Ausgabe 
15.11.1898 Zweites Blatt
 
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auf die Einbringung eines Nachtragsetats gerechnet werden. Die Summe der Mehraufätze bet den fortdauernden Ausgaben für 1899 gegenüber dem Etat für das Rechnungsjahr 1898 beläuft sich auf 1504339 Mk.

SamStag früh 6 Uhr ist die kaiserliche YachtHoheu- zollern", mit dem Kaiser und der Kaiserin an Bord, und dieHeia" unter der Salutschüssen der Hafenbatterien und der im Hafen liegenden Schiffe nach Brunsbüttel (der Westmündung des Kaiser WIhelm-KanalS) in See gegangen. DieLoreley", mit dem Botschafter Freiherr» v. Marschall an Bord, ist nach Konstantinopel zurückgekehrt. DieHertha" geht nach Genua. Ein Thetl des Gefolges kehrt über Kon­stantinopel nach Deutschland zurück. Für dieHoheuzolleru" ist die erste Station Rhodos, wo Depeschen ausgenommen werden. Demnächst soll dieHohenzollern" bei Malta Kohles etouehmen. Die Rückreise der Majestäten wird sich im strengsten Jocognito vollziehen.

Gegen denfliegenden Gerichtsstand der Presse" beginnen auch die Berliner Gerichte, sich mit Ent­schiedenheit aufzulehveu. In einer Beleidigungsklage der deutschen ZeitungSgesellschast Hachfeld, Schmitz & Co. gegen denBreslauer Generalanzeiger" hatte der Vertreter der klägerischeu Gesellschaft daS Berliner Gericht als zuständig augerufen, weil derBreslauer Generalanzeiger" Abonnenten in Berlin habe, auch in zahlreichen Caf4ß, Restaurants usw. gehalten werde. DaS Berliner Gericht hat aber die Privat- klage zurückgewtefen, indem es die Zuständigkeit der Berliner Gerichte verneinte. Der eingehend begründete Beschluß legt dar, daß der Zustand, wie er sich durch die Praxis des Reich-gerichtS herausgebildet habe, der Auffassung des Gesetzgebers nicht entspreche und zu höchst bedenklichen Lonscquenzen führen müsse. Durch die Judikatur deS Reichs­gerichts entstehe die Folge, daß eugbevölkerte Gerichtsspreugel und volkreiche Städte in ungleich zahlreicheren Fällen für die Fixirung de- Gerichtsstands in Betracht kämen, als Gerichts- bezirke mit vorwiegend ländlicher Bevölkerung, wo die Presse weniger Verbreitung habe. So könnte z. B. der Bezirk des Amtsgerichts I zu Berlin wohl für die überwiegende Mehr­zahl aller in Zeitschriften verübten Preßdelicte zuständig ge­wacht werden, da anzunehmen »st, daß alle Zeitschriften in Berlin in mehr oder weniger Exemplaren ihre Leser finden werden. Wenn man fich nun vergegenwärtige, daß die könig­liche Bibliothek zu Berlin einen rechtlichen Anspruch auf die Einsendung von Pflichtexemplaren aller in Preußen erscheinenden Druck chrifien besitze, so könnte schon hieraus von vornherein in allen Fällen deS BorltegevS von Preßdelicten der Gerichts­stand des Amtsgerichts I zu Berlin als gegeben erachtet werden. Derartige Zustände könnte aber der Gesetzgeber unmöglich beabsichtigt haben.

Abreise der Prinzeß Heinrich. Prinzessin Heinrich hat, wie man auS Kiel schreibt, vom Kammerherrn Grasen Hahn und von der Hofdame Fräulein v. Planckner begleitet, ihre Reise nach Ostafien augetreten, um daS Weih- | nacht-fest mit ihrem Gemahl daselbst zu verleben. BorauS- fichtlich wird die Prinzessin die zweite Division des Kreuzer­geschwaders, welche in dieser Zeit auf einer Fahrt nach dem Süden begriffen ist, zunächst in Hongkong treffen, auch den weiteren Aasenthalt in den ostafiatischeu Küstenplätzen den je­weiligen dienstlichen Bestimmungen für KreuzerDeutschland" anpaffen. Daß die Prinzessin vor der im April in Aussicht genommenen Rückreise Gelegenheit haben wird, auch unsere deutsche Niederlassung im Kiamschou Gebiet zu besuchen, gilt alS wahrscheinlich.

