Ausgabe 
12.3.1898 Zweites Blatt
 
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Ulrichstein, 8. März. Am 6. d. M. hat im Saale de» Herrn Gastwitth» Groh hier auf Veranlassung des provi­sorischen EiseobahocomtiL«, der Herren Bürgermeister Rühl. Rechner Metski und practiicher Arzt Schmidt, eine von über 200 Personen au» den umhegenden Orten und von hier besuchte Versammlung stattgefundeu, um da» Projekt einer Eisenbahn von Mücke Merlau über Rupperten­rodUlrichsteinEngelrod nach Herbstein und Lauterbach zu besprechen. Nach Begrüßung der er schtenenen Gäste durch Herrn Bürgermeister Rühl erörterte Herr practischer Arzt Schmidt tu einem längeren Vertrage die Gründe, die für da» Project sprechen. Bet der Ab­stimmung wurde da» vorgeschlagene Project einstimmig an­genommen und einem erweiterten Comitö zur wetteren Aus­arbeitung überlassen.

X. Darmstadt, 10. März. Heute Mittag, kurz nach Schulschluß, gerieth in der Kirchstraße, der fre-ueutestrn von der electrischen Bahn befahrenen Straßen, ein 12 jähriger Realschüler Namen» Hch. Hedrtch unter einen electrischen Wagen, unb wurde sofort getödtet. Bon Augenzeugen wird versichert, daß der unglückliche Knabe da» Opfer feiner eigenen großen Unvorsichtigkeit geworden ist. In der gerade tagenden Stadtverordneten-Versammlung sprach der Ober­bürgermeister den schwergeprüften Eltern da» Beileid au». Die Stadtverordneten lehnten e» heute ab, auf drei An träge auf Erweiterung der elektrischen Bahnaulage auf da» Nord-, Nordost' und Südostviertel einzugeheu, bi» der Finanz­abschluß pro 1898/99 vorltege - da» jährliche Deficit der jetzigen beiden Linien wird auf 80 000 Mk. geschätzt.

Schwurgericht.

W. Gießen, 10. März 1898. Schluß der Verhandlung gegen Karl Konrad von Rainrod.

Die an die Geschworenen gestellte Schuldfrage lautet auf Mord. Auf Antrag de» Vertheidigers wird für den Fall der Verneinung dieser Frage die Hilfsfrage dahin ge­stellt, ob die That de» Angeklagten al» Körperverletzung mit tödtlichem Erfolge aufzufaffen sei. Um Vtl Uhr Mittag» erhielt Staat»auwalt Zimmermann da» Wort zur Begründ­ung der Anklage. Er geht die Beweisaufnahme Punkt für Punkt durch. E» sei bewiesen, daß der Angeklagte ein roher, zu jeder That fähiger Mensch ist. 15 Jahre laug war der Ermordete der Brodherr de» Angeklagten und vor Jahren hat der Arbeitnehmer geäußert:Der stirbt mal durch meine Hacke, au dem mache ich mich mal unglücklich." Den Ent­schluß, den Ztunel zu tödteu, hat der Angeklagte zwei Tage vor der schrecklichen That gefaßt, als er vom Bürgermeister Viehl erfuhr, daß dieser ihm kein Brod mehr geben wolle, weil Ztnnel nicht mehr gut dafür sage. Da drohte Konrad: Den mache ich gescheit." Mitten tu der Arbeit hat der Angeklagte mit voller Ueberlegung und mit Vorsatz sein Opfer hinterrücks mit der schweren Waldhacke überfallen. Der Angeklagte, das gehe au» seinen Aeußerungm nach der That klar und deutlich hervor, habe den Erfolg gewollt. Ohne Erregung, ohne menschliches Rühren geht der Angeklagte von der Stätte der grausigen That und holt sich Schvap». Ohne Reue bis heute sitzt der Angeklagte, vetmthetlen Sie denselben nur wegen TodtschlagS, so thun Sie dem Angeklagten nur einen Gefallen. Der Staatsanwalt bittet die Geschworenen, die Frage auf Mord zu bejahen. Der Bertheidiger, Justtzrath Batst, bestreitet, daß der Ankläger den Beweis erbracht hat, daß die That mit Ueberlegung auSgesührt sei. Der Bertheidiger gesteht zu, daß sein Client ein roher und brutaler Mensch sei, daS beweise aber keinesfalls zwingend, daß man dem Angeklagten einen Mord zutrauen könne. Der Bertheidiger versucht, den Geschworenen darzuthun durch eine Kette von Momenten der Beweisaufnahme, daß Konrad im Affect gehandelt, al» er die That beging und daß dieselbe sich lediglich al» Todtschlag erweist oder als Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg. Der Bertheidiger erklärt, auch er wünsche nur Gerechtigkeit. Da» über den Angeklagten ge­fällte Tode»urtheil haben wir bereits gestern mitgetheilt.

vermocht«».

