ausgebildet sind. Die Artillerie hat zwar recht gutes Geschützmaterial — Kmpp'sche Kanonen — aber zu schwache Pferde, mongolischen Schlags, sodaß die Geschütze kaum auf längere Zeit im Trab bewegt werden können; die Zugpferde sind nach preußischem Muster ausgerüstet, die Cavalleriepferde — ebenfalls mongolische Ponnys — dagegen nach chinesischem Vorbild. Das ganze Heer ist in Abtheilungen von je 500 Mann in kleinen quadratischen Lagern untergebracht. Dieses Heer Li-Hung-TtschangS ist bei Weitem das beste in China. Das zweitbeste Heer der „Flaggenmiliz", das des Gouverneurs von Formosa, steht schon weit hinter jenem zürück. Ueber diese Armee berichtet ein österreichischer Seeoffizier (v. Jedina): „Gegenwärtig befinden fich zwei ehemalige deutsche Offiziere als Jnstructoren auf der Insel; der eine (Lieutenant Hecht) hatte die Freundlichkeit, uns seinen Jnstructorencurs vorzuführen. Er besteht aus besonders intelligenten Leuten, welche zu Unteroffizieren ausgebildet werden, um ihrerseits wieder als Abrichter zu dienen. ES war erstaunlich, mit welcher Präcision diese Leute alle Turnübungen mit und ohne Gewehr, sowie die einfacheren Formationswechsel — die Schule war erst vier Wochen im Gang — nach deutschen Commandoworten aussührten. Die Adjustirung, blaue Zwilchjacken und Hosen, darüber ein kurzer, ärmelloser Ueberwurf von schwarzer Farbe mit je einem großen Medaillon auf Brust und Rücken, welcher die Regimentsbezeichnung und die Aufschrift Tapferkeit trägt, ferner ein Strohhut oder ein Turban, war entsprechender, als wir erwartet hatten. Auch die Bewaffnung mit Mausergewehren ist keine schlechte, wenngleich schon bei der geringen Anzahl Leute, welche wir sahen, die verschiedenen Modelle dieses Gewehres vertreten waren." Dieses Heer ist schon bedeutend weniger vorgeschritten als das Li-Hung-Tschangs, und dennoch ist es weit besser als die meisten anderen Heere der „Flaggenmiliz"; denn wie wir schon oben bemerkten, kommen diese meist noch weit tiefer zu stehen als die Bannerarmee. Mit der Reorganisation steht es also im Großen und Ganzen recht schlecht in der chinesischen Armee. Von den 900000 bis 1000000 Mann ist nur ein keiner Theil, etwa 60 bis 80 Tausend Mann, nach europäischem Muster ausgebildet. Die übrigen find zum größten Theil noch mit Armbrust und Hackenbüchse bewaffnet, von richtiger Ausbildung keine Rede. Wo europäisches Ausrüstungsmaterial angeschafft ist — auch im Heere LüHung-Ttschangs — ist es vollständig im Verfall. Eine rasche Mobilmachung ist bet den schlechten Eisenbahnverbindungen, — in dem ganzen Reich der Mitte giebt es nur 200 Kilometer Eisenbahnen — ganz undenkbar. So liegt also, im Ganzen genommen, die Wehrkraft Chinas noch sehr im Argen, und wie wenig sie leisten kann, hat sie ja zur Genüge im Krieg gegen Japan gezeigt. Finis.
Deutsches Leich
Berlin, 13. Januar. Wie die „Berliner N. Nachrichten- Vernehmen, hat der Kaiser dem commandirenden Admiral von Knorr mittelst LabinetSordre seine vollste Zufriedenheit über die Ausführung der Befitzergreifung von Ktao-Tschau durch den Lommaudauteu und die Mannschaften der Kreuzer- gcschwaderS ausgesprochen.
Berlin, 12. Januar. In der heutigen Sitzung des preußischen Abgeordnetenhauses stand die Präfi denteuwahl auf der Tagesordnung. Der bisherige Präsident v. Köller erklärte, daß er das Präsidium jüngeren, rüstigeren Schultern überlaffeu wolle. Der Abgeordnete Freiherr v. Heeremann widmete Herrn v. Köller für seine Thätigkeit warme Worte der Anerkennung. Hierauf erfolgte die Wahl des Präsidiums. Zum Präsidenten wurde der Abgeordnete v. Kröcher mit 317 Stimmen gewählt- derselbe nahm die Wahl dankend an. Alsdann wurden die bisherigen Bice-
Feuilleton.