Wucherprozeß in Hannover. UeberdenAuS- gang der Prozesses meldet der Drahtbericht: Der Gerichts­hof erkannte wegen fünf Beleidigungen, zweier Erpressung»- versuche sowie wegen gewerbsmäßigen und gewohnheits­mäßigen Wuchers gegen den Angeklagten Loewenstetn auf zwei Jahre acht Monate Gefäugniß und 3000 Mk. Geldstrafe oder noch 800 Tage Gefängniß sowie auf fünf Jahre Ehr­verlust. Der Angeklagte schrie und tobte während der UrtheilSverkündiguog unaufhörlich, sank auf die Knie und betete laut ein jüdisches Gebet und daß Vaterunser. ES kostete die Gesängnißbeawteu und die Gerichtsdienern alle Mühe, ibn abzusühren. Nachzutragen ist noch, daß Staats­anwalt Dr Kölle den Zeugen Maschiuendirector a. D. George- wegen Verdacht» bei wissentlichen Meineids und des gewetds- und gewohnheitsmäßigen Wuchers hat verhaften lassen.

In die Steppe kommen fie nicht, auch der Elefant nicht mehr. Die Walder bergen Affen in jeder Größe. Die großen Paviane greifen Menschen au, am liebsten Frauen und Märchen. Auch Leoparden und Hyänen trifft man hier und dort an. Selbst unser Eichhörnchen und Stachelschwein find vertreten. In der Steppe haust vor allen Dingen der Bogel Strauß,- ferner kommen vor: Antilopen der ver­schiedensten Art, der schwarze und rothe Büffel, dann Reiher, Störche, Nashornvögel und viele kleine Arten von Vögeln, selbst unsere Schwalbe.

Die Jagd auf den Strauß und den rotheu und schwarzen Büffel ist höchst beliebt bei Fremden und Eingeborenen, doch ist sie nicht immer au-zuführen, denn sobald das Gras der Steppe reift, wird es so hoch, hart und scharf, daß eS ein dichtes Gebüsch bildet, welches meist für den Menschen nicht zu durchdringen ist. Die beste Jagdzeit ist die Regenzeit, dann ist da» GraS zart und grün, daun wimmelt die Steppe von allerlei Wild. Der Haupthaudel von englisch Ostasrtka beruht daher naturgemäß auf Straußenfedern, Elefanten- zähnen, Büffclsellen und noch ganz besonder» auf Kautschuk. Letzterer Artikel wird tu neuester Zeit mit ganz besonderer Vorliebe von den Negern au» dem Kautschukbaum, auch Feder- harzbaum genannt, gewonnen. Dieser Baum erreicht in Ost- Afrika die Höhe von 15 bi» 20 Meter. Der scharfe Milch­saft, welchen dieser Baum in allen seinen Theilen enthält, liefert den Kautschuk, heute, in der Zeit de» Fahrrad», ein höchst begehrter Artikel. So übt dieser moderne Sport selbst bi» in die Urwälder Ostasrika» seine Wechselwirkung an».

Friedrich Srnh, 12. November. Fürst Herbert BiSmarck traf gestern Nachmittag hier ein und besichtigte mit den beiden Architecten den MansoleumSbau. Später reiste er nach Schönhausen zurück. ES ist neuerdings zweifel- haft geworden, ob der für die provisorische Fertigstellung der Grnft in Aussicht genommene Termin, nämlich der 27. No­vember wird inne gehalten werden können.

Au-Ur»-.

toten, 12. November. Anläßlich deS heutigen Bummels kam e» in der Universität zu Zusammenstößen zwischen deutsch nationalen Studenten und Angehörigen der Verbindung Libauouia. Die Letzteren wurden schließlich auS der Uni­versität hivauSgeworfeu. DaS Rektorat wird infolge dieses Vorganges den Bummel wahrscheinlich fistireu.

Bozen, 12. November. DaS hiesige KreiSgericht ber* urtheilte den Socialdemokraten Scatarani wegen GutheißevS der Ermordung der Kaiserin von Oesterreich zu 15 Monaten und die deffelben vergehen» augeklagte Marie Recla zu 6 Monaten schwerem Kerker.

