Ausgabe 
12.1.1898 Zweites Blatt
 
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diel nuS bekannt, find die darin enthaltenen Bestimmungen keine solche, die bisher zu irgend welchen Beschwerden geführt und eine Aeuderung wünschentwerth gewacht hätten.

Aus dem städtischen Berwaltrrngsbericht.

(Fortsetzung.)

Der Berwaltung-brrtcht über die Armenpflege für LaS Rechnungsjahr 1896/97 bringt zunächst eine Ueberficht über die Zusammensetzung der aus Grund des Statuts vom 2. August 1889 mit der Verwaltung des ArmenweseuS be­trauten Deputation und die Personal-Veränderungen der BezirkSvorsteher und deren Stellvertreter, sowie der Bezirks» Versammlungen. Im Berichtsjahre war die dreijährige Amts» Periode der BezirkSvorsteher und Armenpfleger abgelauseu und konnte mit Genugthuuug constatirt werden, daß auf eine Anfrage hin eine große Anzahl bewährter Mitarbeiter auf dem Gebiete der Armenpflege sich bereit fand, auch weiter ihre Thätigkeit der Armeoverwaltuog zur Beifügung zu pellen.

Die Functionen der BezirkSvorsteher find mannigfache; insbesondere liegt ihnen ob: 1. die Ueberweisung der einzelnen UuterstützungSgesuche an die Armenpfleger und die Ueber- wachung der Thätigkeit der letzteren, 2. die Abhaltung und Leitung der BeztrkSversammlungen, 3. die Berichterstattung in den Sitzungen der Armendeputatton über die Beschlüffe der Bezirksversammlungen. Aufgabe der Armenpfleger ist^eS: 1. die ihnen Überwiesenen UuterstützungSgesuche eingehend zu Prüfen und in den Sitzungen der Bezirksversammlungen ihre Anträge zu stellen, 2. alle zweiten und ferneren UnterstützungS- gesucht entgegenzunehmen, 3. die Baargelduuterstützung an ihre Pfleglinge auSzuzahleu und 4. die ihnen überwiesenen Pflegfälle ständig zu überwachen.

Die Bezirksoersammlungen hielten stets einen Tag vor der Sitzung der Armrndeputation ihre Sitzungen ab- dtefelben waren iw Allgemeinen gut besucht. Die HoSpitalcommisfion nahm allmonatlich ordentliche Revifioneu vor- ferner revidirte der Borfitzende der Armendrputation des öfteren, insbesondere zur Zeit des Mittag» und Abendessens, das Hospital.

Durch Vertrag mit der LandeS-Uuiverfität ist vereinbart, daß die Kliniken allen von dem Armenamt alsstadtarm" bezeichneten Personen freie Aufnahme und Verpflegung in den Kliniken und, sofern KlioikSpflege nicht erforderlich ist, ärztliche Behandlung tu der Wohnung und freie Medicamente zu gewähren haben. Als Poliklinische Aerzte waren im Berichtsjahre thätig Privatdocent vr. Sticker und später Affistenzarzt Dr. Koch.

Für arme verheirathere Wöchnerinnen ist schon seit einer Reihe von Jahren in der Weise gesorgt, daß die hiesigen Hebammen denselben auf Ersuchen GeburtShülfe leisten müssen und daß die Hebammen auf Verlangen die in der Hebammentaxe vom 19. März 1889 vorgesehene niederste Vergütung auS der Armenkafie ausbezahlt erhalten, wenn der Anspruch innerhalb drei Monate», gerechnet vom Tage der Entbindung an, auf dem Armenamt geltend gewacht wird.

Die Ueberwachung der Verpflegung 'der auf öffentliche Kosten tu Pflege gegebenen Kinder erfolgt durch eine im städtischen HoSpital angestellte Schwester, welche fich noch der Hilfe der Schwestern des Allgemeinen Vereins für Armen» und Krankenpflege bedienen kann und über jeden einzelnen Pflegfall alle Vierteljahr zu berichten, bei großen Mißständen aber alsbald dem Armeoamte bezw. Großh. Polizeiamt Anzeige zu erstatten hat.

