Ausgabe 
14.5.1898 Erstes Blatt
 
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Sie bekamen diese erst zu Gesicht, als vier spanische Batterien zu feuern begannen. In dem Augenblick kamen die spanischen Kanonenboote heran und feuerten ebenfalls auf die amerika- ntschen Schiffe. DieHudson" brachte heute die Leichen der Gefallenen, einen Fähnrich und vier Soldaten, sowie fünf Verwundete, darunter etu Offizier nach Kry West. Sämmt- ltche Gefallenen und Verwundeten gehören zur Besatzung des WtuSlow".

Havanna, 12. Mai. Einer offictellen Statistik zufolge besaß Marschall Blauco am 4. Mat noch 23 000 Säcke Reis, 26000 Säcke Mehl, 18000 Teutuer Rauchfleisch und 6000 Fässer mit Wein._________________________________

Wahlbewegung.

*X. Darmstadt, 12.Mai. Die Wahlbeweguug hat auch in unserer Stadt begonnen- die Socialdemokraten waren wie gewöhnlich die Ersten auf dem Plaue und zwar hatten sie diese» Mal ihren Herrn und Meister Bebel zur Empfehlung der Caudidatur des LandtagSabgeordneteu Gast« wirtheS Cramer hier gewonnen. Herr Bebel, der im Saal- bau vor beinahe 2000 Personen, fast lauter Genoffen und auch einige Genosfinnen sprach, fällte natürlich sein Verbiet über die heutige Gesellschaftsordnung mit ihrer cspitalistischen ProductiouSweise und pries dafür denBolkSstaat" mit staat- licher Production, Aufheben der Standes- und RangeSunter- schiede, Mtlizshstem usw. Trotzdem sich einige Genoffen bei Zwischenrufen von Gegnern ziemlich erhitzten, verlief die Ver­sammlung ruhig. Mau muß leider sagen, daß die Social- demokrateu in der Stadt viel Chancen habeu. Gestern hielten in der Brauerei Schützenhof die Antisemiten eine Heerschau ab. Ueber 1000 Personen, meist wahlfähige junge Leute, erfüllten den Saal. Der Vorsitzende beschäftigte sich »och, gerade al» ob es an AgitattanSmaterial fehle, mit dem Verhalten der Nationalliberalen bet der 1893 er Wahl, die angeblich ihren Caudidateu verunglimpft hätten- dann folgte die Entwickelung de» bekannten antisemitischen Programms durch den Partei-Candidat, Herrn Stadtverordneten Normet. 19 Forderungen waren aufgestellt, darunter, wohl aus tact- tischen Gründen, die Judenfrage als letzte. Neben manchem sicherlich Unausführbaren de» Programm« berührte e» z. B. auch merkwürdig, daß Referent von den ttaltenifchen Arbeitern in Deutschland nicht» wissen und fie besteuern will, dieselben Arbeiter, ohne die mau bekanntlich größere Bahnanlagen, Kirchenbauten usw. kaum auSführeu kann, und auch der Land- wirthschaft, die ebenfalls oft fremdländische Arbeiter und Arbettertnneu, woher fie nur kommen, nehmen muß, diese mißgönnte.

* Hanau, 12. Mai. Die Antisemiten haben für den ReichStagswahlkrei» Hanau-Geluhauseu-Orb den Bürger­meister Mettenheimer au» Eichelsachseu in Oberheffen als Caudidat aufgestellt.

Kastel, 12. Mai. Statt Eunecceru» soll jetzt der frühere Reichstagsabgeordnete Endemanu al» Candidat der Nationalliberalen und Freisinnigen aufgestellt werden.

Siae neue Partei. In Schleswig-Holstein wird sich, wie demBerliner Tageblatt" geschrieben wird, eine neue Partei an der bevorstehenden RetchStag-wahl detheiligen. Die im nördlichenTheil der Provinz stark vertretenen Alkohol- geguer, die sogen. Guttempler, haben im ersten Wahlkreis den Hofbesitzer Schulz-Aaböl al» ReichStagScandidaten auf» gestellt. ____________________________________________________________

Omlw «rrd prwäQkW»,

Gießen, 13. Mai 1898.

