provisorisch, da die Regierung anerkennt, daß die definitive | höher, nämlich 189, davon fallen auf Lungenentzündung 86,
, z-w. , r t. « m. r.- i _ - — —C. ' Ä.,C (RwißfiifTinhrmhiittn itnh 103 IITth
R g'ltirig der Svracheofrage du-ch ein Gesetz erfolgen muß.
im ersten Lebensjahre: 282=20%
steckungrstoffes aus einem Nachbarorte.
heilen find zu nennen 4 an Rose und 1 an Syphilis. An
Am andern Tage war das Röhrchen mit eine« prachtvollen immer noch 180,000 bis 200,000 Mk.
mit zusammen 173 war dieselbe für 1897 wieder etwas
an:
Besfingen 2 Kinder einer Familie innerhalb weniger Tage zu Grunde gegangen, inficirt durch Verschleppung des An-
M
//
noch bei: ES 1
Erkrankungen des Wochenbettes starben 11 Frauen gegen 15 in 1896. Die Sterblichkeit an der für die Culturländer verheerendsten ansteckenden Krankheit, nämlich an Tuber - culose hat gegen die früheren Jahre keinen nennenswerthen Rückgang erfahren: es starben im diesseitigen Kreise an Lungen-Tuberculose (Schwindsucht) 187 und an Tuberculose anderer Organe 65, zusammen 252, und nach Abzug von 17 Kreisfremden 235 oder 30 von 10000 Einwohnern;
erzählte jüngst sein Neffe Herr P. W. Hofmann: „Im Von Todesfällen an nicht epidemischen Jnfectionskrank- I Jahre 1856 wurden im Laboratorium meines Onkels A. W. ~ i I von Hofmann, der auf den Ruf deS Königs von England nach London gekommen war, Arbeiten auSgeführt, die für
auf Katarrhe, Brustfellentzündung und Influenza 103, und zwar lieferte der Monat April, in welchem wir an 16 Tagen nördliche Winde, 16 Tage mit Regen und stürmischem Wetter sowie starke Temperatur- und Barometerschwankungen hatten,
die meisten Sterbefälle dieser Art.
Auch die Zahl der an Gehirnschlagfluß verstorbenen Personen war gegen die Vorjahre erhöht, sie betrug 54 gegen 45 in 1896, an Herzerkrankungen starben 67 (64) an Magendarmkrankheiten 46 (36), an Abzehrung der Kinder 11 (14), an angeborener Lebensschwäche und Bildungsfehlern 47 (41).
Bei 85 Sterbefällen waren bösartige Neubildungen, Krebs-Geschwülste u. a. Todesursache, wovon 28 als dem Kreise nicht angehörig in Abzug zu bringen sind, welche in den Kliniken verstorben sind; 213 Personen sind der Altersschwäche erlegen.
Eines gewaltsamen Tod'es starben 46 (54), zehn Kreisfremde und 36 Ansäßige, von diesen 17 durch Verunglückung, 13 durch Selbstmord und 6 durch Mord oder tödt- liche Körperverletzung.
Eine Vergleichstabelle über die Todesfälle an epidemischen Krankheiten in dem letzten Decennium fügen wir zum Schluffe
unseres Vorschuß- und Eredit-BereinS (eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht) ist, erhellt auS der fertiggestellten Uebersicht, nach welcher die Einnahmen die Höhe von 14,906.066 Mk. 4 Psg. erreichen. Dem weit ausgedehnten, umfichtig geleiteten Geschäftsbetrieb entsprach auch der Reingewinn, der die Höhe von 48,895 Mk. 44 Pf, erreichte. Die zu vrrtheilende Gewivndividende wird etwa die gleiche sein wie voriges Jahr. — Rach einer dem Stadt- ktrchenvereinSvorstand gewordenen Mutheilung hat Großh. Ministerium der Firanzen verfügt, daß der Stempel für mn wrnerrs vnounp, uiv uu» im, v« . die ausgegebenen «lrchenbauloofe nach dem Satz von 5 p6fi
Onkels folgend, Jntrachlorkohlenstoff mit Anilin in einem ; berechnet werden sollen. Unserem Kirchenbauoerein fließe» . . ----- * — I on nnn ernt —fc, Es fehlen am BausondS
A Bon der Ohm, 7. März. Während man aus an* deren Gegenden von sehr hohen Holzpreisen zu berichten weiß, trifft daS für unsere Gegend nicht nur nicht zu, sondern die Preise für daS Brennholz find im Allgemeinen so billig, wie fie billiger seit dem letzten Jahrzehnt thatsächlich nicht gewesen sind. Bei den Brennholzverstefte- rangen in den Freiherrlich Riedesel'schen Waldungen, welche Ende der vorigen Woche stattgefuuden, kosteten im Durchschnitt vier Raummeter Buchenscheit 20 bis 22 Mk., vier deSgl. Buchevprügel 15 bis 17 Mk, der Raummeter Buchen- reifig 80 Pfg. bis 1 Mk. Die Nachfrage nach Brennholz, ist eben nach dem diesjährigen Winter keine so dringende, wie in anderen Jahrgängen. Auch ist der vorhandene Brennholzvorrath in den Waldungen ziemlich reichlich.
