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d- August 1898. R8aiflüd)t Hoheit le Seruhr, cm ß, !t Lauterbach Lhevin 16 Gteßeu unter 8tt jn ernennen.
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Jockehreiter besitzt der Circus in den Herren Hermann und Charles, die zuerst auf zwei Pferden und schließlich auf einem Pferd zugleich arbeiteten und den großen Sprung auf der Manäge auf daS Pferd mit großartiger Sicherheit und Eleganz ausführten, lieber vorzügliche Clowns verfügt der EircuS in den Herren Wrobello, Zauder, Jerome und Pako sowie den Gebrüdern Donfer, welche in ihren verschiedenen Nummern die größte Heiterkeit hervorriefen. Ein anSgezeich- neter Künstler ist der Clown Wrobello, der in einem Riesen-Galto- mortale über 15 Mann voltigirte. Der Circus scheint überhaupt über eine Anzahl vorzüglicher Trampolinspringer zu verfügen und könnte daher die Direction vielleicht einmal die große „Akademische Boltige" zur Ausführung bringen. Den wirkungsvollen Schluß der Vorstellung, deren sechszehn Nummern ohne jede Pause anSgeführt wurden, bildete eine in reichen Costümen von lech» Damen und sechs Herren unter dem Commando des Herrn DirectorS schneidig gerittene Renaifiance Quadrille.
•• Nene Schnell,ng-Berbindnag. Wie verlautet, wird in den Wintersahrplan der «tsenbahn-Dirtctton Frankfurt der langersehnte Schnellzug Frankfurt - Gießen- Siegen-Hagen neu aufgenommen werden. Derselbe geht gegen 8 Uhr von Frankfurt ob und trifft gegen Mittag in Siegen ein. Leider scheint eS, als sei ein Schmllzug in umgekehrter Richtung nicht geplant, da der Fahrplan der Direction zu Elberfeld einstweilen nichts Derartiges enthält.
Der Vorstand des Verbandes hessischer Handwerker und Gewerbetreibender hat an die kürzlich ins Amt berufenen neuen Minister, die Herren Rothe und Küchler, Glück- wunschschreiben gerichtet. Der Letzgenannte hat daraus folgendes Antwortschreiben an den Vorstand des Verbandes gelangen lasten: „Die Wünsche und Schmerzen des Hand- werks kennen zu lernen, hat mir meine seitherige Thätigkeit an der Spitze eines städtischen Gemeinwesens vielfach Gelegenheit geboten. Das, was mich die Erfahrung gelehrt hat, war und ist bestimmend für meine Beurtheilung der Handwerkerfrage. Mit dem herzlichen Dank für die liebenswürdigen Glückwünsche des Verbandes verbinde ich gern die Versicherung, daß es auch in meiner neuen Stellung mein eifriges Bestreben fein wird, die Interessen eines Standes zu fördern, besten wirthfchaftliche Gesundheit so eng mit der socialen und wirthschaftlichen Gesundheit unseres Volkes zusammenhängt. In vorzüglichster Hochachtung und Ergebenheit Küchler."
•• Wetterbericht. Während bal DeprtstionSgebiet noch fortgesetzt an Smfluß und Ausdehnung gewinnt, gestaltet sich die Lustdruckvertheilung immer unregelmäßiger und wird das barometrische Maximum vollständig nach dem Südosten dtS ErdtheilS zurückgedrängt. Heute treten eine Reihe von Theil- minima auf, die ihre nähere Umgebung beherrschen. DaS relativ umfangreichste liegt Über dem Canal und dem Nordwesten Frankreichs. Hierbei zieht ein keilförmiger Ausläufer südwärts bis zu den Pyrenäen. Zwei kleine Deprestionen find Über Westfalen und der Insel Rügen zu erkennen. Schließlich liegt noch ein DepreflionScentrnm über Bosnien. — voraussichtliche Witterung: Nach Ausbruch von Gewittern trübes, regnerisches und kühles Wetter.
t Lich, 9. August. Diesen Morgen wollte die hiefige Frau Marie Gilbert mit dem Füusuhrzuge nach Gießen aus den Wochenmarkt fahren. In einem ziemlich großen Ge- dränge von Milfahrenden wollte dieselbe einsteigen, ohne daß der Zug erst zum Stillstehen gekommen war. Hierbei erhielt sie in einer bis jetzt noch nicht bekannten Weise von einem Wagen einen Stoß auf die Brust, daß das Blut aus Mund und Nase strömte und der Tod sofort eintrat.