Hanau, 8. März. Der älteste Mann Hanau», Herr Steuerausseher a. D. Hetderich, feierte heute im Kreise seiner Kinder, zahlreicher Enkel und Urenkel seinen 90. Ge­burtstag. Der Greis erfreut sich noch voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit.

* Straßburg. 9 März. Eia entsetzliches Verbrechen wurde tu Lehr verübt. Der frühere Briefträger Joseph Aazilon wurde von seinem 24jährigen Sohne anläßlich eine» Streite» getödtet. Nach der That zerschnitt der Unmensch den Leichnam mit einer Säge und warf die Fleischtheile in einen Weiher, wo sie nun entdeckt wurden. Die Mutter de» Vatermörder» soll an dem Morde betheiligt sein. Der Mörder wurde verhaftet.

Leipzig, 1. März. Die Stiefel des Herrn Doc« tors. Eine sehr interessante und wichtige Entscheidung fällte heute das Reichsgericht. Das Landgericht I in Berlin hat am 2. December v. I. die unverehelichte Zimmervermietherin Marie Sonnenberg wegen Freiheitsberaubung und versuchter Nöthigung zu 3 Tagen Gefängniß verurtheilt. Dr. X. wohnte bei ihr gegen 60 Mk. monatlich zur Miethe und hatte gekündigt. Frl. S. machte noch eine Forderung von 50 Mk. gellend, die er nicht anerkannte und nahm des­halb mehrere Sachen des Herrn Doctors in Beschlag. Eines Morgens, als Dr. L. nach dem Auswärtigen Amte gehen wollte, erhielt er von der Bermietherin seine Sttefel, die sie putzen sollte, nicht zurück. Er gerieth dadurch in große Verlegenheit, weil er ein zweites Paar nicht zur Verfügung hatte. Aus dem Fenster rief er schließlich einem Vorüber­gehenden zu, er möge ihm ein Paar neue Stiefel besorgen. Diese erhielt er dann nach zweistündigem Harren. Da» Landgericht hat angenommen, daß Frl. S. den Herrn Doctor für diese Zeit des Gebrauchs der persönlichen Freiheit beraubt hat, da sie wußte, daß er zu denjenigen Gesellschaftsklassen

gehört, denen es unmöglich ist, ohne Fußbekleidung über die Straße zu gehen. Dies würde, so heißt es noch im Urtheil, das Schamgefühl des Herrn verletzt haben. Auf die Revision der Angeklagten hob da» Reichsgericht das Urihell auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Davon, daß die Bewegungsfreiheit des Dr. 1. für längere Zeit auf­gehoben worden fei, könne keine Rede fein. Die socialen A- schauungen hätten ihn an der Bewegungsfreiheit freilich nicht hindern können, namentlich wenn er, was wohl anzu­nehmen sei, noch im Besitz von Strümpfen und Morgen- schuhen war. Ebenso wenig könne die Verurtheilung wegen versuchter Nöthigung aufrecht erhalten werden, da eine physische Einwirkung auf den Körper des Genöthigten nicht festgestellt sei.

