bespricht sodann noch die Ausführungen bei Abg. Friedrich. Wenn daS Allel richtig fei, dann muffe es ihm um tie Vertreter der heutigen Gesellschaft leid thun. Dann hätten sie ihren eigenen Bankerott zugestandeu. — TtaatSwinister Finger erklärt, daß er nicht Allel unwidersprochen lassen könne, wal heute und gestern gesagt worden fei. Der Abg. David habe an die Ghmoafien Ansprüche erhoben, die sich nicht erfüllen ließen. DaS nationale Gefühl del deutschen Bolkel sei sein Heiligthum und werde fich dasselbe nicht rauben lassen. Heute sei Hessen noch ein monarchischer Staat und deu wolle el auch zu erhalten suchen. — Abg. Schweel bespricht noch die gestrigen Ausführungen des Abg. v. Brentano und bemängelt dieselben. Ebenso der Abg. Friedrich, der auch die Rede del Abg. David scharf kritifirt. — Abg. v. Bre utauo wendet sich gegen die Unterstellung als habe er die Gymnasien abfällig beortheilt. Tine einheitliche Ausbildung del Geistei und bei Körper! halte er bet bet Jugend für oöthtg.
Dal Capiiel wird hierauf einstimmig angenommen.
Deutsches Reich»
Berlin, 17. Februar. Der Kaiser überwies dem Reichstage eine tabellarische Darstellung der französischen Marine.
Berlin, 17. Februar. Der Kaiser sprach sogleich.nach Eingang der Nachricht in einem btrecien Telegramm an den Prästdenten der Bereinigten Staaten sein herzlichste! Beileid wegen bei Untergänge! bei amerikanischen Kreuzer! „Main e" und del Verluste! so vieler oraver Offiziere uud Maunschafteu der amerikanischen Marine aul. Gleichzeitig wurde der deutsche Botschafter in Washington angewiesen, dem Präsidenten gegenüber dieser innigen Thetluahme auch mündlich Auldruck zu geben.
Berlin, 17. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist zu der Eiklärung ermächtigt, daß die von Madrid au! kürzlich deroreitete Nachricht, auf der dortigen kaiserlichen Botschaft hätte eine Anzahl höherer spanischer Offiziere ihre Karten obgeben wollen, um so eine Kundgebung gegen die Bereinigten Staaten Amerika! in! Werk zu setzen, jeder Begründung entbehre.
Berlin, 17. Februar. Der Bundelrath genehmigte heute den Gesetzentwurf betreffend die Aenderungen im P o st w e f e n. Darnach beträgt da! Porto für einen fravkirten gewöhnlichen Brief bi! 20 Gramm 10 Pfg., darüber 20 Pfg., bei unfranktrteu 10 Pfg. Zuschlagsporto. Der Reichskanzler ist ermächtigt, die Ortstaxe auch auf die Nachbarorte aulzu- dehnen. Diese Herabsetzung ist auch für Berlin uud dessen Bororte beabfichrigt. Ferner soll dal Postregal auf geschlossene Briefe angewendet werden, die innerhalb bei mit einer Postanstalt versehenen Ursprunglortl verbleiben.
Berlin, 17. Februar. Die Commission bei Retchltage! zur Vorberathung der Novelle zur Civilproceßorduung hat heute den Antrag v. Salisch, betreffend die Einführung bei Nacheidei, angenommen und mehrere Bestimmungen etn- gefügt, durch welche die Zahl der Eide vermindert wird.
Berlin, 17. Februar. Der gestrige Subscriptionl- ball im Operuhause verlief in Anwesenheit bei Kaiserpaarei aus! Glänzendste. Der Kaiser begrüßte in der Diplomatenloge die Botschafter und Gesandten. Nur der rusfische Botschafter fehlte wegen Hoftrauer.
Berlin, 17. Februar. Die Vertreter derdeutschen Feftungistädte find heute hier versammelt, um eine Denkschrift über die Erweiterung der Festungen uud die Kostenaufbrioguug hierzu zu berathen. Den bilher von der Regierung festgehaltenen Grundsatz, wonach die in dem wirthschaftlicheu Interesse der Gemeinden gebotenen Er- Weiterungen rc. durch die betheiligten Feftungistädte bemerk stelligt werden sollen, erklärte die Versammlung für unbillig.