Prag, 12. November. Gestern kam e» hier wiederum zu Excessen, sodaß die Polizei energisch einzuschreiten ge­zwungen war. Deutsche Studenten wurden vom Pöbel an­gegriffen. Sie konnten nur mit Mühe von der Polizei geschützt und nach ihren Wohnungen geleitet werden. Die Ruhe wurde in später Stunde durch die Polizei wieder- hergestellt. Ein großer Theil der hiefigen Garnison ist configntrt.

Budapest, 12. November. Auf der Nograder Bahn, wo bei bet Eröffnung vorige Woche der erste Zug entgleiste, ereignete fich heute wieder ein Unglück infolge eine» Eisen­bahn-Zusammenstöße», bei der Station BicSke. Fünf Per­sonen wurden getödtet, fünf schwer verletzt.

Rom, 12. November. Die Verleihung de» GroßkreuzeS der Ehrenlegion an den Minister de» Aeußern, Canevaro, hat in hiefigen politischen Kreisen Aufsehen und große Be- sriedigung hervorgerufen.

Rom, 13. November. Zur Getreide-Theuerung in Italien wird derT. R" au» Mailand geschriebrn: DaS Ministerium hatte bereit» den Entschluß gefaßt, den Getreide-Einfuhrzoll durch königliche» Deeret herabzusetzen; indessen wurde au» dem Entschluß doch kein endgiltiger Be­schluß, da man im letzten Momente au» politisch-parla­mentarischen Gründen doch für angemessen hielt, dem Parla­mente nicht vorzugreifen,- man will e» diesem überlassen, durch ein zu schaffende» Gesetz in dieser Angelegenheit zu entscheiden. Selbstverständlich hat dieser Entschluß auch nur den Eharacter de» vorläufigen, denn wenn die Verhältnisse etwa ein bedrohliches Aussehen aunehmen sollten, wird die Regierung nicht umhin können, im gegebenen Augenblicke kräftig einzugreifen, ohne erst da» Zustandekommen eiues GesetzrS abzuwarten. Inzwischen beabsichtigen die Minister deS Innern und de» Kriege» auf Grund eine» zu erlassenden königlichen Dekretes durch die Polizeibehörden gegen die Ge° treidespeculanten streng vorzugehen."

Paris, 13. Nov'mber. Ein neuer Skandal im französischen Heere. Während die DreyfuSfrage all­mählich einer Lösung entgegengeht, steht dem französischen Heere schon wieder ein neuer großer Skandal bevor, indem der frühere Oberst der Marine-Artillerie Humbert, der vor zwei Jahren infolge von Streitigkeiten mit dem General- Inspektor Borgniß-DeSbordeS verabschiedet worden war, nunmehr an diesen General einen in den Zeitungen ver­öffentlichten Brief richtet, der an Grobheit und Deutlichkeit alle» bis j-tzt Dagewesene Übertrifft. Schon vor zwei Jahren hatte der Oberst, der fich in den Kämpfen in Tongking aus­gezeichnet hatte und der Überdies Erfinder eines Schuellfeuer- geschÜtzeS ist, in einer größere» Schrift den General aufs Heftigste angegriffen und ihm Lügen und vollständige Unfähig­keit vorgrworfen. Auf diese Schrift ist damals nicht- erfolgt, und sogar der Marineminister hat e- ruhig hingenommen, daß das hochaugesehene Fachblatt Avenir militaire bei Be­sprechung der Angelegenheit von dem Marineminister sagte, er habe fich in der Sache wie ein Troßkuecht benommen. Als nun vor Kurzem der General Desbordes zur Besichtigung der Truppen nach Tongking gesandt wurde, schrieb ihm Oberst Humbert, wie er es bei seiner Vergangenheit wagen könne, dieses Eomwando anzunehmen. Er nennt ihn Schurke, Lüg­ner und Feigling und sagt, daß der General seit Jahren die Marine- und Eolonialminister in anonymen Schriften ver­leumdet habe, und daß mau ihn aus Furcht und um ihn los zu werden, nach Tongking sende. Alle ehrlichen Soldaten verachteten den General, schimpflich und unwürdig aber sei es sür die Tupfern in Tongking, wenn man von ihnen Gehorsam verlange gegenüber einem Osficier, der ein Schandfleck sei sür da» Heer und eine schimpfliche Ausnahme von den 28 000 ehrenhaften Offizieren. Der Oberst fordert den General auf, fich enbi?d) vor einen Ehrenrath zu stellen und öffentlich auf seine Anklagen zu antworten- dann werde der Oberst, wenn sieben Generäle feinen Gegner für unwürdig erklärten, ihm dennoch das Almosen gewähren, daß er fich ihm mit Degen ober Pistole stillen dürfe. Der Oberst fragt schließlich, ob fich bet General nicht bavor fürchte, baß ber tapfere Eroberer von Tongking, Admiral Courbet, au» dem Grabe steige, um ihn zu ohrfeigen. Auf diesen Brief hin wird nun wohl ber General unb ba» Marineministerium antworten müssen- auf die kameradschaftlichen und dienstlichen Beziehungen deS stau* zöfischeu Officiercorp» aber wirft der Brief denn doch wieder ein sehr bezeichnende» L cht

