Ausgabe 
14.4.1898 Zweites Blatt
 
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Besetzbuche geregelt unb es steht zu erwarte», daß im Laufe der Zeit der Kreis der nach den Laude-gesetzen zu erledigenden Fälle immer geringer wird.

DaS Familienrecht bildet einen wesentlichen Bestaudtheil de- Bürgerlichen Besetzbuche- und erweckt wohl da- größte Interesse. Wenn auch die in dieser Beziehung vorgeuommenen Äeuderungeu nicht sehr einschneidender Natur find, so ist eS doch für Jedermann geboten, einen Blick in die neuen Be- stimmuugen zu thun. Wir wollen uns hier heute mit der Unterhaltung-Pflicht der Berwaodten beschäftige». Die Nächfteopflicht gebietet bekanntlich, daß mau des Mitmenscheu tu der Roth gedenkt, ihnen Hilfe darreicht, wo fie erforderlich ist und sich überhaupt seiner in jeder Weise aunimmt. Gegen kein Gebot wird wohl mehr gesündigt al- gegen diese-, und da ist eS denn erklärlich, daß gewisse Pflichten der Menschen untereinander gesetzlich festgelegt find. So auch die Unter« Haltung-Pflicht der Berwaodten.

DaS neue Bürgerliche Gesetzbuch beschränkt die gegen« fettige Unterhaltung-Pflicht auf die Berwaudreu in gerader Linie- der gesetzliche Uuterhaltuog-aospruch der Geschwister gegen einander wird verneint. Berechtigt zur Unterhaltung ist nur Derjenige, welcher außer Stande ist, sich selbst zu ernähren, und dabei kommt e- weniger darauf an, ob seine Bedürftigkeit auf seinem verschulden beruht- da- dient höch­stens zur Beurtheilung der Höhe des Entschädigungsan­spruches. Erst weuu Jemand erwerbSuusähig ist und sein ganze- verwögen aufgezehrt hat, dann tritt für seine ver­wandten die Pflicht de- Unterhalt- ein. Nur minderjährige Kinder können von den Eltern die Gewährung deS Unter­halt- verlangen wenn die Einkünfte ihres vermögens und der Arbeitsertrag nicht au-reichen.

WaS nun die Unterhaltung-Pflicht betrifft, so hat nur derjenige verwandte diese Pflicht, welcher ohne Gesährdung seine- standesgemäßen Unterhalts dazu im Stande ist. Also geht da- Selbsterhaltung-recht der Pflicht, Andere zu unter­stützen vor, nur müssen Eltern sür ihre unselbstständigen Kinder in gleicher Weise wie sür fich selbst sorgen. Eigen- thümlich berührt es, daß bei der Bemessung der Leistung-- fähigkeit des unterstützung-pflichtigen verwandten nicht nur sein vermögen, sondern auch seine Erwerb-kraft tu Betracht zu ziehen ist- es ist also Jemand verpflichtet, seine Kräfte zu Gunsten uothdürftiger verwandten aozustreugen. Jedoch find in dieser Beziehung allgemeine priocipielle Regeln nicht gegeben- dem Richter bleibt e- überlassen, in jedem einzelnen Falle das Richtige zu treffen. Wenn gleichzeitig mehrere verpflichtete vorhanden find, daun kann jeder Einzelne in be­sonderem Proceffe tu Anspruch genommen werden - eS braucht also der Anspruch nicht gegen Alle in einem gemeinschaft- lichen Verfahren geltend gemacht werden.

Die neuen Bestimmungen tnteresfiren so allgemein, daß wir im Laufe der Zeit öfter auf dieselben zurückkommen werden. (xx)

Versuche» Reich.

Berlin, 12. April. Sofort nach Empfang der Nachricht von dem Sieg de- Generals Kttchener über die Armee de- EmirS Mahmud sandte Kaiser Wilhelm von Homburg au- an den hiesigen englischen Botschafter ein Glück­wunsch»Telegramm, in welchem er ihm seine große Freude über den glänzenden Steg der englischen Waffen auS- drückt. Der Kaiser knüpft daran die Bitte, seine Gratulation dem Lord Sali-bury und dem General Kttchener zu über» Mitteln und ersuchte schließlich den Botschafter, ihm auSführ- liche Detail- über die Schlacht bet Atbara zukommen zu lassen. In England hat dieser Schritt des Kaiser- große Freude hervorgerufen.

