Ausgabe 
10.8.1898 Erstes Blatt
 
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Luken geschlossen waren. Bon dem großen Familienhause des neuen ZollhafeuS wurde der ganze Dachstuhl weggeriffen. Nach Poll wurde eine Pionier-Abtheilung zur Hilfeleistung gesandt. In Paffrath droht die Kirche eiuzustürzen; auch tu Hermülheim wurden große Verwüstungen Ungerichtet. In allen von dem Orkan hetwgesuchteu Orten herrscht 'große Noth, da meisten- kleinere Leute von dem Unwetter betroffen find.

Wiesbaden, 8. August. Nach Privatmelduugeu des Rheinischen Kurier" auS Twakopmund ist Gouverneur Leut wein, welchen Major Wißmann zu Jagdzweckeu be- gleitete, am 25. Juni mit dem DampferMeltta Bohlen" dort eingetroffen.

Att-Urud.

Wien, 7. August. Die Statthalterei in Prag hat die Bildung des Bundes deutscher Städte Böhmen- untersagt, mit der Begründung, daß der Bund nach den vorgelegten Satzungen sich als ein politischer Verein darstelle und juristi­schen Personen, also auch Gemeinden, die Bildung von poli­tischen Vereinen verboten ist. Inzwischen zeigt sich tu Böhmen jeden Tag mehr, welcher Gefährdung der deutsche Eharacter deutscher Bezirke ausgesetzt ist. Die Rechtsanwälte und die Gemeindevertretung in Podersam haben Verwahrung gegen die Besetzung der Gerichtsvorsteherstelle mit einem Tschechen eingelegt. Mau hat iu Deutschböhmen gelernt, daß solche Besetzungen gewöhnlich den Anfang zum Ende, nämlich den Anfang einer gründlichen Tschechischmachuug iu Amt und Schule eines Bezirks bedeuten. Aus der Karlsbader Gegend erzählt man von einem kleinen deutschen Städtchen, iu welchem sämmtliche staatliche Beamte und Angestellte, vom Bezirks- richter angefangeu bis zum Gemetndeboten und GenSdarmen Tschechen find. Außer ihnen aber lebt in genannten Städtchen kein einziger Tscheche. ES ist begreiflich, daß solche Zustände nicht eben dazu beitragen, die zum Widerstand geneigte Stimmung der Wählerschaft erlahmen zu machen.

BudweiS, 8. August. Der an dem gestrigen Eisen­bahn-Unglück die Schuld tragende Maschtnenführer sowie ein schwer verwundeter Beamter de- Eiseubahu-MiutstertumS find gestern Morgen ihren Verletzungen erlegen.

Prag, 8. August. Tschechische Blätter melden, daß eine durchgreifende He er eSreform bevorstehe, welche bedeutende Mehrfordrrungeu nöthig mache. Die Anzahl der Infanterie- Regimenter soll vermehrt werden. Ferner soll eine Neu­bewaffnung der Infanterie und Cavallerte, letztere mit leichten Geschützen erfolgen.

Amsterdam, 8. August. Au Stelle des Prinzen von Wales wird der Herzog von Connaught die Königin von England bet den Krönungsfeierlichkeiten vertreten.

Cettiuje, 8. August. Der Fürst von Bulgarien ist hier eingetroffen und mit großen militärischen Ehren em­pfangen tooxbm. Der Fürst ist in der Billa des Erbprinzen Danilo abgesttegen.

Petersburg, 7. August. Mit seiner Prager Hetzrede gegen die Deutschen hat fich der bekannteGeneral" Komarow nicht begnügt. In Petersburg setzt er die Verunglimpfung der Deutschen fort. Jüngst erschien in seinemSwjet" ein Aufsatz gegen die Deutschen, der sogar die Entrüstung der besonnenen russischen Blätter wachrtef.General" Komarow schrieb nämlich, die Lutheraner seien rin staatsfeindliches Ele­ment, sodaß die Petersburger Regierung iu den deutschen Lntheraueru Rußlands iu Zukunft nur Feinde der Staats­ordnung erblicken müsse. Dieser angeberische Ausfall gegen Millionen von Deutschen, welche Rußland große Dienste ge­leistet, wird nun von denPeterSburgsktja Wjedowostt" scharf zurückgewiesen. DaS Blarr des Fürsten UchtomSky schreibt, die Deutschen Rußlands hätten fich durch ihre dem Staate erwiesenen nützlichen Dienste die Dankbarkeit der russischen Gesellschaft erworben, sodaß der Ausfall Komarows nicht nur eine empörende Verleumdung, sondern auch eine verbrecherische Beleidigung eines ganzen Stammes sei, war ein Staatsver­brechen bilde. In der heißen Sommerszeit kämen in Ruß- land Fälle von Tollwuth zwar oft vor, aber gegen die Toll-