Pari», 12. November, toi» gemeldet wird, hat in der vergangenen Woche FrauDrehfnSim Lolouial-Ministerium wiederholt, ihrem Manne in Anbetracht seiner bevorstehenden Rückkehr nach Frankreich warme Kleibung»stückr senden zu dürfen. Diese Bitte wurde jedoch abschlägig beschiedeu. Bei ihrem letzten Besuch im Colonialministerium wurde Frau DrrysuS ein Brief ihre» Manne» vorgelesen, in welchem dieser schreibt, daß er seit süuf Jahren vom General BoiS*

deffre die Revifiou seine» ProcessrS verlange. Da er aber keine Antwort erhalte, sei er entschlossen, an Niemand mehr zu schreiben, selbst au seine Familie nicht. Er sei am Ende seiner Kräfte, ein Sterbender. De« Edelmuth Frankreich» vermache er die Sorge für die Rehabilitirung seine» An- devkenS. Fran Drehfu» bat hierauf, ihrem Manne den Beschluß de» CassattonShofeS telegraphiren zu dürfen, indeß wurde auch diese Bitte abschlägig beschiedeu. Nunmehr wird Frau Drehfu» mit ihrem Advokaten beim EaffattonShofe vor­stellig werden, damit ihr erlaubt wird, den Beschluß bei Eassation»hofeS ihrem Manne mlttheilen zu dürfen.

London, 12. November.Daily Ehronicle" steht mit großer.Befrtedigung die Anwesenheit der vereinigten Staaten im äußersten Osten. Diese Macht habe ebenso wie England die Absicht, China vor seiner Anftheilung zu bewahren. Sali-bury habe in seiner Rede die Frieden»- gedanken England- au-gedrückt und erklärt, daß die Politik der Nadelstiche einen Krieg zur Folge haben, könnte, daß aber bei einem solchen Kriege England nur gewinnen könne.

Petersburg, 12. November. Obwohl da» Urtheil der Russen über Frankreich in letzter Zeit nicht gerade besser geworden ist, ist der französischen Republik doch von jener Seite versichert worden, daß Rußland, trotz aller Frieden»- eonferenzen, schlimmen Fall» ein Wort gegenüber England mitreden werde. Der bekannte diplomatische Schriftsteller Whist" berichtet nämlich imFigaro", Rußland habe Frank­reich in der Faschoda Frage zwar Mäßigung angerathen, doch habe Graf Murawiew sich bet seiner jüngsten Anwesenheit tat Namen de» Kaiser» Nikolaus in sehr bestimmten Worten über die zwischen Frankreich und Rußland bestehenden Verpflichtungen ausgesprochen sowie über die Erfüllung dieser Verpfl chtuvgen in den Gefahren einer Krise, deren Lösung England einen Augenblick lang, wie Delcassö nachweisen konnte, beschleunige« wollte.

