Ausgabe 
9.2.1898 Zweites Blatt
 
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Warschau, 7. Februar. Nach auS Petersburg einge- troffenen Meldungen erhält Rusfisch-Poleu am 1. Januar nächsten JahreS daS Recht der Selbstverwaltung.

Loemter mnd prwtajkOef.

iejee, den 8. Februar.

* Zulaffung zur Rechtsanwaltschaft. A« 8. Januar wurde der GerichtSasseffor Earl Jost tu Alzey zur Rechts­anwaltschaft bet dem Amtsgericht Alz-H, am 10. Januar wurde der Gericht-affeffor Dr. Alexander Bopp in Darm» stadt zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Pro« vtnz Starkenburg, am 13. Januar wurde der Gerichts- affefsor Dr Curt Spohr tu Gießen zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Oberheffen, am 14. Jan. wurde der GerichtSasseffor Adam Schrohe in Mainz zur Rechtsanwaltschaft bet dem Landgericht der Provinz Rhein« Hessen, am 21. Januar wurde der GerichtSasseffor Richard Strauß tu Alzey zur Rechtsanwaltschaft bet dem Amts­gericht Bingen zugelaffev.

** Kirchliche Dienstuachrichteu. Ueber den Besitz der «ach Art. 1 und 4 des Gesetzes vom 5. Juli 1887, die Vorbildung und Anstellung der Geistlichen betreffend, zur Uebernahme eines Kirchenamtes nothwendigen Eigen­schaften ist der Nachweis erbracht worden bezüglich der katho­lischen Geistlichen: Johannes Edelbauer aus Matuz, Philipp Hillenbrand auS BeuSheim, Friedrich Hoff- mauu aus WorwS, Jacob Jakob auS Gau-Bickelheim, Theodor Alexander Jung auS Ober-Mörlen, Adam Malfi auS Meffeuhaufev, Georg Metzger aus Dirmstein, Johann Gottfried Möb» auS Nteder-Mörleu, Carl Ob er le auS Pfaffeu-Schwabenheim, Georg Palzer aus Gabsheim, Josef RooS auS Viernheim und Johann Peter Roßkopf au» Münster.

Schuldienst «Nachrichten. Am 8. Jauuar wurde der zweite Lehrer an der Präparandeuauftalt zu Lich Heinrich Wagner zum Vorsteher und ersten Lehrer an dieser An­stalt, unter Belastung in der Kategorie der Volktschullehrer, mir Wirkung vom 1. Jauuar 1898 an, ernannt- am 15. Jauuar wurde demSchulamtSaSpirauten Anton Schuch­mann auS Reinheim die Lehrerstelle au der Gemeindeschule zu Mittershausen, Kreis Heppenheim, au demselben Tage wurde demSchulamtSaSpirauten Meinhard Rau aus Großen- Buseck die Lehrerstelle an der Gemetdeschule zu Buseuborn, KreiS Schotten, übertragen- an demselben Tage wurde die prov. Lehrerin an der höheren Mädchenschule zu Mainz Karoltue Ltps zur Lehrerin an dieser Schule, unter Be­lastung in der Kategorie der VolkSschullehrerinnen, ernannt - am 19. Januar wurde der SchulamtSaSpirautin Anna Hitze! aus Münster eine Lehrertnnevstelle au der höheren Bürgerschule zu Heppenheim a. d. B. übertragen- am 22. Januar wurde der', von dem Herrn Grafen zu SolmS- Laubach aus die 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Laubach, Kret» Schotten, präseutirte Schullehrer Conrad Mohr zu Grünberg für diese Stelle bestätigt- am 26. Januar wurde dem Schullehrer Immanuel Gersten­water zu Burkhardsfelden etne Lehrerstelle au der evangel. Schule zu Lampertheim, Kreis Bensheim, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Carl Faustmauu zu Bür­stadt eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Lampert­heim, Kreis BeuShetm, an demselben Tage wurde dem Schullehrer Franz Joseph Bünger zu Nieder-Rodeu eine Lehrerstelle au der Gemeiudeschule zu Gonsenheim, Kreis Mainz, übertragen.