* AuS dem Zustizdieust. Se. Kgl. Hoheit der Groß­herzog habeu Allerhöchst zu verorduen geruht, daß der erste Beamte, der da» Amt der Staatsanwaltschaft bet dem Ober- laudeSgericht auSübt, den AmtStttel General-Staat S- auw alt, aud die ersten Beamten, die das Amt der Staats- anwaltfchaft bet den Landgerichten ausüben, den AmtStttel Oberstaatsanwalt fortan an Stelle der seitherigen AmtStttel zu führen habeu. Eine Aeuderuug tu deu Raug und UniformSverhältuiffen tritt hierdurch nicht ein.

* Der Betfchöueruugl-Bereiu Gieße« wird durch den Dteustmann Wahl tu den nächsten Tagen die Beiträge für 1898 erheben lassen. Gleichzeitig werden auch die­jenigen Bewohner Gießen», welche noch nicht dem Verein angehören und Jntereffe an deu Bestrebungen des Verein» haben, um ihren Beitritt gebeten werden, wir hoffen, damit eine wettere Anzahl Mitglieder zu gewinnen. Der Beitrag ist ein sehr kleiner (2 Mk. jährlich). Der Verein hat be­reit» so viel für unsere Stadt gethau und ist fortwährend bemüht, allen Anforderungen gerecht zu werden, daß sich ge­wiß noch Mancher bereit finden wird, seine Thätigkeit zu unterstützen. Jede» neu eintreteude Mitglied erhält eine schöne Karte der Umgegend von Gießen al» Geschenk de» Vereins. Anmeldungen zum Beitritt nimmt auch der Kafftrer de» Verein», Herr Ä. Zur buch, entgegen.

Atletheu-Wettstreit. Bet dem am 8. und 9. Mai Hierselbst stattgehabten Atletheu-Wettstreit, der trotz ungünstiger Witterung rege Betheiliguug erfuhr, erhielten folgende Kämpfer Preise: 1. Senior-Stemmen 1. Klasse: Georg Schleidt-Darmftadt 1. Preis, Beseler-Fraukfurt 2. Preis, Rauschenbach-Bockeuheim 3. Preis, Stein-Gießen 4. Preis, Mergert Frankfurt 5. Preis. 2. Seuior- Stemmeu 2. Klaffe: Merz-Frankfurt 1. Preis, Kraft- Offenbach 2. Preis, Jung Darmstadt 3. Preis, Euler-Heddern­heim 4. Preis, Götz-Offeudach 5. Preis, Bötzhold-Bockeuheim 6. Preis, Schmiedt-Bockenheim 7. Preis. 3. Junior- Stemmen 1. Klaffe: Appel-Darmstadt 1. Preis, Gtschler- Offenbach 2. Preis, Sieltug-Hedderuheim 3. Preis, Petri- Offenbach 4. Preis, Uukel-Marburg 5. Preis, Staubach- Gtrßeu 6. Preis, Bletcher-Marburg 7. Preis. 4. Junior- Stemmen 2. Klaffe: Greß-Frankfurt 1. Preis, Otto- Darmstadt 2. Preis, Liesberger - Offenbach 3. Preis, Gröuiger-Darmstadt 4. Preis, Wenz-Darmstadt 5. Preis, Emerich-Frankfart 6. Preis, Heller I. Gießen 7. Preis,

; Steffen-Gießen 8. Preis, Wilhrlm-Eukhei« 9. Preis, Weigel-Offenbach 9. Preis, Hegele-Gteßeu 10. Preis, Krug- Enkheim 11. Preis, ThomaS-Gteßeu 12. Preis, Meugel- Marburg 13. Preis, Vogelhöfer- Gießen 14. Preis. 5. Seuio r-Rioqen: Schmiedt-Bockenheim 1. Preis, Götz-Offenbach, 2. Preis, Merz Frankfurt 3. Preis, Juug- Darmstadt 4. Preis, Stein-Gießen 5. Preis. 6. Juntor- Ringen: Emerich-Fraukfurt 1. Preis, Wrnz-Darmstadt 2. Preis, Gröntger-Darmstadt 3. Preis, Bletcher-Marburg 4. Preis. 7. Dauerwettlauf: Kletn-Gteßeu 1. Preis, Vogelhöfer-Gteßen 2. Preis, Stecker-Gießeu 3. Preis, Sraubach-Gteßeu 4. Preis, Steiu-Gießeu 5. Preis.

* * Unfall. Gestern Mittag gerieth in der Braudgaffe ein zweijähriges Kind unter ein Fuhrwerk uud wurde nicht unerheblich am Kopfe verletzt. Es wurde in ärztliche Behandlung gegeben. Deu Letter de» Fuhrwerk» trifft keine Schuld.

