Ausgabe 
19.7.1898 Erstes Blatt
 
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Les Innern Geheimerath Gustav Krug von Nidda zu genehmigen.

* AnS dem Großh. Ministerium. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, den Mtniftertalraih im Ministerium des Innern Geheimerath Dr. Juliu- Usiuger auf sein Nachsuchen, unter An­erkennung seiner langjährigen, mit Elser und Treue geleisteten ersprießlichen Dienste in den Ruhestand zu versetzen und dem­selben zugleich die Krone zu dem Comthurkreuz 2. Klaffe bei Verdienstordens Philipps del Großmüthigen zu verleihen­den Vortragenden Rath bei der Abtheiluog del Ministerium! del Innern für Schulangelegenheiten, Geheimen Oberschulrath W i l h e l m S o l d a n zum Mintsterialrath in diesem Ministerium und zum Borfitzenden von deffen Abtheilung für Schul- angelegeuheiteu, den Kreilrath bei Kreisel WormS Dr.Andrea! Breibert unb den Kreisrath bei Kreisel Lauterbach Ernst Braun mit Wirkung vom 1. August I. I. zu Ministerial- räthen im Ministerium bes Innern zu ernennen und letzteren mit dem Vorsitze der Oberen Landwirthschaftlichen Behörde zu beauftragen- den Dtrector de! Ludwig-Georgl-GymnasiumS zu Darmstadt Dr. Peter Dett weil er zum Vortragenden Rath im Ministerium bei Innern, Abtheilung für Schul- angelegeoheitev, unter Verleihung bei Amtstitels Oberschul­rath zu ernennen.

Kirchliche Dieustuachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, dem Pfarrer Wilhelm Bogel zu Dieburg eine evangelische Pfarrstelle an der Stadtgemeiude zu Darmstadt, Decanat Darmstadt, zu übertragen.

BrandverficherungSkammer. Seine Königliche Hoheit der Grotzherzog haben Allergnädigst geruht, den Rath bei der Provinzialdtrection Rheinheffen, Geheimen Regieruuglrath Dr. Karl Wolf in Mainz zum Vorsitzenden der Brand- verstcherunglkammer, unter Belassung bei Eharacterl als Geheimer Regieruuglrath, mit Wirkung vom 1. August 1898 au, zu eruenueu.

El hat in allen Kreisen der Bevölkerung aufrichtige! Bedauern hervorgerufen, daß unser verehrter Provinzial- director Freiherr v. Gagern unsere Stadt verlaffen muß. Nur sehr selten findet man in einem Beamten die Eigen­schaften vereinigt, die dem Scheidenden innewohnrn. Neben umfaffeude« aulgezeichueteu Keuntniffen im Berwaltuuglfache, die ihm schon all jungem Manne nachgerühmt wurden, besitzt er eine überraschende Gewandtheit tu der practischeu Be­handlung der Geschäfte feine! Amt!- er trifft, wie man zu sagen Pflegt, fast immer den Nagel auf den Kopf. Seine ltebeulwürdtge Bereitwilligkeit, Jeden anzuhören, der ihn zu sprechen wünschte, hat ihm die Dankbarkeit Aller, die mit dem Kreilamte zu thun hatten, gesichert. Mau darf getrost sagen, daß die amtliche Thätigkeit bei Herrn v. Gagern sür Oberheffen und besonder! den ganzen Shell Gießen ein Segen gewesen ist. Unsere Stadt verliert in Herrn v. Gagern auch einen eifrigen und verständnißreicheu Förderer und Freund aller künstlerischen, wiffeuschaftltcheu und gesundheitlichen Be- stv Übungen. Die Vereine, die diese Bestrebungen Pflegen, zählten ihn zu den fleißigsten und wohlwollendsten Besuchern ihrer Veranstaltungen. Hierbei sei auch hervorgehoben, daß seine Gemahlin eine Reihe wohlthätiger und gemeinnütziger Einrichtungen in! Leben gerufen und durch ihre Thatkrast am Leben erhalten hat. Ihre Thätigkeit wird nicht vergessen werden und der Dank der Bielen, denen fie geholfen hat, wird sie begleiten. Möge el Herrn v. Gagern und seiner Gemahlin ein gute! Zeichen für den neuen Lebenlabschnitt sein, daß dem jetzt abgeschloffenen aufrichtig dankbare An­erkennung nicht gefehlt hat!

