Ausgabe 
12.1.1898 Zweites Blatt
 
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werblichen Zwecken verwenden zu können. Die Errichtung der Anlage soll den einzelnen Landwirthen keine Ausgaben verursachen, weder für Transport der gefallenen Thiere, noch sonstige Unkosten, im Gegentheil würde ihnen noch eine kleine Vergütung für den Cadaver gezahlt werden können.

Limburg a. b. 8., 7. Januar. Bor einigen Tagen wurde ein Gymnasiast im Alter von 17 Jahren bei Nieder- Hadamar von drei des Weges kommenden angetrunkenen Elzer Burschen wegen seiner Sturmmütze gehänselt und schließlich dermaßen mißhandelt, daß er heute an der erlittenen Verletzung, einem Schädelbrua), gestorben ist.

e Frankfurt a. 91., 9. Januar. Gestern wurde auf dem Oberlandesgericht eine Ehe für nichtig erklärt, weil der beklagte Ehemann vor der Eheschließung sowohl den Schwieger­eltern als auch der Braut gegenüber mit seiner schlechten finanziellen Lage hinter dem Berge gehalten und fie, statt die Wahrheit zu sagen, durch Unwahrheit hintergangen habe. Die Kosten wurden dem Beklagten auferlegt.

Berlin, 9. Januar. Um mehr als 40000 Mark sind zwei Firmen von dem Viehhändler Dabrunz aus Barten- stein geschädigt worden. Im Auftrage der BiehcowmtssionS- firma Klocke und Wothge und einer GänseeogroSfirma war Dabrunz nach Göllingen gereift, er behauptet, auf dieser Reise den Betrag von 40990 Mark, den er in Kaffenscheinen bei sich führte, verloren zu haben. Von dieser Summe ge­hören über 20000 Mark der Berliner ViehcommisfionSfirma, ter übrige Betrag der zweiten Firma, Vtehcommtsfionär Carl Müller, der Inhaber der Firma Klocke und Wothge, hegt jedoch Zweifel daran, daß die Summe wirklich verloren ge­gangen ist- auf Veranlassung Müllers ist, wie dieAll­gemeine Fleischer-Ztg." mittheilt, der Viehhändler Dabrunz jetzt verhaftet worden.

Crefeld, 8. Januar. Der hiesigeGeneralanzeiger" dringt folgende characteristische Anzeige des KriegeroereinS: y40er". Den Mitgliedern hiermit zur allgemeinen Kenntniß- nähme, daß laut Beschluß der Hauptversammlung vom 4. Ja­nuar er. die geplante Kaiser-GeburtStags-Feier wegen zu hoher städtischer Abgaben nicht statt- stadet. Der Vorstand."

Pari», 6. Januar. Vor sechs Monaten wurde ein Weber von Toureotng, Namens Laporte, von einem Hunde gebiffeo. Am 31. December hatte er plötzlich einen Anfall von Tollwuth und gestern starb er unter entsetzlichen Leiden, ohne daß, wie man derStraßburger Post" berichtet, die Behandlung im Institut Pasteur zu Lille irgend welche Wirkung geübt hatte.

Schwere Folgen eines Sylvesterfcherze». In der Be- dendlung eines Berliner Arztes befindet sich feit dem Neu- jahrStage ein Metzgermeister aus dem Osten, dem daß Hutauftreiben in der Sylvesternacht sehr übel bekommen ist. Der Meister erzählt, er sei in angeheitertem Zustande gewesen und von einer Anzahl junger Leute unter den Linden angerempelt worden. Aergerltch hierüber habe er dem, welchen tr für den Hanptkrakehler gehalten, mit der Hand auf den

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Cylinderhut geschlagen, ohne gesehen zu haben, daß der obere Theil des Hute» mit einer großen Zahl Nadeln besetzt war. Nicht allein, daß der Schläger bei der Straft, mit welcher ter Schlag geführt wurde, sich die Nadeln tief ins Fletsch schlug, riß er sich beim Zurückziehen der Hand von zwei Fingern das Fleisch buchstäblich ab. Unter Zurücklassung deS Hutes gelang es dem Besitzer, im Gedränge zu entkommen, während der Verletzte zunächst die Hilfe der Sanitätswache unb später die seines HauSarzteS in Anspruch nehmen mußte. Da bei dem Zeigefinger auch die Sehne verletzt ist, so be- sLrchtet der Arzt, daß der Finger steif bleiben wird.