* * Die freie Bereinigung der Kraukeukaffeu im Groß- herzegthum tzeffeu hält ihre diesjährige ordentliche General­versammlung am Sonntag deu 19. Juni d. I. in Michel­stadt i. O. ab.

* * Postalisches. Da» Gesetz über die Rückgabe der Cautioueu der Reichsbeamten ist bereit» am 20. Februar publicirt worden, worauf bet allen Behörden dte CautionS Empfaugscheine von den Beamten etngefordert wurden und Anfang» April erhielten auch sämmtltche Militär­beamten ihre Cautioueu zurückbezahlt. Auch vou deu Post- uud Teltzgrapheudeamten find die Empfangsscheine eingefordert worden, aber bi» heute ist dte Rückzahlung der Cautionen noch nicht erfolgt. Da nun tm neuen RetchSetat ein Posten für die Verwaltung der Cautioueu nicht mehr eingestellt ist, so wäre e» doch richtig, die Zurückzahlung der Cautioueu zu beschleunigen. Dte Post- und Telegraphenbeamteu find ge­rade nicht erbaut von dieser Verzögerung.

* * Warnung. Ja letzter Zeit wurden nach derDarwst. Ztg." selbst in den entlegensten Dörsern de» OdenwaldrS Leute aller Stände mit Zusendung vou Lotterielooseu auS einem Neustrelitzer Hause belästigt. Verschiedenen Schreiben folgte, wenn erfolglos, schließlich ein Postauftrag. Die meisten Postaufträge gingen beaustaudet zurück. Leider find aber auch einige Fälle bekannt geworden, in denen Leute auf den Leim gingen." ES sei deshalb betont, daß man keinerlei Verpflichtung hat, etwa» Nichtbestellre» anzunehmen; ebenso wenig ist man verpflichtet, etwa» Derartiges zurück- zuseudeu und wenn auch eine Freimarke dabeilag.

* Der Verein der llnterstützungSkafse der heffifchea Laude», irreuaupalteu und der psychiatrischen Klinik in Gießen (nach dem Beschluß der letzten General-Versammlung der Ver- trauenSmänuer heißt dieser Verein jetzt:Hilfsverein für die Geisteskranken in Hessen") hat vor Kurzem die Collecte für daS Rechnungsjahr 1897/98 zum Abschluß gebracht. An derselben haben sich, nach Abzug der nicht- hessischen, 34277 Geber betheiligt, um 2721 mehr als im Vorjahr. Es hat sich somit die seit der im Jahr 1874 statt­gehabten Gründung de» Verein« niemals durch eine Aus­nahme unterbrochene Regel vou Neuem bestätigt, daß die Zahl der Geber, d. h. der Mitglieder de« Vereins, mit jedem Jahre zuntmwt. Diese Entwickelung, die für die Zukunft da» Beste hoffen läßt und die im übrigen deutschen Vater­land kein einziger der zahlreichen ähnlichen Vereine aufzu­weisen vermag, ist ein Ehrenzeichen für den Character deS hefftschen Volke».

Lungenheilstätten. Die Zweite Kammer hat in ihrer letzten Tagung anläßlich der Berathuug deS Anträge« der Abg. Cramer und Genoffeu dte Errichtung einer Heil­stätte für Lungenleidende uud andere chronisch Kranke betreffend beschlossen, die Großh. Regierung zu ersuchen, deu Ständen alsbald eine Vorlage über dte Errichtung einer Landesanstalt zur Aufnahme und Pflege tuberculö« Kranker unbemittelter Personen zugeheu zu lasten. Diesem Beschluß trat der vierte Ausschuß der Ersten Kammer nicht bei, son­dern er beantragte, bei der Ersten Kammer unter Ablehnung de» Beschlufle» der Zweiten Kammer, die Regierung zu er­suchen, die Frage der Errichtung von Heilanstalten für tuber- culös Erkrankte einer ernsten Erwägung zu unterziehen uud je nach dem Ergebuiß dieser Erwägung den Stäuben eine Vorlage zu machen. DaS bedeutet eine Kassirung deS Be­schlusses der Zweiten Kammer. Dte Regierung wird nach ihrer Haltung in der früheren Verhandlung in dieser Er­wägung wahrscheinlich nicht zu dem Entschluß kommen, den Ständen die von der Zweiten Kammer gewünschte Vorlage zu machen.