Vertreter des CleruS iu den höllischen Pfuhl abstürzen zu lassen.

Der Sitzungssaal selbst ist bemerkenSwerth durch seine prächtigen Glasmalereien, in welchen die Wappen der Cautone ausgeführt find. DaS Wappen Basels,Die Basilisken", welches auf eine alte Sage vom Ursprung der Stadt htndeutet, ist an verschiedenen Stellen angebracht. Hier im Archiv wird auch die Urkunde über die Aufnahme der Stadt in den Eidgenossen - Bund vom Jahre 1501 bewahrt.

Den Schlußstein und die Krone der baulichen Merk­würdigkeiten bietet entschieden die aus mächtigen Sandstetn- qnadern erbaute Münsterkirche in ihrer wundersam harmonischen Durchdringung von romanischem und gothischen Stil und ihrem iwpontrenden Kreuz gang, der die Grüfte hervorragender Baseler Bürger etuschließt. Diese mächtigen Bogenhallen, die einerseits von der Vergänglichkeit des Irdischen reden und andererseits doch auch den Widerstand gegen die Macht der Zeit verkünden, sollten eigentlich iu unseren kunstgeschtchtltchen Handbüchern nicht vergessen werden.

Tritt man auf den von Kastanien überschatteten Platz hinter dem Münster, die Pfalz genannt, hinaus, so bietet sich dem überraschten Blick, der eben noch enge Gaffen, düstere Grabnischen und die schwere Wucht romanischer Wölbungen vor fich sah, eine freie, herrliche AuSficht auf die letzten Aus­läufer des badischen Schwarzwalde-, die nahen Ketten der Vogesen, de- Jura und de» stolzen, rasch fließenden Rheine-, der hier schon eine ziemliche Brette hat, aber in seiner in- tenfiv grünen Färbung den alpinen Gewässern noch ver­wandter erscheint al- seinem eigenen Mittellauf.

wuth Komarows müsse die Regierung entschiedene Maßnahmen ergreifen.

Aus Madrid kommt eine Meldung derEpoca", wonach die Polizei einer anarchistischen Verschwörung auf die Spur gekommen sei, der eine hohe politische Persön­lichkeit am Jahrestage der Ermordung CanovaS zum Opfer fallen sollte, offenbar der Premierminister Sagasta. Die Polizei besitze das Btldntß der Individuums, das an diesem den Mord begehen sollte.

Vom Fürsten Bismarck.

