Ausgabe 
19.1.1898 Zweites Blatt
 
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Das Jahr 1897 in der Medicin

weigert, wieder eine Wahl auzunrhmeu, Graf Raymund Fugger, der bei der vorigjährigen Ersatzwahl iu Wiesbaden candi- dirte, als Caudtdat aufstelleu würde. Mit dem 1. April wird, wie jetzt bestimmt ist, auch auf fämmtlichen Linien der vormaligen Hessischen LudwigSbahn Perrousperre ein- geführt werden. Zur Durchführung dieser Anordnung müsieu noch an zahlreichen Bahuhöfen bauliche Veränderungen vor- oenommen werden.

Gewerbe der Versuch gemacht wird, den Ortsgewerbevereinen dar Wahlrecht zur Handwerkerkammer dadurch zu verschaffen, daß sie den überschüssigen Theil ihrer Nichthandwerker- Mitglieder zum Austritt aus den OrtSgewerbevereinen ver« anlaffeu will, sie erblicken hierin ein der Centralstelle nicht wohlanstehendes Wahlmauöver. Sie bedauern gleichzeitig, daß verschiedene Wauderreduer des LandeSgewerbevereivS sich bemühen, insbesondere den Handwerkern auf dem Laude dea Werth der Innungen für das eigentliche Handwerk herab« zusetzen, was ebenfalls geeignet ist, Mißtrauen gegen die Thätigkeit der Centralstelle in das eigentliche Handwerk zu tragen."

AuS Rheinheffe», 16. Januar. Nebeu den Sozial­demokraten regen sich in der diesseitigen Provinz auch bereits die Antisemiten für die kommenden RetchStagSwahlen. Im Wahlkreis BingewAlzey haben dieselben den Landwirth Wolf von Stadecken als Candidat aufgestellt, der gleichzeitig im Wahlkreis Mainz-Oppenheim als Zähleandidat dienen soll. Wie verlautet, wird auch der Bund der Laudwirthe dieses Mal mit Candidaten auftreten. AuS dem Wahlkreis Matuz-

Vorkommen zweier Fälle von Verwundung des Herzens, iw denen das Leben gerettet wurde. Dr. Parrozani in No« br handelte einen Mann, der einen Dolchstich in die linke Seite erhalten hatte. Bei der Operation fand man die linke Lungenhöhle mit Blut erfüllt und bemerkte eine Oeffnung von 2 cm Länge im Herzbeutel. Der Dolchstich war bis iw die linke Herzkammer gedrungen und hatte eine so große Oeffnung zurückgelaffen, daß man einen Finger hineinsteckew konnte; aus der verwundeten Herzkammer floß das Blut bei jedem Herzschlage heraus. Die Wunde wurde mit vier Nadeln geschloffen, dann die Herzbeutelwunde und endlich auch die Schnittwunde der Haut zugenäht, und der Patient erholte sich schnell und genas. Der zweite Fall betraf einen 43 jährigen Mann in Glasgow, der sich zum Zwecke de« Selbstmordes eine Nadel in die Brust gestoßen hatte, die 7 cm im Fleische steckte und das Herz getroffen haben mußte, denn die äußere Spitze der Nadel bewegte sich bei jede« Herzschlag unabgezogen und die Wunde hellte von selbst. Bei einem Bericht über die Chirurgie des Jahre» 1897 darf die Anwendung der Röntgen'schen Strahlen nicht unerwähnt bleiben, deren Wort zur Äufsindung von Fremdkörpern und Bruchstellen durch verbefferte Apparate auf einen hohen

hielt der Papst eioe Ansprache, tu der er die Huldigung als eine Bethätigung der unauflöslichen Allianz zwischen dem Papstthum und der Stadt lobte, die den Charakter eine» heiligen Acte» habe. Der Papst wies die Auichuldigungen, die diese Treue als unheilvoll für das Vaterland darstellen, zurück. Die Nation werde so lauge kein Heil haben, als sie dem Einfluß der Sectirer ausgesetzt sei. Schließlich forderte der Papst zur Hebung frommer Werke und Tugenden auf, die die beste Bürgschaft bei Heils inmitten der schwierigen Zeiten seien. Das Befinden deS Papstes ist ausgezeichnet.

