Ausgabe 
16.9.1898 Zweites Blatt
 
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dessen sie ansichtig werden, und eben daselbst hat bereit- die Lande-baudireetton alle ihr unterstehenden italienischen Arbeiter au- dem Dienst entlassen. In Triest, das fast durchaus von Italiener« bewohnt ist, brachte der vergangene Sonntag einen großen Ansturm der vom Laude hereingekommenen Sloveuen gegen italienische Arbeiter, welche sich im Giardina Publica zusammengefunden hatten. Die Polizei mußte zur Wieder­herstellung der Ruhe und zum Schutz der schwer bedrohten Italiener einschreiten. Man muß hoffen, daß diese mit Un­recht generaltfirende Bewegung nicht weiter fortschreitet.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. September. Der Kaiser wird sich Freitag Abend nach Wien begeben und sich Samstag Nachmittag 4 Uhr au der Leichenfeier für die Kaiserin Elisabeth bethei- ligen. Der Aufenthalt in Wien dauert nur wenige Stunden, und die Rückkehr wird Sonntag früh erwartet. ES lassen sich vertreten die Großherzoge von Oldenburg und Mecklen­burg durch die Erbgroßherzoge, ferner der Herzog Regent von Mecklenburg-Schwerin durch den Freiherrn v. Maltzahn.

Berlin, 14. September. Bei der heutigen Ober- bürgermeisterwahl in Charlottenburg wurde der Oberbürgermeister Schuft eh uns in Nordhausen mit 37 von 63 Stimmen gewählt. Der Bürgermeister Mattiug-Char- lottenburg erhielt 23 Stimmen.

Spandau, 14. September. Hier beginnt sich unter der Arbetterbevölkerung der Stadt gegen die auf mehreren Bauten beschäftigten Italiener, welche an Stelle der gegenwärtig strtkendeu Maurer getreten fiad, eine feindliche Haltung bemerkbar zu machen. ES ist bereits mehrfach zu blutigen Zusammenstößen gekommen. Heftige Verwünschungen werden gegen die Italiener ausgestoßen. In der vergangenen Nacht wurde ein Holzschuppen, in welchem 30 italienische Arbeiter unterqebracht waren, von strikendrn Maurern angezündet. Die Italiener konnten sich jedoch retten. Sie schossen mit Revolvern in die Luft, um ihre Gegner in Schrecken zu ver- fetzen. Die italienischen Arbeiter werden mit polizeilicher Bedeckung zur Arbeit begleitet.

Köln, 14. September. DieKölnische Volkszeitung" meldet aus Berlin: Es werde ein internationaler Cougreß zur Berathung gemeinsamer Maßregeln gegen die anarchistische Gefahr von deutscher Sette angeregt werden. Da- Blatt sagt, die vorbereitenden Schritte find in diesem Augenblick vielleicht schon gethan. Es ist kein Zweifel, daß die Einladung angenommen wird. Die Cou- ferenz dürfte möglicherweise früher zusammentreten als dte AbrüstungSconferenz. Wie es heißt, wird von deutscher Seite das größte Gewicht darauf gelegt, mit dem bisherigen un­zureichenden UeberwachuugSshstem zu brechen und ein Iso- ltrungsiystem einzuführen, dergestalt, daß jeder Staat dte Verpflichtung übernimmt, die als Anarchisten bekannten Per­sonen in seinem Bereiche zu interniren und auf diese Wetse unschädlich zu machen. Ein solcher Vorschlag wird in erster Linie von Deutschland gemacht werden.

AttsUr«-.