Ueber die am Dienstag Abend in Gegenwart des Kaisers und der Kaiserin vorgenommene Einsegnung der Leiche des Fürsten Bismarck ist das Wesentlichste bereits berichtet worden. Zur Ergänzung fei noch das Folgende aus einem Bericht derL. N. N." mttgetheilt: In feierlicher Stille betrat das Kaiserpaar den Vorraum des Schlosses. Zur Seite der Kaiserin schritt Fürst Herbert Bismarck, an der des Kaisers Gräfin Rantzau. Der Kaiser sah angegriffen aus, sein Blick war ernst. Einer der begleitenden Herren trug einen mächtigen Kranz. Am Eingang zu den Gemächern, die zu dem Sterbezimmer führen, machte Fürst Herbert eine entschuldigende Bemerkung über die Enge des Zuganges. Es waren die einzigen Worte, die auf dem Wege nach dem Sterbegemache gesprochen wurden. Der Zug, an den einige bereits im Hause anwesende Gäste und die Dienerschaft sich schlossen, verhielt sich schweigend. Das Knistern der Seiden­kleider, ein leises Erklirren der Offizierssäbel waren die einzigen Laute. Der dicke Teppich verschlang den Schall der Schritte. Schweigend betrat der Zug den Sterberaum, in dem an einem einfachen, rechts von dem Sarkophag errichteten Betpult Pastor Westphal harrte. An der gegenüber gelegenen Wandseite standen in einfacher Reihe Rohrstühle für die Majestäten und die Mitglieder der Familie. Ungefähr vierzig Personen befanden sich in dem Gemach, doch genügte diese Zahl, um es bis auf den letzten Platz zu füllen. Der Trauer­schmuck des Gemaches war durch silberne Festons auf den schwarzen Draperien vervollständigt worden. Kränze lagen zu beiden Setten des Sarges; meist waren es Spenden von Personen, die dem Verstorbenen im Leben besonders nahe gestanden haben. Der Förster und ein Ehrenposten, gestellt von den Halberstädter Kürassieren, hielten neben dem Sarge Wache. Die Dienerschaft des fürstlichen Hauses wohnte der Feier in den anstoßenden Zimmern bei. Nach seinem Eintritt in das Sterbezimmer schritt der Kaiser sofort auf den Sarg zu und blieb, das Haupt gesenkt, auf den Zügen tiefer Ernst, am Fußende desselben eine Weile in stummem Gebete stehen, nachdem er einen Kranz eigenhändig niedergelegt hatte. Der Kaiser wohnte der Ceremonie bis zum Schluffe stehend bei. Eingeleitet wurde die Feier mit dem Gesänge der drei ersten Verse des ChoralsChristus ist mein Leben", nach dessen Verklingen Pastor Westphal das Wort ergriff. Er legte seiner Ansprache die Worte des ersten Corintherbriefes, Capitel 15:Tod, wo ist dein Stachel, Hölle, wo ist dein Sieg?" zu Grunde. An die kurze Ansprache schloß sich die Einsegnung der Leiche, und mit einem Choral fand die Feier ihren Abschluß. Nach der Feier sprachen der Kaiser und die Kaiserin noch einige Zeit mit den Mitgliedern der fürstlichen Familie und ließen sich von ihnen durch mündliche Mit­theilungen die ihnen zugegangenen Berichte über das Ende des Fürsten ergänzen. Dem Fürsten Herbert gegenüber sprach der Kaiser sein Bedauern darüber aus, daß er durch die letztwilligen Verfügungen des Verewigten daran gehindert sei, seiner sterblichen Hülle in Berlin im Dom oder im Charlottenburger Mausoleum eine Ruhestätte zu schaffen. Der Kaiser äußerte, daß er und die Bundesfürsten Bismarck, da er nun den Wunsch ausgesprochen habe, in Friedrichsruh zur letzten Ruhe bestattet zu werden, gerne dort ein prächtiges Mausoleum errichten würden. Fürst Herbert soll darauf mit tiefem Dank gebeten haben, es der Familie zu gestatten, ihren großen Todten durch die Errichtung einer Ruhestätte an dem Orte zu ehren, wo er seine Tage beschlossen hat. Der Kaiser deutete zum Schluß darauf hin, daß er den Plan, dem verstorbenen Fürsten ein Denkmal im Berliner Dom zu setzen, nicht aufgebe. Geleitet von der fürstlichen Familie, in derselben Reihenfolge, wie sie gekommen waren, verließen das Kaiserpaar und sein Gefolge das Schloß, nicht ohne daß der Kaiser zuvor den langjährigen Kammerdiener des Fürsten, Pinnow, durch einen Händedruck geehrt hatte.