Loudon, 17. Januar. Wie da- Reuter'sche Bureau aus Peking von gestern meldet, hielt gestern Abend da» Tsung- Lt-Yameu eine Conferevz ab wegen der vorgeschlagenen britischen Anleihe. Der englische Gesandte fordert für die finanzielle Unterstützung u. A. auch Bedingungen wie Eröff- uuug von Talten-Wau und Naning all BertragShafen. Der russische und der französische Gesandte widersetzten sich den Vorschlägen. Die chinesische Regierung billigt diese, befürchtet aber Schwierigkeiten von Rußland. Eine weitere Eonfereuz findet morgen statt.

Loudou. 17. Januar. DaS älteste Mitglied des Unter- Hauses, VillterS,ist gestern gestorben.

Oppenheim vernimmt mau, daß die CentrumSpartei an Stelle des bisherigen Abgeordneten Dr. Schmitt, der sich entschieden

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A vou der Wieseck, 15. Januar. Die außergewöhnlich milde Temperatur des heurigen Winters gestattet den Maul- würfen ein Verbleiben ganz nahe unter der Oberfläche bei ErbbodeuS, währenb sie sonst bei starker Kälte, wie auch ihr Wild, btc Würmer, Engerlinge u. f. w. rief in ben »oben hinabsteigen. Die meisten Wiesen find zum Aerger vieler Besitzer, die den großen Nutzen dieser Thtere verkennen, mit Maulwurfshügeln wahrhaft übersäet. Gelegentlich eiueS heutigen Spaziergangs trafen wir einen dieser kleinen schwarzen Bergmäuner bei einem Spaziertrabe auf der Oberfläche einer Wiese. Bor unfern Tritten huschte er wieder flugs in seine unterirdischen Gemächer. Einem solchen Spaziergänger wird man wohl höchst selten in einem Januar begegnen.

-r- Grünberg, 17. Januar. Zn der gestern im hiesigen Englischen Hof" von Herrn Bürgermeister Zimmer hier einberufenen Versammlung zum Zweck der Gründung einer GetreidelagerhauS-Genossenschaft zu Grün­der g waren Gäste von hier und auS der Umgegend recht, zahlreich erschienen. Herr LandwirthschaftSlehrer Leithiger auS Alsfeld führte in seinem Vortrag in überzeugender Weise auS, wie nothwendig in jetziger Zeit das Zusammenschließen der Laudwirthe zu Absatzgeuoffeuschaften sei und schilderte die Entwickelung der Getceidelagerhäaser in Amerika und der­jenigen seit fünf Jahren in Deutschland. Für Grünberg und Umgegend sei die Gründung einer Getreideabsatzgenoffenschaft mit Lagerhaus nur zu empfehlen. Die Errichtung eines Lagerhauses sei, wie Referent Weller auSsührte, mit geringen Mitteln zu bewerkstelligen. So kostet z. B. ein in Bayern ! errichtete! Lagerhaus nur 14700 Mk. Der Rechenschafts­bericht, den Redner über dieses Lagerhaus verlas, lautete sehr günstig. Der Vortrag deS Referenden fand allseitgen Beifall. Herr Kaufmann Moll-Grünberg wies darauf hin, daß er in Gemeinschaft mit ben Herren Dippel-Grünberg unb Lehrer Dern Nteder-Ohmen schon eine Versammlung zu dem gleichen Zwecke, wie die jetzt tagende, abgehalten habe. Wenn es damals zu keinen endgültigen Beschlüffen gekommen sei, so erhoffe er diese von der heutigen bestimmt. Die Herren Zimmer-Btngmühle und Keil-Stadtmühle geben den­selben Hoffnungen Ausdruck. In längerer Ausführung betont Herr Lehrer Dern-Nieder-Ohmen, daß Grünberg nicht nur ein Recht auf die Erichtung eine» Lagerhauses für Getreide, sondern auch hierzu die Pflicht habe, wie sie sein früher so bedeutender Fruchtmarkt unzweifelhaft lehre. Redner schließt mit der Aufforderung an die Versammelten, heute zu that- krästtgem Beschluß schreiten zu wollen. Auf die Anfrage deS Borfitzenden, Herrn Bürgermeisters Zimmer, ob die Ver­sammlung die Errichtung eines Lageshauses sür Grünberg als nothwendig erachte, folgt einstimmige Blähung. 47 von den Anwesenden erklären sofort durch NamenSunterschrift ihren Beitritt zur Gründung einer Lagerhausgenoffenschaft. Die hierauf gewählte Commission, welche die nothwendigen Vorarbeiten erledigen soll, besteht auS den Herren: Bürger­meister Zimmer Grünberg (Vorsitzender), Ludloff-Merlau, Dern-Nteder-Ohmen, Dippel, Keil und Moll-Grünberg. Somit ist die Hoffnung vorhanden, daß Grünberg das erste Ge- treidelagerhau» für Oberheffen erhält, und damit verknüpft sich die andere, daß eS wieder im Fruchtgeschäft die frühere Bedeutung erlangt.