-i- Au» dem Lumdathal, 7. Februar, schreibt man uns: Nachdem nunmehr die Bahnlinie GrünbergLondorf bereit» zwei Jahre fertig gestellt ist, läßt die Inangriffnahme der Verlängerung dieser Strecke nach Lollar noch immer auf sich warten. Trotzdem die Bahn von Londorf nach Lollar schon seit einer Reihe von Jahren genehmigt ist und die

von Beduinen. Steinbeladene Kameele, mit tieftöuendeu Glöckchen am Halse, machen Halt, um den Zug nicht zu stören. Hier jene Station, wo die heilige Veronika Jesu den Schweiß vom Antlitz wischte. Während der Priester in feuriger Beredtsamkeit von seinem Stuhle herab die Bedeu­tung des Ortes erklärt, beschäftigen sich die Thiere ringsum in ihrer Weise: ein halbverhungerter Hund deleettrt sich auf einem Schmutzhaufen an einer invaliden Stiefelsohle, Kameele belecken die historischen Quadersteine und ein Esel beschnuppert die Rostflecken einer verbogenen Blechkanne.

Und weiter auf dem jetzt hoch ummauerten, in breiten Stufen allmählich aufstetgenden KreuzeSweg wogt der Zug unter schmerzerfülltem Schluchzen und mit feuchten Augen «der auch mit herabperlenden Thränen .... Weit hinten «ach humpelt ein alte» Mütterchen, müde, ach, so müde, doch die strahlende Gewißheit im Herzen, daß sie heute noch da» Grab des Heilands betreten wird, stärkt ihre Kräfte.

Zur Erhöhung der Feierlichkeit erschallt jetzt die Musik der Glocken von der griechischen Capelle, von der armenischen Capelle, von der russischen Capelle, von der syrischen Capelle, ob zufällig, ich weiß eS nicht- aber diese Glocken ver« einigen ihre Weihe und ergießen sie über all die soeben auS einer dunklen Gaffe hervortretenden Wallfahrer. Und immer Gesang, Sonnenschein, Gebet, Predigt, Himmelsblau.

Im Bogengang stehen unter dem gaffenden Publikum Pilger anderer Bekenutnifie: russische, vom Jordan zurück- kehrende Frauen, in der Hand lange Stöcke aus Schilf und bepackt mit grauen, die dürftigen Habseligkeiten bergenden Säcken, den geliebten Theekeffel nicht zu vergessen- stehen weihbeturbante Muhamedaner, welche sich auf einer Pilger­fahrt nach Mekka befinden, aber vorher hier in Jerusalem, der zwrit-heiligsten Stadt des Islam», die geheiligten Orte der Omar-Moschee aufsuchen- stehen Juden mit blaffen, schmalen, von langen Hängelocken umrahmten Gesichtern, in glänzenden Sammet-Talaren, wohl jetzt, bei finkender Sonne,

Bermessung»arbetteu beendigt find, ist die Gelände-Erwerbung noch immer nicht erfolgt. Es steht zu befürchten, daß auch im kommeudeu Frühjahr hiermit noch nicht begonnen wird. Wie wir hören, beabsichtigen in diesem Fall die Interessenten und speciell die arbeitende Bevölkerung der Gegend, bei Grohherzoglicher Regierung vorstellig zn werden und um beschleunigte Ausführung des ProjectS zu ersuchen. Wenn man bedenkt, daß ein großer Theil der hiesigen Arbeiter­schaft täglich einen Weg von l'/z Stunden zweimal zu Fuß zurücklegen muß, von und zur Arbeitsstätte, waS nach Er­öffnung der Bahn aufhört, so ist e» erklärlich, daß man überall Klagen in dieser Hinsicht führt- denn ein Grund für die Verzögerung ist nicht bekannt.

Bad-Rauheim, 6. Februar. DaS Hotelwesen in der hiesigen Badestadt hat eine weitere Ausdehnung ge« nommen. Die Besitzer desKaiserhofs" werden durch An­bauten die Zahl ihrer Fremdenzimmer von 34 auf 120 bringen, der Besitzer de» Hotel Restaurant LaugSdorf hat durch Erweiterungsbauten den größten Saal der Stadt ge­wonnen und einen Fremden- und Küchenbau errichten lassen­der nächst dem Bahnhof gelegene Diehl'sche Hotel Neubau ist tu fremden Besitz übergegangen. Herr Wallmann läßt zwischen zwei ihm zustehenden Vtllenbauten einen Speisesaal aufführen und hat diese Etabliffemeuts an einen Hotelier vermiethet. Beide Gasthöfe werden in der bevorstehenden Saison «öffnet und in Betrieb genommen.