BolkSheilstätte für Lungenkranke" in Ruppertshain. In betKl. Pr." theilt der Leiter der Ruppert-Hainer Volks- Heilstätte, Br. Nahm mit, daß Fran Br. Karl Sulzbach und Paul Kohn-Speyer, die Geschwister des gestorbenen Bankiers $bmunb Kohn-Speyer, zum Andenken an ihren Bruder der Lustalt die Summe von 200000 Mark gestiftet haben nrlt dem Wunsche, e» möge diese» Capital zur Vergrößerung ttr Heilstätte verwendet werden. In Erfüllung diese» Lausche» hat man beschlosien, im Anschluß an daS bestehende Äebände einen Neubau zu errichten, der 40 weibliche Pa­li mten aufnehmen kann. Da» alte Gebäude ist dann nur

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jar Aufnahme männlicher Patienten bestimmt. Nach Aus- sluhrung diese» Project» vermag das Sanatorium statt der dLShertgen 86 Kranken 126 zu beherbergen. Dadurch wird btm Uebelstand abgeholfen, daß die Aufzunehmenden meisten» 46 Wochen warten müfien, weil alle verfügbaren Plätze stet» belegt find. Ein weiteres Capital von 25 000 Mark wurde, einem speciellen Wunsche Edmund Kohn Speyer ent- ipirechend, zur Errichtung eines Freibette» gespendet. Zam Schluß sei erwähnt, daß die Stifter auch die electrische Be­leuchtung in der Anstalt Herstellen lasten wollen.

* Da8 Geschäft blüht! Die Krupp'sche Gußstahl- iebrit in Essen, so schreibt derHann. Kur.", ist seit vielen Zehren nicht so vollauf beschäftigt gewesen wie augenblicklich- iSzltch werden neue Arbeiter eingestellt. In den Kanonen- Werkstätten wird schon seit langer Zeit auch des Sonntags gearbeitet.

* Daß Schicksal de» Garde-Grenadiers Throner von der 8. Compagnie de» Kaiser-Al,xander-Regiments, der, feiner Weigerung wegen, ein Gewehr anzufasten, wiederholt die Oeffentlichkeit beschäftigt hat, ist seit Kurzem entschieden. Lhröner, der au» dem Elsaß stammt, gehört demBund der itzrtstlich getauften Gläubigen" an, einer in seiner Heimath verbreiteten Seete, die einige Verwandtschaft mit den Mennoniten hat. Auf Grund feines religiösen Bekenntnisse» weigerte er sich fortgesetzt, ein Gewehr in die Hand zu nehmen. Alles gütliche Zureden seine» ComPagnie-ChefS half eben so wenig »le die Androhung der schwersten Strafen. Da» erste Mal wurde Thröner al» Rekrut mit drei Monaten Festung be- ttaft. Wieder redete man ihm zu, als er diese verbüßt hotte, und abermals verlas man ihm feierlich die Krieg»- aitilel. Der Erfolg war derselbe, wie ein Vierteljahr vor­her. Am nächsten Tage saß Thröner bereit» wieder in Unter­

suchungshaft. DaS Urtheil lautete diesmal auf ein Jahr Festung. Auch diese Strase konnte den Widerstand des Manne» nicht brechen. Die srüheren Vorgänge wiederholten fich nach seiner Rückkehr noch einmal mit dem Resultat, daß er jetzt 1'/, Jahre Festung erhielt. Auf der Festung erwies sich Thröner, der aus kleinbürgerlichen Verhaltnisten stammt und die Stütze seiner Eltern war, als ein durchaus williger Mensch. ES tauchte nur mehrfach die Frage auf, was bei feiner fort­gesetzten Weigerung und den nun einmal bestehenden Straf­bestimmungen au» ihm werden solle. Diese Frage ist jetzt entschieden. Man hat den Versuch nicht noch einmal wieder­holt, sondern Thröner nach Verbüßung der letzten Strase zur DiSeipliar-Abtheilung in Spandau versetzt. Bei dieser befindet er sich seit dem vorigen Monat auf Fort Hahneberg. Er hat noch ein Jahr und zehn Monate nachzudienen, dann wird er in die Heimath entlasten. Obwohl zur Zeit seines Eintritt» noch die dreijährige Dienstzeit galt, kommt ihm doch die Einführung der zweijährigen zu gute. Außerdem werden Nm die beiden ersten Monate der Ausbildungszeit, in denen ohne Waffen geübt wurde, auf die ganze Dienstzeit angerechnet.

