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Nr. 112 Erstes Blatt._______Samstag den 14. Mai
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Bekanntmachung.
Der Finanz- und BerloosungS-AuSschnß der verband»- auSstellung für Bogelsberaer Rindvieh beadfichtiqt mtt einer am 16. und 17. Juli l. IS. in Gießen stattfindendeu Aus- stellung von Vogelsberger Rindvieh eine Berloosung von Rindvieh, landwirthschaftlichen Gerätheo, Gebrauch-gegeu« ständen pp. zu verbinden.
Grohh. Ministerium bei Jnoeru hat dir nachgesuchte Erlaubniß zur Veranstaltung dieser Berloosung unter der Bedingung ertheilt, daß bis zu 40,000 Loose zu 50 Pfennig daS Stück, auSgegebrn werden dürfen und einschließlich der Reichsstempelabgabe mindesten« 60 pCt. des Bruttoerlöse« au» dem verkauf der Loose zum Ankauf von Gewiungrgrn- ständen zu verwenden find.
Zugleich ist der Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen gestattet worden.
Gießen, den 13. Mai 1898.
Großherzogliches KreiSamt Gießen, v. Gagern.
Die Wahlen in Frankreich.
Am Sonntag haben in der franzöfischen Republik die Wahlen zur Deputirtenkammer stattgefuudeu. Dieselbe zählt aach der StaatSverfafiuug 584 Mitglieder (darunter sechs aus Algerien und zehn aus den Colonien), welche auf Grund de- allgemeinen Stimmrechts auf vier Jahre gewählt werden. Die Wahlen finden arroudifiementSweise statt, so daß jede- Arrondissement, welche- bi- 100,000 Einwohner zählt, einen Deputtrtev und sür je weitere 100,000 Einwohner einen wetteren Deputirten wählt. Da die letzte Deputirtenkammer auf Grund jder Wahlen vom 20. August 1893 zusammen, getreten war, so hätten die Neuwahlen schon im vorigen Sommer erfolgen müffen, wenn nicht durch besonderes Gesetz die Legislaturperiode verlängert worden wäre.
Bekanntlich hat man den diesmaligen Wahlen mit ganz besonderem Jnterefie entgegengesehen, aber fie haben keinerlei Urberraschuog gebracht. Sine wesentliche Verschiebung der Parteien hat nicht stattgefuudeu- die Regierung wird vor» au-fichtlich einige Sitze gewinnen, fie hat'aber au Stimme«, zahl verloren. Da eine überaus große Zahl von Stich, wählen stattfinde« muß, so läßt stch beute noch nicht an. nähernd angeben, wie daS definitive Resultat fich gestalten wird, nur so viel ist sicher, daß die gemäßigten Republikaner, also die Anhänger der jetzigen Regierung, in der künftigen Kammer wieder da- Uedergewicht haben werden. Damit dürfte dem Cabinet Mä'.ine eigeutlich die Aussicht auf eine weitere Lebensdauer gegeben sein, wenn nicht in Frankreich Ueberraschungen au der Tagesordnung wären. DaS jetzige Tabtnet besteht nach franzöfiscbeu Verhältnissen schon viel zu lauge- e- hat bereit» die Lebeu-dauer de» Ministerium» Ferrh erreicht. Und dabet kann Niemand behaupten, daß es sich vieler unbedingter Anhänger erfreut. Besonder» tu wirthschaftlichen Fragen gehen die Meinungen der Ma« jorität der Kammer und Möliue» vielfach wett auseinander- aber der Ministerpräsident versteht eS, in dieser Hinsicht im gefahrdrohenden Moment nachzugebev. Im letzten Herbst schien die Brodhetze der Sozialdemokraten und Radtcalen der Regierung große Schwierigkeiten bereiten zu wollen, aber die Hetze verlor bald ihren Boden, und jetzt ist ja da» Cabinet den weitesten Wünschen nachgekommeu durch die zeitweilige Aufhebung de» Getreidezolls.