Der Abergläubische Nimrod.
Münchener Gerichtsscene.
Der 50 jährige Rentier und Anwesenbesitzer L. ist ein passionirter Jäger und deswegen Pächter einer weniger ergiebigen als theueren Jagd in der Nähe der Stadt. Wie der Jäger von Beruf, ist Herr X. im hohen Grade aber> gläubisch und nicht selten kehrt er von einer Jagdparthie heim, ohne seine Büchse abgefeuert zu haben, wenn ihm etwas wider den Strich geht, das heißt wegen einer unver- mutheten Begegnung oder sonstiger Anzeichen, wonach der Jagdzug ungünstig ausfallen könnte.
Am 15. October machte er sich einer Beleidigung und Bedrohung der 60 Jahre alten Privatierswiltwe Euphrosine D. schuldig, wurde deswegen angezeigt und stand hierfür Verhandlung an. Herr X. betrat den Gerichtssaal nach Aufruf, kehrte aber unter der Thürschwelle wieder um, schloß die Thür und kam dann wieder herein. Der Richter fragte, was dies bedeuten sollte, und Herr ■£. erwiderte ziemlich unwirsch: Net auspaßt hab i! mit'n linken Fuß bin i ein* getreten. Da funnt i hübsch einafall'n! dös bedeut' alleweil nix Gutes. Außerdem is heut Freitag und da geht a so alles krumm, die Freitäg hab i 's Glück vom Goaspeterl!
Richter: Aber Herr X.! ein Mann wird doch nicht an solche Kindereien glauben. Uebrigens scheint mir die Affaire als eine Folge Ihres Aberglaubens entstanden zu sein.
Angeklagter: Sie glauben einfach nix'n, aber i woaß g'wiß! Warten's nur, wie die G'schicht auswächst, dann sagen's selber: der Fritzl hat Recht!
Richter: Sie haben also am 15. October die Frau Y. sehr roh beschimpft und zwar ohne einen ersichtlichen Anlaß, und als diese Frau mit allem Anstand an Sie eine Frage stellte, nahmen Sie sogar ein Jagdgewehr von der Schulter und bedrohten sie mit Erschießen, wenn sie nicht sofort aus dem Wege gehe? Wie kam nun dies? Ich nehme an,
Präsidenten Freiherr v. Heeremann (Ctr.) und Dr. Krause (natl.) wiedergewählt. Hierauf nimmt zur Ueberreichnng des Etats und deS Staatshaushalt-Berichtes Fiuauzmtoister Miquel das Wort. Derselbe führt au», der Staatshaushalt bilancire mit 2187 527 000 Mk., davon entfallen anf da» Ordivarium 2045891000 Mk., d. t. ein Mehr gegen das Borjahr von 141 Millionen.
Berlin, 13. Januar. Ueber die Entschädigung, welche Lhina für die Ermordung der katholischen Missionare zu zahlen hat, ist noch keine eudgiltige Abmachung getroffen worden. Doch nehmen, wie den „Berliner N. Nachrichten" berichtet wird, die Verhandlungen darüber dem Vernehmen nach einen guten, ruhigen Verlauf und dürsten bald zum Abschluß kommen.
Berlin, 13. Januar. Die ReichStagscommisfiou für den Entwurf betr. die Entschädigung der im Wiederauf* nahwkvrrfahrcu fretgesprochenen Personen, hat heute nach eingehender Generaldebatte die erste Lesung begonnen. In der Debatte lieh die Erklärung der Regierung keinen Zweifel darüber, daß eine Ausdehnung der Entschädigung auf Untersuchungshaft das Scheitern der Vorlage bedeute.
Arr-laird.
Budapest, 12. Januar. Behufs Vereinbarung eines nationalen Manifestes als Protest gegen die von der Re- gierung geübte Nationalitäten-Politik fand hier eine zahlreich besuchte geheime rumänisch - serbisch - sloventsche Versamm lung statt.