Butzbach, 8. August. Noch wenige Tage und die Ober- hessische Gewerbe-Ausstellung wird hier eröffnet werden. Der Marktplatz vor dem Wetzlarer Thor, außerordentlich günstig gelegen, mit seinen vielen Lindenbäumen und mit seiner großen Markthalle, wie geschaffen zu einem solchen Unternehmen, bildet den Ausstellungsplatz. Durch ein monumentale» Thor betritt man den Platz und sofort wird der Blick gefeffelt durch ein reizende» althesfischeS Bauernhaus, baß mit einem bedeutenden Kostenaufwand von Grund aus neu gebaut wurde und die AtterthÜrner- und Trachten-Ausstellung beherbergen soll. Daß Haus ist recht anheimelnd und wird gewiß jedem Besucher noch mehr gefallen, wenn er die Schätze, die das Innere birgt, von den anmuthigen Führerinnen gezeigt bekommt, deren Trachtrn wohl theils an längst vergangene Zeiten erinnern, die aber sonst den Eindruck von gar hübschen jugendlichen Fräulein» machen. Die rechte Seite des großen Platzes nimmt die stattliche, sehr practüch gebaute, dreischisfige WirthschaftShalle ein, die hoffentlich durch baß eingetretene warme Wetter recht viele burfUge Besucher finden wird. Vor demselben befindet sich der elegante Musikpavillon und in seiner Nähe baß Bretterhaus mit bem Kiriematographen. Nach ber Tarnhallenstraße zu steht bie coloffalle geschloffene Markthalle, einfach aber geschmackvoll betörtet, besonders auffallend durch ihre effektvollen imittrten altdeutschen Fenster, und heute schon mit Ausstellungsgegenständen angefüllt. Vor dieser Halle befinden sich reizende gärtnerische Anlagen und schöne Couiserengruppen, die dem ganzen großen Platze so recht das Gefühl des Schönen und Behaglichen geben. Noch eine offene Halle mußte neben bem Acetylenpavillon errichtet werben, ba bie vorgesehenen Räume zur Aufnahme ber von 190 Ausstellern angemelbeten Gegenstänbe nicht htureichten. von btefem Marktplctz kommt man mit wenigen Schritten auf einer neu angelegten Straße zu ber im Reuaiffaucestyl gebauten neuen, imposanten Turnhalle mit 12 großen Räumen unb einer mächttg großen Halle, einem Baue, wie eß in unserem ganzen Heffenlanbe zu gleichem Zwecke wohl keinen zweiten an Größe unb Schönheit gibt. Ja diesem stolzen Bau find die eigentlichen Ausstellungsräume für feinere Gegenstände unb werden bie ganzen riesigen Räume vollstaubig mit Erzeugniffeu bei Gewerbtfletßes Oberheffens angefüllt sein unb ein erschöpfeubes Bild von dem Können
unserer Gewerbe abgeben. Das städtische Schulgebäude, von , ber Ausstellung nur durch eine Straße getrennt, ist vor der Hand für die Arbeiten des Gewerbeverein» referuirt und wird später durch den Bienenzücher-Verein In Hessen beansprucht. Bon Morgens bis Abends wird fleißig gearbeitet, denn bis zum 11. August soll Alles fertig sein und eS wird gewiß den vielen fleißigen Händen gelingen, daß baß große Werk die Meister loben wird!
Aus Schotten wird die Trauernachricht verbreitet, daß daselbst ber in weiten Kreisen bekannte unb beliebte Rechner Herr Carl Glock im bestenManuesalter gestorben ist. Herr Glock hat sich um den Vogelsberger Höhenclub, um baß Lehrerheim, sowie überhaupt um gemeinnützige Unternehmungen große Berbienste erworben, unb wirb baher bie Nachricht von seinem Ableben allseitß tiefes Bebauern erregen.
Bad-Nauheim, 4. August. Vom 29. Juli bis 4. August 1898 find angekommen 1229 Badegäste- verabfolgt wurden 14 635 bezahlte Bäder und 561 Freibäder. Die Zahl der vorn 1. April biß 4. August 1898 angekommenen Badegäste beträgt 14854, der verabfolgten Bäder: 163 777 bezahlte Bäder und 8127 Freibäder.