Berkersheim b. Vilbel, 5. Februar. Gestern Nachmittag ereignete sich tu der Behausung deö LandwirthS Diehl ein schwere» Unglück. AuS dem Brunnen sollte ein Wasser- leltungSrohr entfernt werden. Der 45 Jahre alte Brunnen­arbeiter Fritz Schulz aus Enkelheim bestieg die Grube, die derart mit Stickluft angefüllt war, daß Schulz sofort betäubt von der Leiter stürzte. Als man ihn heraurholte, war er tobt. Der Verunglückte hinterläßt eine Wittwe mit zehn Kindern.

Darmstadt, 7. Februar. Mit dem verstorbenen Rentier, früheren Apotheker Albert Kolbe haben die Touristeukreise unserer Stadt einen schweren Verlust erlitten. Er war ein großer Wanderfreund und fehlte kaum bet einem Ausfluge des OdeuwaldelubS und Alpenv-.reinS als einer der angenehmsten und angeregtesten Gesellschafter. In den Dolo­miten hat er noch im vorgerückten Lebensalter eine Reihe sehr namhafter Berge, wie z. B. den Monte Cristallo er- stiegen.__________________

Landwirthschaftl. Winke u. Ratschläge.

Was thut der Laudwirth in de« Monat Februar.

Von Dr. E. Agricola.

(Nachdruck verboten).

KO. Auch in diesem Monat ruht gewöhnlich der Pflug noch. Bei der diesjährigen aber gerade für die Feld- arbeit so überaus günstigen Witterung kann auch jetzt noch Mist untergepflügt werden. Feste Wege benutzt man zum Fahren von Mergel, Mist und Compoft. Da im Februar das Wetter stets unbeständig zu sein Pflegt, daS schönste und wärmste Wetter sich ost in einer Nacht in den heftigsten Frost umwandelt, so muß man mit dem Wässern der Wiesen sehr vorsichtig sein und nur zur Zerstörung be­wässern. Hat Schnee gelegen, so müssen bei eintretendem Thauwetter die Gräben freigemacht werden, damit die Wiese nicht überfluthet wird. Tritt dieses ein, so wird häufig die Wiese mit loSgeschwewmter schlechter Erde bedeckt, waS für die Entwicklung der Pflanzen bedenklich ist. Ist die Wiesen erde noch fest, so versäume mau nicht noch Compost aufzu- bringen. Ist solcher nicht da, so gebe man Phokphorsäure und Kali in Form von Thomasmehl und Kaiuit. DaS erste Mal auf einer bisher ungedüngteu Wiese 3 bis 4 Ctr. von beiden auf einen prruß. Morgen. Durch extra durch­geführte Versuche ist es nachgewiesen, daß hierdurch der Er­trag der Wiesen verdoppelt, theilweise sogar verdreifacht werden kann. Bet fortgesetzter alljährlicher Düngung kann

auf dem Wege hinab nach der Klagemauer, um über die Zer­störung Jerusalems zu weinen.

Der Zug verschwindet im Gedäwmer der Grabeikirche, sich bald vermischend mit den Hunderten frommen Herzen, welche bereits hier anwesend find. . . Ich verfolge einzelne Pilgergrupprn, wie fie die schmale Treppe hinaufklimmen nach der Golgatha Capelle und oben in schmerzlichem Snt- zücken auf allen Vieren die Steinplatten entlang bi» an den FelSspalt herankriechen, wo Jesu Kreuz gestanden- oder wie fie fich vor der langen, unweit de» Eingangsportals gelegenen Marmorplatte uirderwersen, wo sein Leichnam gesalbt wurde- oder wie fie, tiefgebückt, in schaudernder Ehrfurcht, in die niedrige Grabcapelle schlüpfen und immer und wieder in­brünstig den Stein küssen, welcher den heißgeliebten Todtrn deckte.