Pari-, 12. Januar. Wie mehrere Blätter melden, stehen heute infolge der im Prozeß Esterhazy gemachten Enthüllungen weitere Verhaftungen bevor. — Esterhazy beabsichtigt, gegen Mathieu DreyfuS einen BerleuwdungSprozeß anzustrengen.
Petersburg, 12. Januar. Wegen einer Predigt, welche der Propst Czeczot anläßlich der Trauerandacht für den polnischen Bischof UjrjSki in der hiesigen katholischen Kirche gehalten hat, wurde derselbe nach Charkow verschickt.
totale» «nd provinziell«,.
h. Wieseck, 13. Januar. Auszug aus dem Standesamts-Register der Gemeinde Wtescck vom Jahre 1897. Im vergangenen Jahre wurden geboren 82 Kinder, wovon 43 männlich, 39 weiblich. Gestorben find 54 Personen, wovon 32 männliche und 22 weibliche. In den Ehestand traten 28 Paare. Unter den Geborenen und Gestorbenen befindet sich je ein Israelit, die übrigen sind evangelischer Confesfiou.
K- Lollar, 12. Januar. Gestern Abend fand hier die diesjährige ordentliche Generalversammlung des B e t e r a n e n - und Kriegervereins im „Schönhof" statt. Dieselbe war zahlreich besucht und zeugte von gutem kamerads^aft- lichem Geiste der anwesenden Mitglieder. Nach dem Bericht des Vorstände- hat der Verein gegenwärtig 93 active, 15 passive und 7 Ehren Mitglieder. Die JahreSrechuung ergab einen Kaffenbestand von über 100 Mk. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt, für ein Mitglied desselben (erster Schriftführer), welches verzogen ist, wurde eine erprobte Kraft gewählt. Die Feier von Kaisers Geburtstag, an welcher auch Nichtmitglieder gegen mäßiges Eintrittsgeld Zutritt haben, soll SamStag den 29. d. M. stattfinden unter Concert, Theatervorstellungen und Gesangsvorträgen. Hoffend ltch ist der Verein bei dieser patriotischen Feier vollzählig vertreten.
A A«S de« nördlichen Oberheffeu, 12. Januar. Wenn in anoeren Jahrgängen die Preise für die fetten Schweine besonders hoch waren, hauptsächlich zur Zeit der
daß Sie betrunken waren, oder sonst stark aufgeregt gewesen find!
Angeklagter: Betrunken sag i. Von aner Taß Kaffee in der Fruah da kriegn's weiter koan Rausch. Im Gegen- theil, vogelnüchtern war i und a altes Sprüchwort sagt: A nüchterner Mensch hat koa Glück. Das Wetter war rar und da denk i mir: Kunnft $ut a mal auf d' Jagd geh'n. Leider bin i furt, obwohl a ganze Menge untrüglicher Zeichen dagegen g'sprocha Ham. Z'erft steig i schon mit’n linken Fueß auö'n Bett, dös bedeutet Aerger. Nachher juckt mein rechtes Äug', dös bedeutet, daß wer etwas Unangenehmes sehen wird. Eh' i a Pris Tabak nimm, beißt mi’ d' Nasen, da erfahrt wer was Neues. Unter'm Waschen sinkt rnei linkes Ohr, da schimpft jemand über mich. Macht nix'n, i geh doch. Wie i aus ’n Haus bin, lauft a kohlschwarze Katz vor meiner über'n Weg, dös bedeutet a Unglück, deswegen hab i sofort die Zündhüetl vom G'wehr ’runter. Gleich darauf begegnet mir a Viehtreiber mit drei Schwein’, dös wird a schmutziger Ausgang meiner Unternehmung. Vorm Bahnhof beißt mich die linke Hand — jetzt kostet'« a Geld!
Richter: Sie sind ja das reinste Traumbuch! Hoffentlich sind nun alle schlimmen Anzeichen Ihres Unglückstages er- schöpft?
