Ausgabe 
17.5.1898 Erstes Blatt
 
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Vertrieb, die amerikanische Flagge herabriß und die spanische Flagge hißte.

Loudon, 14. Mat. Wie aus Boston gemeldet wird, ist da» Fort Warreu von Kindern und Frauen geräumt worden.

Madrid, 14. Mai. In der gestrigen Kammerfitzung erklärte der Minister deS Aeußereu über die Beschießung Portorico» durch die amerikanische Flotte, er könnte die Thaten der Bereinigen Staaten nur mit dem Ausdruck Vandalismus bezeichnen. Auch im Senat wurde eine gleiche Interpellation eingebracht.

Madrid, 18. Mai. Der General - Gouverneur von Portorico meldet über die Beschießung vouSanJuan, daß die amerikanischen Kriegsschiffe sich nach dreistündigem Feuer zurückgezogen haben. Die feindliche Flotte habe schwere Havarie erlitten, die spanischen Batterien und Befestigungen seien nur wenig beschädigt. Einige Eivilpersouen wurden verletzt, drei Soldaten getödtet und drei verwundet. Die Haltung der Bevölkerung und der spanischen Truppen sei zufriedenstellend.

Washington, 14. Mat. In Folge der Berichte über die Bewegung der spanischen Flotte und der Gerüchte von einem für die Amerikaner ungünstigen Zusammenstoß mit der spanischen Flotte herrscht hier große Bestürzung. In New'Nork ist eine Panik ausgebrocheo, weil man stündlich ein Bombardement seitens der Spanier erwartet. Im Martneamt etngelaufeve Depeschen melden, daß die spanische Flotte in Port Devtanca auf Martinique von zwei mit Kohlen beladenen Tronsportdampfern der spanischen transatlantischen Dampferlinte erwartet werde, um sie mit neuen Kohlenvorrätheu genügend auszustatten. Außerdem erhielt der spanische Admiral dort Depeschen, welche ihn vollständig über die Position der amerikanischen Flotte unter­richten, während andererseits die Depeschen des amerikanischen Cousuls 12 Stunden zurückgehalteu würden. Mac Kinley wird dieserhalb au die französische Regierung eine scharfe Reklamation richten.

Nokohama, 14. Mai. An der Ostküste von Japan herrscht rin heftiger Orkan. 200 Boote mit 1500 Fischern find verunglückt.____________________________________________________

Wahlbewegung.

* Darmstadt, 14. Mai. Da» Wahlcomitö der Ceutrum»- Partei im Wahlkreis Erbach-Bensheim richtet an seine Anhänger die Aufforderung, keinem Candidaien ihre Stimme zuzuweuden, der den Zielen des Eentrums feindselig gegeu- vberstehe und weder den nationalliberalen noch den social­demokratischen Eaudtdaten zu wählen.

A Mainz. 15. Mai. Wie fast immer, find auch diese» Mal dte Socialdemokrateu mit ihrem Eaudtdaten im Wahl­kreis Mainz-Oppenheim zuerst officiell auf dem Plan. In einem in vielen tausenden Exemplaren verfloffene Nacht und am heutigen Morgen verbreiteten Flugblatt wurde der Landtagsabgeordnete Dr. Ed. David, der seinen Wohnfitz In dem nahen Gemüseort Mombach aufgeschlagen hat, zum Eandidaten proclamirt. Sowohl durch sein Auftreten im Landtag, wie auch al» früherer Redacteur de» hiesigen social- demokratischen Blatte» ist Dr. David bei den Mafien ziem- lich populär geworden. Für den Tag vor der Reichstags- Wahl haben sich jetzt schon die Socialdemokraten zu einer Vollversammlung die Stadthalle gefichrrt. Seitens der Nationalliberalen ist auf kommenden Dienstag eine Ver- trauen-männerversammlung anberaumt, in welcher dte Candi- darenfrage erörtert und besonder» Beschluß darüber gefaßt werden soll, ob an der au» der Mitte der Partei gegebenen Anregung, mit anderen Parteien gemeinsam vorzugehen, noch sestzuhalten ist, nachdem dte demokratische Partei erklärt hat, vur daun für einen gemeinsamen Eaudtdaten etuzutreten, wenn fich derselbe verpflichtet, tn politischer wie in wtrth- schaftltcher Beziehung eine entschieden freiheitliche Stelle ein­zunehmen. Nach allgemeiner Anficht wird die Idee de» ge« metnsamen Aufstellen» eine» Eaudtdaten nicht zur Verwirk­lichung kommen. Im Wahlkreis Bingen-Alzey wird besten seitheriger Vertreter, der der deutschfreifiuutgeu Partei angehörige Reinhardt Schmidt im Laufe dieser Woche eine Anzahl Wahlversammlungen abhalten.