Berlin, 12. April. Nach einer Extra-AuSgabe des ^Local'Anzetger" ist die Botschaft Mac Kinley - gestern tm Longreß tu Washington verlesen und der Lommisfiou für auswärtige Angelegenheiten überwiesen worden. Sie klingt friedlicher al- erwartet wurde, indem fie den Congreß auf­fordert, seine Entschließungen nicht zu übereilen. Nach einer Ueberficht über den ganzen Aufstand auf Euba schildert sie die Anarchie auf der Insel. Ueber die Maine»Katastrophe spricht sich Mac Kinley sehr scharf au-, enthält fich aber bestimmter Vorschläge. Die Commtsfion für die auswärtigen Angelegenheiten nahm bereit- iu geheimer Sitzung die Reso- luttonen betreffs der Botschaft an und empfahl gewattsame Intervention mit scharfer Beziehung auf den Verlust der Maine. Auf Euba nahm man die Nachricht vom Waffen­stillstand mit Mißtrauen auf. General Blanco lehnte e- ab, den Geoeral.Eonsul Lee zum Abschied zu empfangen und die Bevölkerung ließ fich auS Anlaß dessen sogar zu unhöflichen Snudgebungen hinreißen. Lee wird sofort nach seiner Ankunft In Washington vor der Commtsfion erscheinen, um SpanieuS Berantwortlichkeit für den Verlust der Maine zu beweisen. Der Präsident und der Eongreß werden nicht formell den Krieg erklären, sondern nur eine Erklärung wegen einer be­waffneten Intervention abgeben, die, wenn fie zur Thatsache wird, den Krieg bedeutet.

Kolo, 12. April. Der Director der städttscheu höheren Mädchenschule und Borfitzender de- Verein- höherer Mädchen­schulen für Rheinpreußrn, Westfalen und Heffen-Naffau, vr. Erkelenz, ein hervorragender Borkämpfer für die Entwickelung der höheren Mädchenschulen, ist gestern ge­storben.

Anrtsnd.

Teplitz. 12. April. Reichskanzler Fürst Hohenlohe ist in Begleitung seiner Tochter zum Besuch seine- Neffen, de- Prinzen Hohenlohe, hier eingerroffen.

Brüssel, 12. April. König Leopold hatte, wie ver­lautet, in Beaulieu eine ungewöhnlich lange Unterredung mit dem Präsidenten Faure und bald daraus eine Unterredung mit dem Prinzen von Wale- und Lord Sali-bury. Die Unterredungen galten der Regelung de- Nil-Quelleu» Gebietes.

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Sießeu, 13. April 1898.

** Warnung vor aullaodische» Loo Verkäufern Der Reichsanzeiger" veröffentlicht folgende, auch von uns schon wiederholt ausgesprochene Warnung:Ausländische Bank- firmen laden da» deutsche Publikum durch Prospekte und ZettungSiuserate häufig zur Theilnahme au sog. SerievlooS- gesellschaften ein, indem fie den Theilnehmeru einen reichen und sicheren Gewinn in Au-ficht stellen. In der Mehrzahl solcher Fälle handelt eS fich aber um Schwindel-Unternehm­ungen, und der Theilnehmer au diesen SerienlooSgesellschafteo kann meisten- zufrieden seio, wenn er überhaupt eineu Theil feine-Einsätze- zurückbekommt- meist wird er ganz leer auS- geheu. versuche, da- Geld durch Vermittelung der Polizei oder anderer Behörden des Auslandes wieder zu erlangen, pflegen erfolglos zu fein. Unter diesen Umständen kann nur eindringlich davor gewarnt werden, den Aufforderungen aus­ländischer Firmen zur Betheiliguug an SerienlooSgesellschaften Folge zu leisten."?