Ein großer Epielerpro- sieht in Hannover wieder bevor. DieWeser-Zeitung" berichtet folgende Einzelheiten darüber: Der Agent Löwenstein war Stammgast auf den Rennplätzen, verließ jedoch Hannover, als der Boden ihm zu heiß wurde. Auswärts nahm man ihn dann fest. L. nahm seinen Opfern mindestens 25 pCt. ab, dagegen mußten sich die Ausgebeuteten aber noch zur Unterzeichnung eines Reverses verpflichten, in welchem für seine Bemühungen noch bedeutende Belohnungen versprochen wurden. Der Secondelieutenant v. K. vom 4. Kürassier-Regiment machte seinem Commandeur, Chef de» Militär-Reitinftituts Generallieutenant von Willich, Meldung, als er sich ruinirt sah und seinen Verpflichtungen nicht nachkommen konnte. Von diesem wurde dann der Staatsanwaltschaft Anzeige gemacht. Der erwähnte Lieutenant v. K. wurde alsbald vom Militär-Reitinstitut entlassen und zu seinem Regiment zurückgeschickt; er soll bereits den Abschied erhalten haben. Vis jetzt sind zehn Offiziere bekannt, die an der Sache betheiligt find. In Verbindung damit werden auch die Namen von fünf Fabrikanten und Rentiers öffent­lich genannt. Bei dieser Gelegenheit dürfte es Interesse haben, aus dem Leben innerhalb des Reitinstituts einige Notizen zu machen. In der Regel sind mehr als hundert Offiziere, die sich aus den verschiedensten Regimentern der Cavallerie und Artillerie reknttiren regelmäßig sind auch einige Jnfanterieoffiziere commandirt zum Besuch des Cursus auf der Reitschule anwesend. Die jüngeren der Herren sind verpflichtet, ihr Mittagsmahl im Casino in der Reitschule einzunehmen, wofür sie täglich 1.50 Mk. zu zahlen haben. An dieser Mittagstafel nehmen etwa 80 Herren Theil. An einem bestimmten Wochentage nimmt aber die Mehrzahl der Herren, trotzdem sie dann das Couvert auch im Casino zu bezahlen haben, das Mittagsmahl, welches in der Regel um 5 Uhr Nachmittags stattfindet, in einem großen Hotel- Restaurant ein, und daran schließt sich dann ein mehr oder minder gemüthlichesjeu", an welchem auch einige andere intime Bekannte thellzunehmen pflegen. Es gibt außerdem noch vier bis fünf sogenanntebessere" Restaurant» oder Weinstuben, wo sich die Gesellschaft an anderen Tagen zu- fammenfindet. Das kürzlich für das Offiziercorps erfolgte Verbot des Besuchs eines äußerlich sehr vornehmen Wirth- schaftsetablissements in Hannover wird auch mit dieser Sache in Zusammenhang gebracht. Aber auch Privatwohnungen find zum Arrangement eines Jeu" benutzt worden.

* Sine Unglückliche. Aus Wien berichteten kürzlich dortige Blätter:Die Bonne Hermine Drescher, eine junge Wienerin von auffallend schöner Erscheinung, hatte hier ihren Posten verloren. Da bekam sie einen Antrag für ein vor­nehmes Budapester Haus. Im November vorigen Jahres reiste sie nach Budapest. Auf dem Bahnhofe wurde sie von einer sehr elegant gekleideten Dame empfangen, welche das Mädchen für seine Gebieterin hielt. In einem Fiaker fuhren Beide nach einer stillen Gasse Budapests und in einem glänzenden Salon hieß die Herrin, deren Name Madame Rosa Benkö auf einem feinen Schilde an der Thür glänzte, die nrue Hausgenossin willkommen. Die Umgebung gefiel dem Mädchen gleich vom Anfang nicht. Es fassd feine traurigen Ahnungen bald bestätigt. Minna Drescher v.r- langte, als sie über die Natur ihre» Engagements im Klaren war, aus dem Freudenhause entlassen zu werden. Man verweigerte ihr die» und ließ ihr nur die Alternative, im Hause zu bleiben ober einEngagement" nach Konstantinopel anzunehmen. Al» eine Gefangene behandelt, fand da» Mädchen erst Mitte December Gelegenheit, sich einem Gaste des Salons, einem jungen Magnaten, anzuvertrauen und um ihre Be­freiung zu bitten. Er versprach ihr dies und da er die Intervention der Behörde nicht anrufen wollte, griff er zu dem Mittel der Entführung. Am 14. December in einer mondhellen Nacht hielt vor dem Haufe fein Wagen und der Graf ließ einen lauten Pfiff hören. Minna Drescher öffnete darauf behutsam ein Fenster im ersten Stock und sprang von da in der leichten Kleidung, die sie eben trug, auf die Straße. Da» Paar fuhr davon und die Equipage hielt erst vor dem Schlosse de» Grafen. Hier verblieb die ehemalige Bonne kurze Zeit und kehrte dann nach Wien zurück. Nach wenigen Tagen chres Aufenchaltes wurde das unglückliche Mädchen wegen Verbrechens de» Diebstahl» verhaftet und unter Polizei- bedeckung dem Wiener Gerichte eingeliefert. Rosa Benkö hatte nämlich nach der Entdeckung der Flucht gegen das Mädchen die behördliche Anzeige erstattet, daß es mit ihm nicht gehörigen Kleidern, die Eigenthum des Hause» gewesen seien, entflohen sei. ES wurde ein Steckbrief gegen Minna Drescher erlassen, der zu ihrer Festnahme in Wien führte. Vor einem E.kenntnißsenate de» Wiener Landgerichts hatte sie sich nun wegen dieses Diebstahls zu üerantroorten. Sie war des Thatsächlichen geständig und ihr Bertheidiger bat unter Geltendmachung ihrer Zwangslage um die weitestgehende Milde de» Gerichtshofes. Derselbe schloß sich den Erwägungen der Vertheidigung an und verurthellte die Angeklagte zu einem Monat einfachen Kerker». Man dürfte im nächsten Jahrhundert über die Gesetzgebung unseres Zeitalter» gar häufig den Kops schütteln.