* Die Zahl der Eandidaten für den Wahlkreis Wetzlar-Altenkirchen mehrt fich. Die Eaudidatur unseres bisherigen Reichstagsabgeordneten Krämer Ist bereits vor einigen Wochen in einer BertraueuSmäunerversammlung in Betzdorf aufgestellt worden. Hierauf find die Socialdewokrten auf dem Plaue erschienen- ihr Caudidat ist der Reichstags- abgeordnete August Bebel. In den letzten Tagen ist als dritter Candibat von den vereinigten Coujervativen, Christlich- Socialen und Landwirthen der Rentner Dr. Burckhardt in Godesberg proclamirt worden. Nun hört man neuer­dings, daß auch die Antisemiten, welche unter der Führung Dr. Böckels bei den Wahlen von 1890 bis 1893 eine große Stimmenzahl auf fich vereinigten, wieder einen Eandidaten ausstellen wollen und zwar in der Person de» Reichstag»« adgeordneten Zimmermann. Zu diesen vier Bewerbern um da» Mandat de» Wahlkreise» wird aller Wahrscheinlichkeit nach in Kürze noch ein fünfter hinzutreten, der Caudidat der CeutrumSpartei. Wer dieser Caudidat sein wird, darüber hat bi» jetzt noch nicht» verlautet. Fünf Candidateu: national« liberal, conservativ, Eentrum, Antisemit, Socialdemokrat, daS ist die Auswahl. Eine Stichwahl, wie wir ste seit 1881, mit alleiniger Ausnahme der Septeunatswahleu von 1887 regelmäßig gehabt haben, wird uns unter solchen Umständen auch diesmal nicht erspart bleiben.

Karlsruhe, 14. Mai. Als Candidat der national- liberalen Partei für den 10. Reichstags-Wahlkreis Karlsruhe- Bruchsal ist Rechtsauwalt Dr, Schneider, ein Schwieger­sohn des Professor» Onckeu in Gießen aufgestellt. Schneider ist bi» jetzt vor der Oeffentlichkeit noch nicht be- sonder» hervorgetreten, ist aber in der Partei al» ein sehr befähigter Mann bekannt, der sich auch in seinem Beruf in letzter Zeit einen bedeutenden Ruf erworben hat.

... OcMes tmb

Gießen, 16. Mai 1898.

* Auszeichnungen. Se. König!. Hoheit der Groß- Herzog haben Allergnädigst geruht, dem Buchdruckergehilfeu Georg Schmelz in Mainz, sowie dem Broncearbeiter Karl Rauth in Mainz da» Allgemeine Ehrenzeichen mit der In­schriftFür treue Arbeit" zu verleihen.

'* ReichStagswahl. Die Liste der zur ReichStagSwahl berechtigten hiesigen Einwohner liegt der heutigen Nummer diese» Blatte» bei.

* * Parlamentarische». Der Bericht des ersten Aus- schufle» über die Vorstellung von auf Widerruf an- gestellten Beamten, die definitive Anstellung derselben be­treffend, erstattet von dem Abgeordneten Hechler, lautet wie folgt: Ueber obige Vorstellung hat daS Großherzogltche Staatsministerium in einem an den Vorsitzenden des berich- tenden AnSschuffeS gerichteten Schreiben sich folgendermaßen geäußert:Euer Hochwohlgeboren beehrt fich das unterzeichnete Ministerium auf das gefällige Schreiben vom 2. I. Mt». die definitive Anstellung bisher auf Widerruf angestellter Be­amten betreffend ergebenft zu erwidern, daß die Frage einer anderweiten Regelung der Verhältniffe der in Rede stehenden Beamten von der Großherzoglichen Regierung bereit» in Er­wägung gezogen worden ist und voraussichtlich in Kürze ein bezüglicher Gesetzentwurf den Ständen zugehen wird." Der Ausschuß kann sich der Ansicht nicht verschließen, daß die gegenwärtig noch tn Wirksamkeit befindlichen Bestimmungen über die Anstellung, die Berechnung der Dienstzeit und die Peufioniruug der mit dem ausdrücklichen Vorbehalt des Widerrufs angestellten Beamten den jetzigen Zeitverhältniffen nicht mehr entsprechen, vielmehr einer Reform in mehr­facher Hinficht dringend bedürftig find. ES erscheint des­halb die baldige Vorlage des von der Großherzogltchen Regierung in Ausficht gestellten Gesetzentwurfs, durch den die Verhältniffe dieser Beamten eine auderweite Regelung erfahren sollen, im öffentlichen Interesse gelegen. Indem der Ausschuß dieser Vorlage in Kürze eutgegenfieht, beantragt er: die vorliegende Vorstellung vorerst auf fich be­ruhen zu lassen.

