Ausgabe 
13.1.1898 Zweites Blatt
 
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Vertreter Reuters in FriedrichSruh introduzieren zu wollen, beweist eine UrtheilSlofigkeit, die ein gewandter Vertreter eine- größeren Blattes nicht haben sollte. DaS Reuter sche Institut war stet- dem deutschen Reiche feindlich und der ,Hamb. Torr.- war seit acht Jahren Vorkämpfer für alle die Regierungsmaßnahmen, welche mit der Politik Kaiser Wil­helms I. und 'seines Kanzlers im Widerspruch standen. Obschon nun sein Eindringen in die Häuslichkeit des kranken Fürsten nicht durch Theilnahme feiner Auftraggeber an dem Ergehen des Letzteren, sondern durch das gewerbliche Be- dürfniß der Beschaffung geldwerther Neuigkeiten veranlaßt war, wurde Herr BrunS doch im Hause FriedrichSruh zu» nächst empfangen, und kann sich demnach auch in diesem Falle über mangelnde Zuvorkommenheit nicht beklagen. Denn bevor er den Grafen Rantzau draußen ansprach, hatte er seine «arte inS HauS geschickt, war in Vertretung des Herrn Grafen vom Secretär des Fürsten empfangen und eS waren ihm über das Befinden des Fürsten die beruhigenden Mittheilungen gemacht worden, welche er dann alsbald zu Telegrammen verwerthet hat. Sein Wunsch war somit völlig erfüllt, und er hatte den Park wieder verlaffen, alS er den Grafen Rantzau auf seinem Spaziergange erblickte und, trotzdem der Pförtner eS ihm untersagte, auf den Grafen den von ihm selber be­schriebenen Angriff mit Visitenkarte und Depesche machte. Die Antwort war dementsprechend, doch find die härtesten von Herrn BrunS angegebenen Ausdrücke nicht gefallen und er hat den Satz auSgelaffen, der nach Zeugenaussagen so ge­lautet hat:Bedenken Sie doch, waS ich sagen soll, wenn ich hier jeden Tag auf meinem Spaziergange vor dem Thore angefallen werde!" Würde man es billigen, wenn ein naher Verwandter des jetzigen Reichskanzlers Fürsten Hohen- lohe bei feinem Spaziergänge im Thiergarten von dem Ver­treter eines sozialdemokratischen oder sonst als feindlich be­kannten Blattes angrhalten nnd über das Befinden des Fürsten interprllirt würde? Was die übrigen Nachwürfe anbetrifft, welche Herr BrunS dem Grafen widmet: Kritik feiner Stel­lung, mangelhafte Vertretung nach außen usw., so können wir dieselben auf fich beruhen lassen, da jeder Kenner der Verhältnisse weiß, mit welcher Hingebung der Graf einzig und allein um daS Wohlergehen des greisen Fürsten bemüht ist, zu dessen Unterstützung er nach dem Tode der Fürstin Bismarck feine Stellung tm Dienste deS Reichs aufgegeben hat. Die Freunde de» fürstlichen Hauses werden gerade dem Vicewirth von FriedrichSruh", wie ihn derHamb. Corr." geschmackvoll benennt, Grund haben, dankbar zu sein für seine unermüdliche, selbstlose Sorge um de» Hause» und de» Haus- Herrn Wohl. Anschließend an die tendenziöse Veröffent­lichung de»Hamb. Corr." finden wir in den Zeitungen noch die Folgerung, man werde sich, um Nachrichten über den Fürsten Bismarck zu erlangen, fernerhin an die Dienerschaft wenden müssen. Wir möchten dem gegenüber unsere Collegen bitten, diesem Rathe nicht zu folgen und die Leute nicht in Verlegenheit zu bringen, da ihnen Beziehungen zur Presse verboten find. Wer übrigen» die Diener de» Fürsten Bis- marck kennt, der weiß, daß eS eine» solchen Verbote» nicht erst bedarf, und weiß anderseits, daß Unbescheidenheiten wie die de» Herrn Brun» von den Dienern de» Hauses leicht noch unfreundlicher beantwortet werden könnten, al» durch den Grafen Rantzau geschehen ist.

Donnerstag den 20. Jannar, Vormittag» 11 Uhr, soll im Garnison - Lazareth zu Gießen die Lieferung der Verpflegungsbedürfnisse für das Jahr 1898/99 und die Abnahme der gewonnenen

Eine RuhmeShalle in Paris. DaS t« Jnvalidenhaust zu Paris eingerichtete, gelegentlich der Feier deS National« festes eröffnete HeereSmnsenm hat in so hohem Grade daS Interesse der Bevölkerung auf fich gezogen, daß schoi eine Erweiterung in Aussicht ist. Der gegenwärtig zur Vev fügung stehende Raum kann weder die Menge der täM zuströmenden Besucher fassen, noch ist er im Stande, dir große Zahl von Ausstellungsgegenständen aufzunehmen, welch« der Anstaltsleitung von allen Seiten zugehen. ES soll künfth ein großer Raum lediglich der Zett vor dem Jahre 1811 gewidmet werden, der gegennüberliegende Saal Alles aufnehmnz wa» mit der Eroberung Algerien», den Feldzügen deS zweien Kaiserreiches, den colonialen Unternehmungen und dem Krieg, von 1870/71 in Verbindung steht.