Genf, 14. September. Heute Morgen 8 Uhr wurde dte Leiche d er Kaiserin Elisabeth vom Hotel Beau Rivage nach dem Bahnhofe überführt. Der BundeSrath und der Genfer StaatSrath sowie der Gesandte des Deutschen Reiches in Bern, Freiherr v. Rotenhahn, und die Gesandten Bayerns und Spaniens nahmen an der Uebersührung der Leiche der Kaiserin Theil. Alle Glocken der Stadt läuteten und eine zahlreiche Menschenmenge hielt dte Straßen, durch welche der Zug sich bewegte, besetzt. Die Menge entblößte dte Häupter, als der Zug erschien. Voran schritten Gendarmen, sodann kam der vierspännige Leichenwagen mit dem Sarg der Er­mordeten. Ai» daun folgten zu Wagen dte Gesellschafterin der Kaiserin, der BundeSrath, der Genfer StaatSrath, Diplo­maten usw. Gendarmerie schloß den Trauerzug. Am Bahn­hofe wurde der Sarg sofort in den berettsteheuden Zug ge­hoben, welcher sich alsbald in Bewegung setzte.

worden sei und auf mich zu stürzen drohte. Die Hand meines Begleiters lag schwer auf meinem Arm, wodurch ich nach einigen Minuten erwachte. Mit einem Ruck richtete ich mich empor. Was war das? Dte Luft schien mit dickem Rauch erfüllt zu sein, ich rieb mir die Augen, es war kein Traum mehr, was ich da sah, nein, es war die rauhe Wirk­lichkeit! Ein dichter Qualm machte sich rings um uns be­merkbar, dazu hörten wir ein Geräusch, als ob von allen Seiten ein Schnellfeuer auf uns abgegeben würde. Ein plötzlicher Windstoß vertrieb den Rauch, und nun sahen wir uns rings von Feuer umgeben, und nirgends ein Ausweg. Immer näher und näher wälzte sich die Gluth und trieb uns Funken ins Antlitz. Mit wilden Blicken der Wuth und des Entsetzens starrte mein Begleiter in die feurige Umgebung und rief:Ja Baas, ick halt et gefacht, de Kaffers is no gut, de halt de Gras gefeuert, de will roast uns". Dann sprang er zu den sich wild bäumenden Pferden und schnallte die Sattelgurte fester. Ein Blick auf die Uhr belehrte mich, daß kaum 20 Minuten vergangen waren, seit unsere Be­gleitung uns verlassen hatte, was mich etwas beruhigte und einer besonnenen Ueberlegung Raum gab.

Was thun?" sprach ich mehr zu mir, als zu meinem Begleiter.Nix nich," erwiderte Letzterer, indem ec sich resignirt hinhockte und die Pferde am Zügel hielt.Das hieße soviel, als hier elendiglich verbrennen," warf ich ein. Sickerlich Baas, da is nix nich, wat uns kann duhn, uns is keen Springbock nich, dat kann spring. Ha, un de Kaffers lach nul Lo, wenn ick em hält!" Drohend hob Jener sein Gewehr, doch diese Aufwallung machte einer voll­ständigen Niedergeschlagenheit Platz; er schien sein Schicksal erwarten zu wollen.

Ich zermarterte mein Gehirn mit allen möglichen Ge­danken, wie diesem Feuertode zu entrinnen sei. Einen Graben

Pari-, 14. September. Das BlattPetit Laporale" versucht heute seine Leser von der Nothwendigkeit eines Staatsstreiches zu überzeugen. Das Blatt sagt, man solle den Präsidenten Fanre in Havre einsperren und alle Minister verhaften.Libre Parole" meint, dte Armee habe genug Schläge bekommen, sie wüffe nun energisch auftreten und ihren Verleumdern durch ihre Verhaftung das Handwerk legen. Bisher fordern nur 18 Abgeordnete die Einberufung der Kammer, darunter alle Antisemiten, Nationalisten, Orleantsten und Rallitrte.

London, 14. September.Daily Mail" meldet ans Hongkong, daß ein Aufruhr in der Provinz Kwaug- St-Hah°San drohe. Zwei geheime Gesellschaften stehen an der Spitze der Rebellen. Eine allgemeine Rebellion stehe in diesem Thetle Chinas bevor.

Cocales rrird provinzielles.

vad'Rauheim, 14. September. Bei der heute vor- genommenen Wahl eines Vertreters zur Handels­kammer für die Stadt und den Kreis Friedberg erhielten Herr Ferdinand Sprengel 11, Herr Richard Wörner 10 Stimmen, 3 Stimmen wurden auf andere Herren ab­gegeben, ein Zettel war unbeschrieben. Ersterer ist somit gewählt.