Die Armendeputation hält in der Regel alle 14 Tage ihre Sitzungen im Bürgermeisterei-Gebäude ab - es fanden 23 Sitzungen statt und wurden 1797 Gegenstände erledigt gegen 23 Sitzungen und 1618 Gegenstände im^Bor» fahre. Auf dem Armenamte verkehrten täglich im Durchschnitt 24 Personen.

1. Offene Armenpflege.

In der Arm en liste standen behuf» Erlangung freier ärztlicher Behandlung und Medicamente, fowte freier Auf- nabme in die Kliniken: 287 Personen bezw. Familien gegen 336 in 1895/96. Davon waren in den Kliniken verpflegt worden: a. in den neuen Kliniken, medtcintsche Klinik 109 Personen 2646 Tage, Frauenklinik 5 Personen 62 Tage, b. in der alten Klinik, Augenklinik 9 Personen 245 Tage, chirurgischen Klinik 40 Personen 971 Tage, zusammen 163 Personen 3924 Tage.

Die in der Klinik behandelten 163 Personen wurden 3924 Tage verpflegt und ergeben fich darnach als Durch­schnitt für eine Person 24 BerpfleguogStage, für welche inS- gesammt bet dem Pflegkostensatze von 1 Mk. pro Tag 3924 Mk. aufzuwenden gewesen wären. Von der an die Kliniken gezahlt werdenden Averfional- Vergütung von 10000 Mk. würden also noch für das Recht, für die auf der Armenliste stehenden Personen und Familien freie ärzt­liche Behandlung und Medicamente zu beanspruchen, 6076 Mk. entfallen.

Auf der Armenliste standen nun im Durchschnitt 101 einzelstehende Perloaen und 139 Familien mit 350 Ange­hörigen, sowie 47 Pfltgktnder, somit 637 Köpfe, wozu jedoch noch 23 HoSpitaliten und Sieche zu rechnen find, sodaß die Gesammtzahl der Personen, welche im vergangenen Jahre auf freie ärztliche Behandlung und Medicamente Anspruch machen konnten, 660 beträgt. Die Aufwendungen pro Kopf würden danach 9.20 Mk. betragen.

(Schluß folgt.)

-h- Wohnbach, 10. Januar. Etwas später als ander- wärt« kommen tue Beträge für die Flurschäden, die durch die Herbstmanöver verursacht wurden, bet uns in aller Nähe zur Auszahlung. Bei 41 Landwirthen waren Beschädigungen vorgekommeu- von diesen haben 30 fich sogleich mit der Com- mifftou geetnigt, 11 verlangten die Abschätzung. Die Nach- Weisung über dte Beschädigungen, von der Einsender Kenntniß nehmen konnte, zeigt sehr anständige Entschädigungen, womit

I unsere Landwtrthe, wenn fie auch etwas lange warten mußten, recht zufrieden sein werden.

V «ul der Wetterau, 9. Januar. Die Aufführungen des Münzenberger KtrchenchoreS haben fich bereits einen wohlbegründeten Ruf erworben und beginnen auch auf die Umgegend eine steigende Anziehungskraft auszuüben. Auch am heutigen Tage haben Hunderte in der überfüllten Kirche den weihevollen Tönen gelauscht, die uuS die musica aacra in Chor-, Sologesang und Orgelspiel bot. Eiogelettet wurde die Aufführung in würdiger Weise durch den Vortrag deS großen 0-moII-PräludtumS von Mendelssohn (welchem Meister auch sämmtliche übrigen Orgelstücke angehörten), worauf dann in wohlthuendem Wechsel Chöre, Soli- und Orgelvorträge folgten. Die Chöre wurden in Tact und Reinheit tadellos, mit guter Auffassung, temperamentvoll und klangschön zu Gehör gebracht. Es waren Perlen echt kirchlicher Tonkunst auS alter und neuer Zeit, von Crüger bis Silcher. Am besten gefiel uns außer den Chorälen ein deutsches Nunc dimittis auf die einfache Weise deS 5. PsalmtoneS, auS einer alten Pfälzer Kirchenorduung, von Herzog meisterhaft g-setzt. Den Sängern aber sah man eS an, mit welcher Lust und Liebe fie ihrer hohen Aufgabe nachkamen. Bet solchen Er» folgen ist alle Mühe und Geduld des Einübens reichlich be­lohnt. In der Solistin deS Tages, Frau Pfarrer Volp aus Laubach, lernten wir eine Dilettantin kennen, die über ein beachtenSwrrthrs Können gebietet. Die Dame ist im Besitz einer weittragenden, runden, wohlklingenden Sopran­stimme, und hat nach einer guten Methode offenbar fleißige Studien gemacht. Ohne ihren übrigen Darbietungen zu nahe zu treten, möchte es uns bedünken, daß ihre Gabe fie befon» derS auf Händel hinweist, besten intime Schönheiten fie mit gutem Verftäudniß und schönem Gelingen zu Gehör brachte. Die Orgelvorträge des Herrn Pfarrer Weimar zeigten uns von Neuem die Schönheiten des vorzüglichen Werks, zu dem man der Gemeinde Münzenberg nur gratuliren kann. Dank fei sämmtlichen Mitwtrkenden, die in uneigennütziger Weise ihre Kräfte liehen, um den Zuhörern einen so hohen Genuß zu bieten. Dem wackeren Kirchenchor aber in seinem edlen Streben ein herzliches Glückauf!