* * Für Radfahrer. ES find trotz amtlicher Bekannt­machung Großh. Polizeiamts eine größere Anzahl voraus- bestellter Radfahrkarteu und Nummerplatten noch nicht abgeholt worden. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Schutzmannschaft angewiesen ist, Fahrer ohne Nummer­platten zur Anzeige zu bringen, und daß die bis zum 17. Mai, Abends 6 Uhr, nicht abgeholten Fahrkarten und Nummer­platten gegen Zustellungsgebühr zugesandt werden.

* Zur Gießener Hundeausstellung am 18. und 19. Juni d». Jahres wurden bis jetzt folgende Ehren- und Specialpreise gestiftet: 100 Mk. vomClub Kurzhaar" für besten kurzhaar, deutsch. Vorstehhund, und zwar 50 Mk. für Rüden und 50 Mk. für Hündin der offenen Klaffe. 1 Silberner Pokal vomVerein Deutsch-Langhaar" für besten Langhaar, der mindestens zweiten Preis erhält. Bier filbervergoldete Medaillen vomSt. Bernhardsclub" in München, je eine für besten langhaar, und kurzhaar. Rüden und Hündin. Sechs Ehrenpreise desClubs für rauhhaar. Terriers". Ein Ehrenpreis vomZweigverbaud der Züchter von Luxushunden und Foxterriers" in Berlin für Collie». Eine Silberne Medaille vomVerein für Luxus- Hunde" in Leipzig für beste deutsche Dogge, Rüde oder Hündin. Eine Silberne Medaille vomVerein für LuxuShunde" in Leipzig für besten Colli, Rüde oder Hündin. 40 Mk. in Baar, eine filberue Elubmedaille nebst Diplom, 2 Ehren- diplome vomNeufundländer Club für den Kontinent". Zwei Ehrenpreise de»verein» der Hundefreunde" tn Frank­furt a. M. Ein Ehrenpreis de»Dachshund-Schlief- Club", Mainz. Vier Ehrenpreise vomCollie-Club". Ein Ehrenpreis vomVerein der Barsoi» Freunde". 140 Mk. in Baar vomDeutschen Foxterrterclub". 30 Ehrenpreise vomNationalen Doggen-Club". Ein Ehrenpreis vom ,,Dachshund-Schlief Club", Fcaukfurr a. M. Zwei Mal 30 Mk. in Baar von derWestdeutschen Hundekuchen- und Gkflügelfutter-Fabrik", Langenfeld-Cöln. Vier Mal 25 Mk. in Baar vomSpratts Patent", Rummels- burg-Berlin. Vier Mal 25 Mk. in Baar von derActien- brauerei Gießen" zu Gießeu. Außerdem sind Seiten» der Mitglieder noch über 30 Ehrenpreise gestiftet und von mehreren cyuolog. Vereinen und Mitgliedern sowie einigen Special­clubs solche zugesagt. Die Fütterung der Hunde besorgt dieWestdeutsche Hundekuchen- und Geflügelfntter-Fabrik", Langeufeld-Cölu. Letzter Meldetermin ist der 31. Mai.-

* vom neugegrüudeten AthletenelubEinigkeit" zu Gießen, welcher zu dem am 15. Mai in Rüsselsheim statt­gefundenen Amatrur-Athleten-Wettstreit fünf Mann entsandte, errangen im Stemmen unter 95 Mitbewerbern nachgenannte Herren folgende Preise: Ernst Valentin den 1. Preis mit gold. Medaille, Justu» Friedrich den 9. Preis, Heinrich Schmidt den 13. Preis, Philipp Weigel den 21. Preis, Carl Gerlach den 22. Preis. Außerdem errang Philipp Weigel im Ringen unter 65 Mitbewerbern den 14. Preis.