W. Friedberg, 14. September. Die Actieuzucker- fabrikWetterau" beginnt ihre diesjährige Campagne am 27. d. M.- die warmen August-und Septembertage haben die Zuckerentwicklung in den Rüben bedeutend gesördert. In den Vorstand der für unfern Kreis neu gebildeten Handelskammer mit dem Sitz in Friedberg wurden von 46 bei der Wahl vertretenen Firmen gewählt: Wilhelm Feresch, H. L. Langsdorf, Hilmar Bindewald, E. Oppenheimer.

A Mainz, 14. September. Gemäß einem Beschluß des städtischen Finanzausschusses soll daS hier bestehende städtische Waisenhaus, das im Jahre 1665 von dem Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn gestiftet worden ist, auf­gehoben und die Waisenkinder tu Familienpflege gegeben werden. Nur die kränklichen Kinder sollen noch gemeinsam im Waisenhause verpflegt werden. Bei der Verpflegung der Waisen in Familien glaubt man bessere Erziehungsresultate erzielen zu können. Seitens der Stadtkaffe wurde zu dem hier bestehenden Localgewerbeverein seither ein jährlicher Zuschuß von 14000 Mark geleistet. Da es bei den be- schränkten Mitteln und Einnahmen de- Gewerbevereins nicht möglich ist, die von dem Verein gegründete Gewerbeschule, aus der schon sehr bedeutende Männer hervorgegangen, auf ihrer seitherigen Höhe zu erhalten, hat der städtische Finanz­ausschuß beschlossen, den Jahreszuschuß auf 18000 Mark zu erhöhen. Seiten- eines Regierung-Vertreter- ist bet der Beschlußfassung hierüber angedeutet worden, daß Hoffnung vorhanden, daß die Hauptlehrer der Gewerbeschule vom Staate übernommen und als Staatsbeamte angestellt würden.

A Mainz, 14. September. Das am 25. September statifiaüende Mainzer Herbstmreting umfaßt folgendes Programm: 1. Meisterschaft von Europa für Berufsfahrer über 100 Kilometer, 300 Runden mit Schrittmacher. 2. Haupt­fahren für Berufsfahrer, 3000 Meter. 3. Hauptfahren für Amateure, 3000 Meter. 4. Mehrsitzfahrer für Berufsfahrer, 2000 Meter. 5. Mehrsitzfahrer für Amateure, 2000 Meter. Es gelangen über 4000 Mark an baarem Geld und Ehren­preise zur Bertheilung.

A Aus Rheinhessen, 14. September. Der Besitzer de- früheren kurfürstlichen Schlosse- in GaualgeSheim, Bankier Hassemer aus Rom, feiert binnen Kurzem seine silberne Hochzeit, bei welchem Anlaß in GaualgeSheim ein großes Volksfest veranstaltet wird, während welchem aus einem Springbrunnen im Schloßgarten Wein für die Armen laufen wird. Außerdem sollen sonstige reichliche Schenkungen an die Armen gemacht werden.

um uns herum ziehen oder das Gras abschneiden, das wäre die einzige Rettung, aber woher die Werkzeuge nehmen? Es standen uns nur zwei Taschenmesser zu Gebote und mit diesen das starke Gras zu durchschneiden, mußten wir bald als nutzlos aufgeben. Es bot sich somit uns kein anderer Ausweg, als durch den Feuerring hindurchzureiten.

Als ein starker Windstoß das Feuer rings um uns auf­wirbelte, schwang ich mich rasch entschlossen auf mein Pferd, ein Sporenhieb machte es hoch aufbäumen und indem ich meinem Begleiter zurief, mir zu folgen, stürmte ich vorwärts. Entweder waren wir gerettet oder dem Tode verfallen.