Lauterbach, 4. März. Die seither unter der Firma G. C. Krömmelbein hier betriebene Brauerei ging heute mit sammtltchen Activen und Paffivrn, sowie nebst allen sonstigen Liegenschaften deS seitherigen Besitzers, Herrn Johannes Krömmelbein V., durch Kauf gegen eine baare HerauSzahlung von 110000 Mark an dir Freiherrlich Rtedesel'sche Sammtfamilie über. Darmft. Ztg.
§ AuS Oberheffeu, 7. März. Ein Hauptfactor der Hausindustrie war früher die Lein Weberei. In den meisten ländlichen Haushaltungen wurde der selbstgezogene Flachs nicht nur selbst gesponnen, sondern auch selbst zu Tuch verwoben. Mir der Entstehung der mechanischen Webereien in großen Fabriken aber entstand der Hausindustrie rin diese besiegender Eoncurreut. Der Landwirth vermochte daS Tuch- viel billiger zu kaufen, als ihn selbst die Herstellung kostete bei noch so billiger Berechnung deS Webelohne». Infolge- deffen wurde die Flachszucht eingeschränkt und fie wird jetzt nur noch ausnahmsweise auSgeübt. Damit verschwanden auch dir Webstühle aus den Familienstuben und nur selten erblickt man noch ein solche» Ungethü«, daS oft über ela Jahrhundert alt ist. Daneben lernt die Jugend da» Weben nicht mehr wie ehedem, wo e» fast jeder Landwirth verstand. Ausnahme machen nur die Orte, wo die HauSweberei fich auf da» Herstellen von Bettzeugen beschränkt, wozu die Garne seitens der Arbeitgeber geliefert werden. In diesen Orten, wie z. B. in Groß-Eichen, ist die HauSweberei noch mehr anzutreffen. Hier arbeitet man auch nicht mehr auf den Webstühlen au» vermärzlicher | Zeit, sondern auf neueren, ein rascheres Weben ermöglichenden sogenannten Bchnellschoffen. Die HauSweberei von Leinen hat nun in letzterer Zeit etwas Auffrischung und Belebung erfahren durch den außerordentlich billigen Preis de» baumwollenen Garnes. Während diese» früher meist nur al» Einschlag benutzt wurde, nimmt man e» jetzt als Zettel. Da» ! baumwollene Garn ist fester, al» da» FlachSgarn, bricht dem- nach nicht so leicht und läßt fich sehr gut verweben. Da» mittelst baumwollenen Zettel» und leinenen Einschlag» hergestellte Tuch ist sehr schön und haltbar und billig, drei Factoren, die die HauSweberei wieder etwa» aufleben lassen.
n. Friedberg, 4. März. Wie groß der Geschäftsumfang
Farbstoff angefüllt. Unvergeßlich ist mir der Augenblick, al» mein Onkel den Farbstoff betrachtete und auSrief: etwa» Schönes sah ich nie. Wenn der Farbstoff nur färbt!* Da gerade seine junge Fran mit einem Hute mit seidenem Bande neben ihm stand, so wurde sofort ein Stück davon abgeschn'tten und in den Farbstoff getaucht, der dann alle Erwartungen Übertraf. So war da» Fuchsin gefunden. Sine Stunde später fahr mein Onkel nach Pari», um der Aca» demie fran^aise feine Beobachtung miizutheilen."