§ Aus dem Ohmthal, 10. Januar. Auffallend gering ist dte Anzahl unser Standvögel, die mau in diesem Winter im Feld und in den Hecken unserer Berge antrifft. Man sollte doch meinen, daß der überaus gelinde Winter die Vögel viel leichter zum Bleiben veranlaffen würde, als ein strengerer Winter. Daß dem jedoch nicht so ist, lehrt die Zahl bezw. Minderzahl der eben zu bemerkenden Vögel. Während wir sonst bei hohem Schnee den GrammetSvogel (die Misteldroffel) schaarenweise im Felde antrafen, sieht man jetzt nicht einen einzigen. Ebenso find die Wassergräben, die Quellabzüge, die auch im harten Winter nicht zufriereu und die darum die Ernährungsplätze vielrr Vögel bilden, nur sehr schwach besetzt. Die Bekassine (Sumpfschnepfe), die ein so delicateö Fleisch besitzt, fehlt, ebenso selten fieht man hier die sonst sich an den Wassergräben gern aufhaltende Schwarz» amsel. Gewiß ist eS richtig, daß bei strengem Winter die Vögel fick mehr zusammenztehen und mehr in dte Nähe der Ortschaften kommen. Aber wir heben schon bemerkt, daß auch im Felde die Minderzahl der vorhandenen Vögel auf» fällig erscheint. Sie steht dabei im Widerspruch mit der in diesem Sommer thatsächlich aufgetretenen stärkeren Zahl von Vögeln. Es wäre gewiß von Interesse, zu erfahren, ob auch in anderen Gegenden eine gleiche Minderzahl von Vögeln in diesem Winter bemerkt wird.

Darmstadt, 10. Januar. Der LandeSanSschuß der sreistnnigeu Volk spart et für das Großherzogthum Hrffen wird Ende dieses Monats hier zusammentreten, um wegen der Vorbereitung der Agitation für die bevorstehenden Reichstagswahlen Beschluß zu fasten.

A Mainz. 10. Januar. Der hier bestehende Verein fürreligiöse Reformen" hat jüngst in einer öffentlichen Ver­sammlung folgende Resolution gefaßt:Die Versamm­lung erklärt eS als die Pflicht aller Freunde der für alle Confesfionen gemeinsammen Volksschule, gegen jeden Eingriff deS kirchlichen Organs in die Angelegenheiten der Schule energisch Stellung zu nehmen und alle vorkommenden Fälle solcher Art in die Oeffentlichkeit zu bringen, ferner für die Ausgestaltung und Ausführung der staatlichen Schulgesetz» gebung im Sinne vollständiger Ausmerzung der confesfionrllen Einflusses aus der Schule einzutreten, und mit anhaltendem Nachdrucke gegen Vereinigung und Vermischung staatlicher und kirchlicher Competenzen in der Hand des Geistlichen durch Berufung derselben zur Schulaufsicht zu protestiren.