Brodreste, Küchenabfälle und Knochen verdungen werden. Die Bedingungen

befreit hat. Th. Dreyer, Hannos Haltenhoffstraße 3.

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Holzversteigerung.

Montag den 17. und Diens­tag, den 18. Januar 1898, Bormittags IO Uhr beginnend, sollen im Hungener Stadtwald in den Districten Herborn, Galgenwald und Marksteinmühl meistbietend versteigert werden:

744 Kiefern- und Fichtenstämme von 14 bis 45 cm Durchmesser und 5 bis 35 m Länge 412 fm.

Bei den Kiefernstämmen sind 50 fm Schnittholz.

Am ersten Tage kommen nur Kiefernftämme, am zweiten Tage Kiefern- und Fichtenstämme zur Versteigerung.

Anfang am ersten Tag im District Herborn, am zweiten Tag im District Markfteinmühl.

Hungen, den 10. Januar 1898.

Großh. Bürgermeisterei Hungen.

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Möbel-V erkauf.

Wegen Verkaufes meiner Liegenschaft, Billa Britauuia hier, sind folgende Gegenstände aus freier Hand zu verkaufen:

Betten, Sophas, Sessel, Polfterstühle, Teppiche, Vorhänge, Portiören, Wasch-Commoden mit Marmorplatte, Nachttischchen mit Marmorplatte, Schränke und Spiegelschränke, Tische und Schreibtische, englische Leinen­schränke, Tragstuhl, Gartenlaternen mit und ohne eiserne Säulen, ein transportables Gartenhaus von Holz mit Zinkbedachung und Stein­unterlage, Gartenspritze, Mähmaschine, zweirädrige Karren, Schubkarren, verschiedenes Gartengeräth, Waschmaschine rc. rc.

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4561 Der leidenden «enschwb

Tag

CUarotur «n-

Da» «ennzehnte Jahrhundert in Bild«iffe« mii Beiträgm hervorragender Schriftsteller und Fachgelehrten, herauS- gegeben von Karl Werckmelfter, Verlag der Photographische, Gesellschaft, Kunstverlag, Berlin. Das Werk wird die Bildnisse, s» wie kurze Lebensbeschreibungen der bedeutendsten Persönlichkeitei unseres zu Ende gehenden Jahrhunderts aus den Gebieten da Staatengeschichte, der Technik und der Wissenschaften, der Ltteratw und der Künste enthalten. Nur die besten zeitgenössischen Original« seien eS Gemälde, Zeichnungen, Lithographien, Stiche oder phot» graphische Aufnahmen sollen vervielfältigt werden. Bei den bt> deutendsten Männern soll versucht werden, durch eine Reihe doi Bildnissen ein lebenswahres Abbild ihrer Gestalt zu geben.Di, Gestalt des Menschen," sagt Goethe,ist der Text zu Allem wat sich über ihn empfinden und sagen läß'." In den Gtstchtsrüga seiner großen Männer spiegelt sich der Character des Jahrhunderts Was dieser Zeit innewohnte an Willenskraft, Arbeitslust um Thatendrang, an Unerschrockenheit und kühnen Entschlüssen, o strengem Forschergeist und Grüblersinn, an Träumereien und künst­lerischer Phantastefreude: Alles das kommt in den Zügen unsera Geisteshelden zum Ausdruck. Grsße Männer und Frauen - sind unsere wahren Erzieher; sie befreien unsere Peisönlichkeit atf den Fesseln der Gewohnheit und Trägheit, ihre Bildnisse sollen unt wie die unserer besten Freunde vertraut sein. Dies sind die leite» den Gedanken bei der Herausgabe deS Werke-. Zusammen mit da in größter Knappheit von hervorragenden Fachgelehrten und Historiker, verfaßten biographischen Würdigungen und einzelnen größeren Aus» sätzen, sollen diese Bildnisse zu einem monumentalen Werke ver­einigt, einen werthoollen Beitrag zur Culturgeschichte deS new zehnten Jahrhunderts bilden.Das neunzehnte Jahrhundert » Bildnissen" erscheint im Laufe dreier Jahre in 75 Lieferungen. 3* Lieferung enthält vier Seiten Text mit Illustrationen und acht Vol- bilder. Preis jeder Lieferung Mk. 1.50. Eine Erhöhung deS Preis« nach Vollendung des Werkes bleibt vorbehalten. Jede Buch- Kunsthandlung nimmt Bestellungen auf daS Werk entgegen.