Gierig leckten die Flammen an dem Pferde empor. Plötzlich sah ich zu meiner Rechten einen Reiter durch dar Feuer galoppiren. Es war mein Begleiter, der mir blindlings gefolgt war. Mein Pferd schlug die gleiche Richtung ein. Hoch schlugen die Flammen über uns empor und versengten Kleidung und Haare, und während wir immer bemüht waren, die glimmenden Theile unserer Kleidung zu ersticken, flogen die beiden Pferde von Furcht und Entsetzen ergriffen, dahin, völlig zügelfrei. Es war ein Ritt auf Leben und Tod.

Da trat ein für uns glücklicher Moment ein. Der Wind sprang plötzlich um und trieb die Flammen hinter uns zurück. Wir waren gerettet! Unaufhaltsam liefen die Pferde bis hinab zum Flusse, dessen kühlende Fluthen uns und den Thieren Erquickung brachten.

Als wir bann am jenseitigen Ufer zur Erholung aus- gestreckt im Grase lagen, das schaurige und doch schöne Schau- spiel des Grasbrandes vor unseren Augen, und ich mir die Szene noch einmal vergegenwärtigte, da wurde mir klar, wie I thöricht ich gehandelt hatte, als ich die beiden schwarzen Kerle ihren Weg verfolgen ließ. Sie hatten offenbar, als sie am Fuße des Hügels angelangt waren, das Gras angezündet, wie es in Südafrika überall üblich ist, da man es infolge

verwischt«.

In dem Wettbewerb um ein Moselweiulied find de« Casino in Trarbach im Ganzen 2140 Lieder etngesandt worden. Die Preisrichter Johanne- Trojan, Heinrich Seidel und Dr. Hans Hoffmann haben versprochen, die Prüfungen zu beschleunigen.

* Wir aus Emden berichtet wird, ist der heriugsfang ht diesem Jahre so ergiebig, wie nie zuvor.

Die Juwelen der Kaiserin von Oesterreich. Kaiserin Elisabeth besaß, wie da-Fremdeu-Blatt" mittheilt, einen Juwelenschatz, der einen immensen Werth repräsentirte- darunter ist nicht der werthvolle HabSburg'sche Familien­schmuck zu verstehen, welcher al- Fidetcommiß-Befitz von einer Kaiserin auf dte andere übergeht und in der k. und k. Schatz­kammer ausbewahrt wird, sondern jene Schätze, welche ver­äußerliche- und vererbliches Eigenthum der Kaiserin waren. Dieser Privatschmuck, welcher hauptsächlich aus Geschenken des Kaiser- und fremder Fürstlichketteu besteht, wurde vor bei­läufig 26 Jahren durch einen Kammer-Juwelier inventirt und geschätzt. Da-Inventar, welche- auf sechs Pergamentblättern geschrieben wurde, erforderte eine Arbeit von sechs Tagen. Dte Juwelen wurden auf einen Realwerth von 21/, Millionen Gulden geschätzt; der Werth derselben, wenn man dte Fassung, dte Fa-on und den Schliff in Anschlag bringt, dürfte wohl dte Summe von 4 bis 5 Millionen erreichen. Besonder- schön ist eine Perlenschnur an- drei Reihen kostbarer Perlen, welche die Kaiserin nach der Geburt de« Kronprinzen Rudolf vom Kaiser zum Geschenk erhielt und die auf 75,000 Gulden geschätzt wurde. Heute repräsentiren diese Perlen wohl einen Werth von 300,000 Gulden. Kaiserin Elisabeth hat zahl­reiche Schmuckgegenstände im Laufe der Jahre ihren Töchtern und Verwandten zum Geschenke gemacht.