Angeklagter: Beileib net, Herr Staatsanwalt. I komm' also in mei Jagdgebiet und kehre im Wirthshaus ein im nächsten Dorf, da sitzt a Katz auf der Ofenbank und putzt mit der linken Pfote 'S G'sicht. Das bedeutet einen unangenehmen Besuch. Wie i darüber nachdenk', wer mich b'such'n funnt, der mir recht z'wider sein kennt, der Steuerbot oder gar a G'richtsvollzieher — da niest d' Wirthin, i sag': Helf Gott, daß 'S wahr iS: Jetzt feit si' nix mehren. Oaner von die Zwoa kommt, d' Wirthin hat s benoffen.
Richter: Nun endlich kommen wir auf die Hauptsache. Also weiter!
Angeklagter: Na, Herr Staatsanwalt, noch etwa» fimmt. Wie i aus'n Dorf war und denk', a Haserl funnt i bald derrat'n, da fliegen zwoa Krähen auf und krächzen ganz schauderbar, dö» bedeutet, daß i heut koa Schwanzerl und
HauSschlachtuugeu vor Weihnachten, so trat regelmäßig ein Rückgang in diesen Preisen nach dieser Zeit ein. Diesmal ist aber ein Sinken der sehr hohen Schweiuepreise nicht ein» getreten, dieselben haben sich erhalten, ja, find hie und da noch weiter angezogen. Jnfolgedeffen find die HauSschlach- tungen, welche bei billigeren Verhältnissen von Stadtbewohnern bei Verwandten auf dem Lande vorgevommen wurden, saft gänzlich unterbliebtn. Unter solchen Umständen steckt eben auch bei den Hausschlachtungen nicht viel drein, d. h. für Leute, welche die Schweine kaufen müffen. Bezahlen doch zur Zeit Metzger und Händler für das Pfund Schlachtgewicht 60 bis 62 Pfg. und für das Pfund Lebendgewicht bis zu 48 Pfg. Diese hohen Preise sagen dem Landwirth sehr deutlich, wa» in der Schweinezucht und Schweinemast steckt. So ist uns ein Landwirth bekannt, der hrute einen fetten Eber verkaufte und dafür eine ganz erkleckliche Summe löste. Der Eder hatte allerdings das stattliche Gewicht von 604 Pfund. Für das Pfund Lebendgewicht wurden bezahlt 40 Pfg., macht nach Abzug von 5 pCt. Gutgewicht einen Betrag von ca. 230 Mk. Allerdings ist die Schweinemast in Hinsicht der gleichfalls hohen Fruchtpreise nicht mehr so billig, wir sie es seither war bei d:m tiefen Stand der Ge» treidepreise, bleibt aber deffenungeachtet der rentabelste Factor der Viehzucht.
X. Darmstadt, 12. Januar. Im Naturwissenschaftlichen Verein gab gestern vor ca. 50 bis 60 Zuhörern Herr Geheime Hofrath Professor Dr. LepsiuS eine Fort- setzuug seines neulichen wissenschaftlichen Reiseberichtes über seine vorjährige geologische Ruhland-Reise. Bonden verschiedenen nach dem internationalen geologischen Cougreß in Petersburg abgegaugenen Excurstonen batte fich Redner einer 60köpfigeu angeschlossen, die zunächst ein Steinkohlen- Vorkommen in Südrußland besichtigte, ferner ein unweit gelegenes reiches Queckstlberbergwerk, auch ein sehr ergiebige» Salzbergwerk in der Formation des Rothliegendeu (der Salz* Cousum ist in Rußland pro Kopf beinahe doppelt so groß, al» im übrigen Europa). Eine Reihe von Mineralbädern im Norden de» Kaukasus wurde besucht, bann die geologische Expedition von Wladikawkas au» auf der erst angelegten Grusinischen Heerstraße angetreten. Die dortigen Haupt- spitzen find richtige Vulkane, von denen Lavamassen und Moränen weit in die Thäler sich bewegt haben. Da» Volk macht einen ärmlichen Eindruck. Von Tifli» unternahm ein Theil der Gelehrten eine Excurfion nach Mingrelien mit seinen Jura- und Kreide-Schichten, Kohlenflözen usw. Weiter wurde in Baku am Kaspischen Meer, dieser