Petersburg, 13. November. Urber das Programm der AbrÜstuugS-Conferenz weiß Graf A. Komarowskij, einer der eifrigsten Anhänger des Frieden-gedavkev- in Ruß­land, in der Moskauer MonatsschriftRusskaja Myssl (Russischer Gedanke) folgende Einzelheiten mitzuthetlen:Die Conferenz wird nur einen vorbereitenden Eharacter tragen. Sie wird Niemanden verpflichten, sondern den Boden reinigen und den Stoff für eine künftige Vereinbarung zwischen den Mächten vorbereiten. Da- Programm der Conferenz wird von der rusfischen Regierung ausgestellt werden- die Haupt­punkte gehen dahin^ daß von einer Schwächung der KeiegS- fähigkeit der einzelnen Staaten keine Rede sein würde- wird fich nur um die Kräftigung des gegenseitigen Wohl­wollen- und Vertrauens wie auch darum haudeln, die ver­einigten Kräfte Europas von dem ewigen Bruderkriege ab- zulenkeu und außereuropäischen Aufgaben und damit der Weltpolitik zuzuweudeu. Das ist die wahre Triebfeder dieser Reform. Zunächst wird Aufgabe der Delegieren sein, den Eharacter und den Umfang der Streitkräfte festzustellen, die für jeden einzelnen europäischen Staat nothwendig find. Diese Normen werden auf Grund von Daten über die Lage de» einzelnen (5:aateß, ihre Größe und Bevölkerung, ihren Wohlstand n. s. w. festgestellt werden." Danach würde fich die Conferenz zu gleicher Zeit auf die Land- und Seetruppea der einzelnen Staaten, auf ihre Colonial-Armeen, Festungen, auf die Ortßoertheilung der Truppen, die Manöver und Krieg-Werkzeuge au-dehneu. Ungelöste Streitfragen würden in der Conferenz nicht zur Sprache kommen.

Lveales -rir- provinjiefl«.

Friedberg, 29. October. Der Wetterauer Geflügelzucht* verein beadfichttgt, mit ber vom 17. bis 20. März 1899 stattfindeuben Geflügelausstellung eine Berloof ung von lebenbem Geflügel unb Gegenstanben ber Geflügelzucht za verbtnben. Das Grohh. Ministerium des Jonern hat die nachgesuchte Erlaubuiß zur Veranstaltung dieser Berloosung unter der Bedingung ertheilt, daß nicht mehr alS 6000 Loose, zu 40 Pfg. da» Stück, auSgegeben werden dürfen unb mindestens 60 pCt. deS Brntto-ErlöseS ans bem verkauf der Loose zum Ankauf von Gewinngegenständeu zu verwenden sind. Zugleich ist ber Vertrieb ber Loose in der Provinz Oberhessen gestatlet worben.

Zwingenberg a. b. V., 11. November. Morgen unb übermorgen findet imLöwen" dahier eine reichhaltige CrysanthemumAuSstellung statt. Letzter Tage wurde beim KarloffelauSmachen auf dem Acker eines hiefigen Einwohners in ber Nähe eineß Nvßdaume» ein Mäuieloch entdeckt, in bem fich lautB. B." nicht weniger als 330 Nüffe vorfanben. Daß ist gewiß ein gaoz respektabler Wintervorrath sür ein Mäusepaar unb zugleich ein BewetS von bem großen Schaben, welchen biete Nager verursachen.

Wimpfen i. Th., 10. November. Jetzt hat die seit einiger Zeit im Gange befindliche ReichS-LtmeS-Unter­such ung unter Leitung von Professor Schumacher mit aller Sicherheit ergeben, boß einst bet Wimpfen t. Th. ein größere-, wohlgrorbneteS römische- Gemeinwesen blühte. Da- von einet 2 Meter bicken Ringmauer umschlossene Stadtgebiet hat eine unregelmäßig rechteckige Gestalt von ca. 800 Meter Länge bei 200 bis 300 Meter Breite unb beginnt hinter ber Cornelienktrche beim Bahnbnrchgang unb endet etwa- unter­halb von Wimpfen i. Th. bei der Saline. Die Nordmaner zieht unmittelbar am Neckarufer entlang, die Südmaner nach dem Fuße de- Altenberg-. Zahlreiche Thürme und Thore verstärkten und unterbrachen den Mauerzng, der oft mehrere Meter tief unter Boden liegt. Im Innern ber Stadt lassen fich bereit- mehrere Straßenzüge erkennen, an welchen meist massive, hier und da aber auch in Fachwerk erstellte Häuser in regelmäßiger Anordnung liegen. Außerhalb de- Mauer­ring», den Neckar aufwärt», lland eine Art Vorort mit zer­streut liegenden Villen unb kleineren Häu»chen, bte oft von Hürben umgeben waren. Weiterhin reihten sich läng» ber Lanbstraße, ber alten Heerstraße von Speiet bez«. Böcktngen, bte Gräbetstätten. Auf ber Höhe bei Wimpfen a. B. er-