AuS Oberhefsen, 16. Januar. Aus Stangenrod wird demDarmst. Tägl. Avz." geschrieben: Schon lange ist eS der Wunsch der Bewohner unseres OrteS, daß letzterer mit dem nahen Grünberg durch eine Kretsstraße ver­bunden werde. Man hoffte, daß der bisherige, in sehr

j Standpunkt erhoben ist, und zwar besonders bei gewaltsame« ! Verletzungen, bei Brüchen und Verrenkungen. Auch die Anwesenheit von Steinen in der Blase ist auf diesem Wege

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geben, ist eine schwere Ausgabe, selbst wenn man nur bat Wesentliche übersehen und herausgreifen wollte. Auch ist e» in vielen Fällen gar nicht zu bestimmen, ob eine neue Er­rungenschaft einen bleibenden Werth besitzt. Trotzdem ver­öffentlicht die älteste englische FachzeitschriftLancet" alljähr- lich einen solchen Rückblick auf das verflossene Jahr, und auch jetzt ist derAnnus medicus 1897* pünktlich er- L - ^Er­

schienen. In demselben finden fich freilich die Arbellen I englischer Aerzte und Forscher etwas stark zu in den Vorder­grund gerückt, aber die Hebersicht bleibt trotzdem auch für die Allgemeinheit interessant. Abgesehen von dem ungewöhn­lichen Reichthum deS Jahres an medicinischen Versammlungen und Congressen ist die außerordentlich große Zahl großer Sammelwerke in fast allen civilifirten Ländern auffallend. Es scheint ferner, daß im verflossenen Jahre die angewandte Medicin oder die eigentliche Hellkunst weniger fortgeschrllten ist als die experimentelle Medicin. Man hat fich in letzter Zeit daran gewöhnt, mehr im Laboratorium als am Kranken­bett zu lernen. Selbstverständlich hat sich die klinische Be­obachtung mit ihrer Fülle mit neuen Instrumenten noch nicht erschöpft, aber ihr Wirkungskreis, ist heutzutage enger begrenzt als zu jener Zeit, da das Stethoskop und das Ophthalmoskop zuerst in die Hand des Arztes kamen; dagegen steht dem Forscher im Laboratorium noch ein welles Feld offen, und die Bedeutung seiner Arbeiten für die angewandte Medicin nimmt beständig zu. Es genügt, in dieser Hinsicht auf die Hntersuchungen von Haffkine über die Beulenpest, aus die Entdeckung des Bacillus des gelben Fiebers durch Sanarelli, auf die gewaltige Ausdehnung der Serumbehandlung bei ansteckenden Krankheiten und im Besonderen bei der Diphtherie und auf die Anwendung der Agglutinationsprobe zur Diagnose von typhösem Fieber hinzuweisen. Es war mehrfache Ge­legenheit vorhanden, die Ursachen eines Ausbruchs und der Verbreitung örtlicher Epidemieen zu flubiten. Einmal durch die Pest in Indien, deren Entwickelung überhaupt als die auffallendste epidemiologische Thatsache des Jahres zu be­zeichnen ist, ferner bei der Diphtherie-Epidemie in London, bei dem Ausbruch von Typhus in verschiedenen Orten Eng­lands und endlich bei dem Eintritt des gelben Fieber» in die südlichen Gebiete der Vereinigten Staaten von Amerika. Von der Diphtherie in London wurde festgestellt, daß sie ihre Verbreitung durch die Schulen erlangte. Die Behandlung von Fieber ließ die vermehrte Neigung zu äußerlicher An- Wendung von Kälte statt innerlicher Verabreichung von anti­pyretischen Mitteln erkennen, und zwar als eine Folge der Untersuchung amerikanischer Aerzte. Auf dem Gebiete der Nervenkrankheiten sind hervorragende Erfolge mehr hinsichtlich der Erkenntniß der krankhaften Zustände als der Heilung, solcher zu verzeichnen gewesen, ganz besonders ist die Auf­merksamkeit gegenüber den sogenanntenfunktionellen Stör­ungen des Nervensystems", wie der Hysterie und der Neu­rasthenie in dauerndem Wachsen begriffen. Die schönen Untersuchungen von Bastian über die Aphasie (Verlust der Sprache) haben zu einer hervorragenden Erweiterung dee Kenntnisse über die Thätigkeit des Gehirns bei der mensch- lichen Sprache geführt. Gicht und Rheumatismus wurden auf dem Berliner Congreß für innere Medicin und auf der Versammlung der britischen Medicinischen Vereinigung iw Montreal behandelt. Auf dem Gebiete der Herzkrankheiten wird das Werk von Sir W. Broadbent wegen der klaren Besprechung aller Herzleiden hervorgehoben. Hinsichtlich der Tuberculose ist ein eigentlicher Fortschritt kaum zu verzeichnen, falls sich nicht das neue Tuberculin bewähren sollte; höchstens könnte man die Durchführung vorbeugender Maßregeln an manchen Orten als einen solchen bezeichnen. Die Unterleib«, krankheiten zeigen eine zunehmende Aussicht auf Besserung, wenigstens diejenigen, die nicht mit innerlichen Mitteln, son- dern nur operativ zu behandeln sind, z. B. gastrische Geschwüre, Gallensteine und abdominale Geschwülste. Auf dem Gebiete der Chirurgie seien einige besonders seltene Fälle erwähnt. In Birmingham wurde ein 19 jähriger Bergmann behandelt, der zwischen zwei Lowries gerathen war und eine heftige Quetschung des Leibes davongetragen hatte. Es wurde bec Bauchschnitt gemacht, und in der Bauchhöhle fanden sich große Mengen von Blutklumpen, an der unteren Seite de» rechten Leberlappens.ein 35 cm tiefer Riß, der bisher