* Die Verbandlaulstellvng bei Vereins zur Züchtung von Vogelsberger Vieh wurde bereit! am Samstag so zahlreich besucht, daß aus einen enormen Besuch am Sonntag ge­rechnet werden konnte. DaS nach der Eröffnung der Aus­stellung veranstaltete Festmahl zählte gegen 100 Teilnehmer. Dasselbe verlies äußerst lebhaft und wurde durch zahlreiche Triuksprüche gewürzt. Se. Erlaucht Graf zu Solms- Laub ach eröffnete den Reigen mit einem zündenden Hoch auf Se. Majestät den Deutschen Kaiser und Se. Köuigl. Hoheit den Großherzog von Heffen, indem er darauf hinwieS, wie die Ver- bandlausstellung mit vereinten Kräften Hervorragendes geleistet habe. Landrath v. Heimburg feierte die Landwirthschaft all Grundlage jeder ersprießlichen gewerblichen Thätigkeit, unter Anerkennung aller erfahrenen StaatShilfe betonend, daß die Landwirthschaft sich die ureigne Arbeitlfreudigkeit bewahren müffe. Provinzialdirector F r h r. v. G a g e r n hob anerkennend hervor, daß die Ausstellung die Landesgrenzen überschritten habe und daß Hessen und Preußen zu ersprießlichem Vereine in ihr sich die Hand gereicht haben. Sein Trinkspruch gipfelte in einem Hoch auf die preußischen Gäste. Gutsbesitzer Schlenke-Hardthof wie! daraufhin, wie dieLandwirthschaft seit zehn Jahren bestrebt fei, sich selbst zu helfen, sich dabei aber dankbar der Hilfe bei Staate! und der Regierunglorgane wie der Behörden erinnere. Ministerialrath v. Bechtold brachte unter der Devise:Kurz und bündig" da! Wohl der Stadt Gießen au!. Herr v. Ne g elein, Landrath de! Kreisel Marburg, stattete den Dank der Preußen ab. Se. Erlaucht Gras Solm! wehrte die ihm um die Ausstellung zu­geschriebenen Verdienste auf Herrn Geheimrath Frhr. v. Gagern ab, während dieser wieder solche dem Comitv zuschrieb. Ober­bürgermeister Gnauth sprach Namen! der Stadt Gießen den Dank sür die ihr widersahrene Ehre ans und gedachte aner­kennend der Thätigkeit der Preilrtchter. Den Schluß bildete dann ein Überau! freudig aufgenommener Trinksprnch des Herrn Regierunglassessor! v. Alten auf die Frauen al! Die­jenigen, welche um Braten unb Milchwirthschaft die größten Verdienste hätten. Endlich dürfen wir wohl erwähnen, daß da!Einhorn" mit dem Zweihorn erfolgreich in Wettbewerb trat unb daß da! Festmahl vielfach lobende Erwähnung erfuhr. Den Glanzpunkt im Programm des Samltags bildete da! Er­scheinen Ihrer König!.Hoheiten de! Großherzogs und der Großherzogin. Die höchsten Herrschaften trafen gegen 5 Uhr in der Ausstellung in Begleitung der

Herren vom AulstellungleomitL ein. Vom Eingang an bildeten die am Vormittag bereits eingetroffeuen Landmädchen in ihren malerischen Trachten Spalier. All Ihre König!. Hoheiten den AuSstellunglplatz betraten, wurden fie von einer Großen- lindeneriu mit folgendem Huldigungsgedicht begrüßt:

Laß Dich grüßen, laß Dich grüßen, Geliebtes, theure! Fürstenpaar, Sei willkommen hier in Gießen, Wie bei dem Feste vor drei Jahr, Wo unsere alte Tracht wie heute Dich, hohe Fürstin, so erfreute, Auch dann Prinzeß Elisabeth.

Sieh', d'rnm sind wir heut' gekommen, Wir Mädchen in die Stadt vom Land, Und wir haben mitgenommen Die Blumen hier in uns'rer Hand, Die jetzt die Erntefelder tragen Zum Schmucke in des Sommer! Tagen, Auch Rosen, schöner Gärten Zier.

