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m. 15 Zweites Blatt. Mittwoch den 19. Januar
1808
chrichciul tägNch »rt Ausnahme des MontagS.
Die Gießener
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Sehr einfach, um sich endlich einmal wieder sehen za
Feuilleton
Nein, er will Dir beistehen, er will Dir mir seinem
geschäftlichen Ange-
Gläubiger meine»
ohne Besinnen:
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Ich entscheide mich abermals für das Letztere.
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Nun haben Sie'» selbst vernommen," meinte Bredow
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bisher der Meinung, daß ich an erster Stelle auf Offen- und Vertrauen rechnen könnte. Gerade von Ihnen —" Sie blickte ihn mit großen Augen au.
„Eben deßhalb."
Er wußte den Sinn dieser Worte nicht gleich zu deuten. „Deßhalb?"
„Nun" — sie sprach ohne jedwede Verlegenheit — „Sie der erste, beste Freund unseres Hause», aber, lasten Sie ehrlich sein, waren Sie nicht immer wehr wein Freund, der meine» Mannes?"
„Aber die Lauterkeit —" wollte er sie unterbrechen.
„Die Lauterkeit dieser Freundschaft ist nie getrübt worden,
Deutsche* Reich,
Berlin, 17. Januar. Die „Nordd. Allgem. Ztg." ichreidt: Ja der englischen Prefle war kürzlich die Meldung a-fgeiaucht, daß der Besuch de» Kaiser» in Cowe» Vr den kommenden Sommer mit der englischen KöutgSfamilte
Sännt» ?*
„Nein, nein!"
Also war e» doch richtig 1 Ihre Frage beseitigte jeden Hweifel.
„So wollen Sie ihm ratheo?"
„Rathen, Helsen, wenn e» möglich ist."
„Helfen? Ist da» Ihr Ernst?"
„Ihr Unglaube könnte mich kränken."
„verzeihen Sie mir, aber ich hatte in dieser Zeit zu diel Gelegenheit, jeden Glauben an opferwillige Freundschaft j« verlieren. Gin „Freund" war e», der diese» Ende herbei- slhrte, kein Frennd fand sich, der tß abwrnden half. Nun l| eß da und muß ertragen werden."
Jetzt war sie schmerzlich bewegt und er wieder ganz d »ll Mitgefühl.
„Und ich?" sagte er vorwurfsvoll, „ich existtrte natürlich nicht."
„E» kam so überraschend, und dann —
Sie stockte.
Und dann?"
„Dann würden wir au diese Möglichkeit nicht gedacht haben."
Da» ist aber nicht gerade schmeichelhaft für mich. Ich
aber sie würde eß werden, sobald Sie meinem Manne ein Helfer würden."
„Wie paradox Sie Henle find," murrte er.
Sie beachtete den Einwand nicht.
„Au wen dachten Sie zuerst, alß Sie von unserem Unglück hörten? An wen mit dem größeren Jutereffe?"
„Aber, liebste Freundin!"
Gr war sichtbar verlegen.
„Ich kann mir die Antwort ohne alle persönliche Eitelkeit selbst geben. Und eben darum muß e» dabet bleiben, daß Sie für un» keine finanziellen Opfer bringen."
„So kündigen Sie mir die Freundschaft?"
„Ich hoffe fie vielmehr durch diesen Entschluß zu festigen, sicherer zu stellen."
„Allmählich verstehe ich —"
Er blickte mit Bewunderung auf die junge Frau.
Da vernahm man.auf dem Lorrtdor Schritte. Bredow war hetmgekehrt.
Er sah ernst aus, alß er da» Zimmer betrat, aber keiueßwegß verzweifelt. Harder begrüßte er mit Wärme.
Daun trat er auf seine Gattin zu und küßte fie.
Harder hatte so viel Zärtlichkeit nie zuvor an ihm wahrgeuommeu.
„Ahnst Du, weßhalb un» Herr Harder heute aufgesucht hat?" fragte Frau Bredow ihren Manu.
„‘S**»Milan,, i
Drr Frrund des Hauses.
Skizze von Georg Perstch.
(Schluß.)
Dieser Gedanke verwirrte ihn und er antwortete zerstreut, al» fie ihn nach den Erlrbniffen seiner Reise fragte.
Wenn er nur erst Klarheit gehabt hätte.
verabredet worden sei. Diele Nachricht beruht dem ganzen Inhalte nach auf kreier Erfindung.