Ganz besonder» ist dem Ministerium Mäline zu Statten gekommen die Freundschaft mit Rußland, der Besuch des Zaren in Pari», der Gegenbesuch FaureS in Peterhof und vor allen Dingen die Verkündigung der rusfisch-franzöfischen Allianz. Immer werden fich die Franzosen vor Augen halten, daß unter den jetzigen Ministern dieser Erfolg erzielt werden konnte, der Frankreich im Rathe der Völker eine wesentliche Erhöhung seine» Ansehen» etnbrachte. Selbst die schweren inneren Erschütterungen der letzten Zett, die Neuauflage de» Pauamaprozefie», die Dreyfu»-, Esterhazy- und Zola-Affaire hat Mültne Überstehen können, trotzdem in der letzteren An. -elegeuheit die Regierung in mancher Beziehung von Dor- würfen nicht ganz freizusprecheu war.
Wie schon oben gesagt, ist trotz der Thatsache, daß die Regierung tu der Kammer wieder eine Majorität erlangen wird, nicht unbedingt auf den längeren Fortbestand de» MtuisteriumS zu rechnen, da der Franzose Ueberraschungen liebt, und es ist nicht unmöglich, daß der Verlauf de- dem
nächst wieder beginnenden ZolaprozeffeS eine Regierung stürzt, welche noch bei den Wahlen da- vertrauen de- Landeerhalten hat. (xx)
Deutsches Reich.
Berlin. 12. Mat. Der Kaiser nahm, wte au» Metz gemeldet wird, auch heute an den Truppenübungen und Be- fichtigungen daselbst TheU. DaS Frühstück nahm der Msnarch im Generalcommaudo ein. Die Abendtafel findet im Cafiuo statt. Um 9 Uhr Abend» ist ein Zapfenstreich auf der Esplanade geplant. Die Rückkehr de» Kaisers nach Urvtlle soll um 10 Uhr Abend» erfolgen.
verltu, 12. Mai. Der BuudeSrath überwte» in seiner heutigen Sitzung die Vorlagen, betreffend die Au». Prägung von Kronen, die wettere Umprägung von filbernen 20-Pfennig.Stücken, und die Beschlüffe de» Laode»au»schuffe» zum Entwürfe eine» Gesetze» sür Elsaß-Lothrtugeo, betr. die Tapitalrenteusteuer, den zuständigen Ausschüffeo.
Verltu. 12. Mat. Die Commission de» Herrenhause» nahm unverändert dte Gesetzentwürfe, betr. dte Pfarr- gehälter, an.
Berlin, 12. Mat. Die diesjährige Hauptversammlung der deutschen Colonialgesellschaft ist, den „Berl. Poltt. Nachr." zufolge, nunmehr auf den 29. Juni zu Dauztg anberaumt.
vreßlau, 12. Mat. Dte heutige Stadtverordnetrn-Ver- fammlung beschäftigte sich, wte der „BreSl. Generalanzeiger" mittheilt, mit dem Anträge, daß dte Coosumvereine, Maaren- Häuser und Großbazare mit einer erhöhten Gewerbesteuer bezw. Umsatzsteuer belegt werden sollen. Kämmerer Körte führte in längerer Rede die Verhandlungen de» Abgeordnetenhauses über diesen Gegenstand vor und schloß mit dem AuSspruche, daß er bereitwilligst der Sache näher treten werde, fall» dte Defiuitton von Bazar und Waarenhau» dte» nach dem Communalabgabengesetz thm ermögliche. Dte Debatte wurde hierauf vertagt.
Hamburg, 12- Mat. Da dte letzten Tage anhaltend kühl gewesen und da» Befirtden de» Fürsten Bt»marck nicht die erwarteten Fortschritte gemacht hat, muß der geplante Fackelzug nunmehr aufgegeben werden, vielleicht wird er im Herbst nachgeholt.