Berlin, 17. Flbruar. Die Commission bei Abgeord« netenhaufe! für die Privatdocenten.Vorlage be» rieth heute diese bi! auf den zurückgestellten § 1 und nahm bie Vorlage in erster Lesung mit einem nattonalliberalen Anträge, wonach da! Obere Berwaltunglgericht und nicht da! Staatiministerium die zweite Instanz sein soll, an.
Berlin, 17. Februar. Nach der „Nattoual-Corresp." soll ei den marinefreundlichen Elementen im Cent rum nicht gelungen sein, die für die gesetzliche Siche- rong be! von der Regierung ali unerläßlich bezeichneten Flottenmindestbestaudei genügende Anzahl Fractiousmitglieder zu gewinnen. Darüber, bah die Regierung, nachdem fie die Flottenvermehrungsbedürfuifle bei Reichel vor der Oeffeut- lichkeir dargelegt hat, auf dem Flottengesetz besteht, ist dal Centrum unterrichtet.
Berlin, 17. Februar. Dai ,®erl. Tagebl." meldet aul Rom: Ali der König gestern Abend auifuhr, colli- dirte dessen Wagen mit einem Fiaker. Der König und dessen Begleitung blieben unverletzt, dai Fiakerpferd wurde getödtet.
Bochum, 17. Februar. Der „Westfälischen Volkszeitung" zufolge wurden bis Va12Uhr 33 Tobte zu Tage gefördert. Elwa 30 Schwerverletzte haben im Krankenhause „Bergmann!« heil" Aufnahme gefunden. 30 bi! 40 Arbeiter befinden fich noch in der Grude. Sie gelten ali verloren, da die Nach« schwaden die Arbeit sehr erschweren. Die Rettunglmauu« schäften kehren alle betäubt au! der Grube zurück.
Hamme, 17. Februar. Bii Abendi 6.15 Uhr wurden 5 3 Tobte aui der Zeche „Vereinigte Karolinenglück- zu Tage gefördert. 5 Bergleute werden noch vermißt. Eme größere Anzahl verwundeter befindet sich in hoffnungslosem Zustande.
Köln, 17. Februar. Die „Köln, volkiztg." schreibt zu der Meldung, daß die Regierung auf dem Flotten gesetz bestehen müsse: Danach würden die verbündeten Regierungen auf der Marinevorlage mit der einseitigen Bindung de! Reichstages bestehen, einer Forderung, welcher die Centrum!« fractiou nicht zustimmen kann. Die verbündeten Regierungen würden unter dem Zeichen bei Flottengesetzes Neuwahlen
ausschreiben, und mit dieser Entwickelung hat da! Centrum bereits gerechnet. El wird die fich ergebenden Couftquenzen zu zteben w ss-n.
Ausland.
Wien, 17. Februar. Nach dem Berichte der Aerzte ist während de! Tages im Befinden b er Prinzessin Clementine keine Veränderung eingetreten- der Kräfte- zustand ist hinreichend.
Wien, 17. Februar. Im nied erösterretch ischen Landtage brachten Abg. Meyer und Genossen eine Interpellation an den Statthalter ein, wegen des event. Erlasses eine! Einfuhrverbot! für amerikanische! Obst mit Rücksicht auf die Behaftung mit der San Josö Schilblaui.
Leitowitz, 17. Februar. Heute Mittag fand die feierliche Beisetzung bei früheren Ministers de! Aeußeru.Grafen Kaluoky statt.
Leitowitz, 17. Februar. Der deutsche Botschafter Graf Eulenburg condolirte deu Hinterbliebenen bei Grafen Kaluoky im besonderen Auftrage be! beut sch en Kaisers.
Budapest, 17. Februar. Die Nachrichten aui dem Ausruhrgebiet lauten jetzt beruhigender. Die Polizei fährt fort, Haussuchungen bei den Socialistevführern vorzunehmen und soctalistische Blätter zu confisciren. Der „Wiener Arbeiter-Zeitung" und einer Newhorker socialistischen Zeitung wurde da! Postbebit für Ungarn entzogen.