•• Warnung vor einem Zndnstrieritter. In Brüssel hat fich vor einiger Z.-it ein Sohn de» Inhabers der Amsterdamer Firma „Stehl Wzn." oder „W. H. Giehl, Sohu von W. H. Stehl", vor der auf Deranlaffung der niederländisa.en Polizeibehörden öffentlich gewarnt worden ist, unter der F'im „Guillaume Stehl fils“ niedergelassen. Er bereist Deutsch- land, um Einkäufe auf Credit zu machen. Auch schriftl'.ch von Brüffel au» macht et in Deutschland Bestellungen, verschiedene deutsche Häuser, geben an, von ihm geschädigt worden zu sein. ES wird behauptet, daß er die für ihn etntieffenben Waaren sofort veräußern läßt. Er soll mittellos sein, so daß Zahlung auch im Klagewege nicht von ihm zu erlangen ist. Neuerdings scheint er nach London übersiedeln zu wollen. Der deutschen Geschäftswelt muß dringend zur Vorsicht gerathen werden.
•• „Ich schneide Dir die Ohre» ab" — daS ist eine sehr verbreitete und meist scherzhaft gemeinte Redensart, der man oft keine Bedeutung beilege. Daß fie aber doch auch al» Bedrohung aufgefaßt werden kann, da« haben zwei junge Leute tu Wiesbaden erfahren müffen. Der „Rh. K." meldet darüber: Die Gebrüder B., junge, früher hier io Eondition stehende Handlungsgehilfen, erhielten eine» Tage» auf Grund eine» derartigen, de« drei Jahre alten W'ih. St. gegenüber gebrauchten Zuruf» eine Anklage wegen Bedrohung mit einem Verbrechen. Da» Kgl. Schöffengericht verhängte auch über jeden von ihnen 3 Mk. Geldstrafe, tie Kgl. Strafkammer aber kaffirie auf die Berufung des einen bezüglich feiner diese» Urtheil, indem fie auf kostenlose Freisprechung erkannte. Trotzdem bleibt die Sache intereffant und mittheilevswerth.
Zusammen: 1407
Die Sterblichkeit der Kinder überhaupt war in den I beiden letzten Jahren ziemlich gleich hoch 474 m 1897 gegen 481 im Vorjahre; Säuglinge im ersten Lebensjahre 282 I sind 30 mehr gestorben als in 1896, hauptsächlich infolge I von acuten Krankheiten der Lungen und des Magendarm- kanales, in der nächsten Altersklaffe von 1—15 war die Zahl der Todesfälle im Berichtsjahre mit 192 um 37 kleiner als in 1896, weil in letzterem mehr Kinder über 1 Jahr an Diphtheritis und Masern gestorben waren.
Den acuten Jnfectionskrankheiten zusammen erlagen 71 gegenüber 126 im Vorjahre, nach Abzug von 12 Kreisfremden, in den Kliniken Verstorbenen, verbleiben 59 Todesfälle an ansteckenden Krankheiten oder von 10000 Einwohnern nur 7,6 (14) Von den einzelnen Krankheiten dieser Kategorie waren die Masern, welche im Vorjahre eine ausgedehnte Verbreitung erlangt hatten, in den Gemeinden Ettingshausen, Heuchelheim, Großen-Liuden, | Grünberg, Saasen und WeiterShain, in geringer Ausdehnung i in Reiskirchen und Lang-Göns aufgetreten und hatten sieben ; Todesfälle gegen 50 im Jahre 1896 zur Folge.
Scharlach war nur in Einzelfällen in verschiedenen Orten vorgekommen- von den 24 zu amtlicher Kenntniß gelangten Erkrankten starb ein Kind in Watzenborn.
Die Bräunekrankheiten, Diphtheritis und Croup, waren in ihrer Häufigkeit zurückgegangen und in epidemischer Verbreitung nur in Gießen, Odenhausen und insbesondere in Klein-Linden aufgetreten. Gemeldet wurden im Ganzen 251 Erkrankungsfälle (1896: 472), von denen 22 (34) d. h. 8,7°/0 der Erkrankten oder von 10000 Einwohnern nur 2,8 (im Vorjahre 4,3) erlegen sind. Außer den genannten 22 starben in den Kliniken noch 8 kreisfremde Kinder an Diphtheritis.