Kommt da vor einiger Zeit in Schönefeld bet Greiz eine Zigeunerin zu einem dorttgen Bäuerlein, um nach Zigeunergewohnheit zu betteln. Bei dieser Gelegenheit er­

kundigt sie sich auch nach dem Viehstand de» Bauern. Er erzählt, daß er eine tragende Kuh hat, muß aber von bet Zigeunerin zu seinem Schrecken-en, baß et selbige binnen Kurzem verlieren muß. Nachdem sich die Zigeuner n darüber versichert hat, daß der Bauer über Baargeld verfügt, beruhigt sie ihn mit der Versicherung, daß sie recht wohl Im Stande sei natürlich gegen eine Belohnung von 20 Mk. die ; drohende Gefahr abzuwenden. Sie müsse aber die Summe Gelbe» nur auf ein paar Minuten in seiner Gegenwart in der Hand behalten. Der also getröstete Bauer geht auf den Bode« und holt 800 Mk. in glänzenden Doppelkronen, welche er der Zigeunerin in die Hand gibt und nach einer Minute auch wieder erhält, jedoch mit der strengen Weisung, vor Ab­lauf von acht Tagen ja nicht nach dem (Selbe zu sehen, sonst sei ihre Kunst vergeblich. Die Zigeunerin geht vergnügt fort, ' und der Bauer wartet geduldig. Zuletzt wirdS ihm doch zu i lang und bang, und al» er fe»n Geld nachzahlt, muß er den i Verlust einer weiteren Doppelkrone beklagen. Die Betrügerin ist zwar eingesteckt und zu mehrmonatlicher Haft verurtheilt worden, aber die Dummen werden nicht alle.

Wenn bet Zar reist, so werden alle Eisenbahnen, die der Hofzug pa,streu soll, vier Tage vorher auf beiden Seiten in einer Entfernung von je 200 Meilen mit Schildwachen besetzt, die den Bahnkörper zu bewachen haben. Ihr Dienst ist jedoch nicht besonder» schwer. Sech» Stunden vor der Reise kommt diezweite Besetzung", die mit geschulterte« Gewehr auf und ab marschirt und bie Augen überall haben muß. Eine Stunde vor Erscheinen de» Zuge» tritt endlich da»dritte Commando" in Kraft, da», den Rücken gegen den Eisenbahndamm gekehrt, darüber zu wachen hat, daß sich Niemand auf 100 Meter dem Bahnkörper nähert. Hört irgend ein vorwitziger nicht auf den Anruf, so wird er un­weigerlich niedergeschossen. Noch zehn Minuten nach Pasfiren de» Zuge» verharrt da» Commando in seiner Stellung. Zu diesem Ehrendienst im dritten Commando wird nur die Garde auSersehen.

* Som Longo kommt bie gräßliche Nachricht, daß bet 23jährige Brüsseler Gerard Neuhau», welcher feit 1897 im Dienst der HanbelSgrsellschast für ben oberen Congo steht, in Lukolela, zwei Tagereisen von der Grenze von französisch Congo, von borttgen Kannibalen gefressen wurde. Man fand von dem Unglücklichen nur noch den Kopf, den die Bewohnet jene» DiftrictS, wie Forschung»reisende betichtm, allein von ihrem Opfer übrig gelassen hatten. Die Handel»gesellschaft, bei der der Unglückliche bedienstet war, erhielt ebenfalls die Nachricht vom Tode de« Neuhaus, doch ohne Zusatz, welche» entsetzliche Schicksal denselben ereilt hatte.

Neuer Titel. Vorfitzender:Angeklagter, wa» sind Sie?" Angeklagter:Schützling de» Vereins für ent­lassene Sträflinge!"

Königsberg, 9. März. Professor Schneider, ein bekannter Chirurg, ist gestorben.