** Sportplatz an der Hardt. Obwohl der Meldeschluß zu den am nächsten Sonntag stattfindenden Rennen erst für heute Abend 9 Uhr augesetzt ist, so kann doch jetzt schon bekannt gegeben werden, daß alle Nummern des reichhaltigen Programms sehr zahlreich und von ersten Kräften bestritten find. Der Vorverkauf der Eintrittskarten beginnt morgen bei den Herren Heinrich Hettler, Conditorei, Süd- anlage, Carl Koch, Ferber'sche Universttätsbuchhandlung, Kirchenplatz, und Heinrich Noll, Schreibmaterialieugeschäft am Markt. ES wird fich sehr empfehlen, fich alsbald an diesen Stellen mit Karten zu versehen, da die Sitzplätze nur in be­schränkter Anzahl vorhanden find und wie im vorigen Jahre sehr rasch vergriffen sein dürften.

All Hell! Bei den gestrigen Rennen in M.-Glad- bach erzielten die Mitglieder derWanderer, G. R. G.", Ludwig Opel zwei erste Preise und Carl Duill einen ersten

IPreis, während der Leiter unserer Trainirschule, Herr Frans verheheu, im Hauptfahren und im Vorgabefahren in Würz' bürg glatt fiegte.

* e Auch ein Gourmand. In einer hiesigen Wirthschast verspeiste gestern Nachmittag ein zur Uebuug eingezogener Reservist infolge einer Wette eine lebende Fledermaus und strich dann schmunzelnd den Gewinn, 3 Mark, ein. Besten Appetit!

Preußische Lotterie Bei der am Samstag stattge- fundenen Schlußztehung fiel der Hauptgewinn Von500000 Mk. auf die Nr. 6 2 44 4.

* * LuugeuheUaustatteu. In der Ausschußfitzuug der Alters- und Jnvaliditätsversicherung für das Großherzogthum Heffen am 13. ds. MtS. wurde Tandbach im Odenwald zur Errichtung einer Lungenheil-Austalt gewähl* und eine Summe von 350000 Mk. dafür bewilligt.

* * Zur Erleichterung des diesjährigen Pfingfiverkehrs wird auf den Preußischen Staatsbahnen, auf den Strecken der Direction Mainz und auf den die gleiche Bestimmung annehmenden fremden Bahnen die Geltungsdauer der gewöhnlichen Rückfahrkarten von sonst kürzerer Geltungs­dauer, welche am Donnerstag, den 26. bl. Mts. und an den folgenden Tagen gelöst werden, bis einschließlich Montag, den 6. Juni d. I. verlängert. Die Rückfahrt muß spätestens an diesem Tage bis um 12 Uhr Mitternacht einschließlich angetreten sein und darf nach Ablauf desselben nicht mehr unterbrochen werden. Sofern auf den Fahrkarten eine Geltungsdauer angegeben ist, welche vom Lösungstage ab gerechnet über den 6. Juni hinauSgeht, so behalten die Karten für die aufgedruckte Anzahl von Tagen Geltung. Für gewöhnliche Rückfahrkarten nach den Stationen der badischen, bayerischen, elsaß-lothringischen, pfälzischen und württemdergischen Bahnen und der Prinz Heinrich-Bahn tritt eine Verlängerung der Geltungsdauer in der Weise ein, daß die vom 26. bis 28. d». Mts. gelösten Karten auf diese» Bahnen 10 Tage vom LösungStage ab gerechnet gütig find, auf den Strecken der Preußischen Staatsbahnen und der Direction Mainz dagegen bi» 6. Juni ds. IS. gelten. Die nach dem 28. d». Mt». gelösten Rückfahrkarten nach den Stationen der genannten nicht Preußischen Bahnen find bis 6. Juni d». IS. gütig, sofern ihnen nicht ein längere Geltungsdauer aufgedruckt ist.