| unbedingt für tödtlich gehalten worden wäre. Der Unterleib j wurde sorgfältig ausgewaschen und mit einer Glasröhre brainirt, worauf sich bei dem Kranken die Erscheinungen einer Lungenentzündung einstellten, schließlich aber doch eine vollkommene Genesung erfolgte. Ebenso merkwürdig ist da»

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zwischrn Lauterbach unb Wallenrob, wodurch derselbe erst ! gegen 5 Uhr Morgens in Alsfeld eintreffen konnte. Un« glücklfälle find nicht vorgekommeu.

Saubach, 16. Januar. Der Spitzbüberei einer durchziehenden Zigeunerbande fiel eine hiesige Bürgerifrau zum Opfer. Dieselbe hatte die Zigeunerkinder mit Eßwaaren beschenkt, zum Dank dafür wollte ein Zigeunerweib da- Portemonnaie der BürgerSfranfegnen". Nach einem mit bem Portemonnaie vorgeuommenem längeren HokuSpokuS entfernt fich baS Zigeunervolk, bie Fran gewahrte dagegen später mit Schrecken, daß ihr ein auf Geheiß der Zigeunerin zuvor in das Portemonnaie gelegtes Zehnmarkstück fehlte. Mit polizeilicher Hülfe wurden diefahrenden Leute" wieder eingeholt, doch war eS ber BürgerSfran nicht mehr möglich, unter bengleich au-sehenden" Zigeunerweibern bie Diebin herauSzufinden.

4- Ilbenstadt i. d. W., 17. Januar. Gestern wurde dahier dasGottfriedsfest" gefeiert, verbunden mit einer Wallfahrt zum Grabe des als Patron der Wetterau verehrten Hl. Gottfried in unserem prachtvoll geschmückten Dome, welcher den ganzen Vormittag von Gläubigen ange­füllt war. In dem >/810 Uhr begonnenen Hochamte hielt Herr DiözesanprSses Forschner auS Mainz die sehr gedanken- reiche Festpredigt, und trug unser Kirchenchor daS Uebrige zur Verherrlichung der internen Feier bei. Auch der Nach- mitiagSgotteSdienst verlief in der würdigsten Weife.

Darmstadt, 15. Januar. Am gestrigen Tage wurde ein schönes F-st in der Familie unsere» hochverehrten Herrn Prälaten Dr. Habicht gefeiert. ES war der 70. Geburts­tag der Frau Prälat und zugleich der 46, Jahrestag der Berheirarhung des Ehepaares. Die Söhne, Schwiegertöchter und Enkel desselben waren sämmtlich zur Feier erschienen. Gratulationen kamen selbst aus weiter Ferne, unb Freunde und Freundinnen überbrachten ihre Glückwünsche. Der Ge­burtstagstisch bedeckte fich mit den schönsten Blumenspenden, und zeigte fich auch bei dieser Gelegenheit, welcher Liebe und Hochachtung die Gefeierten fich erfreuten. Mögen noch recht viele solcher frohen Tage dem Herrn Prälaten unb seiner verehrten Gemahlin beschieben sein. (N. H. B.)