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Auch die sämmtlichen Zeitungen der Thierschutzvereine bringen bei dem Tode des Fürsten Bismarck Erinnerungen an seine Vorliebe für Hunde, die bis in seine früheste Jugend verfolgt werden könnte und nicht als gewöhnliches Wohl­gefallen für ein Lieblingsthier, sondern als jene tief in seinem Herzen wurzelnde Güte bezeichnet werden müffe, die er gegen alle bewies, auf deren Treue er sich verlassen konnte und die auf ihn schutzsuchend blickten. Eine von Rudolf Lindau in seiner von Poschinger in derDeutschen Revue" mit- getheilte Erzählung dürfte hier Erwähnung verdienen. Im Jahre 1877, als Bismarcks LieblingshundSultan" im Sterben lag, wachte der Fürst neben dem armen Thiere mit einem so tiefen Kummer, daß Graf Herbert endlich seinen Vater wegzubringen versuchte. Der Fürst ging einige Schritte auf die Thüre zu, aber beim Umsehen begegneten seine Augen denen seines allen Freundes.Nein, laß mich allein", sagte er und ging zu dem armen Sultan zurück. Als der Hund todt war, wandte sich Bismarck zu einem in der Nähe stehen­den Freunde und sagte:Unsere alten deutschen Vorväter hatten eine freundliche Religion. Sie glaubten, sie würden nach dem Tode in den himmlischen Jagdgründen alle die guten Hunde wieder antreffen, die ihre guten Gefährten im Leben gewesen waren."

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In englischen Zeitungen wird eine anmuthige Erzählung j verbreitet: Der Cabinetsralh Mencken besaß in Potsdam | einen schönen Blumengarten und eine reizende Tochter, Namens |

Louise. Als fünfjähriger Knabe wurde Prinz Wilhelm von Preußen oft von feinem Erzieher in den Garten geführt und der Prinz faßte zu Fräulein Mencken eine große Zuneigung. Eines Abends bat eine Zigeunerin um Einlaß in den Garten, und nachdem sie Fräulein Menckens Hand geprüft, weissagte sie ihr, daß sie die Gattin eines Offiziers werden würde, von dessen Schultern ein Tigerfell hinge, auf dem Sonne, Mond und Sterne in Gold glitzern würden und dessen Brust mit zahlreichen Quasten und Borten geschmückt wäre, die Hochzeit würde jedoch erst nach geraumer Zeit stattfinden können, denn der Siegeswagen vom Brandenburger Thor würde in der Nacht herunterfallen und ein großer Krieg entstehen. Der erste Sohn aus ihrer Ehe würde ein großer Mann und ein Fürst werden, derjenige, der ihn zum Fürsten mache, fei ein Kaiser und der kleine Prinz wäre dieser Kaiser. Zu jener Zeit machte Bismarcks Vater Fräulein Mencken die Cour und heirathete sie später. Der kleine Prinz Wilhelm wurde Kaiser und machte den Sohn von Fräulein Mencken zum Fürsten. Man mag über diese Weissagung lachen, aber der königliche Diener, der dieser Szene beigewohnt hat und die Geschichte bis an sein Lebensende tausendmal erzählte, hat die Prophezeiung auch erfüllt gesehen. Er starb kurz nach dem Friedensschluß in Frankfurt, nachdem Bismarck in den Fürstenstand erhoben war.

CocaUs rrnd provinzielle-.

Gießen, den 9. August 1898.

* Polizeiamt Gießen. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allrrgnädigst geruht, am 6. August, den Krei-amtwann bei dem Kret-amt Lauterbach Theodor Muhl zum Vorstand de- Polizeiomts Gießen unter Ver­leihung de- Titel-Polizeiamtmanu" zu ernennen.

* * Au8 dem Verwaltungsdienst. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allergnädigst geruht, am 6. August den Regierung-affeffor Dr. Ernst Merck aus Offenbach zum KreiSamtmaon bei dem Krei-amte Alzey zu «nennen. Durch Entschließung Großh. Ministerium- de» Jnneru sind die Großh. RegierungSaffessoren Dr. Rein­hart, z. Zt. in Durlach, und GenneS in Offenbach bi» auf Weitere- mit der Au»hilfeleistung bei den Großherzogl. Kreisämtern Darmstadt, bezw. Lauterbach beauftragt worden.

* * Ernannt wurde am 29. Juli l. I». der Militär- anwärter, Fußgen-darm Michael NebHuth au- Hom­berg a. d. O., mit Wirkung vom 1. August l. I. an zum Canzleiwärter im sogenannten Neuen Kanzleigebäude za Darmstadt.