Metz, 12. Mat. Der Kaiser ritt, von der Truppenschau bet Fre»eatt kommend, um IV/i Uhr an der Spitze der Fahnen und Standarten in Metz ein, von einer zahlreichen Menschenmenge stürmisch begrüßt, und begab fich nach der Wohnung de» comwandtreoden General», Grafen Haeseler, wo da» Frühstück eingenommen wurde. Um l1/, Uhr traf dte Katsertu mtt dem Prinzen Joachim und der Prtozesfin Victoria Luise, von Urvtlle kommend, auf dem Bahnhöfe ein, wo BezirkSpräfideut Freiherr v. Hammerstein zum Empfange anwesend war. Dte Katsertu fuhr unter jubelnden Znrufen der Bevölkerung in dte Stadt.
Anslaad.
Bern, 12. Mat. Eine große Anzahl colonueuweise aus der Schweiz nach Italien ziehender Italiener ist durch da» militärische Aufgebot zur Heimreise veranlaßt worden. Auf dem hiefigen Bahnhöfe warten etwa 500 Italiener auf Weiterbeförderung, unter denen fich eine große Anzahl Militärpflichtiger befindet.
Rom, 12. Mai. In Como find Meldungen au» Chiasso eingetroffen, wonach fich an letzterem Orte etwa 800 italienische, in der Schweiz wohnende Socia- listen vereinigt hätten, mit der Abficht, in Italien einzu- dringen. Ein zweiter, einige Hundert Mann starker Haufen brach von Lausanne auf- e» heißt, in der Richtung gegen den Stmplon. Seiten- der italienischen Behörden wird die Grenze schars bewacht. Zahlreiche, starke Truppeoabtheilungen durchstreifen die von der Schweiz einmüudendeu Verkehrswege.
Rom, 12. Mai. Wie einige Blätter melden, soll e» fich bestätigen, daß in Mailand bei der Freundin de» Abgeordneten Turati, Frau Bulitschow, einer eifrigen Nihilistin, ein Schriftstück, betreffend die Organisation der Unruhen, sowie den ganzen verabredeten Plan, und Papiere gesunden worden seien, durch die eine Anzahl socialistischer, anarchistischer und republikanischer Führer bloßgestellt werden.
Rom, 12. Mai. Meldung der „Agrucia Stesaut". Hier und im ganzen Königreiche hält die Ruhe an. Cardinal Prisco, welcher im letzten Coufistortum zum Erzbischof von Neapel ernannt wurde, sandte gestern au- Rom an seinen Stellvertreter ein Schreiben, in welchem er seinen
riefen Schmerz über die Ruhestörungen ausdrückt und im Namen des religiösen Gefühl» Jeden beschwört, mitzuwirkeu zur vollständigen Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung.
Rom, 11. Mai. Die „Unione Popolare* veranstaltet Sammlungen zur Unterstützung für die Soldaten auf den entfernten Posten, auf denen fie viele Stunden auf die Vertheiluvg der täglichen Rationen warten müffen. Am 9. d. MtS. vormittag» find zu diesem Zwecke 15000 Lire gesammelt worden. Die Sammlungen dauern fort. Wen« der Oberbefehlshaber die vertheilung der gesammelten Gelder nicht gestatten sollte, sollen letztere für unbemittelte Familien von Soldaten bestimmt werden. Der „Eeercito“ hebt die DtSciplin und Pünktlichkeit der zu den Waffen etuberufeueu Soldaten hervor. E» sei die- «ehr erfreulich und rechtfertige das vertrauen der Regierung aus den gesunden Theil de» Landes, welcher wiffe, daß eine Organisation bestehe, die e» gestatte, die Streitkräfte in einigen Stunden zu verdoppeln.
Mailand, 12. Mai. Meldung der „Agencia Stefans. Die Stadt hat wieder ihr gewohnte» Au»seheu angenommen. Der Dienst in allen verwaltuugSzweigen geht seinen gewohnten Gang und auch die Schulen werden, wie ein Manifest ankündigt, morgen wieder geöffnet werden.