Die Würzburger Universitäts-Bibliothek. Nachdem die Universität in Würzburg ihren prächtigen Neubau bezogen, kann sich die Universitäts-Bibliothek in dem alten Gebäude au»- oehnen. Mit ihren 300000 Bänden ist sie nach der Münchener Hof- und Staats-Bibliothek die größte Bücher-Sammlung in Bayern. Die Bücher sind im Südflügel des alten UaioerfitätS-Gebäude», dem fogeninnten LorgiaSbau, untergebracht, während der ganze Ost­flügel für Ausleihe- und Lesezimmer, sowie für die Verwaltung ein­gerichtet tft. Da ihr jetzt genügend Raum zur Verfügung steht, hat sich die Verwaltung entschlossen, die Sehenswürdigkeiten der Biblio­thek, die bisher in Klsten verpackt stehen mußten, ie einer perma­nenten Ausstellung, bie an 1. April eröffnet werden soll, allgemein zugänglich zu machen. Es befiaden sich in der Sammlung, neben 1 historisch werthvollen Büchern, wie dem Gebeibuche Maria Stuart», künstlerisch hervorragende Stücke, besonder» alle Jncunabeln. Un­schätzbar find aber einige Evangelien-Handschriften au» dem 6. Jahr- hundett, in kostbaren Einbänden von Gold und Edelsteinen. Lei der vor zwei Jahren hier statigehabtm Versammlung der Alter- thumvtorscher bildeten sie daS Entzücken der Kenner, die die Samm- lungen in beschränkter Zahl besichtigen konnten.

Lan-wirthschaftliches.

Schaden ober Nutze« der KaL-aar. In den ,Mit- Ujetlunflen" der Deutschen LandwirtdichaftS-Gesellschaft, Stück 1 uni 2 1898 ist etn Bericht veröffentlicht über Untersuch- ungen der Schädlichkeit oder Nützlichkeit der Krähen für die Land- wirthschaft, die Herr Prof. vr. Röri» in Königsberg i. Pr. au»* geführt hat. Es wurde von ihm an8 dem Studium de» Magen­inhalts von 1080 Krähen aus verschiedenen Theilen Deutschland» (13./11. 96 bis 12./11. 97) bislang daS Ergebniß gezogen, daß die Saatkrähe (corrus fragilogus) ben landwirthschaftlichen Saaten am wenigsten verderblich sei, daß bie Nebelkrähe (corrte cornix) und die nach Lebensweise und Nahrung ganz ähnliche Raben­krähe (corvus corone) allerding» wohl zeitweise und in gewisser Hinsicht schädigend wirkt, daß aber eine möglichst eingehende Würdig­ung und Gelddewerthung von Schaden und Nutzen alle Krähen al» vorwiegend nützlich erweisen würde, und daß deshalb manche Zer- ftörun^Smaßregeln abzustellen, dagegen manche Schutzeinrichtungen j für die Feldfrüchte usw. gegen die Angriffe der Krähen zu treffen | feien; in dieser Hinsicht werden entsprechende Vorschläge gemacht. Indessen hält Prof. Röria die Untersuchungen noch nicht für ent­scheidend, sondern will dieselben noch 2 bis 3 Jahre unter Geld­beihilfe der Deutschen LandwirthschaftS-Gesellfchaftf fortsetzen; er ist deshalb dankbar für jede Zusendung von frisch erlegten Krähen au» allen Theilen Deutschlands; zu richten an das Landw. phyfiolog. Laboratorium in Königsberg L Pr, Tragheünerkitchenstr. 73.

Nochmals verbessert.

Durch Zusatz von wirkungsvollen Jngrettenzien, wie sie un» von ersten medicinrschen Autoritäten neuerdtnatz an die Hand gegeben worden sind, ist die Doerings Seife mit der Eule, bekannt unter der Devise:Die beste 4er Welt, «dermal» verbessert und durch diese Verbesserung in ihre» Einflüsse auf die Erhaltung bet Schönheit der Haut wesentlich erhöht worden, so baß sich keine Seife zur Toilette mehr eignen dürfte alS die in ihrer Art unübertreffliche Doerings Seife mit der Eule. Wir ersuchen alle Damen, Mütter, wie Jedermann, dem die Pflege der Haut ernst ist, um erneute Ver­suche. Der Preis ist nicht erhöht worden, für 46 Pfg. Überall erhältlich.

XVtrtetye, Ca*6. mtö P»ir»u>irtbfd?afi.

9. März. Frachtmarkt. Röchet Web«

X 17,71, weißer Weizen X 00.00, Kor» X 11.65, «erste X 10.84.

Hafer X 7.45.

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Slckr bei ^rSvstreilber, 1 1 gdrdber Ift' Äj LrHauSbml jdt HnrilMköch M-irdermil

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