Hauptstätte der Petroleum-Gewinnung mit mehr als 1000 Bohrthürmen, da» dortige ungeheuer reiche Petroleum-Vorkommen studirt, auch im Meere vorkommende, anzündbare und dann lebhaft brennende Gasquellen beobachtet ufw., und endlich ging e» nach der Krim, au» welchem Theile der sehr interessanten Reiseschilderung namentlich die großartigen griechischen Funde aus den Kuppelgräbern von Kertsch (jetzt in der Eremitage in Petersburg) nähere Erörterung fanden, nicht minder auch die südwestliche Krim mit ihren mittelländischen Gewächsen und berühmten Bädern. Redner hatte auf der dreimonatigen Reise inSgesamwt 16 000 Kilometer mit Eisenbahn und Dampfich ff zurückgelegt. — Die gestrige Versammlung, al» die erste im Jahre, war zugleich Generalversammlung, wobei zum BereinSvorfitzenden Herr LandeSgeologe Professor Dr CH eliu» gewählt wurde. Dem seitherigen Vorsitzenden, Herrn Professor Dr. Weis, der eine Wiederwahl durchaus nicht wünschte, wurde verdiente Anerkennung ausgesprochen. Der bestens prosperirende Verein zählt jetzt 207 Mitglieder au» verschiedenen BerusSkreisen und hat in seinem 16jäbr'gen Bestehen 150 Satzungen abgehalten.
Offenbach, 10. Januar. In verflossener Woche fam einem Schlosser sein vor einer Wirthschaft in der Waldstraße
koa Federl sehen werd'. Eigensinni wia mer wird, wenn manchmal alles über oan fimmt, geh' i trotzdem weiter und fimm auf die Kreuzstraß'n. I druck d' Aug'n zua, bamit mich der Zuafall aus'n richtigen Weg bringt und geh' weiter. Mein Feldmann lauft aber die rechte Straß'n voraus und i bin auf der linken. Wia i vor meiner hinschaug, da fimmt a Weib des Wegs. Na denk i mir, wenn's a Junge is, hat's nix'n z'sag'n, und iS a Alte, nacher schau i auf d' Seiten und geh' vorüber. Wir femma z'samma — richtig roar’5 a Alte. I will vorbei, da stellt sich die Alte in mein Weg und sagt: Grüeß Gott, wünsch' i, Herr Jager! Bin i da wohl aus'n richtigen Weg nach Trudering? Hast vielleicht g'moant, nach Sankt Leonhardspfunzen geht's da, Malefizhex? schrei i nun. Wo kimmst denn eigentlich her, weilst grad mich anfrahlst? I? i fimm von der Leich meiner Firmgötl, Sie frecher Mensch! Spricht der Kerl per Du mit mir! I bin selber von der Stadt Münka, so guet wia so a Staudenjager. Sie roerb’n was Nettes schieß'n mit Eahnern Kops, vielleicht a Nachteulen. Was sag i! Machst, baß 'D momentan weiter fimmst, Du alte Trub, ober i schieß Dir oans ’nauf, nacher hab i glei a Nachteulen. I mach Spaß unb thua 's G'wehr aufziahg'n — 's waren net a mal Kapseln draus — da schreit die Alte wia am Spie». I hab'» no a wengl g'schimpft und bin weiter. Nix'n hab i g'schoss'n d-n ganzen Tag und wia i abends in dös Dorf- wirthshaus z'rückfimm, sagt der Bürgermeister: Fritzi, dSS kann sich bös auswachsen mit der Frau 2)., Du bist angezeigt bei der Gendarmerie.
Herr X. wurde zu zwei Geldstrafen von je 25 Mark verurtheilt. Restgnirt bemerkte er: I hab mirs glei denkt, daß die Dummheit recht schön ausgeht. Heut' Nacht hat mein Feldmann fortwährend g'hcult, um Mitternacht is d' Wanduhr steh'n blieb’n, der Erdschmiedl (Heinrichen) hat die ganze Zeit g'hammert und meiner Frau hat's von Eier und Aepfel träumt. Meinetwegen! Was kemma mueß, dö» fimmt, und wie's an Menschen aufg'setzt iS, so wird'S. — Unter den Kichern der amüfirten Zuhörer entfernte sich de: Berurtheilte.
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