Berlin, 16. Januar. Zu dem heutigen, im Reichstag»- gebäude tagenden Ausschuß für die deutschen Natio- nalfeste waren 57 Mitglieder erschienen. Der Reichskanzler war durch den Geh. Oberrrg.-Rath Broich vertreten. Der Vorfitzende, Landtag» Abg. Freiherr v. Schenkendorf, führte au», da» Ziel der Nationalfeste sei die S ärkung de» deutschen Einheitsgedankenß, die Pflege deß deutschen Vo ks- thum» durch die Hebung der BolkSgesundung und der Volk»- krast. Hierauf wurde nach eingehender Berathung beschlosten, mit Rüdeßheim, Kyffhäuser und GoSlar zu verhandeln und die endgültige Wahl dem Vorstände bi» zum 15. März zu übergeben.
Berlin, 16. Januar. Der „Localanzeiger" meldet aus Kopenhagen: Ein gefährlicher, oft bestrafter Verbrecher suchte in'S Refidenzichloß „Amalieoborg" eiuzudringen. Er überfiel die Wache und konnte erst nach längerem Kampfe überwältigt werden. Ueber seine Abfichten hat er bisher nichts sagen wollen.
— Die politischen Folgerungen, die fich alldem Esterhazy-Scandal für die RetchSlande ergeben, faßt die „Nation" wie folgt zusammen: Ueber den Geschmack läßt fich nicht streiten. Aber eß verdieat bemerkt zu werden, wie geartet der Pariser Geschmack heute ist, und mit welcher Vergangenheit man drr gefeierte Held deS Tage- in Pari» zu fein vermag. Ueber den Proceß, der nicht gegen Esterhazy, sondern -um Zwecke seiner Glortfictrung geführt wurde, braucht man kein Wort zu verlieren. WaS können militärische Spione verrathen, das auch nur entfernt so wichtig wäre, wie dies Alle-, wa- hier alle Welt fieht. Die allgemeinen sittlichen Zustände einer Nation find es, die schließlich über den Ausgavg eines Kriege- entscheiden- das ist die zutreffende Ansicht von Montesquieu- dem militärischen Spiouenwesen hingegen eine wesentliche Bedeutung betmeffen, kann nur eine Nation, der die Wirklichkeit zu einem Sensationlroman wird. Wenn Rochefort und der Adjutant de» französischen General« stabSchesö zusammen der Sittlichkeit und Gerechtigkeit zum Stege verhelfen, so kann da» auch auf Elsaß-Lothringen nicht ohne Eindruck bleiben. Man berichtet denn auch aus den Re ch-landrn, daß Panama und daß vor Allem Drehfu» an den Elsaß-Lothringern nicht ohne Wirkung vorübergegangen find. Scheurer-K'.stner kennt man im Elsaß gut genug, um
mit freudiger Zuversicht. „Aber glauben Sie mir: da» Bewußtsein, in der Roth wenigsten- einen wahren Freund gefunden zu haben, bereitet wir eine hohe Gennqtduuog, und darum sei Ihnen wiederholt von Herzen gedankt."
Harder erröthete.
„Diese» Weib ist wahrhaftig ein Engel," dachte er, „und zwar ein sehr tapferer. Man möchte immer neidischer auf diesen Bredow werden. Doch nein! Von dieser Stunde an will ich ihnen ein rechter Freund sein, beiden, denn fie gehören zusammen, und keiner meiner Gedanken soll sich zwischen fie drängen, jeder aber ihrem Wohle gelten."
Er erlundigte sich endlich, wenn erwarten könnte, er hätte ihn gern in lsgenhetten gesprochen.
Nun stutzte fie.
„Geschäftlich? Sind auch Sie
Gießen, den 15. Januar 1898. Betr.: Da- Ersatzgeschäst pro 1898.
Der Civilvorfitzende der Großh. Ersatz-Commission Gießen an die Gr. Bürgermeistereien des Kreises.
Mit Rücksicht auf den frühen Beginn de» diesjährigen Ersatzgeschäfre» wollen Sie alsbald mit Aufstellung der «men Stammrollen beginnen und solche mit denjenigen pro 1696 und 1897 ungesäumt einseuden. Etwaige Zugänge stvd besonder» in Vorlage zu bringen.
Dr. Wallau.
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Bekanntmachung, betr.: Die polizeiltch-techuifche Revision der Maße, Gewichte und Waagen.