Rom, 17. Februar. Der Herzog ber Abruzzen konnte bie Erlaudniß zur Erforschung de! Nordpol! vom König Humbert nicht erwirken. Der Herzog wird daher seine Nordlandlreise auf Grönland beschränken.
Paris, 17. Februar. Die heutige Sitzung be! Zola- Prozesse! würbe mit einigen unbedeutenden Aussagen eine! Schrtftkundigen eröffnet. General Pellieux wurde hierauf zurückberufeu, um über den Brief befragt zu werden, in welchem Esterhazy! Ausspruch über die deutschen Ulanen steht. Dieser Brief soll dem Gericht unterbreitet werden. Pellieux erklärt, da müffe er erst bie Erlaubniß be! Kriegs- Minister! einholen. Oberst Picquart hält die Bedeutung del Borderau! für übertrieben und behauptet, Esterhazy habe von allen Thatsachen be! Borbereau! Kenutniß. Zeuge erbietet fich, über bie technischen Fragen be! Bordereau! Aulkunft zu geben. General Pellieux sagt, die Geschworenen möchten über seine Aulsage und die bei Obersten Picquart aburtheilen. Wal bie Bedeutung ber Thatsachen be! Bordereau» angehe, so könnte General Gonse am besten hierüber Ausschluß ertheilen. General Gonse erklärt, die Auldrücke in dem Bordereau seien geheimer Natur, so baß er fie selbst nicht kenne. Die Sitzung wird allbald unterbrochen, um über einen Antrag auf Aulschluß der Oeffentlichkeit zu berathen.
Loudon, 17. Februar. Nachmittag! herrschte hier eine große Erregung infolge der Gerücht- au! Key West, baß durch Taucher im Boden de! Kreuzer! „Maine" ein achtzöllige!, durch Percussion verursachte! Loch entdeckt worden sei. Die Erregung beruhigte fich jedoch infolge eine! Telegramm! aul Washington, daß dal Marinedepartement au da! Gerücht absolut nicht glaube.
Helfiugforß, 17. Februar. Gestern Nachmittag brach bei Schneesturm an ber Ostküste im Finnischen Meerbusen plötzlich das Ei! und 2 40 Fischer sowie mehrere Pferde wurden auf Eilschollen in! Meer hinan!- getrieben. Wie heute aul Wiborg gemeldet wird, wurden 40 der Fischer gerettet; da! Schicksal der übrigen ist noch, nicht bekannt.
Washington, 17. Februar. Laut Bericht be! Capitän! Stalbec find mit dem Kreuzer „Maine" zwei Osfiziere und 236 Mann untergegangen.
Havana, 17. Februar. Dal Unglück auf dem Kreuzer „Matne" wird der Unvorsichtigkeit beim Reinigen eine! Torpedo! zuaeschrieben.
Locales unb Provinzielles.
Sießen, den 18. Februar 1898.
* 3«« Gebächtniß TersteegenS. Am 25. November 1897 waren e! 200 Jahre, baß Gerhard Terfteegen zu Mör! am Rhein geboren wurde. Der Tag wurde an vielen Orten mit festlichen Feiern im Gottesdienst und Versammlungen begangen. Und mit Recht. Denn der schlichte Mann, ber, obwohl zum Studium der Theologie vorgebildet, sein Leben all ein einfacher Bandwirker zu Mühlheim an der Ruhr verbrachte, wo er auch am 3. April 1769 gestorben ist, hat durch seine tief innerliche Frömmigkeit, durch die Lauterkeit seiner Persönlichkeit, durch seine geisterfüllte SchristauSlegung und den Reichthum seiner christlichen Erfahrung einen geistig bestimmenden Einfluß auf weite Kreise geübt, ber noch bi! in unsere Tage fortwirkt. In einer Zeit, ba sich tiefere Frömmigkeit au! ber officiellen Kirche in bie Kreise der Stillen im Lande und ihrer kleinen Gemeinschaften geflüchtet hatte, ist er Tausenden, die ihn zum Theil von weither auf- suchten, zum Seelenführer geworden, und seine Erbauung!« stunden waren eine Quelle geistlichen Leben!. Eine unver- gängliche Bedeutung für die Christenheit hat er vor Allem durch feine köstlichen, innigen und auch poetisch werthvollen Lieder gewonnen, von denen eine ganze Anzahl Aufnahme in unsere Gesangbücher gefunden haben uud zu dem festen Bestand unserer gotteidienstlichen Lieder gehören, darunter z. B. dal wundervoll tiefe „Gott ist gegenwärtig". Der evangelische Kirchengesangverein hat e! für eine Ehrenpflicht unserer Gemeinde gehalten, auch ihrerseits ba! zweihundert« jährige Gebächtniß der Geburt dieses Manne! zu feiern. Leider machten sonstige Verpflichtungen es unmöglich, diese Absicht am 25. November v. I. selbst auszusühren. Dafür wird ihm jetzt in einer für den nächsten Sonntag Abend 8 Uhr in der Stadtkirche vorgesehenen liturgischen Andacht Ge« legenheit gegeben, durch den Vortrag Tersteegen'scher Lieder da! Andenken de! frommen Säuger! zu ehren. Dabei wird vor Allem eine von Heinrich von Herzogenberg eigen! <