Keuchhusten herrschte epidemisch unter den Kindern in Langsdorf, Burkhardsfelden, Annerod, Muschenheim und Gießen; es erlagen dec Seuche 19 Kinder, wovon 14 auf die Kreisstadt allein fallen.
Erkrankungen an Unterleibstyphus sind 10 zu unserer Kenntniß gekommen, 8 Fälle in Gießen, 6 Einheimische und 2 krank Zugereiste, 1 in Alten Buseck und 1 in Climbach; gestorben sind im Ganzen 7, dav n 3 aus Gießen, 3 Fremde und 1 in Climbach.
An epidemischer Genickstarre sind in Ober-
192=13,65% 458=32,55 „ 475=33,80 „
«nv prooinjUlU»,
Sietze», den 8. März
** In Kurze« habe« wir Ostern. Wie ernst die Oster- zeit für die Heranwachsende Jugend ist, wie lange vor- | her da rechtzeitige Erwägungen und Entschließungen zu treffen । find, weiß jeder Familienvater, es mag aber doch noch auf ! einen Punkt hingewieftn fein, der von ganz besonderer Bedeutung ist. Er betrifft die jungen Leute, die höhere Schulen besuchen und bei welchen e» sich zum gegebenen Lebensalter nun definitiv entscheiden muß, ob fie den Schulbesuch fort- | setzen und eventuell studtren oder eine Beawtencarriöre einschlagen sollen, welche die Absolvirung aller AnstaltSklaffen 1 erfordert, oder ob fie nun zu einem Berufe Überzutreten haben. Zu dem Rufe: „Der Junge muß studiren!" sind ja die Eltern gern bereit- die gelehrte Laufbahn hat einen ge- | wissen Nimbus, aber fie hat auch ungemein viele @nt' I täuschungen, wenngleich ja die Beamlengehälter ziemlich über- I all gegen früher aufgebeffert find, und voran diejenigen, deren I Stellen-Jnhaber die Universität besucht haben müffen. Aber die Un verfitätSlaufbahn ist und bleibt eine gefährliche, wenn nicht die beiden Hauptfragen nach genügender Befähigung der Söhne und genügendem vermögen der Eltern bejaht find. Eltern sollen fich hüten, nur weil fie e» einmal so gesagt haben, ihre Kinder auf die Universität zu schicken, bei der Erreichung deS EonfirmationS-AlterS der Söhne ist e» immer noch einmal Zeit, fich die Sache genau zu Überlegen- nicht mit möglichen Glückszufällen darf man dabei rechnen, sondern mit der nackten Wirklichkeit. Dieselbe Erwägung ist ersorder- ; Uch, wenn die Söhne alle AnstaltSklaffen durchlaufen sollen. , Wtr ein Gymnasium hinter fich hat, paßt nicht mehr für ■ jeden Beruf, und man ist gewissermaßen auf eine Beamten- carriöre angewiesen, die minder hoch führt und viel Ausdauer voraussetzt. Mag Eltern eine Beamtenlaufbahn besonderen Reiz bieten, nicht alle jungen Leute eignen fich dazu, nicht der Name macht den Beamten, sondern Pflichttreue. Und eS wird heute gleichwie an ßenntniffen nicht wenig an Arbeitskraft verlangt. Die Erwerbung deS ZeugniffeS zum Einjährig-Freiwilligen-Di'nst bleibt für einen jungen Mann ! immer von großem Werth, ganz abgesehen, daß ihm auch dann schon Beamtenlaafbahnen offen stehen, wird in großen Handelkfirmen, in Bankhäusern, JndustrieetadliffementS re. heute schon mit besonderem Nachdruck auf da» Einjährig- Freiwilligen-Zeugniß und auf Sprachkenntniffe gesehen. Eltern, welche die erforderlichen Ausgaben bestreiten können, sollten hier weniger bedächtig fein, als bei der Entscheidung über einen etwaigen UniverfitLtSbe'uch. Denn das ist nun I einmal Thatsache, die deutsche Kaufmannschaft und Industrie I hat eine weit größere Zahl sehr gut bezahlter Stellen zu I vergeben als die Staaten, fie verlangt aber dafür auch äußerste
Tüchtigkeit.