Sine abenteuerliche Gefchichte. DieDeutsche Wochen schrift in den Niederlanden" berichtet über folgenden aben­teuerlichen Vorfall: Mit dem Befehl in der Tasche, fich al» Posten-Commandant nach Tohoali zu begeben, fuhr der Premierlieutenant der Infanterie A. Ruijsch van Dngteren mit dem Dampfervan Riebeek" am 16. November (1897? d. Red.) von Muntok nach seinem Bestimmungsort ab. Nach dem Esten hatte er fich noch einige Augenblicke mit den anderen Pastagieren unterhalten unb fich dann früh­zeitig auf dem Verdeck in einen Rohrftuhl schlafen gelegt. Er schlief ziemlich rasch ein; wer aber beschreibt seinen Schreck, als er plötzlich mit einem Schauern erwachte und bemerkte, daß er in der See lag. Al» er wieder völlig zur Besinnung kam, befand er fich hinter« Ruder und sad das Schiff vor fich her dampfen. Seine Versuche, durch Rufen die Aufmerksamkeit auf fich zu lenken, mißlangen und so blieb ihm nicht» übrig, al» fich schwimmend einem Lichte zu nähern, da» er in ziemlicher Entfernung erblickte. Anfangs glaubte er, sein Hilfegeschrei fei vernommen worden und man habe ein Rettungsboot ausgesetzt, er täuschte fich jedoch. Ziemlich rasch combinirte er, daß obengenanntes Licht von einem Leuchtthurm herrühre unb hielt beswegen Kur» auf biefen Punkt. Wahrscheinlich brachte ihn ober eine Strömung au» btm Kurs, benn plötzlich war ba» Licht verschwunden und es war schwarze Nacht um ihn her. Kein Wunder, daß er glaubte, mit dem Leben abschliehen zu rnüffen. So trieb er hoffnungslos umher, bis der Tag anbrach und er nun» mehr deutlich die Küste von Palembang erblickte, während er von Banka nur die Berge des Binnenlandes sehen konnte. Natürlich hielt er auf daS Land an. Ein eigenthümliche» Gefühl muß ihn ergriffen haben, al» er hoch in der Luft einige Raubvögel ihre Kreise über seinem Haupte ziehen sah. Aber näher und näher kam er dem Lande und mit An­strengung seiner letzten Kräfte ergriff er endlich einen Baum­zweig, der über dem Seespiegel hing. Er hatte bis zu diesem Augenblick nach seiner Berechnung etwa 12 Stunden geschwommen. Ehe er aber festen Boden unter den Füßen fühlte, mußte er noch ein ziemliche» Stück der sumpfigen Küste von Palembavg durchwaten. So schleppte er sich weiter. ES begann bereit» zu dämmern, und noch immer befand er sich im Sumpfe. Sobald dunkel geworden, wurde er durch Myriaden MoScitoS unb andere Blutsauger gequält. Gegen einen Baum gelehnt, von entsetzlichem Durste gequält, brachte er bte Nacht zu. Infolge der Jnsectenstiche, die theilweise giftiger Art waren, hatte er allerlei Visionen. Am folgenden Morgen enfchloß er sich, auf einem Baum­stamm weiterzutreiben, in steter Hoffnung, e» würde Hilfe nahen; auf alle Fälle aber wollte er den Tod in den Wellen dem Verhungern vorziehen. Dieser Entschluß war seine Rettung! Am 18. November begab er fich zurück, um fich nach einem geeigneten Baumstamm umzusehen; gegen 11 Uhr fand er einen solchen unb sank ermattet, halb ohn­mächtig auf ihn nieder. Plötzlich vernahm er in der Nähe St mmeu und erblickte in einemSampan" Inländer, die Baumrinde sammelten. Ec begann zu rufen; al» ihn aber die Eingeborenen erblickten, flohen fie vor ihm, in dem Glauben, e» sei ihnen ein Geist erschienen. Schließlich be­griffen fie aber, daß ein Geist nicht malaiisch sprechen könne, fie näherten fich ihm wieder und er war gerettet! Be­wußtlos wurde er von den beiden Inländern in ihren Sampau getragen und dann in ein größeres Boot gebracht, da» in der Nähe vor Anker lag. Sobald er wieder zum Bewußtsein gekommen, vernahm er, daß er fich auf einer Madurestschen Prauw, Beenga Kaja, au» Sumenap befinde. Man gab ihm Kleider und bereitete ihm eine geeignete Lagerstätte. Nach langen Unterhandlungen gelang e» ihm, den B'fitzrr der Prauw zu bestimmen, ihn an der Küste von Banka abzusetzen. Dagegen mußte er ihnen eine gute Belohnung und außerdem versprechen, fie in Batavia al» seine Retter bekannt zu machen. Man hielt nun Kurs auf den obengenannten Leuchtthurm und wirklich langte man am 19., Morgens 10 Uhr 30 Mim, in Pula Bezar an der Küste von Banka an. Dort erhielt der Offizier Kleidung, unb ein Segelboot brachte ihn nach Toboali. Nur seiner außergewöhnlich starken Constitution hat er es zu bauten, daß keine nachhaltigen schädlichen Folgen für seine Gesund­heit eingetreten find, unb seinem Glücke, daß er ben Rachen ber dort häufig vorkommeuben Haifische unb Krokobile ent­gangen ist.