Schlicht in Sträußlein festgebunden, Der Treue und der Liebe Bild, Sollen Sie den Sinn bekunden, Der un! und unser Volk erfüllt: Daß wir in Treu' zu allen Zeiten, In Glück und Unglück, Freud' und Leiden, Zu unsrem Fürstenhause stehn.

Reiche! Glück und Gottelsegen, Froher Tage Sonnenschein Möge Euch auf Euren Wegen Vom güt'gen Gott beschieden fein! Laßt diesen Gruß Euch Wohlgefallen, Er kommt von Herzen, von uns Allen: Heil, Heil Dir, heff'sche! Fürstenpaar!

Hierauf nahm Ihre König!. Hoheit die Großherzogin aus den Händen der schmucken Landmädchen einen großen, kunstvoll gebundenen und mit bunten Bändern verzierten Strauß Feldblumen entgegen. Herr Landrath v. Heim- b ur g-Biedenkopf Übernahm hierauf die Führung der hohen Herrschaften und erläuterte der Frau Großherzogin da! Characteristischste an der bäuerlichen Tracht. Ihre König!. Hoheiten zeichneten einige der Mädchen durch Anrede unb Hänbedruck au!. Wie man un! weiter mittheilt, unternahmen die Mädchen auf Wunsch be! Großhrrzogs, welchem bieser Theil der Veranstaltung besonber! zu gefallen schien, eine gemeinschaftliche Carouffelfahrt und wurden auch mit Waffeln bewirthet. Nach Besichtigung der Ausstellung begaben fich Ihre König!. Hoheiten mit Begleitung in das Schulhaus be! Alice-Bereinl, woselbst in einem der Säle der Theetisch ge­deckt war. Die hohen Herrschaften sprachen wiederholt ihre Be­friedigung über die Einrichtung der Schule au! unb lobten da! von Schülerinnen der Anstalt bereitete Getränk und Gebäck. Gegen V26 Uhr verließen die hohen Gäste die Ausstellung, unternahmen noch eine Fahrt durch unsere herrlichen Anlagen, auf dem ganzen Wege freudig begrüßt von dem zahlreich anwesenden Publikum und reisten dann um 6 Uhr wieder nach Darmstadt ab. Die auf 4 Uhr angesetzt gewesene Generalversammlung des Verbandel der Herdbuchgesellschaften konnte infolge der Anwesenheit de! Großherzogltcheu Paare! erst nach 6 Uhr ihren Anfang nehmen. Herr Landrath v. H e i m b u r g - Biedenkopf erstattete in derselben Bericht Über die Thätigkeit de! Vorstände! und da! abgelaufene Geschäftsjahr. Wa! die Ausstellung betreffe, so theilte er mit, daß Se. König!. Hoheit der Großherzog ihm den Philippsorden verliehen habe. Er betrachte diese Aus­zeichnung als eine Anerkennung sür die Leistungen des ganzen Verbände-, al! eine jedem einzelnen Mitgliede zu Theil ge­wordene Anerkennung und Ehrung sür dal, wa! er geleistet. Der Vorsitzende ertheilte darauf dem Landwirthschaftl-Jnspector Kaiser-Wiesbaden, einem bei der Sache nicht behelligten Fachmann, das Wort zur Berichterstattung Über die Erste Verbands-Ausstellung in Gießen. Derselbe erklärte, daß er im vergangenen Jahre die Ausstellung des Bezirks Bieden­kopf gesehen habe, und wenn er die heutige Veranstaltung mit derjenigen von Biedenkopf vergleiche, so sei er erstaunt Über die große Anzahl bei zur Ausstellung gekommenen durch­schnittlich ganz vorzüglichen Zuchtmaterials der Vogelsberger Raffe. Besonder! die Bullen seien wundervoll und tadellos, und er habe fich gesreut, für den Wielbadener Bezirk einige Stück de! schönen Zuchtmaterials erwerben zu können. Was die zur Schau gestellten Kühe anlange, so vermisse er bei völlig gleichalterigen Thieren noch eint gewisse Ausgeglichen­heit in der Größe. Bei den Rindern sei die Färbung noch vielfach zu hell, doch zweifele er nicht daran, daß, wenn man so weiter arbeite wie bisher, auch hierin vortheilhaft Wandel geschafft werde. Der Sachverständige erklärte, daß die selbst von Fachleuten vielsach aufgellellte Behauptung, es gäbe überhaupt kein Vogelsberger Vieh mehr, durch da! bei der Berbandl-AuSstellung Vorgesührte glänzend widerlegt sei. ES fei unbestreitbar, daß der Kleinbauer dieses Nutzvieh, weil es genügsam im Futter, auldauernd in der Arbeit und er- giebig in der Mrlch sei, nicht entbehren könne, und diesen schwer um feine Existenz ringenden kleinen Landwlrth könne der Staat als Bürger nicht entbehren. Landwirthschaft!- lehrer Leithiger-Alsfeld schloß fich im Allgemeinen dem Urtheil des Vorredner! über die Ausstellung an. Die her­vorgehobenen Mängel aber hielt er für nicht sehr bedeutend in Rücksicht darauf, daß an die Regenerirung der Rasse erst vor einigen Jahren herangegangen sei. Jedenfalls sei der Erfolg ein über alle! Erwarten guter. Bei der Bericht­erstattung über die Dresdener Ausstellung bedauerte der Vorsitzende v. Heimbmg, daß die Züchter aus dem Groß- herzogthum nicht ihre volle Schuldigkeit gethan, dadurch sei dem Verbände der große VerbandlprelS verloren gegangen, und machte Vorschläge, wie dies für die Folge zu ändern sei. Provinzialdlrector Frhr. v. Gagern erklärte, der