für die Tersteegenfeier compouirte Cantate über dal Sieb »Sott ist gegenwärtig" für Gemeindegesang, Chor, Orchester und Orgel zur Aufführung kommen. H. v. Herzogeuberg, der unter uns ducch sein Weihnacht! Oratorium „Die Geburt Jesu Christi" wohlbekannt und hochgeschätzt ist, hat auch in dieser Sompofition wieder seinen Rahm all eine! geistvollen und feinsinnigen Sirchenmufikerl bewährt. Nicht durch alterthümelnde Formen und Satzweisen, sondern durch lief innerliche Erfassung der christlichen Gedanken und Empstu- düngen, wie fie in den Worten ber Bibel unb in ben Schätzen unserer Kirchenlieder zam Auldruck kommen, versteht er echte Kirchenmusik zu schaffen, Musik, die die Straft hat, uni in das Heiligthum zu versetzen unb fromme Empfindungen in un! zu wecken. Er wird fich auch am Sonntag all ein trefflicher Ausleger Tersteegen'scher Frömmigkeit erweisen.
•<H. Stadttheater. Mit dem gestrigen Theaterabends der uns Shakespeare! große Tragödie „Hamlet" brachte, konnte Jedermann billig znftieden sein. Dieses hochbedrut» same Stück, welches eine erste Stelle in der Weltliteratur einnimmt, in welchem der Stoff als solcher wirken fo(L unb in der That ergreifend wirkt, kommt hier selten zur Aufführung. Eine solche möglich zu machen gelingt meist nur daun, wenn für die Titelrolle ein hervorragender Vertreter gefunden ist. Für die gestrige Aufführung war dafür H.-rr Hofschauspieler Hacker aul Darmstadt gewonnen, der unS mit seiner Hamlet Darbietung großen Kunstgenuß bereitete. 2ßa! in vorgestriger Nr. dl. Bl. über seine Verkörperung dieser Rolle in Darmstadt gesagt wurde, bestätigte fich auch hier voll und ganz. Wir können rühmend von dem geschätzten und hier beliebten Künstler, der uni vor wenig Wochen mit seinem „Faust" gleich großen Genuß bereitete, sagen, daß er mit seiner Auffaffung, der Idee des Dichter! voll gerecht wird. In der Darstellung hielt er die Mitte jener beiden Richtungen, nach welchen bie eine, seitherige, Hamlet all phllosophirend'melaucholischen Grübler erscheinen läßt, während die aubere, neuere, diesen all schmerzdurchwühlten Helden- jünglrng toleoergtebt, ber in seiner Entrüstung über bie heuchlerische Blutschuld, an der Welt und an fich selber irre wirb unb getrieben von Dingen, „von benen die Schulweilheit sich nicht! träumen läßt", wildempört zur Rache schreitet. Herr Hacker brachte seine Auffaffung zu ergreifender Geltung und Angesicht! einer solchen Leistung, welche höchsten Anforderungen entsprach, verzichten wir gern auf kleinere Siu!« stellungen. Da! zahlreich erschienene Publikum war auch ganz begeistert und spendete stürmischen Beifall, ja, am Schluß wollten die Herrvorrufe kein Ende nehmen. Die Leistungen der übrigen Mitwirkeudeu waren angemessen. Recht gut waren in Maike und Spiel die Herren Forsch (König Claudiu!), Liebscher (Poloniul), Böhm (Laertes) unb Doser in seiner Doppelrolle al! „Geist von Hamlet! Vater" und „Schauspieler". Aus seinem Horatio hätte Herr Janson noch mehr machen können, er war nicht lebhaft genug gezeichnet. Frl. Würdig bot eine charakteristisch gute Leistung al! Königin, desgleichen Frl. Marlo ff als rührende Ophelia. Die Regie waltete ihres Amte! mit Sorgfalt unb Gesck ck für gute Ausstattung war Sorge getragen. Eines hätte jeboch zur Erhöhung der Wirkung veranlaßt werben können, nämlich die zweite Erscheinung de! Geiste!, die ja nur eine Hallucinatlon Hamlet! ist, in anderer Aeußerlichkett zu zeigen. Doch that dies dem sonst genußreichen Abend keinen Abbruch.