- Ei« ««entbehrliche» Rachschlagebuch für itb* Thierfreund ist dasAdreßbuch deutscher Thierzüchttt, -Liebhaber und -Händler", herausgegeben von Otto Droescher. Das Adreßbuch enthält nicht allein die genauen Adressen der Thier- züchter (etwa 10000), sondern eS ist fast überall die Specialzücht«, mit angegeben, auch sind die deutsche Geflügel-, Vogel-, Hundt», Kaninchen- und Brieftaubenzucht, sowie die Aquarien- und Terraria> Ltebhabervereine, ferner Lieferanten diverser Thierzucht-Bedarfsartüel angegeben. Das Adreßbuch deutscher Thierzüchter, -Liebhaber n) -Händler 1898 ist von der Geschäftsstelle der .Berliner Thierzeitung', Berlin SW. 48, Friedrichstraße 244, zum Preise von 5 Mk. |i beziehen. -

Parte#*, £an$* tm*

- Der Bremer LebeuSverficheruug» Bau» brachte da« Jahr 1897 an neu beantragter Versicherungssumme 14200900 Mk, wohingegen daS Vorjahr 12529250 Mk. lieferte. An dem Gesauutt ergebniß per 1897 ist der Monat December mit 1221500 M betheiligt.

Die Geisteskranke» werden sämmtlich auf «osten der KreiSkasse verpflegt.

WaSdie streitige Armenpflege betrifft, so wurden in beiden Kliniken verpflegt 263 Personen mit 8734 Tagen, in der Herberge zur Heimath 9 Personen mit 62 Tagen.

Mit Schnhen und Kleidern wurden unterstützt 38 Per­sonen gegen 25 in 1895/96 und 37 in 1894/95. Mit Medicawenten, Brillen re. wurden unterstützt 12 Personen gegen 6 in 1895/96 und 18 in 1894/95. Mit Hebammen- kosten wurden unterstützt 4 Personen gegen 2 in 1895/96 und keine in 1894/05. Beerdigungskosten erwuchsen für 9 Personen gegen 2 in 1895/96 und 2 in 1894/95.

Die gesamwten streitigen UnterstütznngSfälle betragen in 1896/97 347.

Die mit dem Ho-pitale verbundene Plockische Stiftung hatte im Ganzen 11 Pfründner mit zusammen 8720 Verpflegungstagen. TS find untergebracht: im Hospitale 3 männliche Personen mit 800, 4 weibliche Personen mit 1460 BerpflegungStagen gegen einen Pflrgsatz von 1.20 Mk. pro Tag und im Siechenhause 4 weibliche Personen mit 1460 BerpflegungStagen gegen einen solchen von 1.90 Mk. pro Tag.

Die Einnahme de» sog. Dispositionsfonds wird au» Gaben und Geschenken, dem Erlöse au- gefundenen, herrenlos gebliebenen Gegenständen, sowie au» den Zinsen verschiedener kleinerer Stiftungen gebildet. Die Ausgabe besteht in der Berwilligung von Gaben und Badekurkosten, zu deren Leistung eine armenrechtliche Verpflichtung nicht vorliegt.

Die Einnahme beträgt einschließlich de» vorhanden ge- wesenen Kassenbestandes 1278.78 Mk., die Ausgabe dagegen nur 917.56 Mk., sodaß ein baarer Vorrath von 361.31 Mk. vorhanden blieb. _____________________

Vermischte».

Pari», 11. Januar. Die 38 Jahre alte Großnichte deS Marschalls Neh, Marie Louise Neh, wurde heute in ihrer Wohnung in der Rue Pradier durch Gasvergiftung er­stickt aufgefunden.

* London, 11. Januar. Wie dieTimes" au» Panama melden, dauern die Arbeiten am Kanal stetig fort. Jetzt sind 3500 Arbeiter beschäftigt. Man betrachtet eine Voll- eadung de» Kanal» al» wahrscheinlich.

Graf Rantzau mtd die Presse. (Vergl. den Arttkel in Nr. 8 b. Bl.) DieHamb. Nachr." schreiben: ,JmHamb. Corr." vom 3. d. MtS. beklagt fich ein Reporter de» ge­nannten Blatte» über die Aufnahme, welche er in Fried­rich »ruh gefunden habe. Zunächst nimmt e» un» Wunder, daß ein Vertreter von zwei in FriedrichSruh als feindlich be­kannten Preßstellen: de» »Hamb. Corr." und de« »Reuter- fchen Bureau»", glaubt, dort auf besondere» Entgegenkommen rechnen zu dürfen. Was den »Hamb. Corr." angeht, so haben wir an dieser Stelle, auch noch in den letzten Jahren, häufig an Beispielen erhärten können, daß da» genannte angeblich »Hamburgische" Blatt sehr oft nicht» weiter ist, al» ein Ableger de» übelsten Berliner Offiziösenthurn» und wir möchten seine Leser davor warnen, das alle» al» gutes Ham­burger Courant anzunrhmen, wa» fich bei näherer Prüfung al» Berliner Import erweisen dürfte. Sich ferner al»

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6in ich gerne bereit, ein Getränk (w«e Medicin noch Geheimmittel) «ue«tg<P lid) namhaft zu machen, welches rfl von langjährigen Magenbeschwer» Appetitlosigkeit und schwacher Berdaur^i

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