A Mainz, 12. April. Der gegenwärtig hier tagende deutsche Schuhmacher-Congreß nahm in seiner ersten Sitzung auf Antrag de- ReichStagSabgeordueten Bock-Gotha folgende Resolutton an:Der Eongreß beschließt, Durch­führung der neunstündigen Arbeitszeit für mechanische, und der zehnstündigen Arbeitszeit sür handwerksmäßige Betriebe, einen Miuimallohu von 30 Pfg. sür die Arbeitsstunde und unentgeltliche Lieferung der Fourntturen durch die Unter­nehmer, für die Errichtung von Arbeitsnachweisen. Der Congreß erblickt in der einseitigen Errichtung von Arbeits­nachweisen durch die Unternehmer nur Institutionen zur Aus­führung der Unternehmerbeschlüffe, der schwarzen Listen und zur wirthschastlichen und politischen Knebelung der Arbeiter. Der Congreß hält eS sür seine Pflicht, der anarchischen Cou- curreoz in der Schuhindustrie dadurch entgegenzutteten, indem er verlangt, daß in ganz Deutschland, für gleiche Arbeit der gleiche Lohn bezahlt wird, mit einem Zuschlag für die Städte, wo die Lebenrmittelverhältniffe besonders theuer find." Im Laufe der Discusfion sprach fich Siebert-Nürnberg scharf gegen die planlosen StrikeS der letzten Jahre an», die Mk. 147 016 erfordert hätten.

h. Matburg, 12. April. Hiesige litteraturfreundliche Kreise hatten es sich wiederum auf Anregung des Universitäts­buchhändlers Osc. Ehrhardt zur Aufgabe gemacht, das aus der Feder des Leipziger Schriftstellers Hans Hagen stammende geschichtliche DramaKonrad von Marburg", welches packender und dichterisch und dramatisch vollendeter als alle anderen den ähnlichen Stoff behandelnden Dramen, jene düstere Ketzerrichtergestalt und die ihn umgebenden Ver­hältnisse darstellt, Hierselbst als Volksbühnenspiel durch Bürger der Stadt Marburg zur Aufführung zu bringen. In dem Volksbühnen-Regisseur Victor Hertel (Hanau Kesselstadl) hatte sich die bewährte Kraft gefunden, die sich der Riesen­aufgabe unterzog, das technisch sehr große Anforderungen stellende Stück durch dilettantische Kräfte zur Aufführung zu bringen. Die große Mühe jedoch hatte glänzenden Erfolg. Vor vollbesetztem Hause ging das Stück gestern in Scene und trug in Folge seiner so vielen, hervorragenden Eigen­schaften einen durchschlagenden Erfolg davon. Der zur Auf-, führung anwesende Dichter wurde enthusiastisch gerufen und den nicht dilettantischen Darstellern, Herrn VictorHärtel al« Konrad von Marburg und Frl. Hertha Jensen aus Frankfurt a. M. wurden stürmische Ovationen gebracht. Da« Stück wird am 13. und 17. d. Mts. in Marburg wieder­holt werden, dürfte aber nach diesem Erfolg später noch weitere Aufführungen in anderen Städten erleben.

Berlin, 7. April. Am Schlüsse drS Jahres 1897 wurde der Ausschank von Selters wasser, und zwar mit Ausschluß aller übrigen Getränke, im Ganzen in 102 Ber- kaus-stellen betrieben. Die Zahl dieser Verkaufsstellen be­trug 115 am Ende de» Jahres 1896. Kleinhandlungen mit Branntwein oder Spiritus (Kaufläden) wurden 3128 ge­zählt, gegen 3074 im Jahr 1896- die Zunahme betrug mithin 54. Gastwirthschafteri, die auf den Besuch bemittelterer Gäste berechnet waren, gab 177, für weniger bemittelte Gäste 261, zusammen 438 gegen 347 im vorhergehenden Jahre. Wirthschaften, in denen der Au-schank von Wein entweder ausschließlich oder vorherrschend betrieben wird, weist die Statistik 276 auf, gegen 274 im Jahr 1896. Für bemitteltere Stande waren 947 Bierwirthschaften be­rechnet, sür weniger bemittelte 6893. Dtt Gesammtzahl der Bierwirthschaften betrug 7840, gegen 4557 im Jahr 1896. Ihre Zahl hat fich also um 283 vermehrt. Der Ausschank von Thee, Kaffee und Cho ko lade wurde in 24 Wirth­schaften für bemitteltere Gäste und in 37 für weniger be­mittelte betrieben. Wirthschaften, in denen neben diesen auch Bier auSgeschäukt wurde, bestanden für bemitteltere Gäste 109, für weniger bemittelte 788. Der Au-schank von Branntwein wurde in 531 SchnapSschänken betrieben, gegen 555 im Jahr 1896. Die Zahl dieser Schänken ist gegen 1896 um 24 zurückgegangen. Con ditoreien be­standen 217, gegen 211 tm Jahr 1896. Im Ganzen wurde der Au-schank von Getränken an 10260 Stellen betrieben, gegen 9898 am Schluß de- vorhergehenden Jahres. Ihre Zahl hat fich gegen 1896 um 362 vermehrt.