•• Wie «. W. von Hofmann bal Fuchsfi» entdeckte,
v. 1.—15.
v. 15.-60. über „
die spätere Entwickelung der Theerfarben-Industrie von der größten Bedeutung werden sollten. Ein Schüler Hofmanns, W. H. Perken, hatte, kaum 17 Jahre alt, einen herrlichen Farbstoff, daS Mauvein, durch Erwärmung von Anilin mit chromsaurem Salze dargestillt und diesen Farbstoff bereits 1857 in den Handel gebracht. Ein Jrhr später sollte es mir vergönnt sein, einen versuch zu machen, der von vielleicht noch größerer Bedeutung wurde. Leider hatte ich dabei kein weiteres Verdienst, als daß ich, der Weisung meines
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Lehrlinge: : 1 Werschmied, 1 lbchreiner, 3 Schr
1896 18°/o 16,4% 35,6 , 30,0 „
getrennt für Gießen und die Summe der Landgemeinden sind die entsprechenden Quoten 25,0 und 31,8%00.
Gegenüber der ungewöhnlich niederen Sterbezahl an ______ v-----,-----,
acuten Erkrankungen der AthmungSorgane im Vorjahre GlaSröhrchen eingeschmolzen und bi» 100 Grad erhitzt hatte, j dadurch 80,000 Mk. äu-
Der Eindruck der Verordnung war kein sehr günstiger, und au» diesem Grunde mag eS wohl Herr v. Gautsch vorgezogen haben, die DersöhnungSversuche aufzugeben und seinen Platz einem Anderen zu überlasten. Wer aber wird dieser Andere fein? DaS ist heute die Frage, welche man fich auch weit über Oesterreich» Grenzen hinan» vorlegt. Giebt eS in Oesterreich überhaupt eine Persönlichkeit, welche solcher Riesen- aufgaben gewachsen ist? Wir wollen eß im Interesse des vnS so nahestehenden Kaiserstaat» von ganzem Herzen hoffen. _______(xx)
Gesundheitsstand und Sterblichkeit im Kreise Gießen im Jahre 1897.
Jrn Jahre 1897 sind im Kreise Gießen im Ganzen 1407 Personen gestorben, H mehr als im Jahre 1896, davon waren 132 Kreissremde und 1275 im Kreise ansässig; die aus der letzten Ziffer bei einer für die Jahresmitte berechneten Einwohnerzahl von 78 366 ermittelte Sterblich- keitsquote d. h. das Verhältniß der Gestorbenen zu tausend Lebenden beträgt 16,13°/00. Die in gleicher Weise gefundenen Sterblichkeitsziffern der vorausgehenden 5 Jahre von 1892—1896 sind: 19,96, 22,03, 17,89, 15,97, 16,10.
Vergleicht man die Sterblichkeit der Kreisstadt mit derjenigen der Summe der Landgemeinden (961 Todesfälle), so ergeben sich die entsprechenden Zahlen 14,35 und 17,57%), d. h. es starben im Landkreise im Jahre 1897 auf 1000 Einwohner 3 Personen mehr als in Gießen. (Vergl. unsere frühere Veröffentlichung über die Stadt Gießen.)
Die Sterblichkeit in den einzelnen Zeitabschnitten des Jahres ist erfahrungsgemäß verschieden, und es lieferte auch diesmal, wie gewöhnlich das zweite Quartal die meisten Todesfälle 425, das vierte war das gesundheitlich günstigste mit 277, im dritten starben 324, im ersten 381 Personen; von den Monaten war der December der günstigste mit 86, der April mit 176 der ungünstigste infolge erhöhter Sterblichkeit an Tuberculose und anderen acuten Erkrankungen der AthmungSorgane.
Nach Altersklassen getrennt betrug die Zahl der Todesfälle
Masern
Scharlach
Diphtheritis Keuchhusten Typhus
1887
1
5
119
17
5
1888
10
13
61
13
3
1889
8
21
86
2
11
1890
12
4
86
13
6
1891
28
1
100
13
3
1892
2
15
146
3
9
1893
15
16
279
19
5
1894
—
19
187
10
3
1895
7
14
38
8
3
1896
50
2
53
6
3
1897
7
1
30
19
7
Großh. Kreisgesundheitsamt
Gießen.
Dr.
Haberkorn.