** «nswandernng betr. Zum Vollzüge des am 1. April l. I. in Kraft getretenen Gesetzes über da» Auswan­derungswesen vom 9. Juni 1897 hat nunmehr das Großh. Ministerium deS Jauern nähere Bestimmungen er- lasten. Der Antrag auf Ertheilung der nach dem Reichs­gesetz für die Agenten nothwendigen Erlaubniß zum Geschäfts­betrieb ist bet dem Kreisamt schriftlich einzuretchen. Falls dte gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen, wird da» zustän­dige KreiSamt dem Nachsucheuden die Ertheilung der wider- rufltchen Erlaubniß zufichern und die Aushändigung der Er- laubntßurkunde von Bestellung der von der Behörde jeweils zu bestimmenden Sicherheit abhängig wachen. Die Sicher­heit ist in baar oder in Schuldverschreibungen des Reichs oder eines Bundesstaate« oder tu anderen müudelficheren Werthpapieren zu leisten. Die Kreisämter find schließlich angehalten, deu Geschäftsbetrieb der Agenten sorgfältig durch Vornahme von Vifitationen zu überwachet

* Wo find die Schwalben? Dem aufmerksamen Natur- beobachter wird nicht entgangen sein, daß die Schwalben, unsere eifrigen Fltegeuvertilger, tu diesem Frühjahre selten anzutreffeu find und ihre bisherigen Wohnungen leer stehen. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die zutraulichen Thterchen auf ihrer Rückreise au» dem Süden maffcnwetse ihren Tod gefunden.

** I« Amerika verstorbene Hessen. Quincy, Jll., Frau Gertrud Helfrich, 80 Jahre alt, au« Hessen-Darmstadt. I

San Francisco, Cal., Frau Annie Weigle, 80 Jahre alt, aus Lörzweiler bei Mainz. Bellrville, Jll., Adam Bi es er, 76 Jahre alt, au« Ober-HilberShetm. Syracuse, N. U-, Frau Christina Hafner, geb. Bender, 42 Jahre alt, au« Guntersblum. Greenpoint, Brooklyn, John Staudermann, 42 Jahre alt, aa« Wendelsheim.

T. Rüddiugshaufen, 10. Mat. Da der Kirch en chor zu Rüddiugshaufen am Sonntag den 8. Mat dem Kirchen- feste zu Londorf in der Rabenau'scheu Kirche nicht beiwohne« konnte, so beabfichtigt derselbe am HimwelfahrtStage bei günstiger Witterung einen gemeinsamen AuSslug (sogen. Waldparthie) zu veranstalten. An demselben will der Sriegerverein nebst Gesangverein sich beteiligen GesarigS- vorträge sollen zur Verschönerung beitragen. Auch mcht Geladene find willkommen.

n. Boa der Ridda, 12. Mai. Noch hat sich da« Waffer von der Ueberschwemmung am Samrtag und Sonntag nicht verlausen, und schon wieder hat sich eine solche ein­gestellt, die in manchen Gemarkungen dte Ausdehnung der ersten vollständig erreicht hat. Das Anschwellen des Flüßchen» erfolgte gestern so rasch, daß die BewäfferungSklappen nicht rechtzeitig geschloffen werden konnten. Ein Müller soll an seinem Wrhr einen Aufsatz von 30 Ctm. über dem Atchpfahl haben. Die Gemeinden haben sich um Abhilfe an die Be­hörde gewandt. Der ungerichtete Schaden ist stellenweise be­deutender als man ursprünglich annahm. Eben ist da» Waffer sehr trüb, eine Verschlammung de» Grase» kann also nicht auSbleiben.

Offenbach, 10. Mai. Die leidige Gewohnheit, sich beim Feueranmachen deS Petroleum« zu bedienen, wa« trotz aller Warnungen uud UuglückSsälle immer wieder vor­kommt, hat heute hier ein Opfer gefordert. Da» Dienst- mädchen de» Metzgermeisters Jakob Baubel, int kleinen Bier­grund hier wohnhaft, war heute Morgen gegen 6 Uhr i« der Küche mit Feueranmachen beschäftigt uud schüttete hier­bei, um da» Feuer beffer zum Brennen zu bringen, au« einer Fünfliterkanne Petroleum in dasselbe. Da» Feuer schlug zurück, die Kanne explodirte und im Augenblick stand da» Mädchen in Flammen. Herr Vaubel, der auf die Hilferufe des Mädchen» herbei eilte, riß demselben dte Kleider vom Leibe und erstickte daS Feuer. Da» sehr schwer verletzte Mädchen wurde in daS städtische Krankenhaus verbracht. Auch Herr Baubel trug nicht unbedeutende Verletzungen an den Händen usw. davon. Nach späterer Meldung befindet fich da» Dienstmädchen noch am Leben- eS bestehen jedoch immer noch Zweifel, ob es der Kunst der Aerzte gelingt, das­selbe zu retten. Darmst. Ztg.