§ Grebenhain, 7. August. Der hiesige Landwirth Sebastian Gauß war auf einer Wiese in dtm nahen Oberwald mit Heulaben beschäftigt. Die Ehefrau beßfdben hatte baß Laben bes Heueß übernommen. Alß der Wagen weiter gefahren wurde, ging der Weg über einen Wassergraben, wodurch eß einen Rack gab, so baß bie Frau sammt d:m vorn angesetzten Heu nach vorn von dem Wagen herunter stürzte und die Frau einen Arm brach.
4- Ans dem Rheingau, 8. August. Hinsichtlich des Standes der Weinberge theilt die „Bereinigung Rhein- gauer Weingutsbesitzer" mit, daß die ungünstigen Witterung»- verhältniffe von Anfang Mai biß Mitte Juli die Hoffnungen ber Winzer auf ein bescheideneß Maß zurückgeführt haben. Daß erste Erforderniß guter Herbstausfichten, ein rascher und gleichmäßiger Verlauf der Blüthe, ist in diesem Jahre nicht erfüllt worden und es konnte deshalb auch der Heuwurm sein vernichtungswerk in ausgiebigster Weise verrichten. Gescheine waren zunächst in zufriedenstellender Zahl vorhanden. Die Schädigungen durch den Heuwurm und das diesmal im Rheingau zuerst. beobachtete Auftreten der Peronospora viticola in den Gescheinen haben jedoch den Ansatz sehr erheblich vermindert, so daß augenblicklich in günstigen Fällen nur etwa auf Vs Herbst gerechnet werden kann. Eß ist im Uebrlgen mit Gewißheit vorauszusehen, daß der Sauerwurm noch eine weitere Verringerung der Menge verursachen wird. Die allgemein frühzeitig und heftig auftretende Blattfallkrankheit (Peronospora viticola) ist durch Bespritzen der Stöcke mit ber sog. Bordelaiser Brühe (Kupferkalkmischung) in allen Orten bes Rhelngauts bekämpft worben unb auch bem noch vereinzelt erscheinenden Oidium wird durch Schwefeln entgegengetretrn Was die zu erwartende Qualität des Weines andetrifft, so läßt sich über dieselbe noch nicht- mit Bestimmtheit sagen. Ihr Ausfall hängt von der Gestaltung ber Witterung in der kommenden Zeit ab. Wenn daher jetzt schon hin und wieder der Ver- mitthung Raum gegeben wird, baß bie Güte beß Weines eine geringe sein wirb, so ist bleseS Urtheil entschleben verfrüht. Die recht günstige Witterung, bie seit Mitte Juli mit nur kurzer Unterbrechung geherrscht hat, ist vom besten Erfolge auf bie Entwickelung ber Trauben gewesen unb bei ihrer Fortdauer kann aif einen Mittelwein noch ganz gut gerechnet werden. Die Menge wird nach dem oben Gesagten bn« Mittel all-rdinoS nicht erreichen.____________
Aus der Zeit für die Jeit
Vor 106 Jahren, am 10. August 1792, fielen bei Erstürmung der Tuilerren 5000 Menschen als Opfer der Volkswuth, darunter 700 Schweizer, welche auf Befehl des Königs das Feuern einstellen mußten. Mittlerweile faßte die Generalversammlung den Beschluß, die königliche Gewalt aufzuheben und den König mit seiner Familie unter Aufsicht zu stellen. _____________________________________________________
vermischtes.
• Marburg, 6. August. Das hiesige Jäg er bat aillon Königin Margherita ist auf Donnerstag zur Parade vor dem Kaiser nach Caffel befohlen.
* Herborn, 8. August. Wie man uns mittheilt, hätte sich gestern Nachmittag bei Abgang des Zuges 4 Uhr 4 Min. beinahe ein gräßlicher Unglücksfall ereignet. Eine mit Packeten und — einem kleinen Kinde bepackte Frau hatte anscheinend versäumt, rechtzeitig auszusteigen und versuchte dies noch, nachdem sich der Zug bereits in Bewegung gesetzt hatte. Der Schaffner versuchte die Frau zu halten, war aber hierzu schließlich nicht mehr im Stande; er mußte sie loslaffen und Frau und Kind — letzteres fest umklammert von ben Armen der Mutter — rollten bis dicht an das Geleise. Ein Schrei des Entsetzens ging durch alle Zuschauer und ein „Gott sei Dank" wurde laut, nachdem sich herausgestellt, daß Beide unverletzt geblieben waren. — Möchte dieser besonders glücklich abgelaufene Fall dazu dienen, einen Jeden abzuhalten, auf einen oder von einem im Fahren begriffenen Zug zu springen. __________________
Eingesandt.