A Mainz, 10. Januar. Die Beraubung von Eisen- bahngütern bilden in der letzten Zeit im hiefigeu Eisen- bahnbezirk wieder Gegenstand lebhafter Klagen. Nicht allein daß ganz Sendungen spurlos verschwinden, sondern auch die einzelnen Koli werden vielfach geöffnet und ein Thetl der Maaren daraus entnommen. Besonders stark hat der Wein- Handel unter dieser Beraubung zu leiden, die vielfach in der Art bethätigt wird, daß die Fäffer während des Transportes unter den Reifen angebohrt und die Oeffnung dann nach Herausnahme eines Quantums Wein durch Einschlagen eines Zapfens wieder verschlosten werden. Derartige Weindieb­stähle kommen sehr viel vor, und trotz scharfer Aufficht der Bahnverwaltungen ist eS bis jrtzt selten gelungen, einen Ver- über derartiger Diebstähle zu erwischen.

Die Lock- und Schleuderpreise in den Detail- geschäften, oder strafloser unlauterer Wett­bewerb.

Treue und Glauben waren in der Vergangenheit die Zierde von Handel unb Gewerbe, die eiserne Stütze im geschäftlichen Verkehr. Daß diese Stütze wankend geworden ist in der Gegenwart, kann leider Niemand bezweifeln, und aller ehrlich und treu gesinnten Elemente im Handels- und Gewerbeleben Aufgabe ist es. diese Stütze für die Zukunft wieder zu befestigen. Aber wie Manches im Leben Betrug

ist, was nach dem Strafgesetzbuch nicht als Betrug bestraft werden kann, weil es nicht alle gesetzlichen Merkmale des Betruges trägt, so ist auch Manches im Leben ein verur- theilenswerther, unlauterer Wettbewerb, ohne daß es von dem Gesetz vom 27. Mai 1896 getroffen wird. Die Maschen dieses Netzes sind zu fein, als daß sie nicht zerriffen werden könnten. In letzter Zeit haben bedeutende Firmen, z. B. dte Sächsische Nähfadenfabrik vormals R. Heidenreich in Witschdorf i. S., die Zwirnerei und Nähfadensabrik Herm. Diagovity in Chemnitz u. s. w., öffentliche Erklärungen er« laffen, in welchen sie dagegen protestiren, daßgewisse Detailfirmen" ihre aus zweiter Hand gekauften Fabrikate zu empörenden Schleuderpreisen" anbieten, zu Preisen, die etwa zwei Dritttheile der Anschaffungskosten decken" tc. Ist ein solches Gebahren, wie es von diesen Firmen mit Recht in dankenswerther Weise gebrandmarkt wird und nicht oft genug an den Pranger gestellt werden kann, etwa kein un­lauterer Wettbewerb? Jeder Geschäftsmann, welcher in die Geheimnisse dieser verwerflichen Manipulationen eingeweiht ist, wird diese Frage ohne Weiteres bejahen. Handelt e« sich doch bei diesen unsauberen Manövern um weiter nichts, als in den zu unglaublich niedrigen Preisen angebotenen Maaren ein Lockmittel, einen Köder zu besitzen, welcher das Publikum anziehen und anderen Geschäften abwendig machen soll. Und das Publikum läßt sich leider nur allzu leicht täuschen. Man glaubt, daß in einem Geschäft, wo ein Artikel so erstaunlich billig ist, überhaupt Alles billig ist, und läßt sich Sand in die Augen streuen. Garade das umgekehrte Verhältniß ist der Fall. Was dercoulante, uneigennützige" Geschäftsmann infolge der verwerflichen Schleuderpreise an dem einen Artikel zusetzt, das schlägt er nothgedrungen bei den anderen Artikeln drauf und den entgangenen Gewinn noch extra dazu. So wird das Publikum in gewissenloser Weise von diesen Schleuderern hintergangen, ohne daß dieselben gesetzlich zu fassen und in Strafe zu nehmen sind. Sie scheeren iHv Schäfchen mit straflosem, unlauteren Wettbewerb. Es wird heute so viel als grober Unfug gekennzeichnet und unter den Übertretungen strafrechtlich geahndet. Hier liegt auch ein folgenschwerer grober Unfug vor, der eine gewissenlose Schädigung des kaufenden Publikums nach sich zieht; aber dieser grobe Unfug ist straflos. Er schlüpft glatt durch die Hand des Gesetzes. Es bleibt also nur Eins übrig, um den unlauteren Manipulationen den Garaus zu machen, die warnende Stimme zu erheben, eine öffentliche Warnung an das Publikum ergehen zu lassen, um es vor weiteren Schädigungen zu bewahren. Es soll besonders das Publikum vor jenen Schleuderfirmen gewarnt werden, die unter dem Lockmittel billiger Preise für einen Artikel das Publikum ausbeuten, indem sie ^ihm in anderen Artikeln minderwerthige Waaren und teuere* * Preise stellen. Das Publikum möge bedenken, daß jede Schleuderei etwas Unsolides ist, und daß von einer Firma, die sich in einem Artikel zum Schleudern erniedrigt, überhaupt nichts Gutes mehr zu erwarten ist. Eine solche Firma verdient kein Vertrauen mehr. Sie verletzt Treu und Glauben. Möge das Publikum endlich einmal zu der Einsicht gelangen, daß es da am besten bedient wird, da am billigsten kauft, wo reelle Geschäftsgrundsätze walten und Treu und Glauben den ganzen Verkehr beherrscht! Dann wird den unlauteren Manipulationen von selbst der Garaus gemacht werden, dann werden Die Schleudern von selbst ihre betrügerischen Manöver einstellen, weil sie bei dem Publikum, das sie durchschaut, ihre Rechnung nicht mehr finden, dann wird eine Säuberung im geschäftlichen Leben vor sich gehen.