Für ein harmlose- Liedchen mußte in Elberfeld ein junger Mensch mit dem Tod büßen. Der dort in einer Schlosserei beschäftigte 17 jährige Lehrling B. hatte während der Fastnachtszeit ein bekanntes Liedchen gehört, das mit der Strophe:Mein Herz ist wie ein Bienenhaus" beginnt, und fang e- bei der Arbeit vor fich hin. Darüber wurde der in demselben Raum thätige Geselle Wirths unbegretflicherweise \ so empört, daß er ein Stück Eisen ergriff und damit nach ! dem jungen Menschen warf. An den Kopf getroffen, fiel B. | bewußtlos zu Boden. Es stellte fich heraus, baß er eine

Gehirnerschütterung erlitten hatte unb man schaffte ihn des- halb in- Krankenhau-. Dort ist er am SamStag nach drei­tägigem Krankenlager gestorben. Der Geselle ist verhaftet. Für die Mutter de- Getödteten ist der Fall um so trauriger, al- ein zweiter Sohn vor einiger Zeit bei einer Schlägerei, in die er ohne sein verschulden verwickelt wurde, zum Krüppel geschlagen ist und ihre einzige Tochter fett längerer Zett auf beiden Augen blind ist.

Sine internationale Ausstellung illnstrirtn Postkarten wirb in der Zeit vom 1. bi- 31. Mai dS. IS. in den Räumen de- Kunstgewerbe-Museum- in Leipzig stattfiube», veran­staltet vom Ceutralverein für da- gefammte Buchgewerbe in Leipzig. DaS Unternehmen erscheint in der That höchst zett- gemaß. Die Erzeugung illustrirter Postkarten bildet ja jetzt schon einen großen blühenden Geschäftszweig, und da» Streben der Verleger, die Karte immer mehr in vornehm künstlerischer Weise auSzustatten, hat die Beliebtheit deS Gegenstände- in ftaunen-werthem Maße gesteigert. Die Postkarten-Au-stellung in Leipzig darf sicher auf die lebhafteste Theilnahme bet Erzeuger unb Verleger, wie de- Publikum» rechnen, sie wird ein überraschende- Bild geben von dem riesigen Umfange, den der Poftkartensport in wenig Jahren erreicht hat.

WaS alle- v§u einem Schulze» verlangt wirb! Ein preußischer Ort-vorsteher richtete an seinen Lanbrath folgende köstliche Anzeige unb Entschuldigung:Dem Kgl. LanbrathSamte zu R. die ergebene Anzeige, daß dem Maurer B. sein Schwein gestern Abend an Rothlaus krank heute früh krepirt ist. Wie mir vorhin vom Kgl. Landrath-amt bemerkt worden ist, daß da- Schwein bi- zur Besichtigung am Leben bleiben soll, konnte ich nicht verhindern, da mir von dem Betreffenden keine Anzeige gemacht worden ist. N. Ort-- Borsteher."

Sin Mnsterrestanranl. Die in Berlin erscheinende Radwelt- schreibt folgende-:AIS ein Musterwirth-hau- für Radfahrer darf das am südlichen An-gange Darmstadt-, an der Hauptverkehrsstraße nach Heidelberg und der Berg­straße gelegene Helfmann'sche Restaurant bezeichnet werden. Da- HauS macht fich schon äußerlich in einer für Radfahrer angenehmen Weise bemerkbar. An der Hauptgiebelwand oben sieht man zunächst das hübsch gemalte Bild eine- Rennsahrer- in Lebensgröße. Darunter erkennt der Radfahrer, daß sich hier eine Pump- und HllfSstation nrbst Rad-Klinik befindet. Außerdem find zwischen den Fenstern die Entsernungen nach den HauptauSflng-orten wie Lindenfels, Heidelberg, Mann­heim, WormS, Mainz, Frankfurt in Kilometer angegeben. Der Wirth zeichnet fich durch ein wirklich liebenSwürdige- unb hilfsbereites Entgegenkommen aus, unb ist als alter Radfahrer jederzeit bereit, schiffbrüchige Collegen bald wieder auf die Pedale zu bringen. Außerdem ist da- Reftaurant Tag und Nacht geöffnet, sodaß Radfahrer jeder­zeit Gelegenheit finden, Reparaturen n. s. w. auSzusühren. Zu ihrer Unterstützung ist sogar Sonn- unb Feiertags ein mit Radreparaturen wohlvertrauter Mechaniker anwesend. Selbstverständlich ist auch in reichem Maße für Sportlitteratur gesorgt. Man kann also in der That tagen, daß man e- mit einem Muster-Restaurant für Radfahrer zu thun hat unb es wäre zu wünschen, daß recht viele Wirthe diese sehr vernünftige Einrichtung nachahmten- eS würde sicher nicht zu ihrem Schaden sein.