* Die Steigerung der Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel erhellt aus der neuesten LebensmittelpreiS tabelle. E» mußten bezahlt werde» für 1000 Kilogr. Weizen 204 (im März 187) Mk., Roggen 149 (139) Mk., Gerste 159 (151) Mk., Hafer 156 (148) Mk., Kocherbsen 222 (219) Mk., Speisebohnen 266 (264) Mk., Linsen 407 (408) Mk., Eßkartoffeln 54 (51,1) Mk., Richtstroh 40,4 (40,8) Mk., Hm 54,6 (54,8) Mk., Rindfleisch im Großhandel 1047 (1040) Mk.- für 1 Kg. Rindfleisch von der Keule im Kleinhandel 135 (135) Pfg., vom Bauch 115 (115) Pfß., Schweinefleisch 137 (138) Pfg., Kalb- fletsch 127 (127) Pfg., Hammelfleisch 126 (125) Pfg., in­ländischer geräucherter Speck 159 (159) Pfg., Eßbutter 222 (219) Psg., inländisches Schweineschmalz 158 (158) Pfg., Weizenmehl 37 (33) Pfg., Roggeumehl 29 (26) Pfg.- für 1 Schock Eier 303 (333) Pfg.

Glauberg (Oberheffen), 12. Mai. Der allgemeim hoch­geachtete und verehrte Herr Pfarrer und Decan Georg Friedrich Schuster ist nach kurzem Leiden dahier gestorben.

Friedberg, 13. Mai. E» dürfte unsere Leser interesfiren, über die höchsten Preise der Stadtkirchenbau-Lotterie Näheres zu erfahren. Wie uns von zuverläsfiger Seite mit- getheilt wird, gewann den 1. Preis mit 50,000 Mk. Oeconom JöhnS in Bornheim, den 2. Preis mit 40,000 Mk. eine ehr bedürftige Wittwe in Essen, der 3. Preis von 30,000 Mk. wurde durch Vermittelung der Reichsbank erhoben. Der Gewinner will demnach seinen Namen nicht in die Oeffent­lichkeit kommen lasten. Den 4. Preis mit 20,000 Mk. erhielt ein UhrmaLergehülfe in Mainz. Bedauerlicherweise war keiner der glücklichen Gewinnen so großer Summen zu bewegen, für die Waisenkinder, welche ihre Glücksnummer gezogen, etwa» abzugeben, weshalb der Lotterie-Unternehmer einerseits eine Gabe stiftete. Bei dieser Gelegenheit sei be­merkt, daß eine ganze Anzahl Gewinne noch nicht erhoben st, und da der Termin zur Erhebung bereit» am 14. Juni abläuft und die Gewinne nach dieser Zeit zu Gunsten be» Unternehmer» verfallen sind, empfiehlt e» fich, die Loose nach- zuseheo. Oberh. Anz.

B. Lauterbach, 14. Mai. Der hiesige Hauptmarke sog. Prämienmarkt mußte wegen der ReichStagSwahl auf Dienstag, den 14. Juni verlegt werden (s. Inserat). Der- elbe wird hauptsächlich mit sehr schönem Zuchtvieh, nameut- ich Simmenthaler Raste, stark beschickt und kann Kauflustigen der Besuch de» Markte» empfohlen werden.

4- Salzhausen, 16. Mai. Auch in unserem Bade, welche» jetzt Bahnstation ist, hat die Saison begonnen, und ei hiermit auf die geschützte Lage des klimatischen, geräusch- osen Cutorte» in einem hübschen Seitenthälchen der Nidda, owie auf den erfolgreichen Gebrauch seiner Bade- und Trinkquellm, die schönen Spaziergänge tn dem Park und )te prachtvollen Waldungen in nächster Umgebung aufmerk- am gemacht. Allen, die der Ruhe und Erholung bedürfen, elbft schwächlichen Kindern, kann Salzhausen nur empfohlen werden.

Darmstadt, 13. Mai. Die zweite Kammer beschloß in hrer letzten Tagung, die Regierung zu ersuchen, sich künftig- fin jeder Stellungnahme, bezüglich der Parteirichtung hrer Beamten zu enthalten. Der ersten Kammer wird von ihrem vierten Ausschuß empfohlen, bleiern Beschlüsse nicht beizutreten.

Darmstadt, 15. Mai. Der Odenwaldclub, der heute auf der Burg Breuberg bei Neaftadt im Mümmlingthale seine 16. Generalversammlung abhielt, hat nunmehr beinahe die Mitgliederzahl von 4000 erreicht- ein viertel davon