Gießer», 9. August 1898.
Dem Einsender des Eingesandt in Nummer 183 diese» Blattes diene zur Erwiderung Folgendes:
Die Lehr erschall der hiesigen Volksschulen ist mit keinem Wort gefragt worden, ob sie der Abhaltung eine» Iugendfestes zustimme oder nicht; fie war deshalb auch gar nicht in der Lage, hierüber eine Meinung zu äußern. Etz ist unS wohl bekannt, daß feil einer Reihe von Jahren bet hiesiger Bürgerschaft eine gewisse Erbitterung gegen die Lehrer Platz gegriffen hat, weil fte der Abhaltung eines Jugendfestes abgeneigt seien. Ob ein Jugendsest abgehalten werden soll oder nicht, darüber haben die Lehrer nicht mehr mitzusprechen. Die Entsretdung liegt ganz wo ander». Wir empfehlen dem Einsender, sich in Zukunft gehörig zu tnsormtten, ehe er in der Preffe ein unzutreffende» Uttheil fällt.
Ein Lehrer.
Wissenschaft, Literatur und Aunst.
— Der Schriftsteller Profeffor vr. Georg Eber» ist Sonntag Abend in Tutzing gestorben. Nach ben letzten KrankheitSbettchten konnte der Tod de» bekannten Aegyptologen und beliebten Roman- chriflsteller» nicht überraschend kommen. Georg Eder» wurde am 1. März 1837 in Berlin geboren, er studirte in Göttingen 1856 bie Rechte, später in Berlin unter Anleitung von Brugsch, Lepfiu» unb Böckh egyptifche AlterthumSkunde und habUilirte sich für diese 1865 in Jena. Von hier au» unternahm er eine über ein Jahr dauernde Reise nach Egypten und Nubien (1869,70) unb fand bei seiner Rückreise einen Ruf nach Leipzig vor, dem er folgte. Kurz daraus (1872) unternahm er seine zweite Reise nach Egypten, welche unter anderen wichtigen Funden durch die Erwerbung deö jetzt auf der Universitätsbibliothek zu Leipzig befindlichen sogenannten Papyru» Eber» in ber Gräberstadt Theben belohnt wurde. Als Romanschriftsteller begründete Eber» 1864 seinen Rus durch den historischen, mit gelehrten Anmerkungen versehenen Roman „Eine egyptische Königstochter", der eine anziehende Darstellung de» egyptischen Volksleben» zur Zeit de» persischen Eroberungskriege» Riebt, die ins Holländische, Englische und in viele andere Sprachen übertragen wurde und 13 Auslagen erlebte. Durch ein langwierige» körperliches Leiden 1889 zur Ausgabe feine» Lehrberufe» gezwungen, lebte Eber» seitdem während de» Winter» in München, während er den Sommer meist auf seinem Besttzthum in Tutzing am Starnberger See verbrachte.
verkehr, Land« und Volk-wirthschaft.
•rtnbtte, 6 Aug. Fruchtpreise, ©eijen x00,00— 00,00, Jtorn X 17,00—00,00, Gerste X 14,00 -00.00, Hafers 17,64-18,00, Erbsen X 00,00-00,00, Linsen X 00,00, Wicken X 00,00, Lein X 00,00, Kartoffeln X 8,00-00,00, Samen X 11,16-11,60-
Neueste Nachrichten.
Depeschen de» Bureau »Qcrolb*.
Berlin, 9. August. Dem „Berliner Tageblatt zufolge beabfichttgt der Kaiser am 20. August tu Mainz einzutreffen.
Berlin, 9. August. Zum ersten Vorsitzenden beß Bunbe» ber Lanbwirthe würbe gestern Freiherr von Wangenheim gewählt, nachdem ber zuerst gewählte Dr. Röficke bie Wahl adgelehnt hatte. — Ja ber Sitzung beS AuSschuffeS de» Bundes ber Lanbwirthe wurde beschlossen, ben beiben Vorsitzenden von Wangenheim uab Dr. Rösicke zur Erleichterung ber Wahrnehmung ber BunbeSgeschäste freie Wohnung in Berlin unb 4000 Mk. jährliche Entschädigung für bie Aufwenbnngen zu gewähren, bie ihnen au» ihrem Aufenthalt in Berlin entstehen. Ein weiterer Punkt ber Tagesordnung betraf bie Thomasmehl-Angelegenheit.