Mainz, 12. Mai. Die Leiche des Bischofs Dr. Komp wurde heute Morgen 9 Uhr unter Glockengeläute nach dem Dom überführt. Dem Leichenwagen Vorau» ginge« die Alumnen de» bischöflichen Seminar» hier, sowie dte ge­jammte Geistlichkeit von Mainz. Hinter der Leiche folgte der Bischof Haffner nebst den hier anwesenden Domcapitu- laten von Freiburg und Fulda, zu beiden Setten de» Sarge« wurden die umflorten Fahnen der hiesigen katholischen Ver­eine getragen. Au dem zum Erdrücken gefüllten Dome wurde dte Leiche, die ein erhabener Sarg mit Glasdeckel umhüllte, von Domhandwerkern vor deu Hochaltar getragen, wo die Leichenfeier stattfand. Da« Ponttfical-Re gutem celebrirte Bischof Haffner unter Assistenz de« Domcapitular« Dr. Bätsch und Dr. Selbst. Die Absolution wurde von den Doncapt- tularen Dr. Brück (Mainz), Dr. Gutmann und Dr. Otto (Freiburg), Prälat Keller (Wiesbaden), sowie dem Bischof Haffner vorgenommen. Unmittelbar nach dem Schluß der kirchlichen Feter wurde die Leiche in feierlichem Zuge nach dem Centralbahnhof geleitet, um 1 Uhr 30 Minuten nach Fulda weiter geführt zu werden. Von dem hiesigen Dom- capitel waren keine besondere Einladungen zu der Leichenfeier ergangen, wrßhalb auch jede officielle Vertretung dabet fehlte, wogegen der Dom und die Straßen, welche der Letchen- conduct berührte, mit einer vieltausendköpfigen Menge besetzt war.Aus seinem Gme in Bodenheim ist heute der frühere Bürgermeister vou Mainz, Carl Racke, int Alter von 73 Jahren gestorben. Der Verstorbene war in den Jahren 1871 und 1872 Bürgermeister von Mainz.

Aus Nheiuheffeu, 12. Mai. Dte Weinberge haben in den letzten acht Tagen tu ihrer Entwickelung hübsche Fort­schritte gemacht, doch wäre eS wünschenSwerth, wenn jetzt constante, der Jahreszeit entsprechende Witterung jede Störung in der Entwicklung der Reben verhindern würde. Vielfach zeigen sich schon jetzt die sogen. Rebstichler, welche abgelesen werden müssen, um spätere Schäden fernzuhalten. Geschäft' ltch zeigt sich, lautWeiuztg.", immer Lebhaftigkeit, namentlich nehmen die Auctioneu meistentheil« befriedigenden Verlauf. Auch auf dem Lande finden kleinere und mittlere Sachen zu bisherigen Preisen Abnahme._____________

Verurischtes.

* Frankfurt a. M., 12. Mai. An den beiden ersten Sonntagen tm Juni gewährt dte Etsenbahndirection ihren Beamten und Arbeitern tu zwei Sonderzügen freie Fahrt nach RüdeSheim uud zurück, zum Besuche de« Nationaldenkmals auf dem Niederwald. E» dürfen fich von jeder Familie drei Personen betherltgen. Kinder unter acht Jahren sind jedoch auSgeschloffen.

* Würzburg, 10 Mai. In Schweinfurt wurde heute Vormittag auf dem Stadtbahnhose dte Gatttu de« Spenglermeister« Zirkel, al« sie im Begriff stand, den um 8 Uhr 15 Minuten fälligen Poftzug zu besteigen, von der Maschine eine» rangtrenben GüterzugeS erfaßt und vor den Augen ihre» Gatten zermalmt. Der Tod trat sofort ein.

Dresden, 10. Mai. Daß drei Schwestern an einem und demselben Tage Hochzeit feiern, dürfte zu den seltensten Familienfesten gehören. Der Inhaber der Firma Gebt. Pfund, Herr Paul Pfund, tu DreSdeu-Neusiadt, hat in seiner Familie diese» dreifache Fest begangen. Von seinen drei Töchtern, die an demselben Tage in der Martin Luther-