Vorwurf, der hier erhoben, sei voll und ganz gerecht­fertigt, man müsse auch in unser« Kreise intensiver arbeiten, wenn etwa! erreicht werden solle, man dürfe nicht wie bisher es dem Züchter allein überlassen, ob unb mit wa! er eine Ausstellung beschicken wolle. Der Bericht über die Rechnung ergab eine Unterbilanz von co. 600 Mk. für das abgelaufene Jahr. Bei der Frage wegen der Deckung dieser Summe erklärte Frhr. v. Gagern, daß die Gießener Ausstellung voraussichtlich mit einem Heber- schuß abschließe, und daß dieser in die Verbandskasse fließen werde, um das Deficit zu decken. Die Versammlung be­schloß, die nächstjährige Generalversammlung in Wetzlar ab­zuhalten, eine VerbandS-AuSstellnng aber nicht damit zu ver­binden, weil diese mit der in Frankfurt a. M. stattfindenden Ausstellung der Deutschen Landwirthschaftl-Gefellschaft zu- sammeufallen würde. Die nächste BerbandS-AnSstellung soll im Jahr 1900 stattfinden. Der Ort soll aus der nächste» Generalversammlung bestimmt werden. Der gestrige Sonntag trug das Gepräge eines Festtages. Die lang ersehnte Sonne warf ihre warmen Strahlen auf die in reichem Flaggenschmuck prangende Stadt Gießen. Schon am frühen Morgen begann der Zuzug der Gäste, worunter besonder! das weibliche Element vom Lande in den mannig­faltigen bunten Trachten die Innenstadt belebte. Von 11 Uhr ab concertirte die Capelle bei 166. Jnf.-Regtl. (Hanau) auf dem Festplatze. Bon Mittag an, al! die Bor-- führung der prämiirten Thiere, die Preilvertheilung, sowie der Umzug von Mädchen in hessischer Volkstracht ftattfauden, entstand auf dem Festplatz ein förmliche! Gedränge, so daß Viele el aufgaben, den Festplatz zu besuchen. ES zeigte fich hier deutlich, daß OSwald! Garten al! Festplatz nicht mehr geeignet ist. Selbst al! die auswärtigen Besucher bi! gegen 10 Uhr Abend! die Aulstellung verlassen, hielt da! Ge- woge auf dem Festplatz noch lange an. Wie man uns mittheilt, hat da! Fest einen ansehnlichen Ueberschuß ergeben.

* Polizeistrafgesehbuch. Zu dem von dem 3bg. ßöljler (Langsdorf) unb Genossen bei der Zweiten Ständekammer eingebrachten Antrag, das Polizeistrafgesetzbuch vom Jahre 1865 betr., hat die Großh. Regierung einen ablehnen­den Standpunkt eigenommen. Nach dem von dem Abgeord­neten Dr. Frenah erstatteten Bericht de! vierten Ausschusses vermag der Ausschuß der Ansicht der Großh. Regierung nicht betzupflichten, und beantragt: Hohe Zweite Kammer wolle dem Antrag des Abg. Köhler (Langsdorf) und Genossen zuftimmen.