CHerah» unb Krntjt.

Die arme Kleine" betitelt sich eine größere Erzählung, welche die berühmte Erzählerin Marie v. Ebner-Eschenbach kürz­lich vollendet hat unb deren Ansang soeben da- neue Quartal der Gartenlaube" eröffnet. Der Roman spielt in Mähren aus einem brunchen Ritte, gut m socialen Verhältnissen, als deren genaue Kennerin sich die Verfasserin in meisterlicher Schilderung schon wiederholt bewährt hat. Mil Freuden werden die vielen Verehrer der Ebner-Eschenbach schon au« dem Anfang ihrer neuen Gabe ent­nehmen, daß sie ihre kraftvolle Darstellungskunst hier einem Stoff gewidmet hat, der ihre tiespoetische Eigenart zu voller Entfaltung bringt.

Bei dec großen Zahl der erscheinenden Unterhaltungß- schriften wird e» dem Publikum oft nicht leicht, daS Geeignetste zu wählen. Allen Denen, die für eine geringe Ausgabe fich eine vor­zügliche Lectüre verschaffen wolle.?, dürfte daS im 45. Jahrgange erscheinendeJllusirirte Sonntagsblatf warm empfohlen sein, welche« sich unter Rudolf Elcho« Leitung zu einem Familienblatt im besten Sinne he« Wortes entwickelt hat. WaS dasSüuftrtrte Sonntagsblati" (Verlag Berlin W Lützowstraße 105) in elegantester Ausstattung für den billigen Preis von Mk. 1.25 pro Quartal feinen liefern bietet, ist geradezu erstaunlich. Au« den für da« nächste Quartal bestimmten Beiträgen feien nur folgende hervor- gehoben:Ihr Vater", neue Novelle von E. Merk,Eine Laune des Glücks" von Reinhold Ortmann,Der Räuber", Novelle von Charles Reybaud,Ebba" von Heda von Schmid, -Ein Eroberer", Novelle von Jeanne Mattet,Wie da« üan m den Löwen bezwang" von Walter Grosse undVon Strand zu Strand", eine geschicht­liche Wintermär von Johannes Wille. Hinan schließen sich natur­wissenschaftliche, technologische und völkerkundliche Aufsätze, Mode- berichte und eine Fülle von Bildern, die auf der Höhe moderner Kunst stehen. Der Verlag versendet auf Wunsch Probe-Nummern gern gratis und franco. Alle Buchhandlungen und Zeitung«- speditionen nehmen Abonnement« entgegen.

itttioerfitäts - Nachrichten«

Breslau. DerSchief. Zta" zufolge ist der Professor an der juristifchen Facultät der Universität BreSlau, Dr. Bennette, in Nervi gestorben.

Dr. Edwin Kleb«, Professor der Pathologie und Bacterio« logt« am russischen College in Chicago, dem die Entdeckung des Dlphterie-Bacillu« zugeschrieben wird, hat eine Erklärung erlassen, daß ihm die Feststellung des Erreger« de» gelben FieberS ge­lungen fei Ec bezeichnet als solchen nicht einen Bacillu«, sondern eine Amöbe, die, wenn sie durch den Mund eines Menschen in den Magen gelange, zunächst eine Magenentzündung verursache und spätn bei ihrer Einwanderung in die lieber eine schnelle Entartung der Leberzellen zur Folge habe. Kleb«, der seine Untnsuchungen an bem Magen, der Leder und den Eingeweiden zwein in Mobile ver­storbenen Gelbfieber kranken machte, meint, daß die Ansteckungsgefahr sich ganz verhüten lasse, wenn alle in den betroffenen Gegenden ge­nossenen Speisen unb Getränke gehörig fterilifiri würden. Er ge­denkt zum weiteren Studium des gelben Fieber« eine Reife nach Brasilien anzutreten, da ihm dort ein größere« Material zur Ver­fügung stehe.