berrchuung. Tägl. Rundschau.
Berlin, 20. Oktober. Auf die unter« 3. Oktober von der deutschen Lolouial-Gesellschaft au den Reichskanzler ge- richtete Eingabe, das deutsch-englische Uebereiu- kommeu betreffend, ist vom Fürsten Hohenlohe am 16. ds. die Antwort eingegaogeu, in welcher es heißt: Ich bin nicht in der Lage, dem Gesuche zu willfahren, da sowohl feststehende diplomatische Gepflogenheiten wie auch wichtige politische Rückfichteu dem für jetzt noch eutgegeusteheu. Die kaiserliche Regierung wirb mit der Veröffentlichung nicht zögern, sobalb ihr eine solche ohne internationale Bedenken, wie ohne Gefährdung der eigenen Jntereffev Deutschlands möglich nutz angemeffeu erscheint. Die Verpflichtung, diese Jutereffeu unter allen Umständen wirksam zu wahren, bildet für die kaiserliche Regierung die alleinige Richtschnur ihres Verhaltens. Ich gebe mich der Zuverficht hin, die deutsche Eolonial-Sestllschaft, deren patriotische Bestrebungen ich gern anerkenne, werbe die Ueberzeugung gewinnen, daß die Leitung der ReichSpolttik dieser ihrer Aufgabe gerecht geworben ist.
M.P.C. Berlin, 21. Oktober. Sichere« vernehmen nach wirb der neue Gouverneur von Kiautschou Lapitän zur
See Iäschke nicht, wie bisher gemelbet worben, schon Anfang November, sondern erst im Laufe des Monats Deeember fich auf seinen neuen Posten nach Kiautschou begeben.
M P C. Berlin, 21. Oktober. Unsere industriellen unb Hanbelskretse knüpfen an bte Ortevreise des Kaisers Hoffnungen für bte Erweiterung bes deutschen Absatzes. Der Sultan hat gerade jetzt der deutschen Eiseubahugesellschast tu Kletuafieu die Erlaudniß ertheilt, einen Hafen zu bauen. DaS wird als eine gute vordebeutuog genommen. Der Befitz von Eiseubahuen und dir Eoncesfionen für Häfen haben dem Handel der Engländer und Franzosen große Erleichterungen geichafft. Diese sehlten Deutschland lange gänzlich, und dies fiel um so mehr ins Gewicht, da der Verkehr und die Transporte von Deutschland auS in Folge seiner geographischen Lage mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen Haden. Wenn die Handelsgebiete der Levante auch nicht die Ausdehnung und Bedeutung Haden, wie diejenigen OftafienS und Amerikas, so verdienen sie dennoch eine besondere Anf- «erksawkeit, da die Einfuhr jener Länder auf wett über eint Milliarde Reichsmark t« Jahre geschätzt wird, unb mit Sicherheit angenommen werden kann, daß dieselbe fich von Jahr zu Jahr nicht unwesentlich steigern wtrd.
M.P.C. Eine Zeitlang konnte eS zwetfelhast erscheinen, ob die Vorlage zu« Schutze Arbeitswilliger als preußischer Antrag oder als Präfidialautrag an den Bundes- rath gelangen werde. ES steht jetzt fest, daß daS letztere der Fall sein wtrd. Dte Vorlage wird t« ReichSamt des Innern auSgeardettet - Lommiffarien der anderen Reichsämter, welche mit in Betracht kommen, nehmen an der Vor- beratbang Thril.
M.P.C. Die Frage, in welcher Weise die Zusammen- faffuvg und anderweitige Gestaltung der Reffortverhättuiffe der Wasserbau-Angelegenheiten in Zukuost geregelt werden soll, befindet fich noch immer in der Schwebe. DaS letzte Wort in dieser Angelegenheit ist noch nicht gesprochen.
— Zum GouvernementSwechsei in Kiautschou. Der amtliche Telegraph meldet auS Tfiutaufort: „Der bisherige Gouverneur, Tapitän z. S. Rosendahl, welcher schon längere Zett kränklich war, ist neuerdings schwer erkrankt und mußte durch den Kreuzer „Kaiserin Augusta" nach Japan gebracht werden. Major Dürr übernimmt provisorisch den Posten des Gouverneurs." Hiernach scheint es, als ob die Abberufung des Gouverneurs Rosendahl sehr einfach zu erklären ist. lieber die Art der Erkrankung ist nichts Näheres bemerkt. Wir hoffen, bah eS sich um keine ernste Gefahr für das Leden de» verdienten Offiziers handelt.