Da von unserer an die Interessenten unter« 5. und 12. k. M. gerichteten Aufforderung, ihre Maße, Gewichte «nb Waagen dem Aichmetster zur Vorptüfung in den bereit» bekannt gegebenen Terminen vorzulegen (vergl. Gießener Anzeiger Rr. 5, 6, 7 und 11) nur sehr wenig Gebrauch gemacht wird, machen wir darauf aufmerksam, daß e» im eigensten Jutereffe der Gewerbetreibenden gelegen ist, wenn fie ihre Maße, Gewichte und Waagen von dem Aichmetster auf ihre Richtigkeit untersuchen taffen. Im Anschluß an die für die Vorprüfung festgesetzte Frist wird eine allgemeine Revifion rc. erfolgen, und werden dann Fälle, in denen von Gewerbetreibenden unrichtige Gewichte, Maße und Waagen gebraucht «erden, unnachfichtlich zur Anzeige kommen.
Gießen, den 14. Januar 1898.
Großherzogliches Polizeiamt Gießen, v. Bechtold.
Eine direkte Frage erschien ihm unpaffend. er Bredow zurück'
Vermögen zu Hilfe kommen."
„Da» ist gut, da- ist edel, — ich danke Ihnen," rief Bredow bewegt und reichte dem Freunde die Hand. „Über da» würde ja unseren ganzen Zukunft-plan umstoßen, liebe» Frauchen, und baß wäre schade." Und zur Erklärung fich an Harder wendend: „Eß wird ein Arrangement zu Stande kommen. Niemand von meinen Gläubigern wird benach- thetligt werden. Wa» jetzt nicht gedeckt werden kann, werde ich später in Ordnung bringen."
„Aber Ihr geschäftlicher Ruf, Ihr Credit?"
„Ich werde von Neuem aufbauen müffen- diesmal soll e» aber ein solide» Gebäude werden. Alle« au» eigener Kraft und nur mit dieser Hilfe!" Er legte liebevoll seinen Arm um seine Frau. „Ihr danke ich diesen Plan, von ihr habe ich mein Vertrauen für die Zukunft empfangen. Wollen wir Freund Harder» Mammon annehmen und im alten Ge- leise bleiben oder wollen wir unseren Vorsatz, den wir in schwerer Stunde faßten, au»führen, alß zwei einige, glückliche Menschen?"
Sie legte ihr Haupt fest an seine Brust und antwortete
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richtig abschätzen zu können, maß tß für einen Staat bedeutet, wenn ein Mann wie Rochefort den Präsidenten d:» Senat» al» erkauften Schächer behandelt. Die Sehnsucht aber nach staatlichen Zuständen kann nicht groß sein, in denen Rochefort und Esterhazy triumphiren und die Helden de» Tage» find.
Frankfnrt a. M., 17. Januar. Wie der „Franks. Ztg." au» London telegraphirt wird, ist der Maschtnen- arbeiterstrike als beendet anzusehen, nachdem c>m SamStag Abend die Gewerkoereine der Zurückziehung der Forderung de« AchistundentageS zugestimmt haben.
Dresden, 17. Januar. Drr König empfing heute Mittag den Laudeßhauptmann von Deutsch-Südwestafrika, Major v. Leurwein, in Audienz.
Stuttgart, 17. Januar. Die Untersuchung über die Ursache deß Brand eß im Garnisonlazareth ergab, daß keine Brandstiftung vorliegt. In letzter Nacht brach im Garnison- lazareth — wahrscheinlich weil noch glühende Kohlen vor- Händen waren — ein neuer Brand aus, der indeß bald gelöscht wurde. ____________________________
Arrslcm-.
Wien, 17. Januar. Die czechi scheu Vereine Wien» wollten gestern eine Protestversawmlung gegen den Antrag des Landtag»abgeordneten Kolisko, wonach in Niederösterreich die deutsche Sprache die einzige Unterrichtssprache sein soll, in einem Locale veranstalten, deff-n Besitzer baß Local verweigerte. Etwa 3000 Persovcn sammelten sich vor demselben an, welche, von der Sicherheitt- wache zerstreut, nach einrm anderen Locale zogen und die Versammlung abhielten. ES wurde eine Resolution gexen den genannten Antrag beichloffen. Bon cztchisch:n Abgeordneten Böhmen» und Mähren» waren ZasttmmungSadrefien eingetroffen. Später zogen die Theilnehmer an der Versammlung vor baß Rathhaus, woselbst fie von der Wache zerstreut wurden. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen.
Kattovitz, 17. Januar. Da» „Oderschleflsche Tageblatt" meldet: Die Z mmerung deß Georg« s chachteß bti Ruda hat Feuer gefangen. Die Bergleute find gefährdet. Fünf Bergleute wurden betäubt hervorgezozen. Nähere Nachrich n fehlen.
Rom, 17. Januar. Bei dem heutigen Empfange von etwa 400 römischen Patriciern in dem Coufistorialsaale
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