Ueberall weit geöffnete, wie in andere Welten auSlugende Augen, Hände, die in nervöser Hast unermüdlich bas Kreuz schlagen, bebende, auf die abgenutzten Steinplatten des Bodens gepreßte Lippen, menschenscheue, rhränenvolle Blicke, nut ängstlich darauf bedacht, daß keine der geweihten Stätten mit der schuldigen Ehrfurcht zu kurz kommt. . . . Wa» tu dieser GrabeSkirche nur irgendwie mit den Lippen erreichbar seit vielen Jahrhunderten wurde es Millionen- und millionen­fach leidenschaftlich geküßt. So ist die altersgraue Kathedrale die am meisten geküßte Gegend de» ganzen Erdballs.

Jetzt in der EngelScapelle besonders erregte» Beten: tiefe» Flehen, herzerschütterndes Weinen, hochzefaltete Hände, auSgestreckte Armc. Ach, fie möchten am liebsten durch den strahlenden Baldachin der goldenen, spärlich brennenden Ampeln Hilfe vom Himmel herabziehen, wenn e» ginge! Einer der Betenden hält dabei einen rothen Papierstreifen in den Händen ein Telegramm au» der fernen Heimath, da» ihm heute ein türkischer Telegraphenbote auShäudigte. Ich nehme Keuvtniß von dem kurzen Inhalt: Mutter Im Sterben. Bete, bete GrabeSkirche.^ . . .

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man in der Menge etwa» znrückgehen. Auch für die Kalk' zufuhr auf Wiesen, sowie die Vertilgung de» Moose» durch Asche ist jetzt noch Zeit.

Im Pferdestalle muß jetzt besondere Sorgfalt auf da» Putzen gelegt werden, da die Pferde fich nun bald zn haaren beginnen. Erfahrungsgemäß lassen die Haare schneller Io», wenn man kleine Mengen Leinkuchen füttert. Da die Arbeit für die Pferde meist weniger anstrengend ist, vor Allem auch der Hafer in diesem Jahre gut bezahlt wird, so empfiehlt eS fich al» Zwischenfutter pr. Kopf 4 bi» 5 Pfd. Möhren zu verabfolgen und die Hälfte der Haferration durch Mais zu ersetzen. Möhren bilden ein Futtermittel für Pferde, da» bisher viel zu wenig beachtet wurde. Dielelben reizen zur Freßlust, wirken blutreinigend und find al» diätetifche» Mittel bei Verdauungsstörungen, auch bei Druse, Kropf ulw. genügend bekannt. Werden Hengste gehalten, so müssen diese jetzt besonder» gut gepflegt werden, damit fie recht Kraft

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fähigkett erblich ist.

Gefrorene Kartoffeln und Rüben können an Vieh und Schweine ohne Gefahr gefüttert werden, wenn fie vorher gedämpft werden, doch ist beim Verfüttern Vor­sicht am Platze, wenn die Kartoffeln im warmen Keller oder in der Miete gekeimt haben. Die Keime enthalten eine« Giftstoff, das sog. Solanin (von dem betr. Namen der Kar­toffel Solanum tuberosum abgeleitet). Diese Keime müsse« vor dem Füttern entfernt werden. Im Keller kann man durch häufiges Umschaufeln der Kartoffelvorräthe dem Keime« Vorbeugen.

In der Scheune werden die Drescharbeiten fortgesetzt. DaS zur Saat bestimmte Getreide wird mehrmals auf die Windfegen oder Trieure gebracht.

Zur Aussaat darf nur bestens sortirteS und gut aus­gebildetes Korn verwendet werden. Wer mit seinen Ge- treidesorten keine zufriedenstellenden Erfolge hat, verkaufe seine selbst gebaute Frucht lieber vnd kaufe fich reines Saat­getreide. Die Wahl der Sorte ist von der Beschaffenheit de» Bodens, Klima re. abhängig. Da jetzt die Mäuse nur wenig Nahrung auf dem Felde haben und fich in die Häuser ziehen, so halte man die Wege zu den Saatböden für die Katzen offen.