Anslsvd
Wien, 20. Oktober. In den Kreisen der parlamentarischen Majorität verlautet, daß der Reichsrath nur noch 14 Tage dauern werde, da die Obstruktion und Opposition die rechtzeitige Erledigung des Ausgleichs ausschlteßeu.
Wien, 20. Oktober. Der russische Minister des Aeußero, Graf Murawiew, trifft morgen Nachmittag hier ein und wird vom Kaiser in besonderer Sudtenz empfangen werden, von hier reift Murawiew nach Livadia.
Bien, 21. Oktober. Die Ziele der Südslaven werden in der kroatischen Wochenschrift .Ervena HrdaiSka" dahin erklärt, daß fich Kroatien, Slavonien, Dalmatien, Istrien, Bosnien und dte Herzegowina zu einem Staatsgebilde im Rahmen der habsburgischen Monarchie mit kroattsch-oattonale« Eharakter und mit de« Mittelpunkt in Agram vereinigen. — In einen Aussatz, den »an dem Fürsten von Montenegro zuschreibt, wird ferner erklärt, es sei unerläßlich, daß alle Balkaustaaten einen verband schließen und dafür sorgen, daß Mazedonien eine selbständige Autonomie erlange. Io Eettioje, Belgrad, Sofia, Serajewo, «gram und Laibach mflffe man etnverstänblich ohne selbstsüchtige Ziele die Gefahr abweoden, welche dem Süden insbesondere seitens des Deutschthums drohe. Rnßland, diese Vormacht des Sladenthnms, werde mit allen Kräften dte Bestrebungen der Südslaven unter» stützen. — Gerade in dem Augenblick, wo die Südslaven mit weitgehenden Forderuogen an daS Ministerium Thun herantreten, find obige Darlegungen besonders bemerkenswerth.
Cscalc» und provinzielle».
Metzen, 21. Oktober 1898.
Theater Beretn. Wie aus de« Joserateutheil er- sichtlich, findet dte erste Vorstellung am Donnerstag den 27. October statt. ES ist gewiß für Manchen überraschend, daß schon die erste Aufführung eine Verschiebung erfahren muß, die Mitglieder werden aber, wenn sie die Gründe
erfahren, dem öoiftanbe gern Indemnität ertheilev. Fra» Prasch-Greven berg, der Gast des Abends gehört zu den bedeutendsten Vertreterinnen ihres Faches und ist am ,Btr- liner-T h eat er" eine gradezu unentbehrliche Kraft. Trotz de« fie nicht de« Röolgl. Theater angehört, interesfirt fich doch das Katserpaar angelegentUchst für die große Künstlerin, und als sie im vorigen Jahr an einer Krankheit schwer darnieder lag, die ihr auch das projectirte Gießener Gap- spiel unmöglich «achte, ließ sich der Kaiser wiederholt über das Befinden der Künstlerin Bericht erstatten. Diesmal ist keine Krankheit das Hlnderulß, auch handelt es sich ja nur um eine Verschiebung von einem Tage, und der Grund hierfür liegt lediglich in der Unentbehrlichkeit der Künstlettn im Berliner Kunstleben. Am 26. October hat Frau Prasch- Grevenberg an einer hervorragenden Aufführung dort mttzuwirkeo, und deshalb entsprach der Vorstand des Theater- Vereins, freilich nach einigem Zögern, galant der herzlichen Bitte der liebenswürdigen Künstlerin.