Einige Kanonen. Im Spätsommer de- Jahre- 1871 war e-, als in Berlin das Königliche Zeughaus noch größere Anziehungskraft ausübte, als sonst- denn zahlreiches erbeutete- Kriegsmaterial traf dort ein und wurde al- sicht­bares Zeichen des wiedergewonnenen Friedens mit patrioti­schem Stolze bewundert. Eines Tages geschah eS aber, daß die zahlreich erschienenen Schaulustigen noch durch ein audere- Ereigniß in Erregung versetzt wurden: der Reichskanzler Fürst Bismarck kam. Raschen Schrittes trat er ein, ehrer- btetig begrüßt von der Menge und den dienstthuenden Be­amten. Nach wenigen Augenblicken erscheint auch der Zeug­hauptmann und grüßt den Fürsten, der rasch die Frage an ihn richtete:Herr Hauptmann, was verstehen Sie unter einige?" Verblüfft zögerte der Zrughauptmann mit der Antwort. Dte Frage wurde wiederholt und durch den Zusatz erläutert:Wie viel Einheiten denken Sie sich bei dem Wort einige"? Darauf antwortete der Hauptmann:Jedenfalls eine Mehrzahl."Ja, wie viel denn," fragt der Fürst, sechs oder sieben oder mehr?" Der Gefragte zuckt dte Achseln und erwidert:So viel doch nicht, Durchlaucht, höch­stens vier oder auch noch fünf."Gut!" entgegnete der Fürst, griff in die Brusttasche und überreichte dem Haupt- mann ein vom Kaffer geschriebenes Handbtllet, das dem Fürsten gestattete, aus der französischen Kriegsbeute für sich einige" Geschütze al- Andenken auszuwählen, was denn auch geschah unter Festhaltung der in obiger Weise gefun­denen Zahl.

Geschichten vo» reichen Straßenkehrern undarmen Blinden", dte um Almosen betteln und bei ihren Bankier- anständige Depots lagern haben, find schon klasfisch geworden. In London hat sich folgendes ereignet: ein Straßenfeger, deffen Rayon dicht neben einem eleganten Westend-Club liegt, war zu seiner Erholung auf ein paar Wochen nach der Insel Wight gegangen, während seine Gönner zu gleicher Zeit durch Anstreicher aus ihrem Heim vertrieben wurden. Vor einigen Tagen kehrte der Herr Straßenfeger in einem Coupö zweiter Klasse nach London zurück, er ist fein gekleidet und sein Haupt schmückt ein tadelloser weißer Setdenhut. Unterwegs steigt ein Mitglied de- Club-, activer Offizier, in dasselbe CoupS und wurde mit den Worten begrüßt:Wie geht es Ihnen.

feines oft rohrartigen Zustandes nicht mähen kann. Die Asche bient dem Boden, auf dem nach ganz kurzer Zeit be­reits frisches Grün hervorsproßt, als Düngmittel. Bei dem starken Winde, der aufsprang, war das Feuer mit rasender Schnelligkeit vorwärts geschritten; die beiden Schwarzen aber glaubten, uns so lebendig verbrennen zu können.

Wir gönnten uns nur eine kurze Rast, dann ging es dem nicht mehr fernen Hauptquartier zu, wo wir zum Offi« zierszelt geführt wurden. Der dienstthuende Lieutenant er­schien auch bald mit einem Licht in der Hand in der Zelt« Öffnung, sprang jedoch erstaunt zurück, nachdem er uns ge­mustert und griff nach einem Spiegel, den er mir vorhielt.

Das Erstaunen des Offiziers war in der That gerecht­fertigt, denn wie sah ich aus! Haupt- und Barthaar, sowie die Augenbrauen waren zum größten Theil abgesengt, und von dem ehemals breitkrämpigen Hat war nur noch der obere Theil vorhanden. Die übrige Kleidung war gänzlich versengt. Die umherfliegende Asche im Verein mit dem Wasser des Flusses hatte auf meinem Gesicht die rounbev barsten Schattirungen hsrvorgerufen. Mein Begleiter sah nicht minber entstellt aus. Unsere armen Thiere aber hatten am meisten gelitten. Die bichten Haare waren verschwunden unb von ben Mähnen nur noch traurige Ueberreste vorhanden.

Nach erstatteter Meldung wurde uns die ersehnte Ruhe zu Theil. Am nächsten Morgen verfolgten wir die Spuren unserer nächtlichen Begleiter, mußten indeß, da diese offen­bar ganze Strecken im Flußbette entlang geritten waten, die Verfolgung schließlich aufgeben. Der Schurkenstretch blieb somit ungerächt.

Aus Dankbarkeit kaufte ich mir später das Pferd, dm ich meine ganze Sorgfalt widmete und das mir noch mancher treuen Dienst geleistet hat.