Eine deutsche Expedition nach Klondike, dem Goldlande, wirb von einem in Aachen gebildeten Syadicat vorbereitet. Unter Führung eine» Herrn Gustav Neumann will die Expedition Gude Februar ausbrechen, in England ihre Aut- rüstung vervollständigen, bann über New-Uork Mitte April Seattle ober Victoria erreichen, um mit bem Anbruche deS nöeblichen Sommers nach Dawson City, btm kanadischen Johannesburg, auszubrechen. Zu Weihnachten hoffen die Reisenden, mit Schätzen reich beloben, wieder In der Heimath

zu sein. Die Expedition soll mit Lebensmitteln unb allem Zubehör reichlich versehen werden. Auch werden vorsichtiger Weise für jeden Teilnehmer 300 Dollar bei der canadischen Bank zur Rückkehr niedergelegt.

Hyänen de» Schlachtfelds. Eine zuverlässige militärische Quelle giebt eine Zusammenstellung btß von vier sogenannten Schlachthyäuen im letzten deutsch-französischen Kriege auf dem Schlachtfelde von Gravelotte von Tobten unb Drrwunbe en erbeuteten Raube». Die Räuber waren von Soldaten der SanitötStruppe, die baß Schlachtfelb nach Verwundeten absuchten, überrascht worben. Zwei ber Leichenräuber, ein Bergmann in Priesterkleibung unb ein Gastwirth, die einen Fluchtversuch machten, wurden von den Sanitätssoldaten ver­folgt, eingeholt unb ber Bergmann an einem Baume aufge­henkt, ber anbere aber, al» ihm dasselbe Schicksal bevorstand, von einem hivzukommenden höheren Offizier gerettet unb vor ein Kriegsgericht gestellt, ba» ihn als Baugesangenen nach Koblenz schickte. Drei solcher Schurken, mit Johanniter- kreuzen ans der Brust, fand man, noch mit bem Raube in den Taschen, tobt unter ben Leichen liegen, von ben Ver­wundeten, bie sie berauben wollten, niebergeschoffen. Bei einem ber beiden von ben SanitätSsolbaten gefangenen Räuber, bem im Priestergewande, fand man in einer umgebangten Tasche gegen 80 Ringe, von welchen viele noch an ben ab­geschnittenen Fingern steckten, an 300 Uhren, Gelbtaschen, Börsen und Orden»zeichen,imGesammtwerthe von 26,000Thlr.

Sin DiebShotel. Durch daß Schlagen einer Wanduhr in einem seit Monaten unbewohnten Hause in Basel wurde die Nachbarschast veranlaßt, in mitternächtiger Stunde die Polizei zu holen. Diese fand in dem gewaltsam geöffneten Hause, einem der ältesten Gasthöfe Basels, zunächst der alten Rheinbrücke gelegen, nur hundert Schritte vom Polizeiposten, einen großen Trupp Einbrecher, der e» sich in den Zimmern und Betten wohl sein ließ, und, wie e» fich in der Unter­suchung ergab, seit dem Sommer dort gehaust hatte. wurde auch eine ganze Reihe von Diebstählen conftatirt, die fich nicht nur auf Lebensmittel unb Uhren, sonbern sogar auf Tische, Bänke unb Sopha» erstreckten. Der Räbelsführer war ein Apotheker, der von feinem Malepartus auß bei seinem eigenen Prinzipal einbrach unb bie Kaffe leerte. Die Strafe der im Schlaf überrumpelten Genoffenschaft lautete auf ein Jahr sechs Monate Zuchthaus unb weniger, je nach bem Alter ber Thäter. Der BolkSwitz verlangt auch Bestrafung be» HoteleigenthümerS, weil er unterlaßen habe, feinen Gästen baß Frembenbuch vorzulegen.