Darmstadt, 15. Januar. Heute früh ist ber Präfident beS Verwaltungsgerichtshofes, Geheimrath Küchler, ge­storben. Küchler war lange Jahre Provinzialbirector in Darmstabt unb Mainz, Abgeorbneter ber Zweiten unb nun ber Ersten Sammer, in bie er durch da» Vertrauen befl Großherzogs berufen war. In weiteren Kreisen ist er durch sein Werk über die BerwaltungSgesetzgebung im Großherzog* thum Hessen bekannt geworden.

ch. Darmstadt, 17. Januar. Gestern tagten hier die Vorstände deS Landesverbandes Hessischer Hand­werker und Gewerbetreibender, um Über da» von bem ReichSamt beS Innern anSgearbeitete Musterstatut für freie unb Zwangsinnungen zu berathen: Die Berathung mußte aber ausgesetzt werben, ba daS Ministerium ben Vor­ständen nur ein Exemplar zur Verfügung gestellt hatte, unb würbe beschlossen, da» Ministerium nm Zusendung mehrerer Exemplare zu bitten. ES kam hierauf zu einer Berathung überZwangs, oder freie Innungen" und wurde nach längerer Debatte nachstehende Resolution einstimmig angenommen: Die au« verschiedenen Städten de» GroßherzogthumS heute in Darmstadt zahlreich versammelten Vertreter des hessischen Handwerk« erklären sich einig in dem Gedanken, baß dem eigentlichen Handwerk nur durch eine das gesummte deutsche Handwerk umfassenden Zwangszusammenschluß geholfen werden kann, stellen e» jedoch zur Zeit ben einzelnen Innungen an­heim, bie Fragen ber Bildung von Zwangs- oder freien Innungen unter Berücksichtigung der durch das Gesetz ge­botenen Bortheile sowie in ben einzelnen Innungen bestehenden Verhältnisse im günstigen Sinne für die Mitglieder zu lösen." ES kam nunmehr eine dem Vorstände eines Gewerbes zur Kenntniß gekommene Wahlbeeinflnffung der Großh. Central­stelle zur Berathung. Nach eingehender Debatte, die mit­unter an Deutlichkeit Nichts zu wünschen übrig ließ, wurde nachstehende Resolution angenommen:Sie drücken ihr Be- i dauern darüber auS, daß Seiten» ber Centralstelle für bie

mangelhaftem Zustanbe befindliche Feldweg al» kürzeste Strecke ausgebaut würde. Die Behörde beabsichtigt jedoch, die proj'.ctlrte Straße auf die Londorfer Straße über einen Kilometer von Grünberg entfernt etnmünben zu lassen. Durch bie Ausführung bleseS Projekts würden aber ber Gemeinde durch die Erwerbung des nötigen Geländes ganz bedeutende Kosten erwachsen. Auch in Grünberg ist die Mehrzahl der Bewohner für Ausbau des seitherigen Weges, welcher in der Stadt einmündet. Hoffentlich findet bie in dieser Angelegenheit bei der Behörde eingereichte Petition Berücksichtigung. Die durch den im vorigen Jahre erfolgten Tod des als Componift weithin bekannten Lehrers C. A. Kern erledigte 1. Schul- und Organiften- stelle in Laubs ch wird demnächst wieder definitiv besetzt werden. Unter verschiedenen Bewerbern wurde von Herrn Grafen von Solms-Laubach, bem da« Präsentationsrecht zu­steht, Herr Lehrer Mohr zu Grünberg auSgewählt, unb dürfte die behördliche Bestätigung vorauSfichtlich demnächst erfolgen. i '*'** ---* *-- z zwiuvuiiytu uu» m w* «vwiv », vwpm o-

Alsfeld, 16. Januar. Gestern Abend gegen 11 Uhr ! Heber eine Uebersicht über die Fortschritte auf dem I festzustellen gelungen. Von der Bildung einer eigenen Röntgen* rntgleist k der die Strecke FuldaAlsfeld puffirende Zug i Gebiete der tzeilkunde auch nur sür ein einziges Jahr zu Gesellschaft in London ist eine weitere werthvolle Entwicklu»,

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