Für das Geflügel gilt das im Januar Gesagte,' Gänse, Enten und Hühner beginnen jetzt schon mehr zu legen. Ist Witterung und Stall kalt, so belege mau den Fußdodt« mit frischem, wärmenden Pferdemist. Damit daS Federvieh die Eier nicht an versteckten Orten legt, mache man ihm im Stalle warme Nester ans weichem Stroh zurecht. Wolle, Filz re. an Stelle de» Strohe» zu verwenden, empfiehlt fich nicht, weil fich darin leicht Ungeziefer verschiedenster Art einfindet.

Für die Fischerei müssen bei starkem Frost Luftlöcher in daS Eis gehauen werden. Man achte bei Thauwetter stets auf die Teichdäwme und bessere jeden Schaden au», damit fie bei großem Wasser nicht au-brechen. Alles Fischerei- geräth muß nun im Stand und zur Hand sein.

I« diesem Monat ist der Hccht am besten- auch gegen Ende Februar kann in großen Flüssen mit dem LachSsange begonnen werden.

In den Bienenstöcken gibt e» nun schon Brut, weßhalb dieselben besonders vor Kälte zu schützen sind. Sorgfältig achte mau, ob Luft-, Durst- oder Nahrungsmangel herrscht.

Bet 6 Grad Wärme ist der ReiutgungSauSflug vor, zunehmen. Diese Gelegenheit benutze man, um die Boden-

bekommen.

Im Kuhstalle pflegen jetzt die meisten Kühe zu kalben. t Bon Ochsenkalbern wähle man die von kräftigen fliischige« Kühen, von Kuhkälbern immer nur die, die von Müttern mit zufriedenstellender Milchergiebigkeit stammen, zur Nachzucht. Wo angängig lasse man auch die Milch der Mutter auf ihren Fettgehalt prüfen, da bekanntlich auch die Art der LeistungS-

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Weiter lerne ich zwei junge Pilger mit einer ähnlichen Aufgabe kennen. ES find kräftige Burschen, welche die weite Wallfahrt für ein alte» verrunzeltes Ehepaar irgendwo In England unternehmen wohl uralte Leute, nicht mehr im Stande, die beschwerliche Fahrt selbst wagen zu dürfen, die aber daheim tu der traulichen Behaglichkeit iher Polsterstühle ! gewiß Tag für Tag an die.Jerusalemer Gebete ihrer jagend- frischen Vertreter denken.

Nun Abends gegen sechs Uhr, die Zeit, wo die Grabe»- ktrche geschlossen wird. Düstere» Gedämmer unter hohen Wölbungen weicht der Dunkelheit . . . Oben vor Golgatha halten griechische Mönche in scharzen Kutten und hohen Barett» ihren gewohnten Abendgottesdienst. O, das fliegt nur so! Indem Einer den Andern im raschen Beten ablöst, werden von Jedem nur die Anfangs- und Schlußworte der einzelnen Gebete kräftig marktrt- was dazwischen liegt, verschwimmt im wortüberkugeluden, heranSgehetzten, unverständlichen Ge­murmel. Ebenso wird in der Eile jede» verneigen vor de» goldstrotzenden Altar, jede Kniebeugung, jede» Zeichen de» Kreuze» zu Dreiviertel abgekürzt. So ist der Abendgotte»' dienst schnell heruntergehaspelt. Die frommen Beter ver« schwinden durch die niedrigen SeitenthÜren, und die Bilder des Gekreuzigten blicken tm Halbdunkel der wenigen, wett herabgebrannten Weihekerzen m die leere Kapelle.....

Türkische Soldaten, die Schlüffelbewahrer des heil. Grabes schließen die Kathedrale.

Angesicht» der vielen, vielen religiösen Bekenntnisse, vor denen jede» auf die andern mit einer gewissen Ueberhebuos heradblickt, habe ich da» Nachdenken über den Werth dieser Religion-Übungen aufgegeben, denPhilosophen" über Bo»! geworfen, weil ich mir in dieser herrlichen ZiouSstadt der Aufenthalt nicht vergällen laffen will. Nur al» wohlgrmeintri religiöse» Gepränge, ganz gleich welcher Schattirung, lässl­ich, gleich einem Wandelpanorama, all die tausendfach vep- schiedenen, buntfarbigen Bilder an mir vorüberziehen.

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