* * Kreil- und Provinzialorduuug. Ein von dem Abg. Dr. Frenah erstatteter Bericht de! vierten Ausschusses über den Antrag der Abgg. Köhler (Langsdorf) und Genossen, die Kreis- und Provinzial-Ordnung vom 12.Juni 1874 betr., gelangt zu dem Antrag: Hohe Zweite Kammer wolle dem Anträge der Abgg. Köhler (Langsdorf) und Genossen mit der Modificalion zustimmen, daß dem vorgeschlagenen einzigen Artikel nachstehende Fassung gegeben wird: Dem Artikel 80 der Kreil- und Provinzial Ordnung vom 12. Juni 1874 wird folgender Schlußsatz angesügt:Auf Grund der Artikel 79 und 80 dürfen Anordnungen nicht erlassen werden, welche ein vorheriges Verbot der Abhaltung von Versamm­lungen im Sinne des Gesetze! vom 16. März 1848 betr. das Petition-- und Versammlung-recht bezwecken."

* * Getteidezoll bett. Ein von dem Abg. Frhrn. v. Köth erstatteter Bericht de- vierten Ausschüsse- der Zweiten Kammer über den Antrag der Abgg. Brunner und Genossen, die Aufhebung derZollcredite für eingeführtes Ge­treide betr., schließt mit dem einstimmigen Antrag deS Aus­schusses: Hohe Kammer wolle beschließen, Großh. Staat!- regierung zu ersuchen, die Herren Bundelrath-bevollmächtigteu für Hessen dahin zu instruiren, daß dieselben bei der Ver­handlung über bett Beschluß des Reichstag!, betr. die Auf­hebung der Zollcredite für eingeführtes Getreide, für den Beschluß des Reichstags eintreten.

* * Radsport. Franz Verhetzen, der gestern um bet? Großen Preis in Mainz startete, wurde Zweiter. Sein Gegner war Willy Ahrend, der mehrfache Meisterfahrer. Derossl machte da! Hauptfahren als Zweiter. Verhetzen mit Cisotti waren Sieger im Mehrfitzerfahren, während Dulll und Donge- im Mehrfitzer-Herrenfahren Dritte wurden.

** Umgestaltung des juristischen Studiums. Wie das Franks. Journal" hört, werden schon seit längerer Zelt zwischen dem Großh. hessischen Justizministerium und der juristischen Facultät der Landeluniverfität Gießen Ver­handlungen über die Aufstellung eine- neuen Studien- planes geführt, die nunmehr dem Abschlüsse nahe find. Wäh­rend seither der Besuch der practischeu Uebungen den Stu­dierenden freistand, soll als wesentliche Neuerung der Besuch einer gewissen Anzahl von Hebungen obligatorisch werden. Die Neuerung ist auf die Initiative des Justizministers Dittmar zurückzuführen, welcher hierin dem namentlich von Professor Stammler in Halle angeregten Beispiele Preußens folgt. Die Gießener Facultät war der Einführung obliga­torischer Uebungen, wie verlautet, weniger geneigt und mir Recht muß man sie als eine Einschränkung der akademischen Lernfreiheit bedauern. Eine weitere Neuerung wird sein, daß die Militärsemester nicht mehr al- Studiensemester ge­zählt werben.

* * Entgleist. Bor dem Bahnhofe Butzbach entgleiste heute Bormittag eine Güterzuglmaschine, wodurch dem von Frankfurt kommenden Schnellzuge die Einfahrt versperrt wurde. Der Schnellzug mußte von Osthelm nach Nauheim zurückfahren unb bort auf ein anbere! Geleise gebracht werben, wodurch natürlich eine erhebliche Verspätung eintrat.

Meldungen und Nennungen zur 8. Ruder-Regatta am 31. Juli in Gießen. 1. Einer für Junior!: Frankfurter Ruder-Beretn- RudergesellschaftRhenania", Coblenz- Ruder- ClubFranken", Schweinfurt- Ludwig-Hafener Ruberverein. 2. Vierer, Wanderpreis der Stadt Gießen: Frankfurter Ruder-GesellschaftGermania"- Frankfurter Ruder-Club; Mainzer Rndervereiu. 3. Doppelzweier ohne Steuermann r

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