London, 12.Mai. Die Abfahrt der amerikanifchea Expedition nach den Philippinen ist aufgrschoben worden, weil die Händler von San Francisco die Nothlage der Regierung benutzten und exorbitante Preise forderten. — Au» Washington wird gemeldet, daß mehrere hervorragende Congreß-Mitglieder glauben, die Spanier würden bereitwilligst da» Anerbieten zur friedlichen Vermittelung einiger befreundet« Mächte anuehmeu.
London, 12. Mai. Vier amerikanische Kriegsschiffe versuchten vor Cteufugo» zu landen, wurden aber nach achtstündigem heftigem Kampfe zurückgeschlageu. Die Spanier hatten 14 verwundete, die Amerikaner sollen größere Verluste erlitten haben. Die spanische Cabelstation wurde zerstört. Die amerikanischen Schiffe zogen fich zurück und befinden fich außer dem Feuerbereich.
London, 12. Mai. In der Angelegenheit der nach au», wärt» von Washington au» verbreiteten Nachricht von einem Dynamit-Attentat wird nunmehr au» Washington ge- meldet, dieses Gerücht sei darauf zurückzuführen, daß auf der Aualofta-Jnsel gegenüber Washington eine große Menge Explofivstoffe gefunden worden ist, welche Profeffor Monroe vou der Columbia-Univerfität zur Anstellung von Expert- menten dorthin gelegt hatte. Bon einem beabfichtigteu Attentat kann daher keine Rede sein.
New-York, 12. Mai. Nach einer Meldung der „New- York Tridune" erhielt Admiral Sampson Befehl, Sa« Juan auf Portorico nicht auzugreifen, sondern weitere Weisungen in der Nähe vou Portorico abzuwarten. E» find in Washington von Sampson, seitdem die Schiffe seine« Ge- schwaderS von der Nordküste San Domingo« fignalifirt wurden, keine weiteren Nachrichten eingrlaufen.
New-York, 12. Mai. „The Journal" veröffentlicht eine Depesche aus Fort de France (Martinique), welche lautet: Ein amerikanisches Geschwader von neun Schiffen bombardirt gegenwärtig San Juan de Puerto Rico.
Washington, 12. Mai. Wie verlautet, find Berhanb- luugen Seiten» der hiesigen Vertreter der Großmächte zur Vermittelung des Frieden» eingeleitet worden. Wenn Spanien jetzt den Krieg abbreche und die Unabhängigkeit CubaS auuehme, so werde Amerika fich mit 200 Millionen Dollar Kriegsentschädigung begnügen.
Washington, 12. Mai. Die Streitkräfte unter dem Be- fehl de» Generalmajor« Merritt, der für den Posten de» Gouverneur« aus den Philippinen bestimmt ist, werden das erste Armeecorps bilden. Dasselbe setzt fich zusammen au» den regulären Truppen an der Küste des Stillen Oceau», aus Freiwilligen der Staaten Laltfornien, Oregon, Idaho, Washington und Utah und erhielt soeben Befehl, sich in Sau Francisco mtt den au« Colorado, Kansa«, Miffontt, Nebraska und Dakota kommenden Freiwilligen zu vereinigen. Da» Lorp» wird 15 Regimenter Infanterie, 5 Batterien Artillerie und eine Abtheilung Savallerir, iusgesammt 15000 Maun stark sein. Wegen Mangel» an Transport- Mitteln wird in der nächsten Woche wahrscheinlich nur eine Divifion abgeheu. 2500 Manu regulärer Truppen sollen nach den Philippinen gesandt werden.
Key West, 12. Mai. (Reuter.) Da» Gefecht, da» gestern Nachmittag bei Cardena» stattfand, dauerte eine Stunde. Die Kanomnboote „Wilmington" und „Hudson", sowie da» Torpedoboot „WinSlow" liefen in den Hafen «in, um die dort befindlichen spanischen Kanonenboote anzngreifen.