Berlin, 9. August. Aus Pari» wirb bem „Kl. Journal" telegraphier: Die Ehrenlegion-Krise nimmt einen unerwarteten Umfang an. 29 Legionäre, barunter 16 Hollänber, sandten ba» OrbenSzeichen zurück. Täglich treffen neue Zurücksendungen mit wenigen schmeichelhaften Briefen ein.
Friedrichsmh, 9. August. Nachdem Graf Wilhelm Bismarck nach Königsberg ab gereist ist, verläßt Fürst Herbert BiSmarck heute Friedrich»ruh, um eine längere Erholungsreise aozutreten. Bestimmungen über ben Mausoleumdau find jetzt getroffen. Der Bau wirb unverzüglich in Angriff genommen werben. Unter ber fürstlichen Dienerschaft herrscht bie gedrückteste, theilweise verzweifeltste Stimmung, da bem gefammien Haus« unb Stallprrsonal zum 1. October der Dienst gekündigt worden ist.
Köln, 9. August. Stündlich treffen weitere Hiobsposten über ben vom Sturme angerichteten Schaden ein. In Kalk stürzte eine R:ngofen - Ziegelei ein. Zwei Personen wurden habet getöötet, fünf verletzt. Die Köln Fravksurter Eisenbahnstrecke war stunbenlang gesperrt, ba oberhalb Kalk bie Geleise mit Schutt, Baumstämmen rc. bedeckt waren. Durch bie Beschädigung in ber Baienthaler Maschinenfabrik finb Hunderte von Arbeitern aus Monate hinan» brodlo» geworben. Bon ben in Poll verletzten Personen ist ein Kind gestorben. Einige Glasschilder de» Kölner Dome» wurden beschädigt.
Budapest, 9. August. Die Gemeinde Großbossany wurde gestern Abend durch eine Feuersbrunst vollständig eingeäschert. Acht Kinder find in ben Flammen nm» gekommen.
Rom, 9. August. Der Marineminister arbeitet, wie man hört, neue Flottenpläne au». Die Größe be» Projekts 'ft noch unbekannt.
Brüssel, 9. August. Dem „Soir" zufolge ist bie Errichtung einer Fernsprechlinie Berlin - Brüssel- Paris gesichert
Brussel, 9. August. 60 Damen au« ber vornehmsten Gesellschaftsklasse richteten an Frau Felix Saure eine Adresse, tu welcher fie Dieselbe bitten, fie möge Alle» auswenden, ber Tortur, welche Fran Alfreb Dreyfus seit brei Jahren unterworfen ist, ein Ende zu machen, oa bie» die ganze ciotliftite Welt empört.
Amsterdam, 9. Angnst. Die holländischen Blätter sordern die holländischen Mitglieder der französischen Ehrenlegion auf, ihre Ehrenzeichen znrückz usen d en. Mehrere Legionäre haben dies bereit» gethan.
Petersburg, 9. August. Räuber drangen in die bei Simferopol gelegene Besitzung der Fürstin Chunkalowa, er- broffelte dieselbe, sowie zwei Gesellschafterinnen derselben und raubten sämmtltche Werthsachen. Auf bem Landgute Keseli wurde die an» drei Personen bestehende Familie ebensalls von Räubern erschoffen.
Madrid, 9. August. Marschall Bianco erließ in Havanna eine Proklamation, in welcher er erklärt, der Krieg sei jetzt zu Ende, Havanna solle ben Bewohnern gegeben werden. Amerika habe aber allen denjenigen, welche nach Spanien znrückzukehren wünschen, freien Rücktransport zngefichert. Bianco sichert schließlich allen poltttschen Gefangenen auf Cuba Amnestie zu. Es find bereits eine große Anzahl von Gefangenen in Freiheit gesetzt worden.
Madrid, 9. August. Die Legitimisten verweigerten rundweg Doi Carlos, einen Aufstand in Spanien mit Geld zu unterstützen unb fügten hinzu, baß fie niemals einen Angriff auf bie gegenwärtigen Institutionen unterstützen würden. Der Sohn Don Carlos ist nach Warschau gereift, um feine Entlassung au» russischen Diensten zu nehmen.