Ein Jubeltag für Sau Francisco. Der 24. Januar biefeß Jahre» wird für San Francisco ein Jubeltag sein. wird an demselben das goldene Jubiläum von Kalifornien gefeiert, denn am 24. Januar 1848 fand die Auffindung beß Goldklumpens statt, welcher das bis da­hin unbekannte Territorium mit einem Schlage weltberühmt machte unb den Grund zu seinem raschen Emporblühen legte. Gouverneur Budd von Kalifornien will, daß dieser Halb- Jahrhunderttag für einen gesetzlichen Feiertag erklärt werde. Die Pioniere, State Miners Affociation, die Native SonS, bie Töchter beß golbenen Westenß unb bte Merchants Affo­ciation haben bie Angelegenheit bereitß in's Auge gefaßt. Die ersten Schritte zur Veranstaltung einer möglichst glän« zenben Feier finb bereitß gethan. Eine Hauptbegebenheit soll bie auß militärischen und bürgerlichen Elementen zu bildende Parade sein. Wagen unb Ochsengespanne, wie fie die kühnen Pioniere benutzten, um die weiten Ebenen zu kreuzen, Indianer, welche fie dort vorfanden, Dacquero», die damalß alß Heerdenkönige baß Lanb beherrschten, unb enblich vier noch lebende Mitglieder ber Marschalls-Compagnie sollen in bem Zuge zu sehen sein. Für Diejenigen, welche in Alaßka ihr Glück probiren wollen, unb zum allgemeinen Besten beß San Francißcoer Hanbelß soll eine vierwöchige Fair abgehalten werben, auf ber Bergbau Utensilien, Hanb- werkSzeug, Nahrungsmittel, mit einem Worte Alles, maß zur Außrüstung ttneß Grubenmannes im hohen Norbcn ge­hört, von ben Kaufleuten unb Fabrikanten von San Fran­cisco feilgeboten werden soll.

Eine der glänzendsten Hochzeiten, die London seit Jahren gesehen, fand In der St. PrterSkirche in Eaton Square statt. Prinz Victor Duleep Singh, der Kronprinz von Indien", der älteste Sohn beß von ber britischen Regierung abgesetzten Mabarabja von Lahore, führte bte jüngste Tochter beS Earl von Coventry, Lady Anna, zu« Altar. Eine von vielen Stürmen umwogte Freierzeit ist der endlichen Vereinigung beß jungen Paare» vorauSgegavgen. Es war ein öffentliches Gcheimnlß, daß Prinz Viccor wenig Aussicht gehabt hat, bte Erwählte feine» Herzen» der feind­lich gesinnten Familie abzuringen. Der standhafte junge Bräutigam hat aber doch schließlich den Sieg über die britischen Vorurthetle davongetragen, und da» hauptsächlich durch die Fürsprache keine» Geringeren alß be» Prinzen von Wales selbst. Laby Anna ist 1874 geboren, steht also im 24. Lebensjahre. Sie Ist al» kühne Sportsdame, elegante und furchtlose Jägerin in der englischen Gesellschaft beliebt.

Auch ein Patent! Im amtlichen Verzeichnlß der Patente für daß Deutsche Reich ist folgende Patent Ertheilung zu lesen unter Nr. 92 406:Fräulein Elfriede Latekiewiecz in Berlin: Vorrichtung zur Wiederherstellung voller Wangen." ES erfolgt dann die Beschreibung de» Apparates, der Im Munde zu tragen und an den natürlichen oder falschen Zähnen zu befestigen ist.

Auf Umwegen.Mamachen, ich glaube, wir werden schlechtes Wetter bekommen."So? Weßhalb denn?" «Jo, daS Barometer Ist gefallen."Nun, woher weißt Du denn da»?"Ich ich habe es foeben herunter­geworfen .. ."

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