•• Aue Petition, welche fich gegen die Erschwerung der Vieheinfuhr in Deutschland richtet, bereitet der deutsche Fleischerverband vor. Dte Petition cireultrt bereits in den Städten. In der Petition wtrd ausgeführt, daß dte Fletscheinfuhr etwa den zwanzigsten Thetl des Fleischkonsums deckt. Da die Einfuhr fast ausschließlich auf den Bedarf der Städte entfällt, so macht fie dort zum Mindesten den sechsten Theil deS Lonsums aus und zwar vornehmlich den der minder- bemittelten Klaffen. Jasolge der Ausschließung fremden Viehes ist eine Steigerung der Fletschpreise eingetreten, die in Kleinhandel bisher noch nicht einmal tm vollsten Umfange zum Ausdruck gekommen. Die dte Einfuhr betreffenden Maß- nahmen Haden aber auch eine Verschlechterung der Fleisch- Nahrung zu Uugvnsteu der mtoderbemittelteu städtischen Bevölkerung nach fich gezogen. Dte Unterzetchner richten an dte Herren Reichstagsabgrordneten dte Bitte, zunächst daraus htnwtrkeu zu wollen, daß die Zufuhr lebenden ausländtfchrn Viehes nicht wehr als wie es bisher der aoschetnend nur vorgeschützte sanitäre Zweck erfordert, erschwert wird, sowie daß dte etngeführteu ausländischen Fletschwaareu an der Grenze so untersucht werben, daß auch der «tuderbemiitelte Mann sein Fletsch ohne Gesahr sür bte Gelunbheit seiner Familie unb mit Appetit essen kann.
•• Schulfiattftik. An sämmtltcheu Schulen unb Lehranstalten Hessens wirken gegenwärtig nach der letzten amtlichen Statistik runb 3050 seminaristisch gebildete Lehrkräfte, nämlich 2700 Lehrer und 850 Lehrerinnen. Davon find an den einfachen und erweiterten Volksschulen 2460 Lehrer und 215 Lehrerinnen aogestellt. Die übrigen 240 Lehrer und 135 Lehrerinnen Vertheilen fich auf dte höheren Lehranstalten, Lehrerbildungsanstalten, höheren Mädchenschulen, Vorschulen, Privatunterrichts Anstalten u. s. w. In den fünf größten Städten des GroßherzogthumS (Mainz, Darm- stadt, Offenbach, Worms und Gießen) wirken an den Volks- schulen 350 Lehrer = 14,2 pEt. der Gesammtheit unb 95 Lehrerinnen — 44,2 pEt. der Gesammtheit. Hier füllt sofort das ungleiche Berhältoiß der Lehrer und Lehrerinnen auf, indem von den ersteren nur etwa ein Siebentel, von den letzteren aber nahezu die Hälfte in den genannten fünf Städten augestellt find. Die Lehrerinnen haben also viel mehr Ehancen, In die Stadt zu kommen, als die Lehrer. — Nach einer soeben erschienenen Statistik gibt es in Hessen 13 erweiterte Handwerker-, Kunstgewerbe- und Fachschule* mit 1412 Schülern unb 120 Lehrern, 90 Zetchenschuleu mit 6314 Schülern unb 199 Lehrern unb 40 gewerbliche Fort- bilbuvgsschulev mit 1857 Schülern unb 86 Lehrern. Land» wirthschaftliche Wiulerschulen bestehen 10, unb diele waren in letzten Winter von 277 Schülern besucht. Im Groß- herzogthn« Hissen gibt eS zur Zeit 657 Volksschulen unb In über der Hälfte dieser Schulen und zwar in 380 wirb heute noch Schulgelb bezahlt. Die «elften Volksschulen «it Schulgeld hat die Provinz Starkenburg- von 219 Volksschulen wirb in 145 Schulgelb bezahlt, aber in Rheinhtfien wirb bei 168 Volksschulen nur noch in 48 Schulgeld entrichtet. Die meisten Schulen «it Schulgeld hat der Kreis Alzey, nämlich 26, bann folgen bie Kreise WormS mit 12, Oppenheim mir 4 und Bingen mit 1. Der Kreis Mainz bildet io ganz Heffen die Ausnahme, daß in keiner Volks- schule desselben noch Schulgeld erhoben wird, von der tat Ersatzjahr 1897/98 bei der Großh. Hess. (25.) Division eingestellten Mannschaft — 8638 — war Keiner ohne Schulbildung. Dasselbe war während der vorhergegangenen 20 Ersatzjahre noch viermal der Fall, nämlich 1896/96, 1893/94, 1888/89 und 1886/87. Die Gesammtzahl der ohne Schulbildung eingestellten Rekruten betrug während dieser Zeit 62 — 0,09 pEt. der sämmtlichen Mannschaften.