Zum CapitelUnlauterer Wettbewerb" liefert der hiesige Detaillisten-Verein folgenden Beitrag: Gegen da- feit Juni di I». in der Bahnhofstraße eröffnete Colouialwaareu- geschäft Kölner Lonsnw-An st alt ist der hiesige Verein der Detaillisten auf Grund de» Gesetze» über den unlauteren Wettbewerb eingeschritten und hat eine gerichtliche Verfügung dahin erwirkt, daß bis zur endgiltigen gerichtlichen Ent­scheidung in den zu Reclamezwecken erfolgenden Bekannt- machungen diese» Geschäft- die Angabe:Detailverkauf zu Engro-preijen" wegzubleiben habe. Die von der Kölner Lonsum-Austalt" ausgeschriebenen Preise find nämlich, wie Erklärungen anderer hiesiger Colonialwaarenhäudler ergeben, für Maaren der gleichen Qualität die am Orte üblichen Detailpreise und keine Engrospreise. Da trotz de- Verbots jener PaffuS noch zweimal in einem hiesigen Blatte erschien, wurde der Geschäftsinhaber in die angedrohte gerichtliche Strafe von 500 Mk. genommen. Da- Gericht hat auch veranlaßt, daß der FirmaKölner Consum-Anstalt" der Name dr- Geschäftsinhaber- Friedrich Hackenberg bei­gefügt wurde. Ueber die Frage, ob diese Bezeichnung Über­haupt erlaubt, wird das hiesige Landgericht zu entscheiden haben. Jedenfalls haben amtliche Mittheilungen ergeben, daß eine solche Firma in Köln nicht existirt.

Ueber die Vorstellungen des CircnS Corty Althoff^ welcher demnächst nach hier kommt, schreiben dieNeue Hess. VolkSblätter": Bei der gestrigen Eröffnungs-Vor­stellung des CircnS Corty-Althoff waren trotz der sehr ungünstigen Witterung die besseren Plätze nahezu auSverkauft^ Schon die innere Einrichtung des Circa- ist geeignet, einen günstigen Eindruck hervorzurufen, der durch die vorgeführten Leistungen noch außerordentlich gesteigert wird. Man ver­spürt sofort den Hauch der Noblesse, der da- ganze Institut durchweht. In schöner Weise wurde das Programm eröffnet durch denHuldigungSgruß" von Seiten des Dawenpersonal- und die Begrüßung durch Herrn und Frau Director Pierre Althoff, worauf durch die Damen, notabene in langen Kleidern, ein reizende- Tanz-Divertiffement zur Au-führung kam, das stümtschen Applaus hervorrief. Wir möchten der Direction empfehlen, diese hübsche Nummer noch öfters auf da» Programm zu setzen, sie wird stet- des Beifall- gewiß sein. Mr. Paul, welcher nun folgte, ist ein vortrefflicher Saltomortale. Reiter. Wir waren im Vorau- überzeugt, daß der in der Schule von Meistern wie sein Großvater Pierre Corth und sein Vater D. Althoff herangebildete Mauu nur Vortreffliche» auf dem Gebiete der Pferdedreffur bietest werde und diese Erwartung wurde denn auch in keiner Weise ge­täuscht, vielmehr noch übertroffen. Besonder» war die- bei VorsÜhrung de» FretheitSpferdeSJncrohable" der Fall, da- in der That fastUnglaubliches" ausführte, so daß hier mit Recht von einemMeisterstück der Dreffur" die Rede sein kann. Ganz brillant war auch die von Herrn Althoff in russischem Nationalcostüm auf drei prächtigen FuchSheugsteu ohne Zügel geritteneTroika". Sehr AnerkenuenSwerthe- leistete Mlle. Louise al» Panneaureiteriu und große Bravour bewies Mlle. Therese in ihrer Voltige L la Richard. Eine brillante Nummer war auch diejenige de- Schulreiters Willy Mann-, in welcher die Dressur einer riesigen Dogge, die ganz ausgezeichnet mit dem Pferd zufammenarbeitete, Be- wunderung erregte. Ein wahrer Herkules ist der Athlet Mr. Stahnkeder Mann mit dem Löwengenick", der mit Centuergewichten wie mit Bällen spielt. Zwei unübertreffliche

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