*A Lützellinden, 8. Januar. Seit Herbst besteht in unserer Gemeinde eine Kleinkinderschule, dte lediglich auf die Liebe einzelner Gemeindeglieder angewiesen ist. Letztere haben durch die Einrichtung derselben bereits große Opfer gebracht und müssen auch fernerhin solche bringen. Es war uns daher eine große Freude, daß der Herr Director PaScoe zu Gießen unsrer zu Weihnachten so freundlich gedacht und unS eine so reiche Gabe von 150 Mark von dem Braunsteinbergwerk zugewiesen hat. Dem edlen Gönner unseres christlichen LiebeSwerkeS sagen wir auch auf diesem Wege unseren tiefempfundenen Dank.

*4* Dutenhofen, 7. Januar. Einzelnen Familien unserer Gemeinde wurde auch diesmal wieder eine große Weihnachts- f reu de bereitet durch reichliche Geldgeschenke, welche durch den Herrn Director PaScoe vom Gießener Braunstein- bergwerk gespendet wurden. Die Freude und die Dank- gesühle der Beschenkten möge dem Herrn Director ein reicher Lohn für die freundliche Gesinnung fein, die er zu seinen Arbeitern und deren Familien hegt und welche soviel zu dem schönen Verhältniß beiträgt, wie eS fich auf dem Berg­werk schon seit einer Reihe von Jahren zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer hrrauSgebildet hat. Daß der Herr Director PaScoe im Sinne des edlen Besitzers des Berg­werks, Herrn F er nie, handelt, ist allgemein bekannt und darum erstreckt fich auch auf diesen die Liebe und Dankbar­keit der Arbeiter.

Wetzlar, 6. Januar. Am 6. v. Mts. war bei der König!. Provinzialregieruug zu Coblenz ein Antwortschreiben ans daS von hiesiger Stadtvertretung eingereichte Gesuch ein# gelaufen, das von dem Herrn Minister v. Miquel unter­schrieben war, und worin auSgeführt wurde, daß zur Her­stellung einer Nebenbahn Wetzlar-HoheusolmS Gladenbach ein allgemeines VerkehrSbedürfniß nicht vorliege und daS Gesuch deshalb abgelehnt werden müsse. Bon der König!. Provinzialregierung zu Loblenz wurde nun dieses Schreiben der hiefigeu Stadtvertretung übermittelt mit dem Anfügeu, den verschiedenen Interessenten von dem Bescheide Mittheiluug machen zu wollen.

e AuS dem Landkreis Wiesbaden, 8. Januar. Für unseren Kreis ist die Errichtung einer Dampf» Was en- meister ei in'S Auge gefaßt. Die Anstalt soll mit maschi­nellen Einrichtungen auSgestattet werden, die es ermöglichen, die Rückstände der Cadaver zu landwirthschaftlicheu oder ge-

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