Stadttheater. Da! nächste Benefiz im hiesigen Stadttheater findet am kommenden Montag den 21. Februar für den Regisseur, Herrn Georg Fritzschler statt. Gegeben wird Roderich Benedix' vieractige! Lustspiel „Da! bemooste Haupt". Herr Fritzschler, der ba! Stück auch in Scene fetzt, spielt in demselben ben Studenten Alldorff. ®! ist dem Benefizianten, der neben seiner anerkennens- werthen Regiethärigkeit oftmals Proben seines vielseitigen, großen schauspielerischen Talentes abgelegt hat, ein besetzte» Hau! von Herzen zu wünschen.
• • Der LaudeSauSfchub der freisinnigen Bolkspaetei für Hessen, ber am Dienstag in Darmstadt zusammeugetretea war, unterzog die Verhältnisse der einzelnen Wahlkreise einer eingehenden Besprechung und beschloß ein energisches Eintreten in den Wahlkampf. Nach einigen Wochen soll ber Anschuß abermals zusammentreten.
* * Die Reichsbank ermäßigte heute ben Discovttotz von 4 pCt. auf 3 pCk. und den Lornbardzinlsatz von 5 pCt. auf 4 pCt.
• • Haudwerkerkammern. Der Vorstaub des Orts- geroerbtberetn! Darmstadt, im Auftrage einer Hand« oerker-Bersammlung handelnd, ist bei der Zweiten Kammer rahin vorstellig geworden, daß verschiedene, das Gesetz vom 26. Juli 1897 betreffende Wünsche Berücksichtigung finken möchten. Als solche wurden angeführt: Bei Durchführung >el erwähnten Reichsgesetzes möchten drei Handwerkskammern, je eine für jede Provinz, mit dem Sitz in den drei Provinzialhauptstädten errichtet werden. Einem gelt-.nd gemachten Vorschlag, eine einzige Haodwerkerkammer für dal lange Land zu errichten, erfuchen die Petenten keine Folge u geben, ba die Interessen de! Handwerk! in deu drei Provinzen de! Großherzogthum! bezüglich einer ganzen R:ihe von Fragen durchan! verschiedene seien und fich zum Theil >irect widerstreiten, und so eine Anzahl von Gegensätzen in >iese Kammer getragen würden, die eine ersprießliche Wirksam- eit unmöglich machten. Gleichzeitig ablehnend verhalten fich öle Gesuchsteller dem Projekte gegenüber, nach dem vorbilde der Handelskammer für jede größere Stadt eine Handwerkerkammer zu errichten, weil dieses zu kostspielig unb unzweckmäßig lei. Al! Aufsichtsbehörde wird gewünscht, daß man bie Großh. Centralstelle für bie Gewerbe damit betraue. Wa! die Be- chaffung der für die Thätigkeit ber Handwerkerkammern er» orderlichen Geldmittel anbelangt, so geht der Wunsch dahin, bie Kosten für diese Kammern mindestens zur Hälfte auf die Staatskasse zu übernehmen und ben Rest auf bem Wege der Umlage durch bie Communalverbäade aufbringen zu lassen. Eine Erhebung ber Kosten von ben betheiligten Handwerkern


